Samstag, 31. Januar 2009

Ist das Ende besiegelt? Scrubs-Erfinder und -Star sagen ja!

Wenn du jetzt auch noch sagst, dass die Appletinis alle sind, dann wirst du dein blaues Wunder erleben!

Solltet ihr diese Nacht einen lauten, herzzerreißenden Schrei mit wimmernden Untertönen vernommen haben, so dürft ihr jetzt erfahren was ihn ausgelöst hat: Ich. Wieso? Weil in der Nacht von gestern auf heute sogleich zwei verschiedene Berichte aufgetaucht sind, die das Ende von Scrubs als besiegelt ansehen.

Sowohl der Scrubs-Erfinder Bill Lawrence als auch Hauptdarsteller Zach Braff bestätigen, dass die Serie in ihrer aktuellen, achten Staffel ihr Ende finden wird. Zuvor wurde spekuliert, dass ABC eine neunte Staffel in Auftrag gibt, die dann jedoch mit neuem Showrunner / Produzenten hätte auskommen müssen, da sich Lawrence nach der achten Staffel zu neuen Ufern begeben wollte. Auch einige Cast-Mitglieder wären mit Lawrence ausgestiegen.

Somit ist dieses Ende von Scrubs für mich durchaus auf gewisse Weise versöhnlich: Eigentlich sollte Scrubs schon in der siebten Staffel zu Ende gehen, doch der Autorenstreik kam dazwischen und der Sender NBC beendete die Produktion bevor die letzten Episoden gedreht werden konnten. Bill Lawrence bemühte sich daraufhin den Scrubs-Fans ein befriedigendes Serienende zu bescheren und zog die Direct-to-Video-Produktion der letzten Folgen oder eines Films in Betracht oder eine eventuelle achte Staffel auf neuem Sender. Dieser Wunsch wurde erfüllt, der Sender ABC sprang in die Bresche und empfing die Serie mit offenen Armen. Die achte Staffel war also im Grunde nichts anderes als die Luxusversion des letzten Drittels der siebten Staffel, eine Notlösung die sich als dem ursprünglichen Plan überlegen erwies.
Erst dann kamen die Spekulationen auf eine neunte Staffel oder ein Spin-Off an die achte Staffel Scrubs anzuschließen.

Scrubs ist meine absolute Lieblingsserie und begleitet mich seit ihrer deutschen Erstausstrahlung im September 2003. So sehr ich mir auch wünschen würde, dass sie ewig weiterläuft und nach der durchwachsenen siebten Staffel (die allerdings wie viele Staffeln aus dieser Zeit keine faire Chance bekam) einen ausführlichen, grandiosen und unaufhaltsamen Aufwärtstrend hinzulegen, so wenig darf ich vergessen, wie gut ein herausragender Endspurt ist. Und den soll Scrubs mit seiner letzten Staffel ja tatsächlich hinlegen. Jedenfalls sind die Kritiken für die achte Staffel wieder durchwegs positiv.

Schmerzhaft ist dieser Abschied dennoch... Serienglück ist einfach nicht für die Ewigkeit gedacht...

Update: Hoffnung entstand, und wurde bestätigt.

Äh... Halt... Moment... Wie bitte was?! Kung Fu Panda besiegt WALL•E in jeder verfluchten Annie-Kategorie?

Kann... es... nicht... glauben...

Gestern Nacht wurden die 36. Annie Awards verliehen, die in der Animationsbranche gewichtigste Auszeichnung. Und Kung Fu Panda gewann in 13 Kategorien. WALL•E ging komplett leer aus.

WALL•E ging komplett leer aus. Der Animationsfilm, der Kritiker weltweit laut aufschreien ließ, dass der Animationsfilm endlich vollen Respekt verdiene. Der Animationsfilm, der für den "Bester Film"-Oscar im Gespräch war. Der Animationsfilm, der sich auf Platz 2 meiner ewigen Lieblingsfilmliste katapultierte.

Was ist los? Und... was erwartet uns bei der Oscarverleihung, deren Wahl für den besten Trickfilm bisher nur einmal von den Annies abwich?

Ich hätte nie gedacht, dass ich es Mal sage, aber die Entscheidungen der Oscar-Acadamy sind von nun an nicht mehr das unverständlichste, was mir dieses Jahr begegnet ist.

Bei Variety findet sich eine komplette Liste der Gewinner in sämtlichen Kategorien.

Mehr dazu:

Freitag, 30. Januar 2009

Rodriguez lässt die Gerüchteküche brodeln

Robert Rodriguez ist nicht nur ein Kultregisseur und ein verdammt cooler Typ (jeder, der eine mit von ihm produzierten Extras ausgestattete DVD seiner Filme besitzt wird genau verstehen, weshalb), sondern vor allem auch ein Workaholic. Wenn er könnte, würde er einfach alles an seinen Filmen selbst in die Hand nehmen. Stattdessen gibt er sich meistens einfach nur mit der Regie, dem Drehbuch, den Spezialeffekten und der Produktion zufrieden, manchmal folgen noch Arbeit an der Kamera, dem Schnitt und der Musik.

Außerdem kündigt Rodriguez seit Planet Terror ein Projekt nach dem anderen an. In den letzten Monaten lieferte er sich somit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Gore Verbinski, der seit Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt in einen Kaufrausch verfiel und sich mit genügend Filmrechten eindeckte, um die Filmwirtschaft eines ganzen Landes (außer den USA und Indien) für ein oder zwei Jahre auszulasten.

Doch der coolste Texaner, der sich je auf einen Regiestuhl pflanzte kann das nicht auf sich sitzen lassen. Oder sind es seine Fans, die es nicht auf sich sitzen lassen können? So oder so, jedenfalls tauchten in den letzten Tagen gleich drei Gerüchte auf, die den eh schon überbeschäftigten Verlobten von Rose McGowan weitere Arbeit aufhalsen.


Zum einen tauchten wieder die Gerüchte auf, dass die Weinstein Company alle Hebel in Bewegung setzt, um den Fake-Trailer Machete in eine Direct-to-Video-Trilogie zu verwandeln, mit Danny Trejo in der Hauptrolle und Rodriguez als Regisseur. Da bei der Wiederbelebung dieser Gerüchte keine neuen Infos auftauchten, gebe ich jedoch nicht all zu viel auf diese Meldungen. Obwohl es schon extrem cool wäre. Es muss aber nicht gleich eine Trilogie sein. Wenn man die 30 Minuten Filmmaterial, die für den Faketrailer gedreht wurden, zu einem abendfüllenden Film ausbauen kann, genügt es schon.

Bloody Disgusting meldet deraus aus, der Seite nach, vertrauenswürdiger Quelle, dass 20th Century Fox das Predator-Franchise nach der wiedergewonnenen Popularität dank der Alien vs. Predator-Filmen wieder neu beleben möchte. Robert Rodriguez soll an der Produktion beteiligt sein, ob er auch die Regie übernimmt wurde weder dementiert, noch bestätigt, sei aufgrund seines vollen Zeitplans aber eher unwahrscheinlich.
Der neue Predator-Film soll, im Gegensatz zum Original, jedoch mehr als einen Predator enthalten. Es gäbe bisher aber weder Skript noch Autor, so dass eh noch alles in der Schwebe ist.
Nun ja, mich reizten die Predators nie so wirklich. Wenn Rodriguez nur als Produzent tätig wird, reicht mir auch der Kauf der DVD (nach Testsichtung von Leuten mit einem mir ähnlichen Filmgeschmack oder Ausleihe meinerseits).

Tja, und das dritte und ominöseste Projekt: Der als "Chiller" bezeichnete Film Nerveracker, der seit 2001 angekündigt ist und von der Weinstein Company vertrieben wird. Derzeit angekündigter Kinostart ist der 16. April 2010. Und das war es auch schon mit den bekannten Informationen über den Film. Das einzige, was noch zu erwähnen wäre, ist dass laut /Film immer wieder der Name von Robert Rodriguez im Zusammenhang mit dem Regieposten für diese Produktion genannt wird, nur um danach wieder zu verschwinden. Es gibt keine Genreangaben, keine Produzenten, nichtmal einen Autor oder irgendwelche Gerüchte.

Mysteriös. Ein Fall für das Galileo Mystery-Team? Hoffentlich nicht, denn dann kann ja nichts brauchbares bei rauskommen.

Zumindest scheint sich Rodriguez tüchtig ins Zeug zu legen, um weiter als Workaholic zu gelten. Naja, oder es waren seine Fans, die Gerüchte in die Welt setzten, um Rodriguez Ruf zu retten...

Ich lehne mich einfach zurück und warte ab. Fakt ist zumindest, dass weder Rodriguez, noch Verbinski seit ihrem letzten Film aus dem Jahre 2007 eine fertige Produktion ins Kino brachten. Mir dem Kinderfilm Shorts bzw. dem Animationsfilm Rango haben sie je einen Film aktuell in Arbeit. Wer zuerst fertig ist und danach als erster das nächste Projekt bis zu den Dreharbeiten vorantreibt, ist dann vorerst der Gewinner...*

*Sollte Verbinski in der selben Zeit wie Rodriguez all seine angekündigten Filme verwirklichen, dabei aber auch noch Pirates of the Caribbean 4 drehen, wird er aufgrund des Aufwands dieser Megaproduktion von mir automatisch zum Sieger ernannt.

Muppets werden vom Apatow-Clan unterwandert! Segel ist schuld!

Seth Rogen, Leslie Mann, Judd Apatow, Jonah Hill und Paul Rudd wissen genau, was sie wollen. Der Apatow-Clan ist einen Schritt näher an der Übernahme Hollywoods (Foto: Entertainment Weekly)

Wie ja bereits mehrfach an dieser Stelle erwähnt verfasst Jason Segel zusammen mit seinem Kumpel Nick Stoller das Drehbuch für den kommenden Muppet-Kinofilm. Eines der ersten Gerüchte über Segels vorschlag besagte, er enthalte zahlreiche Promi-Gastauftritte (die natürlich auch erstmal verwirklicht werden müssten), darunter eine für Daniel Day-Lewis geplante Rolle.

