Montag, 30. Juni 2008

Future Shorts - Das deutsche Premierenprogramm

Never Like The First Time

Vor kurzem berichtete ich ja von Future Shorts, dem weltweit vertretenden Kurzfilm-Label, dessen Programm durch die Kinos der Welt tourt und einen Kurzfilmabend veranstaltet.

In Deutschland ist Future Shorts seit Oktober 2007 vertreten, jeden Monat gab es ein neues Programm, das in Köln, Berlin, München und anderen Städten des Landes aufgeführt wurde.
Am 23. Juni kam Aachen neu dazu, und zur "Einweihung" wurde nicht etwa das aktuelle Kurzfilmprogramm gezeigt, sondern das erste deutsche Kurzfilmprogramm aus dem Oktober.

Diese Auswahl sollte sich auch als eine sehr gelungene Heranführung an Future Shorts erweisen, die nicht nur mich überzeugte, sondern den Zuschauerreaktionen nach zu urteilen auch die meisten anderen im Publikum. Weiteren Future Shorts-Abenden in Aachen sollte also nichts mehr im Wege stehen.

Das Programm begann mit einer kleinen Anmoderation, die das Konzept von Future Shorts vorstellte und die Zuschauer auf die am Eingang verteilten Fragebögen zum Programm aufmerksam machte. Dann ging es auch schon los, übrigens, wie vorher erklärt wurde, in (guter) DVD-Qualität, was eine Folge von Kostengründen ist. Das Projekt Future Shorts ließe sich nämlich nicht finanzieren, wenn man für jeden Monat mehrere 35mm-Kopien ziehen würde. Doch auch die DVDs taten ihren Dienst und es gab eigentlich keinen Grund zur Klage. An Digitalkinos reichte es natürlich nicht heran, jedoch haben ja auch die wenigsten Kurzfilme eine Big-Budget-Optik, so dass Bild und Ton an diesem Abend völlig ausreichten. Es sei vielleicht noch gesagt, dass fast alle Filme deutsch (oder englisch) untertitelt waren - mit Ausnahme der verständlicheren englischen Kurzfilmen und den Filmen ohne Dialog.

Zu Beginn gab es ein fast 6-minütiges japanisches Musikvideo zu sehen: Sentimental Journey von dem Popstar Yuki (Regie von Nagi Noda). Das aus dem Jahr 2005 stammende Musikvideo war durchaus schön anzusehen, jedoch traf die Musik überhaupt nicht meinen Geschmack und den Reaktionen nach zu urteilen auch nicht den der meisten anderen im Publikum. Somit hinterließ der Einstieg in den Abend einen leicht schalen Nachgeschmack und ließ einen bereits befürchten, dass das Future Shorts-Projekt zwar eine tolle Idee ist, jedoch an der zu ungewöhnlichen und eigensinnigen Auswahl scheitern könnte. Doch bereits direkt im Anschluss wurden diese Sorgen zerstreuut. Es folgte nämlich City Paradise, ein origineller Mischfilm aus Frankreich. Er erzählt die Geschichte einer Japanerin, die nach London zieht und sich dort nicht einleben kann. Der Film ist eine aufwändige Mixtur aus Spielfilm, Zeichentrick und CGI, orientiert sich jedoch am typischen Claymation-Look und wusste dadurch optisch zu beeindrucken, auch wenn hier leider ein bisschen "Style over Substance" ging.

Mit dem dritten Kurzfilm Right Place legte das Programm dann aber richtig los und wusste Anspruch und Unterhaltung gekonnt unter einen Hut zu bringen.

Kosai Sekines Right Place erzählt mit viel Einfallsreichtum die Geschichte eines zwangsneurotischen Supermarktangestellten, der alles am richtigen Platz haben möchte. Der fast fünfeinhalb-minütige Film aus dem Jahr 2007 brachte den Saal lauthals zum lachen und blieb dabei zudem charmant.

Witzig ging es dann mit Tales of Mere Existence: Horny weiter, einem Kurzfilm der Sorte, die ich eigentlich nicht in diesem Programm erwartet hatte. Der eineinhalbminütige Clip in dem ein Animator erklärt, was ihn alles antörnt, und dies in einfachen Strichzeichnungen darstellt. Der Film repräsentierte all jene kleinen, kreativen Spaßvideos, die es bei Youtube und Co. zu entdecken gibt, und hat zwar keinerlei größeren Anspruch, war aber dafür unheimlich witzig und lockerte die Stimmung noch einmal auf.

She Loves Me, She Loves Me Not

Es folgte der britische Kurzfilm She loves me, she loves me not, dem visuell ansprechendsten Kurzfilm des Abends: Ein junger Mann sitzt in einem Pub und denkt über die Beziehung zu seiner Geliebten nach - ganz klassisch nach der Methode "Sie liebt mich, sie liebt mich nicht". Der aus dem Jahr 2003 stammende, vom Briten Jamie Rafn gedrehte Kurzfilm erzählt diese Liebesgeschichte mit viel Witz und visueller Ideenvielfalt, aber komplett ohne Dialoge.

Weiter ging es mit dem französischen Kurzfilm On S'embrasse? aus dem Jahre 2000. Der Sechsminüter von Pierre Ollivier ist eine nette, kleine Komödie über eine nervöse Schauspielerin, die in einem Café einen anderen Gast um Mithilfe beim Lernen ihres Textes bittet. Der zu lernende Text sorgt dabei jedoch für einige Verwirrung und heiteres Lachen beim Zuschauer. Der Kurzfilm hätte allerdings ein paar Sekunden weniger vertragen, da die Idee dann doch keine ganzen sechs Minuten füllt.

Direkt danach wurde Nash Edgertons Kurzfilm Spider vorgeführt, ein neuneinhalb-minütiger Film über ein Pärchen, dass sich während einer Autofahrt in die Wolle kriegt. Viel mehr gibt es über Spider eigentlich nicht zu sagen, da bei ihm nach viel sorgfältigem Aufbau eine herrliche, aber sehr kurze, Auflösung folgt, die man halt gesehen haben muss.

Einen völligen Richtungswechsel gab es im Anschluss mit dem faszinierenden 18 Minuten laufenden französischen Film Argent Content (Easy Money), der einen Bankraub und die folgende, spektakuläre Flucht durch Paris zeigt - und zwar auf Rollschuhen.
Der Kurzfilm stammt von 2000 und weist einige beeindruckende Kamerafahrten auf. Der Clou ist, dass zwischen den Actionsequenzen einige Statements der Bankräuber geschnitten wurden, was den Film von einem reinen Action-Streifen abhebt und einige Diskussionsansätze über Kriminalität liefert.

Nach einem Musikvideo mit Bildern verschiedener nordkoreanischer Jubelveranstaltungen folgte die schwedische Dokumentation Never Like The First Time, in der vier Menschen von ihren ersten sexuellen Erfahrungen erzählen. Das interessante an dieser Kurzdokumentation ist, dass die Interview-Auszeichnungen unter Zeichentricksequenzen gelegt werden, in denen das erzählte "nachgestellt" wird. Jede der vier Sequenzen ist dabei in einem andern Zeichenstil gehalten, der zur jeweiligen Erzählung passt. Never Like The First Time von 2005 gewann übrigens den Goldenen Bären in der Kurzfilm-Kategorie.

Horny

Nach Jonas Odells ungewöhnlicher Dokumentation folgte ein zweiter Film aus der Tales of Mere Existence-Reihe. Unter dem Titel Procrastination erzählt Animator Lev Yilmaz von seinem Versuch an einem völlig normalen Tag seinen ganzen Kram zu erledigen. Mit eher geringem Erfolg.

Mit La Vie d'un Chien wurde danach ein schwarz-weiß Fotoroman mit französischem Erzähler aufgeführt, in dem es um einen Pariser Hundeforscher geht, der eine sensationelle Entdeckung macht. Der Kurzfilm war sehr kurios und ist eindeutig ein Film, den die wenigsten außerhalb eines Kurzfilmabends wie Future Shorts sehen würden, doch irgendwie wusste er im Rahmen des restlichen Programms durchaus zu überzeugen.

Die zwei letzten vergnüglichen Kurzfilme des Abends waren die Animationsfilme Not Long Now (Zeichentrick, England, 2004) und Jojo in the Stars (CGI, England, 2003), die recht kurzweilig waren.
Zum Abschluss gab es noch einen kleinen Dämpfer, das seltsame Musikvideo Elephant Gun zu einem Lied der mir unbekannten, amerikanischen Band Beirut. Das Video war einfach nur schräg und zugleich uninteressant, und dem verhaltenen Applaus nach zu urteilen stehe ich mit dieser Meinung nicht allein da.

Jojo in the Stars - Die Geschichte einer Freakshow-Artistin und ihres Verehrers

Insgesamt war es aber ein großartiger Filmeabend, der es einem ermöglichte ein ganzes Potpourri verschiedenster Filme kennen zu lernen und mit filminteressierten Menschen zu erleben. Sollte in eurer Nähe eine Future Shorts-Veranstaltung stattfinden, so solltet ihr diesem tollen Konzept eine Chance geben. Und wenn in meiner Nähe wieder so ein Abend stattfindet, bin ich mit Sicherheit auch wieder dabei.

