Mittwoch, 6. Februar 2008

Die FFA-Zahlen 2007

2008 hat nun seinen ersten Monat komplett hinter sich gebracht, und so langsam aber sicher gewöhnen sich auch die letzten daran, beim aufschreiben des Datums anstatt der 7 eine 8 hinzukritzeln. Aber so ganz abgeschlossen haben wir mit 2007 immer noch nicht. So steht uns noch der Oscar über die besten Filme des US-Kinojahres 2007 bevor.

Und die FFA (Filmförderungsanstalt) veröffentlichte heute auf ihrer Webseite die offiziellen Zahlen über das deutsche Kinojahr 2007. Wieviele Besucher gingen in die deutschen Kinos, wieviele Kinos gibt es überhaupt, und wieviele Städte haben ein solches Lichtspielhaus?

Nun, laut der FFA gab es 2007 immerhin 1.016 Standorte, die ein Kino aufweisen konnten. Das sind fünf weniger als noch 2006 - und die Schließung des Kinos in meiner Stadt ist da noch nicht mitgezählt, da es nach einiger Verzögerungen doch erst am 30. Dezember letzten Jahres schloss.

Letztes Jahr gab es 4.832 Leinwände in 1.812 Kinos, das heißt, dass das durchschnittliche Kino irgendwas zwischen zwei und drei Leinwänden aufweisen kann. Manche Kinos haben sogar tatsächlich 2,666667 Leinwände. Ich spreche aus Erfahrung. Man kann weder die Postkarte in Saal 3 meines momentanen Stammkinos als ganze Leinwand zählen, noch den Witz von einer Leinwand in Saal 1 meines ehemaligen Stadtkinos, der von Flecken, Dellen und einem Riss verunstaltet wurde.

Der durchschnittliche Eintrittspreis betrug 2007 immerhin 6,12 Euro, im Jahr zuvor waren es noch 5,96 Euro. Die zahlreichen Kindervergünstigungen und Programmkinos drücken sichtlich die Preise der Multiplexe, aus denen man selten rauskommt ohne mindestens 7 Euro abgedrückt zu haben.

Auf die Einwohner Deutschlands runtergerechnet ergibt sich folgendes Bild: Der Deutsche ging 1,52 mal ins Kino und sorgte somit für einen Umsatz von 9,34 Euro pro Kopf.
In ganzen Zahlen bedeutet dies, dass die deutschen Kinos 125,4 Millionen Zuschauer im vergangenen Jahr gezählt haben. 2007 war demnach das (an Besuchern gemessen) schlechteste Kinojahr seit 1995.

Die Sir Donnerbold-Zahlen
unten: Obwohl man im Netz hauptsächlich
Bilder von roten Kinosälen findet, waren in
Wahrheit die meisten von mir besuchten blau

An Besuchen gemessen war es aber mein bislang bestes Kinojahr. Ich war 46 mal im Kino, wiege also kinotechnisch gesehen rund 30 deutsche Mitbürger auf. Im Laufe dieser 46 Kinobesuche habe ich in acht verschiedenen Kinos meine Eintrittskarten gelöst, zwei verschiedene Getränke mit in die Kinosäle genommen und mich durch zwei Snacks durchprobiert (man muss ja nicht überall sensationelle Zahlen schreiben).

Bei meinen 46 Kinobesuchen hatte ich insgesamt 17 verschiedene Freunde dabei, die Spitzenzahl bei einem einzelnen Film betrug fünf Leute als Begleitung. Ich war in sechs Sondervorstellungen (1x Triple Feature, 1x Double Feature, 1x Männersondervorstellung, 1x 3D-Vorstellung und 2x "normale" Vorpremiere) und in vier Kinofilmen, die bereits vor 2007 offiziell in den deutschen Kinos liefen.

1 Kommentare:

Kevin Kyburz hat gesagt…

Traurige Zahlen. 1-komma ist ja wirklich keine Zahl, ein Wunder, dass der Abstieg des Kinos nicht schneller geht. Ich weiß nicht, was man davon hat, sich illegal einen Film zu ziehen und dann damit anzugeben und es toll zu finden, das man sie sich daheim in TV-Qualität lustlos reinzieht. Hallo Leute, Kino, Erlebnis, Super-Sound, Riesenleinwand! Filme sind doch kein DSDS oder sonstiger Schund, den man sich auf ein paar Zoll reinziehen sollte. Die ganze Szenerie, Musik, schauspielerische Kunst, Geschichte kann man doch nur erleben, wenn man wie im Theater mit vielen anderen mittendrin ist!

Auf 46 mal komme auch ich beileibe nicht, wirklich eine stolze Zahl - bei der Hälfte deiner Besuche bin wahrscheinlich ich letztes Jahr gewesen.

Ich habe sogar die Möglichkeit, in meiner kleineren Stadt zwischen gleich zwei hübschen Kinos zu wählen. Das eine ist groß und hat die Premierenfilme, das andere richtig klassisch - schmaler Eingang, sieht aus wie eine Wohnung und hat dann zumindest eine tolle, große Leinwand. Beides angenehm. Am Samstag bin ich in letzterem bei meinem diesjährig vierten Kinobesuch - Das Beste kommt zum Schluss.

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