Sonntag, 28. Dezember 2008

Meine Hits des Jahres 2008


Ebenso wie letztes Jahr möchte ich euch auch dieses Jahr meine persönlichen Lieder des Jahres vorstellen.

Wie ich euch bereits letztes Jahr erklärte, kommen in dieser Liste nicht nur die Lieder vor, die ich wirklich gut fand, sondern hie und da auf den niedrigeren Plätzen auch von mir gehasste Lieder, die sich allein durch die Assoziationen die ich mit ihnen habe eine Platzierung sichern konnten. Beschwert euch nicht darüber, es ist meine Hitliste, ich mache die Regeln. ;-)

Genau wie letztes Jahr habe ich Lieder, die für Filme geschrieben wurden von der Teilnahme ausgeschlossen, da es hier sonst extrem eintönig werden würde.
In Frage kommen alle dieses Jahr veröffentlichten Songs und dieses Jahr popularisierte Lieder - also Titel aus früheren Jahren, die 2008 erst extremen Erfolg verbuchten.

Damit sind die Formalitäten geklärt und der Chartliste steht nichts mehr im Weg. Also gibt's jetzt, ohne weitere Umschweife, meine Song-Hitliste des Jahres 2008:

Platz 25: Won't Go Home Without You - Maroon 5

"Maroon 5" ist eine der wenigen Bands der ich eine gewisse Treue gegenüber halte, nur wenige Künstler schaffen es mich zwei Alben hintereinander vollauf zufrieden zu stellen. Ihr aktuelles Album It Won't Been Soon Before Long schaffte es bereits in die letzte Jahresbestenliste und dieser angenehme Ohrwurm bringt es auch in die Bestenliste 2008. Die leicht an Stings frühere Jahre bei "The Police" erinnernde Single schaffte es in den deutschen Charts dieses Jahr zwar nur bis Platz 11, aber was sagen die deutschen Singlecharts schon aus? Gerade bei Maroon 5 deren größter Hit in Deutschland das zugegebenermaßen ohrwurmig-spaßige, dennoch nur eher passable This Love war, sagt die Chartperformance gar nichts aus.

Platz 24: Heavy Metal Pirates - Alestorm

Hakenhände hoch, wer hat unsere metalköpfigen Schottenpiraten in diesem Blog bereits vermisst? Lange ist es her, dass ich die inoffizielle Haus(boot)band meines Blogs das letztes Mal über den grünen Klee gelobt habe. Doch hier sind sie jetzt, und diese Nennung wird, das kann ich bereist versichern, nicht die letzte in dieser Hitliste sein. Heavy Metal Pirates ist in der 2008er Neuaufnahme zwar noch lange nicht ein Paradestück der noch recht jungen Band, doch er hat seinen raubeinigen Charme. Es ist ungeschliffener Piraten-Fun-Metal wie man ihn so schnell nicht nochmal findet.

Platz 23: Lasse red'n - Die Ärzte

Originelles Video, heiter-urige Melodie und herrlich witzige Texte mit hohem Wahrheitsgehalt:
"Die meisten Leute haben ihre Bildung aus der BILD, und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht, aus Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht!"
Auffällig, dass die Radiostation Antenne Bayern (an der der Axel-Springer-Verlag beteiligt ist) gerade die beste Stelle des Liedes hin und wieder rausschnitt, wie bei BILD Blog nachzulesen ist (mitsamt Stellungnahme der beteiligten Parteien).
Meinungsfreiheit - sie besteht, solange du niemand einflussreiches zu Recht beleidigst.

Platz 22: For All Lovers - Stanfour

Der Name "Stanfour" klingt böse nach einer Castingband, in Wahrheit versteckt sich hinter diesem Namen aber eine von amerikanischem Pop geprägte Rockband aus Schleswig-Holstein.
For All Lovers ist vielen vielleicht aus dem TV-Trailer für Kai Pflaumes Schnulzenshow Nur die Liebe zählt bekannt, der nicht unerheblich daran beteiligt war, dass die 2007er Single dieses Jahr in die Charts kam und so auch zu größerer Verwendung im Radio fand, wo ich wiederum dieses Lied kennenlernte. Die dunkle rockig-sehnsüchtige und zugleich schmissig poppige Stimmung des Songs hat es mir einfach angetan, auch wenn ich es ziemlich oft hören musste, bis es mir im Radio wirklich auffiel.

