Donnerstag, 12. Februar 2009

Das "Assis-im-Kino"-Double-Feature, Teil II: Die schlimmsten Kinobesucher meines Lebens

Früher war ich bloß ein Filmfan. Ich liebte Filme und wollte meine Favoriten immer und immer wieder ansehen. Doch ich war kein Kinofan. Mich verschlug es zwar ab und zu ins Kino, so richtig gepackt hat es mich allerdings erst verhältnismäßig spät. Dafür dann aber umso heftiger und seither bin ich nicht nur ein Filmfan, sondern auch ein Kinofan. Ich liebe Kinos in ihren verschiedenen Variationen, vom schäbigen Bahnhofskino (nur bei Grindhouse und Co. angenehm) über kleine, leidenschaftlich geführte Lichtspielhäuser und skurrile Kellersäle mit 70er-Jahre-Designerstühlen bis hin zum extravaganten, hypermodernen Multiplex.

Ob allein, zu zweit, mit ein paar Freunden oder in riesigen Gruppen, ein Kinogang ist etwas ganz anderes als ein DVD-Abend... Um so richtig schön zu übertreiben: Der Kinogang ist die zarte, verletzliche Blume im Garten der Filmkonsum-Möglichkeiten.

Wie auch immer, ihr ahnt wisst ja, was jetzt kommt... Genau. Der Störfaktor.



Ich habe mich hier im Blog ja bereits mehrfach über Ärgernisse im Kino beschwert und dabei mal konstruktive Kritik geäußert, mal einfach nur Dampf abgelassen. Nach der völlig übertriebenen Hasstirade letztens, die leider im Kern an so manchen (also fast allen) Stellen auf Wahrheiten basiert, möchte ich euch nun völlig unverfroren und schonungslos mit der ungeschminkten Realität konfrontieren. Denn im Laufe meines Lebens als übermäßig häufiger Kinogänger musste ich mich durch so manche Grausamkeiten schlagen.

Die schlimmsten noch in meinem Gedächtnis haftenden Ereignisse präsentiere ich euch jetzt, ohne es durch eine komödiantische Brille zu sehen, die absolute Creme da la creme, das schlimmste vom schlimmen. Und ja... das alles ist tatsächlich so geschehen. Natürlich kann bei manchem das hier Geschriebene vom exakten Wortlaut abweichen, da der Kinogang schon etwas her ist und ich nicht immer mit einem Diktiergerät durch die Gegend laufe, aber ihr dürft mir glauben, dass ich mir hier nichts aus den Fingern sauge.

Mitleidbekundungen in den Kommentaren sind natürlich willkommen. Später Trost ist besser als gar keiner.

Platz 15: Die Gruppe Jugendlicher zwei oder drei Reihen vor uns in Hancock.

Fangen wir diese Hitliste des Grauens erst einmal verhältnismäßig harmlos an. Solche Situationen kamen mir wirklich sehr häufig unter und bringen mich jedes Mal aufs neue an die Decke. Dank der grandiosen Bewegungsinkompetenz der hier erwähnten Gruppe heimst diese stellvertretend für alle ähnlichen Sünder den 15. Platz ein:
Tatort war die Vorpremiere von Hancock. Der Kinobesuch schien ohne größere Komplikationen zu verlaufen, das größte Ärgernis des Abends schien die zu hohe Erwartungshaltung an den Film zu sein. Aber ich hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Abspann fängt an, wie von der Hummel gestochen springen nahezu alle Zuschauer im Saal auf und watscheln in Richtung Ausgang. Nur wir (das ist nicht der Majestis Pluralis, wir waren eine größere Gruppe) blieben sitzen und lasen den Abspann. Der Saal war schon zu mehr als die Hälfte geleert (der Rest stand noch in den Gängen, suchte seine Jacken oder staute sich vor dem geöffneten "Notausgang") als auch die Jugendlichen zwei oder drei Reihen vor uns die Lust verlieren und aufstehen. Exakt in diesem Moment stoppt der Abspann und eine Bonusszene beginnt.
Wie Rehe im Scheinwerferlicht bleiben die Kerle geschockt stehen und beginnen tatsächlich an leicht herumzuzappeln. "Was tu ich nur, was tu ich nur? Hilfe, hilfe! Programm überfordert, Programm überfordert..!" kann ich in Gedankenblasen lesen, die mein geistiges Auge über deren Köpfe platziert.
"Runter! Jetzt setzt euch doch!", schreien wir in verschiedenen Variationen den Kerlen hinzu. Nachdem unserer Tonfall barscher wird, setzt sich die Gruppe tatsächlich hin, statt die Szene im stehen zu verfolgen. Nur ein sehr großer und breiter Kerl im weißen T-Shirt nicht, der genau so steht dass er meiner Sitznachbarin und mir völlig die Sicht versperrt. Während der Rest unserer Gruppe seine "Vordermänner" bereits lobt ("Na endlich, geht doch!"), muss ich tatsächlich noch genauere Befehle hinterherwerfen. Während seine Freunde wieder sitzen und er irritiert zwischen seinen plötzlich hockenden Kumpels und der Leinwand hin- und herblickt, bekommt er ein "Auch du in dem weißen T-Shirt!" in den Nacken geschrieen. Und tatsächlich - ihm fehlte nur ein strikt an ihn adressierter Appell. Schon saß er.

Erinnerte irgendwie an schlampig dressierte Pudel.

Mjam, Popcorn!

Platz 14: Der Kerl zwei Plätze neben mir in Das Vermächtnis der Tempelritter

Lacht mich nicht aus, wenn ihr weiter lest. Denn so lächerlich es auch klingen mag, es war wirklich extrem nervig. Extrem... nervig...
Als ich Das Vermächtnis der Tempelritter sah saß zwei Plätze neben mir ein Mann mittleren Alters mit einem großen Becher Popcorn, der sich immer wenn er eine handvoll Popcorn aufgegessen hat die Finger abschleckte und -lutschte. Richtig schön genüsslich mit Schmatzern und Plopplauten, wenn er die Finger wieder aus dem Mund nahm. Richtig laut... und richtig widerlich...
Zum Glück (für mich und ihn) aß er so schnell, dass das Popcorn alle war, bevor der Film anfing richtig interessant zu werden.

Platz 13: Der Typ neben mir in The Village

Nicht immer sind es Unbekannte, die einem im Kino auf die Nerven gehen. Manchmal sind es leider auch einem bekannte Menschen, denen man am liebsten eine pfeffern würde. So einen Fall erlebte ich bei der zweiten Kinosichtung von The Village. Neben mir saß ein Pärchen, das ich kannte, und das fand sich selbst viel interessanter als den Film. Okay, kann man zwar durchaus nachvollziehen, allerdings ist die Wahl des Kinoprogramms sehr eigenwillig. Wenn man im Kino kuscheln, knuddeln und knutschen will, dann sollte man sich vielleicht eher eine Romantikkomödie aussuchen statt in den neuen Streifen von M. Night Shyamalan zu gehen.
Jedenfalls entwickelte er nach ungefähr einer halben Stunde Interesse für den Film und fing an alle paar Minuten Fragen zu stellen. Die Antworten hörte er sich jedoch nur zur Hälfte an, da er weiterhin seinem Interesse für seine Freundin frönen wollte. Weshalb einige Fragen doppelt kamen, oder sogar dreifach.
Tja, und so hätte es den ganzen Film über ablaufen können, wenn es nach ihm gegangen wäre. Doch das tat es nicht. Nach der was-weiß-ich-wievielten Frage begann ich ihm völligen Schwachsinn zu erzählen. Einige, laaaaaange Zeit später realisierte, dass er dank mir nur noch weniger von dem Film verstand und ließ mich in Ruhe.

