Montag, 31. Dezember 2007

Meine Lieder des Jahres 2007


Und schon wieder ist ein Jahr vorbei. Im Radio und im Fernsehen wimmelt es so von Jahresrückblicken, oftmals der musikalischen Art. Die Jahrescharts verfolge ich immer mit großem Interesse, so natürlich auch dieses Jahr. Ich richte mich zwar keineswegs nach den Charts, aber ich finde es stets interessant zu sehen, wer denn Erfolg hat und wer nicht - um mir dann mein Urteil zu bilden. Verdient, unverdient, habe ich damit gerechnet, kenne ich die Lieder überhaupt?

Seit einigen Jahren setze ich mich dann sogar im Dezember hin um meine persönlichen Lieder des Jahres zusammen zu suchen. Es ist wirklich interessant, an wie viele tolle (und auch weniger tolle) Ereignisse man sich dabei erinnert, wenn man die Lieder des letzten Jahres zusammensucht.

Bei der Liste, die ich hier veröffentliche habe ich nur Lieder mit einbezogen, die als Lieder dieses Jahres gelten, also Songs, die dieses Jahr veröffentlicht oder wenigstens populär wurden. Das endindividualisiert die Liste zwar ein wenig, weil vom Rest der Welt unabhängig entdeckte Lieder rausfallen, aber irgendwie muss ich die Liste hier ja auch verständlich halten, wenn ich sie schon der internetfähigen Welt aufzwänge.
Außerdem habe ich Lieder sowie instrumentale Stücke, die einzig und allein aus Filmen bekannt sein können rausgehalten, denn sonst würde die Liste weniger mit dem Musikjahr, und mehr mit meinem piratigen Kinojahr zu tun haben.

Außerdem habe ich mich durch das Web gewühlt, um verlässliche Musikstil-Angaben für die Songs zu finden. Für mich selbst sind diese zwar eigentlich weniger relevant, aber es hat trotzdem seinen Hintergrund. Ich höre nämlich Musik ziemlich querbeet, bin aber vom Herzen Rocker. Orientiere mich also eher weniger an den (eh kaum trennbaren) Genres, weiß aber halt, das ich im Rock-Regal meistens schneller fündig werde. Zumindest hörte ich dieses Jahr so oft, dass Timbaland, Timberlake und Furtado ja beweisen würden, dass dem Hip Hop die Zukunft gehöre. Da konnte ich stets müde lächeln. Wenn man schon unbedingt die Schublade öffnen will, dann bitte auch richtig. Zwar machen alle drei auch Songs, die Hip-Hop-Elemente enthalten, doch die Musik, die man mit ihnen verbindet ist nahezu durchgehend Dance-Pop, vermischt mit anderen Stilrichtungen. Wenn also Leute meinen unbedingt Genregrenzen aufzubauen, dann bitte zu Gunsten des richtigen Genres. In diesem Falle also Dance-Pop und nicht Hip-Hop.
Deshalb findet ihr also in der folgenden Liste die (eigentlich unnötigen) Genreangaben - in der Hoffnung, dass die Discogänger da draußen aufhören zu sagen, sie würden so toll zu Hip-Hop tanzen und anfangen dem Dance-Pop das Lob zukommen zu lassen. Danach hör ich auch wieder mit musikalischen Genrediskussionen. Bin da nämlich eigentlich wesentlich gemütlicher, und unterscheide nur zwischen "Lieb ich", "Mag ich", "kann ich hören", "mag ich nicht" und "nervt" - wobei der wandlungsfähige Rock bei mir halt öfter in die ersten zwei Kategorien kommt als der Rest. ;-)

Soooo! Langer Rede, kurzer Sinn, hier meine kommentierte Jahres-Hitliste. Viel Vergnügen.

Platz 20: Hamma! - Culcha Candela (Dancehall / Reggae / Hip Hop)
Dieses Lied hat es eigentlich weniger aufgrund seiner selbst in diese Liste geschafft, sondern mehr wegen dem, was ich mit ihm verbinde. An sich ist das Lied einfach nur... mh... duldbar. Es nervt nicht (was zumindest meinem Empfinden nach immer mehr der Chart-Songs tun). Das reicht natürlich nicht, um hier erwähnt zu werden, aber das Lied erinnert mich an einige heitere Autofahrten mit Freunden und pseudo-philosophische Gespräche über Musik. Somit ist das Lied die Untermalung einiger persönlicher Jahreshighlights. Und deshalb auf Platz 20.