Platz 21: Devil Hides Behind Her Smile - Lordi

Lordis aktuelles Album Deadache ist für Freunde der finnischen Monsterrocker zweifelsohne ein Pflichtkauf und wirklich gelungen. Dennoch konnte es sich sich dieses Jahr nicht in meiner Playlist so richtig festkrallen und rotierte vergleichsweise wenig in meinem CD-Spieler oder im Laufwerk meines PCs.
Der musikalisch einige Anleihen an das Phantom der Oper nehmende Track Devil Hides Behind Her Smile schaffte es trotzdem in die Auswahl meiner persönlichen Lieblingslieder des Jahres. Die Symbiose aus flottem Metal und der weltberühmten Phantom-Melodie ist wirklich gelungen und lässt diesen Song auf besondere Weise aus dem restlichen Album herausstechen.

Platz 20: Death Before The Mast - Alestorm

Death Before The Mast ist bereits um einige Klassen stärker als Heavy Metal Pirates, aber ebenso wie dieser Song stilistisch nicht wirklich repräsentativ für Alestorm. Im ursprünglichsten Sinne des Subgenres Trash-Metals wird hier das Schlagzeug überbeansprucht und abrupte Tempowechsel sowie abgehackter Gesang der mit kratzigster Piratenstimme vorgetragen werden geben dem Song ein sehr rauhes und modernes Feeling. Kurze Einsätze des Keyboards wecken Erinnerungen an klischeehafte Seefahrer-Abenteuerfilme, die längeren instrumentalen Stellen paaren spielfreudigen, schnellen, aber nicht zu harten Metal mit ein wenig 16-Bit-Videospielzeitalter-Nostalgie (das Keyboard ist nicht das teuerste, müsst ihr wissen). Alles zusammen ergibt eine spaßige und gewollt chaotische Mischung, die zum Titel passend aggressiver ist als die restliche Ansammlung an Liedern, die Alestorm so aus den Seesäcken lässt.

Platz 17: Given Up - Linkin Park

Genau wie Maroon 5 taucht auch Linkin Park in der Hitliste meiner Songs des Jahres 2008 mit einer Single auf, die bereits letztes Jahr auf dem aktuellen Album der Band zu hören war. Minutes To Midnight präsentierte eine gereifte Truppe, die Nu Metal/Alternative Metal Band trägt nun Anzüge und zügelt sich (zumindest über das gesamte Album betrachtet) mehr. Die Lieder sind etwas sanfter, die Texte durchdachter. Mit dem Vorzeigestück What I've Done erklomm so die Vorjahresspitze meiner Lieder-Hitliste. Doch nicht alles von Linkin Park ging neue Wege: Given Up ist ein schneller, harter und treibender Track im Stile von One Step Closer und bringt das Testosteron zum kochen. Da verzeihe ich der Band auch das einlullende Shadow of the Day, welches letztes Jahr im Dezember als Single veröffentlicht wurde und einen überall heimsuchte, sogar bis ins Frühjahr hinein, wo Given Up als Single in den Handel kam.

Platz 18: If I Never See Your Face Again - Maroon 5 feat. Rihanna

Zwar lief das Musikvideo auf den Musiksendern rauf und runter (wenn sie denn Mal Musik spielten), als Single veröffentlicht wurde der Song in Deutschland allerdings nicht. Wer ihn sich in Deutschland anhören wollte musste schon im richtigen Moment den Fernseher einschalten, auf Youtube zurückgreifen oder die Re-Releases von Rihannas Album "Good Girl Gone Bad" oder von Maroon 5s "It Won't Be Soon Before Long" kaufen.
Kurios, schließlich wurde die Version mit Rihanna extra eingespielt, um sie als vierte Single-Auskopplung des Maroon 5-Albums zu veröffentlichen (was in vielen anderen Ländern auch so geschah).
Entgegen meiner anfänglichen Befürchtungen ist diese Kooperation keine hastig dahingezwurbelte und mit Geld erkaufte PR-Aktion, mit der man Maroon 5 beim hippen Rihanna-Publikum bekannt machen wollte, sondern eine Wunschaktion der beteiligten Künstler. Und das hört man dem Song auch an. Rihannas Stimme passt klasse in den Song und im nachhinein wundert man sich glatt, weshalb er nicht bereits in der ursprünglichen Albumfassung als Duett zu hören war - so funktioniert er nämlich gleich nochmal um einiges besser. Auch das Musikvideo finde ich klasse, mir hat es irgendwie die Farbästhetik angetan, wie verschiedene Aufeinandertreffen zwischen Rihanna und dem Sänger Adam Livine zusammengeschnitten werden, die allesamt in unterschiedlich gefärbten Räumen stattfinden. Die Kleidung der Sänger wurde auf den Raum abgestimmt und das ganze ist einfach richtig cool, ohne den üblichen Videoclipdefinitionen dieses Wortes zu folgen.
Mein Fazit zu diesem Song: Moderner Funk-Rock mit lässiger Einstellung, ein Muss in dieser Hitliste!

