Freitag, 30. Mai 2008

Robert Rodriguez hat NOCH ein Projekt in der Hinterhand

Der Mann ist ein Workaholic: Es genügt nicht nur, dass er bei seinen Projekten stets versucht so viel wie möglich selbst zu machen (er ist Regisseur, Autor, Produzent, Special Effects Supervisor, Kameramann, Cutter und manchmal auch Komponist sowie selber für einige der Bonusmaterialien auf seinen DVDs zuständig), nein, er hat auch stets mehrere Projekte auf einmal im Feuer.

Derzeit arbeitet er an einem Barbarella-Film (basierend auf einer französischen Comicfigur), einer Machete-Trilogie, den Sin City-Fortsetzungen, einer TV-Serie und, wie /Film heute meldet, auch an einer Familienkomödie namens Shorts.
Diese handelt von einem 11-jährigen Jungen, der von einem regenbogenfarbenen Stein getroffen, der jedem, der ihn hält, seine Wünsche erfüllt. Und schon regiert das Chaos in der langweiligen Vorstadt...
Darsteller sind Jon Cryer, William H. Macy, Leslie Mann und James Spader. Und irgendwie bin ich mir sicher, dass noch irgendwelche Rodriguez-Veteranen einen Cameo bekommen werden.

Trailer-Update: Kevin Smith lässt Pornos drehen und die Coens befehlen "Burn After Reading!"

Teaser zu Zack and Miri Make a Porno: Kevin Smith, der geniale und in Deutschland nicht genug gewürdigte Regisseur und Autor von solchen schrägen Independent-Komödien wie Clerks und Mallrats sowie dem herrlich abgedrehten Dogma, aber auch so ungewöhnlichen Romanzen wie Chasing Amy, lässt sein View Askewniverse - das Film-Universum in dem bisher fast alle seine Filme spielten - erstmal links liegen und lässt Seth Rogen (Beim ersten Mal) und Elizabeth Banks (Scrubs) als alte Freunde namens Zack and Miri einen Porno drehen.
Die Idee von Freunden, die einen Porno drehen kommt mir bekannt vor, aber es erscheint mir neu, dass hier zwei platonische Freunde unterschiedlichen Geschlechts auf die Idee kommen.

Im Grunde kann uns die Originalität der Story aber auch egal sein, schließlich geht es bei Smith eh mehr um die Charaktere und die Dialoge (Ausnahme: Dogma und Chasing Amy, hier spielt tatsächlich auch die Story eine Rolle).

Red-Band-Trailer zu Burn After Reading:



Ethan und Joel Coen kehren nach No Country for Old Men wieder ins Komödienfach zurück. Mit Brad Pitt, Tilda Swinton, George Clooney und John Malkovich als Darstellerriege erzählen sie die Geschichte zweier skurpelloser Fitness-Center-Angestellten, die per Zufall an ein CIA-Dokument geraten und es teuer verkaufen wollen.

Wie die Bahn meinen persönlichen Kinosommer nach hinten verschob (oder: Ausblick auf die kommenden Kinomonate)

Früher war es in Deutschland ja noch schön durcheinander im Kino. Da sich die Verleiher keine Sorgen um Raubkopien und Downloads machen mussten, konnten sie die Filme starten wie sie wollten. Diese Zeit ist aber, wie wir ja alle wissen, schon seit längerem vorbei, weshalb sich die deutsche Kinolandschaft stärker an der amerikanischen orientiert.
Das bedeutet wiederum eine klare und deutliche Trennung zwischen dem Kinosommer (vom Memorial Day Wochenende im Mai bis Ende August) und der "Wintersaison". In der einen regieren die lauten, schnellen, bunten, action- und effektgeladenen Blockbuster für die breite Masse, in der anderen die gediegeneren, intelligenteren Filme.

Bislang befand sich mein Kinojahr deutlich in eben jener Phase. Zwar blitzten hie und da schon ein paar Blockbuster auf, doch die Oscar-Gewinner waren bislang klar in der Überzahl.
Von nun an stehen im Kino aber hauptsächlich Blockbuster an - Steve Buscemis Interview sollte gestern den Abschluss meiner Non-Blockbuster-Saison gebührend beenden, bevor in den kommenden Wochen ein Kinoevent auf das andere folgt.

Leider läuft Interview aber nur in einem Kino, das eine lange Anfahrt beansprucht. Bei den momentanen Spritpreisen nur mit der Bahn machbar. Aber: Es fuhren keine Züge! Ja, am gestrigen Nachmittag fielen sämtliche Züge aus! Wegen Problemen im Stellwerk... (ja, klar)
Tja, man muss schon ganz versteckt von der Welt leben, dass so etwas passieren und einem den Kinobesuch verhindern kann.

Nun werde ich mir den Film nächste Woche ansehen müssen (falls der dann noch läuft, sowas weiß man bei diesen Filmen ja leider nie).
Und schon in der Woche darauf geht die Blockbuster-Saison richtig los, genauso wie der Open-Air-Kinosommer.
Uns erwarten unter anderem folgende Sommerfilme:
The Happening (12.6.)
Um Infos über M. Night Shyamalans neuen Film mache ich ja einen möglichst großen Bogen - schließlich ist bei Filmen dieses Regisseurs wirklich jede Information bereits eine zuviel. Ausnahme bildet natürlich die filmgewordene Schlaftablette Lady in the Water. Vor diesem Film kann man nicht oft genug warnen.
The Happening sieht in den Trailern jedenfalls so aus, als würde Shyamalan sein Tief überwunden haben - und auch die Phase, in der er Filme gemacht hat, die überhaupt nichts mit dem Horror- oder Thriller-Genre zu tun haben. Aber das kann ich bislang nur aus Trailern schließen, und die wissen ja bekanntlich zu täuschen.

Nie wieder Sex mit der Ex (12.6.)

Herzlich willkommen bei: "Uninspirierte deutsche Filmtitel, die dem Film jede Menge Zuschauer kosten werden - Teil XXXVIII"
Denn was hier nach einer lahmen RomCom mit eingestreuten, halbseidenen Pseudo-Zoten und miesen Darstellern klingt, ist in Wahrheit der neue Film von Judd Apatow, dessen letzter Film ebenfalls einen dämlichen Titel abbekam. Im Original heißt Nie wieder Sex mit der Ex übrigens Forgetting Sarah Marshall, was fiel spannender klingt. Übrigens: Veronica Mars aka Kristen Bell ist mit von der Partie.

Kung Fu Panda (3.7.)

DreamWorks' nächster Film verspricht tatsächlich jede Menge Spaß, und das auch noch frei von sinnlosen Referenzen auf Filme, die übermorgen eh keiner mehr kennt. Mit Jack Black (bzw. Hape Kerkeling) als Stimme des Pandas kann auch gar nicht soviel schief gehen.

Hancock (3.7.)

Um mir meinen Kinosommer weiter zu erschweren, legte Hollywood auch auf diesen Tag zwei sehr interessante Neustarts. Über Hancock, die respektlose und rotzfreche (aber angeblich auch sehr gefühlvolle) Actionkomödie mit Will Smith als versoffener, dreckiger und verhasster Superheld muss ich ja nicht mehr viel sagen, oder?

Grindhouse (3.7.)

Get Smart (10.7.)

Steve Carell + Anne Hathaway + Agentenkomödie = Absoluter Schrott oder Mega-Spaß? Wir werden sehen.

Der unglaubliche Hulk (10.7.)

Marvel war so unglücklich mit dem letzten Hulk-Film, dass man Eric "Alle dachten er wird ein Superstar" Bana mit Edward Norton ersetzte (gute Wahl), Ang Lee mit Louis Leterrier (The Transporter 1 + 2) und einen giftgrünen Hulk der wie eine PS2-Figur aussieht mit einem fraugrünen Hulk... der in den Trailern noch immer wie eine PS2-Figur aussieht. Ob diese Zutaten einen guten Film ergeben werden wir im Kinosommer erfahren. Den Kinobesuch werde ich mir hier jedoch wenn überhaupt, dann nur spontan geben. In diesem Fall kann ich auch gut auf die DVD warten.

Mamma Mia! (17.7.)

ABBA. Meryl Streep und Pierce Brosnan. Die Art von Film, für die manche mich sicher schief angucken werden, wenn ich freudig reinrenne. Tja... sie wissen nicht, was ihnen entgeht.

Superhero - Der Film (17.7.)

Leslie Nielson und Zucker parodieren Superhelden.

Die Chroniken von Narnia - Prinz Kaspian von Narnia (31.7.)

Die Trailer und Rezensionen versprechen einen Film, der die Zuschauer von Teil 1 spalten wird, und zwar in "Was habt ihr nur aus Narnia gemacht?" und "Ah, yeah, der Film ist sooo viel besser!" - ob die Odyssee der Pevennsie-Kinder den Trubel wert ist, werden wir dann ja sehen.

Die Mumie - Das Grabmal des Drachenkaisers (7.8.)

Für alle, denen Indy 4 zu viele Russen hatte gibt es nun einen neuen Mumien-Film, dieses Mal mit vielen Asiaten.

Und zum Abschluss:
Dark Knight, der nächste Nolan- bzw. Batman-Film. Das Startdatum wechselt ununterbrochen, deshalb erspare ich mir hier eine Angabe, die übermogen nicht mehr stimmt und in 2 Wochen wieder richtig ist...


Ihr seht - es steht ein toller Kinosommer an. Da mag ich der Bahn fast verzeihen, dass ich Interview wegen ihr erst später sehen kann. Aber auch nur fast.

Donnerstag, 29. Mai 2008

Kingdom Comics: Walt Disney Company gründet neues Label

Die Walt Disney Company befindet sich derzeit scheinbar im Gründungswahn.

Am 21. April dieses Jahres gründete man mit Disneynature bereits ein eigenes Studio für die Produktion und Distribution von aufwändigen Naturdokumentationen - Vorsitzender dieses neuen Zweiges ist Jean-Francois Camilleri, bislang Manager der französischen Walt Disney Studios Motion Pictures.

Mit mindestens einem Projekt pro Jahr soll dieses neue Label in die Fußstapfen der klassischen Disney-Dokus, den "True Live Adventures", wie Die Wüste lebt treten. Das Logo des neuen Studios ist jedoch "moderner" und zeigt einen Eisberg in Form des Dornröschen-Schlosses - die Welt der Arktis und Antarktis ist in den Naturfilmen der letzten Jahre einfach prominenter und das merkt man auch hier.
Hübsch bleibt das Logo aber dennoch.

