Sonntag, 31. Mai 2009

Gratulation: "Oben" legt drittbesten Pixar-Kinostart hin

Ein Computeranimationsfilm über einen alten, mürrischen Quadratschädel, der mit seinem Haus nach Südamerika fliegt und dabei von einem kleinen Pfadfinder begleitet wird, kann einfach kein Erfolg werden. Und wenn das die filmerfahrenen und sich niemals irrenden Experten aus der Finanzwelt sagen, dann muss das so sein.
Und tatsächlich: Oben feierte an seinem Startwochenende keinen Erfolg. Er feierte einen großen Erfolg! Mal wieder wurde bewiesen, dass sich die Leute an der Wall Street nicht irren können!

Aber Mal ernsthaft: Wann sehen die Leute endlich ein, dass Pixar selbst mit solch massenunkompatiblen Themen wie kochenden Ratten oder anspruchsvollen Roboterromanzen vor distopischem Hintergrund Erfolge feiern kann? Und wieso wird ein lustiges Abenteuer über einen liebenswert-grummeligen alten Mann in die selbe Kategorie gesteckt?

So oder so, jetzt werden die Unken mit dem rufen aufhören müssen, denn Oben spielte an seinem US-Startwochenende laut Nikki Finke circa 68,2 Mio. Dollar ein und platziert sich somit hinter Die Unglaublichen (70,4 Mio. Dollar) und Findet Nemo (70,2 Mio. Dollar) auf Platz drei in der ewigen Hitliste der Pixar-Startwochenenden.
Wie Finke meldet, überflügelte Oben somit frühe Schätzungen, die sich zunächst auf maximal 55 Millionen beliefen. Dann jedoch erwies sich Oben als riesiger Renner in Matinee-Vorstellungen und konnte sein Einspielergebnis ordentlich aufplustern. Das Kinopublikum bestand Stichproben zu Folge zu 31% aus Kindern im Alter von 2 bis 11 Jahren, die restlichen 69% des Publikums setzten sich zu gleichen Teilen aus allen Zielgruppen (Jugendliche, Erwachsene, Rentner) zusammen.

Gratulation an Pete Docter und die restliche Produktionscrew von Oben! Und da Toy Story 3 ein garantierter Erfolg ist (und wir 2010 zum ersten Mal seit Jahren keine "Pixar wird erstmals scheitern!"-Rufe zu erwarten haben), steht Pixars Erfolgsrechner bereits bei "11 von 11".

Mehr dazu:

Last Action Hero

Man nehme Action-Regisseur John McTiernan (Predator, Stirb langsam) und Action-Ikone Arnold Schwarzenegger und lässt sie gemeinsam die typischen 80er-Actionfilme über Cops, die ihre eigenen Regeln machen (wie etwa Lethal Weapon) parodieren. Und um das Paket abzurunden, steuert Michael Kamen (Brazil, Lethal Weapon-Reihe, Robin Hood: König der Diebe) die Hintergrundmusik ab, während AC/DC den Titelsong schreibt.

Was kann da schon schiefgehen?
Zwei Worte: "Kinderdarsteller" und "Familienpublikum"!

Im Gegensatz zu vielen anderen Kritikern und Filmfans finde ich die Grundidee, eine Actionparodie nicht einfach so hinzustellen, sondern in die Geschichte eines filmvernarrten Kindes, welches mittels einer magischen Kinokarte in die Welt eines stupiden, übertriebenen und an den Haaren herbeigezogenen Actionfilms gesaugt wird, an und für sich ganz smart. Das hebt Last Action Hero von üblichen Parodien ab und ermöglicht pfiffige Interaktionen zwischen der Filmwelt und der realen Welt. Tatsächlich nutzt Last Action Hero an manchen Stellen diese Chance, etwa wenn der aus unserer Welt stammende Junge dem von Schwarzenegger verkörperten Cop Jack Slater beweisen möchte, dass alles nur ein Film ist, indem er auf die Jugendfreigabe des Films hinweist und ihn bittet ein Schimpfwort vorzulesen.