Platz 17: Alles neu - Peter Fox

Alles neu ist eine der wohl originellsten, stilistisch außergewöhnlichsten Hitsingles des Jahres: Peter Fox ist einer der Frontmänner von der deutschen Reggae-Truppe "Seeed", die 2006 mit Ding! den Bundesvision Song Contest gewann und präsentierte dieses Jahr sein Soloalbum Stadtaffe. Die perfekt gewählte erste Single aus diesem Album, Alles neu, ist ein faszinierender Stilmix den ich, sicherlich nicht ohne Widerworte, als westeuropäische World Music bezeichnen würde. Sie verbreitet ein exotisches Flair, verleugnet keineswegs Fox' Seeed-Wurzeln, verwendet aber durchgehend einen Streicher-Underliner der vom Babelsberger Filmorchester eingespielt wurde. Eingängig, einfallsreich und mit so manchen stimmigen Textstellen. Egal ob Party, Autofahrt oder zum Ablenken von der Schreibarbeit, die Nummer kommt immer gut an. Leider nutzt sie sich nach mehrmaligem Hören dann doch wieder ab und benötigt etwas Ruhezeit.

Platz 16: Girls Go Chopping - Lordi

Dieser Wortwitz... dieser Wortwitz... Girls Go Chopping... Klingt wie ein augenzwinkernder B-Horror-Filmtitel, der noch das beste am gesamten Streifen ist. Doch Lordi hat es tatsächlich vollbracht ein ganzes, vierminütiges Lied um diese Wortspielerei herumzubasteln. Nicht nur das, es eröffnet (nach dem obligatorischen Intro-Track) als erstes Lied das neue Album der Band. Ein bisschen zu gut, um ehrlich zu sein, denn hier wird mit einem Werwolfzahn reingepfeffert, dass manche der etwas düsteren, schwerfälligeren Lieder auf dem Album Deadache hiernach schon richtig energiearm wirken. Als spaßigste Nummer des Albums ist es mein Favorit, es ist sozusagen das neue Hard Rock Halleluja, ohne dieses auch nur im Ansatz zu kopieren. Das erfreut natürlich, weil sich selbst kopierende Bands nicht unbedingt das Gelbe vom Monsterei sind, doch mir fehlt die Eingängigkeit des Eurovision Song Contest-Siegertitels trotzdem ein wenig.

Platz 15: Nancy the Tavern Wench - Alestorm

Wir hatten jetzt eine Band, die sich nach Esskastanien benennt, einen deutschen reggae-Künstler dessen Name einem Entenhausen-Comic entsprungen sein könnte und Monster aus Finnland. Zeit, dass wir die Piraten aus Schottland zurück auf den Schirm bringen. Und mit Nancy the Tavern Wench erreichen wir auch langsam typischeres Alestorm-Gebiet. Eine herrlich simple und piratige Melodie, die von modernen Instrumenten gespielt wird - das ist "True Scottish Pirate Metal", auch wenn tempobedingt die typische Metallerhärte auf dem Schiff gelassen wird, während sich die Band schunkelnd auf Land begibt. Nancy the Tavern Wench ist nämlich das Sauflied von Alestorms Debütalbum Captain Morgan's Revenge. Der Text ist sehr eingängig und leicht mitzugröhlen und mit einem Krug Ale oder einer Flasche Rum (oder beidem) in Griffbereitschaft und erfahrenen Seebären unter'm Arm, die willig mitschunkeln macht dieser Song am meisten Spaß. Wer will kann die alten Seebären auch durch die hübscheste Dirne des Hafens und/oder eine aufgeweckte Piratenbraut ersetzen. Das kann den Landgang ebenfalls auflockern.

