Freitag, 2. Oktober 2009

Reingehört 17 - Der Quotenmeter-Podcast wird vor einem Livepublikum aufgezeichnet...

Sitcoms. Von ALF über Eine schrecklich nette Familie über Hör mal, wer da hämmert bis M*A*S*H fast jeder hat eine Lieblings-Sitcom und die meisten von uns steckten sich in den 90er Jahren mit dem Fieber der Situationskomik an. Von derben Angriffen auf den American Way of Life bis hin zur heilen Welt, Sitcoms können viele Gesichter annehmen und unterhalten uns Zuschauer über Jahre hinweg. Eine richtig gute Sitcom überdauert die Zeit.

Und deshalb sprechen wir im Quotenmeter-Podcast endlich über dieses tolle Serienformat. In dieser Ausgabe reden wir über die Klassiker des Sitcom-Genres und erklären, was uns an diesem Genre so gut gefällt. Nächste Woche folgen dann einige Geheimtipps und ein Blick auf die derzeitige Lage der Sitcom.

Also, lehnt euch zurück, denkt an eure liebste Lachschleife und genießt den ersten Teil des Sitcom-Specials!

2 Kommentare:

Andi hat gesagt…

Aaalso hiermit melde ich mich auch bei dir offiziell zurück, nachdem mein Internet nun schon seit gut einer Woche wieder funzt, ich aber bisher immer zu faul war, den Monsterbeitrag, den ich schon vorausgesehen habe, zu schreiben. Nun kommt er doch.
Den zweiten Teil des Podcasts habe ich mir noch gar nicht angehört, weil ich schon zum ersten genug loszuwerden habe. Ich hoffe, du verzeihst mir die Verspätung, sofern du überhaupt Wert auf mein Geplänkel legst.
Zuallerst freue ich mich, dass das Thema Sitcoms überhaupt behandelt wird. Sitcoms sind mein Lieblings-Genre im TV wie in der Komik überhaupt und so kann ich es als eine Art selbst ernannter Sitcom-Papst nicht lassen meinem Senf dazu abzugeben.
Erstmal schön, dass ihr alle Sitcom-Fans seid. Mir kam die Fangemeinde lange Zeit gar nicht so groß vor, denn in meinem familiären Umfeld sind Sitcoms größtenteils verpönt, ja bisweilen versucht man mir eine gewisse Scham dafür einzureden, dass ich diese "dümmlichen amerikanischen Serien mit den Lachern" so gerne mag. Abgesehen davon, dass amerikanische Serien generell kritisch beäugt wurden (übrigens im krassen Gegensatz zu meiner Einstellung, nach grundsätzlich alles Filmische, das nicht aus den USA kommt, erstmal keine Existenzberechtigung hat) waren es besonders die Albernheit und ganz besonders die ach-so-störenden "Lacher", die immer aneckten. Ich spreche jetzt so von der Generation 30-aufwärts und meinen diesbezüglichen Erfahrungen mit ihr (z.T. auch aus Internetforen). Dabei war es genau jene, die in den 70ern "Ein Herz und eine Seele" zum Erfolg machte und sich damals "keine Sau" an den "Lachern" störte. Warum? Vielleicht, weil das Publikum gezeigt wurde. Hauptsächlich, aber wohl weil es nicht zu "amerigonisch" war. In ihrer Amerika-Feindlichkeit sind sich Alt-Konservative und Linke ja erstaunlich ähnlich. Übrigens auch ne Art von Rassen- oder Fremdenfeindlichkeit. Tatsächlich gab es deutsche "Sitcoms" aber schon viel früher, nämlich wie in den USA bereits im Radio. Vor kurzem habe ich die "Familie Hesselbach" für mich entdeckt, hessischer Nationalkult, der größte Radio-Erfolg des Hessischen Rundfunks von 1949 bis 1956. Diese Hörspiele sind einmalig gut, ich habe im Bereich Humoristisches bislang fast nichts gefunden, was qualitativ an sie heranreicht. Übrigens auch nicht die bekanntere gleichnamige Fernsehserie. Ihre besondere Qualität zieht die Serie aus der Realitätsnähe, die ich so noch in keiner Form von Kultur, sei es Buch, sei es Film, erlebt habe. Die Art wie sie reden (gut, das ist natürlich regional bedingt ;-) und die Themen und Ansichten sind so herrlich aus dem leben gegriffen und alltäglich und haben nichts mit den immer abstruser werdenden Geschichten vieler späterer Serien gemein. Hier liegt für mich auch der entscheidende Unterschied, zu dem was einer von euch im Podcast sagt:

Andi hat gesagt…

Sitcoms zeichnen sich für mich gerade nicht dadurch aus, aus dem Alltag fliehen zu können, sondern im Gegenteil alltagsbegleitend zu sein. Wenn ich aus dem Alltag fliehen möchte, gehe ich ins Kino und sehe mir einen Abenteuerfilm an, deshalb mag ich im Kino auch übrigens keine besonders intelektuellen Filme, aber zu hause auf dem Bildschirm - in meinem Alltag hab ich's gerne alltagsbegleitend. Das waren die ersten TV-Sitcoms auch, wie ihrrichtig erkannt habt. Allerdings beurteilt ihr die Folgeentwicklung eher danach, wie die Themen der Serien liberaler wurden. Viel gravierender - gerade für die deutsche TV-Landschaft, die Serien wie "Maude" nie zu sehen bekam, finde ich die Mitte der 60er einsetzende Entwicklung der Sitcoms raus aus dem Alltag rein in ungewöhliche Situationen oder Orte. Sitcoms zogen nun ihren Erfolg aus irgendeiner Art "Kick", einem besonderen etwas; nicht mehr normale Familien wurden gezeigt, sondern die "Munsters" (die ihr übrigens vergessen habt - eine der besten Serien überhaupt), Oberst Klink bewachte einen "Käfig voller Helden", Wilbur Pot spricht mit "Mr. Ed", der Professor, Mary-Ann und "der Rest" landen stranden auf "Gilligans Insel", Richie und der Fonz erleben "Happy Days" in den 50ern und Darrin Stevens ist "Verliebt in eine Hexe".
Den großen Einschnitt würde ich daher zu Beginn der 80er ziehen und nicht zu Beginn der 90er, denn genau das war eigentlich Bill Cosbys Verdienst, nämlich, dass er die Sitcom wieder zu ihren Wurzeln zurückführte, nämlich den Alltag des Publikums humoristisch aufzubereiten. Und der spielt eben nicht in Stalag 13 oder an der Seite eines "Onkel(s) vom Mars". Zwar gab es zurselben zeit ähnliche Serien wie, die schon zwei Jahre zuvor gestartete "Familienbande" (von der mir übrigens nach 1 Minute aufgrund der Schleimigkeit schlecht wurde) und im selben Jahr "Wer ist hier der Boss?", die (zu Recht!) auch nicht unerfolgreich war und ihr leider auch vergessen habt, obwohl ich nur vergleichsweise wenig Folgen gesehen habe, gehört sie übrigens klar zu meinen Allerliebsten (dicht hinter HMWDH und "Full House"). Ich muss zugeben, auch ich tue mir mit Cosby manchmal schwer, aber habe kürzlich mal ganz von vorne angefangen, da ich mir denke, da muss schon was dran sein, sonst wäre sie nicht so erfolgreich gewesen. Leider ist darauf nicht immer Verlass. "Seinfeld" zum Beispiel kann ich MAL sehen, ist für mich aber über die Maßen überbewertet. Bill Cosbys Art als solche mochte ich aber schon immer, daher habe ich seine Show auch immer gerne gesehen und schaue sie auch jetzt noch gerne. Übrigens auch den Nachfolger "Cosby".
Ein weiterer Grund dafür, den Einschnitt zu Beginn der 80er zu setzen, ist die Tatsache, dass mit dem Erfolg von "Cheers" die bis heute gültige Trennung von Familien-Sitcoms und Arbeits- bzw. Cliquen-Sitcoms eingeführt wurde. Letztere gingen weitestgehend spurlos an mir vorbei, "Caroline in the City", "Friends" und "Susan" haben mich nie gejuckt. Die Familien-Sitcoms sind genau mein Metier, leider wurden mir die meisten ab den 90ern zu albern und überdreht, mit Serien á la Steve Urkel kann ich nichts mehr anfangen. Dann eher mit den wirklich völlig abgedrehten Parodien, wobei "Auf schlimmer und ewig" besser ist als Al Bundy (ist natürlich auch von Disney, und vor allem hatte Nikki Cox die größeren... äh Augen). Dennoch ist meine Lieblingsserie überhaupt gerade zu ein Inbegriff der 90er: "Hör mal, wer da hämmert!" Doch dazu mehr im entsprechenden Blog-Eintrag, den du ja auch schon begonnen hast.

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