Ja, ich bin fies. Danke.

Platz 12: Das kleine Mädchen zwei Reihen hinter mir in Santa Clause 2

Sind Kinder im Kino immer so unruhig, oder erwische ich immer Sondervorstellungen für hyperaktive Problemfälle mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom? Bei einem WALL·E-Kinobesuch gingen pünktlich die Lichter aus, um nun die Trailer- und Werberolle und somit die Vorstellung zu starten. Während es im Saal sichtbar dunkel wird und die ersten Eltern ihre Kinder mit einem "Sssssshhht!" ermahnen, steht ein Kind in der Reihe vor mir auf, geht nach unten bis zur Leinwand und die erste Sitzreihe entlang. Nun ist es komplett dunkel und der erste Trailer beginnt, als es plötzlich laut zu heulen beginnt und den zweiten Gang in den Reihen hochrennt... und seine Reihe nicht mehr wiederfindet...
Doch das ist harmlos im Vergleich zu dem kleinen Mädchen, das in Santa Clause 2 auf sich aufmerksam machen wollte. Die hüpfte nämlich unentwegt in ihrem Sessel rum. Ich saß ja vor ihr, weshalb es mich nicht direkt störte, ich fand es nur asozial den Leuten hinter ihr gegenüber. Der Mutter war das Rumgehopse nämlich völlig egal und sie schritt nicht ein.
Mitten im Film aber bekamen Mutter und Kind die Quittung - zum Leidwesen der anderen Zuschauer, denn wenn irgendwer im Saal gewusst hätte was kommt, hätte man ihnen gewünscht das sie erst während des Abspanns bestraft werden.
Beim Rumhopsen glitt das Mädchen nämlich irgendwann ab und klemmte sich im Klapp-Sessel ein, mit ohrenbetäubenden Folgen. Lautes Gewimmer und Schmerzensschreie übertönten die Filmvorführung. Ich hatte bereits erfolgreich die Welt hinter mir ausgeblendet, als ich das Gebrülle hörte - und ich schloss zunächst darauf, dass das Kind entweder vom Film genervt und/ oder gelangweilt ist (Angstschreie waren auszuschließen, weil in dem Moment wo es anfing zu wimmern gar nichts passiere), Hunger hat oder gerade realisierte, dass der Weihnachtsmann auch Tim Taylor, der Heimwerkerkönig ist und schlussfolgerte, dass er demnach wohl nicht wirklich existiert.
Erst als ein herbeigerufener Kinoangestellter den Saal betrat und das Licht einschaltete (während der Film weiterlief), wurde ich neugierig und drehte mich um. Eine wütende Mutter und der arme Kinoangestellte hebelten das Kind aus dem Sessel heraus. Eineinhalb Szenen später saß das Kind ruhig auf seinem Sessel und das Licht ging wieder aus.
Lektion gelernt. Nur leider nicht auf die stille Weise.

"So viele würdige Opfer, so wenig Zeit!"

Platz 11: Ein paar Banausen während Sweeney Todd

Mein erster Kinobesuch von Sweeney Todd wurde von ein paar wirklich schlimmen Kunstbanausen getrübt und ich war darüber wirklich enorm erbost. Den Einzug in die Top Ten versäumt er dennoch, weil dieses wirklich außerordentlich idiotische und ärgerliche relativ kurz gehalten war. Die Ärgernisse bei diesem Kinobesuch sind Dinge, die im Kino eigentlich nicht passieren dürften, erst Recht nicht bei diesem Film, aber ich weiß, dass es noch viel schlimmer geht. Ihr dürft euch also schonmal vorsorglich beim Gedanken an die Spitzenpositionen hier in die Hosen machen...
Aber jetzt endlich zu den Idioten in Sweeney Todd: Wie mir scheint, rechneten manche mit einem blutigen Horrorfilm, jedenfalls gab es bei der ersten Einblendung von Untertiteln ein geschocktes "Was, Untertitel?!" aus den hintersten Reihen zu vernehmen und beim zweiten oder dritten Lied ein verärgertes Stöhnen, gefolgt von "Boah, Lieder vorspulen!".
Danach war aber endlich Ruhe. Bis kurz vor dem Finale, als zwei Kerle vom Typ Macho hinter uns zu quatschen begannen. Was in Popcorn-nach-hinten-werfen und der berechtigten Entgleisung "Zu beschränkt mal zwei Stunden die Fresse zu halten?!" meinerseits gipfelte. Nicht nett, aber es tat seine Wirkung und bewahrte den Sweeney Todd-Besuch davor in die Top Ten dieser Liste einzuziehen. Quatschen während des Endes von Sweeney Todd soll ja in manchen Gegenden als Berechtigung für einen Totschlag gelten...

Platz 10: Die Mutter hinter mir in der Vorpremiere von Ratatouille

Mein erster Ratatouille-Kinobesuch hatte als (nicht georderte) "Garnitur" bei weitem nicht so dämliche, aufgrund ihrer Lautstärke und Häufigkeit sowie dem nervigen Tonfall aber bei weitem penetrantere Störgeräusche als meine Sweeney Todd-Premiere: Eine Mutter (vermute ich einfach) nahm mit ihren drei Kindern in der Reihe hinter mir Platz - und fieberte mehr mit als ihre Kinder. Bei jeder, wirklich absolut jeder, Szene in der irgendetwas unvorhergesehenes geschah sprang sie auf und schrie völlig mitgerissen "*seltsames Einatem-Geräusch*Ach du scheiße!".
Remy springt nach der Titeleinblendung aus dem Fenster. "Huch, ach du scheiße!"
Remy wird von seiner Familie getrennt. "Aah! Ach, du scheiße!
Der Geist von Gusteau erscheint... "Oh schreck, ach du scheiße!"
Der Geist erscheint wieder...
und so weiter
und so weiter...

Ach... du... scheiße...

Platz 9: Die gackernden Teenie-Mädels in der Reihe hinter mir während Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt

Zum siebten Mal wollte ich mir meinen Lieblingsfilm im Kino ansehen - ein persönlicher Rekord rief und sollte gebrochen werden. Gedacht, getan.
Hätte ich gewusst, wer mich noch im Kino erwartet, wäre ich an einem anderen Tag angetreten um meine eigene Bestmarke zu schlagen.
Die erste Hälfte des Films über lief noch alles völlig reibungslos. Doch dann stellte eine meiner beiden Hinterfrauen ihre Bekannte eine kleine, kurze und völlig akzeptable Verständnisfrage zum Film. Ist wirklich völlig in Ordnung gewesen. Nur leider gerieten die zwei so in einen Redefluss... Und so verglichen die zwei genüsslich den Film mit der Harry Potter-Reihe, fragten sich gegenseitig darüber aus, welchen der Männer sie denn heiß finden, antworteten auf rhetorische Fragen im Film und lästerten dann über Frisuren und Kleidungsstil mancher Figuren, nur um dann völlig ab vom Kurs zu kommen und über Beziehungskisten in ihrem Freundeskreis zu quatschen.
Wieder einmal sah ich mich gezwungen erst böse nach hinten zu gucken, unangenehm laut "Pssst!" zu zischen und mein Popcorn nach hinten zu werfen. Irgendwann hatten sie es endlich kapiert - nur um dann in den letzten fünf Minuten wieder auf den Film zu antworten. Tja... beim Rausgehen (wow, Kinobanausen die sich mit mir den ganzen Abspann ansehen) musste ich mich dann zusammenreißen nicht meinen inneren Piraten gewinnen zu lassen und die zwei tüchtig kielzuholen. Hätte aber auch keinen Spaß gemacht, sie waren einfach nicht mein Typ.

