Montag, 30. November 2009

Projekt Hörsturz - Die 9. Runde


beetFreeQ, der Meister des Projekts Hörsturz, hatte Geburtstag. Und alle sind zur Feier eingeladen. Neben uns treuen Anhänger des Projekts befinden sich auch fünf mir völlig unbekannte Gestalten auf der Feier. Wollen wir Mal den Sozialverträglichen spielen uns uns bekannt machen...

Maestro von Kaizers Orchestra

Maestro kommt mir auf halbem Wege bereits entgegen. In seiner Hand eine Schale Frühlingsrollen und irgendein Importbier einer mir bislang unbekannten Marke. Seine mittellangen, wuscheligen Haare fallen ihm dauernd ins Gesicht. Wir kommen schnell ins Gespräch, obwohl wir wenig gemeinsam haben, verstehen wir uns gut. Seine etwas verschnupfte Tonlage macht es schwer ihn zu hören, wenn die Leute um uns herum gerade Chips mampfen. Manchmal erinnert mich sein Klang an das Nintendo64-Spiel Mickey's Speedway USA. Vielleicht bedeutet das lediglich, dass ich aufhören sollte dieses Importbier zu trinken?

3 von 5 flüchtigen Partybekanntschaften

Ars Moriendi von Mr Bungle

Ars Moriendi kommt dazu und verrät mir, dass er mit dem Soundtrack von Crank 2: High Voltage verwandt ist. Ich find's total cool. Wir finden kein Gesprächsthema. Stets wechselt er die Diskussionsgrundlage, seine Meinung, seinen Tonfall und er trinkt sich quer durch die neben uns stehende Bar, allerdings nimmt er von allem nur einen Schluck. Plötzlich steigt er auf den Tisch und tanzt. Alle möglichen Tänze, ganz kurz. Ich würde ihm niemals außerhalb solcher Partys begegnen wollen, hier sorgt er aber für tolle Lacher.

3 von 5 kultigen Partypflichtgästen, mit denen niemand eng befreundet ist.

My Body’s A Zombie For You von Dead Man’s Bones

Während sich mein Bauch von Ars Moriendis Spirenzchen erholt, kommt My Body's A Zombie For You aus einer dunklen Ecke herbeigeschlurft. Er möchte mit mir "über die Lage der Politik unterhalten, und so... Obwohl, neee, weißt du, bin g'rade nich' so in Stimmung, weißt'e, kennst ja meine Freundin und die, ach, Mensch, also, ich geh mal kurz wieder in die Ecke, war so bequem..." Ich kenn' seine Freundin nicht. Sie scheint ihm aber das innere Gaspedal geklaut zu haben.

1,5 von 5 Leuten, die nicht so meine Welt sind. Schon allein deshalb, weil sie mir keine Chance geben, sie kennenzulernen.

Cosmic Highway von Les Claypool’s Frog Brigade

Ein Kerl mit Barret, Streifenpulli, Kaschmirschal und Wasserpfeife rennt an mir vorbei und brabbelt leise etwas vor sich her. Er meint nicht mich, sondern seinen Kumpel neben mir, der mitgeht. Irgendwann laden sie mich zum Headbangen ein. Macht Spaß. Danach murscheln sie wieder unter sich weiter. Der Kerl im Barret holt einen Zauberwürfel raus. Der Rest der Party ist für ihn wohl gelaufen.

2 von 5 personifizierten "Was war das jetzt?"

Nightlife von Amon Tobin

Nightlife mag Film noir und sachte modernisierte Bars aus den 20er bis frühen 50er Jahren. Leicht verraucht sollen sie sein. Die junge Mademoiselle erzählt mir plötzlich, ohne jede Ankündigung, eine Gruselgeschichte, während ihre smaragdfarbenen Augen aufglühen. Nach einem ausführlichen Einstieg in ihre Geschichte hetzt sie sich plötzlich ab, rennt zur Bar und bringt mir einen Schwarztee mit Schuss mit. Ungefragt. Ihre Geschichte erzählt sie nicht zu Ende, stattdessen erzählt sie von ihrer Schulzeit, wo sie in der DJ-AG war. Außerdem geht sie gerne in Programmkinos und liebt alte Märchenfilme. Thematisch wickelt sie mich dank ihrer ruhigen, aber volumenreichen Tonlage ein und ich höre ihr über eine Stunde lang gebannt zu. Irgendwer haut mich von der Seite an, ich solle nicht so hemmungslos flirten, dabei hat sie mich angesprochen. Und ich will nichts von Nightlife. Ist nur eine interessante Gesprächspartnerin. Okay... Monologhalterin.

3 von 5 überraschend interessanten Leuten, die einen von der Seite ansprechen

1 Kommentare:

beetFreeQ hat gesagt…

Wieder mal sehr schick rezensiert! Und du bist ja überraschend gnädig mit den meisten Gästen gewesen. Aber man will sich so eine Party ja auch nicht vermiesen. ;)

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