Jedoch stellt sich Last Action Hero mit seinem kleinen Protagonisten selbst ein Bein: Der kleine, zwölfjährige Danny ist eine vorlaute, naseweise und quäkende Nervensäge und sein Darsteller (Austin O'Brien) spielt viel zu dick auf, klingt unnatürlich (und dabei ist er über weite Teile des Films das einzig "echte" im Streifen) und zeigt hier keinerlei Charisma. Oder umgekehrt - das ist bei diesem Kind schwer zu trennen.

Vor allem riecht die Besetzung und charakterliche Gestaltung des kleinen Rotzbengels verflixt nach einer Anbiederung ans Familienpublikum. Last Action Hero wollt's zu vielen Recht machen: Verfolgungsjagden und Explosionen (plus Schwarzenegger) für die Jugendlichen und Erwachsenen, der ach-so-witzige und soooo-sehr-einen-an-sich-selbst erinnernde Danny für die jüngeren Jugendlichen. Dass die Parodie auf Lethal Weapon und Co. selbst eine niedrigere Freigabe (PG-13 bzw. FSK ab 12 statt R-Rating bzw. FSK ab 18/ 16) hat, ist dabei ein eher sekundärer Problemfall. Sicherlich hätte man mit einer Parodie im R-Rating-Bereich ein paar Knalleffekte mehr einbauen können, andererseits reicht ein PG-13 völlig aus. Und eigentlich hätte es sogar für ein paar Steilvorlagen nützlich sein können ("Wieso fliegt dem Kerl nicht der Kopf ab, das klappt doch sonst auch immer?!" -"Dieser Teil ist ab 12, damit das Studio die Kosten schneller einspielt.").
Viel schlimmer als die Jugendfreigabe ist nämlich der schleimerische Familieninhalt. Je zentraler Danny ins Geschehen rückt, desto stärker geraten die parodistischen Elemente ins Hintertreffen, und umso mehr verwandelt sich Last Action Hero in eine halbgare, alberne Familienkomödie nach Schema F ("Witziges, kluges Kind, das noch etwas lernen muss, gerät dank Magie in ungewöhnliche Situation. Rührende Szenen und peinliche, misslungene Versuche die Kinder 'auf ihrem Niveau' anzusprechen vermögen sind darin inbegriffen"). Vor allem der Schluss mutet mehr nach abgelehntem Drehbuch für einen "Disney Channel Original Movie", als nach kongenialer, absichtlich übertriebener Actionkomödie/-parodie an und lässt sich nur durch zünftiges Augenrollen überstehen.

Nach mehrmaligem Anschauen wird es allerdings kurioserweise immer leichter über die Mängel von Last Action Hero hinwegzusehen und seine albernen, und direkt in den Kern der Polizisten-Actionfilme treffenden, Gags zu lieben. Natürlich könnte es viel mehr davon geben, doch die grandios übertriebenen Szenen sind, wenn man sich auf sie einlässt, extrem witzig, und auch der Ausflug in die reale Welt ist trotz zahlreicher Anflüge von weniger willkommener Albernheit und Klischeebalast (hier nicht mehr als Parodie) zuweilen ganz unterhaltsam.

Last Action Hero ist zwar viel schlechter, als er sein könnte, jedoch zugleich viel besser, als ihn viele seiner Kritiker darstellen. Für simple Unterhaltung und augenzwinkernde Reflektion des Actiongenres ist der letzte Actionheld jedenfalls ganz gut geeignet.

Weitere Rezensionen:

Samstag, 30. Mai 2009

Alestorm: Black Sails at Midnight

Alestorm ist zwar nicht gerade eine Band mit überschaubarer Mannschaftsgeschichte, doch der Kapitän (beziehungsweise Sänger Christopher Bowes) und sein ehrfurchtgebietenes Klangschiff blieben stets die selben. Ebenso blieb Bassist Dani Evans der Band seit er schanghaied und in Alestorms Dienste gestellt wurde der verflucht( gut)en Metal-Piratencrew treu, bloß wanderte er vom Bass ab zur E-Gitarre, während nun ein auf dem Schotten-Schoner gelandeter Ire den Bass zupfen darf.

