Mittwoch, 10. Dezember 2008

Zeit für Änderungen! Desperate Housewives 4x16 & 4x17: "Namen" und "Befreiung"

Achtung! Im Gegensatz zu den anderen Desperate Housewive-Rezensionen in diesem Blog enthält diese Spoiler für die besprochenen Folgen!

Und wieder ist eine Staffel der Desperate Housewives zu Ende. In den letzten beiden Episoden fanden die meisten Geschichten dieser Staffel ein Ende, und wie ihr in den vorherigen Besprechungen dieser Staffel bemerkt habt bekamen auch ältere Geschichten endlich einen Abschluss.

In "Namen" bekamen wir eine der bislang originellsten Eröffnungen von Mary Alice zu hören, auch wenn man darüber streiten kann wie aussagekräftig sie über den gesamten Lauf der Serie sein mag. Dennoch war es hübsch zu sehen (bzw. zu hören), wie Mary Alice ihre Freundinnen anhand ihrer Namen definiert. Und somit leitet sie zum Comic-Relief der Folge über: Susan und die Suche nach einem Namen für ihr Baby.

Statt Slapstick darf Teri Hatcher wieder Situationskomik und schnelle Dialoge bieten und das liegt ihr tatsächlich besser. Die Ablehnung für den deutschen Namen "Maynard" und ihre Versuche das gemeinsame Kind mit Mike wieder "Connor" zu nennen war sehr unterhaltsam und kurzweilig (seit wann ist der Name eigentlich deutsch?).

Humoriger Höhepunkt der Episode war das Treffen zwischen Katherine und Bree am Schießstand. Ja, schießwütig und blutdürstig, so sind die strengen Christen im Desperate Housewive-Universum. Man sollte Bree mal mit Ned Flanders verkuppeln, das wäre interessant.Es wäre allerdings schade um Orson, für den sie sich wieder erwärmen kann, nachdem er sich gegen den Priester wehrte, der Bree als Hure bezeichnen wollte. Wie kann sie auch nur seine Annäherungsversuche ablehnen?!

Lynette durfte den dramatischsten Part der Episode übernehmen. Die Kayla-Story fand ihr Ende, und obwohl ich weiterhin eine Erklärung vermisse weshalb sie so plötzlich mit dem Terror gegen ihre Familie aufdrehte, so verzeihe ich den Autoren. Immerhin durfte Tom wieder aus Lynettes Schatten treten und die Geschichte zum Abschluss bringen.

In "Namen" konnte mich das Geheimnis um Dylan immer noch nicht packen. Sie stellt sich einfach zu dumm an. Dafür kommt durch ihren "Vater" Wayne Spannung auf - mich mag nicht interessieren was mit Dylan passiert ist, aber wie Wayne auf die ganze Geheimniskrämerei reagiert ist schon sehenswert. Das Ende von "Namen" schrie zwar etwas zu stark nach der dämlichen Saw-Reihe, aber das nur unfreiwillig. Eine gezielte Parallele wäre viel schlimmer gewesen.

Das Finale läuft daraufhin ziemlich (und von mir unerwartet) gradlinig ab: Wayne und Katherine bilden (wer hätte anderes vermutet?) den roten Faden. Und tatsächlich kommt noch Spannung auf. Leider weiß das Finale den längst eingeschlagenen weg nicht abzuwenden, und so fesselt nur die gelungene Inszenierung der Konfrontation zwischen den beiden einstigen Ehepartnern, nicht aber die Auflösung des großen Geheimnis um Dylan. Die zieht diesen Abschluss der Geschichte rund um Katherine sogar ein wenig ins lächerliche. Die Todesursache ist für Desperate Housewives-Verhältnisse unglaublich platt (ein umgestürzter Wandschrank? Was ist das, ein von der Elternverinigung bezahlter Werbespot für sicher eingerichtete Kinderzimmer und gegen das Weglegen von Puppen auf hohen Gegenständen?), zumal man so lange solch ein Geheimnis daraus machte. Die Krönung folgt kurz darauf:
"In einem rumänischen Waisenhaus fand ich ein Mädchen das genauso aussah wie Dylan." Jaja... und deshalb nahm sie es bei sich auf, obwohl sie genau wusste, dass Rambaldis Prophezeiung seine Anhänger davor warnte den europäischen Zwilling in die neue Welt zu verfrachten... Ach, quatsch, falsche Serie...

Trotz der albernen und eher unspektakulären Auflösung des Geheminisses sind dessen Nachwirkungen wirklich gelungen: Um Katherine vom Mord an Wayne freizusprechen, verbünden sich die vier Protagonistinnen und sprechen für sie gegenüber der Polizei aus. Endlich ist Katherine Teil der Gruppe und die vier Housewives zeigen wieder, warum gerade sie die vier "Leading Ladys" sind.

Der Rest des Finales war solide, wenn auch etwas glatt, schließlich galt es einen besonderen twist vorzubereiten und dafür einige Geschichten abzuschließen. Toms und Lynettes Ehekrise findet ihr Ende in einem sehr ungewöhnlichem Liebesgeständnis, Elli (Gabys und Carlos' Untermieterin) hinterlässt in ihrem Teddy einen Haufen Geld und wird von Wayne erschossen (die simpelste Lösung, die den Autoren in den Sinn kommen konnte), Bree und Orson versöhnen sich zwar, kommen aber wegen Brees Vorraussetzung, er solle sich stellen nicht wieder zusammen (zumidnest vor Episodenschluss) und Susan muss ihre Tochter ins College ziehen lassen. Rausschreiben einfach gemacht?

Man möchte meinen ja. Denn in den letzten Minuten macht die Serie einen holprigen, aber vielversprechenden Zeitsprung von fünf Jahren. Wird Susans Tochter dort noch eine Rolle spielen? Ich weiß es nicht...

Jedenfalls bereitete man diese Woche den Weg für eine ganz andere Staffel vor. Fünf Jahre nach der heutigen Episode soll sie spielen, und somit gibt es Stoff für gänzlich neue "Geheimnisse" in der Serie. Wie kamen die Figuren an den Punkt, den man uns heute ganz knapp vorstellte?

Diese Entscheidung ist originell und mutig. Somit hebt sich das Finale auch letzten Endes von normalen Folgen ab. Ansonsten wäre es nämlich einfach nur ein verflixt schwacher Abschluss einer sehr guten Staffel.

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