(auch auf Platz 20): Candyman - Christina Aguliera (Swing / Jazz / Pop)
Während Britney Spears vom quietschigen Kaugummi-Teenie-Generation-Idol zum Gespött der Boulevardpresse wurde, hat sich Aguilera zur ernsthaften und vor allem wandlungsfähigen Künstlerin gemausert. Letztes Jahr brachte sie einige an die 30er-Jahre-Musik erinnernde Lieder raus, und dieses Lied erinnert erfrischend an die amerikanischen 40er-Jahre. Meine kleine Internetrecherche bei der Suche nach den Genres ergab übrigens auch, dass dieser Song auf " Boogie Woogie Bugle Boy" basiert. Jetzt weiß ich auch, woran mich das Lied so sehr erinnert, ich kenne nämlich das Original, das sogar bereits von Disney parodiert wurde (und zwar in "A Symposium on Popular Songs"). "Candyman" ist definitiv die beste Komposition auf diesem Rang meiner Hitliste, aber es erinnert mich etwas weniger an das zurückliegende Jahr (und mehr an 40er-Jahre-Filme *g*), und deshalb ausnahmsweise ein geteilter zwanzigster Platz.

(auch auf Platz 20): LoveStoned - Justin Timberlake (Dance Pop / R'n'B)
Ähnlich wie Aguilera ist Timberlake ein weiteres 90er-Jahre-Idol, dass ich während seiner ersten Musikkarriere nicht wirklich wahrnehmen wollte. Aber seit seines Imagewandels, vom NSYNC-Teenie-Schwarm hin zum mit Anzügen und Hüten bestückten, betont lässigem Schwarm aller weiblichen Spät-Jugendlichen finde ich ihn richtig sympathisch. Zwar lag mir sein letztes Album (zumindest damals) mehr, aber auch die etwas klinischere und künstlerischere (im Sinne von "nicht natürlich") Platte respektiere ich (immerhin). "LoveStoned" schließlich habe ich nach mehrmaligem Hören sogar gern gewonnen. Zum Platz 20 reicht es letztlich aber dank des recht schön anzusehendem Video und der Tatsache, dass mich das Lied im mittleren Sommer 2007 fast überallhin verfolgt hat (aber das Glück hatte nie im Umfeld schlechter Dinge aufzutauchen). Die Platzierung ist also rein prophylaktisch: Wenn es in 15 Jahren nochmal irgendwo läuft, werde ich mich an die guten Seiten des Sommers erinnern. Ist doch ganz nett, oder?

Platz 19: Girlfriend - Avril Lavigne (Pop Punk / Power Pop)
Was es nicht alles für Musikrichtungen gibt. Ich muss sagen, es war eine gute Entscheidung die Genres rauszusuchen. Da lernt man eine Menge neuer Begriffe. *g*
Zum eigentlichen Lied: Avril Lavignes letztes Album bot einige wirklich mitreißende, gefühlvolle Rock-Balladen. Das neue Album wiederum wollte sich einfach nicht in meinem Gehörgang festsetzen - gut, wieder ein paar Euro gespart. Aber wenigstens dieses Lied gefiel mir. Es ist zwar völlig atypisch für die Künstlerin und ist auch nicht sonderlich originell oder frech genug um irgendwie als Seitenhieb auf all die Kolleginnen zu dienen, denen sich Avril Lavigne hiermit angenährt hat, aber es ist der beste frech-fröhlich-sinnlose Feelgood-Rocksong, der mir dieses Jahr untergekommen ist. Randbemerkung 1: Lavigne gibt zu, den Song mehr oder weniger betrunken erfunden zu haben. Hut ab, für diese Ehrlichkeit. Randbemerkung 2: Die internationalen Versionen mit übersetztem Refrain waren zwar eine nette Idee, sind aber meiner Meinung nach zu Recht gefloppt. Phil Collins' gebrochenes Deutsch klingt einfach um Welten besser.