Was ist sonst so neu, auf der zweiten Langspielplatte der piratigsten Power-, Trash- und Folk-Metal-Band der sieben Weltmeere?
Am markantesten an Black Sails at Midnight, dem bereits zweiten Album der Rockerpiraten, ist wohl, dass die Truppe zwischen der (enttäuschenden) EP Leviathan und dem neusten Werk offensichtlich einen Musikinstrumente verschiffenden Handelsfrachter überfielen: Die übliche Auswahl aus E-Gitarre, Keyboard, Schlagzeug und Bass wird jetzt durch eine irische "Tin Whistle", einem Dudelsack, einer Violine und, einer Posaune und zwei Trompeten verstärkt, was den neuen Titeln wahlweise eine folklorische Würze und einen offensichtlicher an große Soundtracks erinnernden Bombast verleiht.

Dadurch (und dank mehr als seefestem Songwriting) vollbringt die Alestorm-Crew mit Black Sails at Midnight das lobenswerte Kunststück auf der einen Seite ein abwechslungsreiches Album abzuliefern, das nicht einfach vom fantastischen Erstling abkupfert, auf der anderen Seite jedoch ihren Fans genau das liefert, was sie erwarten. Alestorm segelt sozusagen auf den dieser rauen Truppe altbekannten Seewegen, vollführt in den entscheidenden Seeschlachten dafür jedoch so manch neue Kampftechniken und schreckt nicht davor sich zurück die frisch erbeuteten Säbel und Enterhaken mit musikalischem Blut zu beschmutzen. Denn Alestorms Stärke, sich mit sturmerprobt festem Schritt durch die verschiedensten musikalischen Subgenres zu metzeln und alles zu nehmen, was diese Piraten kriegen können, kommt auf diesem Album erneut zum Vorschein:
Black Sails at Midnight
vereinigt die Schnelligkeit und Eingängikeit von Power Metal, die Wildheit von Thrash Metal, den charmanten Anachronismus von Folk Metal und hie und da auch rockige Leichtigkeit miteinander und vereint es zu einem melodiösen, harten, piratenstarken und spaßigem Gesamtpaket. Partysongs und atmosphärischere, ernstzunehmendere Stücke, moderne Titel mit Piratenthema und "echte" Piratensongs (die halt rein zufällig auf die Hilfe von Elektrizität zurückgreifen können), wo Alestorm in ihrer Rolle drin sind, sind auf Black Sails at Midnight gut gegeneinander aufgewogen und werden jeden Alestorm-Fan glücklich stimmen. Und vielleicht gewinnt Alestorm mit dem neuen Album auch wieder einige Fans dazu. Vor allem auf Festivals können die Piraten ab jetzt noch mehr auftrumpfen als noch 2008, schließlich ist ihr ganzes Repertoire jetzt nicht mehr in weniger als einer Stunde runtergespielt.

Die Tracks:

1. The Quest
We sail the endless oceans / we sail the raging sea / The quest is neverending / It leads us to destiny
Mit The Quest findet Alestorm einen tollen Einstieg in das zweite albumgewordene Seefahrtabenteuer. Ähnlich wie bei den Eröffnungstracks des Debütalbums nehmen die Schotten (und der neu dazugewonnene Ire) ihre Rolle hier ernst und erzählen von ihrer unendlichen Seefahrermission. Zwar reicht The Quest nicht ganz an den Energie geladenen Bombast von Over The Seas und Captain Morgan's Revenge heran, dafür gewinnt der im Aufbau stark an typische lange Titel des Viking Metals erinnernde (nur halt mit Piratenthematik versehene) Eröffnungssong des neuen Albums bei mehrmaligem Hören immer mehr am "Instant Cult"-Faktor. Der klare Aufbau und der eingängige, die Quest sehnsüchtig und zugleich beklagend besingende Refrain verleihen The Quest eine zeitlose Qualität, die ihn bei Liveauftritten mitunter zu einem Alestorm-Flagschiff machen könnten.