Platz 14: My Man Is A Mean Man- Stefanie Heinzmann

Stefan Raab weiß einfach, wenn ihm ein musikalisches Talent gegenübersteht. Und obwohl er für sich selbst vornehmlich Spaßsongs schreibt, nimmt er Musik sehr ernst. Von seiner Affinität für den großen Showeffekt (man denke nur an seine herrlich übertriebenen Showeinläufe zu Beginn seiner zahllosen Sport-Eventsendungen) ist dabei auch nichts mehr zu spüren: Im Gegensatz zu Dieter Bohlen achtet er nicht auf das Aussehen von Musikern. Im Gegensatz zu "D!" ist es ihm egal, ob jemand tanzen kann oder nicht. Und sogar die Massentauglichkeit scheint ihm egal zu sein. Er weiß, dass selbst musikalische Randgebiete durch einen Auftritt in seiner Sendung an Publikum dazugewinnen.
All das zusammen ist auch der Grund, weshalb Raabs gelegentliche Ausflüge ins Castinggebiet das sonst so trashige und proletenhafte Konzept solcher Sendungen abschütteln und von allen Seiten gelobt werden. Vier Jahre nachdem im Rahmen von SSDSGPS Max Mutzke entdeckt wurde veranstaltete Raab dieses Jahr "SSDSDSSWEMUGABRTLAD" und suchte ein musikalisches Talent. Statt wie bei SSDSGPS winkte keine Chance mit Raab zum Eurovision Song Contest zu fahren, sondern einfach "nur" ein Plattenvertrag, jede Menge Publicity, ein breites musikinteressiertes Publikum, wo man es sonst wohl nirgendwo findet und die Erlaubnis, trotz seiner Wurzeln bei ProSieben auch bei RTL aufzutreten.
Die Gewinnerin des Wettbewerbs wurde die Schweizerin Stefanie Heinzmann, deren erste Single von einem schwedischen Produzententeam auf den Leib geschrieben wurde. Die extrem lässige und atmosphärische Soul-Nummer wurde ein Charterfolg und Heinzmann ein bodenständiger Musikstar, der auch dem amerikanischen Promi-Klatschblogger Perez Hilton auffiel. Das Konzept von Raab ging auf: Solche Musik würde in Deutschland nur schwerlich die Charts erobern (es sei denn sie stammt von drogensüchtigen Turmfrisuren). Heinzmanns weitere Songs treffen nicht wirklich mein Musikzentrum, doch dieses Lied ist, trotz diskussionswürdigem Frauenbild in den Lyrics, wirklich klasse und geht so schnell nicht aus dem Kopf.

Platz 13: I Kissed a Girl - Katy Perry

Früher wäre Katy Perry wohl die perfekte Kandidatin für ein "One Hit Wonder" gewesen: Mit dem richtigen Lied platzte sie zur richtigen Zeit heraus und eroberte die Chartspitze. Das froh gelaunte, stylisch abgemischte und flotte Lied lief plötzlich einfach überall und (mehr durch Nachrichtenmangel künstlich herbeigeorderte, denn ehrlich erboste) Kontroversen in den Medien über das Lied nährten den Erfolg, machten weitere Leute auf I Kissed a Girl aufmerksam. Noch in den 90ern wäre es, so vermute ich, ihr letzter Hit in den Single-Top-Ten gewesen. Die stilistisch nicht unähnlichen weiteren Songs von ihr sind nicht mehr ganz so einvernehmend und dennoch dem Durchschnittskäufer zu nah am Erfolgshit. Die Fans von Perry dagegen hätten daraufhin halt direkt das ganze Album gekauft.
Doch dank sinkender Verkaufszahlen erreicht man mittlerweile viel schneller die Top Ten, und so schaffen Künstler mit konstantem Schaffen auch schneller Mal kurz nach dem letzten Hit nochmal den Sprung in die Top Ten.
Vielleicht ist meine Theorie aber auch völlig überzogen. Dies ändert aber nichts daran, dass der stimmungsvolle Nummer-Eins-Hit I Kissed a Girl perfekt den Feierabendstau zu verkürzen weiß und somit auf Platz 13 meiner Jahreshitliste landet.