Die Gründung von Disneynature ist nun kaum knapp einen Monat her, schon verkündet Disney die Formierung eines weiteren Labels: Am 28. Mai gab Disney bekannt einen neuen Geschäftszweig namens Kingdom Comics zu starten.

Kingdom Comics ist ein Label für Graphic Novels (für die Unwissenden: Aufwändige, hauptsächlich an Erwachsene gerichtete Prestige-Comics im Buchformat), dessen drei leitende Köpfe der Autor und Darsteller Ahmet Zappa (sohn von Frank Zappa), Geschäftsführer Harris Katleman und Autor sowie Cutter Christian Beranek sind.
Zappa verkaufte bereits die Filmrechte an einem seiner Werke an Disney: The Monstrous Memoirs of a Mighty McFearless, dessen Kinoversion von Jerry Bruckheimer produziert werden soll.

Das Label befindet sich derzeit nach Künstlern, die unter Vertrag genommen werden sollen. Die Produktionen dieser Disney-Tochterfirma werden dann Disney Publishing Worldwide (Disneys Comic- und Buch-Vertrieb) angeboten. Sollte diese Abteilung entscheiden, dass sie eine Graphic Novel nicht unter ihrem Namen vertreiben möchte, so ist es dem Graphic-Novel-Studio Kingdom Comics gestattet sich nach anderen Vertrieben umzusehen.

Oren Aviv, der Präsident der Disney Studios, verriet, dass Kingdom Comics zum Teil Adaptionen und Spin-Offs von Disney-Spielfilmen produzieren wird, zum anderen Teil aber auch eigenständige Graphic-Novels veröffentlichen soll, die man dann auf die Kinoleinwand adaptieren würde.

Ziel dieses Unternehmens sei es, die Verbindung der Kinogänger zu den Werken zu verstärken:

"Our vision for Kingdom Comics is to bring a fresh, contemporary approach to Disney properties that already have a strong connection with moviegoers and readers all over the world, and to add to that storytelling legacy"
(Quelle: Foxbusiness)

Disneys Wunsch auf dem Graphic Novel-Markt Fuß zu fassen ist nicht neu: Schon 2005 kündigte man an mehr Graphic Novels zu produzieren, vornehmlich sollten diese bei Disney Italia entstehen.
Wahrliche Früchte trug dieses Unterfangen nicht, allerdings soll dies nicht heißen, dass Disney Italia auf der faulen haut lag. Das Studio produzierte in den vergangenen Jahren zahlreiche an Jugendliche und Erwachsene gerichtete Comics und Graphic Novels, darunter auch die an den Film-noir angelehnte Kriminalgeschichte Jungle Town von Giorgio Cavazzano und Tito Faraci.

Jedoch produziert Disney Italia schon seit vielen Jahren solche Projekte (wie etwa die Superheldencomics mit dem modernen Phantomias) - mit der Ankündigung der Mutter aus den USA hat dies nicht viel zu tun.

Da man nun jedoch eine neue Tochterfirma extra für den Graphic-Novel-Markt gründete, rechne ich, dass Disneys Plan nun mehr Erfolg haben wird. Lobenswert ist auch die Ankündigung, dass Kingdom Comics Werke auch bei Ablehnung von Disney Publishing weiterverkaufen darf. Somit werden wir zumindest nicht mit Zensur (aus Angst vor jammernden Eltern kleiner Kinder) rechnen müssen.

Wir dürfen nun gespannt sein, wie lange es dauert, bis Walt Disney Pictures sich bei Kingdom Comics bedienen kann.
Mich wundert es jedoch, was aus dem Plan, weniger Filme pro Jahr zu produzieren, schon wieder wurde. Mit zwei neuen Sub-Labels sieht momentan eher alles nach einer Expansion in naher Zukunft aus.

Außerdem bin ich gespannt, welche Disney-Spielfilme alles ihren Weg zu Kingdom Comics finden werden. Einen Pirates of the Caribbean-Band sollte man bereits als gesetzt sehen, da Disney dieses Franchise ja weiter am Leben erhalten möchte, und eine Graphic-Novel käme da sehr gelegen. Weitere Spielfilme die sich anbieten werden aber weniger nahe liegen. Vielleicht ein Abenteuer-Comic über Das Vermächtnis des geheimen Buches? Das wären aber alles noch Recht frische Disney-Filme. Aber könnt ihr euch überhaupt eine Graphic-Novel zu älteren Disney-Spielfilmen vorstellen? Tron wäre noch geeignet - aber sonst? Gibt es vielleicht neues von Herbie?

Was denkt ihr?

Mittwoch, 28. Mai 2008

Robert Rodriguez schickt Rose McGowan in den Knast

Für all diejenigen, die nach Planet Terror noch nicht genug Schmuddel-Wahnsinn mit Rose McGowan unter der Regie von Vorzeige-Texaner Robert Rodriguez haben, gibt es nun großartige Neuigkeiten:
Rodriguez wird eine Fernsehserie mit ihr in der Hauptrolle drehen. Momentan tingelt er noch von Sender zu Sender, um dieses Projekt erfolgreich zu verkaufen.
Das Skript stammt von Joshua John Miller und Mark Fortin, wie Hollywood Reporter meldet.

Auf AICN wurden ein paar Details über die Serie veröffentlicht. Demnach soll sie sich an den Frauenknast-B-Movies von einst orientieren und von 5 Frauen in einem Gefängnis handeln und mit Schlammkämpfen, Barprügeleien und blutigen Rachefeldzügen gefüllt sein. Purer, glorreicher Trash in Serie also. Desperate Housewives im Grindhouse-Stil!

Wir dürfen gespannt sein, was die Fernsehzensoren dazu zu sagen haben...

Die Weinsteins bringen "Fraggle Rock " ins Kino


Seit 2005 befindet sich ein Fraggle Rock-Kinofilm in der Planungsphase, doch die Koproduktion zwischen Disney und Universal Pictures verschwand irgendwann von der Oberfläche.

Vor einiger Zeit wurde dann jedoch verkündet, dass die Fraggles von der Weinstein Company in die Kinos gebracht werden sollen. Und über dieses Projekt haben die Kollegen von /Film auch endlich einige Details in Erfahrung gebracht:

Regisseur Cory Edwards (Die Rotkäppchen-Verschwörung) verrät, dass der Film sich zwar auf gewisse Weise von der Originalserie entfernen wird (so wird es auch Actionszenen geben), jedoch im Humor dem Original treu bleiben wird:

"It’s hard to create jokes for Fraggles, since they have no pop culture references whatsoever. That’s probably a good thing… that means I have a better chance of creating a timeless movie (If I see one more cute iconic character ruined by “Shrekking It Up” for easy jokes, I’m going to go postal).”

Außerdem wird der Film sehr musiklastig sein.

Wir dürfen gespannt sein, ob der Fraggle-Film den kommenden Muppet-Film schlagen wird. Bei Cory Edwards bisheriger Filmografie haben die Muppets jedenfalls bereits bessere Aussichten...

"Choke"-Trailer online

In den USA startet demnächst die schwarze Komödie Choke (="Verschlucken"). Endlich ist auch der Trailer zu diesem Film online - leider ist der Trailer etwas bieder, doch die Inhaltsangabe des Films verspricht kurzweilige Unterhaltung:

In Choke geht es nämlich um einen sexsüchtigen Mitarbeiter in einem Themenpark über das Kolonialzeitalter mit schwerer Kindheit, der von seiner sterbenskranken Mutter neues über seinen Vater erfährt.

Zum Trailer

Der Film basiert auf einem Buch von Chuck Palahniuk, dem Autor von Fight Club und Snuff.

Dienstag, 27. Mai 2008

Ingloroius Bastards - Wird das Projekt endlich Realität?

Quentin Tarantino stürzte seine Fans regelmäßig in Verzweiflung: Immer wieder kündigt er neue Projekte an, immer wieder verlautet er, er würde am Drehbuch eines schonmal angekündigten Films arbeiten - und dann kommt doch nichts.

Sei es das Vega-Brothers-Projekt, dass zwei Figuren aus Pulp Fiction und Reservoir Dogs zurück auf die Kinoleinwand gebracht hätte, sei es sein Italo-Western, sein auf Mandarin gedrehter Kunf-Fu-Film, sei es sein 3D-Porno (sic!) oder das Zweiter-Weltkriegs-Drama Inglorious Bastards, an dessen Drehbuch Tarantino seit einer gefühlten Ewigkeit arbeitet.

Sofern Tarantino in Cannes nicht bloß Müll erzählt hat, ist diese Drehbuchphase aber endlich vorbei:

I just finished up the first draft and if all goes well, I will be here, in Cannes, in 2009 with Inglorious Bastards.

Das meldet zumindest Joblo. Bleibt zu hoffen, dass das stimmt.

Montag, 26. Mai 2008

Abenteuerliche Genrewechsel - Das Geheimnis der Trilogie-Erweiterungen

Achtung! Es folgen Spoiler für Pirates of the Caribbean und Indiana Jones!


Mit Indiana Jones und das Königreich der Kristallschädel drehte Spielberg nicht nur den Abenteuerfilm dieses Jahres, sondern löste auch eine Diskussionswelle aus, die mit Sicherheit noch den restlichen Kinosommer - und vielleicht sogar noch länger - andauern wird.

Ob die Aliens in Indiana Jones 4 nötig waren oder nicht entzweit das Kinopublikum. Den Großteil des Films über konnte ich mit ihnen leben, aber als man im Finale des Films nicht mehr nur die sterblichen Überreste der Außerirdischen zu Gesicht bekam, sondern ein lebendes Exemplar an Bord einer großen, fliegenden Untertasse, war es für mich vorbei.

Den Film an sich konnte diese Wende vom 30er-Jahre-B-Movie-Style-Film mit 50er-Jahre-Setting zum 50er-Jahre-B-Movie nicht sonderlich runterziehen, aber das Ende wurde für mich dadurch verdorben.
Und auch "That Guy with the Glasses" (you remember?) lässt in Gestalt von Chester A. Bum kein gutes Haar an den Aliens, wie dieses Video zeigt.