Jason Segel verriet nun gegenüber dem MTV Movies Blog (wieso kommen in den letzten Tagen gerade von dort so viele gute Neuigkeiten?), dass er nun bereits mehrere Entwürfe geschrieben habe. Demnach schien Disney sein erster Entwurf, den er im Dezember eingereicht haben soll, gefallen zu haben, so dass nun die Feinarbeit ansteht.
Jedenfalls sagt Segel, dass er all seinen Freunden (= Kollegen aus dem so genannten "Apatow-Clan") eine Rolle ins Drehbuch geschrieben hätte. Ob seine Darstellerkollegen aus Apatow-Produktionen wie Beim ersten Mal oder Ananas Express wirklich im neuen Muppet-Film auftauchen werden, ist natürlich von den Drehterminen und Disneys Meinung zu dieser Idee abhängig.

Ich fände Gastauftritte des Apatow-Clans sehr begrüßenswert, da diese Gruppe von Comedians/Schauspielern eine herrlich eingespielte und witzige Truppe ist, die mit ihrer charmanten und zugleich anarchischen Art schon ein klein wenig an groß gewordene Menschen-Muppets erinnert. Allerdings würde ich mir wünschen, dass nicht nur die Apatow-Truppe im Film auftaucht, sondern auch zahlreiche andere Persönlichkeiten aus Film, Funk, Fernsehen, Mode und Musik.

Jason Segel soll übrigens auch im von Nick Stoller geschriebenen Abenteuer Gullivers Reisen mit Jack Black in der Hauptrolle auftauchen. Stoller ist für die Rolle eines Lilliputaners vorgesehen, der sich mit Gulliver anfreundet. Emily Blunt ist für die Rolle der von Stollers Figur verehrten Prinzessin vorgesehen. Laut Hollywood Reporter beginnen die Dreharbeiten im März.

Siehe auch: Muppets Webvideos und "Ein Muppet-Film Noir?"

Reingehört 4 - Was für ein Dauerbrenner!

Was sind Dauerbrenner, wo kommen Dauerbrenner her, wo gehen Dauerbrenner hin und was haben die Illuminaten damit zu tun?

Ihr habt über Weihnachten gepennt, könnt mit den Gameshows der 90er nichts anfangen und habt über diesen Blog genug von den Oscars mitbekommen, wollt euch aber dennoch unbedingt Mal anhören, wie Sir Donnerbold so klingt?

Dann geht einfach zum Quotenmeter TV-Podcast, wo ihr euch zum mittlerweile vierten Mal meiner Stimme aussetzen könnt.
Dieses Mal sprechen die Quotenmeter-Redakteure Jan Schlüter und Alexander Krei (mit mir als Gast) über zehn Fernseh-Dauerbrenner. Sendungen, die sich über Jahre hinweg bewährt haben und heute noch das Fernsehbild prägen. Wir besprechen eine bunte Mischung, bestehend aus TV Total, der Tagesschau, der Sendung mit der Maus, Galileo und vielem mehr. Einige der Sendungen haben sich kein bisschen verändert, andere dagegen sehr... Weshalb sind sie noch erfolgreich, was zeichnet diese Sendungen aus?

Das alles und vieles mehr, darunter auch einen kleinen Seitenhieb auf Frau von der Leyen, der selbsternannten Retterin der Jugend und medienblinden Coverzerstörerin, gibt's hier (und hier) zu hören.

Race to Witch Mountain - Superbowl TV-Spot online

Der Superbowl ist das Fernsehereignis des Jahres in den USA, und extra dafür stellt die Industrie aufwändige und meistens auch besonders gute Werbespots her. Und auch Hollywood weiß von der Bedeutung dieses Abends und stellt für seine größten Hoffnungsträger neue TV-Spots zusammen.

Einer von Disneys potentiellen Blockbustern des Jahres ist das Action-Abenteuer Race to Witch Mountain, von dem es im Superbowl-Spot neben bereits aus dem Trailer bekannten Material auch ein paar neue Szenen zu sehen gibt. Darunter auch eine mit zwie Stormtroopern, die in das Taxi von The Rock einsteigen und einen etwas genaueren Blick auf den ominösen Kopfgeldjäger, der im Film sein Unwesen treiben soll:


(gefunden via /Film)

Entgegen vorherigen Vermutungen ist Race to Witch Mountain nicht mit einer PG-13-Freigabe bedacht worden, sondern mit einem PG-Rating. Allerdings liest sich die Freigabenbegründung so, als sei der Film haarscharf an einem PG-13 vorbeigeschrammt: "For sequences of action and violence, frightening and dangerous situations, and some thematic elements."

Action- und Gewaltsequenzen, verängstigende und gefährliche Situationen und ein paar thematische Elemente, das klingt nicht sehr weit von der Freigabenbegründung von Am Ende der Welt entfernt ("intense sequences of action/adventure violence and some frightening images"), der ja bekanntermaßen ein PG-13 bekam.
Natürlich definiert sich die Qualität von einem Film nicht durch die Jugendfreigabe, jedoch möchte ich damit nur klarstellen, dass dies wohl kein für eine niedrigere Freigabe weichgespülter Film sein wird und ich glaube, dass Disney nicht die Schere ansetzte und der Regisseur von Witch Mountain tatsächlich die vor ein paar Monaten von ihm angesprochenen Freiheiten hatte.

Die MPAA scheint bei Disney einfach etwas großzügiger zu sein.

Race to Witch Mountain kommt unter dem bescheidenen Titel Der magische Berg am 9. April in die deutschen Kinos. Hoffen wir, dass auch die deutsche Dependance von Disney die Schere liegen lässt und den Film nicht kürzt.

Update: Der deutsche Titel änderte sich (vorerst?) in Die Jagd zum magischen Berg.

Mehr zum Film:

Donnerstag, 29. Januar 2009

Robert Zemeckis nächstes Projekt und Spekulationen über Verbinskis "Rango"

Robert Zemeckis kann einfach nicht die Finger von Motion Capturing lassen: Nach A Christmas Carol möchte der Regisseur von Forrest Gump, Cast Away und Zurück in die Zukunft immer noch nicht zum Realfilm zurückkehren.

Stattdessen wird er das Kinderbuch Mars Needs Moms! verfilmen. Bisher einziger bestätigter Darsteller ist Dan Fogler (Kung Fu Panda). Dies meldet zumindest Coming Soon.

Die Vorlage stammt übrigens von Berkley Breathed - und somit stellen wir die Verbindung zu Gore Verbinskis Rango her. Die Seite /Film, die auch über Zemeckis nächsten Film berichtet, erfuhr aus einer ungenannten Quelle, dass auch Gore Verbinskis kommender Animationsfilm mit Johnny Depp auf einem Buch dieses Autors basiert, nämlich auf Flawed Dogs. Demnach würde Depp höchstwahrscheinlich einen (behinderten) Hund spielen. Bestätigung findet sich in einem älteren Jim Hill-Artikel, laut dem Verbinski die Filmrechte an dem Buch Flawed Dogs erwarb.

Flawed Dogs hat, so /Film, keine durchgehende Handlung, doch Verbinski soll für seinen Film auf Grundlage dieses Buchs eine Handlung entworfen haben. Wie die Webseite /Film jedoch betont, sind dies nur Gerüchte, wenn auch plausible, weshalb es sein könnte, dass Rango nichts mit dem genannten Buch zu tun hat.

Falls es euch interessiert: Crank 2 hat ein R-Rating für...


..."frenetic strong bloody violence throughout, crude and graphic sexual content, nudity and pervasive language", oder zu Deutsch: " durchwegs hektische, stark blutige Gewalt, derbe und grafische sexuelle Inhalte, Nacktheit und tiefschürfende Vulgärsprache".

Zum Vergleich, der Vorgänger erhielt sein R-Rating für "strong violence, pervasive language, sexuality, nudity and drug use", also für "starke Gewalt, tiefschürfende Vulgärsprache, Sexualität, Nacktheit und Drgengebrauch".

Scheint also, als ob Crank 2 mehr, härtere und blutigere Gewalt sowie härtere (bei dem Film wohl gleichbedeutend mit verrückteren) und zeigefreudigere Sexszenen beinhalten würde.
Also alles, was man sich von einer Sinnlosfortsetzung eines vor Tempo, Wahnsinn und Ironie sprühenden Schwachsinnsactioner verspricht.

Um die Wartezeit zu verkürzen, gibt es hier den Trailer für Crank 2: High Voltage.

Future Shorts - Das Festivalprogramm Oktober 2008

I Met The Walrus

Future Shorts - ein Kurzfilmverleih, eine internationale Festivalreihe, eine Widerbelebung der Kurzfilmkunst. Internationale Kurzfilme, darunter auch prominente Preisträger, werden in ein ansprechendes Programm gebunden und aufgeführt. Ernsthaft, experimentell, komisch, modern und älter, Dokumentation, Musikvideo, animiert oder Realfilm. Hier findet sich alles wieder.

Vor über einem halben Jahr fand das letzte Mal in meiner Nähe ein solcher Future Shorts-Abend statt, diese Woche war es endlich wieder so weit. Statt des aktuellen Januarprogramms, voller aufheiternder, den grauen Winteralltag verjagender Kurzfilme gab es jedoch das Festivalprogramm aus dem Oktober 2008. Schade, dachte ich schon bevor es losging, denn was ich mir über die "aktuellen" Kurzfilme durchlas klang sehr vielversprechend und machte mich heiß auf einen unterhaltsamen und zugleich abwechslungsreichen Abend.

Aber gut, es sollte halt nicht sein, und so nahm ich ohne weitere Beschwerden das andere Programm an. Doch um es schonmal vorwegzunehmen: Mit diesem Programm hat sich das Future Shorts-Team keinen Gefallen getan. Nachdem sich in der Region herumsprach, dass solch ein Kurzfilmabend klasse sei, war die Erwartung entsprechend hoch, und einige der Future Short-Frischlinge werden wohl derbe enttäuscht gewesen sein und es sich mit einer Rückkehr nochmal überlegen... Da war das Premierenprogramm deutlich besser und vor allem auch repräsentativer für das Vorhaben dieses Projekts.

