Mittwoch, 4. Februar 2009

Die FFA-Zahlen 2008

Trotz Besucherplus gegenüber dem Vorjahr sind die FFA-Zahlen 2008 durchaus beängstigend

Die Filmförderungsanstalt, kurz FFA, veröffentlichte heute ihre jährliche Kinobilianz, die kurz, knapp und übersichtlich die Lage der Kinolandschaft in Deutschland zusammenfasst.
Die gute Nachricht sei gleich vorweg genommen: 2008 verzeichnete die Kinobranche ein Besucherplus von 4 Millionen Besuchern im Vergleich zum Vorjahr - ein Wachstum von 3,2%.
Somit war 2008 nicht ganz so katastrophal wie es mir mit einem Blick auf die Besuchercharts 2008 vorkam: Kein 2008 gestarteter Kinofilm übertraf (bislang) die magische 6 Millionen Besuchergrenze, eine "Leistung" die das letzte Mal 1992 erreicht wurde. Da Madagascar 2 sich noch in manchen Kinos im Einsatz befindet, könnte er noch die 6-Millionen-Marke durchbrechen, jedoch bezweifle ich das ziemlich stark.

Das Besucherplus kam für mich deshalb ziemlich überraschend (2007 hatten vier Filme mehr als 6 Millionen Zuschauer), und umso erfreulicher ist diese Nachricht.
Besonders erfreulich verlief 2008 für den deutschen Film: Mit Keinohrhasen, der ja erst Ende 2007 startete und somit die meisten Eintritsskarten erst 2008 verkaufte, Unsere Erde und Die Welle gab es drei besonders starke Vertreter an den Kinokassen, auch wenn vor allem letzterer gerne mehr hätte einspielen können. Der deutsche Film hatte 2008 einen Marktanteil von
26,6 Prozent, (bester Wert seit 1991), was die deutschen Filmproduzenten froh stimmen sollte. Allerdings kann man diesen Wert auch auf den eher schwachen internationalen Film zurückführen. Der ist nämlich noch schwächer, wenn man das Kinojahr, so wie die FFA es macht, nicht auf die Kinostarts des Jahres beschränkt, sondern nur die im Kalenderjahr stattfindenden Kinoführführungen. Mit 4,9 Millionen Zuschauern ist dann nämlich Keinohrhasen der Film des Jahres, gefolgt von Madagascar 2 mit 4,8 Millionen Zuschauern - erschreckend weit von der 6-Millionen-Grenze entfernt.

Wie Kino- und Einspielergebnis-Experte Mark G von Insidekino.de zu Bedenken gibt, war 2007 auch ein erschreckend schlechtes Kinojahr, so dass das eher bescheidene Besucherplus von 3,2 % mehr oder weniger das Mindeste ist, was man erwarten konnte. Da die Fußball-EM allerdings mehr öffentliche Aufmerksamkeit erlangte als erwartet und somit die Kinolandschaft kurzfristig lahmlegte ist es dennoch eine nicht zu verachtende Leistung.

Weitere nennenswerte Fakten aus der Jahresbilanz: 2008 starteten 471 neue Filme in den deutschen Kinos (13 weniger als noch 2007), der durchschnittliche Eintrittspreis stieg um 1,7% an und beträgt somit 6,14 Euro. Der durchschnittliche Deutsche ging 2008 sage und schreibe 1,58 Mal ins Kino, die Anzahl der Kinosäle sank um alarmierende 22 Stück (oder um 19 Spielstätten und um 15 Orte), es ist das nun dritte Jahr in Folge in dem die Anzahl der Kinobesuchsmöglichkeiten kleiner wurde.

Den ausführlichen Kinobericht könnt ihr auf der Webseite der FFA abrufen.

Die Sir-Donnerbold-Zahlen

2008 war in Kinobesuchen gemessen ein neues Rekordjahr für mich, mit 51 Kinobesuchen bin ich der Filmindustrie 32,28 Durchschnittsdeutsche wert. Unter den 51 Kinobesuchen waren 2 Doublefeatures (eins davon in Kombination mit einer Vorpremiere), 1 Männersondervorstellung / Vorpremiere und drei normale Vorpremieren. Ich war in zehn verschiedenen Kinos (zwei mehr als noch 2007) und - als wenn das irgendwen interessieren würde - neun verschiedene Snacks sowie elf verschiedene Getränke beglitten mich in diese zehn Kinos.

Die größte Gruppe beglitt mich in die Indiana Jones IV-Vorpremiere - dort bildeten wir eine 12 Personen starke Gruppe.
Der meist gesehenste Film war WALL•E mit vier Besuchen (2009 folgte Nummero 5).

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