Platz 18: Umbrella - Rihanna (Pop / Contemporary R'n'B)
Man könnte meine Beziehung zu diesem Lied als eine Art Hass-Liebe bezeichnen, denn den Song selbst hasste ich zunächst. Erschwerend kam hinzu, dass ich genau wusste, was man an dem Lied ändern müsste, damit es mir gefällt. Von der Struktur und der (durch diesen R'n'B-Beat "zerstörten") Melodie her ist das ganze nämlich viel mehr ein waschechter Popsong, doch dafür müsste man halt den ganzen "Ghetto"-Sound rauswerfen, etwas Feintuning unternehmen und vor allem Rihanna mit einer richtigen Sängerin ersetzen. Dadurch, dass ich wusste, was dem Lied fehlt, habe ich es nur noch schlechter empfunden. Doch das große "aber" kommt noch. Weil dieses Lied so oft lief, und es mich nun an einige gelungene Abende (manche mit dazugehöriger Schimpftirade gegenüber dem Song und provkant-absichtlich-miesem Tanz sowie Betonung, wie lächerlich dieses ständige "ella-ella-ella-eh-eh-eh-eh" ist, geschweige denn der restliche Text), ist das Lied eine der wichtigsten Erkennungsmelodien für dieses Jahr geworden. Also hauptsächlich deswegen doch noch so ein guter Platz. Alle weiteren Lieder in dieser Liste entsprechen jedoch auch wieder eher meinem Geschmack. Dies hier ist die letzte, reine Assoziations-Mitleids-Platzierung.
Übrigens: Ich meckere im wahren Leben viel weniger, als es hier vielleicht rüberkommt. ;-)

Platz 17: Relax, Take It Easy - Mika (Pop)
Spätestens hier hätte ich ja schon mit Pop-Rock oder so gerechnet, aber egal... "Das Lied aus der Alice-Werbung" bekam im Frühsommer dieses Jahres ein Eigenleben und verbreitete seine "Don't worry, be happy"-Message übers Radio. Tatsächlich hat das Lied auch eine entspannende, erheiterte Wirkung. Es sei denn man versucht beim mitzusingen genauso hoch zu kommen wie der Sänger. Das Dauer-Airplay des Songs mag manche gegen Ende des Jahres schon genervt haben, aber ich bin da relaxt und nimm es auf die leichte Schulter.

Platz 16: Give It to Me - Timbaland feat. Nelly Furtado and Justin Timberlake (Pop rap / R'n'B)
Timbaland, Nelly Furtado und Justin Timberlake beherrschen ja mittlerweile die tanzbare Musik dieses Jahrzehnts, prägen fast schon den Sound dieses Jahrzehnts, zumindest im Hinblick auf die Hörgewohnheiten der momentanen Disco-Generation. Und mit diesem Lied gibt es hier schließlich noch die absolute Über-Koproduktion. Es ist betont zurückhaltend, fußt zu großem Teil allein auf den Beteiligten. Man könnte fast sagen, dass diese drei Künstler für diese Zeit das sind, was einst die Bee Gees waren. Sie beherrschen jeweils den Mainstream-Disco-Sound ihrer Zeit. Dieser Vergleich ist vielleicht etwas hoch gegriffen, aber ich möchte daran erinnern, dass der Spiegel Tokio Hotel mit den Beatles verglichen hat. Da finde ich meinen Vergleich wesentlich nachvollziehbarer, weniger geschmacksverirrt und vor allem habe ich keine Majestätsbeleidigung verbrochen.

Platz 15: Vom selben Stern - Ich + Ich (Pop)
Ich + Ich ist ein Musikprojekt von Adel Tawil und der manchen vielleicht noch aus der Neuen Deutschen Welle bekannten Annette Humpe. Diese frische, generationenübergreifende Zusammenarbeit schafft regelmäßig etwas, das ich in der deutschen Musik vermisse: Sie machen wirklich mitreißende, bewegende Musik mit melancholischem Charakter, bringen die Gefühle rüber und involvieren mich als Zuhörer. Gerade in jüngerer Vergangenheit gab es eine neue Welle an traurigen Liedern deutscher Interpreten, doch egal wer da im Radio rumheult, es packte mich einfach nicht. Vor allem Xavier Naidoos Lieder haben für mich den Effekt, dass er (beziehungsweise das lyrische Ich seiner Lieder) sich in seinen Kummer einschließt, und mich als Zuhörer dumm dastehen lässt. Da schalte ich lieber auf ein stimmungsvolleres Lied um. Aber "Ich + Ich" ist da anders. Da fühle ich mich zum Mitleiden eingeladen, erkenne mich auch in manchen Liedern. Mit dem eher beschwingteren "Vom selben Stern" hatten sie ihren bislang größten Erfolg und der sei ihnen gegönnt.