Muppets School Musical: Frog to the Top

Bildquelle: TeenHollywood.net

Disney gibt sich endlich (wieder) richtig Mühe die beliebten Muppets zurück an die Oberfläche zu bringen: War man nach dem Flop des TV-Films Muppets - Der Zauberer von Oz noch ziemlich unsicher, in welche Richtung man gehen sollte (u.a. plante man eine Kindersendung, die den Kleinsten den richtigen Umgang mit den neuen Medien beibringen sollte), so kehrt Disney wieder zu lobenswerteren Ideen zurück. Wie wir bereits berichteten gab Disney dem Forgetting Sarah Marshall-Star Jason Segel das okay für einen neuen Muppet-Kinofilm im Stil der alten Muppet-Filme und jetzt bekannt wird, arbeitet Disney seit einem Jahr an einem Muppet-TV-Special.

Im Gegensatz zu besagter Idee eines Edutainment-Programmes ist die Zielgruppe dieses Specials jedoch nicht in der Grundschule zu finden, sondern im Teenager-Alter. Denn im TV-Special Studio DC: Almost Live! treten die Muppets zusammen mit den Tween- und Teen-Idolen Ashley Tisdale (High School Muscial), Miley Cyrus (Hannah Montana), den Jonas Brothers (bekannt aus dem bald auch in Deutschland laufende Disney Channel-Film Camp Rock), Dylan und Cole Sprouse (Hotel Zack & Cody) und den Cheetah Girls (Cheetah Girls) auf.

Das Special wird - im besten Muppet Show-Stil - aus Sketchen, Liedern und Tanznummern sowie Backstage-Chaos bestehen. Unter anderem ist angekündigt, dass Kermit mit Tisdale "Bop to the Top" aus High School Musical performt.

Sicherlich wird die Gästeliste nicht jedem zusagen - dieser große Haufen von Disney Channel-Stars hat neben innigen Fans auch eine große Gruppe von Gegnern, jedoch sehe ich dieses TV-Special dennoch als Schritt in die richtige Richtung an, schließlich ist es eine Abgrenzung von den alten Plänen, die Muppets strikt an Kinder anzubiedern. Der Versuch sie an jüngere Teenager heranzuführen könnte wesentlich stärker von Erfolg geprägt werden. Außerdem ist die Auswahl der angekündigten Disney-Stars eigentlich ganz okay- mit Ausnahme der grenz-peinlichen und (meiner Meinung nach) nervig-untalentierten Cheetah Girls.

Studio DC: Almost Live! wird in den USA am 19.7. im Disney Channel ausgestrahlt. (Von hier aus ein Dank an das UltimateDisney-Forum, dass mich auf die Sendung aufmerksam machte)

Mehr zum Thema:

Haltet den Atem an! Disney und Pixar tun es, sie tun es wirklich: Oscar-Kampagne soll WALL•E in die Hauptkategorie befördern

Könnte er nächstes Jahr den Best-Picture-Oscar in seinen Händen halten?

Die begnadeten Köpfe bei Pixar haben es geschafft: Während WALL•E ein sehr gutes, wenn auch nicht rekordverdächtiges, Startwochenende in den USA hingelegt hat, drehen die Filmkritiker und Kinofans seit einiger Zeit schon richtig durch. Wie regelmäßige Leser dieses Blogs sicher mitbekommen haben, erhält Pixars neunter abendfüllender Streich in regelmäßigen Abständen fantastische Kritiken, die den Film in den Himmel loben und mit cineastischen Meilensteinen gleichsetzen. Sogar die ersten Oscar-Gespräche konnte der Film auslösen - und das bereits vor seinem Kinostart.

Somit setzt WALL•E die letztjährige Diskussion um die Oscar-Chancen und -Kampagnen für Ratatouille fort: Kurz bevor Hollywoods Branchenblätter mit den ersten Oscar-Sonderausgaben und zahlreichen Nominierungsvorschlägen die Acadamy beeinflussen sollten wurden die Stimmen laut, Disney (und Pixar) sollten es doch wagen, Ratatouille ins Rennen für die Hauptkategorie zu schicken. Wie es sich zeigte, warb Disney nicht dafür (aus Angst die Stimmen für die Animationsfilm-Kategorie zu verlieren) und von alleine kam die Acadamy auch nicht auf die Idee Ratatouille in der Kategorie "Bester Film" zu nominieren.

Im Gegensatz zum letzten Jahr kommt die Oscar-Diskussion aber sehr früh und auch unablässig - mit folgenschweren Nachwirkungen. Denn wie Hollywood-Insiderin Nikki Finke berichtet stehen nun auch Disney und Pixar hinter den Oscar-Diskussionen über WALL•E, und versuchen die herrausragenden Kritiken und deren Oscar-Vorschläge im Gespräch zu halten, drängen geradezu nach einer Nominierung in der Hauptkategorie.

Sofern sich Disney es sich nicht bis zum eigentlichen Beginn der Oscar-Saison anders überlegt, wird es also tatsächlich auf eine ausgewachsene Oscar-Kampagne für WALL•E hinauslaufen, in der Disney diesen Film in der "Bester Film"-Kategorie vorschlägt.

Bisher fand ich eine Bester-Film-Oscar-Nominierung für WALL•E sehr unrealisitisch, da die Acadamy in ihrem Wahlverhalten zu konventionell denkt, als dass es ohne heftige Kampagne seitens Disney dazu kommen würde. Es ist nahezu ausgeschlossen, dass die Acadamy von allein auf diese Idee käme, und selbst mit Werbekampagne ist es immer noch relativ unwahrscheinlich. Doch wenn sich Disney und Pixar wirklich so sehr dahinterklemmen wie es momentan den Anschein hat, so könnte das unglaubliche geschehen.

Ich möchte nur daran erinnern, dass Johnny Depp seine erste Oscar-Nominierung für die Rolle des Captain Jack Sparrow in Fluch der Karibik erhielt, was ja auch alles andere als typisches Oscar-Material darstellte. Doch Disney und Jerry Bruckheimer Films nahmen sich das zahlreiche Kritikerlob für Depps Schauspielkünste in diesem Film zum Anlass eine enorme Oscar-Kampagne aufzustellen - und es funktionierte.

Für WALL•E wird, fürchte ich, noch etwas mehr Arbeit nötig sein, aber Disneys Oscar-Kampagnen darf man nicht unterschätzen.

Die nächsten Oscars könnten wirklich außergewöhnlich werden... Denn der Oscar-Buzz für WALL•E hat einen ähnlichen Umfang wie der für Heath Ledger, der in fast allen frühen Dark Knight-Kritiken für einen Oscar als bester Nebendarsteller vorgeschlagen wird.

Ich kann die Oscar-Saison bereits jetzt kaum noch erwarten!

Mehr zu diesem Thema:

Sonntag, 29. Juni 2008

Kevin Smith sah WALL•E und Dark Knight

Oh my god!

Wie Slashfilm bemerkte, postet Kevin Smith auf seinem Blog davon, dass er sich bereits den neuen Batman-Film The Dark Knight ansehen durfte, und er ist begeistert:

Without giving anything away, this is an epic film (and trust me: based on the sheer size and scope of the visuals and storytelling, that's not an overstatement). It's the "Godfather II" of comic book films and three times more earnest than "Batman Begins" (and fuck, was that an earnest film). Easily the most adult comic book film ever made. Heath Ledger didn't so much give a performance as he disappeared completely into the role; I know I'm not the first to suggest this, but he'll likely get at least an Oscar nod (if not the win) for Best Supporting Actor. Fucking flick's nearly three hours long and only leaves you wanting more (in a great way). I can't imagine anyone being disappointed by it. Nolan and crew have created something close to a masterpiece.

Und auch Pixars neuster wird gelobt:

Seriously - Wall-E's so adorable, he makes E.T. look like Josef Mengele. Alright, maybe not Mengele, but at least Rudolf Hess. Y'know what? Let's drop the Nazi comparisons altogether and just leave it at this: Wall-E (the character) is adorable and "Wall-E" (the film) is a must-see.

Smith veröffentlichte in seinem Blog auch ein neues Bild zu Zack and Miri make a Porno und verspricht, bald das Poster und den Kinotrailer zum Film zu veröffentlichte.

Sehr gutes, aber nicht sensationelles US-Startwochenende für WALL•E

Die ersten Zahlen vom US-Kinowochenende sind draußen:

Am Freitag spielte WALL•E laut den ersten Schätzungen großartige 22,5 Millionen Dollar ein und brach somit den Rekord für den besten Pixar-Starttag. Das gesamte Wochenende ist momentanen Schätzungen zu Folge rund 62,5 Millionen Dollar schwer, was zwar hinter Findet Nemo und Die Unglaublichen liegt (mit jeweils rund 70 Mio. Dollar), aber immerhin für den zweitbesten Juni-Start reichen würde (für mehr Infos siehe hier).

Nun bleibt abzuwarten, wie die Mundpropaganda ausfällt und sich auf die kommenden Tage auswirkt.

Samstag, 28. Juni 2008

Was ist nun vom Bolt-Trailer zu halten?


