Sonntag, 31. August 2008

Deutsche Bastarde

Quentin Tarantino gibt sich für seinen kommenden Film jede Menge Mühe. Nach jahrelanger Skriptphase stellt der Kultregisseur eine internationale Besetzung für Inglorious Bastards zusammen, der unter anderem in Frankreich und Deutschland gedeht werden soll.

Der Deutsche Christoph Waltz (u.a. Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit) wird als Hauptbösewicht "Jew Hunter" in Inglorious Bastards zu sehen sein. Weitere Deutsche im Cast sind Michael Fassbender (300) als britischer Offizier und Diane Krueger (Troja, Das Vermächtnis der Tempelritter und Das Vermächtnis des geheimen Buches) als eine deutsche Schauspielerin.

Samstag, 30. August 2008

Wer wird das Nostalgia Chick?

That Guy With The Glasses, besser bekannt als Nostalgia Critic, muss ich euch ja wohl nicht mehr vorstellen.
Neu dagegen sollte das Nostalgia Chick sein, das weibliche Pendant zum herrlich witzigen Filmkritiker. Dieser erhält nämlich zahlreiche Anfragen für Reviews, die er nicht erfüllen kann. Vor allem Filme und Serien die im Kindesalter als "Mädchenkram" abgetan werden lehnt er ab, da er sie durch keine nostalgische Brille sieht.
Deshalb rief er den Nostalgia Chick-Wettbewerb aus: Nostalgische Videorezensionen mit viel Humor. Über... "Frauenkram". Die beste wird sozusagen adoptiert und darf auf der Webseite regelmäßig ihre Videos präsentieren.

Der Wettbewerb befindet sich nun in der Finalphase und bereits jetzt offenbart er sich als voller Erfolg. Welche Finalistin nun das offizielle Nostalgia Chick wird, werden die Besucher der Webseite in den nächsten Tagen bestimmen. Bis dahin empfehle ich euch diese Videos anzusehen. Vor allem das Pocahontas-Video ist sehr gelungen.

Viel Spaß!

Freitag, 29. August 2008

Der gesunde Wahnsinn kehrt zurück!

Endlich hat das Leben wieder einen Sinn! Denn am kommenden Mittwoch, den 3. September 2008 kehrt sie zurück in die deutsche Prime Time, die Serie, die den Appletini populär machte und uns zeigte, wie stylisch ausgestopfte Hunde sein können. Die Serie, die uns alle an das ultimative Wort "Bananarama" erinnerte und bewies, dass man Mangobuttercreme nicht nur als Körperpflegemittel benutzen kann. Die Serie, die als einzige Lachmuskelkrämpfe auslösen darf, während sie einen mit emotionalen Wahrheiten aus unserem Leben überrascht.

Scrubs - Die Anfänger
startet exakt fünf Jahre und einen Tag nach seiner Deutschlandpremiere in die mittlerweile siebte Staffel - die zugleich auch die letzte Staffel ist, die in den USA auf dem Haussender der Serie, NBC, ausgestrahlt wurde. Nach der auf achtzehn Episoden ausgelegten Mini-Staffel (von der dank des Autorenstreiks in den USA nur elf produziert wurden) wechselte die Serie, die schon längst die Grenze zur uneingeschränkten Genialität in die Luft sprengte, zu ABC.

Die nächsten Wochen heißt es mittwochs um 22.45 Uhr also: Handys ausschalten, Telefonkabel ausstecken, Computer runterfahren und ProSieben einschalten. Etwas besseres wird man um diese Zeit nämlich nicht machen können.

Wer möchte, kann übrigens schon früher ProSieben einschalten, denn am neuen Serien-Mittwoch laufen außerdem neue Folgen des weibisch-soapigen und unnötig überdramatisierten Scrubs-Abklatsches Grey's Anatomy, der auch in seinen neusten Episoden um 21.15 Uhr beweisen wird, dass Off-Kommentare nicht immer so intelligent wie die von JD sein müssen, sondern gerne auch mal in konstruierten Schmalz ausarten können*, sowie die neue Serie Samantha Who? um 22.15 Uhr.
Doch das ist alles freiwillig. Scrubs ist dagegen Pflicht. Etwas besseres werdet ihr dieses Jahr nicht mehr im Fernsehen finden können. Im Kino dagegen besteht durchaus eine gewisse Chance - schließlich startet Ende des Monats WALL•E im Kino. Und wenn einer dieses Jahr dem verrückten Krankenhaus mit großem Herzen die Stirn in Sachen Qualität bieten könnte, dann einzig und allein Pixars liebenswürdiger Müllroboter.


* Ich habe nicht wirklich was gegen Grey's Anatomy, aber sobald Scrubs ins Gespräch kommt ist es für mich einfach Pflicht auf die Krankenhaus-Soap einzudreschen. Das gebieten die Ehre und Loyalität.


Weiterführende Artikel:

Donnerstag, 28. August 2008

Facebook - Der Film

Immer wenn Leute behaupten, Hollywood gingen die Ideen aus, heizt die Traumfabrik Amerikas die Diskussionen durch immer seltsamere Inspirationsquellen an. Deuten Adaptionen von Comics, Themenparkattraktionen und Brettspielen auf einen Ideenmangel oder eher auf eine besonders schnell anheizbare Fantasie hin?

Doch weiterhin eine der größten Ideenquellen bleibt das wahre Leben. Auch wenn die Ereignisse aus der Realität, die für Filme in Betracht gezogen werden auch immer öfter nach ziemlicher Verzweiflung klingen. So möchte Drehbuchautor Aaron Sorkin (Der Krieg des Charlie Wilson) einen Film über die Erfolgsgeschichte des 2004 von einem Harvard-Studenten gegründeten Netzwerkes Facebook (das US-Äquivalent zu StudiVZ und MeinVZ) auf die Beine stellen.
Scott Rudin (Sister Act, Truman Show, Darjeeling Limited) wird laut Variety als Produzent tätig sein, veröffentlicht werden soll der Film unter dem Label von Sonys Tochterfirma Columbia Pictures.

Klingt für mich erstaunlich uninteressant, aber wenigstens ist diese Idee bei weitem nicht so peinlich wie manch andere Pläne Hollywoods.

Mittwoch, 27. August 2008

Underdog

Underdog war eine Zeichentrickserie aus den 60er und 70er Jahren, die in den USA ungemeine Popularität genoss. Der reimende antropomorphe Hund stellte eine liebenswürdige und schusselige Parodie von Superman und Co. dar und blieb unter anderem auch aufgrund des Titelsongs mit Ohrwurm-Charakter in Erinnerung.
In Deutschland ist die Serie dagegen nahezu unbekannt, den meisten wird sie am ehesten noch durch Scrubs - Die Anfänger bekannt sein, wo die A Capella-Truppe vom dauerversagenden Anwalt Ted in einer frühen Episoden den Underdog-Titelsong zum besten gab.
Auch ich erfuhr nur über Scrubs von Underdog, weshalb mich Disneys Ankündigung, eine Underdog-Verfilmung zu planen und bei Erfolg gegebenfalls zum Franchise auszubauen, nur wenig interessierte. Soll der Film halt auf mich zu kommen, ich würde dann ja sehen, was ich davon zu halten habe.

Schließlich startete Underdog in den USA und entpuppte sich als Flop. Das neben dem breiten Publikum auch die Kritiker dem Film die kalte Schulter war da keine Überraschung mehr. Viel überraschender war da schon Dick Cooks Aussage in einem Interview mit BoxOfficeMojo. Der Internetseite gegenüber erklärte sich der Chairman von Walt Disney Pictures den Flop des Films damit, dass der Film viel zu jung sei und etwas mehr Reife hätte vertragen können.
Wow. Wenn der Chairman von Disney Pictures auf diplomatische Weise sagt, dass ein Film zu kindisch ist, dann sollte man sich echt Sorgen machen. Der Film kann nichts gutes sein.

Nun habe ich Underdog auf DVD nachgeholt. Tja, und mir bleibt nichts anderes übrig zu sagen, als dass der Film überhaupt nicht die cinastische Geschmacksvergewaltigung ist, die viele in ihm sehen wollen. Underdog ist ein richtig knuffiger, unschuldig-süßer Familienfilm mit warmherzigem Humor und einer niedlichen Geschichte. Es ist zwar keineswegs die disney'sche Hundekomödie, die ihrem erwachsenen Publikum am meisten bietet, aber sofern man nicht völlig von Zynismus zerfressen ist bietet sie auch jedem jenseits der ersten Schnapszahl an Lebensjahren viel süße und kurzweilige Unterhaltung.
Nur die Halbwertszeit des Films ist ziemlich unterdurschnittlich. Das liegt vor allem an der mangelnden Tragweite der Geschichte. Ein Schuss mehr Dramaturgie hätte beim Publikum die Wirkung erzielt, die man hier wohl erreichen wollte.

Aber der Reihe nach:
Disneys und Spyglass Entertainments mittlerweile vierundzwanzigste Zusammenarbeit Underdog verlegt die Geschichte der Cartoonserie, die noch in einer von antropomorphen Tieren und Menschen bevölkerten Welt spielte, in unsere Realität und erzählt erstmals die Entstehungsgeschichte des Hundes mit Superfähigkeiten.
In bester Spider-Man-Manier erzählt die Hauptfigur selbst ihre Geschichte und beginnt mit ihrem Alltag als Lachnummer der Polizeistaffel. Der kleine Beagel (Jason Lee bzw. Philipp Brammer) hat im Gegensatz zu anderen Hunden keinen sonderlichen Spürsinn und braucht zudem eine Familie und Bestätigung. etwas, dass er in der Hundestaffel nicht bekommt.
Eines Abends wird er von der Straße geschnappt und von Simon Bar Sinister, einem verrückten Wissenschaftler, als Versuchsobjekt für ein Genexperiment missbraucht. Dabei erhält er Superkräfte, mittels derer der kleine Beagel entkommen kann.

Dan Unger (Jim Belushi), ein Ex-Polizist und jetziger Wachmann in Bar Sinisters Labor, nimmt den Beagel in der Hoffnung so den Respekt seines Sohnes wiedergewinnen zu können bei sich auf und tauft ihn Shoeshine. Dans Sohn Jack entdeckt die Superkräfte des neuen Familienmitglieds und tauft sein Superhelden-Alter Ego Underdog. Während Shoeshine an seinen Kräften und seinem Auftritt feilt und mit der Hundedame Polly (Amy Adams bzw. Barbera Schöneberger) flirtet, schickt Bar Sinister seinen Gehilfen Cad (Patrick Warburton) auf die Suche nach dem entkommenen Hund.