Die Stimmung unter den Anwesenden erhielt schon einen kleinen Dämpfer durch vorhandene Technikprobleme zu Beginn des Abends. Deshalb musste auch der Kurzfilm Die schiefe Bahn unterbrochen werden, erst nach einigen Minuten Wartezeit konnte die Vorführung weiterlaufen.
Die schiefe Bahn gehörte zwar nicht zum Programm von Future Shorts, sondern wurde eigenständig und unabhängig davon gezeigt, für das Stimmungsbild des Publikums war das jedoch unwichtig.
Der Kurzfilm war übrigens, von der Vorführungsschwierigkeiten abgesehen, wirklich super. Diese noch recht junge deutsche Stop-Motion-Produktion über drei ehemalige Bahnbeamte die nun zu Gangstern wurden verquickt eine klassische Kriminalhandlung mit zahllosen Seitenhieben auf die Deutsche Bahn und nostalgischen Gefühlen für die gute, alte Zeit vor der Privatisierung. Wirklich super, auch wenn das Ende etwas rasch kommt. Von dem Film hätte man sich glatt noch einiges mehr ansehen können, zumal das Produktionsniveau außerordentlich hoch war.

Danach ging's mit dem eigentlichen Programm los: Das Musikvideo Grip (2007) aus den Niederlanden eröffnete das Programm noch auf einem ganz passablen Niveau. Ein solch originelles, kunstvolles und zugleich simples Video bekäme der normale Kinogänger sonst nie zu Gesicht und ist definitv ein großer Pluspunkt von Future Shorts: Das Video wurde in nur einem Take gedreht und zeigt Trampolinartisten, die übliche Videoeffekte nachstellen. Sehr interessant und ein Beitrag, der Future Shorts so unvergleichlich macht. Es ist bei weitem kein Highlight oder eine Erleuchtung, sondern einfach etwas, das man sonst nie sehen würde, aber gut findet.

Sehr aktuell war der zweite Film des Abends: I love Sarah Jane, der Januar 2008 seine Premiere feierte. Ich persönlich konnte mit der in einer postapokalypstischen Welt fast ohne Erwachsene, in der ein 13-jähriger Junge versucht bei der etwas älteren Sarah Jane zu landen und dabei mit nervigen Rabauken und einem Zombie in Sarahs Hinterhof zu tun hat, nicht wirklich viel anfangen, da er mir doch ziemlich nichtssagend rüberkam, andere fanden den neuseeländischen Kurzfilm ganz interessant. Ich fand ihn für etwas dramatisches zu leichtgewichtig, für eine Komödie zu still und für Horror zu ungruselig, aber nunja, jeder tickt anders.

Es folgte der wohl prominenteste Vertreter des Abends, Wes Andersons Hotel Chevalier. Eine, wie ich finde, sehr zweifelhafte Auswahl. Für mich ist Hotel Chevalier ein untrennbarer Teil von seiner herrlichen, gefühlvoll-dramatischen und exzentrischen Komödie The Darjeeling Limited. Im Zusammenspiel mit diesem ist die originelle und im unverwechselbaren Wes-Anderson-Stil gehaltene Geschichte eines Mannes, der in einem Pariser Hotel überraschenden Besuch von seiner Ex (Natalie Portman) bekommt, unverzichtbar und zudem noch nachvollziehbar, so aus dem Kontext gerissen hinterließ der Film dagegen zahllose Fragezeichen beim Publikum.

Es folgte ein weiterer, stiller und künstlerischer Film über zwie geliebte: Der dialoglose Film To Build A Home (UK 2008) setzt wunderschöne Landschaftsbilder von Nordengland und die rührende Geschichte eines alten Liebespaares und deren Begegnung mit dem Tod vor den Hintergrund großer Klänge.

Was mich zu einem Hauptptoblem des aufgeführten Programmes führt: Der Kurzfilm wäre bei einer Vorstellung wie ich sie letztes Jahr besuchte sicherlich ganz gut angekommen, doch an diesem Abend war es der dritte stille, anspruchsvolle Film nacheinander und das Publikum, das während dem in der Originalfassung gezeigten Hotel Chevalier bereits an seine Grenzen stieß und Verständnisprobleme hatte, wäre spätestens an dieser Stelle über einen kurzweiligeren, humorigen und konventionelleren Kurzfilm sicherlich froh gewesen. An einem klaren Themenabend würde sich ja niemand beschweren, doch dieser Abend sollte mehr eine Überraschung sein (welches Programm läuft wurde ja nicht im Vorfeld groß angekündigt), sozusagen eine Wundertüte an Kurzfilmen. Und mit dieser Erwartung gingen auch die meisten Zuschauer in den Saal hinein. Bei solchen Veranstaltungen muss man für Abwechslung sorgen. Beim ersten Future Shorts in meiner Nähe klappte dies hervorragend, das Publikum applaudierte sowohl nach den "ernsten" als auch nach den "unterhaltsamen" Filmen energisch (je nach Qualität des Films natürlich mit schwankender Intensivität), und gab den anwesenden Organisatoren somit klar zu erkennen, dass sie eine gute Zusammenstellung vorführten.

An diesem Abend herrschte nach jedem Kurzfilm Totenstille...

Es blieb übrigens erstmal kunstvoll: The Life Size Zoetrope (UK 2007) zeigt mittels eines lebensgroßen Zoetrops die recht betrübliche Lebensgeschichte eines Mannes, der im Off über sich erzählt, während die gezeigten Bilder diese Erzählung visuell unterstützten. Der Film war sehr originell und wollte mir auch gefallen, allerdings war auch ich an diesem Punkt schon ein wenig ungeduldig, und da mir von dem Film auch ein bisschen schwindelig wurde, fühlte ich mich nach dem Film erstmal genervt und begann erst nach dem Kurzfilmabend ihn zu schätzen.

Es folgte der Oscar-nominierte I Met The Walrus (Kanada 2007), eine Visualisierung eines tatsächlich stattgefundenen Interviews zwischen John Lennon und dem damals 14 Jahre alten Jerry Levitan, der diesen per Hand und Computer animierten Film später auch produzierte. Die Originalaufnahmen werden durch eine wahnwitzige Zeichenkette zum Leben erweckt und sollen darstellen, was alles im Kopf des Kindes vorging, das gerade sein Idol interviewt. Visuell war dieser Film sehr ansprechend, allerdings hätte ich mir ob der Qualität des Tons spätestens hier den Einsatz von Untertiteln gewünscht, und so wie ich es rausgehört habe war ich nicht der einzige mit diesem Wunsch.

Nach dem Gnarls-Barkley-Musikvideo Who’s Gonna Save My Soul, der einem "herzzerreißenden Beziehungsaus" einen witzigen Twist gibt, holte das Programm endlich zwei amüsante Kurzfilme heraus, die man doch sehr gut zwischen die vorherigen Filme hätte mischen können, um so dem ganzen Abend mehr Abwechslung zu verleihen.

The Control Master (UK 2008) ist ein komplett aus CSA Images erstellter Animationsfilm, der sich an den Stil Roy Lichtensteins und 60er-Superheldencomics orientiert und letztere liebevoll parodiert: Eine friedvolle Metropole mit ihrer eigenen Superheldin wird von einem Superschurken heimgesucht, der die Superheldin in einen Hund verwandelt und ihren Vergrößerungsapparat stiehlt, sich selbst auf Hochhausgröße aufbläst und dann Amok läuft. Doch zum Glück wartet in der Nähe schon der nächste Superheld...

Der Abend endete mit The Lounge Bar (Neuseeland 1989), einer kurzen Komödie über einen Mann in einer Bar, der ein mächtiges Drahtgestell um den Kopf tragen muss und der einzigen anderen Kundin des Abends ins Auge fällt. Begleitet von einem ohrwurmverdächtigen Song lernen die zwei sich besser kennen und fangen an zu rätseln, ob sie sich nicht bereits einmal gesehen haben. Rückblicke geben uns Zuschauern einen kleinen Wissensvorsprung - sofern wir überhaupt bei all den witzigen Fällen, in denen die Musik der Handlung dreisterweise vorgreift überhaupt Lust haben groß zu kombinieren. Wieso der Film bei IMDb als Drama gelistet ist, kann ich beim besten Willen nicht verstehen.

Insgesamt waren die Kurzfilme dieses Mal zwischen "nett, muss ich jetzt aber nicht haben" (I Love Sarah Jane) bis gut (The Lounge Bar), doch die Zusammenstellung war überhaupt nicht harmonisch und es fehlte definitv an Filmen, für die man gezielt in so eine Vorstellung geht. Hotel Chevalier war ein netter Versuch, funktinoiert jedoch ohne den dazugehörigen Hauptfilm nicht wirklich.

Während mir einige Filme vom letzten Mal hängen geblieben sind und ganz allein den Kinobesuch wert waren, vermisste ich nun ein solches Gefühl. Es gehört zum Konzept von Future Shorts, so Filme wie Grip, The Control Master oder To Build A Home zu zeigen, und ich möchte sie keinesfalls missen. Es sind wirklich gute Kurzfilme, und ich freue mich solche Filme im Rahmen von Future Shorts kennenzulernen, aber das Programm dieses Mal bestand fast nur aus solchen Filmen. Dieses "es kommt zwischen absoluten Highlights, nach denen ich mich auch sonst umsehen würde, wenn man es im Medium Kurzfilm nur so einfach könnte" trägt nunmal keinen ganzen Abend.

Beim nächsten Future Shorts in meiner Nähe werde ich dennoch wieder dabei sein, und vielleicht bekommen wir dann auch Mal das aktuelle Programm.

