Dienstag, 18. August 2009

Der Mann der 100 Projekte spricht

Robert Rodriguez und sein Kumpel Tarantino sind Meister der Filmankündigung. Ob sie schon darüber nachdenken, Gore Verbinski in ihren Club aufzunehmen? Denn wenn es einen Regisseur gibt, der in den letzten zwei Jahren in Sachen Projektankündigungen Robert Rodriguez das Wasser reichen konnte, dann ist es der Pirates of the Caribbean-Regisseur.

Dass ich bei Verbinskis Versprechungen (unter anderem: der Animationsfilm Rango, ein Telefonbittsteller-Rachedrama und eine Second Life-Romanze) weniger mit den Augen rolle, als bei Rodriguez liegt daran, dass sich unter Verbinskis angekündigten Projekten bislang weniger "Instant-Must-Sees" befinden. Genauer gesagt sind nur Bioshock (aktueller Status: finanzielle Differenzen mit dem Studio) und seine Gastregie in James Camerons Heavy Metal (aktueller Status: Das Studio muss noch grünes Licht geben) aus dem Stand heraus vielversprechend. Und von allen Hasbro-Spieleadaptionen ist Verbinskis Cluedo die einzige, der ich derzeit zutraue nicht in totalem Schrott zu enden.

Robert Rodriguez dagegen schart um sich herum ungezählte Projekte, die aus purer Coolness gemacht wurden. Das wären unter anderem, aber nicht nur: Eine sexy Schund-Action-Fernsehserie (denkt an Hinter Gittern - Der Frauenknast in saucool und mit Rose McGowan, aktueller Status: unbekannt/vergessen), Red Sonja (aktueller Status: Opfer der Finanzkrise), Barbarella (aktueller Status: Rodriguez bleibt lieber bei seiner Familie), Predators (aktueller Status: er produziert, Regisseur gefunden), Sin City 2 (aktueller Status: Kommt nächstes Jahr, ehrlich, ich schwöre..., naja, vielleicht...) Die Jetsons (aktueller Status: kommt ebenfalls nächstes Jahr, möglicherweise eventuell...) ein Jessica-Alba-Spionagethriller (aktueller Status: Rechte gekauft), die Machete-Trilogie (aktueller Status: Dreharbeiten zu Teil 1 haben begonnen - nach zigfacher Verzögerung) und der Sci-Fi-Thriller mit Blade Runner-Inspiration Neverackers (aktueller Status: verschollen).

In einem Interview mit Coming Soon, das im Vorfeld des Kinostarts von Rodriguez' Kinder-Epiosdenfilm Shorts geführt wurde, sprach Rodriguez wieder einmal über seine Arbeitswut seinen Ankündigungswahn und spielt das ganze ein wenig herunter:

"Ich verstehe nicht, warum die Leute meinen Projektentwicklungen so viel Aufmerksamkeit schenken. Tatsächlich entwickelt jeder Filmemacher andauernd coole Sachen, weil man niemals weiß, welches Projekt zuerst losgeht. Es hängt davon ab, welche Schauspieler zur Verfügung stehen oder welche Finanzierung möglich ist. Du musst immer mehr als eine Sache fertig haben, so dass du selbst wenn du in letzer Minute deine Meinung änderst, sagen kannst: 'Ich fühle mich nicht so, als sollte ich das jetzt machen. Es kommt schon der Sommer und ich will den Film nicht in der Hitze des Sommers rauskommt. Ich will lieber zuerst etwas Bühnen gebundenes drehen.'"

Hier kann ich ihm durchaus zustimmen, das ist eine vernünftige Arbeitsweise. Etwas seltsam finde ich seine weitere Erklärung: "Ich weiß ganz sicher, dass ich Machete machen werde, weil wir gerade die erste Woche gedreht haben."
Klingt so, als wüsste Rodriguez erst dann, was ansteht, wenn es schon Tatsache ist. Naja, wie dem auch sei, jedenfalls verteidigt sich Rodriguez weiter:

"Aber das Internet! Sie brauchen Leute, die auf ihre Seiten gehen, so dass sie Werbung schalten können, und sie berichten jede kleine Filmemacher-Idee. Und wenn du etwas entwickelst, sagen sie 'Oh, er entwickelt das! Das wird sein nächster Film sein!'"

Es steckt sicher ein Körnchen Wahrheit darin, jedoch gehören immer zwei dazu. Viele andere Filmemacher haben, wie Rodriguez selbst sagt, auch mehrere Ideen in der Hinterhand und sicherten sich eventuell nötige Rechte, aber sie gehen damit nicht an die Öffentlichkeit. Und gerade so Projekte wie Neverackers und Rodriguez' Knastserie, bei denen es nicht nötig ist irgendwelche Rechte zu erwerben, könnte man problemlos im stillen Kämmerlein fertigwerkeln.

Aber nunja... in Wahrheit lieben wir es ja, uns kurz über ein neues Projekt von Rodriguez zu freuen, nur um uns danach Monat für Monat über jede neue offizielle Verspätung des Films aufzuregen. Von daher... Nur weiter so, Robert. Hauptsache ab und an kommt eines der angekündigten Projekte auch wirklich ins Kino...

1 Kommentare:

Mortimer hat gesagt…

Auf "Red Sonja" wäre ich sehr gespannt, aber wenn, dann kommt der sowieso erst 2010 wegen der "Krise", obwohl auf den Plakaten und Postern "2009" steht.

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