Gestern wurde nach langer Warterei endlich der Trailer zu Bolt online gestellt, den ihr hier findet, wenn ihr ihn bislang nicht gesehen haben solltet.
Nach der Veröffentlichung des Trailers blieb ich zunächst still und hielt meine Meinung hinter dem Berg, da ich mir meinen Gefühlen gegenüber Bolt noch nicht wirklich sicher war.

Das vor dem Trailer veröffentlichte Material über Bolt war so enttäuschend und wirkte so uninspiriert - besonders im Vergleich mit Chris Sanders' ursprünglichen Konzept - dass ich mich nicht unbefangen auf den Trailer einlassen konnte. Mittlerweile habe ich jedoch etwas Abstand zu meiner Bolt-Vorbelastung gewinnen können, so dass ich den Trailer wenigstens ansatzweise vorurteilsfrei betrachten kann.

Die grundlegenden Charakterdesigns gefallen mir allerdings noch immer nicht. Bolt wirkt wie eine Kreuzung aus Kommissar Rex und Flocke, wie ein mutierter Knut, wie ein seelenloser, animierter Todesstoß für Diabetiker.
Die Menschen sind so einfallslos gestaltet und wirken auf mich hohl, vor allem Penny scheint mir so unfertig. Als würde im Konferenzdesign ein Konzeptblatt von ihr liegen, auf dem groß steht "Unfertig. Ideen suchen um den Charakter abzurunden".
Eine Ausnahme bildet der Bösewicht aus der TV-Serie, der ganz okay aussieht. Die Katze ist ebenfalls toll, wenn auch weit von der Klasse der Sanders-Vorlage entfernt. Der Hamster letztlich ist nicht sehr originell gestaltet aber knuffig.

Die 08/15-Designs sind jedoch, das muss man zugeben, sehr gut umgesetzt. Die Animationen der (tierischen) Figuren sind dynamisch und lebhaft, das Rendering ist gut und verleiht den Charakteren eine Optik zwischen Realismus und Cartoonhaftigkeit.

Die Geschichte wirkt im Trailer leider weiterhin so durchschnittlich und abgenutzt, wie bisher. Ein Hund, der in einer TV-Serie vorkommt und denkt, diese sei das wahre Leben, irrt durch die reale Welt. Wie... öde. Das hat man schon dutzende Male in anderen Filmen, TV-Serien und Comics gelesen. Bereits Sanders' Story war im Kern alles andere als eine Revolution (Hund, der in einer erfolgreichen TV-Serie spielt gewöhnt sich an das Leben als Promi, findet sich nach einem Arbeitsunfall in South Dakota wieder und macht sich auf den Weg nach Hollywood, während er kleine Abenteuer erlebt und das wahre Leben kennenlernt), hatte aber Potential für viel Dramatik und Tiefe. Und vor allem eins, dass Bolt völlig fehlt: Chris Sanders' ursprüngliches Konzept war eigenwillig und verrückt. Denn auf dem Weg nach Hollywood trifft Henry (so hieß die Hauptfigur damals) auf ein radioaktives Kanninchen und eine Auto fahrende Katze mit riesigem Kopf und noch überdimensionaler Augenklappe.

Doch wie wir alle wissen wurde Sanders vom Projekt abgezogen und aus dem Film American Dog wurde Bolt, eine viel konventioneller und kindgerechter wirkende Road-Movie-Komödie.

Nur der Anfang verspricht Ideenreichtum, doch leider ist dies nur Teil von Bolts TV-Serie, die nun der interessanteste Teil des Films sein könnte.
Der Humor im Trailer ist jedoch auch ganz ansprechend, zwar keine Meisterleistung, aber nett genug um einen Kinobesuch zu rechtfertigen.

In dieser Form wäre der Film aber sicher besser geworden.

Ihr entscheidet: Runterzähl'n, oder nicht runterzähl'n, das ist hier die Frage

Die Macht liegt in eurer Hand

Liebe Leserinnen und Leser von Sir Donnerbolds Bagatellen, eure Meinung ist gefragt!

In der linken Spalte dieses Blogs findet ihr nun eine kleine Umfrageoption und ich wäre sehr froh, wenn ihr von ihr Gebrauch machen würdet. Es stellt sich nämlich die Frage, ob ihr eine weitere Artikelreihe im Stile der 70 Most Wanted-Disneyfilme begrüßen würdet.

Wie ihr in der linken Spalte lesen könnt könnt ihr diese Frage mit "Ja" und "Nein" beantworten - was die deutlichsten Antworten sind - sowie mit "Nur wenn das Thema stimmt", "Mir egal" und "Ich habe die 70 Most Wanted nicht gelesen / keine Ahnung".

Solltet ihr die letzte Option ankreuzen, so möchte ich euch an dieser Stelle auf die besagte Artikelreihe aufmerksam machen. Sie lief vom 27. Februar bis zum 26. März und warf einen Blick auf verworfene Disney-Projekte, Produkte der Gerüchteküche, Wünsche von Disney-Fans und eigenen Wunschprojekten. Die Artikel könnt ihr, sofenr ihr wollt, hier nachlesen.

In meinem Kopf schwirren derzeit einige Ideen für eine neue Artikelreihe herum, manche davon wären weitere Countdowns, manche wären dagegen anderer Natur. Vorraussichtlich wäre die nächste Artikelreihe hier im Blog nicht so umfangreich wie der Countdown der 70 Most Wanted, aber man kann sich ja nie so sicher sein.

Jedenfalls würde mich eure Meinung interessieren - also ran an die Wahlurnen! Und dann gibt es in absehbarer Zeit wieder eine Artikelreihe.

Oder eben nicht. Es liegt an euch.

Freitag, 27. Juni 2008

"Inglorious Bastards" wird ein Mehrteiler, aber kein Historienfilm


Inglorious Bastards von Quentin Tarantino nimmt tatsächlich Gestalt an. So will Tarantino den Film nicht nur bis nächstes Jahr fertig haben, sondenr klärt in Interviews auch auf, dass es keineswegs ein Remake des gleichnamigen Films von Enzo G. Castellari wird. Viel mehr haben beide Film nur ein ähnliches Thema (Eine Gruppe von abgebrühten Kriminellen geraten während ihres Gefangenentransports in einen Nazi-Angriff, können fliehen und machen sich nun auf den Weg in die Schweiz, quer durch sämtliche Kriegsgebiete) und halt den selben Titel. Weil Tarantino diesen Titel so sehr mag.

Es ist Tarantinos erster Film, der nicht in der Gegenwart spielt, jedoch möchte Tarantino, dass sich sein Film dennoch modern und aktuell anfühlt - auch wenn er halt im zweiten Weltkrieg spielt. Den Grund dafür erklärte er der BBC:

"I don't want it to feel like a period film. I want it to feel current. I want it to feel right now. One of the things I have to battle against is 30 years of Nazi-occupation TV movies where we've all seen the big streets and the vintage cars and the Swastikas, and we've just seen that ad nauseum."

Inglorious Bastards wird übrigens ein Zweiteiler, da Tarantino sein Skript nicht weiter runterkürzen möchte.Mehr dazu in diesem Artikel bei AICN.

Robert Rodriguez und Rose McGowan sind Workaholics: Weiteres Projekt angekündigt

Tim Burton hat seinen Johnny Depp, der moderne Martin Scorsese hat seinen Leonardo DiCaprio und Robert Rodriguez hat Rose McGowan. Nachdem Rodriguez ankündigte mit McGowan die Comic-Adaption Barberella zu drehen, versprach er außerdem mit seinem Planet Terror-Star eine TV-Serie zu drehen. Und nun kündigt sich die nächste Produktion an: Red Sonja

Wie USA Today meldet, wurde McGowan ein Skript für diese Comic-Adaption angeboten, dass sie ihrem Verlobten (nämlich Robert Rodriguez) zeigte, dem das Skript sehr zusagte. Es sei sehr unterhaltsam und zeige eine starke, kluge und durchriebene Hauptfigur.

Rodriguez wird den Film jedoch bloß produzieren, als Regisseur darf sich Douglas Aarniokoski versuchen, der bei mehreren von Rodriguez' Filmen Regieassistent war.

Red Sonja ist ein Conan-Spin-Off über eine rothaarige Schwertkriegerin. Eine Filmadaption mit Schwarenegger und Brigitte Nielsen floppte an den Kinokassen.

WALL•E - So gut, dass es schon beängstigend wird?

Wenn alles gut geht, wird WALL•E bald mehr als nur diesen einen Ring haben

WALL•E begeistert die US-Kritiker weiterhin: Mittlerweile zählt Rottentomatoes.com sensationelle 88 positive Rezensionen und zeigt ein "Tomatometer" von 98 % an. Bei den Top-Kritikern ist WALL•E momentan sogar mit einer Wertung von 100 % gesegnet.

Und weil es in den letzten Tagen so viel Spaß machte, hier wieder einige Auszüge aus neu eingetroffenen Kritiken. Auch hier gilt: Auf den Link klicken nur unter eigener Gefahr, hier bleiben wir spoilerfrei.