Übrigens: Die erste Future Shorts-DVD ist nun erhältlich, wenn auch vorerst nur als UK-Import. Für 10 Pfund (zuzüglich Versand) könnt ihr euch fast zwei Stunden Kurzfilme nach Hause holen, und so weit ich das beurteilen kann zeigt die DVD Adventures in Short Film das Projekt Future Shorts von seiner besten Seite. Neben Schätzchen, für die man sich sonst nie interessieren würde (etwa der schräg-poetische La Vie d'un Chien) gibt es auch herausragende Highlights, die so nur als Kurzfilm funktionieren und perfekt vorführen, weshalb diese Kunstform weiterexistiert und worin sie sich vom Langfilm unterschiedet (zum Beispiel She loves me, She loves me not). Bei Gelegenheit werde ich mir die DVD vielleicht holen. Ich werde euch dann natürlich darüber informieren und ausführlich auf die enthaltenen Kurzfilme eingehen.

Desperate Housewives 5x03: Tyrannen

In Tyrannen dreht Desperate Housewives den Spaßfaktor wieder richtig auf: Zickenkrieg, verspielte Männer und die starköpfige Anti-Liberale Bree fährt wieder zu intriganter Höchstform auf.

Fangen wir mit der Storyline, die nach dieser Episode sicherlich wieder vergessen sein wird, obwohl sie so viel Spaßpotential hat und gerne wiederkehren darf: Tom bekommt von Lynette den Befehl die Garage aufzuräumen und entdeckt dabei seinen alten Bass. Gegen Lynettes Willen probt Tom nun voller Eifer mit Edies Ehemann Dave, der Schlagzeug spielt, und träumt bereits davon mit den anderen Ehemännern der Wisteria Lane eine Garagenband zu gründen.
Da die Männer von Desperate Housewives spätestens seit Staffel 4 eine herrliche, urkomische Begleitung der Powerfrauen sind und in ihren wenigen Szenen zielsicher mein Komikzentrum treffen, würde mich eine Weiterverfolgung dieser urkomischen Idee wirklich sehr gefallen.

Vor allem bewies uns diese Episode aber auch, wieviel noch in der Figur von Dave steckt. Er ist nicht bloß ein neues, wandelndes Staffelgeheimnis, das bedrohlich ist, arme, alte Frauen bedroht und für sich alleine steht, sondern ein kleiner, extrem gerissener Unruhestifter, der mit den anderen Storylines der Serie interagiert. Obwohl wir noch immer nicht wissen, weshalb er in die Wisteria Lane zog, bringt er bereits Zunder in die Serie. Er war die treibende Kraft hinter Toms Musikerambitionen und zehrt somit Lynettes Nervenkostüm auf - es ist hinterhältig, aber auf eine weit weniger kriminelle Art, wie es der treue Housewives-Zuschauer von wandelnden Bedrohungen gewohnt ist.

Daves "eigentliche" Aufgabe, mysteriös und gefährlich zu sein, wird in dieser Episode übrigens auch weiterverfolgt: Caren McClusky tut sich mit der in dieser Staffel bislang unterbeschäftigten Katherine Mayfair zusammen und versucht mehr über Dave herauszufinden. Deren plötzliche Neugier macht nicht nur Edie wissbegierig, sondern führt auch zu einem kurzen, humorigen Kreuzverhör.

Susan muss währenddessen herausfinden, dass ihr Sohn MJ gepiesackt wird und rasselt bei der Ursachenforschung mit Gabrielle zusammen. Der Zickenkampf zwischen den zwei Freundinnen ist zwar wirklich witzig, doch mein Highlight in Susans Story ist ganz klar die Männerfreundschaft zwischen ihrem Neuen und Mike, die sich liebevoll necken und wie übergroße Kinder rumtoben und sich vorstellen, wie sie MJ ein paar Kampfpraktiken beibringen könnten.

Gaby wiederum wird von Brees Sohn Andrew beim Autokauf gehörig über's Ohr gehauen. Denn nur, weil er sich nun mit seiner Mutter gut versteht und sie managt, heißt es nicht, dass der Fiesling in ihm völlig verstorben ist.

Und Bree bekommt zum ersten Mal seit drei Jahren Besuch von ihrem Enkel, den sie als ihren Sohn aufziehen wollte, ihrer Tochter Danielle und deren Ehemann. Zum einen tut mir Brees Enkel unheimlich leid, der wird eines Tages sicher auf der Couch eines Psychiaters landen. Seine Mutter ist eigentlich seine Oma, seine Schwester in der Schweiz ist eigentlich seine Mutter und will mit Vornamen angeredet werden, sein Vater ist sein Opa, aber nur ehelich, und außerdem landete er im Knast... Fleisch macht ihn groß und stark, Fleisch ist böse...
Zum anderen ist diese Geschichte natürlich gefundenes Fressen für jede Menge Bree-Spaß. Brees Reaktionen auf Danielles Erziehungsmethoden sind das witzigste, was man von der blassen Rothaarigens eit langem gesehen hat. So etwas darf es öfter geben.

Alles in allem eine herausragende Episode mit ganz klarem Schwerpunkt auf Comedy, ohne aber etwa den Zwist zwischen Orson und Bree oder das Geheimnis um Dave völlig aus dem Auge zu verlieren.

Weitere Rezensionen:

Narnia landet bei 20th Century Fox

Die Rettung von Narnia ist erstmal unter Dach und Fach: 20th Century Fox wird Walden Medias Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte co-finanzieren und vertreiben, nachdem sich der Walt-Disney-Konzern aus dem Franchise zurückzog.

Fox und Walden werden sich die Produktionskosten und die Ausgaben für Promotion- und Werbeaufwand teilen, als Budget vorgesehen ist eine Summe von rund 140 Millionen Dollar, genauere Details über das Budget werden, ebenso wie einige Skriptprobleme, noch von beiden Seiten besprochen.
Sollte sich bald ein Drehbuchautor für den Film finden lassen, werden die Dreharbeiten Ende des kommenden Sommers beginnen. In diesem Fall soll der Film zur Weihnachtssaison 2010 in die Kinos kommen.

Als Drehbuchautor vorgesehen ist Richard LaGravanese (P.S.: Ich liebe dich, Der Pferdeflüsterer), der auch für das momentan vorliegende Skript verantwortlich ist und dessen Entwurf beide Seiten zufriedenstellte. Allerdings arbeitet er derzeit, ebenfalls für Fox, an der Bestsellerverfilmung Water for Elephants.

Die Dreharbeiten werden zu einem Großteil in Australien stattfinden, die Regie übernimmt Michael Apted, Will Pouter (Der Sohn von Rambow) wird als Eustace Clarence Scrubb zum Cast dazustoßen.

(Quelle: Variety)

"Green Hornet" weiterhin wohlauf

Totgesagte leben länger: Kaum machte im Internet die Runde, um Green Hornet von Seth Rogen stehe es eher schlecht (siehe hier), ergreift der vorgesehene Hauptdarsteller, Produzent und Co-Autor Seth Rogen das Wort:
"assuming we're able to hire a new director in the upcoming weeks, which seems like a distinct possibilty, it should still hit the release date", schrieb Rogen an Hitfix.com.
Dass Stephen Chow den Regieposten abgibt ist somit von Rogen selbst, implizit, bestätigt worden, doch Rogen scheint überzeugt zu sein, einen neuen Regisseur zu finden. Bedenkt man seinen respektablen Status in Hollywood, sollte es wohl wirklich keine unmögliche Aufgabe sein.

Als Darsteller vom Sidekick Kato soll sich Chow übrigens weiterhin am Projekt beteiligen - hunderprozentig sicher scheint es im Moment aber auch noch nicht zu sein.

Die LA Times meldet derweil übrigens, dass Adam Sandler eine kleine, aber wichtige Gastrolle als ein "Überraschungs-Superheld" in diesem Film übernehmen wird. Da man geheim halten will, welche Rolle Sandler übernimmt, und nicht etwa den Fakt, dass es Sandler ist, der in einer kleinen Rolle vorkommt, wird es wohl die Figur sein, in dessen Kostüm Sandler schlüpft, die den Zuschauer erstaunen soll.
Oder anders gesagt: So, wie diese Meldung verpackt wurde, muss es sich um einen Helden handeln, der eine gewisse Popularität hat. Somit fallen viele Charaktere aus dem Green Hornet-Universum raus (bei irgendeiner Figur die keiner kennt hieße es ja sonst "Figur XY wird von einem berühmten Comedykollegen Rogens gespielt").

Die einzigen zwei populären Rollen, die mit Green Hornet zusammenhängen und mir in den Sinn kommen sind jedoch bereits "im Besitz" anderer Studios. Zum einen wäre da Batman (gehört DC Comics bzw. Warner Bros.), in dessen 60er-TV-Serie Green Hornet einen Auftritt hatte, zum anderen der Blutsverwandte von Green Hornet: The Lone Ranger, der derzeit von Disney und Bruckheimer verfilmt wird, während Rogens Green Hornet-Film bei Sony Pictures in die Produktion geht...

Also hat Bruckheimer entweder schon seinen Lone Ranger gefunden und einen Deal mit Sony abgemacht, oder Warner Bros. verlor eine Wette mit Sony und muss jetzt Christian Bale durch Adam Sandler ersetzen, oder ich habe irgendeine realistische Möglichkeit übersehen.

(Ich tippe auf letzteres)

Mittwoch, 28. Januar 2009

Lone Ranger gesucht! Jerry Bruckheimer bittet Publikum um Mithilfe

Jerry Bruckheimer ist in den Filmmeldungen derzeit gehörig überrepräsentiert. Der Erfolgsproduzent und erfolgreiche Bezwinger von engstirnigen Disney-Bossen (hätte sich Bruckheimer nicht durchgesetzt, wäre Johnny Depp als Jack Sparrow vom Fluch der Karibik-Set geflogen) vollführt im Moment einen wahren interview-Dauermarathon.

Gerüchte, dies habe mit dem nahenden US-Kinostart von Shopaholic zu tun, sind natürlich reiner Schwachfug.

Jedenfalls bat Bruckheimer in einem Interview mit MTV das Publikum doch Vorschläge für das Casting des Lone Rangers abzugeben:




Es bleibt zu bezweifeln, ob Bruckheimer sich wirklich nach diesen Vorschlägen richtet, aber schaden kann es uns ja nicht. Also, wer sollte an der Seite von Johnny Depp im wohl größten und besten Disney-Westernabenteuer aller Zeiten brillieren?

