Donnerstag, 29. Januar 2009

Desperate Housewives 5x03: Tyrannen

In Tyrannen dreht Desperate Housewives den Spaßfaktor wieder richtig auf: Zickenkrieg, verspielte Männer und die starköpfige Anti-Liberale Bree fährt wieder zu intriganter Höchstform auf.

Fangen wir mit der Storyline, die nach dieser Episode sicherlich wieder vergessen sein wird, obwohl sie so viel Spaßpotential hat und gerne wiederkehren darf: Tom bekommt von Lynette den Befehl die Garage aufzuräumen und entdeckt dabei seinen alten Bass. Gegen Lynettes Willen probt Tom nun voller Eifer mit Edies Ehemann Dave, der Schlagzeug spielt, und träumt bereits davon mit den anderen Ehemännern der Wisteria Lane eine Garagenband zu gründen.
Da die Männer von Desperate Housewives spätestens seit Staffel 4 eine herrliche, urkomische Begleitung der Powerfrauen sind und in ihren wenigen Szenen zielsicher mein Komikzentrum treffen, würde mich eine Weiterverfolgung dieser urkomischen Idee wirklich sehr gefallen.

Vor allem bewies uns diese Episode aber auch, wieviel noch in der Figur von Dave steckt. Er ist nicht bloß ein neues, wandelndes Staffelgeheimnis, das bedrohlich ist, arme, alte Frauen bedroht und für sich alleine steht, sondern ein kleiner, extrem gerissener Unruhestifter, der mit den anderen Storylines der Serie interagiert. Obwohl wir noch immer nicht wissen, weshalb er in die Wisteria Lane zog, bringt er bereits Zunder in die Serie. Er war die treibende Kraft hinter Toms Musikerambitionen und zehrt somit Lynettes Nervenkostüm auf - es ist hinterhältig, aber auf eine weit weniger kriminelle Art, wie es der treue Housewives-Zuschauer von wandelnden Bedrohungen gewohnt ist.

Daves "eigentliche" Aufgabe, mysteriös und gefährlich zu sein, wird in dieser Episode übrigens auch weiterverfolgt: Caren McClusky tut sich mit der in dieser Staffel bislang unterbeschäftigten Katherine Mayfair zusammen und versucht mehr über Dave herauszufinden. Deren plötzliche Neugier macht nicht nur Edie wissbegierig, sondern führt auch zu einem kurzen, humorigen Kreuzverhör.

Susan muss währenddessen herausfinden, dass ihr Sohn MJ gepiesackt wird und rasselt bei der Ursachenforschung mit Gabrielle zusammen. Der Zickenkampf zwischen den zwei Freundinnen ist zwar wirklich witzig, doch mein Highlight in Susans Story ist ganz klar die Männerfreundschaft zwischen ihrem Neuen und Mike, die sich liebevoll necken und wie übergroße Kinder rumtoben und sich vorstellen, wie sie MJ ein paar Kampfpraktiken beibringen könnten.

Gaby wiederum wird von Brees Sohn Andrew beim Autokauf gehörig über's Ohr gehauen. Denn nur, weil er sich nun mit seiner Mutter gut versteht und sie managt, heißt es nicht, dass der Fiesling in ihm völlig verstorben ist.

Und Bree bekommt zum ersten Mal seit drei Jahren Besuch von ihrem Enkel, den sie als ihren Sohn aufziehen wollte, ihrer Tochter Danielle und deren Ehemann. Zum einen tut mir Brees Enkel unheimlich leid, der wird eines Tages sicher auf der Couch eines Psychiaters landen. Seine Mutter ist eigentlich seine Oma, seine Schwester in der Schweiz ist eigentlich seine Mutter und will mit Vornamen angeredet werden, sein Vater ist sein Opa, aber nur ehelich, und außerdem landete er im Knast... Fleisch macht ihn groß und stark, Fleisch ist böse...
Zum anderen ist diese Geschichte natürlich gefundenes Fressen für jede Menge Bree-Spaß. Brees Reaktionen auf Danielles Erziehungsmethoden sind das witzigste, was man von der blassen Rothaarigens eit langem gesehen hat. So etwas darf es öfter geben.

Alles in allem eine herausragende Episode mit ganz klarem Schwerpunkt auf Comedy, ohne aber etwa den Zwist zwischen Orson und Bree oder das Geheimnis um Dave völlig aus dem Auge zu verlieren.

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