Die restliche Geschichte ist - wen überrascht es - vorhersagbar und bedient sich allerlei vorgekauten Handlungselementen aus ähnlich gelagerten Familienkomödien und auch von Superheldenfilmen. Zumindest letzteres ist auch eine gewisse Stärke des Films, da hier mit viel Herz eine kindgerechte Superheldenparodie erschaffen wird, die sich wirklich gut ansehen lässt. Nur leider ist der Film bei weitem nicht so dramatisch wie das, was er nachzeichnet. Viele Bilder aus aktuellen Superheldenfilmen finden sich wieder, doch die Bedeutung, die sie in den Vorlagen haben lässt sich hier nur erahnen.
Underdog ist nunmal nur eine kleine Familienkomödie, aber dennoch wäre etwas mehr ehrliche Tragweite willkommen gewesen. Denn so wäre der Film erinnerungswürdiger und hätte auch eine größere Emotionalität.

Die Darsteller sind allesamt okay, positive Ausnahme ist Patrick Warburton, der seine Rolle als dümmlicher Schurcken-Sidekick herrlich auflegt. Es erinnert nicht von ungefähr an Kronk aus Ein Königreich für ein Lama, hat aber genug neue Eigenheiten um nicht als Selbstkopie zu gelten.

Die Tricks - vor allem die semi-animierten Hunde, sind für die Größe dieser Produktion durchschnittlich, dafür wissen die englischen und deutschen Stimmen in allen Belangen zu überzeugen. Mit Überraschung durfte ich feststellen, dass Barbera Schöneberger genauso wie Amy Adams klingt. Ist es zu spät eine Neusynchro von Verwünscht zu verlangen?
Oder eher zu früh? Naja, ich frag in 4 Jahren nochmal, okay?

Fazit: Der Film ist besser als sein Ruf, ist also ein wahrer Underdog. Wie ironisch das Leben doch sein kann.
Wer knapp 75 Minuten lang kurzweilige, aber harmlose, Familienunterhaltung sucht und sich ein bisschen mit Superheldenfilmen auskennt, darf hier einen Blick risikieren.

Stromberg geht ins Kino?


The Hollywood Reporter meldet, dass Stromberg ins Kino kommt. Laut der Onlinepräsenz des Branchenblattes wird der Kinofilm als Finale der vierten Staffel fungieren.
Sicher können wir uns allerdings noch nicht sein. Bislang stand nur fest, dass man der vierten Staffel ein Finale in Spielfilmlänge gönnen möchte, was Spekulationen über einen Kinofilm auslöste.

Es ist also möglich, dass die Redakteure des Hollywood Reporters etwas falsch verstanden haben, schließlich behaupten sie auch, die kommende Serie Berühmt sei ein Stromberg-Spin-Off. Dabei handelt es sich aber um eine neue Serie von Ralf Husman (dem Stromberg-Autor) und Bjarne Ingmar Mädel, der in Stromberg den Berthold "Ernie" Heisterkamp spielt.

"Toy Story" handelt von Sex und "Stirb langsam" über den Kampf gegen die Modeindustrie

Volkswagen unterstützt seit einigen Jahren in den USA zahlreiche Independent-Filmfestivals. In Rahmen dessen veröffentlicht Volkswagen nun einige Werbespots, in denen Leute überraschende Interpretationen bekannter Mainstream-Filme erklären.
Die Spots sind sehr witzig und befinden sich hier.

Wer schlummert in mir?

Langeweile und Google sind eine interessante Kombination. Heute spuckte die große Suchmaschine mit zwei Persönlichkeitstests aus. Welcher Filmheld und -Bösewicht ich denn sei, solle ich damit herausfinden.
Nun, damit ihr, liebe Leserinnen und Leser, mich ab sofort besser einschätzen könnt, hier meine Testergebnisse:





Ich übernehme keinerlei Verantwortung für diese Seite und den Wahrheitsgehalt der Testergebnisse. Ich würde nach einem Mord niemals aufräumen, man soll die schöne Zerstörung doch sehen...

Dienstag, 26. August 2008

The Dark Knight - Der Deutschlandstart ist geglückt

Manchmal bin ich richtig froh, dass ich mich irre. Letzte Woche sah ich noch eine mittelschwere Blamage für Kinodeutschland auf uns zukommen. Doch ein wenig vertrauen kann man in Deutschland noch immer haben:
Wie die beste Anlaufstelle für solche Zahlen, insidekino.de, meldet lockte The Dark Knight am Startwochenende (Donnerstag bis Sonntag + Previews) 868.763 Besucher in die Kinos. Dies ist der beste deutsche Start eines Batman-Filmes (Burtons Original hielt mit 670.807 den bisherigen Rekord). Somit hat The Dark Knight auch das Kunststück vollbracht allein am Startwochenende bereits 98% des Gesamtergebnisses seines direkten Vorgängers eingeholt zu haben. Wer nun sein Geld darauf setzt, dass Batman Begins in Deutschland der erfolgreichere Teil bleibt kann es auch gleich verbrennen...

Deutschland beweist Geschmack in Sachen Kino. Sehr schön, das kann so bleiben. Wenigstens so lange, bis ein gewisser kleiner Müllroboter in Deutschland sämtliche Rekorde gebrochen hat.

Montag, 25. August 2008

Ausführlicher Bolt-Artikel

Quint von AICN führt seine Artikelreihe über Bolt weiter. Bereits Ende Juli blickte er genauer auf den Produktionsprozess des kommenden Disney-Films. Letztes Mal widmete er sich Lassetters Einfluss auf den Film, dieses Mal berichtet Quint von der Feinarbeit.

Hier geht es zum Artikel.

Kleine Dinge mit großem Störfaktor: Was den Kinobesuch ganz schnell kaputt macht

Der Kinobesuch: Für manche die legale Alternative zum Filmdownload, für andere die Gelegenheit besonders herbeiersehnte Filme in gebührendem Rahmen zu sehen. Und wieder andere sind sogar richtige Kinofans.
Ich selber zähle mich zu dieser Gruppe, bin nicht einfach nur Filmfan, sondern auch von der Kinoatmosphäre an sich begeistert. Ein schöner Kinosaal lässt mein Herz höher schlagen und in der richtigen Stimmung und mit den richtigen Leuten kann ein Kinobesuch ein wirklich magisches Erlebnis werden. So etwas kann einem DVD nicht bieten.

Doch genauso, wie ein paar Kleinigkeiten den Kinobesuch so schnell um einiges reizvoller machen könnten, kann der Kinobesuch durch kleine Dinge völlig zerstört werden. Der rundum gelungene Kinobesuch ist wahrlich eine fragile Sache. Ich möchte mich nun einiger der Kleinigkeiten annehmen, die so schwer wiegen und im Kino extrem nerven können. Dabei könnte man sie sehr leicht beheben.


- Bier: Ich weiß nicht, woran es liegt. Vielleicht ist die Mehrheit der Leute, die im Kino Bier trinken motorisch gestört und schüttet deshalb die Hälfte daneben. Oder aber die magische Rezeptur des güldenen Gerstensaftes entfaltet in Kinosälen einen viel intensiveren Duft als in anderen Räumen. Oder die Bierflaschen, die in Kinos verkauft werden sind undicht. Oder alles zusammen. Jedenfalls stinkt Bier im Kino wie die Hölle. Wenn ein oder zwei Reihen vor oder hinter mir jemand im Kino Biert trinkt, rieche ich das die ganze Zeit. Das nervt, lenkt vom Film ab und ist deshalb auf dieser Liste. Leute, Bier schmeckt in geselliger, kommunikativer Runde oder in Feierlaune am besten. Trinkt im Kinosaal was anderes. Bitte.


- Glasflaschen: Das in Kinos die meisten Getränke in Pappbechern verkauft werden hat über so simple Gründe wie Flaschenpfand hinaus einen weiteren Sinn. Trinkbecher sind für den Seelenfrieden gedacht. Sie sind leicht und wenn sie hinfallen sind sie außerordentlich leise. Aber dennoch werden in vielen Kinos manche Getränke in Glasflaschen verkauft. Vor allem Bier, aber auch manche spezielleren Softdrinks, Wasser und so manches mehr. Und hier beginnt der Horror. In einer größeren Kinovorstellung gibt es immer jemanden, der unbedingt ein Getränk haben muss, das in Glasflaschen verkauft wird. Ist nicht so schlimm, sagt ihr? Nun, es wäre auch nicht so schlimm, wenn nicht im Laufe des Films nicht stets irgendein dämlicher Idiot gegen irgendeine verfluchte Glasflasche treten würde! Wenn ich noch einmal hören muss, wie die bescheuerte Flasche irgendeines Depps geräuschvoll hinfällt, mehrfach auftitscht und dann noch gefühlte zehn Meter durch die Gegend rollt, dann garantiere ich für nichts mehr. Diese dämlichen Teile rollen und rollen und rollen. Warum keine Pappbecher bitteschön? Habt ihr schonmal gehört, wie jemand gegen seinen Pappbecher tritt, der daraufhin mehrfach auf den Boden titscht und eine Spritztour durchs Kino macht? Nein? Ja, warum wohl?! Weil Becher kinogeeignet sind! Bitte, liebe Kinobetreiber, nehmt Glasflaschen aus eurem Programm. Oder schafft euch meterdicke Teppiche an.

- Gequatsche: Meine Fresse, ist das denn so schwer? Wenn ich ins Kino gehe, will ich den Film sehen. Ich habe bis zu acht Euro bezahlt, um auf der großen Leinwand da vorne etwas zu sehen, und damit ich das was ich sehe, auch voll genießen kann, will ich auch hören, was aus den riesigen Lautsprechern im Saal kommt. Ich habe nicht acht Euro bezahlt, um mir anzuhören, dass irgendwelche Fremden gestern ein lila Taxi in Köln gesehen haben, oder dass Mimmi neuerdings mit Claus geht. Was ja überhaupt nicht toll ist, schließlich trägt Claus 7/8-Jeans, und die sind ja sowas von scheiße.
Aber was ich noch weniger verstehe... Nicht nur ich habe Eintritt bezahlt, sondern alle anderen auch. Die verhaltensgestörten Vollpfosten, die sich über jeden möglichen völlig uninteressanten und grenzidiotischen Scheiß unterhalten also auch. Warum gucken die sich dann nicht verdammt noch eins den Film an?! Ihr seid im Kino, habt dafür teuer Geld ausgegeben und sabbelt euch dann das Maul fusselig? Warum?! Bleibt zu Hause, ihr sozialapathischen Seekühe und Steckdosenbefruchter!
Ehrlich. Dafür habe ich keinerlei Verständnis. Als ich Nie wieder Sex mit der Ex gesehen habe, zerriss sich eine höchst wahrscheinlich aus sämtlichen Schulformen geflogene Gruppe von pseudo-coolen Partypeoplen über Kleidung, Sexpraktiken (wobei ich bezweifel, dass diese offensichtlich gegen Mauern und Stacheldrahtzäune gelaufenen Vollspacken jemals ein Geschlechtsteil vom nahen gesehen haben), die Fußball-EM und Handys das Maul. Und zwar von Beginn des Films an, bis irgendwann die zwei, drei kurzen, idotensicheren Niveaulosgags kamen.
WARUM?! Liegt es an mir, bin ich so blöd, verstehe ich den Sinn dahinter nicht? Warum ins Kino, wenn man sich unterhalten möchte?

