Mittwoch, 24. Juni 2009

Das Tetris-Phänomen

Am 6. Juni dieses Jahres feierte Tetris sein 25. Wiegenfest. Der Dauerbrenner der Videospielindustrie, ein schnell erlerntes Puzzlespiel. Interaktiv gewordener Aufräumfetisch, GameBoy-Nostalgie, kultiges Russengedudel. Die Vorlage zahlloser Kopien.

Entwickelt wurde Tetris vom Russen Alexej Paschitnow, gedacht war es eigentlich als Zeitvertreib für die Pausen in der Akademie der Wissenschaften in Moskau. Dass es sich Jahre später über 125 Millionen Mal verkauft, zehn Prozent des Spielemarktes ausmacht und (angeblich) Marktführender unter den Handygames wird, hätte er sich damals wohl niemals zu träumen gewagt.

Tetris ist wieder ein großartiges Beispiel dafür, dass die besten Ideen eher beiläufig entstehen. Die große Verbreitung hat Tetris allerdings, jedenfalls zu einem Großteil, dem damaligen Bundle mit dem GameBoy zu verdanken. Was der Videospielindustrie eigentlich eine Lektion sein müsste: Legt euren Konsolen gratis ein gutes Spiel bei, und ihr werdet über eine lange Distanz davon profitieren. Tetris überschreitet kulturelle Grenzen und Altersgrenzen, man kann sich über so viele Videospielinhalte aufregen, ein kleines bisschen Tetris in Ehren, kann kaum einer verwehren.
Doch statt diese alte Tradition des Starterpakets beizubehalten, legen die meisten Firmen bei Verkaufsstart kein Spiel mehr bei. Das würde die Kunden ja davon abhalten, sich weitere Spiele zu holen. Nur Nintendo kramte diese Tradition mit der Wii wieder heraus.

Aber zurück zum allseits beliebten Puzzlespiel: Was Tetris so beliebt macht, ist zweifelsohne, dass es universell verständlich ist. Zwar kann eine Runde Tetris sehr knifflig werden, jedoch liegt es nicht am Spielprinzip oder nicht beachteten Kallibrierungen oder sonstigem Schnickschnack (was ich ja an zahlreichen modernen Spielen kritisiere). Wenn man bei Tetris scheitert, dann weil man Fehler gemacht hat.
Man nimmt Tetris in die Hand, und schon versteht man, worum es geht: Klötze fallen in einen leeren Schacht. Wenn man sie lückenlos anordnet, ist die entsprechende Zeile wieder geleert. Wenn man viel auf einmal sauber macht, bekommt man mehr Punkte. Quillt der Schacht über, hat man verloren.

Was mich persönlich so sehr an Tetris fesselt und dafür sorgt, dass sich immer eine Cartride mit dem Spiel in der Nähe meines Game Boys befindet ist, dass Tetris sogleich eine Herausforderung ist, die das Reaktionsvermögen trainiert und die grauen Zellen beansprucht, aber auch eine hervorragende Ablenkung und Zerstreuung ist. Obwohl mich das Spiel (oder eher das Knacken meiner High Scores) fordert, kann ich meine Gedanken schweifen lassen. Eine solche Kombination finde ich bei keinem anderen Spiel - entweder vereinnnahmt mich das Spiel, oder es ist simpel, leicht und eine Beschäftigung, während der ich über alles mögliche nachdenken kann.

Bei Tetris dagegen habe ich beides. Und so kommt es ab und zu vor, dass ich mich bequem hinlege, Tetris in die Hand nehme und währenddessen über Lernstoff oder meinen Terminkalender nachdenke. Oder was mich halt sonst so beschäftigt. So kann ich mich entspannen, meinem Hirn etwas gutes tun und trotzdem noch in Überlegungen versinken.

Und deshalb ist Tetris für mich persönlich ein unsterblicher Spieleklassiker.

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2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Was hab' ich Tetris am SNES gegen meine Freunde gespielt. Stundenlang...
Es ist und bleibt einfach ein Klassiker!

Sir Donnerbold, soweit ich mich erinnere, liebst du ja Mario Kart. Du musst umbedingt Mario Kart Double Dash!! ausprobieren, falls du es nicht hast. Meiner Meinung nach das Beste Mario Kart. Auch wenn du es nicht so sehr mit den Spieleserien hast die nur immer wieder aufpoliert und verbessert werden, dem Titel muss man eine Chance geben!

Sir Donnerbold hat gesagt…

Double Dash gehörte zu meinen letzten Gamecube-Titeln. Ich finde ihn immer wieder erfrischend und fahr gern mal ein paar Runden, aber im Multiplayer kommt er für mich nicht an Mario Kart 64 heran. Dessen Battle-Arenen sind einfach meilenweit besser (oder spielen da die Kindheitserinnerungen mit?).

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