Aber nicht alle sind so unglücklich über die Aliens. So mancher Fan sieht in ihnen eine logische Weiterentwicklung: In den 30er-Jahre-B-Movies spielten mysteriöse Artefakte eine Rolle und da Indiana Jones' Abenteuer in dieser Zeit spielten, waren Geister und Flüche in der Handlung fest verankert und plausibel.

Indys neues Abenteuer spielt aber in den 50er Jahren, als sich die Pulp-Autoren immer mehr auf Roswell, fliegende Untertassen und allmächtige Aliens stürzten. Deshalb sei ein Indy-Film mit Aliens, der in den 50er Jahren spielt ebenso plausibel und dem Film-Universum gerecht wie alles, was es in den ersten drei Teilen zu sehen gab.

Zwar ist diese Argumentation keinesfalls dumm, aber ich selbst kann mich nicht völlig mit dieser Logik anfreunden - denn sie krankt an einer Stelle.

Indiana Jones 1 - 3 nahmen sich, wie bereits gesagt, den 30er-B-Movies (vornehmlich den Adventure-Serials) an, das Setting, der Zeitraum, die Art der Bösewichter, die Geschichte und auch der MacGuffin - das handlungsantreibende Artefakt.
Und, nicht zu letzt, auch Indiana selbst. Indiana Jones ist der toughe Typ, der kernige Archäologe, wie er in den 30er-Serials auftaucht. Es ist der Hauch Ironie, der die Indiana Jones-Filme von den 30er Serials abhebte (und die Inszenierung eines Spielbergs).

Als dann in den letzten 10 bis 15 Minuten des neuen Indys urplötzlich auf die 50er-Schiene gedroschen wurde -und das auch noch ironiefrei und im Gegensatz zum restlichen Film ohne eine eher mystischere, erdigere Herangehensweise wie in einem 30er-Serial - wirkte die Geschichte nicht mehr homogen. Es passte einfach nicht (wobei Spielberg es noch erträglich hielt, man hätte es noch viel unpassender machen können).

Jetzt werden treue Leser vielleicht einwerfen und laut "Aber haaaaaaaalt" rufen. Wenn ich doch so sehr gegen den Genrewechsel (was nicht wirklich das richtige Wort ist... Stilwechsel... Inspirationswechsel... die würden es besser treffen) bei Indiana Jones 4 bin, wieso propagandiere ich seit knapp einem Jahr das augenscheinlich selbe für die Pirates of the Caribbean-Saga?

Denn seit das Gerücht aufkam, dass man mit dem vierten Teil (die Parallele zu Indiana Jones ist deutlich sichtbar) eventuell die Seefahrer-Mythen aufgibt und stattdessen Steampunk in den Handlungsmix wirft mache ich mich lauthals für diese Idee stark.

Da stimmt doch was nicht, mag man sich nun denken.

Ja, ich gebe zu, dass es im ersten Moment ziemlich inkonsequent klingt, wenn ich mich über (für das Franchise neue) Sci-Fi-Einflüsse in Indiana Jones 4 beschwere, aber gleichzeitig (für das Franchise neue) Steampunk-Einflüsse in Pirates of the Caribbean 4 propagandiere.

Aber im Falle von Steampunk und PotC wäre dieser "Genrewechsel" (eine Änderung der Thematik... nennt es, wie ihr es wollt) tatsächlich so plausibel, wie man es bei Indiana Jones gern gehabt hätte.
Es bestehen nämlich in dieser Hinsicht wirklich entscheidende Unterschiede zwischen den beiden Abenteuer-Sagen, und der wohl entscheidenste ist in der Hauptfigur der jeweiligen Kinoreihen zu suchen.

Johnny Depps Paraderolle des Captain Jack Sparrow ist sozusagen der Schlüssel zur Zukunft von Pirates of the Caribbean.
Wäre er nämlich ein vehältnismäßig konventionell gestalteter Charakter, so könnte die Pirates-Saga nur schwerlich weitergehen, ohne sich inhaltlich selbst zu verraten.

Aber um das zu erklären, muss ich etwas weiter ausholen:

Im dritten Teil von Pirates of the Caribbean erreicht die Piraterie ihren Zenit: Eine ähnlich große Zusammenkunft an Piraten wird es zu Jack Sparrows Lebzeiten kaum noch einmal geben. Wie Barbossa im Film erwähnt, ist die Zusammenkunft der Bruderschaft (zu der es im Film ja kommt) ein bedeutungsvolles, aber auch seltenes Ereignis, welches nur in Zeiten höchster Bedrängnis stattfindet.
Eine so große Bedrohung für alle Piraten, wie die an Davy Jones' Macht gelangte East India Trading Company, wird es nicht geben - dies war der dramaturgische Höhepunkt der Seeräuber-Ära.
Ein besonders wichtiger Punkt folgt aber noch: Hinzu kommt nämlich, dass in Am Ende der Welt die heidnische Göttin Calypso aus ihrem körperlichen Gefängnis befreit wurde und nun mit Will Turner ein wahrlich pflichtbewusster Kerl das Kommando über die Flying Dutchman hat.

Dies hat zu bedeuten, dass die Zeit der übernatürlichen Seemannsgarn-Geschichten ein Ende hat. Das Überleben auf hoher See, ja, sogar die Herrschaft über die See, ist nur noch von dem Schweiße auf den Rücken tapferer Männer (und - wie die Trilogie zeigt - auch Frauen) abhängig, und nicht mehr von mystischen Kreaturen.

So sagt es uns zumindest der Abschluss der PotC-Trilogie. Ein vierter Teil kann also, wenn überhaupt, nur noch im geringen Maße mit übernatürlichen Ereignissen kokketieren.

Doch da eben jenes übernatürliches Element ein wichtiger Bestandteil der Filme ist (was wäre schon Fluch der Karibik ohne den Azteken-Fluch?), steht es um eine Fortsetzung ohne Neudefinierung des Franchises eher schlecht.
Zum einen könnte es sein, dass nun doch ein weiteres Geisterschiff oder ein todbringender Fluch auftauchen (und man somit sämtliche Bedeutung des letzten Teils über Bord wirft und somit die von Fans so geliebte Komplexität der Reihe attackiert), oder man verzichtet auf das Übernatürliche.

In diesem Falle müsste ein Ersatz her. Denn auch wenn nach dem Kinostart von Am Ende der Welt einige Stimmen zu vernehmen waren, die sich für einen eventuellen Teil 4 einen Film wünschten, in dem einfach nur Jack und Barbossa um die Pearl streiten, so kann das noch nicht alles sein. Ein Film von dieser Bandbreite muss mehr sein als eine schräge Screwball-Komödie über zwei verrückte Käuze auf hoher See.


Die "simpelste" Idee wäre es hier, weiterhin auf Sagen zu setzen, allerdings auf kleinerem Level als bisher. Weiterhin von Flüchen belegte Piraten, Monster und Voodoo kann es nicht mehr geben - aber die Piraten der Karibik können durchaus nach Relikten aus der Zeit suchen, als es im Filmuniversum von PotC noch übernatürlich von statten ging.
Der Jungbrunnen wäre zum Beispiel ein guter Aufhänger - erschaffen (oder entdeckt), wurde er zu einer Zeit, als die Piratenwelt noch anders aussah, noch vor Beginn von Am Ende der Welt.
Dass sich nun Barbossa und Jack Sparrow nach ihm auf die Suche machen wäre keineswegs ein Verstoß gegen die innere Logik der Filmwelt. Es war also ein enorm kluger Schachzug der Autoren Ted Elliott und Terry Rossio gerade auf diese Weise die Tür für eine Fortsetzung offen zu halten.

Sollte man sich jedoch gegen eine Pirates of the Caribbean-Trilogie entscheiden, die man als "Relict Hunter of a Mysterious Past" beschreiben könnte - und sei es auch nur, weil im Kino ja schon genug Schatzsucher umherwandern - so bliebe ja noch die Steampunk-Idee.

Und somit kommen wir zurück auf Captain Jack Sparrow: Wäre er nicht mehr als ein leicht modernisierter Errol Flynn, so wäre ein Steampunk-Film mit ihm völlig unmöglich.
Genau genommen wäre sogar die bisherige Pirates-Saga schwer machbar gewesen. Bereits Fluch der Karibik entfernte sich enorm von klassischen Piratenfilmen. Doch da der Film nicht auf klassischen Piratenfilmen basierte, flott und originell inszeniert wurde und mit Johnny Depps genialem Jack Sparrow eine so passende Hauptfigur hatte, beschwerte sich die Kinowelt nicht, dass gerade ein filmgewordener Freval an den alten Piratenfilmen zu sehen war.

Ob dies mit einer traditionelleren Figur geklappt hätte ist schwer zu sagen - ohne "unseren" Jack Sparrow wäre der Erfolg definitv kleiner ausgefallen, aber vielleicht wäre der Film dennoch keine Katastrophe geworden: Das übernatürliche Element wurde zuvor zwar nie in Piratenfilmen berücksichtigt, ist aber dank altem Seemannsgarn dennoch in den Köpfen der Menschen gewesen.
Trotzdem merkt ihr vielleicht schon, wie unangenehm diese Vorstellung klingt.

Und nun stellt euch vor, eine etwas modernere Version von Errol Flynn (frechere Sprüche, mehr Kämpfe) würde mit einer todernsten Crew aus 30er-Jahre-Filmpiraten durch ein gigantisches Steampunk-Abenteuer stapfen...

Jaaaa, das wäre so sehr an den Haaren herbeigezogen, dass man schon Teile des Kleinhirns mit rauszieht.

Aber unser Captain Jack Sparrow ist ganz anders: Er ist eine verschrobene, geniale, komplexe und eigenartige moderne Filmlegende, einzigartig und vielschichtig in der Wirkung auf die Zuschauer. Eben dieser Jack Sparrow brillierte nun in drei Filmen, deren Inspiration weit gefächert ist, von antiker Mythologie bis zur jüngsten Kinogeschichte.
Dieser mannigfaltigen Inspiration verdanken wir die moderne und zugleich zeitlose Dynamik der Pirates of the Caribbean-Filme.

Sie - und vor allem Jack Sparrow - lehnen sich zwar an manche Filmtraditionen an (z.B. an Disneys Abenteuerfilme der 50er oder die Bruckheimer-Blockbuster der 90er), sind aber in keiner fest verwurzelt. Deshalb wäre es möglich Jack Sparrow auf einem dampfbetriebenen, abgefahrenen Kriegs-Luftschiff herumturnen zu sehen - und wenn diese auch noch hervorragend eingeführt werden und man sich bei der filminternen Erklärung für diese Erfindung viel Mühe gibt wäre es sogar schlichtweg genial.