Ich habe Verständnis dafür, wenn Leute kurze und geflüsterte Sätze über den Film los werden. Besser jemand fragt seine Freunde sofort nach etwas, das man nicht verstand, als dass der arme Thor den ganzen Film nicht mehr genießen kann. Und wenn jemand sich nicht auf die Handlung konzentrieren kann, weil einem die Stimme der Hauptfigur so bekannt vorkommt, darf man gerne seinen Nachbarn fragen. Aber keine ganzen Gespräche führen. Erst recht nicht über das stinklangweilige Leben pickliger Teenager-Göhren!

SHUT THE FUCK UP!


- Szenenapplaus: Welchen Sinn hat denn bitteschön Szenenapplaus während einer Kinovorstellung? Im Theater verfügt Applaus über einen Sinn, schließlich werden so die Darsteller für ihre Arbeit entlohnt. Doch im Kino gibt es niemanden, der den Applaus in Empfang nehmen könnte. Das Klatschen übertont bloß völlig sinnlos den Film.
Es gibt jedoch Ausnahmen, wo der Applaus akzeptiert werden kann , ja, sogar sinnvoll ist: In (Vor-)Premieren und besonderen Vorführungen, wie etwa Mitternachtsvorstellungen oder Open Airs, also da, wo sich die besonders engagierten Fans von Filmen und/oder Filmschaffenden versammeln. Hier herrscht eine völlig andere Stimmung während der Vorführung, es ist ein Event. Applaus gehört dazu, macht eine riesige Spaßveranstaltung aus dem Abend.
Ähnliches gilt auch in besonderen Kinos, wie etwa Studentenkinos. In solchen Kinos gelten im Grunde die Regeln eines Theaters, schließlich befinden sich im Saal üblicherweise auch Vertreter der Organisation, die sich die Filme aussuchte. Und denen kann man mit Applaus Vergewissheit geben, einen guten Film ausgesucht zu haben. Zudem herrscht unter Studenten eh nahezu immer eine solche (Film-)Festivalstimmung, zu der Applaus auch dazugehört. Allerdings sollte natürlich auch der Film zu einem solchen Verhalten passen. Szenenapplaus bei Schindlers Liste wäre zum Beispiel unangebracht.


- Unpassende Musik vor dem Film:
Manche Kinos lassen vor der Vorstellung Musik laufen. Natürlich ist es vermessen zu verlangen, dass in solchen Fällen der Soundtrack des kommenden Films gespielt wird, oder die Kinobetreiber eine zum Film passende Playlist an bekannten Songs erstellen. Aber wenn vor No Country for Old Men Volksmusik läuft oder man sich als Kinobesucher vor School of Rock durch eine Greatest Hits-CD von Eminem kämpfen muss, ist ganz klar was schief gelaufen. Die perfekte Stimmung kann sich da wohl kaum noch einstellen.

- Der abgeschnittene Abspann: Ganz einfach: Ich will die Möglichkeit haben den ganzen Film zu sehen. Mitsamt Abspann. Bis zum letzten Studiologo.

Die genannten Kleinigkeiten liegen zum Teil in der Hand des Kinopersonals, zum Teil in der von anderen Kinobesuchern. Aber sie alle haben eins gemeinsam: Sie sind leicht zu beheben und zerstören, wenn sie aufkommen, den idealen Kinobesuch. Der Teufel liegt halt im Detail.

Weiterführende Artikel:

Sonntag, 24. August 2008

Gump Royale

Sehr gelungener Trailer Mash-Up:



Wäre sicher ein Publikumserfolg. Tom Hanks, Action und Franchise-Power... Da muss das Quantum Trost erst gegen ankommen.

Samstag, 23. August 2008

Warner Bros. hat das Patentrezept für Superheldenfilme

...oder meint das Studio zumindest.
Im Zuge des überwältigenden Erfolgs von The Dark Knight kündigte Warner Bros. an, verstärkt auf Adaptionen von DC-Comics zu setzen. Als Konsequenz des eher verhalten angenommenen Superman Returns möchte man die Reihe um den blauen Mann aus Stahl jedoch neustarten, ähnlich wie es Marvel mit dem Hulk tat.
Die neue Superman-Reihe soll, genau wie die anderen geplanten Comicadaptionen um Green Lantern, Flash, Green Arrow und Wonder Woman, in einem ähnlich düsteren Stil wie The Dark Knight gehalten werden, meldet Moviegod.de.

Ich kann verstehen, weshalb man bei Warner Bros. nun auf eine düstere Atmosphäre in den Comicadaptionen zielt, nachdem man ironischerweise vor rund einer Dekade Tim Burton aufgrund seines düsteren Stils rauswarf. Schließlich bewies The Dark Knight, wie erfolgreich eine ernsthafte und dunkle Comicverfilmung sein kann.

"Warum denn so ernst?" - Ja, warum eigentlich?

Allerdings sehe ich bei all dieser Düsternis schwarz für kommende DC-Comicadaptionen. Denn nur weil dieser Ansatz bei Batman funktioniert, heißt das noch lange nicht, dass auch alle anderen Comichelden in ihrer dunkelsten Reinkarnation am besten funktionieren, oder dass die Fans anderer Comichelden genauso wie die Batman-Fans gerne eine düstere Verfilmung sehen wollen. Geschweige denn das restliche Kinopublikum.
Am meisten lässt mich jedoch dieser vorschreibende Ton des Studios an der Idee, sämtliche kommende DC-Verfilmungen düster zu halten, zweifeln. Es kann einfach nicht funktionieren, wenn ein Studio aktuelle Erfolge analysiert, meint eine Formel gefunden zu haben und diese hypothetische Erfolgsformel auf andere Filme anwendet. Diese kühle Berechnung wird über kurz oder lang nicht aufgehen, allein schon deshalb weil man den Filmschaffenden so Grenzen aufsetzt.

Nolans Batman-Filme funktionieren nicht allein deshalb, weil sie düster sind, sondern vor allem weil Christopher Nolan und alle anderen Beteiligten so viel Arbeit in diese komplexen Filme gesteckt haben. Eine solch ambitionierte Herangehensweise kann nur dann entstehen, wenn die Filmschaffenden ihre Vision auf Film bannen können - und Nolans Team hatte halt eine dunkle Vision Batmans.
Mit einem "Macht es düster"-Diktat wird man keine durchdachten Filme erzwingen können.

Generell erscheint mir Warners Reaktion sehr kurzfristig gedacht. Man bedenke - die erfolgreichsten Superheldenfilme, die nicht The Dark Knight heißen, sind Sam Raimis Spider-Man-Filme, die zwar nachdenklich sind und einige dramatische Szenen aufweisen können und sich mit Peter Parkers Persönlichkeit beschäftigen, aber als Gesamtwerk bei weitem nicht düster sind. Einzelne Sequenzen durchaus, aber nicht die Gesamtstimmung der Filme.

Vom anderen erfolgreichen Superheldenfilm dieses Jahres (Iron Man) ganz zu schweigen. Der funktionierte im Grunde genommen allein durch seine lockere Herangehensweise.

Ein Detail aus Warners Ankündigung möchte ich jedoch ohne jede Kritik erwähnen: Ein dritter Batman-Teil ist nun offiziell. Mehr Informationen wollte (oder konnte) man leider noch nicht geben.

Freitag, 22. August 2008

Breaking The Wall

Herzlich willkommen bei "Fachbegriffe leicht erklärt", mit Ihrem Fachidioten Sir Donnerbold.
Heute möchten wir uns dem Terminus Breaking the fourth Wall, oder einfacher Breaking the Wall beschäftigen.

Die so genannte vierte Wand stammt aus der Welt des Theaters, in der die vierte Wand in der Welt eines aufgeführten Stückes durch den Publikumssaal ersetzt wurde. Für die Charaktere in diesem Stück sind die Häuser komplett vollständig, doch für das Publikum existiert die Frontwand nicht. Es blickt durch diese rein fiktive (und nicht durch Bühnenbauten repräsentierte) Wand auf die Charaktere.
Wenn eine Figur in einem Stück das Publikum oder die Mitarbeiter des Theaters direkt anspricht und klar macht, dass sie weiß nur Teil einer Fiktion zu sein, durchbricht dieser im übertragenen Sinne diese vierte Wand. So ermahnt der Protagonist in Aristophanes Der Frieden, der im Stück in Begleitung dreier Göttinen nach Hause fliegt - was im Stück dadurch dargestellt wird, dass der Darsteller mittels eines Krans emporgehoben wird, während eben dieser Flugsequenz den Kranführer, dass er vorsichtig sein soll.

Das Durchbrechen dieser Grenze und die direkte Adressierung des Publikums oder sonstige Anspielungen, in denen sich eine Figur bewusst macht, dass das erlebte nicht die Realität ist, bleibt jedoch nicht auf das Theater beschränkt. Solche Momente kommen auch häufig in Büchern, noch häufiger aber auch in Filmen oder Fernsehserien vor, wo die Leinwand bzw. der Bildschirm die vierte Wand ersetzen.

Immer noch zu kompliziert. Dann sehen Sie sich doch bitte das folgende Werbeplakat an, welches förmlich die Wand durchbricht:

(Quelle: Copyranter)

Die Brüste der Frau sind durch das beworbene Produkt dazu in Stande, das Glas vor dem Plakat zu durchbrechen. Dies ist zum einen wortwörtliches Durchbrechen der Wand, zum anderen auch im literarischen Sinne ein Vorfall von Breaking The Wall. Während sonstige Plakatmotive in ihrer eigenen Realität spielen und sich keiner Kamera (oder Glasscheiben) bewusst sind, funktioniert dieses Motiv nur mittels dieses Bewusstseins.

Nun sollte Ihnen alles klar sein. Ich bedanke mich.

Donnerstag, 21. August 2008

The Dark Knight

ACHTUNG! Der folgende Beitrag enthält zahlreiche Spoiler zu The Dark Knight! Wer sich die Spannung nicht verderben möchte, sollte nicht weiterlesen!

Außerdem enthält der erste Absatz Spoiler zu Unbreakable!


Warum denn so ernst?