Platz 8: Zwei Mädchen aus der Gruppe eine Reihe vor mir in Verwünscht

Kommen wir nun zu einem ganz speziellen Fall. Leute, die im Kino viel reden sind ja immer ärgerlich, doch was ich in Verwünscht miterleben musste ist wirklich dämlich.
In der Reihe vor mir saß eine Gruppe von jugendlichen Mädels, so sechs oder sieben Stück. Anscheinend haben zwei von ihnen gewettet, welcher Typ am Ende des Films Giselle abkriegt, jedenfalls meinten sie anfangs "So, wollen wir Mal gucken wer Recht hat." und fingen bei jeder Szene, die für einen der zwei Herren im Film sprach herumzutuscheln. "Siehste, siehste, ich hab doch gesagt, dass Dr. Dreamy aus Grey's die bekommt!", "Ha, nein, guck, sie entscheidet sich für den anderen, wusste ich es doch.", "Ach du spinnst, dass da heißt gar nichts..." und so weiter, und so weiter.
So weit, so nervig. Doch es wird noch besser: Die zwei saßen nämlich nicht nebeneinander. Sie hatten ihren gesamten mitgebrachten Freundeskreis zwischen sich. Die eine saß ganz links, die andere ganz rechts. Entsprechend laut mussten die beiden herumtuscheln, und das stetige hin und her der Köpfe ging mir ebenfalls gehörig auf den Keks. Also trat ich immer wenn sie zu diskutieren anfingen in den Sitz vor mir, auf dem die mit der "Dr. Dreamy"-Theorie Platz nahm. Anfangs wurde ich nicht beachtet, doch mit der Zeit trat ich immer heftiger und genüsslicher gegen den Sessel. Irgendwann erntete ich einen bösen, über die Schulter geworfenen Blick. Und danach... war Ruhe.
Geht doch.

"Wer hat hier eben getuschelt?"

Platz 7: Die zwei befreundeten Damen hinter uns (und ein paar Tölpel im restlichen Saal) in der Vorpremiere von The Dark Knight

Die von mir besuchte Vorpremiere von The Dark Knight verdient einen Ehrenpreis für die Ansammlung der meisten Kinofehltritte. Fast alles kam im Laufe der rund 150 Minuten zusammen. Das übliche Popcorngeraschel, weil manche Leute natürlich unbedingt das Popcorn von ganz unten im Becher essen müssen, statt wie jeder normale Kinogänger oben mit dem knabbern anzufangen ist ja mittlerweile gang und gäbe, weshalb ich auch nicht weiter darauf eingehe. Aber es gibt ja genug anderes über diesen Kinobesuch zu berichten.
So gingen Dutzende von Leuten während des Films auf Toilette (naja, ist noch okay) und mehrere von ihnen fanden danach ihre Reihe nicht wieder (Grund zur Schadenfreude). Etwas spürbarer sanktioniert wurde eine Dame im megakurzen Rock und extrahohen Stöckelschuhen, die von einer Reihe ganz oben im Kino während einer stillen Szene des Films den gesamten Saal herunterstöckelte. Nach vielleicht einem Drittel ihres Weges wurde ihr unüberhörbares und nervenzerfetzend-dissonantes und dennoch irgendwo melodisches Geklapper beim Gehen mit Lachern belohnt. Und kaum betrat die Dame nach ihrem Toilettengang wieder den Saal (natürlich, wer hätte auch was anderes vermutet, während einer weiteren stillen Szene) wurde ihre unverkennbare Silhouette und das noch einmaligere, ätzende Geklapper ihrer Schuhe mit noch mehr gehässigen Lachern begrüßt.
Dann hätten wir noch das Flaschengeklirre: Mehrfach fielen Glasflaschen gut hörbar um, doch als eine Flasche nach mehrfachem auftitschen durch die Gegend rollte und rollte und rollte konnten es sich einige der Kinobesucher, darunter auch ich, wieder nicht verkneifen und lachten entnervt die Geräuschkulisse im Saal aus. Es war ein kollektives "Ich glaub' nicht, dass das gerade passiert"-Lachen, und man wünschte sich glatt, dass der Joker den Film verlässt und mit der Flasche einen Zaubertrick anstellt.
Ach, apropos Zaubertrick: Die Szene wurde zunächst von der Hälfte des Publikums mit Applaus begrüßt, als das Klatschen von einem aggressivem "Pssssst!" der anderen Hälfte abgewürgt wurde. Na super, nicht nur dass es im Kino laut ist, nein das Publikum ist sich selbst auch noch uneinig, wie es den Film sehen will. Ich selbst habe was gegen Applaus in normalen Vorstellungen, aber nichts gegen Applaus in feierlichen Vorpremieren, fand The Dark Knight jedoch auch nicht einen für solche Festivitäten geeigneten Film. Wobei so ein Zaubertrick als Ausnahmemoment noch okay war, und das "Psst!" an der Stelle mehr nervte. Könnte mir jedoch vorstellen, dass es uns vor mehr Krach bewahrte, von daher...
Tja, und dann wären da ja noch die zwei Damen hinter uns, die sich während der Lasershow vor dem Film genüsslich über ihr Alltagsleben unterhielten und auch nach der Lasershow noch meinten das Gespräch rund abwickeln zu müssen. Als dann die Studiologos weg waren und die ersten Charaktere zu sprechen begannen, hielten sie endlich die Klappe.
Doch als die Hälfte des Films um war, konnten sie nicht länger ruhig sein. Und verwandelten sich in nervige Personifikationen ärgerlicher weiblicher Kinobesucher. Es gibt viele wahre Klischees über männliche Kinobesucher (Popcorn werfen, rumrüpeln, alles einsauen, Frauen auf der Leinwand hinterher grölen), und so gibt es auch Klischees über Frauen. Tja, die zwei hinter uns sind wohl der Ursprung dieser Klischees. In etwas Nerven aufreibenden Szenen quietschte eine der beiden die andere an: "Ahhh! Da kann ich nicht hingucken! Ahhh...! Sag wenn es vorbei ist, sag es, ja?", bei Stunts kam immer wieder Mal der Kommentar "Das geht ja gar nicht! Voll unrealistisch!" (ja, auch bei laut Making of in echt gedrehten Szenen), ähnliche Kommentare mussten sich auch Teile von Batmans Ausrüstung anhören, wie etwa das Bat-Pod. Und so weiter, und so weiter
Im Grunde alles was Dieter Nuhr, Michael Mittermeier und ja, leider auch alles was Mario Barth über Frauen und Kinos erzählten.

Ach, übrigens. Es war die "Echte Kerle - Männer only"-Special-Vorpremiere mit verbilligten Bierpreisen.

Platz 6: Nahezu der gesamte Saal in Cars

Viel zu erzählen gibt es bei diesem Platz nicht. Es wurde einfach die ganze Zeit gequatscht. Laut, durcheinander, über alles. Bis, ja, bis ein kleiner VW-Käfer durch die Leinwand fliegt. Nach einem kollektiven "Ooooooh, wie süß!" folgte wildes Getuschel, warum das süß ist, ob das wirklich ein VW Käfer war, ob das überhaupt Sinn ergab... Manche bekamen es nicht mit und fingen an herumzufragen, was sie verpasst haben... Und zwei Leute hatten eine sehr faszinierende Diskussion, die dank ihrer Lautstärke alles übertonte:
A: "Hä? Was war das?!"
B: "Das war ein VW Käfer... Verstehste, ein Käfer, ein VW Käfer..."
A: "Ähhh... ja... aber wieso?"
B: "Na, da sind halt alles Autos!"
A: "Wie?"
B: "Na, in dem Film sind alles Autos. Das ist eine Welt voller Autos. Die Menschen sind Autos, die Insekten sind Autos... Alles Autos."
A: "Echt?"
B: "Ja, hast du nicht gemerkt, dass da keine Menschen vorkommen?"
A: "Stimmt, jetzt wo du es sagst... Echt... Boah... Hey, wow!"
B: "Deshalb heißt der Film ja auch Cars!"
A: "Achsoooo... ja, jetzt verstehe ich!"