Platz 12: Secret Combination - Kalomira

Ich gebe es ja zu: Beim ersten Anhören eher schlecht. Zu uninspiriert und hastig abgekupfert fand ich Griechenlands diesjährigen Beitrag beim Eurovision Song Contest. Doch beim Halbfinale und mehr noch bei der großen Finalsendung hat mich die Secret Combination der kleinen Sängerin Kalomira doch noch um den musikalischen Finger wickeln können. Allerdings war die Abmischung beim Liveauftritt auch viel peppiger als im Musikvideo, das meiner ersten Bewertung zu Grunde lag. Soviel zu meiner Verteidigung.
So oder so, rückblickend ist Secret Combination mein Favorit unter den Song-Contest-Beiträgen 2008; Ein wenig Nelly Furtado (die "neue" Furtado vom Album Loose, nicht die Furtado von früher), ein wenig Timbaland und eine dicke Prise Südeuropa-Feeling. Typischer Eurovision-Ethno-Pop, nur halt im topaktuellen Party- und Discogewand Timbalands und mit spaßig-leichtfüßiger Melodie. Hätte wahrlich das Zeug zu dem Sommerhit des Jahres gehabt, nur verbrachten zu viele Westeuropäer die Zeit nach dem Song Contest mit schmollen und rumnörgeln, als dass es wirklich hätte klappen können mit dem kommerziellen Erfolg.

Platz 11: The Huntmasters - Alestorm

Ihr habt doch nicht etwa gedacht, das war es schon von Alestorm? Nein, nein, wir haben doch jetzt erst ihre Spezialität entdeckt. The Huntmasters ist rasanter, gitarrenlastiger und piratenstarker Metal zum mitgröhlen und Köpfe-durch-die-Gegend-schütteln. In den Versen flott, im Refrain mit einer simplen Melodie ausgestattet und dank ausführlicher und stimmiger Instrumentalparts fast fünf Minuten lang erstreckt sich dieses Kampflied mit so zentralen Aussagen wie "With the power of Ale, he could not fail" versehen kann man nicht anders als sich eine zünftige Seeschlacht herbeiwünschen.

Platz 10: 4 Minutes - Madonna feat. Justin Timberlake & Timbaland

Es ist ein leichtes, sich über diesen Song lustig zu machen. Es fängt allein damit an, dass er keine vier Minuten dauert. Gut, der Film 9½ Wochen läuft auch bloß 112 Minuten, doch darum geht es hier nicht. Von 4 Minutes gibt es 26 (!) offizielle Versionen, und die rangieren von 3:12 Minuten Laufzeit bis zu 11:22 Minuten (!!), und keine einzige Version des Songs dauert vier Minuten! Nicht einmal die bekannteste Version, also die Albumfassung (die auch im Musikvideo zu hören ist), und dabei ist sie mit 4 Minunten und 4 Sekunden verflucht nah dran.
Dann wäre da das erschreckend sinnlose Musikvideo mit einer überdimensionalen Digitaluhr (bei der ich gar nicht erst versuche zu überprüfen, ob sie das gesamte Video über richtig läuft), den durch verschiedene Szenerien tanzenden Timberlake und Madonna und... semitransparenten alles auflösenden Dreiecken... Äh, was?
Nicht zu vergessen die wohl intelligenteste Textstelle, die man dieses Jahr in einem Popsong hören durfte:
(Madonna:) Tick tack tick tack tick tack
(Justin Timberlake:) That's right!

Wenn Timberlake vor Madonnas Stelle wenigstens gefragt hätte "Wie macht die Uhr?", dann würde das alles zwar noch immer saudumm sein, aber wenigstens irgendwelchen Sinn ergeben, so hingegen ist es eigentlich einfach nur lachhaft.
Trotzdem mag ich dieses Lied. Es macht einfach Laune, geht in die Beine und die hübsch elektronische Marching Band im Hintergrund der Musik ist irgendwie witzig. 4 Minutes hebt die Laune und ist ein gutes Beispiel dafür, dass der Pop weder tot, noch völlig in die Hände von Kaugummi-Kinderquark und dummen Castinggejaule gefallen ist.

