Donnerstag, 3. September 2009

Erfundene Kanzlerkandidaten

Deutschland (Europa). Die Wahl zum Bundestag wird von einer Heerschar fiktiver Charaktere überrannt. Angekurbelt wurde dieser wahnwitzige Trend vom Unterhaltungskünstler Hape Kerkeling, der seinen schnodderigen Lokaljournalisten Horst Schlämmer ins Gespräch um die Kanzlerkandidatur brachte. Schnell fanden sich zahlreiche Trittbrettfahrer, die Kerkelings Idee kopierten und ebenfalls nach Ruhm suchten, indem sie erfundene Personen als Kanzlerkandidaten vorschlugen.

Der erste Trittbrettfahrer der auf sich aufmerksam machte war der größenwahnsinnige, selbstverliebte Unterhaltungsblogger Sir Donnerbold, der gleich drei erfundene Figuren für das Kanzleramt vorschlug. Er ließ Donald Duck antreten und unhaltbare Wahlversprechen abgeben, wie etwa eine Erhöhung der gesetzlichen Feiertage oder die Einführung eines die Wirtschaft zerstörenden, bedingungslosen Grundeinkommens.
Außerdem schickte er die Videospielfigur Mario ins Rennen, welche Freispruch für Mörder forderte (wenn auch nur unter bestimmten Bedingungen) und die Straßenverkehrsordnung aus den Angeln heben wollte. Noch schlimmer war nur Sir Donnerbolds dritte Kandidatin: Die Herzkönigin. Die möchte die Todesstrafe wieder einführen - als Strafe auf nahezu alles.

Bald darauf meldeten sich die Freitagssozialisten in Form von Onkelosi, der tatsächlich ein Kind, das nichtmal wählen dürfte, mit dem Kanzleramt vertraut machen möchte. Der Wikinger Wickie soll trotz Angst vor Wölfen das Segel fest anziehen und Deutschland aus der Wirtschaftskrise ziehen. Alternativ schlägt der Blogger das wie ein Insekt aussehende Wesen Cid aus Final Fantasy IX vor, die einzige Möglichkeit Deutschland noch unattraktiver zu repräsentieren als bisher.
Zu guter (?) Letzt würde Onkelosi auch gerne Micky Maus als Kanzler sehen, der den Dummkopf Goofy mit der Außenpolitik beauftragt und die deutsche Flagge durch ein kapitalistisches "D" ersetzt.

Steve von True Story! dagegen würde mit dem Montage hassenden Kater Garfield gerne einen stinkfaulen Kanzler an den Hebeln der Macht sehen. Dass Deutschlands Kinder und Arbeitnehmer zu dick sind, ist ihm nicht nur egal, nein, er will die Situation mit Lasagne und Pizza als Kantinenpflichtspeise verschlimmern. Grauenhaft!

Ähnlich faul möchte Sockenblogger Moritz den nächsten Kanzler sehen. Die sicherlich müffelnde "Kultfigur" Duderino Lebowski würde den Deutschen ihr hart verdientes Recht nehmen wollen, bewaffnet eine Bowlingbahn zu betreten. Dass er auf unsere Waffenrecht pieselt lässt sich selbst durch ein höheres Strafmaß für das Urinieren der Gegenstände Dritter wieder gut machen.

Aber all diese Kandidaten haben glücklicherweise eh keine Chance. Sie haben nichtmal eine Partei! Da sind die folgenden Hirngespinste schon besser organisiert: Bella aus der Wonderworld schlägt Harry Potter und seine Goldene Schnatz Partei vor. Typisch britisch geht dieser Kandidat mit unlauteren Mitteln in den Wettbewerb und möchte Wähler mit Butterbier bestechen. Dies soll wohl von seinen weltfremden Forderungen ablenken (tatsächlich fordert der benarbte Kerl, Fußball als Nationalsport durch Quidditsch zu ersetzen...).
Mit Obelix und seiner Hinkelstein Partei schickt Bella einen weiteren europäischen Mitbürger ins Rennen. Obelix wäre als Kanzler sicherlich charmant, jedoch eine Gefahr für Deutschlands Beziehungen zu Italien: Als Diätprogramm würde er übergewichtigen Bürgern vorschreiben, Römer zu verprügeln! Zum Kopfschütteln!

Mit der Partei der linientreuen Valar und Maiar kommt aus dem Bruchtal eine weitere Ansammlung fiktiver Wesen dazu. Ihr Kanzlerkandidat wäre Gandalf, der Graue. Wie unwählbar dieser ist, brauchen wir an dieser Stelle wohl nicht weiter zu erläutern. Ein Zitat genügt völlig: Er fordert den "totale[n] Krieg gegen Sauron mit anschließender Vernichtung seiner Reichsinsignien". Deutschland braucht keinen neuen totalen Krieg...

Die vorletzte Partei, die sich mit fiktiven Wesen bei den Wählern beliebt machen möchte war die "Fiktive Unglaubwürdige Cimddwc-Partei". Ihr Spitzenkandidat Jack Bauer würde die Folter in Deutschland wieder einführen, während sich sein Abgeordneter Gott in seinem Spezialgebiet beweisen sollte: Beschwerden überhören. Eine solche Person hat der volksorientierten, bürgernahen deutschen Politik gerade noch gefehlt! Dass der Rest der Partei aus Befürwortern der Todesstrafe aus dämlichen Gründen und rassistischen Mauskarikaturen von Mexikanern besteht untermauert nur die Unwählbarkeit dieser Partei.

Abschließend brachte AlphaOrange zu Tage, dass die Piratenpartei zwei Fliegen (das Fehlen eines echten Piraten und eines Kanzlerkandidaten) mit einer fiktiven Klappe schlug: Guybrush Threepwood möchte karibische Insel annektieren, das Kanzleramt verlegen und das Gesundheitssystem durch Voodoo-Gemunkel ersetzen.

Ein Vorschlag schlimmer als der andere!
Wählen Sie lieber jemanden, der Ahnung von dem hat, was er tut. Zum Beispiel Ursula von der Leyen...

Äh... moment Mal...

(Anmerkung für alle, die an der Blogparade teilnahmen: Vielen lieben Dank für eure Anstrengungen. Eure Beiträge haben mir sehr gefallen. Der Beitrag hier ist ein einziger großer Scherz. Aber das habt ihr sicher schon gemerkt...)

2 Kommentare:

juliaL49 hat gesagt…

Eine sehr schöne Auswertung einer hervorragenden Blog-Parade. Leider habe ich es nicht mehr geschafft teilzunehmen (nur ein Kandidat und ein dreitägiger Kopfschmerz verhinderten dies).

Andi hat gesagt…

Garfield!

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