2000 veröffentlichte Touchstone Pictures mit Unbreakable den ersten Film von M. Night Shyamalan nach seinem Sensationserfolg The Sixth Sense. In diesem düster-nüchternen Mystery-Thriller spielte Bruce Willis einen einfachen, von Alltagsproblemen geplagten Mann, der plötzlich herausfinden muss, dass er zu höherem erkoren ist. Er ist dazu bestimmt ein Superheld zu werden. Doch wie er später lernen sollte, gehört zum Heldendasein auch eine Kehrseite der Medaille. Er als Held steht am Ende einer Linie - auf der selben Linie jedoch wartet am anderen Ende seine Nemesis, der Schurke, welcher den Helden komplettiert. Ein Mensch, der aus dem selben Holz geschnitzt ist. Zusammen ergeben sie erst ein ganzes, davon ist der Bösewicht überzeugt, während der Held es nicht wahr haben möchte.
Unbreakable konnte aufgrund seiner gemächlichen Dramaturgie und des eigenwilligen Stil Shyamalans nicht jeden Kinozuschauer überzeugen, fand mit seinem packenden, realistischen Stil und seiner kühl inszenierten Geschichte über den Werdegang eines Superhelden jedoch auch seine Fans.
Nun, acht Jahre später, erscheint mit The Dark Knight ein Film, der für das Subgenre der Superheldenfilme all jenes vollbringt, was sich Unbreakable vornahm und nur bedingt erfüllen konnte. Er ist realistisch, vereinnahmend, düster und stellt die unschöne Hypothese auf, dass ein Held auch seinen exakten Gegenpart heraufbeschwört. Dass sie sich nur so komplettieren.

The Dark Knight ist jedoch noch vieles mehr. Mit diesem über 150 Minuten langen Epos liefert der aus Großbritannien stammende Regisseur und Autor Christopher Nolan ein komplexes Werk ab, dessen volle Ausmaße eine einzelne Rezension unmöglich abdecken kann. The Dark Knight ist vielschichtig, bis ins letzte Detail schlüssig durchdacht und regt den gebannten Betrachter zum intensiven Nachdenken an. Und obendrein weiß diese spannende, visuell beeindruckende Hollywood-Produktion noch ausgezeichnet zu unterhalten.
Oder ist es in Wahrheit umgekehrt? Ist The Dark Knight ein packender Unterhaltungsfilm, der obendrein den Intellekt des Zuschauers fordert?

Anspruchsvolle Kinounterhaltung ist für Christopher Nolan alles andere als Neuland, schließlich zeichnete er sich nicht nur für solche Kinojuwelen wie Prestige verantwortlich, sondern auch für Batman Begins, eben jene lose Comicadaption, die den Grundstein für die Reanimation des Batman-Franchises legte. Versiert erzählte Nolan in Batman Begins den Werdegang Bruce Waynes, den Sohn eines Multimilliardärs mit Schuldgefühlen, zum Gerechtigkeit selber in die Hand nehmenden Retter einer in Kriminalität versunkenen Stadt.
Die während dieser Geschichte angeschnittenen Themen sind Mut, die Frage nach den Grenzen von Selbstgerechtigkeit und vor allem die ausführliche Erörterung des Angstgefühls, welches im Film als zentrales Leitmotiv Batmans fungiert und auch dem psychisch labilen Dr. Jonathan Crane alias Scarecrow seine Macht verleiht.
Batman Begins wusste mit seiner Dramatik und thematischen Tiefe die Kinozuschauer zu überraschen, vor allem jene, die sich noch mit Grauen an Joel Schumachers knatschbunten und quirlig-sinnbefreiten Batman & Robin erinnerten.

Der Superheldenfilm ist durch Nolan endgültig erwachsen geworden. Holten ihn die Spider-Man-Filme unter der Regie Sam Raimis bereits aus den Kinderschuhen und jagten ihn mit einer das Publikum begeisterten Verquickung von Leichtigkeit und Nachdenklichkeit in die Pubertät - mitsamt den dazugehörenden Sinneskrisen und Phasen der Selbstfindung, schien die Metamorphose der Strumpfhosen- und Capeträger nun abgeschlossen.
Doch wie The Dark Knight beweist, war Batman Begins lediglich eine Vorübung, der Appetitanreger zu einem aufwändig zubereiteten, köstlich verzierten und vorzüglich mundenden Gourmet-Mahl.
The Dark Knight ist zwar, und daran besteht kein Zweifel, eine konsequente Weiterführung seines Vorgängers, zugleich jedoch auch ein gänzlich eigenständiger Film mit anderem Erzählstil und einer eigenen Atmosphäre. Allein schon die Farbästhetik in The Dark Knight macht den aufmerksamen Zuschauer darauf aufmerksam. Wählte Nolan in Batman Begins nahezu durchgehend eine Palette von Braun-, Orange- und Schwarztönen, welche dem Film einen erdigen, bodenständigen, jedoch auch einschüchternden Comiclook verliehen, dominieren in den stilisierten Szenen kühle und dunkle Blautöne das von Nolans Stamm-Kameramann Wally Pfister virtuos eingefangene Bild. Batmans Welt erscheint dank dieses neuen Farbcodes weniger schmutzig und rettungslos verloren, bleibt dennoch von der unseren distanziert.

Durch den Blaufilter verleihen Nolan und Pfister ferner den beeindruckenden Kamerafahrten durch Gothams und Hong Kongs Häuscherschluchten eine hypnotische Wirkung - der dank den gekonnt ausgewählten Kamerawinkeln ohnehin schon in der bedrückenden Großstadtwelt gefangene Zuschauer wird vom kühlen Blau geraderecht in die Leinwand gesogen.
Bemerkenswert ist jedoch, dass in The Dark Knight der (für den Zuschauer erkennbare) Einsatz von Farbfiltern und -korrekturen im Vergleich zu Batman Begins stark zurückgeschraubt wurde.
Vor allem die atmosphärischen Kamerafahrten und einige der emotionaleren Sequenzen sind mit diesem (alb-)traumhaften Blauschleier eingehüllt, doch der Großteil des Films kommt ohne farbliche Veränderungen aus. Es wird gerade noch genug farblich verfremdet, um die aufgezählten Effekte zu erreichen. Die restlichen Szenen sind optisch in unserer Realität verwurzelt, verleihen dem Film somit einen beklemmenden Realismus, eine Glaubwürdigkeit, die Batman Begins mit seiner Erwachsenencomic-Farbästhetik nicht erreichen konnte. Was das Kinopublikum in The Dark Knight zu sehen bekommt, könnte genauso gut nicht in Gotham, sondern in der nächstbesten Großstadt spielen.

Exakt dies spielt in die Hände der ohnehin schon beängstigend allgegenwärtigen Figur des Jokers, dessen ausgetüftelter Raubüberfall auf eine Bank den furiosen Auftakt des Films bildet.
Leichtfertig könnte manch Kritiker den ausführlich gezeigten Raubüberfall als für die Handlung des Films hinlässig bezeichnen, als bloßen Schauwert, der The Dark Knight möglichst adrenalingeladen beginnen lassen soll, um so die nach Action gierende Zielgruppe frühzeitig zu befriedigen.
Doch der Überfall des Jokers mit seinen Clowns-Gehilfen hat für den Film eine unersätzliche Funktion. So zeigt er nicht nur gleich zu Beginn, wie perfide durchdacht die Aktionen des Jokers sind, er führt dem Zuschauer auch die skrupellose und unberechenbare Ader dieses mit Clownsschminke bemalten Verbrechers vor. Am wichtigsten ist allerdings, dass wir durch diese ausführliche Sequenz einen Vergleichswert bekommen, der während des Films bei vielen Zuschauern sicherlich nur unterbewusst von Bedeutung ist, aber dennoch wichtig für die in The Dark Knight behandelte Thematik ist.
Bevor sich der Joker erstmals mit Gothams mythenumwobenen Rächer im Fledermauskostüm beschäftigt, präsentiert er sich als gewissenloser Meisterverbrecher mit viel Hang zur Theatralik und aufwändigen Schachzügen. Dennoch beschränken sich seine Taten auf reine Verbrechen wie Mord und Raub. Er scheint noch gewisse Motive zu haben, auch wenn diese von seinem Wahnsinn in den Schatten gestellt werden.

Erst als der Joker unangekündigt bei einer Versammlung von Gothams Unterwelt auftaucht und den Ganoven den Spiegel vor die Augen hält, ihnen erklärt, dass sie seit Batman in Gotham sein Wesen treibt ängstlich und vorsichtig werden, wächst der Joker über sich hinaus.
Das erste Treffen zwischen der Mafia und dem Joker gehört zu den Highlights des Films und dieses Kinojahres. Zu faszinierend ist das psychopatische Wesen des Jokers, den der verstorbene Heath Ledger bis in die feinste Nuance zeichnet. Seine Mimik und Gestik sind hypnotisch, der versiffte Sprachduktus abstoßend, der Tonfall und das diabolische Glänzen in den Augen abstoßend. Das verwaschene Make-Up und die auffällige, unpassende und ungepflegte Kleidung vervollständigen das Bild dieses Psychopaten. Seine abfällige Rede vor der versammelten Unterwelt trägt er mit einer solchen Selbstüberzeugung vor, sein Verhalten und Humor sind so zynisch und menschenverachtend (Stichwort "Zaubertrick"), dass einem nichts anders übrig bleibt als ungläubig auf die Leinwand zu starren. Sein Joker ist faszinierend und abschreckend zugleich.
Es ist diese Szene, die den wahren Joker in den Film einführt. Der skrupellose Meisterverbrecher aus dem Intro tritt hier zurück und macht Platz für einen Wahnsinnigen, der sich mit einer dunklen Ikone messen will. Doch sogar dieses Motiv, den Mord an Batman, verliert der Joker im Laufe des Films. Aus dem Joker wird ein psychopatischer Größenwahnsinniger, der mit seinen Terroranschlägen Gotham in Anarchie und Chaos stürzen will, ein pyromanischer, paranoider Spinner, der seinen Widersachern am liebsten mit Messern gegenüber tritt, da sie ihn im Gegensatz zu Schuswaffen den Schmerz und die Angst seiner Opfer spüren lassen. Ein Verrückter, der beweisen will, dass jeder so wie er werden kann.
Batman macht den Joker erst komplett, ohne diesen scheinbar übermenschlichen Kämpfer für das Gute könnte er gar nicht völlig aufblühen. Und ohne solche absoluten Inkarnationen der Bösartigkeit könnte Batman nicht wachsen, vom Rächer zum dunklen Ritter aufsteigen.


Die Nacht ist am dunkelsten vor der Dämmerung

Es ist diese Paradoxität, die Nolans Batman qualitativ über andere Superhelden stellt. Spider-Man beschwört in Raimis Trilogie keine weiteren Mutanten herauf, doch Batmans theatralischer (und notwendiger) Kampf gegen den Abschaum Gothams erschafft solch gefährlichere Bedrohungen für den Frieden wie den Joker.
Unter anderem auch deshalb gedenkt Bruce Wayne auch im Laufe von The Dark Knight sein Fledermauskostüm und seine hochtechnische Ausrüstung an den Nagel zu hängen.
Sein Hauptgrund ist jedoch der Staranwalt Harvey Dent, der als strahlender, weißer Ritter auftaucht und ohne ein Anzeichen von Angst in Gotham aufräumt. Mit seiner sympatisch-strahlenden Art bei öffentlichen Auftritten und Pressekonferenzen bringt er Ordnung und Hoffnung nach Gotham, dient als Vorbild für die Menschen Gothams.
Dent ist dabei auch der neue Mann im Leben von Bruces Jugendliebe Rachel Dawes, dieses Mal gespielt von Maggie Gyllenhaal, anstatt von Katie Holmes, die noch in Batman Begins die Rolle verkörperte, sich dann jedoch bei den Gagenforderungen für The Dark Knight übernahm.