Indiana Jones dagegen ist in bestimmten Abenteuer-Movies und deren Traditionen verwurzelt. Damit möchte ich die Indy-Filme auch keinesfalls degradieren, schließlich gewinnen sie gerade daraus auch jede Menge Charme. Aber genauso sehr, wie die Filme aus diesen Wurzeln Charme gewinnt, setzt sie sich somit auch Grenzen, die zum Wohle der Serie eingehalten werden sollten.

Enttäuschend an Indy 4 ist ja, dass Spielberg es doch durchaus drauf hat, es nun jedoch nicht hinbekam. Wie man trotz solcher Grenzen überraschen und eine Filmreihe neu definieren kann bewies Indiana Jones und der letzte Kreuzzug nämlich ein paar Jahre zuvor mit Bravur:

Handlung, MacGuffin, Setting, Atmosphäre, so viel war hier, wie in den anderen Teilen der Reihe, fest in den Abenteuer-Serials verwurzelt. Doch der herrliche Humor, die Chemie zwischen Ford und Connery und ein regieführender Spielberg in Bestform heben diesen Film viel stärker von seinen Wurzeln ab, als es bei Indy 1 und 2 noch der Fall war. Diese waren cooler, ironischer und besser inszeniert als ihre Inspriationsquellen, Indy 3 jedoch hatte diese zusätzliche Prise Pfiff und eine außergewöhnliche Charakterinteraktion. Beim letzten Kreuzzug blieb Indy oberflächlich innerhalb der Grenzen, grub aber tiefer und schuf ein tolles Filmerlebnis.

Indiana Jones 4 ist rund 100 Minuten auf bestem Wege es seinem direkten Vorgänger gleich zu tun (weshalb ich ihn trotz des störenden Endes und einer schwachen Cate Blanchett wirklich sehr gut fand): Das Feeling alter 30er-Abenteuer (und alter Indy-Streifen) bleibt erhalten, aber mit dem Mix der 50er-Kulisse ergab sich ein interessanter Filmcocktail. Auch der MacGuffin selbst trägt dazu bei, jedenfalls so lange er ein einfacher MacGuffin bleibt: Der Kristallschädel und die Roswell-Anspielungen geben dem sonst wie Indy 1 und 2 auf die alten Regeln schielenden Film eine neue Würze - vergleichbar mit der endgültig übertriebenen Nazi-Darstellung in Teil 3 oder seinen zahlreichen Bond-Allegorien - ohne sie zu verletzen.

Als dann aber der MacGuffin nicht mehr bloßes Antriebsmittel der Handlung ist, sondern selbst zum Leben erwacht (in jeder Bedeutung des Wortes) verpasst Spielberg dem Film eine Überdosis, versalzt sich selber die Suppe. Anstatt dem Film eine neue Dimension zu verleihen (wie man es mit anderen Elementen in Teil 3 tat), riss man ihn aus seinem Umfeld, und verpflanzte ihn in ein neues. Das mag zwar nur das Finale betreffen, verhindert aber, dass Indy 4 einen Platz direkt neben Teil 3 einnehmen kann und sorgt auch noch für wütende Fans.

Denn Indy hat seine klar definierten Wurzeln. Sie am Ende rauszureißen war ein Fehler, der nur vermeidbar gewesen wäre, wenn der Schädel zwar deutlich auf Aliens hinweist, es aber nicht mit dem Holzhammer bewiesen wird. Hätte man am Ende eine Ruine gefunden, die Indy davon überzeugt, dass es Aliens gibt (was aber ohne Worte hätte geschehen sollen), dann wäre der MacGuffin weiterhin mystisch, und nicht schon Sci-Fi.

Damit wäre man Indy treu geblieben - zwar hätte das übernatürliche Finale gefehlt, aber das wäre der Preis des 50er Settings. Für einen spektakuläten Tod des Bösewichts und jede Mange actionreiches Eye-Candy im Finale hätte was anderes hergemüsst.
Vielleicht hätte die (meiner Meinung nach tolle) Atombomben-Szene an dieser Stelle noch mehr Leute überzeugen können?

Nun, an dem Finale von Indy 4 kann man jetzt nichts mehr ändern. Was sich aber noch ändern kann sind Disneys und Jerry Bruckheimers Pläne mit der Zukunft von Pirates of the Caribbean - denn irgendwie befürchte ich, dass man der Steampunk-Idee den Gnadenschuss geben könnte, sollten die Klagen über "Aliens in Indiana Jones" zu laut werden. Sollten die Kinozuschauer den gesamten Kristallschädel-Plot in den kommenden Wochen zerreißen, könnte es doch möglich sein, dass man bei Disney davon Wind bekommt und vorsichtshalber den augenscheinlich vergleichbaren Genrewechsel bei Pirates 4 absägt, da man mit ähnlichen Reaktionen rechnet.

Ich hoffe, dass das nicht geschieht. Denn diese zwei Genrewechsel sind, wie ich mit diesem Beitrag versucht habe zu erklären, nicht zu vergleichen. Indiana Jones ging einen viel heikleren Balanceakt ein (und scheiterte erst auf den letzten Zentimetern), als es Jack Sparrow bei einem Steampunk-Film tun würde. Sicherlich kann man auch da viel in den Sand setzen (besonders, wenn man die falschen Autoren wählt --- nämlich neue), aber die Idee von vornerein abzulehnen wäre wirklich traurig.

Eurovision 2008 - Der Epilog

Wie hätte es auch anders sein sollen? In den Medien wimmelte es heute nur so von Betrugsvorwürfen, Klagen über die Punkteschieberei der Ostblockstaaten und Boykott-Aufrufen.

Jaja, der gemeine Ostblock, der die ganze Zeit gewinnt. Langsam frage ich mich echt, was noch passieren muss, damit das aufhört. Gestern gewann Russland, und trotzdem war heute in vielen Sendungen ernsthaft davon die Rede, dass nur noch Balkan-Staaten gewinnen können. Jaaaa... klar. Türkei, Ukraine, Griechenland, Finnland, Serbien und Russland. Die großen, bösen Balkan-Länder...

Um das Elend zu beenden, möchte ich hier auf die Gewinnertabelle von gestern hinweisen (zum vergrößern bitte klicken):

(Quelle: Wikipedia)

Um zu beweisen, dass nicht der Osten für den Osten, und der Westen für den Westen stimmt, rechnete der Quotenmeter-Boarduser Alpha Orange die Punkteverteilung auseinander:

West-Tabelle

01. (03) Griechenland 103
01. (04) Armenien 103
03. (05) Norwegen 94
04. (02) Ukraine 92
05. (01) Russland 88
06. (07) Türkei 68
07. (13) Portugal 62
07. (14) Island 62
09. (06) Serbien 60
10. (10) Bosnien-Hzg 57
11. (11) Lettland 54
12. (16) Spanien 53
13. (15) Dänemark 44
14. (09) Israel 42
15. (18) Schweden 38
16. (08) Aserbaidschan 35
17. (20) Rumänien 33
18. (18) Frankreich 25
19. (11) Georgien 23
20. (22) Finnland 22
20. (16) Albanien 22
22. (23) Polen 14
22. (23) England 14
24. (21) Kroatien 8
25. (23) Deutschland 2


Ost-Tabelle

01. (01) Russland 184
02. (02) Ukraine 138
03. (03) Griechenland 115
04. (06) Serbien 100
05. (08) Aserbaidschan 97
06. (04) Armenien 96
07. (05) Norwegen 88
08. (09) Israel 82
09. (07) Türkei 70
10. (11) Georgien 60
11. (10) Bosnien-Hzg 53
12. (21) Kroatien 36
13. (16) Albanien 33
14. (11) Lettland 29
15. (18) Frankreich 22
16. (15) Dänemark 16
17. (22) Finnland 13
18. (20) Rumänien 12
18. (23) Deutschland 12
20. (18) Schweden 9
21. (13) Portugal 7
22. (16) Spanien 2
22. (14) Island 2
24. (23) Polen 0
24. (23) England 0

(Dank an Alpha)

Aber was soll's. Nächstes Jahr wird der ESC also in Moskau stattfinden. Und bis dahin kämpfen wir uns nochmal durch die denkwürdigsten Auftritte des Jahres. Wenn wir denn wollen:

Estland - Leto Svet



Peinlich, peinlich, aber nett zusammengeklaute Soundeffekte.

Irland - Irelande Douze Points



Es geht peinlich weiter. Aber auch so etwas sollte für die Ewigkeit festgehalten werden. Gummitruthahn schockt die Welt.

Übrigens, wer hätte nach diesem Video gedacht, dass es live noch schlimmer geht?



Armenien - Qele Qele



Westeuropas zweitliebster Song des ESC 2008. Mit viel Nebel, Trommeln vom Band, Hüftschwung und einem ohrwürmigen Refrain könnte sich das Lied vielleicht noch bis zum Sommer halten. Sommerfeeling bekommt man hierbei jedenfalls wirklich.

Bosnien-Herzegonvia - Pokusa



Ich sah in dem Song ja den Titelsong einer Independent-Movie-Groteske, aber während des Finales kam mir der Geistesblitz: Der Song erinnert mich an diese schaurigen, vollkommen absurden und schrägen Kinderfilme aus Osteuropa, die früher immer frühmorgens im Ferienprogramm des ZDF liefen. Danke, dass man mich nun wieder an diese Zeit erinnern musste...

Finnland - Missä miehet ratsastaa



Ging ja leider völlig unter...

Griechenland - Secret Combination



Westeuropas Liebling des Abends und stolze Trägerin der Bronzemedaille, Kalomoira, wurde von mir völlig unter Wert gehandelt und gewann erst im Finale meine Gunst. Dafür hat sie mich da aber völlig rumgekriegt. Eingängiges Lied, süße Stimme, tolle Performance (auch wenn die Mikroübergabe nach dem Griechenland-Sound-Solo was peinlich aussieht... aber das macht das Glück, dass Windeffekt + Kameraeinstellung + Musik in den Sekunden danach ein tolles Bild zusammen ergeben, wieder wett. Genau auf "CombiNATION" kommt der Windstoß und das Lächeln... perfekt abgestimmt, das klappte beim Halbfinale nicht gant so... Das war der Millionen Dollar-Moment!).