It is, undoubtedly, an earnest (though far from simplistic) ecological parable, but it is also a disarmingly sweet and simple love story, Chaplinesque in its emotional purity.
[...]
Of course, not everyone is going to understand how good this film is. A woman who saw it with me said to a young publicist on the way out, "It's nice but I was bored." So beware -- some are going to say it's not...whatever, snappily entertaining enough according to current popcorn-munching standards. Anyone who says this, trust me, is a plebe and a moron in terms of their cinematic taste buds.

Six months into 2008 and
WALL*E is one of the two or three best so far, if not the best of the year.

- Hollywood Elsewhere

Daring and traditional, groundbreaking and familiar, apocalyptic and sentimental, "Wall-E" gains strength from embracing contradictions that would destroy other films. Directed by Pixar stalwart Andrew Stanton, who co-wrote and directed the Oscar-winning "Finding Nemo," "Wall-E" is the latest Pixar film to manage what's become next door to impossible for anyone else: appealing to the broadest possible audience without insulting anyone's intelligence.

- LA Times

You have never, never ever, ever ever ever seen anything like Wall-E. Ever.
Okay, wait. I’m lying. You’ve seen movies LIKE Wall-E. But they never managed to get quite as far as Wall-E does.
[...]
It is a singularly perfect endeavor, a monument to what can be done both in terms of animation and storytelling. It is genius. Absolute genius. And it is adorable as all hell.
[...]
This is nothing at all like anything Pixar has attempted before. I would say that it’s Brad bird good, but really, this is even better than that. Wall-E is in a class by itself, a nearly indescribable masterpiece of epic proportions that will, regardless of commercial success, be regarded in the film community as one of the very best films in the history of animation. This will no doubt be spoken of in the future alongside such works as Fantastic Planet andFantasia. It is arguably the best thing Disney has ever had their name on and clearly the best with the name Pixar.

- Massawyrm bei AICN

Und auch der Oscar-Talk geht weiter. Die New York Times schreibt über WALL•E folgendes:

we can easily say that nominating it for Best Picture would be the smartest thing the Academy's done in years. Wall-E will be critically beloved: We'll lay money on no major-studio release earning a higher Metacritic score this year. Wall-E will be popularly beloved: It will definitely make more at the box office than last year's five Best Picture nominees did combined. And think of the audiences you would get for an Oscar ceremony in which lovable Wall-E faces off against whichever quasi-indies get the other four slots. It could be a return to the glorious ratings (and popular relevancy) of yesteryear.

Make it happen, Academy! Nominate Wall-E for Best Picture!

And, while you're at it, why not nominate Roger Deakins for Best Cinematography?

Die Kritiker hat WALL•E überzeugt, nun muss er noch das Publikum für sich gewinnen. Der deutsche Box-Office-Guru Mark G. prognostiziert für WALL•E ein sensationelles, 80 Millionen Dollar schweres US-Startwochenende (*klick*) und für Deutschland ein insgesamtes Ergebnis von 9,3 Millionen Besuchern (*klick*).

Sobald es die ersten richtigen Ergebnisse gibt, werdet ihr hier erfahren, ob WALL•E die Animationsgeschichte tatsächlich neu schreiben wird.

Mehr zum Thema:

Let it begin! - Bolt-Trailer online

Der Trailer zu Disneys Bolt ist online. Entscheidet selbst, wie ihr ihn findet:

*Klick*

Donnerstag, 26. Juni 2008

UPDATED! Weitere WALL•E -Rezensionen lassen die Erwartungen weiterhin in Rekordhöhe schweben

Hände hoch und Bestnoten her!

So langsam tröpfeln sie rein, die Rezensionen zum neusten Pixar-Geniestreich WALL•E, und sie klingen wirklich großartig. Hier einige spoilerfreie Ausschnitte, auf Links klicken passiert weiterhin unter eigener Gefahr.

"perhaps Pixar's most romantic film yet -- a beautiful sci-fi tale complete with all the feel-good vibes and fantastic, cutting-edge visuals we've come to expect from a film wearing the Pixar name. Despite a few small bumps in the galaxy, WALL-E can easily claim a spot up top on a list featuring the best films of the year so far, and it will surely go down as one of Pixar's most memorable -- because it's also one of their most personal."
- Cinematical

Pixar's ninth consecutive wonder of the animated world is a simple yet deeply imagined piece of speculative fiction. Despite the decade-plus since its inception, "WALL-E" is a film very much of its moment, although in a cheeky, uninsistent way; it has plenty to say, but does so in a light, insouciant manner that allows you to take the message or leave it on the table. Adroitly borrowing from many artistic sources and synthesizing innumerable influences, Pixar stalwart Andrew Stanton's first directorial outing since "Finding Nemo" walks a fine line between the rarefied and the immediately accessible as it explores new territory for animation, yet remains sufficiently crowd-pleasing to indicate celestial B.O. for this G-rated summer offering.
- Variety

This is getting to sound like a broken record: Pixar Animation Studios has just topped itself. Again. In "Wall-E," following the sublime culinary slapstick of "Ratatouille," Pixar and director/writer Andrew Stanton -- officially the studio's ninth employee way back when -- have spun a whimsical sci-fi fantasy about robots 800 years into the future that has all the heart, soul, spirit and romance of the very best silent movies 60 years ago.
[...]
The film is so clever and sophisticated that you worry, slightly, that it may be too clever to connect with mainstream audiences. But like those worries last year that having a rat for a hero in "Ratatouille" might throw off audiences, "Wall-E" is so sweet and funny that the multitudes will undoubtedly surrender to its many charms.

- Hollywood Reporter


Update:

Die guten Rezensionen nehmen kein Ende, und von "sehr gut" über "bester Film des Jahres" bis zu Vergleichen mit Kino-Meilensteinen und absoluten Klassikern ist alles dabei. Hier ein paar Auszüge:

While perfection can be characterized in many ways, there’s only one way to define perfect in the world of film: a picture that has everything you could ask for with nothing you could cut. Though this is a highly unlikely proposition, “WALL-E” has become 2008’s first perfect film and one of the best Pixar projects of all time.

- HollywoodChicago

the latest Disney-Pixar collaboration deserves to be ranked among the greatest science-fiction films.
Second [...] "WALL-E" is the finest Buster Keaton film in 80 years.
The movie's opening recalls the heyday of silent comedy because little WALL-E has no one to talk to.
[...]youngsters likely will find "WALL-E" more appealing than last summer's "Ratatouille." From the way he furrows his eyepieces to all his preverbal beeps and chortles, WALL-E is an adorable character even though he looks like scrap metal. WALL-E owes a lot to R2-D2 in this regard - more than you realize. His "voice" is provided by Ben Burtt, sound designer on all six "Star Wars" movies.

"WALL-E" is so much more than a cute robot cartoon, of course. Even by Pixar's Olympian standards, "WALL-E" touches the stars in artistry and entertainment value. Each frame is so dense with detail - particularly the photorealism of the Earth segments - that you know freeze frame buttons will get a workout once this hits DVD. [...]
But the film's most breathtaking moments come in the quiet, comic grace of the opening. If you can imagine Buster Keaton as a small box with binoculars for eyes and tank treads for legs - and "WALL-E" makes this easy to imagine - then the movie's first half represents the purest visual storytelling since movies started to talk.

- Jeffrey Westhoff

Wer bei Westhoffs letztem Satz bereits denkt, dass WALL•E möglicherweise sogar die kühnsten Erwartungen übertrifft, der sollte sich mal durchlesen, was Erik Childress von Efilmcritic.com zu sagen hat:

Don't Be Afraid. You Won't Be Alone Calling This A Masterpiece!
[...]
In fact, dreaming up any kind of monologue to describe it’s brilliance or to exasberate its sheen artistic value can never do the justice that your own senses will be able to bask in starting from the animated short that precedes it and right through it’s final audible sendoff. The words “genius” and “masterpiece” are all too flaunted about in modern cinema history, but if you don’t walk out of WALL-E uttering those terms or some variation on them then you must be on the way to your day job as an extra on the set of Idiocracy.
[...]
Not since Titanic will you have heard two prospective partners cry out each other’s names with as much longing (and frequency) and if there’s any karma, fate, or pure love out there to believe in than WALL-E will equal its attendance and then some.

- E-Filmcritic

WALL•E habe es verdient mehr einzuspielen als Titanic? Schön wäre es, wenn es endlich einmal geschehen würde, aber ich wage es zu bezweifeln... Dafür ist das Publikum leider zu unberechenbar (um nicht zu sagen "ignorant"), befürchte ich... In seiner Kritik vergleicht Childress WALL•E übrigens noch mit E.T., Star Wars und 2001. Wie hoch können diese Kritiken meine Erwartungen noch schüren?

With its lack of dialogue, inventive visual comedy and satirical view of working life, the first half of the movie could be an animated addendum to Charlie Chaplin's "Modern Times," which also used music and sound effects but no dialogue.

- Suburban Chicago News

Just when you thought Pixar Animation couldn't possibly top their last great achievement, they've created a piece of artistic storytelling that's so above and beyond anything that's come before that it truly deserves the audacious label of "pure genius."
[...]
With mere synthesized bleeps and bloops and the occasional word, sound FX expert Benn Burtt has created a character that stands up not only to some of Pixar's most beloved, but also classic Disney characters going back to Mickey Mouse.
[...]
Stanton and Pixar have achieved a new plateau in their craft, creating what's destined to be a beloved classic, right up there with the likes of "Snow White," "Bambi" and "Cinderella," and one that similarly will be held close to many hearts for decades to come.