Platz 14: Ernten was wir säen - Die Fantastischen Vier (Pop Rap / Pop)
Die Fantastischen Vier sind für mich auf dem deutschen Musikmarkt die einzige feste Größe, die mich davor abhält den Sprechgesang völlig zu verteufeln. Schmissige Melodien, gute Texte und sympathische Charaktere beweisen, dass sich im deutschen Rap nicht nur verbittert-aggressive Gestalten herumtreiben. In der ersten Single des aktuellen Albums lassen sie im Hintergrund sogar mal wieder eine E-Gitarre erklingen und liefern hübsche Philosophie für den Hausgebrauch.

Platz 13: Do it - Nelly Furtado (Dance Pop)
Der momentan so brach liegende Single-Markt kann froh sein, dass wenigstens ein paar Alben richtige Steherqualitäten beweisen und auch über ein Jahr nach Veröffentlichung mit guten Auskopplungen dienen können. Nachdem letztes Jahr die wildesten Tracks des Albums "Loose" ausgekoppelt wurden und Furtados neues Image eindrucksvoll unter die Leute brachten, folgten mit "All Good Things" und "Say it Right" eine eher "klassischere" und eine sehr experimentelle Nelly. Dieses Lied letztlich ist dagegen wieder die neue Dancefloor-Nelly, allerdings weniger wild, und dafür wesentlich verspielter.

Platz 12: Einfach sein - Die Fantastischen Vier (Pop Rap)
Noch eine Handbreit besser als das etwas chartstauglichere "Ernten was wir säen" gefällt mir "Einfach sein", ein (textlich) etwas lockerer, flippigerer Ausflug in die Welt der Thekenphilosophie mit Gastsänger Herbert Grönemeyer. Hinzu kommen ein gutes Musikvideo und eine gute Handvoll von positiven Erinnerungen an das zurückliegende Jahr - der Einzug in die Top Ten wäre verdient gewesen und wird auch nur knapp verpasst.

Platz 11: Fairytale Gone Bad - Sunrise Avenue (Pop Rock)
Dieses Lied wurde zwar schon 2006 veröffentlicht, schaffte es aber trotzdem sogar in die offiziellen Jahrescharts 2007. Deshalb, und weil ich erst dieses Jahr auf den Song aufmerksam wurde, erlaube ich es mir, den Song auch in meiner Jahresliste 2007 einzubringen. Schöner Mainstream-Rock mit gutem, wenn auch nicht weltbewegendem, Text und hoher Ohrwurm-Qualität. Die Schweden schaffen es halt immer wieder, gute Musik aus dem Hut zu zaubern.

Platz 10: Wake Up Call - Maroon 5 (Pop Rock / Adult Alternative)
Man könnte mich als "untreuen" oder (wenn es netter sein soll) wechselhaften Musikkonsumenten bezeichnen. Es gibt nur sehr wenige Künstler, deren Arbeit ich aktiv verfolge (meistens lasse ich mich einfach nur davon überraschen, wer denn nun schon wieder was neues rausbringt) und es gibt noch weniger Künstler, von denen ich behaupten kann, dass ich einen Großteil ihres Gesamtwerks mag. Maroon 5 gehört zu diesen wenigen Interpreten. Für mich selbst habe ich sie 2003 entdeckt, als sie "Harder to Breathe", ihre erste Single aus "Songs about Jane", auf den Markt brachten - also noch bevor sie durch die zweite Single "This Love" populär wurden. Maroon 5 verschwand nach besagtem Album leider erst Mal von der Bildfläche, doch dieses Jahr meldeten sie sich zum Glück mit ihrem zweiten Sudioalbum zurück. "Wake Up Call" ist ein wirklich toller Song, der für mich auch erneut zeigt, dass man die Alben dieser Band durchaus als Grundlage für einen Film nehmen könnte - nicht umsonst sieht das Video zum Song wie ein gigantischer Trailer aus, ohne dabei gestelzt zu wirken. Es funktioniert einfach und ist deshalb mein Musikclip des Jahres! Es hat auch irgendwie etwas von einer Scrubs-Spezialfolge, die komplett in JDs Gedankenwelt spielt. Mh... ich habe gerade eine Idee für einen abendfüllenden Scrubs-Film...