Ich mache den Anfang, ihr dürft gerne nachziehen:
  • George Clooney (Hört auf zu jammern... Er stirbt doch nach zwei Minuten und Johnny Depps Rolle, der Sidekick Toto, versucht herauszufinden, wer der Mörder ist. Oder der Western spielt auf einer Eisbahn und die Brustwarzen vom Ranger stechen aus seinem kostüm raus)
  • Antonio Banderas (der Lone Ranger, berühmt für seine schwarze Maske, erfährt von einem miesen Nachahmer mit spanischem Akzent. Am Ende findet der Lone Ranger heraus, dass er selbst der Nachahmer ist)
  • Johnny Depp (doppelt hält besser)
  • Zach Braff (der Lone Ranger hängt mit dem Kopf dauernd in den Wolken und hat seltsame Tagträume, während sein bester Freund Toto den tag rettet. Der Film handelt davon, dass der Lone Ranger endlich Anerkennung von seinem geliebten, sarkastischen Mentor sucht. Und zwar in Form einer Umarmung)
  • Chuck Norris (The Lone Ranger - Roundhousekicks from Texas)
oder, als ernst gemeinter Vorschlag:

äh...

öhm...

Vielleicht ein Newcomer?

Ein Löffelchen voll Langeweile - The Next Uri Geller

Um es kurz zu machen: Mit Ausnahme von Ully Loups (hoffentlich) parodistischen Mentalistenauftritt hat sich The Next Uri Geller - Unglaubliche Eintönigkeit live diese Woche selbst übertroffen. Vorbei die zeit des Fremdschämens und der Perfektion unfreiwilligen Humors. Es ist einfach nur noch stinklangweilig. Dabei hat man sich doch so sehr bemüht...

Die Sendung begann mit einem Rückblick auf die Vorwoche, gefolgt von einem Gespräch mit der nun in einem leuchtenden Rot gekleideten, letzte Woche beinahe ersoffenen, Amilia, die erklären soll was in der Vorwoche bei ihrem Experiment schief ging. Ihre Erklärung ist völlig nichtssagend und wird von ihr mit einem Katja-Burhkard-Memorial-Lispeln vorgetragen. Den Sprachfehler hatte sie in der Vorwoche nicht. Spätfolgen? Nein, bestimmt war dies der Grund für ihr scheitern. Wie will man sich auf Simon Gosejohanns Gedanken konzentrieren, wenn man die ganze Zeit damit beschäftigt ist mittels seiner unglaublichen Fähigkeiten das Lispeln wegzuzaubern?!

Auftritt der Promis für diese Woche: Rennfahrerin Christina Surer, Giovanni Zarella und seine Frau Jana Ina. Super, mit Jana Ina hat man sich endlich wieder einen Promi geholt, dem man glaubt, dass er so blöd ist die gequirlte Rabenkacke in dieser Sendung auch wirklich glaubt.

Als erstes "Experiment" des Abends legt sich Jan Rouven, Germany's Next Marc Terenzi, in ein von ihm selbst gebautes, so genanntes, "Bett des Todes". Statt hier nun Witzchen über den tragischen Tod von im Bett verstorbenen Promis zu machen ("Also, ich als Verehrer von Elvis wünsche mir da lieber eine Toilette des Todes", "Geschmacklos, wird hier einfach Heath Ledgers Erbgut in eine Geller-Show verfrachtet...", usw.), möchte ich den ganzen Schmarren shcnell hinter mich bringen: Über dem Bett hängen mehrere Schwerter, die an Seilen befestigt sind Jana Ina soll an einem Seil nach dem anderen ziehen, nur nicht an einem Seil.
Wenn die Schwerter aufgelöst ausgelöst werden, verfehlen sie Rouven nur knapp. Bis auf eins, dass genau auf Rouvens Herz zielt. Erklärung des Mentalisten an seine Assistentin Jana Ina: "Da laufen ganz viele Versorgungslinien zusammen. Wenn mich das Schwert hiert trifft, verliere ich ganz viel Blut."

Netter, wenn auch offensichtlicher, Zaubertrick (nur beim Demonstrationsschwert wird bewiesen, dass es scharf ist, ein Kasten verdeckt angeblich, welches Seil zu welchem Schwert führt, verdeckt in Wahrheit eine Funksteuerung oder einen mechanismus, der das "gefährliche" Schwert erst beim letzten Ziehen - wenn Jan Rouven wieder aus dem Bett befreit wurde - auslöst), schlecht verkauft. Rouven will nämlich Spannung reinbringen ("Jana! Ziehe nicht an Seil 2! Ich habe ein schlechtes Gefühl!") und macht sich so selbst zum Affen (Nach dem Trick: "Jana, ich habe dich zu keinem Zeitpunkt beeinflusst, es war alles deine Entscheidung.")

Es folgt ein völlig lahmer Taschenspielertrick von Danny Ocean, der so verkauft wird, als könnte sein Pendel Dinge wiederfinden und zählen. Ocean findet eine (von ihm platzierte) Streichholzschachtel und sagt, wieviele Hölzchen drin sind... *schnarch*

Verena Wriedt wurde, nachdem sie letzte Woche bewiesen hat, weshalb man sie in der ersten Staffel nicht mit wichtigen Aufgaben betreute, in die Telefonzentrale verbannt. Uri Geller verrückt Tische, behauptet aber, er würde mit den Toten kommunizieren.

Tja, und sogar die Zuschauer sind mittlerweile faul geworden. Die Tricks auf der Bühne sind ja schon recht lahm, doch was nun alles per MMS verschickt wurde... Letzte Staffel gaben sich die Zuschauer ja die Mühe, es halbwegs echt aussehen zu lassen. Doch jetzt schickte ein Zuschauer tatsächlich ein Video eines sich von allein bewegenden Weinglases...

Und die ganze Zeit war der Zeigefinger volle Kanone im Bild. Das Glas hat sich ja nichtmal von der Stelle bewegt, sondern wackelte nur (seltsamerweise nur, wenn sich auch der Zeigefinger bewegte).
Verena Wriedts Kommentar zu dem Video: "Hier sehen wir, wie jemand ein Glas festhält... Und es sich bewegt! Und... jetzt fällt es um. Erstaunlich."

Es folgte der dritte Kandidat: Jan Becker. An sich ist der Trick gut (Giovanni soll sich "wünschen", was seine Frau Jana Ina nun tun soll, Jan Becker wird mit seinen tollen Fähigkeiten diesen Wunsch, von dem Jana Ina nichts weiß, in Erfüllung gehen lassen und das so darstellen, als könnte die Liebe zwischen den beiden zum gedankenlesen führen --- Auflösung dank Geller entlarvt: Unterwassermikro), doch der wurde so trocken, öde und dahingeschludert vorgetragen, dass ich es kaum aushielt.

Die Sendung ist eh völlig öde geworden: Es sind noch zuviele Überreste von dem "Wir beweisen, dass es so etwas gibt"-Gerotze vorhanden (man spricht z.B. von "Experimenten" und nicht von "Aufführungen" oder gar "Tricks"), als dass man die Sendung ernstnehmen könnte, zugleich ist alles aber so unspektakulär und verhalten genug, als dass man aus dem Lachen gar nicht mehr rauskommt. Es ist einfach langweilig.

Außer wenn Ully Loup auf die Bühne kommt. Der Mann, der vor kurzem noch bei Clever als heiterer Partyzauberer auftrat hat es sich wohl zur Aufgabe gemacht die ganze Sendung zu sprengen, in dem er sich ein völlig übertriebenes Gruselimage verpasst. In langem Ledermantel gekleidet und mit bedrohlich-wahnsinnigem Blick tritt er auf die Bühne und schnauzt Uri Geller, der ihn über sein nächstes Experiment ausfragen will, an: "In mir herrscht ein Chaos aus Angst, Hass, Verzweiflung, Trauer und Wut! Man sollte mich nicht fragen..."

Der Mann erzählt schaurige Geschichten aus seiner Kindheit, beschreibt sich selbst in den schaurigsten Worten, und versucht die ganze Zeit einen Preis als Klaus-Kinski-Stimmenimitator zu gewinnen. Er wendet sich an die anwesenden Promidamen und drückt aus seinem Hals heraus: "Wenn ich verspreche... euch nicht zu NAAHE zu kommen... wollt ihr dann mir mir spielen?"

Die Regie lag danach wohl vor Lachen unter dem Schaltpult, denn die versäumte ihren Einsatz. Statt beim Stichwort den gruseligen Tusch zu setzen, musste der arme Ully es gleich zweimal sagen:

"Ich erinnere mich..."




"Ich ERINNERE mich...!" *bödö-döh-dömm!* "...an meine... Kind....heit....!"

Er erzählt grausige Dinge über den Teddy, den er quälte, dass er ihm ein Glasauge rausriss und der Teddy daraufhin abgehauen ist. Seither wird Ully von dem Glausauge verfolgt. Würde erklären, weshalb er so verrückt ist (mal im Ernst, selbst in der Irrenanstalt würde keiner mit ihm spielen wollen)... Nur wissen wir ja, dass er nur so tut.

Es folgt ein Hütchenspiel, bei dem er erkennt, was in welcher Schachtel steckt. Joah. Dann durfte Amila ihren Trick von letzter Woche nochmal aufführen, dieses Mal lief alles glatt, und am Ende entschuldigt sich Stefan Gödde für die Abwesenheit von Vincent Raven, der sei nämlich krank.

Vielleicht hat er tatsächlich die Vogelgrippe. Möglicherweise aber ist er mit seinen Raben in die Anderswelt geflohen, weil er sich für diese stinklangweilige Show schämt. Nur Loup war peinlich, aber auf eine so kranke Weise, die man gesehen haben muss, um sie sich vorstellen zu können.

Doch für fünf Minuten brüllendes flüstern und Glubschaugen im Ledermantel schau ich mir den Dreck nicht nochmal an.