- ComingSoon



Noch Fragen?


UPDATE 2:

Der Blockbuster-Sommer legt gerade erst so richtig los, da wird bereits die erste Oscar-Diskussion losgetreten:

Let's get the insane, over-the-top hyperbole out of the way early - I love Wall-E. I adore the character and the film that tells his story. Over the course of our lives there are a few times when you leave a theater with the absolute, unshakable confidence that you will not only see the movie you just watched again but repeatedly and until the day you die. It's the way we all felt upon leaving Star Wars, Toy Story, Finding Nemo, etc. There are movies that simply become a part of your life. Wall-E is a movie like that for me.
[...]
Wall-E is not only the best movie of the year by galaxy-sized leaps and bounds, it's one of my favorite movies in a long, long time.
[...]
While other studios are shooting animated fish in a barrel by keeping things simple, writer/director Andrew Stanton has made the most ambitious film of the year. It's a science fiction film with a lead character who doesn't speak at all. But Wall-E is just proof that the old line that "The larger the risk, the larger the reward" couldn't be more true. And I haven't even touched on the fact that Wall-E couldn't be a more beautiful film to look at. This is as large a leap forward in filmmaking as when we first saw Woody and Buzz in Toy Story. Wall-E has an Oscar-worthy screenplay but is so stunning visually that it would work even it was a completely silent film. A Best Cinematography nomination isn't out of the question. Honestly, neither is a Best Picture nomination. Wall-E is certainly that good. But will audiences embrace it? Will they take a chance on a non-speaking robot? God, I hope so.

Diese Rezension stammt von der Webseite The Dead Bolt. Nun, das nenne ich doch Mal Ironie des Schicksals. Denn wie heißt nochmal Disneys nächster Animationsfilm? Richtig, Bolt... Und nach einem solchen Kritikerliebling wie WALL•E kann sich der Albinoschäferhund noch so sehr anstrengen, im direkten Vergleich wird er wie eine angestaubte Wasserleiche wirken (nämlich kurios, aber untalentiert).

Wie dem auch sei... Die Hoffnungen auf mehrere Oscars für WALL•E, die in der letzten Rezi ausgesprochen werden sind - allein den Oscar-Regeln nach zu urteilen - nicht unrealistisch. Abendfüllende Animationsfilme können rein theoretisch in jeder Kategorie (außer bei den Kurzfilmen und den Dokumentationen) nominiert werden, auch in der Kategorie "Bester Darsteller" (siehe auch diesen Artikel der NY Times), in der dann die Sprecher prämiert werden könnten. Wie uns die Geschichte jedoch zeigt, werden Animationsfilme üblicherweise (außerhalb ihrer eigenen Kategorien) bestenfalls für Musik, Songs und in den Tonkategorien nominiert. Es sei denn, Pixar übertraf sich Mal wieder selbst, dann gibt es sogar eine Drehbuch-Nominierung.

Somit ist - bisher - nicht an einen Oscar-Regen zu glauben... Sollte WALL•E jedoch sämtliche Box-Office-Rekorde zerkleinern, die ihm in den Weg kommen, dann können wir noch einmal darüber reden...

Mittwoch, 25. Juni 2008

Frühes "Dark Knight"-Review außerordentlich positiv


Es scheint ein guter US-Kinosommer für gehypte Blockbuster zu werden. Nicht nur WALL•E scheint die Erwartungen einzuhalten (oder osgar zu übertreffen), auch The Dark Knight, die Fortsetzung von Christopher Nolans hoch gelobten Batman Begins, scheint das zu erfüllen, was man sich von ihm verspricht.

Bei AICN flatterte eine erste Rezension herein, die sich wirklich berauschend liest.


Heath Ledgers performance of the joker is truly one for the books. A man of no remorse or morals who simply wants to see things burn. There is no back story or establishing the character. He is fully formed. [...] The Joker is almost more of a terrorist than criminal. He is not motivated by money. He wants to see people suffer. Its a damn shame that this was
Heath Ledger's final major performance as it shows a whole different side to him as a performer and I now know that he was endlessly talented. [...] Best supporting Oscar anyone?
[...]
The film feels more like a crime drama in a grand city scape than a typical comic book movie. It feels like Heat except Batman is Al Pacino and The Joker is Robert De Niro and just like in that film we have a great scene between Heath Ledger and Christian Bale across a table. There is also an element of a Greek Tragedy. There is a vast sense of morality at play within the film.
[...]
The run time is two and a half hours. It doesn't feel that long as there is so much going on within the film. Ive always felt Christopher Nolan was able to handle pacing unlike many movies that are over two hours these days. This is also his first entirely linear film and he proves himself to be a gifted storyteller and a master of utilising film as a visual medium. He fills each frame with so much scope and detail. You can tell he is enjoying himself with the amount of money he is being allowed to play with and wants to better himself and the franchise.

Although this movie doesn't feel like an instalment in a franchise.
The best thing I can think of for comparison is The Godfather Part 2.

Die komplette Rezension findet ihr bei AICN... Was der Autor schreibt macht wirklich Lust auf den Film und treibt meine Erwartungen nochmal etwas in die Höhe. Dass der Film tatsächlich mit dem zweiten Paten-Film vergleichbar sein soll klingt schon fast zu hoch gegriffen um wahr zu sein, aber das Lob für Nolans visuelle Herangehensweise kaufe ich sofort ab. Über Ledgers Performance bin ich nun wirklich gespannt - ein posthumer Oscar in einer der Hauptkategorien, und dann auch noch für einen Sommerblockbuster... Das wird nicht eintreffen, dafür ist die Acadamy viel zu eingefahren in ihren Gewohnheiten. Wenn Ledger nominiert wird, dann gewinnt WALL•E den Oscar für den besten Film...
Aber wir dürfen gespannt sein, ob Ledgers Darstellung des Jokers zumindest solche Revolutionen denkbar machen wird.

"Verwünscht" und "Sweeney Todd" gewinnen Saturn Award

Zum 34. Mal verlieh die Acadamy of Science Fiction, Fantasy & Horror den Saturn Award in mehreren Kino-, TV- und DVD-Kategorien.

Am erfolgreichsten lief die Verleihung für die Disney Company und für Paramount Pictures, die jeweils sechs bzw. fünf Preisen.

Verwünscht wurde als bester Fantasy-Film prämiert und setzte sich somit - durchaus überraschend - gegen Spider-Man 3, den aktuellen Harry Potter und Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt durch. In den anderen Hauptkategorien gewannen Cloverfield (als bester Sci-Fi-Film) und Sweeney Todd (als bester Horror-Film).

Die Frank-Miller-Adaption 300 gewann den Preis in der Kategorie "Bester Action-/ Abenteuer-/ Thriller-Film". In der Animations-Kategorie setzte sich Ratatouille durch, der auch für das beste Drehbuch prämiert wurde und somit Brad Bird einen weiteren Award einbrachte.

Als beste Hauptdarsteller wurden Will Smith (I am Legend) und Amy Adams (Verwünscht) ausgezeichnet, als die besten Nebendarsteller wurden Marcia Gay Harden (Der Nebel) und Javier Bardem (No Country for Old Men) prämiert.

Alan Menken, der bei den oscars leer ausging bekam nun endlich einen Preis für seine Musik in Verwünscht, während Ve Neill und Martin Samuel einen Saturn Award für das Make-Up in Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt nach Hause nehmen durften.

In den TV-Kategorien räumte Lost den Award für die beste Network-Serie ab, sowie für den besten Hauptdarsteller (Matthew Fox) und den besten Nebendarsteller (Michael Emerson). Außerdem gewann Elizabeth Mitchell (ebenfalls Lost) den Preis für die beste Nebendarstellerin, teilt ihn sich jedoch aufgrund Stimmengleichheit mit Summer Glau (Terminator: The Sarah Connor Chronicles).

Die TV-Produzenten Robert Halmi, Jr und Robert Halmi, Sr. erhielten den Live Career Award.

Weitere Awards gingen an folgende Künstler bzw. Produktionen:

Best Performance by a Younger Actor: Freddie Highmore (August Rush)

Best Direction: Zack Snyder (300))
Best Costume: Colleen Atwood (Sweeney Todd)

Best Special Effects: Scott Farrar, Scott Benza, Russell Earl, John Frazier (Transformers)

Best International Film: Eastern Promises

Best Syndicated / Cable Television Series: Dexter
Best Presentation on Television: Family Guy: Blue Harvest

Best Actress on Television: Jennifer Love Hewitt (Ghost Whisperer)


Best DVD Release: The Cabinet of Dr. Caligari (remix)
Best DVD Special Edition Release: Blade Runner (5 Disc Ultimate Edition)
Best DVD Classic Film Release: The Monster Squad
Best DVD Collection: Mario Bava (Box Sets 1 & 2)
Best Television Series Release on DVD: Heroes (Season 1)
Best Retro Television Series Release on DVD: Twin Peaks (Definitive Gold Box Ed.)

The George Pal Memorial Award: Guillermo del Toro
The Filmmakers Showcase Award: Matt Reeves
The Special Achievement Award: Tim & Donna Lucas
The Service Award: Fred Barton

Die Liste aller Nomminierten findet ihr hier.