Holmes' misslungenes pokern um ihr Gehalt ist ironischerweise ein Glücksfall für The Dark Knight. Während Neubesetzungen alter Rollen im Normalfall den Zuschauer aus dem Film reißen und negativ auffallen, passt sich Gyllenhaal viel besser in den restlichen Film ein, als es Holmes könnte. Gyllenhaals Interpretation der Rolle wirkt erschöpfter und mitgenommener von den Vorfällen in Gotham.
Doch auch Gyllenhaals Rachel wird von den Männern im Film an die Wand gespielt, überraschenderweise auch von Aaron Eckhart als Harvey Dent. Dessen Rolle wirkte in den Trailern zu The Dark Knight noch als mögliche Achillesferse des Films. Dent erweckte den Anschein, als sei seine Funktion im Film hauptsächlich die eines Nebenbuhlers, der Bruce Wayne an seinem Doppelleben zweifeln lässt. Erinnerungen an ein Spider-Man-typisches, tränenreiches Liebesdreick wurden wach, ein Handlungsfaden, der nur schwerlich in Nolans Psychogramm Batmans passen würde.
Zum Glück täuschten die Trailer. In The Dark Knight wird früh deutlich, welche Charaktere das feste Liebespaar sind, und dass sich das Drama um Rachel Dawes vornehmlich in Waynes Kopf abspielt. Bruce Wayne stürzt sich nicht in jugendlichen Liebeskummer, sondern verrennt sich aufgrund der Vorkomnisse weiter in seine Doppelrolle als oberflächlicher Milliardär und depressiver Fledermausritter, beginnt jedoch auch stärker an diesem Leben zu zweifeln.

Eckharts Harvey Dent ist außerdem, entgegengesetzt zu dem Eindruck, den die Trailer hinterließen, eine sehr sympatisch gespielte Figur, die hinter ihrer strahlenden Oberfläche auch kleine Schrullen aufweist (das scherzhafte Münzewerfen um eine Entscheidung zu treffen) und lässt so auch Raum zur Identifikation, die der Joker und Batman dem normalen Zuschauer nicht bieten. Umso tragischer ist Dents Absturz, den der Film zunächst langsam, dann urplötzlich mit einem Knalleffekt aufzeichnet. Als Two-Face kann Eckhart sein Spiel weiter aufdrehen und zugleich liefert der Film mit dem verbrannten Gesicht Dents einen schaurig-ekligen Spezialeffekt ab, der Dents Charakterwandlung auf drastische Weise verbildlicht.

Zuvor gibt Harvey Dent dem Film jedoch auch über weite Strecken das Flair eines spannenden Polit-Thrillers, der die Geschichte des einsamen Kampfes gegen eine von Korruption zerfressene Stadt erzählt. Die Sequenzen, in denen Harvey Dent die bestimmende Figur ist, sind nicht nur ein Hauptgrund dafür, dass der Zuschauer streckenweise völlig vergisst einen Comicfilm zu sehen, sondern letzten Endes auch der realistischste, da alltäglichste, Teil des Films. Dank Eckhart und Nolans Regie bleiben diese Szenen jedoch auch genauso spannend, wie Batmans Kampf gegen die Unterwelt oder die Terroranschläge des Jokers.

Bei all diesen Elementen ist es erstaunlich, wie einheitlich das Filmerlebnis von The Dark Knight bleibt. Im Grunde erzählt der Film nicht etwa eine Hauptgeschichte mit mehreren Nebenplots, sondern eine komplexe, zusammenhängende Tragödie, die aus mehreren einzelnen Fäden gestickt wird. So unabhänig manche der Szenen eingangs auch wirken, am Ende des Films wird klar, dass alles Teil des Gesamtbilds ist. Fast schon wie ein überdimensionales Mosaik.
Ob die Geschichte Dents, Batmans oder die des Jokers, der zu Beginn des Films ausgiebig ausgebreitete Einsatz Batmans in Hong Kong oder eine der zahlreichen anderen zum Gesamtkomplex zählenden Geschichten: The Dark Knight erzählt im Grunde genommen nur eins - die Geschichte, wie Batman erkennen muss, dass bevor es besser wird, erst alles eine schlimmere Wendung nehmen muss. The Dark Knight ist eine episch erzählte griechische Tragödie, deren Ausgang nicht nur unvermeidlich, sondern leider auch nötig ist.

Es ist auch diese Geschichte, die zusammen mit den handelnden Charakteren im Fokus des komplexen Thrillers steht. Christopher Nolan und seine Co-Autoren (sein Bruder Jonathan und der Comicbuch-Autor David S. Goyer) behandeln die zahlreichen Themen in The Dark Knight (etwa die Frage nach Recht und Unrecht, die Analyse des Heldentums und allem, was einen wahren Helden auszeichnet, die Bedeutung von Selbstaufopferung und der Verantwortlichkeit jedes Einzelnen für eine funktionierende Gesellschaft oder auch die Suche nach der Grenze zwischen Wahn und Sinn) allesamt mit der ihnen gebührenden Seriosität, stellen sich dabei jedoch nie auf ein Podest und erwarten Demut von seiten der Zuschauer. Viele Kritiker loben den Anspruch, den The Dark Knight erhebt und schlussfolgern, dass Nolan seine Zuschauer und sein Material respektiert. Doch viele vergessen dabei, dass sich der Respekt Nolans gegenüber seiner Zuschauer auch darin äußert, dass er sich und die im Film angessprochenen Themen nicht wichtiger nimmt als die zahlreichen Zuschauer.

Die Autoren schneiden die philosophischen Fragen, die emotionale Thematik und die psychologischen Analysen während des Films viel mehr lediglich im vorbeigehen an:
The Dark Knight versteht sich trotz seines Anspruchs als hervorragende, durchdachte Geschichte mit dreidimensionalen Protagonisten und fühlt sich keinesfalls wie das Ergebnis einer intellektuellen Debatiergruppe an. Zu keinem Zeitpunkt werden die grundlegenden Motive des Films und seine Beobachtungen in den Fokus gerückt.
In diesem Falle, hätte es auch nur eine Verschlechterung des Filmgenusses zur Folge. Gerade der Umstand, dass Nolan es vermag mit The Dark Knight auf außerordentlich fesselnde Weise den Kinozuschauer zu unterhalten - was sein Hauptziel ist - und zusätzlich solch komplexe Gedankenkonstrukte aufzubauen und das Publikum zu fordern ist ein nicht zu unterschätzender Bestandteil der Faszination, die der Film ausübt.
Ein solches Kunststück gelingt leider nur den wenigsten.

Nolan ist dabei auch den zahlreichen Nebendarstellern des Films Dank geschuldet, denn nicht nur das zentrale Trio um Ledger, Bale und Eckhart treibt den Film vorran. Auch das restliche, bis ins Detail perfekt gecastete Ensemble gibt sein bestes. Besonders Gary Oldman, Michael Caine und Morgan Freeman, deren Rollen bereits in Batman Begins etabliert wurden liefern vorzügliche Leistungen ab.
Ebenfalls zurückgekehrt sind Hans Zimmer und James Newton Howard, die gemeinsam den Score zu Batman Begins schufen und nun auch The Dark Knight musikalisch untermalen. Auffällig ist dabei die Zurückhaltung des Scores, der mehr auf bedrohliche und zurückhaltende Themen setzt. Lediglich das Joker-Thema und das heroische Batman-Stück fallen stärker aus dem Rahmen, wobei das frenetische und in sich zerrissene Joker-Thema selbstverständlich der Figur geschuldet ist. Das Batman-Thema dagegen kommt im Film nur zweimal zum Einsatz und dient mit seinem auffälligen, heldenhaften Klang als falsche Fährte, lässt den Zuschauer vermuten dass von nun an alles besser wird. Eine wirklich kluge Verwendung des Stückes, die ein Lob verdient. Genauso wie die Entscheidung, die zentrale Verfolgungsjagd im Film (Batman verfolgt den Joker, der Harvey Dent verfolgt) nahezu gänzlich ohne musikalische Untermalung oder filmische Kunstgriffe wie Zeitlupe oder übertriebene Kamerazooms auf Zelluloid zu bannen.

Einige Menschen wollen die Welt einfach nur brennen sehen

Generell ist die Einbettung der Actionszenen in den restlichen Film nahezu beispiellos. Im Grunde ist es ein Frevel zu sagen, dass die Actionsequenzen in die Handlung eingebettet wurden - sie sind vielmehr ein unvermeidlicher und natürlicher Bestandteil eben dieser. Die technisch perfekt eingefangenen, pompösen Verfolgungsjagden, testosteron- und wutgetränkten Kampfsequenzen und die bedohlich realistischen Terroranschläge des Jokers gehören ebenso zur Entwicklung des dunklen Ritters, wie die beklemmend-intensiven Verhöhrungsszenen oder die geistesgestörten, von Ledger (bzw. seiner Synchronstimme Simon Jäger) bis zur beängstigenden Perfektion vorgetragenden, Monologe des Jokers.

Die gigantischen Explosionen in The Dark Knight, bei denen riesige, glühend rote Feuerbälle sich blitzschnell in beunruhigende, alles verdunkelnde schwarze Rauchbälle verwandeln sind ebenso atemberaubend, wie die ohne Hilfe von Computern geschaffenen Fahr- und Flugzeug-Stungs. So weit die Computertechnik auch fortgeschritten sein mag, es ist noch immer viel beeindruckender wenn das auf der Leinwand gezeigte Bild, eines unter lautem Krakeelen und Knirschen umstürzenden Lastwagens bei den Dreharbeiten in echt eingefangen wurde. Nur echte, blitzblanke Karosserien zahlloser Polizweiwagen zeigen bei einem Auffahrunfall die von Nolan erzielte Wirkung beim Publikum, und keine seelenlosen CGI-Wagen.
Sicherlich hat dies das Budget der Produktion ebenso in die Höhe getrieben, wie die zahlreichen Dreharbeiten vor Ort (auch in Hong Kong) und mit mühevoll erbauten Modellen im Gegensatz zum Einsatz von am Computer erstellten Skylines, doch wie der weltweit überragende Erfolg von The Dark Knight beweist, lohnte sich diese Investition auch wirtschaftlich. Vor allem jedoch zahlt es sich für das Publikum aus, das in einer handfesten Geschichte auch handgemachte Zerstörung zu sehen bekommt.