Isla Fisher spielt Echse in Depps "Rango"

Isla Fisher (Shopaholic, Die Regeln der Gewalt, Die Hochzeits-Crasher) steht demnächst an der Seite von Johnny Depp.
Naja, sie steht nicht wirklich an seiner Seite, sondern wird bloß neben ihm zu hören sein, denn Fisher ist Teil des Casts von Gore Verbinskis Animationsprojekt Rango.

Der Film soll angeblich eine Mischung aus klassischer Computeranimation und Motion Capturing sein, Gore Verbinski versprach damit bahnbrechende Ergebnisse.

Rango handelt von einem Haustier (näheres wurde über Depps Rolle noch nicht bekannt gegeben), das auf seinen Reise unter anderem Isla Fishers Charakter, einer Echse, begegnet, so Cinematical. Weitere Rollen sind mit Abigail Breslin (Signs, Santa Clause 3), Ian Abercrombe und Hemky Madera besetzt.

Ich stehe diesem Projekt weiterhin ratlos gegenüber und erwarte die Veröffentlichung der Konzeptbilder oder eine weniger nichtssagende Inhaltsangabe.

Dienstag, 27. Januar 2009

Und nochmal Bruckheimer: Jerry spricht über "Prince of Persia", "Lone Ranger", "Der Zauberlehrling" und mehr

So schnell kann es passieren: Gerade erst die eine Meldung über Bruckheimer zu ende getippt, trudelt die nächste ein. Latino Review führte ein ausführliches Interview mit dem Produzenten von CSI, Armageddon, den Pirates of the Caribbean-Filmen und zahlreichen anderen Straßenfegern und Kassenschlagern.

Bruckheimer, dessen Filme allein im Kino bisher rund vier Milliarden Dollar einspielten, gab über seine kommenden Produktionen unter anderem folgendes bekannt:
  • Prince of Persia: The Sands of Time wird in seinen Actionszenen so genannte "Parkour"-Elemente enthalten. Parkour ist eine in Frankreich erschaffene Sportart, die rasantes Springen von Dach zu Dach und Wandsprünge beinhaltet. Es fand unter anderem seinen Weg in den Bond-Streifen Casino Royal und soll angeblich auch in der kommenden Tarzan-Realverfilmung vorkommen.
  • G-Force ist laut Bruckheimer ein Film für jede Altersklasse: "Wir haben die normalen Pups-Witzchen für die Kinder, aber es ist wirklich liebenswürdig und [im Film] ist auch jede Menge, sehr geistreicher Humor, der über die Köpfe der Kinder hinweggehen wird, den die Erwachsenen aber genießen werden." Ich denke - und hoffe inständig - dass Bruckheimer mit "Furz-Witchen" nur die "Güteklasse" gemeint hat, also leichte, dumme Kinderspäße, und nicht wirkliche Pupswitze. Der Humor für die Erwachsenen ist aber schonmal ansprechend - wird G-Force doch ein Actionspektakel voller Augenzwinkern? Ich werd's mir im Kino jedenfalls ansehen...
  • Bruckheimer verspricht für März einen G-Force-Trailer und einen für Der Zauberlehrling.
  • Über die Handlung verrät Bruckheimer auch endlich etwas: Nicolas Cage spielt einen Zauberer, der seit rund hundert Jahren durch die Welt reist, um seinen Lehrling zu finden. Jay Baruchels Figur zieht in einem New Yorker Zauberladen den Ring über, der nur dem geeignete Zauberlehrling passt... Nun müssen sich Cage und Baruchel zusammenraufen...
  • Bruckheimer engagierte Doug Miro und Carlos Bernard (The Great Raid - Tag der Befreiung und Prince of Persia) für das Drehbuch von National Treasure 3. Ob sie zusammen mit dem Duo Ted Elliott & Terry Rossio an dem Skript arbeiten werden, die vor kurzem noch für diesen Film angekündigt wurden, ist jedoch unklar. Ich hoffe es zumindest, da mit den beiden an Bord ein Aufwärtstrend innerhalb der Reihe gut möglich wäre.
  • The Lone Ranger wird vermutlich ein übernatürliches Element beinhalten. An diesem Projekt sind weiterhin, gemäß den ursprünglichen Ankündigungen, Ted Elliott und Terry Rossio als Autoren beschäftigt.
  • Pirates of the Caribbean 4 hat derzeit noch keine Story, da man sich noch darauf einigen muss, welche der vielen Ideen für diesen Film verwirklicht werden sollen.
Fazit: Ich will diesen Zauberlehrling-Trailer sehen! Sofort! Auf diesen Film kann ich mir bisher nämlich keinen Reim machen. Und mit Pirates 4 dürfen sie sich gerne viel Zeit lassen - gut Ding will Weile haben. Ganz besonders ein gutes Ding, auf dem so hohe Erwartungen meinerseits lasten.

Bruckheimers "Frauenfilm" soll Vorgeschmack auf "G-Force", "Prince of Persia" und mehr enthalten


... denn in jeder guten Einkaufstasche befinden sich auch ein paar Werbeflyer!

Mit der bald anstehenden Isla-Fisher-Romantic-Comedy Shopaholic betritt Jerry Bruckheimer für ihn bislang unergründetes Terrain: Den so genannten Chick Flic. Okay, da gibt es ja noch Coyote Ugly, doch mit seinen zu einem verflixt coolen Soundtrack Alkohol ausschenkenden, sich räkelnden, knapp bekleideten Bardamen zielte dieser Film ganz klar auch auf Teenagerjungs.
Shopaholic scheint dagegen ein waschechter Frauenfilm zu sein (sofern es sowas wie "Männer-" und "Frauenfilme" überhaupt gibt):



Wohl damit sich die mit reingeschleppten Männer nicht gleich mit dem Strohhalm im Colabecher die Augen ausstechen, versprach Blockbuster-Produzent Jerry Bruckheimer, gegenüber dem MTV Movies Blog, in seiner Produktion Shopaholic in einer Szene am Times Square die Poster von Prince of Persia: The Sand of Time, G-Force und weiteren seiner Produktionen zu verstecken.

Ist es ein interessanter Marketingtrick von zweifelhafter Moral oder ein pfiffiger Zuschauerservice? Mir ist es egal, denn ich werde nicht wegen der versprochenen Poster für andere Bruckheimerfilme ins Kino gehen (auch wenn michdas neue Poster für Prince of Persia schon sehr interessiert).

Stattdessen werde ich wegen des Films selbst eine Kinokarte lösen. Als ich vor Australia den Trailer auf großer Leinwand sah, wurde ich doch sehr neugierig, wie sich Actionproduzent Bruckheimer in diesem "Genre" schlägt.

Eine weibliche Alibibegleitung werde ich vielleicht dennoch mitschleppen. Und sei es nur, damit ich wen habe, dem ich zuvor von der Postersuche erzählen kann, damit ich triumphierend gegen ihren Arm klopfen kann, wenn ich sie entdeckt habe.
So bin ich halt...

Versteckte Werbung für kommende Produktionen des selben Produzenten ist in Hollywood noch nicht Gang und Gebe, dafür erlaubten sich manche Regisseure mit versteckten Details schon den einen oder anderen Spaß: So trinkt in Cloverfield ein Slusho-Getränk und jemand anderes trägt ein Dharma-T-Shirt, beides Anspielungen auf die beliebten TV-Serien Alias und LOST, aus der Feder des Cloverfield-Produzenten JJ Abrams. Quentin Tarantino (und sein Kumpel Robert Rodriguez) verstecken in ihren Filmen die fiktive Zigarrettenmarke Red Apple, und in Filmen von John Landis findet sich immer wieder ein Werbeplakat für den (erfundenen) Film See You Next Wednesday, der in jedem Landis-Film komplett anders dargestellt wird.

Legendär ist auch die scherzhafte Ankündigung eines Batman vs. Superman-Films für den 15. Mai 2010, die in I Am Legend zu sehen ist.

Was die Oscars nicht können, kann Venedig schon lange

Pete Docter, Andrew Stanton, John Lasseter und Joe Ranft (†) erinnern sich an Toy Story zurück (dieses Bild wurde auch im WALL•E-Teaser verwendet)

Während die Acadamy of Motion Picture Arts & Sciences wohl weiterhin Probleme damit hat einen Animationsfilm in eine Riege mit "normalen Spielfilmen" zu stellen, sind die Italiener ein Stück weit reifer: Die fünf "prominentesten" Pixar-Gesichter erhalten kommenden September während des Filmfestivals in Venedig einen Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk.

Die Regisseure aller bislang veröffentlichten abendfüllenden Pixarfilme, John Lasseter, Pete Docter, Andrew Stanton, Brad Bird und Monster AG- und Findet Nemo-Co-Regisseur Lee Unkrich (der mit Toy Story 3 solo Regie führen wird), stehen somit in einer Reihe mit Orson Welles, Charlie Chaplin, Francis Ford Coppola, Steven Spielberg, Woody Allen, Tim Burton und vielen anderen anerkannten Größen der Filmgeschichte.

Cinema Blend zitert den künstlerischen Leiter des Festivals, Marco Müller: "Lasseter trug nicht nur dazu bei dem Animationskino zu neuen Höhen als eine der großartigen, ausdrucksstarken Kräften des neuen Milleniums, zu verhelfen, er wurde zudem eines der Symbole für die wertvollste, lebhafteste und einfallsreichste Traditionen des hervorragenden Hollywood-Kinos."

Gratulation an die fünf Pixargenies. Auf dass sie ihre Erfolgsstrecke unbeirrt weiterführen.

Montag, 26. Januar 2009

Ist Seth Rogens Green Hornet erledigt?

Schon seit längerem ist eine Verfilmung von The Green Hornet geplant: Nachdem Kevin Smith 2004 versuchte eine Produktion auf die Beine zu stellen, versuchte sich letztes Jahr Seth Rogen an einem Drehbuch. Er wollte auch die Hauptrolle übernehmen und fand in Stephen Chow (Kung Fu Hustle, Shaolin Kickers) einen Regisseur und Nebendarsteller.