Weiterführende Artikel:

WALL•E - Und der Tag ist rund


Ein perfekter Tag braucht heutzutage eine Dosis WALL•E, sonst kann es nichts werden. Und damit heute auch ein perfekter Tag wird, gebe ich euch heute eure Dosis von diesem kleinen Roboter in Form einiger Rezensionen und ein paar weiterer Artikel...

Achtung, die verlinkten Rezensionen könnten Spoiler enthalten, aber die hier zitierten Stellen sind spoilerfrei!

WALL-E is another winning confection from Pixar, the folks who have made an art out of wrapping adult themes in childish whimsy and coming out with movies that please both elements. Starring a box shaped little robot with more than a passing resemblance to E.T., WALL-E is quite possibly the cutest Pixar hero ever, despite the fact that he's a trash compactor with eyes. A story centering on a wordless robot could be cold and uninviting, but not in Pixar's capable hands. Never has a robot been this compassionate: WALL-E's got heart. [...]
Andrew Stanton, who won an Oscar in 2004 for Finding Nemo, has certainly earned his place in the pantheon of animation pioneers, but with WALL-E, he has taken not only the art of animation, but the art of storytelling to new, unimaginable heights.

- Cinema Blend

'WALL-E' is a visual feast to behold and it isn't just because of the detailed state-of-the-art computer graphics that Pixar renders better than anyone. The film is filled with beautiful imagery that not only helps tell the story, but remains in your mind's eye long after its over. This is not the average kiddie flick that attempts to manipulate you because their is such sincerity and sweetness behind its intentions. It's great science-fiction, spectacular excitement and an emotional journey, but if I were to sum it up in one word it would be "EXTRAORDINAR-E!"

- Latino Review

a film that’s both breathtakingly majestic and heartbreakingly intimate—and, for a good long while, absolutely bereft of dialogue save the squeals, beeps, and chirps of a sweet, lonely robot who, aside from his cockroach pet, is the closest thing to the last living being on earth.

- Village Voice


Und hier die versprochenen, weiteren Artikel:
Ist da draußen noch irgendjemand, der nicht daran glaubt, dass WALL•E genial wird?

"Eaglye Eye"-Trailer

Der Trailer zu Eagle Eye gibt etwas mehr Einblick in den Film und seine Story. Außerdem überrascht er damit, dass der Film eine wesentlich aufwändigere Produktion zu sein scheint, als ich bisher dachte...

*Zum Trailer*


Eagle Eye startet in Deutschland am 9. 10. 2008

Dienstag, 24. Juni 2008

Elton vs. Simon - Die Show

So eben strahlte ProSieben im Rahmen seines neuen Dienstags die erste Folge von Elton vs. Simon - Die Show aus. Als Fan der ersten zwei Staffeln von Elton vs. Simon (damals noch im Doku-Format) konnte ich mir das natürlich nicht entgehen lassen.

Moderiert wird die Show von Johanna Klum, die somit die dritte Viva-Moderatorin ist, die man am Dienstag auf ProSieben sehen kann. Im Gegensatz zu Nervensägewerk Gülcan und der eher farblosen Collien ist Johanna Klum allerdings tatsächlich eine recht gute Moderatorin, die sich immerhin schon bei ein paar Raab-Eventshows einige Sporen verdienen konnte.

In das neue Showkonzept muss sich Klum jedoch noch einleben. Während ihre Anmoderation der Sendung noch viel versprechend ausfiel, da sie die Stimmung des Vorspanns der Serie sehr gut nachahmte (eine martialisch klingende Ankündigung von epischer Breite, der sie mit einem kleinen Touch in der Stimmlage viel Ironie verlieh), beschränkten sich Klums Moderationen für den Rest der Sendung auf simple Spiel-Vorstellungen und Punkte-Ansagen. Hier hätte mehr drin sein können.

Die Kontrahenten Elton und Simon behielten ihr gelungenes Zusammenspiel (wenn man das in einem solchen Konzept überhaupt so nennen darf) aus der Doku-Variante bei: Mit kleinen Stacheleien sorgten sie für Witz und Spannung, ohne dabei in platte Gemeinheiten zu verfallen. Man spürte, dass sich die beiden im wirklichen Leben respektieren und sich in der Sendung zu Gunsten des Wettstreits necken.
Somit wurde ein entscheidendes Element der "Serie" auch in das Showformat gerettet.

Dennoch war die Premiere leider nicht ganz so gut, wie sie hätte sein können, an manchen Ecken und Kanten war die Idee noch nicht ganz ausgereift. Die Glanzpunkte waren eindeutig die Einspieler, die an die alten Ausgaben erinnerten. Der Wettbewerb "Wer kann den anderen besser aktzeichnen?" spielte in kurzer Zeit ale Trümpfe aus, die Elton vs. Simon so stark machten und war wirklich witzig. Aber auch der Bagger-Fahr-Wettkampf konnte überzeugen, vor allem aufgrund der Tollpatschigkeit der Kontrahenten und des Seitenhiebs auf Gülcan und Collien.

Die Studioaktionen waren dagegen von durchwachsener Qualität. Während die Idee des ersten Spiels ("Wer rennt schneller gegen eine Wand?") eigentlich perfekt ins Konzept passte, so fehlte der Durchführung irgendwie der Pepp. Als zweite Studioaktion folgte ein Ping-Pong-Wettberwerb den man mit typischen Jugend-Mutproben und Trinkspielen kreuzte (wenn der Gegner einen Becher mit ekligem Inhalt trifft, muss man den Becher leer trinken), welche leider zu kurz ausfiel.

Als Abschluss der Sendung folgte das Spiel "Wer steckt sich mehr Geld in die Unterhose", das wieder an die "alten" Ausgaben erinnerte. Aus drei Modellen konnten sich Elton und Simon eine Unterhose aussuchen und mussten dann versuchen damit mehr Kleingeld zu transportieren als der Gegner. Trash-Comedy, die nicht überzogen ist und dank Elton und Simon auch eine gewisse Ebene erreicht, an die Schock- und Schwachsinnsformate wie Jackass und Fist of Zen nie herran kommen werden.

An die Doku-Variante wird die Fortsetzung im Show-Format wohl nicht mehr herranreichen, doch es ist immer noch kurzweilige Unterhaltung für Zwischendurch. Leider ist die Staffel bereits abgedreht, so dass man nicht auf die Zuschauerreaktionen eingehen kann um der Sendung den nötigen Feinschliff zu verpassen. Somit bleibt zu hoffen, dass sich das Team dieses "Schlag den Raab für Irre" von allein an das neue Konzept gewöhnen konnte und die Schwächen entdeckte.

Fazit: Schwächere Neugeburt von Elton vs. Simon, die in ihren besten Momenten an den Vorgänger herranreicht und in den schlechteren Strecken zumindest immer noch zu unterhalten weiß und das TV-Sommerloch gekonnt für eine Stunde füllt. Nun muss man nur noch die Kinderkrankheiten beseitigen.

Weiterführender Artikel:

Future Shorts - Die Retter der Kurzfilmkultur


Der gute, alte Kurzfilm. Für Nostalgiker gehört er zu einem runden Kinoabend genauso dazu wie eine Hand voll guter Trailer, Marlboro-Werbung mit malerischen Bildern des wilden Westens, ein Langnese-Spot und natürlich die Packung Popcorn und ein Süßgetränk im Pappbecher.

Kurzfilme waren lange Zeit ein wichtiger Stützpfeiler Hollywoods, sie brachten Stars wie Charlie Chaplin, Stan und Laurel oder Buster Keaton hervor und die Walt Disney Studios erreichten bereits vor dem Langfilm Schneewittchen Ruhm und Ehre in Hollywood, die Helden ihrer Kurzfilme wurden zu Ikonen.

Es waren auch die animierten Kurzfilme, die bis in die 50er hinein populär blieben, doch auch sie verloren durch Double-Features und das Fernsehen an Ruhm. Der Kurzfilm wurde mit der Zeit zu einer fast schon exklusiven Filmform für Independent-Filmer, Filmstudenten und Kunstkino. Ähnlich wie die Kurzgeschichte im Vergleich zur Novelle oder dem Roman ihre eigenen Gesetze und Normen entwickelte, erhielt auch der Kurzfilm gewisse Eigenheiten, die ihn auch abseits von seiner Länge vom Langfilm unterscheidbar machten. Oft wird er auch als Sprungbrett riskantere Themen verwendet, da man einen brisanten Kurzfilm leichter finanzieren kann als einen Langfilm zum selben Thema.

Der Kurzfilm blieb bis heute unkommerziell und im Kino vergleichsweise unpopulär, auch wenn Pixar (und nun auch wieder Disney selbst) Kurzfilme produziert um sie mit den Langfilmen des Studios zu koppeln. In den neuen Medien fand der Kurzfilm jedoch eine kleine Nische, dank Videohandys und Plattformen wie Youtube.

Mit der Programmreihe Future Shorts findet der Kurzfilm wieder zurück in seine alte Heimat, das Kino. Future Shorts - das ist ein ausgewähltes Programm, bestehend aus internationalen Kurzfilmen verschiedenster Genres, ob Animation oder Spielfilm, fiktiv oder dokumentarisch.