Ukraine - Shady Lady



Platz 2 und mein Liebling dieses ESC Jahres. Wo Griechenland noch etwas zusehr auf Nelly Furtado schielte, klingt dieses Lied eigenständiger. Außerdem hat die Sängerin eine stärkere Stimme. In Sachen Performance ist das Grinsen bei den Tanzeinlagen viel zu sehr aufgesetzt, aber die Zauberkästen machen das wieder gut.

Bulgarien - DJ, Take Me Away



Eindeutig das ungewöhnlichste Stück dieses Jahres, das nicht in die Trash-Ecke gehört.

Kroatien - Romanaca



Exotisch, originell, sympatisch... völlig untergegangen.

Lettland - Wolves of the Sea



Appropos untergehen... DAS ist das ware Trash-Highlight des Wettbewerbs. War der Truthahn ja noch ironisch, sind die hier einfach nur peinlich... und dann geht das Lied auch noch ins Ohr... Erlöse mich doch Mal jemand...

Wobei... noch schlimmer als dieses Lied sind die Kostüme. Ich mein... hallo? Die vertreten ihr Land vor Millionen von Zuschauern und bekommen keine besseren Piratenkostüme? Ich hatte ein besseres Piratenkostüm an, als ich ins Kino ging!

Russland - Believe



Der Gewinner halt, den ich am Anfang noch ok fand, aber schon im Halbfinale nur noch mittelmäßig sah. Und im Finale richtig mies fand...

UK - Even if



Beenden wir die Eurovision-Saison 2008 mit einem Rücksturz in die lockeren Disco-Zeiten.

Wir lesen uns dann wieder nächstes Jahr. Dann natürlich wieder mit jeder Menge Musik, fiesen Zerrissen und, sollte es wer verdienen, natürlich auch mit Lob.

Bis dahin wünsche ich euch viel Spaß mit dem restlichen Blog!

Sonntag, 25. Mai 2008

Indiana Jones und der Beitrag voller Spoiler


ACHTUNG! Wer diesen Beitrag liest, sollte sich dessen bewusst sein, dass hier SPOILER über Indiana Jones und das Königreich der Kristallschädel enthalten sind. Wer den Film noch nicht gesehen hat und sich überraschen lassen möchte, sollte nicht weiter lesen!

Die Zeit der Pressevorführungen und Vorpremieren mit enthusiastischen Indy-Fans und fanatischen Dauer-Kinogängern ist vorbei: Indiana Jones und das Königreich der Kristallschädel ist nun endgültig in seiner regulären Kinoauswertung angelangt und muss sich dem Urteil der Kino-Allgemeinheit stellen.

Am interessantesten sind hier klar die amerikanischen Zahlen, denn dort lebt Indys größte Fangemeinde. Am eigentlichen Starttag, dem Donnerstag, spielte der Hutträger laut Box Office Mojo immerhin 25.041.072 Dollar ein.
Das ist eine Menge Geld und so mancher Produzent von kleineren Filmen würde für solche einen Erfolg seine eigene Großmutter in ein Dimensionsschiff stecken, doch für einen Blockbuster dieser Größenordnung ist dieses Ergebnis mittlerweile nur noch mittelprächtig. Aufwändige Fortsetzungen von Massenphänomenen wie Indy sollten am eigentlichen Starttag in den USA schon über die 30 Millionen Hürde kommen.

Allerdings hat der wackere Held ja noch ältere Fans, die am verlängerten Wochenende (das die Amis ja gerade haben) noch reingehen könnten. Die Mitternachts-Previews haben zumindest einen guten Trend gezeigt: Allein diese haben 4 bis 6 Millionen Dollar eingespielt. Und gerade für solche Kinogänger, die um Mitternacht in vollen Kinosälen ihren großen Helden entgegenfiebern wurde Indy 4 doch gemacht...

Glaubt ihr nicht? Nun... gerade um dieses Thema zu besprechen habe ich mich aufgemacht extra ein Spoiler-Posting zu verfassen. Denn nun möchte ich mich auf einige der zahlreichen Szenen stürzen, die Indy 4 nur für die richtigen Kinofans eingebaut hat.
Ob diese den Film nun auch zu einem wahren Indy machen oder nicht, sollte jeder selber entscheiden. Aber zumindest hier gab man sich Mühe, den Fans zu gefallen (was man beim kontroversen Alien-Schluss nicht unbedingt sagen kann). Dem normalen Publikum wären kommende Szenen wohl egal gewesen...

Es geht schon früh im Film los, nämlich mit dem alten Paramount-Logo, das anstatt des aktuellen Logos verwendet wurde. Und, wie es in den anderen Indy-Filmen Tradition war, morpht das Logo auch dieses Mal in den Film über.
Doch statt eines stolzen Berges (Teil 1 und 3) oder wenigstens einer Gravur in einem Gong in einem edlen Nachtclub wandelt sich das Logo dieses Mal in einen kleinen Erdhaufen, hinter dem ein dumm dreinblickender Präriehund zum Vorschein kommt.

Und schon sind wir Mitten im Prolog des Films, der, genauso wie in den ersten drei Indy-Filmen, sich eines anderen Genres beginnt.

Begann Teil 1 noch als Dschungel-Abenteuer (während der Rest des Films zum Großteil in der Wüste spielte), entführte uns Teil 2 in ein großes Hollywood-Musical, welches in eine Szene mündete, die genauso gut aus einem James-Bond-Streifen stammen könnte.
Teil 3 begann mehr wie ein (familiengerechter) Western, und nun sind wir inmitten der 50er Jahre Jugendfilme mit Autorennen und Rockabilly. Das Rennen zwischen den wilden Teenies und den Armeefahrzeugen erinnert aber auch an den 1973 veröffentlichten American Grafitti, Lucas' letzte Regiearbeit vor seinem (bis heute dauernden) Ausflug ins Sci-Fi-Terrain.

Dann wäre Indiana Jones' erstes Wort. Ein widerwärtiges und entnervtes "Russen!"... Na, bei wem ist dank diesem Tonfall noch alles Indys großartig betontes "Nazis!" eingefallen? Das kann einfach kein Zufall sein!

Etwas auffälliger und eindeutiger die Anspielungen in der gesamten Lagerhallenszene. Schnell wird klar, dass dies hier die Lagerhalle aus der Abschlussszene des ersten Teils ist, wo die Bundeslade versteckt wurde. Und tatsächlich bekommen wir in dieser Lagerhalle mit der Nummer 51 (!) die Bundslade zu Gesicht, versteckt in einer Kiste, die durch den Kampf zwischen Indy und den Russen zersplittert.

Soviel also zu den Anspielungen und Parallelen, die man sicherlich auch fortführen kann, sollte es einen fünften Teil geben. Schwerer wird es schon, wenn man einen fünften Teil drehen möchte und eine andere Tradition fortführen will: Die der ekligen Tiere, die auf dem Weg zum Ziel Indiana und seine Begleiter aufhalten. Nach Schlangen, Käfern und anderem Ungeziefer jeglicher Art und Ratten nahm man dieses Mal Skorpione und Killerameisen. Was bleibt da noch übrig, frage ich mich?

Ich rechne mit einem herben Abfall in der Fortführung dieser Tradition - irgendwann wird es halt schwer den Vorgängern nachzueifern. Das merkte man ja schon im Finale dieses Filmes. Das Ende von Cate Blanchetts Charakter fällt im Vergleich mit dem Tod der Nazis in Teil 1 oder auch Donovans Zerfall zum Skelett und daraufhin zu Asche und Staub sehr herbe ab. Schmelzen, verbrennen, explodieren... Was soll da schon folgen? Der Tod der bösen Russin war ziemlich blutleer (Rating-Angst?) und auch ideenarm. Schade, aber vielleicht hat ein so schwacher Bösewicht auch nichts besseres verdient?

Zumindest waren die Referenzen an andere Kinoreihen schon origineller: Die gesamte Szene mit Indiana Jones und der Atombombe schreit geradezu nach den Bond-Filmen der Kalten-Krieg-Ära. Spätestens die Dekontaminierung Indys ist letztlich sogar eine klare Anspielung, die, wenn man bedenkt, dass Jones ja Spielbergs Ersatz für Bond ist, sogar richtig clever wirkt.

Etwas mehr im Vorbeilaufen darf Ford während des Finales sich selbst zitieren: Han Solos "Ich habe ein ziemlich mieses Gefühl..." kündigt auch in Indy 4 übles an. Hübsche, kleine und unaufdringliche Anspielung.

Eigentlich hätte nur eine Anspielung auf die "Vermächtnis"-Reihe gefehlt. Das gab es leider nicht, aber dafür erhielten Lucas, Spielberg und Ford die Quittung für das lange Warten auf einen Produktionsstart:
Mit der goldenen Stadt (von der gesprochen wird) und der extrem wackeligen Steinplattform als Eingang zu einer Grabkammer gab es gleich zwei Stellen an denen man als Zuschauer denken musste "Sorry, aber da war Nicolas Cage schon..."

Wobei inhaltlich natürlich Indiana Jones schneller war, denn sein Film spielt knapp 50 Jahre früher. Aber nun wird's verwirrend. Immer diese Zeitparadoxen...

Eurovision 2008 - Das Finale


Was für ein Abend. Grauenhafte Performances, miese Lieder und dann immer wieder Lieder mit Potential, die aber gelangweilt vorgetragen werden - letzteres vor allem Balladen. Und dann in Mitten des Wettbewerbes ein paar Highlights auf die ich mich schon gefreut habe. Doch, um alles noch zu toppen, außerdem einige totale Überraschungen. Ich sah mir alle Songs im Netz an und kommentierte sie hier im Blog. Ich verfolgte die Halbfinal-Shows. Und trotzdem tauchten plötzlich Beiträge auf, die ich auf einmal richig gut fand und zuvor als mittelmäßig abgetan habe.

Lieder, die erst mit mehrfachem hören gut werden gibt es ja immer wieder. Aber gerade bei so einer Sendung wie dem Eurovision Song Contest rechne ich eigentlich nicht mit solchen Songs. Schließlich sollen hier die normalen Zuschauer erreicht werden, die sich nicht vorab informieren und die Lieder nur einmal hören.