2. Leviathan
His eyes shine like the raye of morning / His mouth is a burning flame
Leviathan ist einer von zwei Songs, die Alestorm von der Anfang des Jahres erschienenden EP übernommen haben. Die EP gefiel mir ja nicht so wirklich, weshalb ich sicher auch ganz gut ohne diesen Song und Wolves of the Sea ausgekommen wäre, allerdings ist ein Album mit zwei Schwachpunkten unter zehn Songs noch immer sehr stark - und auf Captain Morgan's Revenge habe ich ja auch nicht alle Lieder gleich gemocht.
Mittlerweile kann ich mich zwar etwas besser mit diese Song abfinden, jedoch ist das fast sechsminütige Lied über das gefürchtete Seemonster weiterhin eine der meiner Meinung nach schwächeren Alestorm-Nummern. Zu wenig Energie, zu viel "dunkle Stimmung"-Gemache, dunkles Gemurmel statt piratig-rauem, aber weiterhin wohlklingendem Gesang.

3. That Famous Ol' Spiced
A beverage to rival the Huntmaster's draught / The mere smell of which, the Gods would entice / And them that know call it that Famous Ol' Spice
Wenn sich Freibeuter gerade nicht auf hoher See befinden, dann saufen sie in einer kleinen Spelunke. Kein Wunder also, dass ein gewisser Promillesatz Prozentsatz von Alestorm-Songs Kneipen und/oder Alkohol gewidmet sein müssen, darunter That Famous Ol' Spice. Statt der gemütlich-heiteren Kneipenstimmung der Saufsongs auf dem letzten Album schleudert uns die Schottische Metalmannschaft hier allerdings ein knüppeldickes Stück mit bombastischen Synthieklängen und agressiv hyperaktivem Schlagzeugeinsatz entgegen, das nur im Saufabend kompatiblem, mitgröhlbarem und vor allem zum Alkohol herbeigröhlen geeignetem Refrain und dem angetrunkenen Finale nicht wie ein Kampflied, sondern nach Kneipensong klingt. Die trunkene Aggressivität mit spaßigem Mitgröhl-Refrain von That Famous Ol'Spice braucht ein paar Eingewöhnungssekunden, vor allem weil die Melodieführung außerhalb des Refrains recht komplex ist, aber danach verwandelt es sich zu einem der stärksten Vertreter dieses Albums. Eine ungewöhnliche Mischung aus spritzig und reindonnernd. So, wie ein guter Schuss vom berühmten Ol'Spiced...

4. Keelhauled
Make that bastard walk the plank / With a bottle of rum and a yo ho ho
Mit Keelhauled erreicht das Album selbstironische Gewässer: Der Song handelt davon, dass der Kapitän einen Verräter in seiner Crew ausfindig gemacht hat, der es verdient hat erschossen zu werden. Da der Kapitän allerdings kein grausamer Mann ist, wird die Mannschaft erstmal etwas Spaß mit der stinkenden Qualle haben...
Keelhauled ist ein rasantes, spaßiges Stück das sehr starke Verweise auf Folk Metal inne hat und eine Violine zwischen die ganzen harten Männerinstrumente packt, dabei jedoch das Tempo im Laufe des Songs enorm anschraubt und zum wilden rumpogen (mjam... Rum...), wild durch-die-Gegend-zappeln oder einfach nur laut mitgröhlen einlädt. Eine Instrumentaleinlage kurz vor Schluss, die erst sehr folkloristisch und langsam beginnt und dann nochmal ordentlich aufdreht rundet das Lied perfekt ab und schon haben wir den idealen Song zur beliebten Bestrafungsmethode.

5. To the End of our Days
It seems I'Ve found a reason to live / As I stare at my grave
Ungewohnt melancholische Klänge und komplexe Töne schlägt Alestorm in dieser Piraten-Metal-Ballade an, die einen weniger spaßigen oder abenteuerlichen Blick auf das Seefahrerleben wirft. Dank des schwermütig-männlichen Refrains wird To the End ouf our Days sicherlich einen Stammplatz gegen Ende einer zünftigen Piratenmetalparty finden.