Platz 9: Zusammen verschwinden - Karpatenhund

Ein wirklich tolles Lied, das leider vollkommen unbekannt ist. In den deutschen Singlecharts erreichte es lediglich den 97. Platz und nach kurzer Rotation verschwand das Video auch wieder aus dem MTV-Programm. Dabei möchte man denken, dass der Sender ein Lied von einer seiner Moderatorinnen stärker in den Vordergrund drängt.
Am ehesten könnten manche dieses Lied aus "TV Total" kennen, wo Karpatenhund auftreten durften. Zusammen verschwinden ist eine schöne Nummer, die Fernweh weckt und einen einfach in seinen Bann zieht. Tolle Texte, tolle Musik. Und sowas kommt von einer besonders nervigen Moderatorin auf dem eh fast niemals akzeptablen Sender MTV...

Platz 8: Wenches & Mead - Alestorm

Nach Nancy the Tavern Wench ein weiteres Trinklied von Alestorm, doch dieses ist viel vitaler, schneller und weckt noch mehr Lust auf ein Piratenleben auf hoher See. Der Wunsch nach Met und Miezen könnte zwar auch aus dem Mittelalter oder von Feuerschwanz stammen, doch bei Alestorm klingt das ganze wieder unverkennbar piratig und rockig. Und für das nächste Album wünsch ich mir von Alestorm dann ein Loblied auf richtig guten Rum. Punkt!

Platz 7: Terror On The High Seas - Alestorm

Terror On The High Seas vereint den flotten Trash-Metal von Death Before The Mast mit dem konsequenter eingehaltenen Piratenthema von Wenches & Mead oder The Huntmasters. Rasant, aggressiv und piratig-launenhaft verspielt ist dies der ideale Soundtrack für einen Raubüberfall auf hoher See oder Raufereien an Deck.

Platz 6: All Summer Long - Kid Rock

Dass Kid Rocks großer Sommerhit Sweet Home Alabahma zitiert sollte jeder wissen, der es sich schonmal angehört hat, doch nicht allen ist bekannt, dass Kid Rock einen zweiten Song hineinmischte: Werewolves of London von Warren Zevon.
All Summer Long ist ein wirklich spaßiges und ehrliches Cover (oder eher Mash-Up), das ganz ehrlich damit umgeht, dass es sich an alten Melodien bedient und schöne Erinnerungen an frühere Zeiten oder auch Urlaubsgelüste zu wecken vermag und richtig coll und lässig ist.
Egal ob mit offenem Dach/Verdeck bei durchgedrücktem Gas im Auto, Cocktails schlürfend im Liegestuhl oder bei Regem aus dem Fenster starrend und auf besseres Wetter wartend: All Summer Long ist locker, hat Stil und ist voller Lebensfreude. Wie lange dauert der usselige Winter eigentlich noch?

Platz 5: Bettina, zieh dir bitte etwas an - Fettes Brot mit Modeselektor

Ohrwurm, Partykracher und fröhlich gelaunt vorgetragene Medienkritik: Bettina, zieh dir bitte etwas an verjagt zwar allein aufgrund des Titels (beziehungsweise Refrain) Moralapostel und Kulturwächter allerorten, doch das hindert mich nicht daran den Song von Fettes Brot eine so hohe Position in meiner Jahresbestenliste zu geben.
Stilistisch kaum noch einzuordnen heben sich die Nordlichter wieder einmal meilenweit vom sonst nahezu ausnahmelos prolligem und rüpelhaften deutschen Hip Hop ab. Wenn man dieses Lied trotz Sprechgesang überhaupt noch so einordnen will, schließlich hat es vornehmlich elektronische Züge. Wo auch immer Bettina musikalisch hingehört, das Lied ist klasse.

Platz 4: Set Sail And Conquer - Alestorm

Weiterhin sehr schnell und energisch mit starken Metal-Einflüssen präsentiert sich Alestorm, doch von allen bisher in dieser Hitliste genannten Songs ist dies der mit der stärksten Filmmusikprägung. Statt die Piratenthematik nur in typische Seefahrermelodien zu packen, erinnert dieser Song an manchen Stellen auch an den Stil, den man von einem Abenteuerfilm zu See erwarten würde, nur halt mit anderen Instrumenten gespielt.

