Dienstag, 4. August 2009

Projekt Hörsturz - Die 1. Runde

Hach, ich werd' noch zum Blogparaden-Junkie. Nur, was soll ich denn sonst machen, wenn mir immer mehr tolle Ideen begegnen? Dieses Mal dürft ihr euch (erneut) bei beetFreeQ bedanken, der kurz im Anschluss an seine Suche nach dem perfekten Mixtape (hier seht ihr meinen Beitrag, hierlang geht's zu beetFreeQs Ursprungspost) der Blogosphäre eine weitere musikalische Herausforderung präsentierte.
Vorhang auf für Projekt Hörsturz, der wohl ersten regelmäßigen Musikwettbewerbsreihe in der deutschsprachigen Bloggerwelt. Das mitmachen ist simpel: Alle zwei Wochen werden uns fünf zufällig ausgesuchte Songs vorgestellt, die es zu bewerten gilt.

Da kann ich mich doch nicht zurückhalten! Zumindest vorerst, wer weiß, wie ausgefallen der Geschmack des Zufallsgenerators in den nächsten Ausgaben sein wird. ;-)
Wer selber mitmachen möchte findet die Details zur ersten Runde hier.

Projekt Hörsturz - Runde 1

People Say von Portugal. The Man

Meine erste Assoziation zu diesem sehr nach britischem Poprock klingenden Song: Wes Anderson. Vor allem der Refrain klingt für mich so, als wäre das Lied direkt aus dem Soundtrack eines Anderson-Films entnommen. Das gibt natürlich große Pluspunkte für die geweckten Assoziationen (Die Royal Tennenbaums sollte sich jeder einmal zweimal angesehen haben). Ansonsten ist das Lied angenehm-lässig ohne zu langweilen, aber auch ohne ohne größeren Wiedererkennungswert.

Trotzdem gibt's von mir 3,5 von 5 zerrütteten Familien, die in Zeitlupe der Kamera entgegenlaufen.

Short Stories With Tragic Endings von From Autumn To Ashes

Der Titel ist hier nur zur Hälfte Programm. Oder nein, nur zu knapp einem Fünftel. Wenn überhaupt. Das Intro und das Outro des Songs lassen die im Titel versprochene tragische Stimmung ein wenig erahnen, kurz ist das Lied aber keineswegs. Und wenn mal gerade keine instrumentale Stelle das Ohr verwöhnt gröhlt und kreischt der Sänger was seine sicherlich bald zerstörten Stimmbänder hergeben.
Die Art von Band, während der ich auf RockHarz letztes Jahr zum Zeltplatz gegangen bin um mir was kühles die Kehle herunterzuschütten.

1,5 von 5 Pommesgabeln für die instrumentalen Stellen

Going Out West von Tom Waits

Könnte glatt einem postmodernen Gangsterstreifen entsprungen sein. Coole, dunkle Gitarrenklänge und zielsichere Drums erwecken ein richtiges Underground-Feeling. Der Gesang könnte für meinen Geschmack aber ruhig etwas weniger im "flüsternden Brüllton" gehalten sein.
Geht gut ins Ohr, rinnt aber schnell wieder heraus.

3 von 5 rezitierbaren Gangstertiraden

The Great Song of Indifference von Bob Geldoff

Der Anfang langweilt mich ehrlich gesagt, aber nach etwas weniger als eineinhalb Minuten kommt großartige Pub-Atmosphäre auf, die im Laufe des Liedes immer stärker wird. Da bekommt man doch glatt Lust auf ein Guiness, Kilkenny oder einen leckeren Baileys. Ein Hoch auf in heitere Musik verpackte Gesellschaftskritik!

Das bedeutet für die Bewertung 4,5 von 5 Kneipengängern, denen alles schnurzpiepegal ist.

Heart of Glass von The Exploding Boy

Rücksturz in die frühen 80er. Okay, das Lied ist zwar ein bisschen aktueller, aber es klingt dennoch so, als könnte man es in einer 80er-Doku finden oder in eine Film, der damals dachte besonders modern zu sein und seiner Gegenwart ein Stückchen voraus sein zu können.
Von meinem verzweifelten Versuch eine Assoziation aufzubauen abgesehen kann ich nicht viel zum Song sagen. Er ist mir irgendwie... egal. Ich würde ihn im Radio nicht lauter drehen, den Sender wechseln würde ich allerdings auch nicht.

Das mündet in 2,5 von 5 schulterzuckenden Game-Boy-Junkies


Ich bin mir unsicher, ob ich zu hart oder zu gütig war. Mein Bauchgefühl sagt mir nämlich beides zugleich. Jedenfalls glaube ich, dass ich mich recht nett geschlagen habe, dafür, dass nichts von meiner üblichen Playlist vertreten war. Mal sehen wie die nächste Runde aussieht (beziehungsweise klingt).

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2 Kommentare:

endgueltig hat gesagt…

Oh, das gefällt mir aber sehr gut. Auch wenn wir die Punktevergabe anders hinter uns gebracht haben, finde ich deine Rezension zum Hörsturz sehr gelungen.

Kasumi hat gesagt…

du hast garnichts zu den weiblichen parts in "Short Stories With Tragic Endings" gesagt, die finde ich nämlich wirklich schön

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