Platz 9: Stark - Ich + Ich (Pop)
Nach dem beschwingtem, leicht spacigen "Vom selben Stern" kam, zeitlich perfekt abgestimmt, im Herbst dieses Jahres "Stark" in die Läden. Eine sehr gefühlsbetonte, aber auch kraftvolle Ballade, die zum identifizieren und genussvoll zuhören einlädt. Irgendwie hat "Stark" auch cineastische Qualitäten, womöglich wegen der Struktur und den Inhalten des Textes. Dieser Song ist richtiges "Kino fürs Kopf" und (zumindest meiner Meinung nach) auch endlich wieder ein Beitrag zur Ehrenrettung des in den letzten Jahren von Castingbands und Teeniepop geschundenen Rufs der eigentlich gar nicht so üblen Popmusik. Denn, was viele wohl vergessen haben, Popmusik bedeutet nicht gleich unreif.
"Stark" ist außerdem ein Lied, das für mich sehr eng mit diesem Jahr verbunden ist. Zwar habe ich dieses Jahr weder einen Spiegel zerschlagen, noch war ich ungerecht zu Frauen, aber trotzdem habe ich mich schon an so manchem verregneten Abend in diesem Lied verloren und ich bin mir sicher, dass dieses Lied in Zukunft noch die eine oder andere Erinnerung an so manche Episode des Jahres hervorholen wird. Allerdings glaube ich auch, dass dieser Song nicht allein an dieses Jahr gebunden ist, dafür ist es zu zeitlos.

Platz 8: Say It Right - Nelly Furtado (Pop / Contemporary R'n'B)
Schräge 80er-Jahre-Atmosphäre, der mittlerweile berühmt-berüchtige Timbaland-Sound und Nelly Furtados sanft-betörende Stimme, dazu noch ein fast hypnotischer Text. Das ist "Say It Right", ein Lied, das dieses Jahr zu wirklich jeder Situation auftauchte. Und immer passte. Egal ob bei der Autofahrt, auf Partys, beim gemütlichen Zusammensitzen mit Freunden, auf großen Anlässen meines Abschlussjahrgangs - in freudigen und in deprimierten Momenten. Interessant ist auch das Video mit einigen Aufnahmen, die fast schon aus Davy Jones' Reich sein könnten. Ein völlig leerer, überstrahlter, weißer Raum und mitten drin Nelly Furtado und Timbaland. Sicherlich kein potentieller Preisträger, aber trotzdem schön anzusehen. Und es passt zur Atmosphäre, die das Lied vermittelt.
Dieser Song ist ein echter Allrounder und somit fast schon eine Art roter Faden für mein ganz persönliches 2007.

Platz 7: Summer Wine - Vile Vallo und Natalie Avelon (Pop)
Das Titellied zu "Das wilde Leben" trifft sehr gut das Feeling der 60er Jahre und bewahrt dabei trotzdem genug Eigenständigkeit, so dass sich dieses Cover des alten Nancy-Sinatra-Songs mehr als nur rechtfertigt. Mir persönlich gefällt die Neuauflage mit HIM-Sänger Vallo sogar besser als das Original. Das will durchaus etwas heißen.

Platz 6: Junge - Die Ärzte (Deutschrock / Funpunk)
Farin Urlaub bekannte sich einst als großer Verehrer der Arbeit von Dr. Erika Fuchs, der legendären "Micky Maus Magazin"-Chefredakteurin und Duck-Übersetzerin. Und wenn man das weiß, erinnert einen der Humor der Ärzte plötzlich auch nahezu andauernd an die richtig gelungenen Duck-Comics. So hat auch "Junge" neben der bloßen Tatsache, dass wohl viele der Textzeilen so manchem sehr bekannt vorkommen sollten, eine weitere, eben sehr comichafte, Humorebene. Die Selbstzensur des Zombie-Videoclips mit herrlichen Texttafeln und zahlreichen Comic-Gastauftritten unterstreicht diese Ebene zusätzlich, und das nicht gerade unauffällig.

Platz 5: Bleed It Out - Linkin Park (Alternative Rock / Rap Rock)
Linkin Park gehen in ihrem neuen Album "Minutes to Midnight" teilweise neue Wege, und das sogar sehr erfolgreich. Die CD ist wirklich sehr gelungen, doch gerade das etwas an ihre älteren Songs erinnernde "Bleed It Out" steht neben einem anderen Lied besonders heraus. "Bleed It Out" ist einfach ein richtig gutes Frustlied mit einem gewissen, lockeren Touch irgendwo tief in sich drin.