Aber was soll ich sagen... So war es dieses Jahr, und ich freue mich tatsächlich schon auf nächstes Jahr. Sonst bin ich ja immer nach dem ESC erstmal völlig übersättigt und brauche eine Pause - ähnlich wie bei den Oscars, nach denen man mal wieder denkt "Das war's jetzt? Okay... Bis nächstes Jahr habe ich vielleicht auch wieder Lust darauf. Aber jetzt brauche ich Ruhe."

Und das überrascht mich durchaus. Den der Abend begann denkbar mies:

Thomas Hermanns blödelte sinnlos zwischen den Gastauftritten her, Nicole sang ihren von mir so verhassten Gewinnertitel (es wird Zeit, dass wir nochmal gewinnen, damit die ARD zwischen zwei Gästen wählen kann, bei denen man behaupten kann, sie haben für usn gewonnen) in einer miesen Remix-Version, die auch noch Vollplayback war, mies abgemischt wurde und dann nichtmal lippensynchron verkauft wurde.

Die ersten 90 Minuten des Abends hatten dann auch noch mit Tonproblemen zu kämpfen... Tja, und dann gab es noch das peinlichste und aufgesetzteste "Wort zum Sonntag" seit es Sonntage gibt.

Mit Beginn der eigentlichen Show wurde es kaum besser: Das nervige Lied des letzten Jahres wurde als Eurodance neu gemischt und aufgeführt (langsam glaube ich an eine Verschwörung), und das Moderatoren-Duo aus Serbien war mies. Ein talentloser Marco-Schreyl-Verschnitt und eine Dame mit seelenlosen Augen... So seelenlos, man bekam es mit der Angst zu tun.

Peter Urban, der eigentlich zum ESC dazugehört und auch in den Halbfinal-Shows durchaus zu überzeugen wusste recycelte seine Ansagetexte 1:1 und raubte dem Abend somit etwas Kraft.

Dafür retteten die paar Schwankungen meiner Einschätzung einiger Songs im Finale gegenüber der vorherigen Einschätzung wieder meinen Abend. So flaute Russland in meiner Gunst nochmal um einige Punkte ab. Hier bewies sich dann übrigens, wie der ESC funktioniert: Fand ich die Nummer beim ersten Anhören ganz passabel und hätte ihr eine Top 5-Platzierung gegönnt, so hätte ich das Lied heute nur noch im Mittelfeld platziert. Doch Europa wählte den von Timbaland inspirierten Song zum Gewinner des Abends. Das erste Hören entscheidet - augenscheinlich - tatsächlich beim ESC. Das sollte man sich für die Zukunft merken.

Armeniens Beitrag "Qele Qele" prognostizierte ich damals eine gute Platzierung, die aber knapp nicht zum Sieg reicht. Mir selbst gefiel das Lied etwas weniger, als ich Siegpotential in ihm gesehen habe. Nun aber, bei der Live-Performance im Finale und dem x-ten Anhören, gönnte ich dem Song auch eine solche Platzierung. Das Ergebnis: Platz 4. Hey... ich hätte doch Wetten setzen sollen...

Ebenfalls (noch) besser als zuvor fand ich während der Finalshow die Beiträge von UK und Kroatien. Schade nur, dass das Vereinigte Königreich mit der lässigen, funkig-swingenden Tanznummer jedoch völlig baden ging (14 Punkte = 23. Platz). Ich befürchte, dass die Briten nächstes Jahr wieder Müll zum ESC schicken, weil sie es leid sind. Sogar mit Qualität gehen sie unter.

Kroatien trat ja mit der exotischen Independent-Osteuropa-Reisedrama-Nummer mit den singenden Straßenkünstlern im Rentneralter an. Dem Lied attestierte ich viel Reiz, fand es aber für ein gutes Abschneiden zu exotisch. Im Finale wuchs es mir fast schon ans Herz und wollte es beinahe als Geheimfavoriten einschätzen. Dementsprechend groß meine Enttäuschung, als die 44 Punkte den 21. Platz bedeuteten. Aber ich hätte es wissen müssen.

Völlig verschätzt hatte ich mich anfangs dagegen bei Griechenland: "Secret Combination" gefiel mir heute Abend überraschend gut und ich habe, als sich die Podiumsplätze abzeichneten, richtig die Daumen gedrückt, damit es gegen Russland reicht. Auch verschätzt habe ich mich bei Finnland, die ich weiterhin klasse fand - der Rest Europas anscheinend aber nicht.

Ukraine und "Shady Lady" fand ich weiterhin richtig klasse, während ich Lettlands Billig-Piraten mittlerweile noch schlechter als "Dustin the Turkey" finde - wohl auch, weil sie der schlimmere Ohrwurm sind.

Über Deutschlands Abschneiden (Platz 23) brauch' ich ja wohl nicht viel sagen, oder? Das Lied war zu unauffällig, die No Angels sangen heute etwas schief... Ein so schlechter Platz war nun unverdient, aber alles über den Top 15 wäre ein Wunder gewesen.

Das schlimmste ist sowieso nicht die Blamage - viel schlimmer werden die Diskussionen in den nächsten Tagen sein, in denen von Ostblock-Connection die Rede sein wird, von Betrug und der generellen Absurdität des Eurovision Song Contests.

Ich werde mich aus dem Kram wohl raushalten. Ich fordere hiermit offiziell, dass Stefan Raab gefälligst wieder Interesse am ESC haben soll und demnächst wieder für uns antritt. Bis dahin dürfen wir gerne Rammstein ins Ausland schicken. Die werden auch noch was hinbiegen.

Für mich war es nun also fast mit der ESC-Saison 2008. In den kommenden Tagen werde ich aber noch ein paar Links mit besonderen Auftritten setzen, und vlt. noch ein paar Kommentare ablassen. Und dann heißt es wieder warten, bis der Vorentscheid 2009 ansteht...

Freitag, 23. Mai 2008

Eurovision 2008: Wer steht im Finale?

Die zwei Halbfinal-Shows sind nun hinter uns, und morgen ist dann tatsächlich auch das große Finale des Eurovision Song Contests. Doch wer hat sich denn nun durch das Halbfinale retten können, und zog in die Finalshow ein?

Raus ist zum Beispiel Dustin the Turkey mit "Irelande Douze Points", dem musikgewordenen Eurovision-Massaker. Weiter dagegen sind die nicht minder bescheidenen Pirates of the Sea mit ihrem Kinderkarneval-Piratentechno-Song "Wolves of the Sea".

Mein heimlicher Liebling Zypern ist nicht weiter, dafür aber die ebenfalls beeindruckende "Shady Lady" Ani Lorak aus der Ukraine.

Insgesamt treffen morgen hauptsächlich typische, schnelle Pop-Nummern an, die allesamt ein hinzugemixtes Element (Orient-Klänge, Timbaland-Sounds, voluminöse Stimmen) besitzen. Bei manchen ist es eine abgekarterte, durchgeplante, künstliche Sache, bei anderen klingt es wirklich gut.

Mit dabei sind aber auch einige Balladen (die wohl auf die Nummer Eins des letzten Jahres schielen) und ein paar eigensinnigere Nummern (Gruß an die Piraten aus Lettland am schlechten Ende des Spektrums, und die am anderen Ende angesiedelten Finnen-Rocker).

Von den 25 Liedern im Finale sind übrigens 17 Stück auf Englisch. Wie man das einzuschätzen hat, darf jeder für sich selbst entscheiden.

So, hier nun also endlich die Startreihenfolge für morgen:

1. Rumänien: Pe-o margine de lume
2. Großbritannien: Even If
3. Albanien: Zemrën lamë peng
4. Deutschland: Disappear
5. Armenien: Qele qele
6. Bosnien-Herzegowina: Pokusaj
7. Israel: The Fire In Your Eyes
8. Finnland: Missä miehet ratsastaa
9. Kroatien: Romanca
10. Polen: For Life
11. Island: This Is My Life
12. Türkei: Deli
13. Portugal: Senhora do mar
14. Lettland: Wolves Of The Sea
15. Schweden: Hero
16. Dänemark: All Night Long
17. Georgien: Peace Will Come
18. Ukraine: Shady Lady
19. Frankreich: Devine
20. Aserbaidschan: Day After Day
21. Griechenland: Secret Combination
22. Spanien: Baila el chiki chiki
23. Serbien: Oro
24. Russland: Believe
25. Norwegen: Hold On To Be Strong

Ich gebe vorsichtshalber keine Prognosen über Sieg oder Niederlage ab, mit Ausnahme von Lordi habe ich in den letzten Jahren dadurch eh nur meinen Favoriten geschadet. Es wird aber, vermute ich, ein spannendes Rennen, und je nachdem wer siegt, werden wir den Gewinnertitel dieses Jahr noch öfters hören. Ansonsten wird der ESC 2008 bald wieder vergessen sein. Bis es nächstes Jahr wieder los geht, das "Grand Prix"-Fieber.

Donnerstag, 22. Mai 2008

Sir Donnerbolds Trailerschau: Mai 2008

In den letzten Tagen sind wieder einige sehr interessante Trailer und Clips zu kommenden Kinoveröffentlichungen aufgetaucht.
Und da der Kinosommer nun endgültig begonnen hat und sich wieder das große Kinofieber ausbreitet, möchte ich eure Kinolust weiter anheizen, indem es hier drei höchst unterschiedliche Trailer zu drei höchst unterschiedlichen Streifen zu sehen gibt.

Los geht's:

High School Musical 3: Senior Year



Ziemlich nichtssagendes Video. Aber mir sind jetzt schon "die Neuen" lieber als Troy und Gabriella. Von daher kann der Film gerne kommen.

Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers



Ein dritter Teil einer erfolgreichen Abenteuer-Kinoreihe mit übernatürlichen Elementen und einer Prise Humor, der in im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen (auch) in Asien spielt... Mhhh... Kommt mir irgendwie bekannt vor...
Der Trailer verspricht jedenfalls gute Fantasy-Abenteuer-Unterhaltung, und da ich Brendan Fraser mag, bin ich eh froh, wieder Mal was von ihm zu hören.
Ob es hier wieder Triple-Features im Kino gibt?

Eagle Eye



Disturbia-Regisseur DJ Caruso und Shia LaBeouf arbeiten wieder zusammen. Sieht nach einem spannenden Thriller aus, der ein klein wenig an die schöne Paranoia eines Staatsfeind Nummer Eins erinnert - nur seriöser und düsterer.