Doch Future Shorts ist noch viel mehr als das: Eine kleine Kinorevolution, eine Bewegung, ein Kurzfilm-Label, aber vor allem eine Idee.

2003 in London von einem Kurzfilm-Macher gegründet, weitete sich Future Shorts zu einem weltweiten Netzwerk aus, das sich stets auf die Suche nach gelungenen Kurzfilmen jeglicher Art macht und daraus ein Kurzfilmprogramm zusammenstellt. Dieses monatlich wechselnde Programm tourt dann durch die ganze Welt. Bislang finden sich in 20 Länder Niederlassungen dieser Initiative wieder. Auch Deutschland ist mit dabei, Aufführungen der Future Shorts-Programme finden in Aachen, Köln, Berlin, München, Frankfurt, Hamburg und einigen weiteren Städten statt.

Obwohl die Organisation mittlerweile der größte Kurzfilmvertrieb ist und wacker dafür kämpft, den Kinogängern dieser Welt wieder an die Kurzfilmkultur heranzuführen und den internationalen Kurzfilmern eine standfeste Plattform liefert, gibt es nicht einmal einen Eintrag in der englischen oder deutschen Wikipedia.

Wenn ihr mehr über Future Shorts wissen wollt, geht auf die offizielle Webpage: Futureshorts.de

Ein Desaster kommt auf uns zu

Jason Friedberg und Aaron Seltzer schrieben an Scary Movie mit und lieferten somit den besten Film ihrer Karriere ab. Wem es jetzt schon graut, sollte sich nun besser einen Kübel holen... Denn das Duo dachte nach dem Erfolg von Scary Movie, dass sie die Reihe wohl verlassen könnten und nun eigene Parodien schreiben und drehen könnten. Date Movie, Fantastic Movie und Meine Frau, die Spartaner und ich brachten die Spoof-Filme in Verruf und wurden völlig zurecht von Kritikern zerrissen.

Nun versuchen sie es noch einmal. Mit Disaster Movie macht das Duo es seinen Kritkern nun wirklich leicht - bei dem Titel... - und muss wohl für die Finanzierung immer mehr Studios zusammentrommeln. Das könnte bedeuten, dass nach diesem Film endlich Schluss ist mit diesen Quälereien.

Denn dieser Film kann einfach nicht gut sein. Das Timing im Trailer ist absolut peinlich, und einige der Gags sind einfach nur schlechte Ideen, die selbst bei den besten Comedians nicht rüber kommen könnten... Seht selbst, wie mies sie erst sind, wenn einige hohldoofe Pappfiguren diese Gags rüberbringen wollen.

Disaster Movie


Einfach.Nur.Schlecht.

US-Komikerlegende George Carlin verstorben


George Carlin ist eine amerikanische Legende. Er prägte die Comedylandschaft der USA ungemein und ist sogar, wie er selber von sich sagte, eine Fußnote in der US-Rechtsgeschichte. Und stolz darauf.

Der ehemalige Radio-Discjockey begann seine TV-Karriere in der Ed Sullivan Show, einem Meilenstein der TV-Geschichte dessen Ruhm sich nie bis nach Deutschland herumsprechen sollte. Die Show bot ein breites Spektrum an Unterhaltung an, von Oper über Rock bis Comedy. Die Sendung wurde ein Sprungbrett für George Carlin, der danach vermehrt in die Tonight Show - der Urmutter der Late-Night-Shows, eingeladen wurde.

Das besondere an George Carlin war sein zwangloser Umgang mit Tabus, sein schwarzer Humor, mit dem er auch politische Satire betrieb oder seine Ansichten über Religion und Besonderheiten der Sprache verpackte.

Letzteres führte dazu, dass Carlin zur besagten Fußnote in der Justitzgeschichte wurde: Eine Comedy-Routine von ihm war ein Monolog über die sieben Wörter, die im amerikansichen Fernsehen tabu sind. Nach einem Auftritt in Milwaukee im Juli 1972 wurde er aufgrund Obszönitäten (nämlich seinem Programm) verhaftet und im Jahr danach führte eine Klage eines Vaters (dessen Sohn im Radio eben jenes Comedy-Programm hörte) dazu, dass Behörden anstößiges Radioprogramm zu Zeiten, während denen Kinder zuhören könnten, zensieren dürfen.

Carlin, der später auch der erste Moderator von Saturday Night Live wurde (einem weiteren TV-Meilenstein, der in Deutschland trotz seines Einflusses - auch auf deutsche Comedy - relativ unbekannt ist) prägte in den 70ern zudem ein neues Bild von Komikern. War das Publikum zuvor gewohnt, dass Comedians fein gekleidet sind und gepflegt auftreten, führte Carlin mit seinem Look die Zuschauer an ein lässigeres Erscheinungsbild: Lange Haare, Bart, zerrissene Jeans.

Für seine Comedy-Alben erhielt Carlin mehrere Grammy Awards und seit Dogma, in dem er als Kardinal auftrat, ist er auch ein regelmäßiger Gaststar in den Filmen von Kevin Smith, einem der vielen Vertreter der Carlin folgenden Komiker-Generationen, denen die sieben schmutzigen Wörter nicht fremd sind.

Aber auch in jugendfreien Filmen hinterließ Carlin seine Spuren: Er sprach Filmore, den entspannten VW-Bus in Pixars Cars.

George Carlin starb am 22. Juni an einem Herzversagen. Möge der Tabubrecher in Frieden ruhen.

Edit: Kevin Smith schrieb einen Nachruf für George Carlin, den ihr hier lesen könnt.

Montag, 23. Juni 2008

Actionreicher WALL•E-Trailer

Hier ein neuer Trailer zum Film, der die Animationswelt verändern wird. Oder es zumindest verdient hätte.

Er enthält bislang unbekanntes Material, wer also bereits genug gesehen hat, muss sich das hier nicht angucken. Richtige Spoiler gibt es aber nicht.



Außerdem wurde bekannt, dass man (wie bei den meisten Pixars der letzten Jahre auch) einen Kurzfilm für die DVD-Veröffentlichung plant. *Klick*

Und auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Ich kann es nicht mehr erwarten, ich bekomme von Info zu Info mehr Lust auf diesen Geniestreich!

Sonntag, 22. Juni 2008

TV (Sommerpause) Total

Sommerpause - für diejenigen, die nicht in den Urlaub fahren immer eine ärgerliche Sache. Bekannte, Freunde und Kollegen sind gerade auf Mallorca, in Florida, machen Städtereisen in Europa oder genießen sonstwie ihre freien Tage, und man selbst liegt gelangeweilt zu Hause rum und kann noch nichtmal fernsehen.
Im Moment hält sich dieser Frust noch in Grenzen, schließlich füllt die EM das Fernsehprogramm vieler, aber danach sieht es wieder mau aus - von ein paar Highlights im ProSieben-Programm abgesehen (24, Kalkofes Mattscheibe, Elton vs. Simon - Die Show).

ProSiebens Superstar macht sich dagegen wie jedes Jahr im Sommer rar und hinterlässt eine Programmlücke. Stefan Raab macht frei, TV Total ist aus dem Programm. In früheren Jahren gönnte man dem Zuschauer wenigstens noch Sommer-Spezials wie TV Total in London oder später Clipshows mit neuer Rahmenmoderation und Ausschnitten aus älteren Ausgaben zu einem besonderen Thema (etwa: Raab und Tiere, Raab und Kinder oder Raab und Sport).

Das ist jedoch schon längst Geschichte. Dafür bietet aber die offizielle Homepage momentan eine herrliche Videosammlung zum anschauen an, ein Best of "Raab in Gefahr".

Die Entscheidung, gerade mit einer "Raab in Gefahr"-Videosammlung die Sommerpause zu überbrücken ist sicherlich logisch (schließlich ist dies eine der populärsten Rubriken und zweifelsfrei auch der Geburtsort der zahlreichen Raab-Eventshows), jedoch auch Öl ins Diskussionsfeuer: "Raab in Gefahr" ist eine mittlerweile eingestellte TV Total-Rubrik und die Videoauswahl auf der TV Total-Homepage besteht zu einem überwiegenden Teil aus älteren Ausgaben eben jener Reihe. Die stetigen Vorwürfe, TV Total habe seine beste Zeit längst hinter sich wird man so kaum abwürgen können.

Jedoch sind die ständigen Kritiken an der jüngeren TV Total-Geschichte - wie ich finde - zu hart und vor allem die Vorwürfe, die Sendung wäre seit der Umstellung auf die Ausstrahlung vier Mal in der Woche schlecht, kann ich gar nicht verstehen.

Sicherlich ist der Höhepunkt der TV Total-Geschichte längst vorbei, darüber muss man nicht diskurtieren. Jedoch kann man mir nicht sagen, die Show wäre seit 2001 (seither läuft TV Total vier Mal die Woche) mies. Viele Highlights fanden auch in diesem Jahr statt: Der Auftritt von Eddie Rodriguez, der Maxi-Biewer-Rap, Raabs gelungener Versuch sich beim FC Bayern als Rainer Calmund auszugeben, die Blödesheim-Aktion und der sinnlose Wettbewerb "Rutscher oder Lutscher". Und vieles mehr.