Doch Chow trat von dem Regieposten, oder eher vom Angebot diesen zu übernehmen, zurück und begann vor kurzem auch seine Nebenrolle in Frage zu stellen.

Ersatz konnte keiner aufgetrieben werden, so dass Cinema Blend vor kurzem meldete, dass der Drehstart dieses Jahr in ernste Gefahr geraten ist.

The Green Hornet startete 1936 als Radiohörspiel-Reihe über den titelgebenden, das Gesetz selber in die Hand nehmenden Verbrechensbekämpfer und wurde später auch als Film-Serial und Comicbuch bekannt. The Green Hornet war ursprünglich als Großneffe der Figur des Lone Rangers bezeichnet (beide Charaktere wurden von Hornet-Erfinder Fran Striker), eine Beziehung, die sich später durch den Verkauf der Lone Ranger-Rechte verkomplizierte.

Die derzeit geplante Lone Ranger-Verfilmung schreitet im Gegensatz zu The Green Hornet weiter vorran: Johnny Depp spielt dessen Sidekick Toto, Jerry Bruckheimer produziert und die Fluch der Karibik-, Die Maske des Zorro- und Shrek-Autoren Ted Elliott und Terry Rossio verfassen das Drehbuch.

Wenn die Green Hornet-Filmrechte demnächst weiterwandern sollten, bahnt sich ja vielleicht ein Crossover an...

Wenn Komiker Horror drehen: Smith wendet sich an "Project Greenlight", Apatow-Clan schreibt Slasher-Streifen


Mit Kevin Smiths düsterem Horrorprojekt Red State geht es endlich weiter. Nachdem sich die Weinsteins dazu entschieden das pessimistische Horrorskript nicht zu produzieren, begab sich Smith bislang erfolglos auf die Suche nach Investoren.

Nun meldet Cinema Blend in Berufung auf News Askew, dass sich ein paar der Köpfe hinter Project Greenlight nun ebenfalls darum bemühen werden zahlungswillige Interessenten zu finden.

Project Greenlight war eine Reality-Show, deren Grundlage ein Drehbuchwettbewerb war. Das Gewinnerdrehbuch wurde verfilmt. Die Show verfolgte die Auswahl des Drehbuchs und die Produktion des Filmes. Es gab bislang drei Staffeln (und somit drei Project Greenlight-Filme). An dem Projekt waren auch Matt Damon und Ben Affleck beteiligt, die ja bekanntermaßen Kumpels von Smith sind - die Realisierung von Red State sollte also ein wenig näher gerückt sein.

Nicht nur Kevin Smith versucht sich aus dem Komödiengenre zu befreien: Auch Judd Apatow plant einen Horrorfilm zu machen. Saturday Night Live-Autor Simon Rich schrieb in Apatows Auftrag das Drehbuch zu einem Slasherfilm, den Apatow-Stammschauspieler Bill Hader als eine Mischung aus Halloween, Kevin allein zu Haus, Straw Dogs und Monster Busters beschrieb.
Mehr zu diesem Projekt findet ihr hier.

Mehr zu Red State:

Ein paar kleinere "John Carter"-Updates


Es ist nichts weltbewegendes, aber AICN hat ein paar Neuigkeiten und Ergänzungen zu den bislang bekannten Informationen über John Carter of Mars:
  • Andrew Stanton über das Projekt: “It is huge, it is exciting, it scares the crap out of me. It’s either going to make me or break me.”
  • Nicht nur Andrew Stanton wird für diesen Film zu Disney "wechseln", er wird auch sein komplettes Kreativteam mitnehmen.
  • Statt eines stilisierten Designs wird der John Carter-Film sehr realistisch sein, da sich Star Wars und viele andere Sci-Fi-Filme so sehr an John Carter bedienten, dass in Stantons Augen eine solche Version nicht mehr funktionieren würde. Stattdessen will er nun eine beeindruckend realistisch aussehende Fassung drehen.
  • Er möchte keinen 3D-Film daraus machen, rechnet aber damit von Disney dazu gezwungen zu werden.
  • Die Figur von John Carter wird ein Soldat des Bürgerkriegs bleiben, so wie in der Vorlage.

Wie gesagt, es sind keine großen Neuigkeiten, aber immerhin etwas. Dass Stanton sein Team mitnimmt ist definitiv erfreulich, ebenso wie die Vorlagentreue. Und was die 3D-Sache angeht, hoffe ich für Stanton, dass er sich durchsetzen kann. Ansonsten werde ich den Film zuerst in 2D sehen, um seiner Vision treu zu bleiben.

Sonntag, 25. Januar 2009

Andrew Stanton spricht über die symbolhafte Bedeutung von EVE und die Ausgrenzung des Animationsfilms

Achtung! Dieser Beitrag enthält Spoiler über das grandiose Pixar-Meisterwerk WALL•E!

WALL•E und die Frau aller Frauen: EVE

WALL•E ist ein Film, dessen künstlerischen und intellektuellen Anspruch ich hier nicht oft genug loben kann. Wie Andrew Stanton es gelang in eine unschuldige, liebenswürdigen Romanze angebrachte Sozialkritik einzubauen und hinter der unglaublich unterhaltsamen Fassade dieser Sci-Fi-Geschichte einen Gedankenkomplex zu errichten, der selbst den engstirnigsten Kultrbanausen davon überzeugen müsste, dass Trickfilme und Filme mit niedriger Jugendfreigabe nicht automatisch Kinderfilme sind.

Bereits in meiner ausführlichen Rezension analysierte und interpretierte ich einige Sequenzen und Konstellationen in WALL•E und bezeichnete die im Film getätigte Darstellung der Beziehung zwischen WALL•E und EVE als die perfekte, reine Liebe und übergreifendes Bild für eine ideale Liebesbeziehung.

Durch sein lesenswertes Interview mit der Newsweek-Journalistin Sarah Ball goss Andrew Stanton weiteres Öl in das Feuer meiner brennenden Leidenschaft für seine vorzügliche Regie- und Autorenarbeit. Stanton erläutert im Interview welche Überlegungen er bei der Gestaltung von EVEs Charakter anstellte und deutet die Symbolfunktion der Roboterdame.

Auf die Frage danach, was EVE, die auf alles mögliche schießt, feminin mache, antwortete Stanton:

"Ich versuchte bloß emotional und vom Temperament her einzufangen, wie ich stets als das Wesen einer Mann-Frau-Beziehung gesehen habe. Zumindest aus meiner eigenen Erfahrung heraus -- und ich bin ein Nerd. Ich war stets geschockt und wartete immer darauf, dass das Gegenüber das Eis brechen würde, dass ein Mädchen mich jemals ansprechen würde, geschweige denn mich zu heiraten.
Sie [die Frauen] schienen für mich immer eine Kraft innezuhalten, und von meiner Mutter über meiner Frau bis hin zu meiner Tochter, jedesmal wenn ich wirklich versuche sie zu verstehen, und denke, dass ich sie [nun] festgenagelt habe, dann bezahle ich dafür. Dort ist einewechselhafte Seite, doch mysteriöserer Natur, an Frauen, die sie, wie ich finde, so attraktiv macht. Und ich glaube das ist es, was ich liebe: Kerle scheinen nie zu wissen, wenn sie zu nahe kommen und eine Grenze überschreiten, und dann kommt das Temperament zum Vorschein.
Das ist wirklich, wovon die Pistole [von EVE] handelt, davon dass WALL•E nicht weiß wo die Grenzen bei einer Frau sind.
Denn Männer wissen das genauso wenig. Männer stolpern einfach darüber und finden es durch eigene Erfahrungen heraus. Und entweder überleben sie es, oder sie tun es nicht.
Es war tatsächlich eine Metapher dafür."

Weiter erklärt Stanton, dass EVEs hochtechnisiertes Design und das Verdecken ihrer Mechanik sie geheimnisvoll und hübsch machen sollte. Nicht unbedingt auf die selbe Weise, wie ein Mensch jemanden sieht, sie solle viel mehr für einen Roboter hübsch sein. Und dass EVE schwebt und sauber bleibt, während WALL•E sich auf dem Boden bewegt und schmutzig wird, seien recht konventionelle Bilder für die verschiedenen Geschlechter, die auf der obersten Ebene des Films funktionieren sollen (wohl im Gegensatz zu den etwas tiefgründigeren Gedanken, wie etwa die hinter der Laserkanone EVEs und ihrem Design).

Stanton spricht im Interview auch darüber dass viele Leute Animationsfilme noch immer als etwas anderes, spezielleres sehen und er sich wünscht, dass das Publikum eines Tages die Frage nach dem medium mit "Es ist mir egal" beantwortet.

Da kann ich ihm beipflichten: Spielfilme und Animationsfilme (egal welcher Art) sind einfach zwei verschiedene Herangehensweisen, sie sind anders, aber nicht verschiedener Wertung. Egal ob mit Darstellern, am Computer animiert oder per Hand gezeichnet, oder mit der Stop-Motion-Technik: Der Künstler soll das Medium wählen, das er am besten beherrscht oder für das Material am angebrachtesten findet.

Ein wenig taut das Publikum ja mittlerweile auf. Durch die guten Pixarfilme und die immerhin unterhaltsamen Dreamworksfilme lernten einige, dass Trickfilm nicht gleich etwas für Kinder sein muss. Unterschieden wird dennoch, wie ich letztens wieder in einer Diskussion feststellte, als ich WALL•E und EVE als mein liebstes Filmpaar bezeichnete. Mein Gegenüber, der sich einige jüngere Animationsfilme mehrfach ansah und sie auch begeistert aufnahm, war trotz seines Verständnisses des Trickfilms als "Erwachsenenmedium" ziemlich erstaunt und sah das ganze freakig an. Das beste und romantischste Paar ist doch nicht etwas animiertes, also, da müsse man doch schon was mit richtigen leuten wählen.