Indiana Jones und das Königreich der Kristallschädel


Ich sollte anfangen mir besonders entscheidende, aber nicht populäre, Zitate über das Filmedrehen aufzuschreiben.
Denn es gab mal zwei treffende Aussagen von Filmemachern, die über das zeitliche Setting von fantastischen Filmen philosophierten.
Ich glaube das eine stammte von Peter Jackson, der in Zusammenhang mit seinem King Kong-Remake sagte, dass die 30er Jahre das letzte Jahrzehnt sind, in dem man mit fantastischem arbeiten konnte. Die Welt war noch nicht völlig erkundet und aufgeklärt, die Telekommunikation war noch in den Kindessschuhen. Damals gab es noch Mysterien in unserer Welt, etwas, das es heute nicht mehr gibt. Und deshalb seien die 30er Jahre ein Wendepunkt. Hier könnte man noch einen Film wie King Kong drehen, einen Film über Riesenaffen und Dinosaurier.

Das andere Zitat, an das ich mich wage erinnern kann, stammt (vermute ich) von den Regisseuren von Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt. Sie siedelten die Geschichte des Streifens vor den Weltkriegen an, weil die Welt hier noch vor einem Scheidepunkt stand und geheimnisvoll war.

An diese Zitate musste ich denken, bevor ich gestern in Indiana Jones und das Königreich der Kristallschädel ging. Denn, das dürfte man wohl verraten, dieser spielt nicht mehr wie die ersten drei Filme in den 30er Jahren, sondern in den 50er Jahren.
Näher an unserer Zeit, in einer Zeit, in der große und sonderbare Ereignisse nicht mehr so gut geheim gehalten werden konnten. In einer Zeit, in der die Welt mehr oder weniger als endgültig technisiert, erforscht und aufgeklärt angesehen werden kann.
Es ist nicht mehr die unerfahrene, ahnungslose Welt vor dem zweiten Weltkrieg.

Kann Indiana Jones auch in den 50er Jahren funktionieren?

Die Frage wird wohl jeder für sich selbst beantworten müssen, aber ich stürme nun einfach mal vorran und behaupte: Ja, die Figur des Indiana Jones funktioniert auch in einem 50er Jahre-Setting.

Dieses wird übrigens auch schnell und gekonnt eingeführt:
Noch während der Vorspann läuft, wird der Zuschauer in diese Ära gestürzt. Es läuft Rock'n'Roll, die Teenager haben interessante Frisuren und tragen College-Jacken, Ledermonturen oder Blümchenkleider.
Es ist die Zeit der Milchshakes, Motorräder, Schmalzfrisuren und des kalten Krieges.
Denn mit der Zeit haben sich nicht nur Kleidung und Musik verändert, sondern auch die Gegner. Anstelle der Nazis sind nun die Russen der allgegenwärtige Feind Amerikas - und auch von Indiana Jones, der sich zu Beginn des Films in deren Gewalt befindet und ihnen helfen soll einen geheimnisvollen Gegenstand zu besorgen.

Indiana Jones erledigt dies natürlich wieder auf gewohnte Art - doch während man ihm in den 30ern dafür noch auf die Schultern klopfte, sind einige US-Agenten der 50er Jahre weniger vertrauensvoll. Jemand der mit Russen "verkehrt" könnte ein Kommunist sein. Und in dem Moment, in dem Jones mit der gesamten Geschichte abschließen will, weil ihm die Hexenjagd zu bunt wird, tritt niemand geringeres als der in Marlon-Brando-Outfit gehaltene, rebellische Teenager Mutt Williams auf.

Dieser wird von Shia LaBeouf verkörpert, was uns zum ersten Streitpunkt in diesem Film bringt. Im Vorfeld des Kinostarts wurde LaBeouf nämlich zur Zielscheibe zahlreicher Indy-Fans, die LaBeouf als Darsteller und/oder seine Figur als völlig unpassend deklarierten und einen förmlichen Aufschrei auslösten, sich über jede Kleinigkeit, die man über LaBeouf hörte aufregten, als sei es der größte Frevel der Kinogeschichte.

Woher all der Hass kam, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht befürchte man, dass Indiana Jones wieder einen lauten, schrillen und ach-so-witzigen Sidekick abbekommt, wie damals mit "Mister" Short Round in Indiana Jones und der Tempel des Todes.

Doch all das Gezetere wegen Shia LaBeouf war - mich überrascht es nicht - völlig umsonst. LaBeouf beweist sich erneut als charmanter, gewitzter und guter Darsteller, und da auch sein Charakter Mutt Williams gut gestaltet wurde, muss er nichtmal gegen eine miese Rolle ankämpfen. Stattdessen bringt der draufgängerische, aber zu Beginn noch ahnungslose Motorrad-Rebell einen frischen Wind in den Film und entwickelt eine gute On-Screen-Dynamik mit dem peitschenschwingenden Archäologen.
Über den gibt es übrigens nicht viel zu sagen: Harrison Ford verkörperte Indiana Jones wie eh und je: Zerknautscht, mit Makeln, aber übercool und "einfach nur Indy".

Weniger ideal auf der Rolle saß Cate Blanchett als Agentin Irina Spalko, kommunistische Osteuropäerin und Schurkin des Abenteuers. Die Australierin wirkt in ihren schlechtesten Szenen einfach nur deplatziert und desorientiert, gibt in ihren besten Stellen immerhin ein nettes Abbild der Klischee beladenen Version einer völlig unterkühlten russischen Agentin der 50er Jahre. Beeindruckend oder gar beängstigend wird sie nie, dafür ist ihr Spiel zu blass und ihre Rolle viel zu klein.
Was Blachett rettet ist ihre Synchronsprecherin: Arianne Borbach gibt ihr bestes und gibt der Figur mit ihrem Akzent und feinen Nuancen ein bisschen von der Bösartigkeit, die Blanchett im ungewohnt armen Spiel unter den Tisch fallen ließ.

Lobenswert sind die Actionsequenzen, die man in die übliche Indiana-Jones-Handlung (Geheimnisvolles Artefakt finden, Gegnern entkommen, Artefakt verlieren, Gegnern das Artefakt wieder entnehmen, düstere Katakomben durchsuchen, Gegnern entkommen, Rätsel lösen,...) eingebettet hat. Hier findet der geneigte Zuschauer wirklich alles, was er nur suchen konnte: Spannende und ausgedehnte Verfolgungsjagden durch interessante Settings, Schießereien und lange Faustkämpfe, wie man sie in heutigen Actionfilmen lange nicht mehr gesehen hat.

[Spoiler] Besondere Highlights gehen hier auf Shia LaBeoufs Konto: Zum einen die Verfolgungsjagd auf dem Motorrad quer über den Uni-Campus, zum anderen die originelle Fechtsequenz gegen Cate Blanchetts Charakter. Schade nur, dass Spielberg es sich im Laufe des Films aber auch unnötig schwer macht und gerade Shias Charakter in eine Tarzan-Anspielung steckt. Wäre die Szene mit Indiana Jones ein Brüller geworden, so werden sich bei Shias Figur manche Kritiker nur den Kopf raufen. Es ist dumm, überzogene, unnötige, aber witzige Szenen gerade den Figuren zu geben, die von vornherein am meisten (unverdiente) Kritik einstecken müssen. Das ist wie Öl ins zu löschende Feuer gießen. [/Spoiler]

Dank einiger Szenen, in denen Indiana Jones wieder erforschen und Rätsel knacken darf, kommt die Spannung auch nicht zu kurz. Die Balance zwischen Spannung und Humor ist übrigens hervorragend, und so darf es neben einigen Schmunzlern auch wieder herrliche Lacher geben.

[Spoiler]
Unter anderem: Die Running Gags über Mutt Williams Haare, die Präriehunde und Indianas Schlangenphobie[/Spoiler]

Doch leider läuft nicht überall die Balance so geglückt. Während Humor und Spannung gekonnt Hand in Hand gehen, so ist die Mischung aus altem Indy und neuen Mysterien ein wenig unausgegoren.

Wie eingangs beschrieben, sind die 30er Jahre für das Fantastische das angeblich letzte Jahrzehnt, in dem es gekonnt wirken kann. Nun spielt der neue Indiana Jones aber in den 50er Jahren. Und da solche Dinge wie der heilige Gral und schaurige Tempel dort vermeintlich nicht mehr funktionieren, änderte man nicht nur das zeitliche Setting, sondern auch die Art des Mysteriums. Das Feeling des Films, der Aufbau und auch die Art der Charaktere jedoch blieb gleich. Und auch wenn diese Mischung keineswegs grauenhaft ist, so hinterlässt sie einen schalen Nachgeschmack.
[Spoiler]
Denn die Titel gebenden Kristallschädel sind, wie sich für den Zuschauer schon früh im Film herausstellt, außerirdischer Natur. Von dem Roswell-Vorfall ist die Sprache, das Design der Schädel erinnert an den typischen Alien-Schädel mit langem Hinterkopf und kleinem, bedrohlichen Kiefer... Werden die Alien-Schädel lange Zeit im Film jedoch genauso behandelt wie etwa auch die Bundeslade in Teil 1 (als sagenumwobenes Artefakt, dem einige übernatürliche Kräfte zuschreiben), und fungiert nur als bloßer MacGuffin, als Gegenstand den die Charaktere jagen, so wird seine Natur im Finale des Films von größerer Bedeutung. Und so bekommen unsere Helden letzten Endes einen leibhaftigen Außerirdischen zu Gesicht, sowie dessen fliegende Untertasse. Hier überspannt Spielberg den Bogen deutlich und macht aus einem 30er-Jahre-Feeling-Abenteuerfilm über echte Kerle, Schätze, exotische Schauplätze und die kaltblütigen Feinde der USA einen 50er-Jahre-Sci-Fi-Streifen. Entweder hätte man den ganzen Film dann wie einen 50er-Jahre-Film spielen lassen sollen und von Anfang an dem Sci-Fi Tür und Tor öffnen, oder man hätte bis zum Schluss das 30er Jahre Feeling mit 30er-Jahre-Abenteuerstreifen-Aufbau durchziehen sollen. Denn, wie gesagt, die Figur des Indiana Jones schafft es auch in einem 50er Jahre-Setting. Aber die Filmreihe "Indiana Jones" kann nicht 20 Minuten vor Schluss des letzten Films die Art der B-Movies ändern, auf denen sie basiert. Man hätte lediglich die Begegnung mit dem Alien rauslassen sollen. So einfach wäre es gewesen...
[/Spoiler]

Davon abgesehen, dass das Finale etwas unausgegoren wirkt und Cate Blanchett (sowie ihre Figur) hätten besser sein können, ist Indiana Jones und das Königreich der Kristallschädel aber ein herrlicher Fun-Ride durch die 50er-Jahre und eine Hülle von kleinen Abenteuern - ganz in der Tradition der Vorgängerfilme.