Platz 4: All Good Things, Come to an End - Nelly Furtado (Pop / Soft Rock / Slow Jam)
Bereits 2006 als Single ausgekoppelt, erklomm dieses Lied nach vier Wochen die Spitzenposition der deutschen Singlecharts und blieb dort bis ins Jahr 2007 hinein, einige weitere Wochen in den Top Ten folgten. So reichte es für eine sehr stolze Position in die diesjährige Bestenliste. Furtado sei dieser Erfolg auch gegönnt. Das gerade dieses Lied in meiner persönlichen Hitliste die Spitzenposition unter deren Songs einnimmt ist damit zu erklären, dass ich es nicht nur ergreifend schön finde, sondern auch mit meinem letzten Schulhalbjahr verbinde. Generell war das gesamte Album irgendwie der inoffizielle Soundtrack unseres Abschlussjahrgangs und speziell "All Good Things" kristallisierte sich als das Lied für den Abschluss von Treffen und Feiern heraus, schließlich gar als Hymne der letzten Wochen. Mein letztes Schuljahr war in meinen Augen auch das beste und diesen Song werde ich für immer damit verbinden.

Platz 3: Rockstar - Nickelback (Hard Rock / Country Rock)
Hier bleibt mir wirklich nicht viel zu sagen. Tolles, simples Video. Ohrwurmqualität. Mitsingbar. Herrliche, augenzwinkernde Hymne für jeden, der mal davon träumte, Rockstar zu werden. Einfach klasse.

Platz 2: Träumst du? - Oomph! (Industrial)
Verdientermaßen die Gewinner des "Bundesvision Song Contests 2007". Noch Fragen?

Platz 1: What I've Done - Linkin Park (Alternative Rock)
Mit Abstand der beste Song auf dem eh schon sehr gelungenen neuem Linkin-Park-Album und obendrein noch mit gutem Vorsprung vor allen anderen auch mein klarer Lieblingssong des Jahres 2007. Der veränderte Sound der nun Anzug tragenden Jungs von Linkin Park erhält bereits mit diesem ersten Lied im neuen Klanggewand seine Daseinsberechtigung. Dieser Song rockt einfach und hat zugleich ein großes Gänsehautfeeling, ließe sich durchaus als Rockballade (der schnelleren Sorte) bezeichnen, und die Lyrics sind auch sehr gut durchdacht, gehören definitiv zu den bisher besten der Band. Als bloße Melodie mein Begleiter durch die zweite Jahreshälfte und textlich eine große Inspirationsquelle für meine prosaischen Werke. Außerdem verbinde ich dieses Lied schon jetzt sehr fest mit meinem Einstieg ins Studium und letzten Endes sei noch gesagt, dass "What I've Done" wirklich nichts für "Transformers" kann. Das Lied kommt halt nur im Trailer und Abspann vor. Das sollte man nicht gegen den Song verwenden...

Fazit: Insgesamt war dieses Musikjahr recht interessant. Hier und dort bekamen wieder einige intelligentere und auch musikalisch elaborierte Songs allgemeine Anerkennung, was ich in den letzten paar Jahren vermisst habe. Des Weiteren schien mir dieses Jahr die Musiklandschaft abwechslungsreicher als etwa noch 2006, auch wenn es natürlich weiterhin Schrott gab. Leichter Dämpfer war dieses Jahr die Tatsache, dass sich die Single-Charts zu großem Teil aus ein und den selben Alben nährten, manche noch aus dem Vorjahr. Eigentlich ist dies nicht schlecht, nimmt dem Jahr aber etwas seiner musikalischen Eigenständigkeit.

Meine persönliches Musikjahr war überraschend Top-Ten-lastig und wurde stark von meinem Schulabschluss geprägt (wie oben bereits angedeutet). Allerdings muss ich auch sagen, dass ich dieses Jahr auch sehr viele Soundtracks gehört habe, die ja in der obigen Liste nicht berücksichtigt wurden. Der wirklich hervorragende "Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt"-Soundtrack ist der wahre Star meines eigenen Musikjahres und auch so manche Filmmusik-Medleys wahren für mich dieses Jahr sehr bedeutungsreich. Des Weiteren liefen dieses Jahr noch die "High School Musical"-Soundtracks, die CDs zum "Grindhouse"-Projekt und auch "Crank" sehr häufig meine Musikanlage rauf und runter.

Soviel also zu den Liedern des Jahres 2007. Mal sehen, wie das nächste Jahr wird. Und wie viele Lieder der kommenden zwölf Monate eigentlich aus Alben dieses Jahres stammen...

1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

What i've done kommt nicht nur im trailer und im abspann vor. im autoradio kam es auch.

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