Platz 3: Captain Morgan's Revenge - Alestorm

Der Titelsong des Alestorm Albums Captain Morgan's Revenge läuft epische 6:42 Minuten und ist allein schon vom Aufbau her ein kleines Metal-Meisterwerk. Mit seiner knarzigen Piratenstimme erzählt der Sänger die Geschichte von ihm und Crew, die gegen Captain Morgan meuterte und deshalb mit einem grausamen Fluch belegt wurde und sich bereits in der Hölle wägt.
Von allen Alestorm-Songs ist dies der mit den größten filmischen Qualitäten. Die instrumentalen Stellen sind großartig arrangiert und inspirieren das Kino im Kopf zu mit allen Meerwassern gewaschenen Hollywood-Materialschlachten, der zum abfeiern und mitsingen einladende Refrain gewinnt durch die mystisch dahingekrächzten Strophen an Schwere. Hier packen die Mannen aus Schottland einen gesamten Piratenabenteuerzyklus in einen einzelnen Song und unterlegen ihn mit elektrifizierten Gitarrenklängen. Einfach großartig. Und keineswegs (massen-)radiotauglich.

Platz 2: Apologize - Timbaland presents OneRepublic

Okay, hier werden sicher wieder einige aufspringen, und sagen, dass dieses Lied doch schon älter ist. Doch den Löwenanteil seines Chartaufenthalts erledigte Apologize dieses Jahr, weshalb er auch in den offiziellen Jahrescharts 2008 eine sehr gute Platzierung machte.
Außerdem ist das noch immer meine Hitliste, und wenn ich das Lied erst dieses Jahr so richtig für mich entdeckt habe, dann darf es auch hier Einzug halten. Die Chartqualifikation ist ja auch noch vorhanden. Aber genug davon, lasst uns zum eigentlichen Song kommen:
Zum einen habe ich aktiv die Timbaland-Remix-Version von Apologize gewählt, und nicht das Original, weil die typische Timbaland-Klangatmosphäre großartig zur Stimmung des Gesangs und Textes passt und somit, in meinen Ohren, die Wirkung unterstreicht.
Dann wäre da noch der Radio-Faktor: Apologize lief ja wirklich zu jeder Tages- und Nachtzeit und ging mir dabei kein bisschen auf die Nerven. Das Lied nutzte sich für mich überhaupt nicht ab. Und multifunktional ist das Lied auch: Es kann die Stimmung genauso heben, wie es einem attestieren kann sich in seinem Kummer zu ersaufen (sehr hilfreich, wenn der ganze Rum beim letzten Plünderzug durch das Alestorm-Album draufging *(he)rumscherz*).
Dieses Lied konnte einfach immer laufen, und lange Zeit tat es das auch, sei es von mir gewollt oder zufällig. Und genau deshalb ist es für mich auch ein 2008er Lied. Ein hervorragendes.

Platz 1: Over The Seas - Alestorm


Over The Seas ist nicht ganz so episch wie Captain Morgan's Revenge, dafür energiereicher. Es ist musikalisch nicht ganz so komplex, dafür aber noch einvernehmender. Filmreif sind beide Songs, beide erzählen eine Piratengeschichte, und beide erinnern in den instrumentalen Parts an richtig gute Soundtracks. Nur halt mit mehr E-Gitarren und Bass als üblicherweise.
Eigentlich stimmt an Over The Seas und Captain Morgan's Revenge alles, doch Over The Seas habe ich ein klein wenig mehr lieb gewonnen. Eine piratenstarke Hymne, sehr rockig, ein wenig Old Scool und weniger Hau-druff-Metal wie etwas niedriger platzierte Alestorm-Titel. Vielleicht auch deshalb der Sieg in meiner Jahresbestenliste. Oder es liegt am spaßigen Akkordeon-Sound-Einsatz, der fanastischen Piratengesangsstimme, dem ohrwurmverdächtigen Refrain, oder, oder, oder...

Das waren also meine Lieder des Jahres 2008. Ein klein wenig einseitig vielleicht, aber ddaran erkennt ihr wenigstens, dass ich die Liste nicht glattgebügelt habe. So sah mein Musikjahr 2008 aus... Naja fast. Denn Filmmusik spielte dieses Jahr wieder einmal eine größere Rolle als die aktuelle Musikwelt.
Im Gegensatz zu letztem Jahr möchte ich euch deshalb in ein paar Tagen meine Filmsongs des Jahres vorstellen.

Bis dahin könnt ihr euch ja noch etwas über diese Hitliste wundern. Piraten-Metal, Pop von Pfarrerstöchtern, Timbaland und Nu Metal in ein und der selben Liste?

Ja. So bin ich nunmal.

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