Dabei sprach ich ja nicht vom "hübschsten" oder "geilsten" Paar, sondern vom romantischsten und besten Filmpaar. Entscheidend dafür ist doch die Geschichte und wie sie umgesetzt wurde. Ob nun mit Darstellern oder animiert, und ob es nun Menschen, Tiere, Roboter oder abstarkte Kleckse sind, spielt doch keine Rolle. Man kann bestimmt manche Paare besser oder romantischer finden als WALL•E und EVE, wenn man denn unbedingt möchte, aber da erbitte ich mir eine romantischere Geschichte, die überzeugender vermittelt wird. Und kein Argument über die Produktion des Films.

Bis Stantons Wunsch sich erfüllt, ist es also leider noch etwas hin, einige Vorurteile sind aber schonmal erledigt.

Das komplette Interview mit weiteren Aussagen über die Unterscheidung zwischen Real- und Animationsfilm findet ihr hier. Dort spricht Stanton auch nochmal über Filmpreise und den Oscar (das Interview fand jedoch vor Bekanntgabe der Nominierungen statt). Außerdem verneint Stanton erneut eine Findet Nemo-Fortsetzung.
Er sei nicht gegen Fortsetzungen an sich, nur eignen sich nicht viele Geschichten dazu.
"
Ich habe zudem diesen künstlerischen Stolz. Ich möchte nicht, dass mein Enkel zu mir kommt: 'Opa, hast du Nemo 1 oder 2 gemacht?' Das würde mich umbringen."

Weitere lesenswerte Artikel:

Skandal! Pilawa schürt Vorurteile über Jugendliche! Keinen interessiert's, alle reden über Sch...

Auch Pilawa hat es drauf: Ja, hier, mein Lieber! Dass muss man sich erstmal vorstell'n! (Foto: NDR)

Okay, die Überschrift übertreibt maßlos. Die traditionell einmal im Monat stattfindende Schelte des Feuilletons, der Kultur- und Unterhaltungsjournalisten und der Boulevardpresse blieb Wetten, dass...? diesen Monat tatsächlich mehr oder minder erspart. Vor Lob überschlägt sich zwar nun auch kaum jemand, doch der Gruntenor ist, dass gestern eine recht solide Ausgabe über die Bildschirme flimmerten und nur die andauernden Anspielungen auf das in der privaten Konkurrenz laufende Dschungelcamp-Finale unnötig waren. Nur ein paar Stimmen hacken (neben den stetigen Kritikpunkten) dann doch auf dem offensichtlichstem herum, was die Wetten, dass...?-Ausgabe zu bieten hatte: Die Tierkot-Wette, in der zwei Tierpfleger die Fäkalien von 33 Tieren nur am Geruch erkannten, bekommt hie und da ein paar harmlose Sticheleien ab (etwa beim Stern und der Welt) und ausgerechnet die so genannte "Zeitung" mit vier Buchstaben spielt den Moralapostel und gibt sich erbost. Da kommt die Kritik ja von genau dem richtigen...

Ich habe die Wetten, dass...?-Folge von gestern erst heute morgen gesehen (gelobt seien die Aufzeichnungsgeräte), und fand sie recht okay. Die vom letzten Monat (mit Hugh Jackman als Show-Azubi) fand ich witziger, aber dieses Mal waren endlich wieder alle Wetten gut und Gottschalk moderierte zwar nicht wie zu seinen Bestzeiten, aber für sein Niveau war es gestern gehobene Mittelklasse ("33 Sorten von Scheiße, damit füllt 9 live sein ganzes Programm"), was noch immer das Vielfache von dem Wert ist, was alle Marco Schreyl, Johannes B. Kerner und Stefan Gödde dieser Welt zusammengerechnet leisten.

Und die Tierkot-Wette wurde bei weitem nicht so skandalträchtig und ekelhaft inszeniert, wie man es zu befürchten hatte. "Geschmackvoll" möchte ich in diesem Zusammenhang nicht sagen, doch hier bewiesen Tierpfleger, was sie in ihrem Beruf mit der Zeit so mitbekommen (dass für die Sendung wahrscheinlich dennoch etwas Übung notwendig war, ist ja klar). So lange ich mich nicht im selben Raum wie die 33 Kackehaufen befinde, finde ich das nicht wirklich ekelhaft, auch wenn ich jedes Mal wenn die Kandidaten beim schnuppern immer näher an den Haufen kamen schon mitfühlenderweise zusammengezuckt bin. Der arme Kandidat, noch 2mm und er hat die Nase in einem Giraffenhaufen oder einer perfekt geformten Kugel, die mal aus einem Flusspferd rollte...

Worüber sich aber niemand aufregte, war Jörg Pilawas Erzählung von seinem Operation Walküre-Kinobesuch.
Der am Samstag wohl unter der Sonnenbank eingeschlafene ARD-Moderator erzähte nämlich, dass er den Film in einem kleinen Kino in seiner Nähe angesehen hat, und dass vor ihm ein Herr saß und hinter ihm ausgerechnet Jugendliche, die natürlich rumgeredet haben. Im Tonfall Pilawas und seinem Gesichtsausdruck konnte man klar und deutlich ablesen, wie er den Satz weiterdachte: ", weil sich Jugendliche ja alle daneben benehmen, wenn sie im Kino sind. Drecksbrut!"

Pilawa erklärte danach weiter, um sich wieder schön standesgemäß bei dem anwesenden Tom Cruise einzuschleimen, dass nach der ersten Szene aber Ruhe herrschte und er es klasse findet, dass die Jugendlichen von heute dank Tom Cruise erstmals in Kontakt mit der Thematik Drittes Reich, Nationalsozialismus und Stauffenberg kommen.

Zunächst einmal: Was soll das denn? Natürlich haben die Jugendlichen sich daneben benommen... Es gibt ja nur zwei Sorten von Menschen im Kino: Die, die sich benehmen und die Jugendlichen. Natürlich könnte Pilawas Tonfall nur etwas unglücklich ausgefallen sein, nur stürzen sich die Journalisten doch auf jede Lappalie bei Wetten, dass...?, wenn Pilawa jedoch alle Jugendlichen über einen Kamm schert und ihnen unterstellt sich nicht benehmen zu können, ist das in Ordnung...
Um das Mal klar zu stellen: Natürlich hatte ich schon viele nervige Jugendliche im Kino erlebt, doch ich habe viel mehr Jugendliche erlebt, die sich benommen haben. Und ältere Menschen benehmen sich im Kino auch öfters daneben.

Und zweitens: Äh, was?! Jugendliche kommen nur durch Tom Cruise mit der NS-Zeit in Kontakt? Wo lebt denn der Pilawa?! Das Gegenteil ist der Fall, der deutsche Schulunterricht ersäuft geradezu in diese Thema, jahrelang wird ihnen eingebläut, wie dunkel dieses Kapitel unserer Geschichte war - was bei manchen Schülern den gegenteiligen Effekt hat. Statt es einmal oder zweimal richtig zu besprechen, wird in vielen Schulen ununterbrochen hohl über diese Zeit dahingequakt.

Aber wer bin ich schon, Pilawa in Frage zu stellen. Wenn er sagt, dass alle Jugendlichen gleich sind, sich nicht benehmen können und keine Ahnung von Nazis haben, dann ist das so. Alte Menschen sind übrigens auch alle gleich: Letztens habe ich im Kino eine alte Frau gesehen, die das gepiercte, mit seinem Handy spielende Kartenverkäufer-Mädchen mit dem Hitlergruß begrüßte und eine Karte für den Stauffenberg-Film verlangte, bevor sie vor sich hinstammelte: "Ich kannte den Führer ja noch persönlich, ein lieber Kerl. Er hat mir richtig dolle in den Hintern gekniffen, weil er mich flott fand... Naja, ich müsste mich eigentlich weigern diesen Film über den Verräter Stauffenberg zu sehen, aber ich habe gehört, dass er von diesem Tom Krusewitz gespielt wird und deshalb auch so unsympatisch rüberkommt, wie er in Wahrheit war. Vielleicht stellt der Film unseren Führer ja auch richtig dar..." Mal sehen, wer das jetzt für bare Münze nahm...

Und nochwas: Auf der Wetten, dass...?-Couch hieß es, Operation Walküre wäre der erste Hollywood-Film, der darauf verzichtet alle Deutschen als Nazis darzustellen und auch die guten Menschen beleuchtet. Schindlers Liste ist demnach kein Hollywoodfilm mehr?

Samstag, 24. Januar 2009

Jonathan Nolans Reaktion auf die Oscar-Nominierungen

Jonathan Nolan, Co-Autor von Prestige und The Dark Knight und Bruder von Christopher Nolan, veröffentlichte auf The Dark Campaign seine Reaktion auf das Fanengagement für eine Oscar-Nominierung von The Dark Knight in der Kategorie "Bester Film" und die Entscheidung der Acadamy. Er bedankt sich für die Mühe der Fans und schreibt weiter:

"Ich war, genauso wie ihr, enttäuscht, dass Chris keine Anerkennung [bei den Oscar-Nominierungen] bekam, dass aber Heath und so viele Leute, die hart an dem Film gearbeitet haben nominiert wurden ist aufregend.

Jede Nominierung für einen Comic-Film ist eine wunderschöne Sache, egal wie man es dreht und wendet, und das nimmt dem ganzen ein wenig seinen Schmerz. Abgesehen davon, ich war bereits bei der großen Show [der Oscar-Verleihung], und wie viele dieserlei Dinge ist es ein wenig enttäuschend. Wusstet ihr, dass es nichtmal eine Bar geöffnet ist, wenn die Show erstmal anfängt?
[...]
Der beste Teil an dieser ganzen Erfahrung ist es zu sehen, dass andere Leute ebenso passioniert an den Film herangehen wie wir es taten. Es war eine wirklich unglaubliche Erfahrung. Also vielen Dank nochmal."

[gefunden via /Film]

Jonathan Nolan wurde zusammen mit seinem Bruder Christopher für das Drehbuch von Memento für einen Oscar nominiert. Er ist auch der Verfasser der Grundlage zu diesem Film, der Kurzgeschichte Memento Mori und schrieb das Drehbuch zu Terminator: Die Erlösung.