Erst Ende 2001 sank die Qualität ein wenig, wohl als Nachfolge des 11. Septembers: Einige Zeit nahm man den gewohnten Biss aus der Sendung und fand erst spät wieder zu ihm zurück, jedoch nicht zur alten Dynamik.
Trotzdem war TV Total auch 2002 noch auf einem hohen Spaßniveau, auch wenn die besten Aktionen stärker aus dem etwas schwacher gewordenem Showalltag herrausstachen als zuvor. Darunter Raabs Aktionen mit Kylie Minogue oder der Erstwählercheck.

Der wahre Absturz begann erst 2003, dem Anbruch der aktuellen TV Total-Ära mitsamt neuem Studio und fahrbarem Tisch. War das erste Halbjahr noch ganz gut und füllte sich mit der Suche nach einer Friseurin für den Bassisten Klaus und einigen langen ausgeschlachteten TV-Ausschniten ("I'sch gucke!") und dem damals noch sensationellen Tisch mit dem man die internationalen Stars verwirrte, wandelte sich die Show immer mehr. Nach der Sommerpause 2003 wurde der "Raab der Woche" aus dem Programm genommen und der Fokus der Show verschob sich merklich vom Fernsehirrsinn hinweg.

Das neue Konzept musste noch schärfer definiert werden, die Show musste sich wieder neu einpendeln. Diese erste Durststrecke endete, als der Wettbewerb "SSDSGPS" Ende 2003 bis Anfang 2004 in die Show Einzug fand. Kurzzeitig erlebte TV Total ein neues Hoch, was sogar in einige Sonderausgaben aus Istanbul gipfelte, für die Raab (ebenso wie für SSDSGPS) hoch gelobt und auch ausgezeichnet wurde.

TV Total blieb bis Ende 2004 durch solche Sondersendungen wie der Olympia-Woche oder der Hochsprung-Sondersendung in Form, während der "Alltag" -meiner Meinung nach - an Inspiration verlor.

Irgendwann in der zweiten Jahreshälfte 2005 erreichte TV Total für mich den Tiefpunkt, als die alltäglichen Sendungen nur noch als Werbefläche für andere Raab-Shows wurden oder - wenn es gerade keine gab - nur noch dahintröpfelten.

Seit Mitte 2006 ging es wieder aufwärts, auch wenn es kein stetiger, gleichmäßger Aufstieg sein sollte. Sondersendungen wie die Poker-Nacht, die Maskottchen-WM oder der Bowlingabend hatten ihren eigenen Charme und sollten Highlights werden, aber auch das Alltag war zwischendurch wieder gelungen, auch wenn zwischenzeitlich wieder reinste Routine herrschte und der Funke fehlte und später "Ingrid & Klaus" und zu oft wiederholte Trailer für andere Shows auch den letzten Nerv rauben konnten.

Einen richtigen Qualitätsschub gibt es wieder seit Ende 2007. Raab neigte wieder zu den spontanen, komplett ausgeschlachteten Scherzideen, die die Show früher so genial machten, und anscheinend schien man sich endlich an das Late-Night-Format gewöhnt und eingespielt zu haben. Vor allem zu Beginn 2008 knüpfte die Sendung in ihren gelungensten Ausgaben wieder an alte Zeiten an. Raabs Spielereien mit dem neuen 16:9-Format der Show, die Popstarts-Parodien und die Gags über die Uri-Geller-Show und mehr Spaß an TV Total an sich zeigten, dass das Tief endlich überwunden ist. Dazu gab es mit SSDSDSSWEMUGABRTLAD wieder ein konstantes Highlight.

An das ganz alte Niveau wird man sicher nicht mehr herrankommen, aber dafür sind die Raab-Events immer eine sichere Bank. Und mit Schlag den Raab regiert Raab nun ja auch das Spielshow-Genre.

So, nun aber viel Spaß mit der Videosammlung "Best of Raab in Gefahr".

Elton vs. Simon


Im Juni 2004 - als TV Total noch nicht ganz seinen Tiefpunkt erreicht hatte - stellte Showpraktikant Elton in Stefan Raabs Sendung einen Wettbewerb mit Freund und Kollegen Simon Gosejohann (Comedystreet, Project Dance Sensation) vor: Wer kann länger wach bleiben?

Dieser simpel klingende Wettbewerb, ein typischer Streit zweier Männer die sich beweisen wollen, wer der bessere von ihnen ist, sollte an einem Donnerstagabend in einer eigenen knapp halbstündigen Show ausgetragen werden.
Das Konzept wurde perfekt platziert: Es wurde in TV Total nicht nur beworben, sondern erweckte auch den Anschein eines TV Total-Spin-Offs: Anstatt den Showpraktikanten in einem Einspieler zu quälen wie sonst immer, wird dies nun in eine eigene Sendung ausgelagert. Und der Sendeplatz war auch ideal: Simple Aktions-Comedy, die manchmal mit einem gewissen Trash-Faktor liebäugelte, sich aber noch einen eigenen Witz bewahrte und nicht bloß auf "größer, schneller, ekliger" beschränkte, hatte am Donnerstag nach TV Total bereits Tradition (u.a. Trigger Happy TV, Rent a Pocher, Comedystreet).

Das Special lief in der anivsierten und gekonnt angelockten Zielgruppe sehr gut und so gönnte ProSieben Elton und Simon 2005 eine ganze Staffel, in der sie sich mit weiteren Wettbewerben gegenseitig übertölpeln konnten. Diese lief ebenfalls sehr erfolgreich und erhielt 2006 eine Fortsetzung sowie eine DVD-Veröffentlichung.

Was sich bis heute nicht wirklich herumgesprochen hat, ist dass Elton vs. Simon auf dem kanadischen Trash-Format Kenny vs. Spenny basiert, in welchem sich ebenfalls zwei befreundete Komiker in den verschiedensten Wettstreiten messen. Im Gegensatz zu Elton vs. Simon liebäugelt dieses Format jedoch eher Mal mit einem gewissen Ekelfaktor.

Elton vs. Simon erarbeitete sich eine richtige Fangemeinde und erzielt selbst mit Wiederholungen sehr gute Quoten. Und durchaus zu Recht, denn die Show hat dank der tollen freundschaftlich-gehässigen Chemie zwischen Elton und Simon einen ganz eigenen charmanten Witz, der eine willkommene Ergänzung zum "Hirn-aus"-Humor der überzogenen Wettbewerbe darstellt. So entwickelt sich auch viel Situationskomik, wenn sich die beiden zum Beispiel auf einen Sperma-Test vorbereiten oder Elton Simon nicht wiedererkennt, nachdem er sich für den "Wer kann in drei Tagen mehr zunehmen?"-Wettbewerb äußerlich völlig verwandelt.

Hinzu kommt natürlich auch die Schadenfreude an all den Qualen, die sich die beiden Komiker aussetzen, egal ob sie sich auf eine Herdplatte stellen oder das Schwergewicht Elton den an ihn angeketteten Simon ohne Rücksicht auf Verluste durch die Gegend zerrt.

Trotz guter Quoten und den Nachfragen der Fans ließ eine dritte Staffel lange auf sich warten. Wie sich herausstellte lag es am zögerlichen Elton, der sich für zu alt hielt sich weiter den anstrengenden Drehs für all die Trashaktionen auszusetzen (*klick*). Letztlich entschloss man sich, doch eine weitere Staffel zu drehen, nun jedoch mit verändertem Konzept. Statt wie bisher im Doku-Format die Comedians während ihrer langen Wettbewerbe zu begleiten, übernahm man die Idee der Mini-Wettbewerbe (die in jeder Staffel und als DVD-Bonusfolge bereits Verwendung fand) und übertrug sie in ein Showformat.
In mehreren Mini-Wettbewerben vor einem Studiopublikum und einigen Einspielern treten Elton und Simon unter der Moderation von Johanna Klum in solchen Aktionen wie "Akt malen" oder "Wer kann sich mehr Kleingeld in die Unterhose stecken" an. Somit entfernen sie sich weiter von der kanadischen Vorlage und verwandeln ihre Sendung mehr in eine Comedy-Variante von Schlag den Raab - womit Elton vs. Simon nun wieder wie ein Raab-Spin-Off wirkt.

Die zwei bisherigen Staffeln waren tolle Comedy für zwischendurch, ein gelungenes Format zum abschalten. Ab Dienstag, dem 24. Juni wird sich zeigen, ob die neue Show-Staffel an dessen Klasse anknüpfen kann.

Elton vs. Simon - Die Show läuft dienstags um 21.15 Uhr auf ProSieben.

Und bitte schaltet nicht schon eine Stunde früher ein. Denn da kopieren die Viva-Moderatorinnen Gülcan und Collien kackendreist das stumpfsinnige (und im Gegensatz zu Elton vs. Simon uncharmante) Format The Simple Life, das Blitzlichtgewitter-Doofbacke Paris Hilton zu Starruhm verhalf und somit dessen Erfinder einen VIP-Platz an der heißesten und düstersten Ecke der Hölle einbrachte, wo er elendig verschmoren wird. Gerecht wäre es jedenfalls.