Und auch wenn der beste Teil der Reihe (Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, bei dem die Mischung einfach durchgehend stimmte) unerreicht bleibt, so kann sich Teil 4 dank der flotten Inszenierung, der tollen On-Screen-Dynamik zwischen Ford und LaBeouf und originellen Actionsequenzen über den im Vergleich streckenweise etwas trockenen ersten Teil hinweg setzen.
Rundum ein Heidenspaß halt, der nicht zu albern wird, aber keineswegs ernst genommen werden sollte.

Mittwoch, 21. Mai 2008

Mhhh, lecker: Bully fand die starken Männer


Gestern war es soweit: Um 20.15 Uhr lief auf ProSieben die Finalshow von Bully sucht die starken Männer.
In den Wochen nach der Erstausgabe wurde das Konzept verbessert, mehr auf die sympathischen Kandidaten, die unglaublich charismatische Jury und den interessanten Making-of-Charakter der Show gesetzt, sämtlichen Versuche künstlich Spannung und Dramatik zu erzeugen wurden gestrichen.

So wurde Bully sucht die starken Männer zu toller Unterhaltung, die den Appetit auf den nächsten Bully-Film gekonnt anregte. Favoriten wurden gefunden, Lust auf mehr Ausgaben gesät.

Nun war es also Zeit für das Finale. Aus 12 Schauspielern werden 6.
Direkt nach dem Vorspann gab es den ersten Schock - man versaut sich die Chance auf eine fantastische Finalshow, indem man die steife Verena "Wir haben wieder viele MMS von Uri-Geller-Fans erhalten" Wriedt als Moderatorin aussuchte.
Aber nunja, schlechte Moderatoren sind in Casting-Shows wohl Pflicht. Marco Schreyl, Carsten Spengemann, Marco Schreyl, Michelle Hunziker, Marco Schreyl... habe ich schon erwähnt, dass Marco Schreyl nicht moderieren kann?

Nun also auch Verena Wriedt, die nervöser auftrat als die Kandidaten und hölzern durch die Show grinste.
Doch zum Glück gab es ja weiterhin die Jury, die der Finalshow etwas von der Frische bewarte, die die bisherigen Ausgaben so besonders machte. Und dann natürlich die 12 Kandidaten, denen man es allen gegönnt hatte. Manchen ein bisschen mehr, anderen ein klein wenig weniger.

Wer im Kinofilm nun mitspielen darf, wurde durch 6 Sketches entschieden, die zweigeteilt wurden. Jeder der starken Männer hatte einen eigenen Sketch und wurde in jeder der je zwei Hälften von einem anderen der zwei Kandidaten für die Rolle gespielt.
Danach entschied die Jury, wer nun der einzig wahre Snorre, Tjure, Urobe, Gorm, Faxe oder Ulme ist.

Aufgelockert wurde die Sendung durch ein paar kurze Einspieler nach den Mottos "Die schlimmsten Sänger", "Die peinlichsten Auftritte" und so weiter. Dazwischen durfte die Moderatorin wieder ihr mangelndes Talent zur Schau stellen oder die Bühne frei machen, und zwar für die Gaststars Otto Waalkes als Sensenmann und Christoph Maria Herbst als Erzähler.

Über die Auswahl kann man nicht klagen: Sämtliche Darsteller kann ich mir gut in ihren Rollen vorstellen (auch wenn ich bei Snorre etwas Wohlwollen einbringen muss), und mit Olaf als Urobe und Nic Romm als Tjure kamen auch meine absoluten Lieblinge weiter. Lobenswert auch die Entscheidung, den jungen und ambitionierten Patrick als Ulme zu casten. Eigentlich ist er zu dünn und zu jung für die Rolle, doch in der Finalshow wurden erstmals Kostüme und Maske vorgeführt. Und dank dem sah er wirklich aus wie Ulme.

Das Finale war im Vergleich zum Rest der Sendung "dank" der Moderation leicht enttäuschend, dafür weiß das Ergebnis zu überzeugen. Und darauf kommt es an, denn deshalb kann es nächstes Jahr ungetrost im Kino wieder heißen: Hey, hey, Wickie!

Mehr zum Film:

Dienstag, 20. Mai 2008

Persiens Prinz gefunden

Laut Hollywood Reporter wird Jake Gyllenhaal (Donnie Darko) den "Prince of Persia" in der kommenden Disney/Bruckheimer-Produktion, der Adaption des berühmten Videospiels Prince of Persia: Sands of Time spielen.

An seiner Seite ist Gemma Arterton (bald im nächsten James Bond zu sehen), die Tamina spielen wird.

Kenner der Videospiele dürfen nun entscheiden, wie passend oder unpassend diese Entscheidungen sind. Ich freu mich derweil, dass der Film endlich ins Rollen kommt.

Eurovision 2008 - Die gesetzten Finalteilnehmer

Wir nähern uns unaufhaltsam dem Ende der Artikelreihe "Eurovision 2008". Die einen wird es freuen (hört auf zu jubeln, das ist nicht nett!), die anderen wird es grämen (was soll ich tun? Mir Teilnehmerländer und ihre Songs ausdenken?), dem Rest wird es wohl herzlich egal sein.

Zu welcher Gruppe ihr auch immer gehören mögt, wenn ihr dies hier lest, dann werdet ihr euch sicherlich dafür interessieren, wer auf jeden Fall im Finale dabei ist.
Erreichten seit 2004 bislang 14 Länder automatisch das Finale (die zehn Bestplatzierten plus die vier größten Beitragszahler), so qualifizieren sich nun nur noch die vier größten Beitragszahler der EBU (Europäische Rundfunkunion) sowie der Gewinner des Vorjahres für das Finale.

Mit dabei im Finale ist deshalb auch Großbritannien, eine Nation mit besonders erfolgreicher ESC-Historie. Von 1957 bis einschließlich 1998 landete Großbritannien fünf Mal auf der Spitzenposition, 15 Mal auf Platz Zwei und nur zweimal außerhalb der Top Ten.
Danach brach Großbritanniens Erfolg jedoch herb ein und schaffte es nur 2002 auf eine gute Platzierung (Platz 3), ansonsten war die untere Häfte der Skala angesagt, darunter auch zweimal der 22. Platz.

Trotzdem befindet sich Großbritannien momentan auf Platz 2 der ewigen Bestenliste, direkt hinter Irland, dem Land der singenden Truthähne.
Dieses Jahr soll Andy Abraham Großbritannien wieder auf die vorderen Plätze singen. Mit dem sehr funkig-souligen Song "Even If " sollte dies auch durchaus machbar sein. Letztes Jahr schien Großbritannien ja sämtliche Ambitionen aufgegeben zu haben und hatte scheinbar absichtlich grausigen Sondermüll zum Finale geschickt, einfach nur um an Europa Rache zu nehmen.

Ob es nun das schlechte Gewissen war, oder doch die Hoffnung auf eine gute Platzierung, dieses Jahr ist alles besser. Der Song ist eingängig und gut produziert, Abrahams Stimme weiß zu gefallen und alles zusammen hat wahres Chart- und Airplay-Potential. Drücken wir die Daumen.

Ebenfalls garantiert im Finale ist Frankreich mit Sébastien Tellier und seinem Song "Divine", der wie eine krude Mischung aus musikalischem Dadaismus, atomar verseuchtem 70er-Sound und schlechtem Witz anmutet.
Und unter all dieser Oberfläche versteckt sich eine ansprechende Stimme, die mal kurz bei Minute 1:50 bis 2:20 überzeugen darf. Bevor der musikalische Abfall um sie herum wieder zum Vorschein kommt. Irgendwie war das nichts, Monsieur.

Kommen wir nun zu Spanien, die Nation, die dieses Jahr die "Null Bock auf euch alle"-Karte spielt und den 1972 geborenen Argentinier Rodolfo Chikilicuatre nach Belgrad schickt.

Der Vorentscheid Spaniens wurde über MySpace ausgeführt, wo Künstler aufgefordert wurden ihre Songs vorzustellen. Im Fernsehen wurde dann der beste Beitrag ausgesucht.
Mit "Baila El Chiki Chiki" fiel die Wahl auf einen Blödel-Song, der jedoch im Gegensatz zu Raabs Beiträgen von 1998 und 2000 keinerlei Charme aufweist und auch musikalisch nicht überzeugen kann. Hatten Gildo Horn und Raab unter der skurrilen Oberfläche noch Gehalt, so ist dies nichts weiteres als die öffentliche Bitte um einen letzten Platz.

Serbien, die Gastgebernation, versucht es dieses Jahr mit einer Nummer, die wie eine Mischung des letztjährigen Beitrags, zusätzlicher Folklore und ganz viel Schlafmittel wirkt. Jelena Tomašević feat. Bora Dugic werden mit dem Song "Oro" kaum Punkte gutmachen.

Kommen wir nun zum Abschluss: Die No Angels mit "Disappear" für Deutschland.
Ich mache es kurz und schmerzlos: Etwas langweilig, ein kleiner Ohrwurm, aber völlig unspektakulär und nicht denkwürdig. Bei all den Songs, die am Samstag um die europäischen Ohren geschlagen werden kaum Chancen auf viele Punkte.
Aber es gibt ja noch ein nächstes Jahr...

So. Das war's also. Das waren alle 43 Lieder des diesjährigen Eurovision Song Contests. Es gab mieses, ungewöhnliches, akzeptables und gutes... Und kommenden Sonntag ist die Mehrheit eh wieder vergessen.
Mein Werk ist getan, ab jetzt heißt es nur noch "über Performances staunen", "über Klamotten lästern" und "durch die schlechten Lieder quälen", bevor man bei der Punktevergabe seinen Favoriten die Daumen drückt. Heute, um 21,15 Uhr, geht's auf dem NDR beim ersten Halbfinale schon los.

Denn dann läuft es wieder: "Prelude des Stücks Te Deum von Marc Antoine Charpentier..."