Passend zur Atmosphäre des Films ist in Sachen Action auch ein Unterschied darin festzustellen, wie Nolan, sein Kameramann Pfister und der Cutter Lee Smith (Master and Commander, Batman Begins, Prestige) die Mann-gegen-Mann-Kämpfe präsentieren, und wie die Verfolgungsjagden und Fluchten oder auch die Anschläge des Jokers eingefangen wurden. Während die großen Actionstücke in Weitaufnahmen gezeigt werden und das Publikum - sowie die handelnden Figuren - nahezu ohnmächtig zu Zeugen der unaufhaltsamen Katastrophen oder der so unwirklich wirkenden, aber machbaren Wendemanöver in den Verfolgungsjaden. Faust- und zu gewissem Grade auch Messerkämpfe in The Dark Knight sind dagegen mit Handkamera aufgenommen, der Zuschauer ist nah am Geschehen, geradezu mittendrin und weiß nicht wie ihm geschieht. Dieses Mal jedoch nicht aufgrund der erdrückenden und schockierenden Ausmaße des Ereignisses, sondern aufgrund der Hektik und Unübersichtlichkeit.
Gingen Nolan und Lee Smith bei Batman Begins jedoch zuweit und machten die Faustkämpfe zu unübersichtlich, lernte man mittlerweile dazu. Nur in wenigen, kurzen Fällen hätte ein etwas langsamerer Schnitt mir persönlich besser gefallen, großteils aber fand das Team nun die richtige Dosis bedrohlicher Orientierungslosigkeit.

Im Gegensatz zu Nolans bisherigen Werken, wird The Dark Knight auch nahezu gänzlich chronologisch erzählt, von zwei kurzen Momenten abgesehen, in denen Charaktere einen Monolog halten und während dessen die Zeit kurz springt, um nach dem Monolog wieder am vorherigen Punkt anzuschließen.
Die neu gewonnene, chronlogische Übersichtlichkeit Nolans ist allerdings nicht etwa aus einem Versuch sich beim Massenpublikum anzubiedern heraus entstanden, sondern entstand eindeutig zu Gunsten der beklemmenden Atmosphäre. The Dark Knight wirkt nur dann so beklemmend, wenn der Zuschauer glauben kann, dass all die gezeigten Ereignisse genauso gerade jetzt passieren könnten. Batman Begins - als Psychogramm eines dunklen Helden, benötigte Rückblicke, doch die tragische Heldenprüfung Batmans würde dadurch nur zerrissen.

Auch dass der Joker im Gegensatz zu Batman keine Entstehungsgeschichte erhält ist Teil des Gedankenkomplex Nolans bei der Gestaltung des Films. Nur so, als absolutes Böses kann er diese bedrohliche Wirkung entfalten. Er taucht plötzlich auf und dominiert Gotham. Auf gewisse Weise erinnert der Joker in The Dark Knight deshalb auch an Javier Bardems Rolle in No Country for Old Men, den ähnlich bedrohlichen und mysteriös-absoluten Anton Chigurh.

Entweder man stirbt als Held oder man lebt so lange, bis man selbst zum Schurken wird

Bei all dem Lob für The Dark Knight, vor allem gegenüber Ledgers Performance und der ausgeklügelten Handlung, befrüchten einige, dass der eigentliche Hauptcharakter des Films unterginge. Doch dies ist meiner Meinung nach nicht der Fall. Es ist ganz klar die Geschichte Batmans, der durch die restlichen Charaktere und deren Handlungen neue Entscheidungen treffen muss. Es ist seine emotionale und psychologische Reise, die The Dark Knight erzählt.
Dementsprechend ausgewogen ist auch seine Screentime, die zwar hinter der von Batman Begins zurücksteckt, aber weiterhin groß genug ist. Christian Bale spielt Batman bzw. Bruce Wayne weiterhin sehr vielsichtig und mit spürbarer Hingabe. Dass man als Zuschauer am Ende von The Dark Knight dennoch hauptsächlich an den Joker denkt, ist niemandes Vergehen, sondern resultiert vor allem aus der Natur der Rolle und Ledgers aufgedrehtem Spiel. Grund zur Kritik ist das für mich keineswegs.

Genauso wenig, wie ich mir diese Beschwerde mancher Kritiker zu eigen machen möchte, stimme ich einer weiteren Kritik an The Dark Knight zu.
Manch einer hinterfragt nämlich, ob diese so realistisch erzählte Kriminalgeschichte über Terroranschläge überhaupt noch eine Batman-Geschichte ist. Viel mehr sei dies doch eine konventionelle, wenn auch hervorragend umgesetzte, Mafia- oder Actionthriller-Handlung, die man lediglich ins Batman-Universum transferierte, womöglich sogar nur um die zahlreichen Fans des Rächers ins Kino zu locken, die sonst daheim geblieben wären.
Doch auch wenn der grobe Plot und einige Sequenzen aus The Dark Knight sicherlich ebenso gut in einem solchen Film funktioniert hätten, so kann Nolans Handlungs- und Themenkomplex nur im Batmanuniversum seine volle Wirkung entfalten. Einzig in einem Batman-Film kann das Auftreten des Protagonisten so eine anarchische Gewaltwelle heraufbeschwören und nur so kann Harvey Dents Schicksal eine so radikale und metaphorische Wendung nehmen.
Nur mit Batman als Protagonist kann der Held so viele emotionale Bürden auf sich nehmen und tragische Opfer bringen, sich so tief in Depressionen versinken lassen und letzten Endes die folgenschwere, aber einzig konsequente Entscheidung treffen, dass er zum Wohle seiner Stadt zum dunklen Ritter werden muss.

Diese Stärke des Films bringt auch eine der wenigen Schwächen mit sich. Zwar funktioniert The Dark Knight problemlos als alleinstehender Film, doch noch mehr ist er eine detailliert erzählte Episode in einem noch größeren Erzählzyklus. Und der künftige dritte Part der nolan'schen Batman-Saga wird ein sehr schweres Erbe antreten müssen. Enttäuschungen sind nahezu vorprogrammiert. Es sei denn Nolan vollbringt erneut an cinastisches Wunder.

Mittwoch, 20. August 2008

"Mamma Mia!" verwandelt Kinos in Karaoke-Bars

Respektable 116.013.715 Dollar spielte Mamma Mia! bislang in den Kinos der USA ein. Durchaus ein respektabler Wert, doch Universal Pictures scheint nach mehr zu streben. Oder aber irgendjemand in diesem Studio hat ein Herz für musikalisch ambitionierte, die sich einfach nie die Texte merken können. Oder man ist endlich auf die ideale Methode gekommen, die illegale Mitschnitte aus dem Kino unbrauchbar macht.

So oder so, Universal Pictures veröffentlicht am 29. August Mamma Mia! in der neuen Sing-Along-Version erneut in ausgewählte US-Kinos. Während der Songs werden die Texte eingeblendet, um das Kinopublikum zum mitsingen zu engagieren.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass diese Sondervorstellungen vor allem abens, eher sogar nachts, angesetzt werden, wo das Publikum lockerer drauf ist. Eigentlich ist es meiner Meinung nach sogar offensichtlich, dass Universal klar auf die Midnight Movie-Zielgruppe (und vlt. auch singfreudige Partyleutchen, die sich vor dme Kinogang in der Disco einen angetrunken haben) schielt. Bahnt sich da etwa ein neuer Rocky Horror Picture Show-Kult an?

Wenn ja, dann wird man es wohl spätestens jetzt bereuen, Gimme Gimme Gimme (A Man After Midnight) nur kurz im Film eingesetzt zu haben. Allein schon der Titel würde zu Mitternachts-Karaoke-Vorführungen passen, viel mehr aber würden sich Inhalt und Stimmung des Liedes großartig bei einer Event-Aufführung machen. Das sehnsüchtige, flott herbeigesungene Sehnen nach Männern, gesungen von zahlreichen jungen (und junggebliebenen) Frauen im Kinosaal gäbe dem Ganzen noch ein gewisses Etwas. Und ich bin mir sicher, dass Teile der Zielgruppe auf den Song besonders anspringen würden. Aber dafür ist es nun zu spät.

Ob eine Mitsing-Fassung auch für andere Länder geplant ist, ist bislang unbekannt, allerdings organisieren bereits einige UK-Kinos selbstständig Mitsing-Events.
Spätestens, wenn sich neben der Mitsingerei auch noch andere Aktionen während der Sondervorführungen durchsetzen, sollte es aber mit Sicherheit auch in Deutschland solche Aufführungen geben. Wie wäre es mit dem Werfen von Spielgeld während Money, Money, Money oder dem Summen des James Bond-Themas, jedesmal wenn Pierce Brosnan die Szene betritt? Und für die gute, alte Wasserpistole fände sich in einer bestimmten Szene gegen Ende des Films auch Verwendung.

Na super... Jetzt habe ich wirklich Lust auf solch einen Kult um den Film.
Ob ich auch einen Eimer voll Appletini in den Kinosaal mitnehmen dürfte?

Weiterführende Artikel:

Car's Anatomy

Jake Parker von den Blue Sky Studios (Ice Age), der unter anderem an Horton hört ein Hu mitarbeitete veröffentlichte in seinem Blog ein kleines Posting über Pixars unter Fans wohl bislang umstrittensten Film, nämlich Cars.

Parker schreibt, dass ihm die Geschichte und Moral des Films sehr zusagten und er sich darin wiederfinden konnte, da er selbst miterlebte, wie kleine Städtchen aufgrund neu gebauter Highways mit dem Überleben kämpften. Alles in allem habe dem Animator Cars sehr gefallen, jedoch habe er ein besonderes Problem mit dem Film: Die Maschinen-Organismus-Hybriden, die den gesamten Film bevölkern. Auf der einen Seite sind die Charaktere technische Objekte, jedoch weisen sie auch organische Elemente auf.

It’s as if a mad scientist enamored with automobiles terraformed Mars and furnished it with cyborg vehicles with engines of steel and minds of flesh. You have these cars, but with actual fleshy eyes, with irises, and mouths of teeth and tongues. Where does the machine end and the flesh begin?
[...]
Actually, that mad scientist idea might be a good premise for Cars II. Lightning discovers that they’re all created on a whim by some wacko genius as toys for his own amusement.

Pixar wird diesen Storyvorschlag für Cars 2 wohl kaum annehmen, jedoch hätte ich nichts gegen ein offizielles Statement seitens Pixars gegenüber Jake Parkers weitere Überlegungen einzuwenden. Parker zeichnete nämlich zum besseren Verständnis eine anatomische "Studie" von Lightning McQueen, die zeigt wie er Pixars Filmuniversum aus dem Cars-Franchise versteht.

