Dienstag, 1. April 2008

Wieso WALL•E für Walt Disney den Beginn einer neuen Ära bedeutet

So mancher hat es sicherlich schon geahnt: Eine neue Ära des Animationsfilms bahnt sich an. Man war sich nur nicht unbedingt wirklich sicher, welcher Film denn nun das Schneewittchen dieses Jahrhunderts wird. Bis jetzt. Denn nun ist unbestritten klar, dass Andrew Stantons neuer Film, WALL•E, die Geschichte des Animationsfilms und auch die Geschichte der Walt Disney Company von Grund auf verändern wird.

Denn wie unsere Unterhaltungsindustriespione vermelden, ereignete sich vorgestern bei der studiointernen Testvorführung von WALL•E schier unglaubliches: Noch während der Abspann lief und Studiochef Dick Cook dem Regisseur Andrew Stanton und den Produzenten Pete Docter, Jim Morris und John Lasseter zu ihrem rundum gelungenen Wurf gratulierte, vernahm man im kleinen Vorführungsraum ein seltsames Geräusch. Vermuteten die Anwesenden zuerst noch, dass der Sound Designer Ben Burtt (Star Wars, E.T. und Indiana Jones) sich einen Spaß erlaubte und irgendwelche Geräusche in den Abspann mischte, stellte sich schnell heraus, dass das Geräusch von der Eingangstür zum Raum kommt.

Es kam heraus, dass das Geräusch das Pochen von Glas an der Holztür ist, dass mit dem kurz darauf folgenden Aufstoßen eines speziellen gepolsterten Unterbodens auf dem Studioteppich sehr seltsam klang... Wie dieses Geräusch entstehen konnte?

Walt Disneys konservierter Kopf in einem Spezial-Luxus-Glas stand vor der Tür und hüpfte wild gegen die Tür. Als Lasseter die Tür öffnete um nach der Herkunft des Geräusches zu sehen, war das Staunen unter den Anwesenden entsprechend groß.

Als sich der Tumult legte, klärte Walt Disneys Kopf die Situation auf: Dank einer Sondervorrichtung konnte er, sofern er gewillt ist, stets im Geheimtresor der Walt Disney Company mitverfolgen, was für Filme im Vorführungsraum getestet werden. Als er so eben zwischen der Lösung von Lost, dem geheimen Rezept für Donald Ducks Tomatensuppe und der einzigen Kopie von Pulp Disney rumstand und die WALL•E-Testvorführung verfolgte, hielt es ihn dort nicht mehr länger.
"Ich musste einfach aus meinem gemütlichen Geheimtresor raus und den Genies hinter diesem Meisterwerk persönlich gratulieren.", gab Walt Disneys nicht wirklich tiefgefrorener, sondern viel mehr einfach nur erfrischend kühl gehaltener, Kopf zu Protokoll.

Wie Walt Disneys Kopf weiter erklärte, möchte er sich nun nicht weiter im Geheimtresor verstecken - nun wo er endlich wieder einen Film gesehen hat der so gut ist, dass er selbst es sich nicht besser vorstellen könnte, sei die Zeit des Versteckens endlich vorbei. Nun müsse er sich nicht weiter vor lauter Scham verstecken oder darüber grämen, dass parallel zu guten Entscheidungen, irgendwelche grenzdebilen Schlampereien ausgeführt werden. Endlich liefe es wieder in dem gesamten Konzern rund, er könne wieder erhobenen Hauptes seinen Namen für den Disney-Konzern hergeben.

Zur Feier dieses Anlasses wollte man spontan eine Pressekonferenz veranstalten, bei der Walt Disney und Bob Iger sich feierlich die Hand geben - um Iger für die gute Arbeit zu gratulieren und zugleich um Disney in der Company wieder willkommen zu heißen.
Doch erst nachdem die Einladungen an die wichtigsten Zeitungen, Fernsehsender und Blogger verschickt wurden, fiel den Disney-Bossen ein, dass Walt Disneys Kopf ja gar keinen Körper mehr hat. Und so kann man ihm auch schlecht die Hand geben. Also entschied man sich kein weiteres Brimbramborium um Disneys Rückkehr zu machen und ihn einfach wieder in den Konzern zu integrieren.

Walt Disneys erste Amtshandlung seit seiner Rückkehr in die Company war dann auch konsequenterweise die Ernennung von WALL•E zum Schneewittchen des 21. Jahrhunderts. Als zweite Amtshandlung befahl Walt Disney, dass die nächste Person, die den Trickfilm als ein Genre bezeichnet öffentlich geköpft wird - der Kopf soll an Stelle seines eigenen Kopfs in den Geheimtresor gesteckt werden.

Des Weiteren beschleunigte Walt Disney die Produktion des nächsten Pirates of the Caribbean-Filmes, da die ersten drei Teile der Reihe zu seinen Lieblingsfilmen gehören. "Ich wollte schon immer, dass man sich hier wieder traut Filme mit richtigen Eiern in der Hose unter meinem Namen zu veröffentlichen. Und diese Filme sind genau das, was ich mir darunter vorstellte!", so Walt Disney, der auch einen Cameo im vierten Teil ankündigte. Er möchte gern einen Schrumpfkopf an Jack Sparrows Gürtel spielen. Disneys alter Freund Elvis Presley, mit dem er in den letzten 10 Jahren intensiven E-Mail-Kontakt unterhielt, soll in diesem Film einen singenden Wirt aus Tortuga spielen und somit sein Comeback antreten.

Doch nicht alle sind zufrieden mit Walt Disneys Rückkehr. Don Hahn zum Beispiel soll sehr eifersüchtig sein, weil Walt Disney erst wegen WALL•E zurückkehrte und nicht schon aufgrund des Kinostarts von Der König der Löwen. Und auch Roy E. Disney äußerte sich bislang recht unglücklich: "In all den Jahren hätte er mir ja wenigstens eine Grußkarte schicken können!", so Walt Disneys Neffe.
Bei einem demnächst anstehenden Segeltörn möchten die beiden jedoch diesen Zwist klären.

2 Kommentare:

Lisa hat gesagt…

Wall-E hat's aber auch verdient, dass Walt dafür zurückkommt ;) Da kann so ein kleiner Löwe eben nicht mithalten. Was sagt Herr Disney denn überhaupt zu der Riesenmaschine die sein Konzern inzwischen geworden ist?

Sir Donnerbold hat gesagt…

Gute Frage. Auf jeden Fall wird er wohl von den enormen Ausmaßen, die seine Firma annahm, überrascht sein.

Die weiteren Reaktionen kann man sicher nur erahnen. Es sei denn Disneys Kopf gibt demnächst ein offizielles Statement ab. ;-)

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