Menschen, die Krönung der Schöpfung...

Jedenfalls wurde nach dem Käfervorfall noch bis in die nächste Szene laut heurmgetuschelt, danach wurde der Kinofrieden weitergestört, aber nicht mehr ganz so intensiv. Jetzt konnte man, wenn man sich konzentrierte, wenigstens wieder was verstehen. Einer mir bekannten Kinoangestellten, die sich den Film ansah reichte das aber nicht, und so brüllte sie laut den Saal zusammen: "Haltet doch Mal die Klappe ihr Spinner, wir sind im Kino! Ruhe, verdammt."
Und dann war auch Ruhe.





Es folgt... etwas ähnlich angenehmes für die Ohren:

Platz 5: Ein ehemaliger Lehrer von mir in der Vorpremiere von Die Insel

Großer Tag in meinem Heimatdorf, das sich nur deshalb Stadt nennen darf, weil es mehrere weit vom Stadtkern entfernte, eigenständige Dörfer annektierte und als Stadtteile deklariert (so hat diese "Stadt" es tatsächlich zur Kreisstadt gebracht, aber ich schweife ab): Das heimische (mittlerweile geschlossene) Kino feiert erstmals eine Vorpremiere. Wuhu!
Der auserwählte Film, der diese stolze Ehre bekleiden darf galt als bombensicherer Blockbuster: Der glänzende Regiestar am 90er-Actionhimmel Michael Bay und der von nahezu jedem verehrte Steven Spielberg vereinten ihre Kräfte für einen intelligenten, spannenden, gesellschaftskritischen Sci-Fi-Actionstreifen, in dem es so richtig kracht und genügend Humor vorkommt, um auch die Gemüter zu befriedigen, die den kritischen Unterton des Films überhören (wollen). Ladys and Gentlemen... Die Insel.
Bezeichnend, dass der Film, mit dem mein Kleinstadtkino in eine neue Ära aufbrechen wollte, an den Kinokassen nicht so richtig aus den Puschen kommen wollte.

Wie dem auch sei, ich wollte den Film sowieso unbedingt sehen und an einem "historischen" Ereignis teilhaben zu dürfen ist auch nicht zu verachten. Also auf, auf und ab in die Vorpremiere! Es saßen sogar ein paar vereinzelte Leutchen im Saal, als ich im Kino ankam.
Kaum mümmelte ich mich mit Popcorn und Fanta bewaffnet in meinen Kinosessel, betrat mein ehemaliger Schülerzeitungs-Lehrer mitsamt weiblicher Begleitung den Raum.
Ich versank weiter im Sessel und versuchte mich hinter der Popcorntüte zu verstecken, doch vergebens. Die zwei setzten sich in die Reihe hinter mich, und schon hörte ich es dröhnen... "Oh, hallo [hier Sir Donnerbolds richtigen Namen einsetzen]!"

Mein Ex-Lehrer war eine einmalige Type. Er machte mehrere Raucherpausen in der Doppelstunde, war füllig, hatte rotgraubraunes Haar, hatte keine Lust die Unmotivierten zu motivierten, freute sich dafür umso mehr über enthusiastischere Schüler. Und dann war da seine Stimme...
Diese Stimme...

Es ist die dunkelste Stimme und bass-lastigste Stimme, die ich je in meinem Leben hörte. Denkt jetzt an James Earl Jones, der "This is CNN!"-Ansager, die Originalstimme von Mufasa und Darth Vader. Und jetzt denkt bitte an die kratzige, dunkle Reibeisenstimme von ALF, die Oliver Kalkofe Mal als eine Stimme beschrieb, die so klingt als würde jemand mit dem Kopf in eine riesige Kloschüssel eintauchen. Nun kombiniert in eurem Kopf diese beide Stimmen, stellt euch vor, dass diese James ALF Jones Stimme jahrelang in Whiskey und Zigarren gebadet hat, nehmt eine Prise Joe Cocker und fügt dann noch ein massiges Stimmvolumen dazu. Eine Stimme, die man (wenn die eigene Klasse kurzzeitig ausnahmsweise nicht die Tische verrückt) zwei Klassenräume weiter unterrichten hören kann. Nicht zu vergessen der Bass in dieser Stimme... Die Stimmbänder dieses Mannes stellte ich mir wie einen Subwoofer vor, nur mit der Lautstärke und dem Umfang eines Disco-Lautsprechers. Wenn dieser Mann in der Schule während Klausuren dem Mädel in der ersten Reihe irgendetwas zuflüsterte, hatte man in der letzten Reihe Angst, dass einem die Wasserflasche vom Tisch fällt.

Und der setzt sich im Kino hinter mich und spricht mich an...
Lehrer Subwoofer-Stimme: "Oh, hallo [Sir Donnerbold]! Wie geht es dir? Was machst du jetzt?"
Ich: "Guten Abend Herr [Subwoofer-Stimme]. Ach, gut geht's mir. Weiter Schule am machen... Jetzt beginnt ja erst die ernste Phase..."
Während ich antworte richtet er sich zu seiner Begleitung: "Schatz, das ist [Sir Donnerbold], der hat die Schülerzeitung fast im Alleingang erstellt."
Begleitung (reicht mir die Hand): "Ah, ich bin [Hab den Namen vergessen], schön dich jetzt kennen zu lernen, habe schon so viel von dir gehört und gelesen."
Lehrer Subwoofer-Stimme: "Ja, die Zeitung ist ohne dich völlig aufgeschmissen, jetzt ist schon wieder nichts zustande gekommen. Aber naja, wir sind hier ja nicht um über die Schule zu reden, sondern für's Vergnügen..."
Ich antwortete kurz und knapp: "Ja."

In diesem Moment dachte ich armer Naivling, dass ich nun befreit wurde, drehte mich nach vorne und hoffte, dass die Musik (die ich eh nicht mehr hören konnte) endet, die Lichter ausgehen und die Trailer anfangen... Doch ich hatte mich geirrt...