(Zum Original)

Ich persönlich habe im Gegensatz zu Parker und vielen anderen Zuschauern allerdings überhaupt kein Problem mit der stellenweise lückenhaft gezeichneten Welt in Pixars Cars. Zwar ist es in vielen Fällen lobenswert, wenn sich die Autoren (und der Regisseur) umfassende Gedanken machen und eine in sich logische Welt kreieren und diese detailliert in ihrem Film aufzeigen, jedoch ist es bei weitem nicht nötig.
In manchen Fällen, in denen die richtigen Elemente zusammenkommen, ist es sogar viel bezaubernder, wenn nicht alles erklärt wird und bis ins letzte Detail schlüssig ist. Wenn dem Zuschauer Platz für seine eigene Fantasie gelassen und/oder mit der so genannten "suspension of disbelive" des Publikums gespielt wird, kann ein Film auch an Reiz dazugewinnen.

Aber das ist generell ein Problem mit der Welt des heutigen Kinos: Alles muss erläutert und wissenschaftlich glaubwürdig erklärt werden.
"Wo kommt dies und das her, was macht es, warum macht es das, wer hat es erfunden, wieso hat er es erfunden, welche Probleme hatte er in seiner Kindheit, wieso ist die Kaffeesahne schon wieder alle?"
Solch magischen Werke wie Peter Pan oder Mary Poppins würden, wenn sie heute entsünden, wohl gänzlich anders aussehen. Und nicht mehr funktionieren.

Cars reicht zwar nicht an genannte Beispiele heran, macht sich aber einen von Walt Disney höchstpersönlich in seiner TV-Show erklärten Kunstgriff zu nutzen: Den der Plausibilität. In einem (Animations-)Film muss nicht alles wissenschaftlich korrekt, realistisch und logisch sein. Es reicht, wenn etwas plausibel ist. Und dies erfüllt Cars - und an Stellen, die etwas knifflig sind, blendet der Film klugerweise weg. Als z.B. Chick Hicks von anderen Autos beworfen wird (wie denn bitte?) sieht man nur die Ergebnisse dessen, aber kein einziges Auto, das etwas wirft.
Und das reicht für diesen Film auch völlig aus. Ich muss hier wahrlich nicht alles erklärt bekommen (z.B."wo kommen die Baby-Autos her?").

Dennoch habe ich so meine Probleme mit Cars. Diese liegen jedoch nicht auf der Logik-Ebene der fiktiven Welt, sondern ganz woanders.

Erstens: Die Geschichte wird zwar weitesgehend gut erzählt, jedoch ist sie ziemlich unoriginell, besonders wenn man sie mit anderen Pixar-Storys vergleicht.

Zweitens: Die dramatischen und emotionalen Szenen ziehen mich als Zuschauer nur bedingt mit. Während es alle anderen Pixars seit einschließlich Die Monster AG spielend vermochten mich mitzureißen und zu rühren, bleibt zwischen mit und Cars eine kleine Distanz. Er lässt mich nicht völlig kalt, aber dafür, dass der Film in manchen Szenen doch so viel ernstere Töne anschlägt als z.B. Toy Story 2 ist es doch leicht enttäuschend.

Drittens: In Cars kommen zwar fast durchgehend gute Pointen vor, die mich zu einem Dauergrinsen zwingen, doch richtige Brüller sind eher rar gesät.

Auf der "Haben"-Seite gibt es aber eine hervorragende Animation, designtechnisches Ideenreichtum (am besten sind und bleiben die Käfer) und einen als Regisseur gereifteren und selbstsicheren John Lasseter, der öfter Mal die Bilder für sich sprechen lässt.
Unter dem Strich haben wir, meiner Meinung nach, mit Cars sicherlich einen Knick in Pixars bisheriger Statistik, einen kleineren Rückschlag, doch bei weitem nicht das Debakel, das viele aus ihm machen. Den ganzen Hass hat der Film wirklich nicht verdient. Eine Fortsetzung jedoch auch nicht, aber diese Flausen werden wir wohl kaum noch aus Pixars Kopf bekommen.

Außerdem fand ich ja auch Toy Story 2 um Lichtjahre besser als seinen Vorgänger. Möglicherweise überrascht mich Cars 2 ja ebenfalls. Sollte Pixar dabei jedoch Erklärungen über das Filmuniversum nachschieben und die putzig-süße Cars-Welt dabei unnötigerweise entzaubern, sehe ich eher schwarz.

Was meint ihr?

Dienstag, 19. August 2008

Bleibt Heath Ledgers letzter Film in den USA unveröffentlicht?

Morgen startet in Deutschland endlich The Dark Knight, das lang ersehnte Sequel zu Batman Begins.
In diesem Film wird man auch Heath Ledgers letzte vollendete Rolle sehen, nämlich den wahnsinnigen Joker.
Doch es gibt noch einen weiteren Film, an dem Ledger beteiligt war, bevor er tragischerweise starb: The Imaginarium of Doctor Parnassus, Terry Gilliams aktuelles Filmprojekt über einen 1.000 Jahre alten Doktor, der einen Pakt mit dem Teufel hat, eine wandernde Theatergruppe und einem mysteriösen Tor zu alternativen Welten.
Klingt verrückt und seltsam? Ist ja auch ein Terry-Gilliam-Film!

Ledger, der die Hauptrolle des Films übernahm, steckte vor seinem Tod mitten in den Dreharbeiten und hinterließ somit einen nur halb fertigen Film. Gilliam, dessen Projekte regelmäßig in arge Probleme geraten und kurz vor dem Aus stehen, entschied daraufhin, den Film nicht zu canceln, sondern mit anderen Darstellern in Ledgers Rolle weiter zu drehen.

Ledgers Freunde und Kollegen Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law übernahmen diesen Part und spendeten ihre Gage an Ledgers Hinterbliebenden.
Und trotz dieser geballten Starpower schrecken die US-Kinoverleiher vor dem Film zurück. Die Geschichte sei einfach zu verquer und das Vertrauen an Terry Gilliam haben sie auch schon längst verloren. Deshalb wird der Film als ein besonders riskantes Geschäft eingestuft - zu riskant. Bislang fand nur Lionsgate Interesse an dem Film, unter Dach und Fach ist jedoch noch lange nichts. (Quelle: Hollywood Reporter)
In anderen Ländern fand der Film dagegen bereits einen Verleiher. Doch die Amerikaner sind halt ein eigenes Völkchen.

Ich für meinen Teil hoffe den Film sehen zu können - ich halte Gilliam für einen guten Regisseur, dem die Kritiker in letzter Zeit nur all zu übel mitspielten. Und einen verrückten Film mit mehreren Darstellern (darunter Depp) in der selben Rolle... das trifft meinen Geschmack. Hoffen wir, dass der Film auch in Deutschland einen Verleih findet.

Frontalangriff auf das deutsche Fernsehprogramm

Heute Abend bekommt die deutsche TV-Landschaft einen Kinnhaken verpasst. Und einen Schlag mit dem Dampfhammer mitten in die Weichteile.
Denn heute startet nicht nur eine neue Staffel der genialen Fernsehparodie/Sketchshow Switch Reloaded, nein, es läuft auch eine Doppelfolge von Kalkofes Mattscheibe. Da freut sich der Medieninteressierte und Freund der rar gesäten komödiantischen Hochleistungen im deutschen Fernsehen, während sich die Medienschaffer sicherlich am liebsten in einem bombensicheren Bunker vergraben würden.

Switch Reloaded startet um 22.15 Uhr mit der ersten von 18 neuen Folgen auf ProSieben, danach folgt eine halbe Stunde Quatsch Comedy Club (eine Wiederholung) und dann geht um 23.15 Uhr Kalkofe in den Ring, um dem Fernsehprogramm den Rest zu geben, das von Switch Reloaded verschont blieb.
Im Grunde wäre es eine perfekte Fernsehprogrammierung, wenn nicht die Wiederholung des Quatsch Comedy Clubs die TV-Satire unterbrechen würde. Aber hey, ProSieben nimmt zwei hervorragende, kritische Formate ins Programm auf. Sie sinnvollerweise hintereinander zu senden ist da zu viel verlangt. Wir können froh sein, dass die Sendungen überhaupt kommen.

Montag, 18. August 2008

Leidet Kinodeutschland unter temporärer Dumpfheit?

Ich verzweifel ja immer wieder am (Kino-)Geschmack der Allgemeinheit, vor allem das deutsche Kinopublikum lockt aus mir immer wieder ein Kopfschütteln heraus. Meistens reiße ich mich aber wieder zusammen, schließlich sind die deutschen Kino-Jahrescharts streng für sich genommen gar nicht so grauenhaft. Selten findet ein cineastischer Totalausfall in den Top Ten wieder, und ein paar Perlen schneiden ja doch immer wieder besser ab als erwartet,

Mit The Dark Knight sehe ich allerdings langsam eine internationale Blamage auf Deutschland zukommen.
Natürlich erwartet niemand, dass der Film in hiesigen Gebieten ähnlich einschlägt wie in den USA, dafür nimmt der Durchschnittsdeutsche Comics nicht ernst genug und leidet zudem noch an allgemeiner Kinofaulheit.
Allerdings sollte man zumindest eine enorme Steigerung des Einspielergebnisses von Batman Begins erwarten dürfen.
Der erste Teil von Nolans Batman-Reihe lockte seinerzeit 888.736 Zuschauer in die deutschen Kinos. Womöglich eine Nachfolge des letzten Batman-Filmes (Schumachers Farbexplosion und Geschmacksverirrung Batman & Robin) und der bereits erwähnten Comic-Abneigung sowie einem gewissen Abstand des deutschen Kinozuschauers von dunkleren Action-Stoffen. Denn die Qualität allein wird den Film wohl kaum verdonnert haben wenig einzuspielen. Die stimmte nämlich.

Dass The Dark Knight so sehr einschlägt liegt zum einen am Sequel-Faktor: Fortsetzungen von Filmen, die viele Leute positiv überraschten nehmen generell mehr ein als der Vorgänger. Fluch der Karibik etwa war bereits ein Erfolg, schreckte aber dennoch manche vor einem Kinobesuch ab. Diese holten den Film später nach und... zack, Teil 2 war ein noch größerer Erfolg.
Dies trifft auch bei Nolans Batman-Filmen zu. Hinzu kommen die anscheinend weiter gesteigerte Qualität, der Hype um den verstorbenen Heath Ledger und Warners gekonnte Werbekampagne.

Und so steigert in vielen Ländern The Dark Knight das Ergebnis seines Vorgängers. Man siehe sich nur diese Tabelle von Insidekino an:

(von links nach rechts: Batman Begins-Gesamteinspiel, bisheriges Dark Knight-Einspiel, Laufzeit der Fortsetzung in Tagen, Land, Gesamteinspiel Spider-Man 3, Gesamteinspiel Indy 4)

Eigentlich müsste man denken, dass Deutschland nachzieht. Aber nein...
Ich habe tatsächlich enorme Probleme, jemanden für diesen Film zu begeistern. Jemanden zum mitgehen bewegen schaffe ich überhaupt nicht! Und sonst kriege ich, wenn ich will, eigentlich nahezu immer jemanden, der mitkommt.
Und ich bin nicht der einzige mit diesem Problem. Man muss nur mal duch deutsche Filmforen forsten...
Es ist bislang kaum Vorfreude zu spüren. Deutschland gibt dem Film gar keine Chance!