Lehrer Subwoofer-Stimme: "So... naja... Also, [Sir Donnerbold], was machst du denn jetzt hier?"
Ich (schulterzuckend): "Film gucken, ist doch klar."
Lehrer Subwoofer-Stimme: "Und welchen Film?"
[Pause um zu realisieren, dass es kein Scherz ist]
Ich blickte daraufhin meinen Ex-Lehrer dumm an, als er selbst einwarf: "Äh... stimmt, natürlich den selben Film wie wir!"
Der Lehrer blickte sich um, sieht wie leer es ist und erzählt mir dann eine Geschichte, die ich gar nicht hören wollte:
"Hör Mal, [Sir Donnerbold], schon komisch wie wenig hier los ist. *lautes, in sich gekehrtes Lachen* Aber eigentlich wären wir (zeigt auf sich und seine Frau/Verlobte/Freundin/Lieblingsschülerin) ja gar nicht hier. Sind eben nur in der Stadt (ja, er hat "Stadt" gesagt!) spazieren gegangen (wo? An den zwei Eisbuden und dem nicht vorhandenen Bahnhof entlang?), da haben wir gesehen, dass draußen am Kino groß stand, dass Saal 1 schon ausverkauft ist. Also sind wir ins Kino rein gegangen, weil, das hat uns neugierig gemacht. Dann sind wir an die Kasse und ich habe zwei Karten für Saal 1 bestellt, weil ich sehen wollte, welcher Film hier denn so beliebt ist. Haha, jaaa, dann hat die uns doch noch zwei Karten gegeben... (Er guckt sich um) Das hier ist doch Saal 1, oder?"
Während dessen begannen nicht nur die Trailer, nein, ich musste in Gedanken auch mehrfach seine toooolle Geschichte kommentieren und bedenken. Hat er wirklich Karten für eine ausverkaufte Vorstellung bestellt? Und... ausverkauft? Hier sitzt doch kaum jemand!
Ich: "Ja... Das ist Saal 1... Und draußen stand echt, es sei ausverkauft?"
Lehrer Subwoofer-Stimme: "Ja, komplett ausverkauft. Deshalb hatten wir schon überlegt, ob wir, wenn wir keine Karten bekommen doch in einen anderen Film gehen. Ist aber nicht ausverkauft gewesen, wie du ja gerade sicher siehst...
(Längere Pause)
Äh, sag Mal, [Sir Donnerbold], weißt du, warum bist du denn in den Film gegangen? Wir sind ja reingegangen, weil wir dachten, dass es ausverkauft ist, aber wieso bist du reingegangen?"
Ich: "Ich mochte die anderen Filme vom Regisseur und hatte einfach Lust auf den Film..."
Lehrer Subwoofer-Stimme. "Achso... dann weißt du doch bestimmt worum es überhaupt geht...? Wir haben nämlich absolut keine Ahnung, worum es geht, wir wissen nur... äh... (er versucht seine Kinokarte rauszukramen) wie... der... heißt..."
Ich: "Also, es ist schwer zu erklären worum es geht, ohne zuviel zu verraten, aber es hat jedenfalls damit zu tun, dass es eine Insel gibt, auf die alle Menschen wollen, und jaaa, äh also, Klone sollen in dem Film wohl auch vorkommen (*herumdrucks*).. Äh, ja, mehr weiß ich auch nicht! (bestimmender Tonfall um nun Ruhe zu haben)"
Lehrer Subwoofer-Stimme: "Gut, das reicht auch glaube ich schon, denke ich. Danke."

Während meine Ohren versuchen sich von dem vibrierenden Gedröhne zu erholen und meine Augen gebannt versuchen den fast stummen Trailern einen Sinn zu geben, höre ich, wie die Begleitung meines Lehrers den Flightplan-Trailer gerade anhimmelt. "Oh, das sieht aber wirklich spannend aus, Schatz, da müssen wir aber unbedingt rein!"
Ein bisschen später, aber noch während dieses Trailers, brüllt er die Leinwand zusammen: "Meine Fresse, was ist das denn für eine scheiße! Die Filme von heute zielen auch nur auf billige Schockdramatik! So einen Dreck gucke ich mir nicht an!"

Und so ging es die gesamte Trailerrolle über...
Ach, die Schockeffekte in Die Insel hat er auch kommentiert...

Platz 4: Sämtliche anderen sich durchgehend im Saal befindlichen Zuschauer während Nie wieder Sex mit der Ex

Wir erreichen die vorderste Riege des Schreckens. Was sich im Kino während Nie wieder Sex mit der Ex rumtrieb ist scheint den schlimmsten Vorurteilen älterer Menschen gegenüber Jugendlichen entsprungen zu sein.
Ein sich für den krassesten Checker haltender Obergangster, seine mit Silikion abgedichtete Luftmatratze und deren zwei besten Freundinnen Hohl und Doof fläzten sich zunächst in die letzte Reihe. Dann fing es noch mit den üblichen Nervereien an: Lautes unterhalten in einem Kauderwelsch, die wahrscheinlich das uneheliche Ergebnis einer Vergewaltigung der deutschen Sprache war, dämlichste Themen und mit dem Handy rumgespiele.
Dann aber fingen die Trailer an: Der Akte X 2-Trailer wurde durchgehend mit dummen Sprüchen kommentiert, während Mamma Mia! wurde schlecht mitgesungen und während den restlichen Trailern gab es überlaute Gespräche über Sex und die Fußball EM, die von gelegentlichen "Boah, fettkrasse Scheiße!"-Rufen zur Leinwand unterbrochen wurden.
Während des Hauptfilms fing das Traumpaar schließlich an laut an sich rumzumachen (wie laut kann man einen Menschen küssen, ehrlich, das Geschmatze erinnerte mehr an ein Festmahl in Ritterfilmen), während die kaugummikauenden und -schnalzenden Freundinnen des gerade mit rumzüngeln beschäftigten Mädels durchs Kino liefen und von sich Fotos machten!
Mit Blitzlicht, Posing und gegenseitigem Gelobe der Figur ("Wow, ey, du hast nen Arsch, den hätt ich gerne!"... Sorry, die hat keinen geilen Arsch, die benimmt sich wie einer!). Nach einigen Fotos hatten sie genug davon, und setzten sich Handyklingeltöne abcheckend wieder auf ihre Plätze. Das Paar hatte wohl genug gezüngelt, da es nun dumme Kommentare zum Film abgab und bei Vorführung schlechter Klingeltöne die mitgebrachten Tussen mit Popcorn bewarf.
Irgendwann saß ich als einziger Nicht-oberkrasser-Superman im Kino, weil es niemand anderes weiter aushielt... Und das sich dessen bewusste Kinopersonal schritt nicht ein.
Während manchen Stellen war sogar tatsächlich Ruhe - doch es war stets die Ruhe vor dem Sturm, denn es folgten weitere Foto-Sessions, leere Becher flogen durch die Luft und einmal zerstritten sich die vier Leutchen sogar lautstark... Worum es ging weiß ich nicht, weil ich mich schon ans andere Ende des Kinos begab und das nur als nerviges Gesumme weit hinter mir mitbekam.

Ihr denkt, schlimmer kann es nicht mehr werden? Von wegen...


Platz 3: Nachts im Museum - und ein Saal voller unerzogener Balgen

Ein Donnerstag Nachmittag im Dezember 2006: Wieder einmal trieb es mich in mein damaliges Stammkino. Nachts im Museum wollte geguckt werden. Und ja, gesehen habe ich ihn. Gesehen. Vom Hören ist nicht die Rede.
Im Kinosaal war die Hölle los, es wurde Kirmes gefeiert, Leute blieben nicht auf ihren Sitzen, alles mögliche flog durch die Luft. Popcorn, Popcorntüten, Colabecher, Jacken (!) und Handys (!!!). Ja, Handys! Ich weiß nicht wieso, aber es wurden tatsächlich drei oder vier Handys durch den Saal geschmissen. Es war so, als säße ich mit den Gremlins im selben Kinossal.
Im Gegensatz zu den meisten bislang genannten Vorfällen kann ich nichtmal die quatschenden Kinobesucher zitieren, weil einfach alle rumgeplappert haben, in diesem heillosen und lauten Durcheinander konnte ich nichts spezifisch raushören... geschweige denn den eigentlichen Film. Erst nach über 35 Minuten Laufzeit des Hauptfilms gab es dann und wann "ruhige" Momente, in denen man ein paar Sätze verstehen konnte.
Ich verlangte vom Kinopersonal eine Entschädigung (Gratiskarte, Geld zurück, eine Popcornmaschine, irgendwas), aber die läppische Antwort: "Selber Schuld, wenn du um 15 Uhr in einen Familienfilm gehst."

Platz Zwei: Die Reihen (ja, Plural!) hinter uns bei Scary Movie 4

Zur Erinnerung: Dies sind die schlimmsten Kinobesucher, und nicht die schlimmsten Kinobesuche. Deshalb ist es möglich, dass Nachts im Museum auf Platz 3 ist, obwohl ich fast nichts vom Film mitbekam, während Scary Movie 4, von dem ich wenig, aber genug mitbekam, auf Platz Zwei ist. Denn die Assis in den Reihen hinter uns während meines Scary Movie 4-Besuches waren weitaus schlimmer als die Leute in der Nachts im Museum-Vorstellung.
Vor allem, weil diese drei Reihen, bevor sie zum schweigen gebracht wurden, genauso laut oder gar lauter waren, als die gesamte Saalbelegschaft von Nachts im Museum.
Immer wieder erstaunlich, was die Lungen und Stimmbänder von Menschen alles herzugeben vermögen.

Das Kino war ausnahmsweise Mal wieder sehr gut gefüllt, und wir fanden Platz in der viertletzten Reihe. In der Reihe direkt hinter uns befand sich eine große Gruppe sowie eine weitere Truppe, und beide schienen sich zu kennen, jedenfalls wurde über die ganze Sitzreihe durcheinander gequasselt. Die schlimmsten Klischee-Assi-Teenager reden vom einen Ende der Reihe zum anderen, verschicken sich Handyvideos und brüllten sich einander an.
In den Reihen dahinter befanden sich weitere klassische Typen von nervigen Kinogängern, und es schien, als würden sich die sozial unverträglich erzogenen Volldeppen gegenseitig aufwiegeln, jedenfalls begannen dann Kerle aus der letzten Reihe mit aufgetackelten, hohldoofen Bummspüppchen aus der Reihe hinter uns zu flirten, manche aus der vorletzten Reihe machten gemeinsam mit Leuten aus der letzten Reihe schlechte Witzchen mit lautem Lachergebnis, und so weiter, und so weiter.
Dann ging das Licht aus, und die Trailer begannen, die munter von den Leuten hinter uns kommentiert wurden. Jedoch gab es keine dämlichen Antworten, Reinrufe oder ähnliches. Warum? Weil niemand die Trailer verstanden hat. Also, akustisch. Ich hätte mich zwar auch gewundert wenn die geistig Zurückgebliebenen die Trailer begriffen hätten, doch dazu hatten sie gar keine Gelegenheit, weil sie zu laut waren. Deshalb wurden nur die Bilder laut kommentiert.
Die ersten zwei Trailer habe ich nicht mehr in Erinnerung, weil ich wirklich gar nichts verstanden habe und die Kommentare hinter mir auch noch unter beschränktem sonstigen Gequassel, Handygebimmel und undefinierbaren Geräuschen untergingen.
Dann kam der Trailer für X-Men: Der letzte Widerstand, und kaum war die erste Frau zu sehen, ging es los. Hier ein paar Sprüche verschiedener Kerle, an die ich mich erinnern kann:
"Eyyyy... Ficken! Komm her, Baby, du bist so geil! Guck dir Mal die Möpse von der an, ba-wuuuh!"
"Die ist doch voll hässlich! Ich kotz gleich! Furzgesicht! Lass dir mal die Lippen spritzen!"
"Das ist doch ne Transe!"
"Das ist keine Transe, das ist 'ne Schwuchtel!"
"Nein, du bist ne Schwuchtel!"
"Das (!) ist 'ne Schwuchtel! Guck dir Mal an, wie der aussieht!" (war wohl gegen Wolverine gerichtet)
"Ihhhh, die sind alle voll schwul!"
"Nein, die sind lesbisch!"
"Auszieh'n!"

Ähnlich lief es auch beim Trailer danach (welcher auch immer das war), nur dass sich die ganzen notgeilen Möchtegernmänner letztlich einig waren, dass sie die Hauptdarstellerin durchnehmen würden. Mehrfach.
Es folgte der erste Trailer von Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2... das Disney-Logo am Anfang jagte den oberkrassen Gangstertypen schon einen Schrecken ein ("Baaah! Disney! What The Fuck!", "Yeah, man, Winnie The Pooh kommt ins Kino, jo!", "Bin ich hier im Kindergarten, oder waaaaaas?!"). Dann erkannten die Leute, dass es hier um Fluch der Karibik geht ("Yeah, Captain Sparrow, yo!", "Ist der fucking Disney-Trailer schon um gewesen? Jetzt is' ja für Fluch der Karibik Werbung?! Mensch, hab ich was verpaaaa-aaahst?", "Piraten-Partyyyy!"), dann wurde sich laut darüber gewundert, worum es in dem Film wohl geht und wer das "Glitschgesicht" ist (ich verrate es euch: Es war Davy Jones). Leider war das Publikum nicht intelligent genug, zu realisieren, dass die Antworten vielleicht zu erahnen wären, würde es die Fresse halten.

Dann begann der Film, und hinter uns begannen wieder die üblichen nervigen Gespräche. Manch einer kommentierte dazu noch das Leinwandgeschehen, und wieder andere stellten laut Verständnisfragen, weil sie den Film nicht kapierten.
Ach, Darsteller wurden natürlich auch beleidigt (außer Hauptdarstellerin Anna Faris, die bekam mehrere Einladungen zum wilden Sex), und das Popcorn landete auch überall, nur nicht im Mund desjenigen, der es kaufte.

Es war wirklich unglaublich laut, doch dieses Mal sinnten einige der Kinobesucher auf Rache an den Störenfrieden. Eine kurzfristige Allianz zwischen allen Leuten in unserer Reihe wurde beschlossen und jemand schlug vor, dass "bei Drei" alle aufstehen sollten, so dass "die Spacken hinter uns" endlich die Klappe halten.
Ja... hätte funktionieren können. Doch, kein Witz, es entbrannte wirklich zwischen dem Ideengeber und einigen anderen die Diskussion, ob nun "Eins, Zwei" gezählt wird und wir anstelle der "Drei" aufstehen sollen, oder ob bis zur Drei gezählt wird und wir bei der imaginären Vier aufstehen.
Und so hatte ich dann auch Nervensägen in meiner eigenen Reihe...

Nach längerer Zeit begann dann wer einen "Klappe!"-Chorus, der immer mehr fand die einstimmten. Und dann war endlich Ruhe... Verhältnismäßig, denn richtig gesittet war es nicht.



Und der asozialste, lauteste, rücksichtsloseste, ermordungswürdigste und schlichtweg nervigste Kinobesucher meines Lebens ist....



...das übergewichtige, frisch in die Pubertät gekommene, an der Schwelle zum Stimmbruch stehende, in Baseball-Cap und laut knisternder Jacke gekleidete, hungrige Kind in der mittleren Reihe bei Die Unglaublichen



Ich wünschte, jedes Kino hätte einen Butler

Ein einzelnes Kind kann schlimmer sein, als ein komplett mit gestörten Brüllaffen gefüllter Kinosaal. Dieses Drecksblag ist der dreisteste Störenfried, den ich je im Kino gesehen habe, und wenn es sich im Kino immer so verhält, wird es ganz sicher eines Tages erschlagen. Wenn das nicht schon längst passiert ist.

Tatort: Das selbe Kino, in dem ich mir zuvor u.a. Das Vermächtnis der Tempelritter, The Village, Santa Clause 2 und Die Insel ansah, und in dem ich mir später noch Scary Movie 4, Cars und Nachts im Museum (und andere Filme) ansehen sollte. Tatzeit: Die Abendvorstellung von Die Unglaublichen.