Sicher wird The Dark Knight mehr einspielen, als sein Vorgänger. Dafür war die Qualität dessen zu hoch - fast alle die ihn im Kino sagen werden wohl Wiederholungstäter werden und auch Teil 2 gucken, zudem werden einige hinzukommen, die ihn erst auf DVD oder auf Premiere sahen.

Aber sonst sehe ich tatsächlich schwarz...
Ist Deutschland ein Volk von Banausen, sehe ich schwarz oder ist Warners Vermarktungsstrategie hierzulande Schuld? Was denkt ihr?

Sonntag, 17. August 2008

10 Gründe, warum Film besser ist als Sport

Nieder mit den Sportfans! Mit allen!

Habt ihr es auch endgültig satt? Diese ungleiche Behandlung von Cineasten und Sportfans? Während die Sportfanatiker in Trikots, Fanschals, mit Schminke (auch die Männer) und besoffen durch die Gegend rennen und gröhlen dürfen, wird man als Filmfan schon schief angeguckt, wenn man mehr als ein Regalbrett voll an DVDs besitzt und ein T-Shirt von seinem Lieblingsfilm trägt?

Schluss damit! Ab heute beginnt die Revolution. Hier sind zehn unschlagbare Argumente, die beweisen, dass wir besser sind als jene. Verbreitet diese Liste! Macht die Botschaft kund! Helft mit eine bessere Zukunft für uns Filmfans zu gestalten!

1. Finanzen. Filme sind ein günstigeres Hobby als Sport. Die Qualität eines Films entscheidet nicht beim Preis - Kinokarten kosten stets zwischen 2,50 und 8 Euro. Egal wie gut der Regisseur oder die Darsteller sind. Versucht dagegen Mal die Karten für ein Fußball-Kreisligaspiel mit Eintrittskarten für ein Spiel derFußball-WM zu tauschen.

2. Soziale Verträglichkeit. Wenn ein Bundesligaspiel stattfindet, kann man als normaler, fußball-desinteressierter Mensch nicht in Ruhe in die austragende Stadt gehen und einen trinken. Die Kneipen, Busse und Bahnen sind voll mit gröhlenden, trommelnden, rülpsenden und "singenden" Fußballfans. Die Polizei schiebt Sonderschichten. Wenn man nicht aufpasst, tritt man alle paar Meter in Kotze. Habt ihr das schonmal erlebt, wenn in eurer Heimatstadt ein Kinofilm anläuft?

3. Die Leistung der Gefeierten.
Ganz Deutschland ist während eines Turniers stolz auf seine Sportler. Vor allem beim Fußball. Die Nationalelf vertritt doch unser Land, heißt es, wenn man verdattert nachfragt, warum alle so euphorisch sind. Es geht um den Ruf der Nation, sie vollbringen eine Leistung für das ganze Land. WIR stehen da auf dem Platz. Aha... Elf Männer und ein Trainer. Die 90 Minuten lang hin- und herlaufen. Nehmen wir einen Film dagegen. Eine Filmcrew ist riesig, und jeder einzelne arbeitet monatelang am Film, der stellvertretend für unsere Kinolandschaft in der ganzen Welt gesehen wird. Deutschland zeigt, was es handwerklich und künstlerisch drauf hat. 100 Mann aus allen Schichten (Bildungsbürgertum, Künstler, Handwerker) repräsentieren unser Land, nicht bloß elf Leute, die allesamt fitter sind, als der deutsche Durchschnitt und somit kaum repräsentativ sind. Man sollte zur Oscar-Saison in Deutschlandflaggen gekleidet rumlaufen.

4. Die Nachsicht der Fans.
Sportfans sind selbstverliebt. Sie wollen, dass das ganze Stadion und die Millionen von Zuschauern an den Bildschirmen ihre Gesänge hören. Sie wollen, dass sie in ihren knappen und auffälligen Outfits von den Reportern gefilmt werden (vor allem die Frauen in Nationalfarben-Bikinis). Sie übertönen die Sportler. Cineasten dagegen sind still, wenn ein Film läuft. Sie wollen, dass alle das Schaffen ihrer gefeierten Stars mitbekommen. Und zwar jede Nuance. Filmfans sind nachsichtiger - und deshalb besser.

5. Filme sind auch nüchtern gut.
Geht mal auf eine Sport-Großveranstaltung. Fast alle sind besoffen. Geht mal ins Kino. Keiner ist besoffen. Was sagt uns das? Genau. Sport ist nur betrunken zu ertragen. Da erzähle mir Mal einer, dass Sport wirklich gut sei... (Filme sind übrigens auch besser als Musik. Geht einfach auf ein Musikfestival und zählt die nüchternen Leute...)

6. Filme haben eine höhere Halbwertszeit.
Schonmal ein Autorennen gesehen? Zweimal? Dreimal? Einmal alle zwei Monate? Nein. Wohl kaum. Wenn man weiß, wie es ausgeht ist Sport stinklangweilig. Einen guten Film kann man sich dagegen immer wieder ansehen. Deshalb werden Filme ja auch öfter im Fernsehen wiederholt, als Sport-Matches. Denkt Mal drüber nach...

7. Filme zerstören keine Beziehungen.
Na, wer kennt es nicht, das Bild von der genervten Ehefrau, die während der WM für ihren mann zur Luft wird? Oder das Bild von der Ehefrau, die von ihrem mann angeschrieen wird, weil sie im Bild ist? Oder das der Geliebten, die allein im Restaurant wartet, während ihr Date noch die Verlängerung verfolgt? Ja, Sport muss aus dem oben genannten Grund live geguckt werden. Filme dagegen nicht. Die geile Ische von nebenan klingelt bei euch, um sich Zucker auszuleihen, erweckt eure Gelüste und bewundert eure DVD-Sammlung, woraufhin sie ein Rendez-Vous vorschlägt... morgen um 20 Uhr? Was, um die Zeit kommt Hancock im Kino? Kein Problem, der kommt in einem Quartal eh auf DVD. Also könnt ihr die Tante knallen und euch den Film ansehen. Was für eine glückliche Welt, die der Sportfan nie kennen lernen wird! (Leserinnen dieses Blogs ersetzen bitte "Die geile Ische" durch "Der geile Macker", "sie" durch "er" und "die Tante" durch "den Kerl". Je nach Vorliebe könnt ihr auch "knallen" durch "euch durchorgeln" ersetzen, aber wie ich meine Zielgruppe kenne, seid ihr alle emanzipiert und nehmt die Sache lieber selbst in die Hand, als die passive Rolle zu übernehmen..)

8. Sport macht aggressiv.
Ich kenne Leute, die Freunde von gemeinsamen Freunden hassen, weil sie einen anderen verein gut finden als sie selbst. Bei einer WM kommt es stets zu Prügeleien zwischen den Fans der gerade antretenden Mannschaften. Die Erbfeindschaft zwischen Vereinen / Nationalmannschaften hat eine große Tradition. Was lehrt uns das? Sport muss die Menschen irgendwie aggressiv machen. Filme tun das nicht. Ich habe jedenfalls dieses Wochenende keine Prügeleien zwischen den Fans von Leg dich nicht mit Zohan an! und Mamma Mia! vor den Lichtspielstätten dieses Landes beobachten können. Dabei liefern sich diese Filme einen heißen Kampf in den Kinocharts. Und wenn Fans von Filmen mit einem Ausrufezeichen im Titel nicht aggressiv sind, welche Filmfans sollen es dann bitte schön sein?

9. Sport macht sehr aggressiv.
Wie oft hat man schon in den Nachrichten gelesen, dass Fußballer bei der Heimkehr in ihr Land erschossen wurden, weil sie ein Eigentor machten? Wie viele Chinesinnen wurden bereits kastriert, nachdem sie nur die Bronze-Medaille geholt haben? Unzählige dieser Fälle sind uns bekannt... Doch habt ihr mal davon gehört, dass ein Oscar-Nominierter erschossen wurde, weil er die Statue NICHT gewonnen hat... Zählt einfach Eins und Eins zusammen...

10. Filme sind angenehm für Schüler.
Gäbe es eine Statistik über Menschen, die dank des Sportunterrichts in der Schule irgendeine Paranoia oder ein Trauma hinterlassen haben, sie würde durch die Decke schießen. Sogar durch die Decke des Empire State Buildings. Sei es, dass Mädchen plötzlich auf die Idee kommen, ihr Busen sei zu klein (Hänseleien in der Umkleide), Jungs sich nicht mehr vor ihrer Geliebten sehen lassen können (im gemischten Sportunterricht rutschte die lockere Hose... und weil man zu spät dran war, verzichtete man beim Umkleiden vorher auf die Unterhose), Menschen eine panische Angst vor Bälle haben (weil sie sie dauernd gegen das Gesicht geschossen bekamen), oder dass viele, viele Leute urplötzlich eine Versagensangst entwickeln oder sich vor Älteren Männern fürchten ("Ich muss mit dir gleich über deine Note sprechen Susie... Geh doch schonmal in die Umkleide!")... Der Sportunterricht forderte viele Opfer. Und sei es auch bloß, weil man am Montag in der Oberstufe aufgrund des Sportunterrichts am Nachmittag nicht mehr für seine schwachen Fächer lernen konnte und deshalb nur knapp sein Abitur schaffte. Der Sportunterricht macht manchen Spaß, und gibt vielen Leid. Doch kennt ihr irgendjemanden, der ein Trauma aus dem Filmunterricht mitnahm?



Ich weiß was ihr denkt. Aber ihr müsst mir kein Denkmal bauen. Zumindest nicht hierfür. Das habe ich doch gerne gemacht.
Wer will kann mir natürlich dennoch einen Scheck überweisen. Wichtiger ist allerdings, dass ihr diese Liste verbreitet.

Dieser Artikel ist offensichtlich satirisch gedacht. Mögliche Obszönitäten oder Grenzüberschreitungen, Beleidigungen oder intolerante Bemerkungen sind Teil der Kunstform und decken sich nicht mit dem üblichen Vokabular und/oder Gedankengut des Autos. Wenn ihr echt das hier lesen musstet, um dahinter zu kommen, dann gute Nacht...

Wie gesagt... Weg mit den Sportfans! Allen!

Wirklich allen...! Ihr glaubt ich spinne? Wollt ihr mir etwa angesichts dieses Bildes widersprechen? Ach jaaaa...? Wirklich?! Dann stellt euch vor, diese Dame wäre Filmfan und würde deshalb ein Rocky Horror Picture Show-Kostüm tragen... Na...?! Überzeugt? Wusst ich's doch...!