Der Saal war durchschnittlich gefüllt, das Publikum gesittet und die Trailer liefen bereits. Während der Trailer huschte aber noch ein vielleicht 1,65m großer Teenager rein, den ich maximal auf dreizehn Jahre schätzte.
Er setzte sich in die Mitte der mittleren Reihe (also zwei Reihen vor mir) hin, und packte unter langem Geraschel aus seinem Rucksack einen in dicker, knisternder Alufolie einen fetten Döner aus. Das Kino wurde sofort von einem knoblauchigem, angebrannten Duft erfüllt und so laut, wie der Typ beim essen schlürfte, badete das in Fladenbrot gepackte Drehfleisch in einem Meer aus Soße, wovon ganz bestimmt die Hälfte auf den Kinoboden kleckste.
Noch vor Ende der Trailerrolle war der Döner aber schon aufgegessen und die Alufolie wurde genussvoll zusammengefaltet und geknüllt, und die in seinem Ausdünstungskreis sitzenden Kinobesucher atmeten erleichtert auf.

Wie? Was sagt ihr? Das ist zwar ein wenig dreist und definitiv unerzogen, aber keineswegs schlimmer, als alles bisher hier genannte?
Richtig. Aber es geht ja noch weiter. Wenige Minütchen nachdem der Film begann, kramte der feine Herr nämlich, wieder unter lautem Geraschel und verärgertem und vom Suchen entnervtem Gestöhne, sein Handy heraus. Nach einigem Rumgefummle am Mobiltelefon setzte er das Teil ans Ohr... und sprach...

"Ey, jo! Hey, Mann, was geht, verflucht?! Wo bleibt ihr, verdammte Scheiße? Ich hab voll lange draußen auf euch gewartet, weißte? Bin jetzt ohne euch schon reingegangen! Ja, bin ich. Ne, leck' mich, wenn ihr zu spät kommt wart ich nicht auf euch. Ich will doch nichts verpassööön! Jaaahaa, Alter... Mann, ey, der Film hat schon angefangen! Jetzt beeilt euch, verfickt! Ja... Saal Eins. Jaaa... in [Name der Stadt], wo denn soo-hoonst?! Jetzt macht hinne, ey!"

Im Laufe dieses Gesprächs wurde aus dem Flüsterton zu Beginn eine normale Zimmerlautstärke und die Zuschauer in Hörweite fingen an mit ihren Begleiterinnen und Begleitern wütend zu tuscheln. Als der Meister der Telekommunikation auflegte, hörte man, wie das Saalpublikum innerlich kollektiv triumphierte.

Der Film lief normal weiter.
Wenige Minuten später blickt unsere Pubertätsbacke auf seine, mit grellem Leuchtdisplay ausgestattete, Digitaluhr, und beschließt halblaut zu sich selbst sagend, dass es mal voll echt Zeit wird.

Schneller, als du "Das passiert doch jetzt bitte nicht wirklich in echt, oder?" sagen konntest, klebte das Handy wieder am Ohr:
"He, hör ma'! Isch bin's wieda! Jaaa... weisste... Kommt ihr jetzt her, oder was? Joh, Film is' voll geil! Sach ma', habt ihr Hunger?! Nä? Boh, schade. Isch aber! Könnt ihr mir vielleicht was vom Dönermann nebenan mitbringen, wenn ihr zum Kino kommt? Geht dat?! Jo, geil, danke, Alter. Wie immer, Döner mit alles. Jo, krasses Danke, hast was gut."

Ich war sprachlos. Am liebsten hätte ich ihn ja gesättigt, indem ich seinen Magen rektal mit seinem Handy stopfe, doch diese Mischung aus Dreistigkeit, Dummheit und Doppelmoral setzte mich erstmal außer Gefecht. Er regt sich auf, dass er wegen seinen Kumpels den Film verpassen könnte, telefoniert aber innerhalb des ersten Aktes gleich zweimal. Statt sich im Kino wie jeder andere auch Popcorn, Fruchtgummi oder M&Ms zu holen (Nachos gab es in diesem Kino nie zu kaufen), schmuggelt er einen Döner rein. Und hat danach immer noch Hunger, weshalb er die Freunde, die er eben noch zur Schnecke gemacht hat, weil sie nicht pünktlich sind, dazu herabordert ihm einen zweiten Döner mitzubringen!
Was... bitte, erkläre mir jemand, was ist da geschehen?!

Auch die anderen Kinobesucher schienen von diesem Benehmen so beeindruckt, dass sie es nicht kommentieren konnten. Dafür hatte eine Mutter ihre liebe Not, sich von ihrem Kind erklären zu lassen, dass es den Film überhaupt nicht langweilig findet (zur Erinnerung: Wir befinden uns in dem Abschnitt, wo es mehr um das Familienleben und die Gefühle der Figuren geht, und weniger um knallharte Action).

Erneut zieht etwas Zeit ins Tal, als der trotz so klingendem Sprachschema keinerlei Anzeichen von Migrationshintergrund zeigte (was meine Theorie bestätigt, dass vor allem Deutsche im Kino nerven) erneut auf seine Uhr blickte. Bevor ich mich selbst fragen konnte, was nun geschehen wird, hing er wieder am Handy:

"Scheiße, wo seid ihr, Alter?! Wie blöd muss man sein, so lange dauert's doch nie im Leben... Kino ist voll in der Nähe! Und nen Döner haste auch total schnell auf die Hand! Watt, Mann? Wo seid ihr? Bei Mäcces?! Bei Mäcces?! Habt ihr euch ins Hirn geschissen? Das ist voll in die falsche Richtung, ey!


[Pause]


Ok, weißte was, bringt mir was mit! Aber beeilt euch, ich schieb nen Mordshunger, echt! Nen 12er Mc Nuggets... Wat, ham'se nich? Okay, bring nen 20er und nen Big Mäc im Menü. Aber Maxi! Und vergiss die Scheiß Mayo nicht! Und mach hinne... Ja, ich warte im Kino."

Ich war wirklich fasziniert - was für Leute sind das, die sich für's Kino verabreden, und dann wenn sie zu spät sind schnell zu McDonalds gehen, obwohl sie doch einen Döner mitbringen sollte. Beim Restaurant zum goldenen M gibt es doch gar keine türk-deutschen Spezialitäten. Höchstens türk-deutsche Mitarbeiter, die aber als Döner zu bezeichnen ist respektlos und ausländerfeindlich.

Allerdings schien nun endlich Ruhe zu sein. Die sacken bei McDonalds die große Bestellung von unserem hungrigen Kinobesucher ein, gehen zum Kino und werden sicherlich nicht reingelassen, da man so eine überdimensionale McDonalds-Tüte schwerer vor der Kassiererin verstecken kann als einen einzelnen Döner. Somit bleibt das Essen draußen, und bis der wohlerzogene Gourmet schnallt, dass seine Freunde da sein müssten ist er verhungert. Womit uns ein weiterer Telefonanruf erspart bleibt.

Kurz nachdem ich zu meiner Zufriedenheit schlussfolgerte klingelte ein Handy...
Sein Handy.

"Ey, Alter, was is'? Isch will 'nen Film gucken, kapierste das nich'? Äh, watt? Welche Soße zu den McNuggets? Äh... Hab isch dir doch gesagt, ey? Wie, neee, hab isch nisch'? Alter, du weißt ja gar nichts, natürlich süß-sauer! Und mach jetzt hin, ey!"

Im Anschluss an dieses Telefonat entbrannte eine hitzige Diskussion.
Nein, nicht zwischen den geistig normal geratenen Kinogängern und dem Schlemmermaul, sondern zwischen der besorgten Mutter und ihrer Tochter. Letztere musste ihrer Mutter jetzt, wo die Action richtig losging, lang und breit erklären, dass das nicht zu brutal für sie sei. Und ja, es ist Disney, warum zweifelst du daran, Mammi?

Ungefähr zehn Minuten später trotteten fünf Jugendliche in den Saal und suchten nach [Name entfallen]. Es war, natürlich (!), der Handybesitzer, der sofort aufsprang, in den Gang rannte und seine Homies erst gründlich begrüßte, bevor er nach seinem Essen fragte. Die Bestellung wurde scheinbar korrekt entgegen genommen, jedenfalls hörte ich keine Kritik. Dafür vergaß der Kerl, in welcher Reihe er saß, weshalb er sich einfach irgendwo hinsetzte.
Was zum Glück soweit weg von mir war, dass ich nichts von seinem Kinosnack roch.

Endlich konnte ich friedlich und in Ruhe Die Unglaublichen gucken.
Nach dem Film musste der arme Jung' aber seinen Freunden die Hälfte des Films erklären, während sie gemeinsam erst den Saal und dann das Kino verließen. Während ich mir vor dem Eingang die Kinoplakate für die kommenden Filme ansah, machte die Gruppe gleich eine scharfe Kurve nach rechts...

Direkt rein, in die benachbarte Dönerbude.


Die grausige Ehrennennung: Das komplette Publikum bei 7 Zwerge - Männer allein im Wald

Abendvorstellung in meinem einstigen "Heimatkino" (bevor es Konkurs anmeldete und seither vor sich hinrottet, ohne dass sich irgendjemand erbarmen würde die ausgebleichten Plakate von damals abzuhängen). Saal 1 ist packevoll, nur noch wenige Plätze sind frei. Ottos 7 Zwerge startete am Vortag und nicht nur die Dorfjugend, sondern auch einige auf den Sitzen hopsende Kinder und ein paar ältere Semester haben sich versammelt um diesen Film zu sehen.
Wie immer läuft im noch hell erleuchteten Saal mehr oder weniger aktuelle, zum Großteil zwischen gerade noch gefällig und nervig schwankende, Musik aus den Charts. Doch zu hören war sie dieses Mal nicht. Der Saal war von lauten Gesprächen über alles mögliche und geräuschvoller Rumschieberei auf den Sitzplätzen erfüllt. Weil es in dem Kino freie Sitzwahl gab, und an diesem Abend ausnahmsweise Mal volles Haus war, gab es in feinstem Rumätz-Deutsch überall Befehle gefälligst Platz zu machen für die große Gruppe, die gerade ankommt.
Die Lichter gehen aus, kurz wird es im Saal leise. Der erste Trailer geht los, es wird wieder lauter, es ist aber gerade noch erträglich. Nach ein paar Trailern ist eine längere Pause, es wird leise, die Leute erwarten den Anfang des Films. Es folgt ein Studiologo... der einen Vorfilm einläutet. Nach kurzer Zeit wird es schwer, den CGI-Film einzuschätzen. Soll er witzig sein? Dramatisch? Er erinnert ein wenig an "Es war einmal... das Leben", nur in sehr viel schlechter. Das Publikum wird wieder laut. Immer lauter, immer lauter sprechen die im Saal anwesenden über jeden möglichen Kram, manche fangen an den Film zu beschimpfen. Die Kinder werden unruhig, wackeln wild in ihren Sitzen umher... Irgendwann kochte der Saal so sehr, dass ich schon damit rechnete, dass das Kino nicht länger heil bleibt, sofern nicht bald der eigentliche Film beginnt.
Ich weiß bis heute nicht, wie der Vorfilm hieß, was für einen Zweck er hatte und wo er herkommt. Oder worum es ging. Der Saal übertönte den Vorfilm bei weitem, man konnte beim besten Willen nichts mitbekommen. Das was man sah, lud allerdings auch nicht dazu ein, mehr mitbekommen zu wollen.
Als 7 Zwerge dann losging, waren alle wieder brav und ruhig. Deshalb ist dies auch nur eine (Un-)Ehrennennung. Als es darauf ankam, herrschte nämlich wieder Ruhe.



Das waren sie also, meine schlimmsten Begegnungen in Deutschlands Kinosälen.

Sollte ich je an überhöhtem Blutdruck sterben, wisst ihr wo er entstanden ist.

4 Kommentare:

milan8888 hat gesagt…

Ich hab mir mal Voll Normal im Kino angesehen - da gings zu wie im Bierzelt. Es kamen zwar öfters Mitarbeiter rein die um Ruhe baten aber nach ner halben Minute ging das Gegröle weiter. Ich bin dann nach der Hälfte des Films raus und hab auch ohne Probleme mein Geld zurückbekommen.

Jan hat gesagt…

Großartiger Artikel. Hoffentlich gibts mal ne Fortsetzung, wenn du wieder genug solcher Geschichten erlebt hast ;-)

Anonym hat gesagt…

Bekloppte Leute im Kino wird es immer geben - du hast aber mein vollstes Mitleid! Und bei Sweeney Todd während des Endes zu quatschen... Hallo?!
Da muss ich ja sagen - ich war von "meinem" Sweeney Todd-Publikum sehr positiv überrascht. Beim 2. Mal waren zwar ein paar Jungs dabei, die irgendwie nicht so ganz wussten, was da auf sie zukommt, aber sie haben sich, bis auf ein klein wenig Unruhe zu Beginn (und bei der "Pretty women"-Reprise) sehr gut gehalten. *g* Und diese Vorstellung war vom Publikum dennoch die beste, weil der Rest sich richtig schön auf den Film eingelassen hat.

Von meinem schlimmsten Kino-Erlebnis ("Das Parfum") hatte ich ja an anderer Stelle schon was gesagt. Ich hasse Blagen mit Handy, die ihre Hausaufgaben-Gespräche nicht außerhalb des Kinos führen können.

Ein paar tolle Spezialisten gab's damals auch bei "Dreamgirls". Zwei Pärchen in der Reihe vor uns, von denen v.a. die männlichen 50 % den Film vermutlich nur guckten, um Beyoncé anzustarren (und weil ihre Freundinnen sie gezwungen hatten). 10 Minuten (!) vor Ende verließ das Grüppchen dann den Kinosaal...
Während dieser Vorstellung zählten wir außerdem zwei lautstark umgetretene Popcornbecher und eine herumrollende Flasche.

Da mir jetzt nicht mehr schlimme Kinobesuche einfallen, hast du es definitv schlimmer getroffen als ich und sei dir gewiss, dass ich mit dir fühle.

(Es gibt also tatsächlich Leute, die AWE noch öfter im Kino gesehen haben als ich. Respekt! *g*)

Sir Donnerbold hat gesagt…

Die vielen schlimmen Kinobesuche sind teilweise wohl auch der Örtlichkeit geschuldet. Es hat schon einen bestimmten Grund, dass eine gewisse Stadt irgendwann (für einen beestimmten zeitraum) kein Kino mehr hatte - da gingen ja nur noch die hin, die gerade nichts zu tun hatten, und nicht Leute, die wegen des Films gegangen sind.

Dass ich aber auch in anderen Kinos solches Pech hatte kann ich mir auch nicht erklären. Ich bin wohl ein kleiner Pechvogel bei sowas.

Von daher natürlich vielen Dank für das Mitgefühl. Seit ich das Posting geschrieben habe, kam zum Glück kein nennenswertes Ärgernis dazu... *strahl*

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