6. Black Sails at Midnight
Out of the darkness they came / With cannons a raging and torches aflame / Slaying all poseurs who stand in their way
Auf dem Debütalbum zeigten mit Death before the Mast und Terror on the High Seas zwei Songs besonders starke Thrash Metal-Einflüsse. Sie waren schneller und wilder als die episch-melodischen, härter und offensiver als die Party-Saufsongs der Band. Auf dem neuen Album ist der Titelsong eine solche Nummer, allerdings ist der Song über eine mörderische Crew eines Schiffs mit schwarzen Segeln stärker "in character" als die etwas anachronistischen Thrash-Songs auf der letzten Langplatte. Außerdem ist Black Sails at Midnight etwas komplexer Geschrieben und bringt verschiedene musikalische Ideen in seinen 3 Minuten 30 Sekunden unter, als die zwei Songs vom Debütalbum. Das macht ihn nicht unbedingt besser, da so etwas von der willkommenen Einfachheit und der simplen Energie von Death before the Mast und Terror on the High Seas fehlt, schlechter ist er allerdings dank seiner vollgepackten, kraftvollen Art auch nicht.

7. No Quarter
Sollten Walt Disney Pictures und Jerry Bruckheimer mit dem Soundtrackalbum von Pirates of the Caribbean 4 verstärkt Metalfans ansprechen wollen, so hat Alestorm mit No Quarter die perfekte Referenz, um sich für einen Bonustrack zu bewerben. Mit simplerem Arrangement und weniger übereinander gelegten Melodien spielte die Ur-Fassung von Alestorm dieses instrumentale Stück bereits unter dem Namen Battleheart und jetzt gibt es mit aufgedrehter Energie und aufwändigerem, besserem Arrangement das ganze nochmal zu hören, sozusagen ind er Luxusvariante. No Quarter ist das energiereiche, megaschnelle Kind von Power Metal und Filmsoundtrack, inklusive geschickt eingearbeitetem, sehr rockigem Metalcover von He's a Pirate. So haben Cover und Remixes des Fluch der Karibik-Erkennungsthemas auszusehen, lieber Herr DJ Tiesto!
(Dass No Quarter mein absoluter Lieblingstrack des Albums ist, muss ich in dem Zusammenhang wohl kaum betonen, oder?)

8. Pirate Song
Those memories were brought with the lives of good men / A price that I paid without scruple
Im simpel betitelten Pirate Song nimmt uns Alestorm mit auf die abenteuerliche und abwechslungsreiche Seereise eines auf sein Piratenleben zurückblickenden, nichts bereuenden Seebären. Der nur 4 Minuten laufende Song besticht mit seiner sehr abwechslungsreichen Melodieführung. Es gibt einen sehr einfach aus Seemannsgarn gestrickten Underliner, der die sehr unterschiedlichen Strophen, den Refrain, die Bridges und die Instrumentalstellen miteinander verbindet und zu einem kompakten, in sich stimmigen Paket aus Piratenmemoiren und Metal-Subgenres verbindet. Sozusagen das musikalische Gesamtangebot von Alestorm in einem einzigen, kleinen Dingi. Großartig!

9. Chronicles of Vengeance
Sold out, betrayed / Attacked, besieged / Outcast, accused / Honour, refused
Chronicles of Vengeance erzählt im an den Titelsong des Debütalbums erinnernden Stilmix aus Metal und epischem Soundtrack ein weiteres Seemannsgarn, hier über einen auf See nach Rache dürstendem Piraten. Erneut ist das eine ganze Geschichte erzählende Stück das längste des Albums, was vor allem den bombastischen Instrumentalstellen zu verdanken ist. Die Gesangsparts sind textlich und melodisch (dem Rachethema angemessen) am Anfang düsterer als beim "Vorbild" Captain Morgan's Revenge, gegen Ende des Songs nimmt dagegen die abenteuerliche, an Swashbuckler-Soundtracks angelehnte Farbnote überhand. Ein wirklich sehr gutes Monstrum an Piratenmetal.

10. Wolves of the Sea
With a hii hii hoo and a hii hii hey!
Ich find's noch immer so lala.

Fans, die gerne etwas mehr ausgeben wollen, können sich übrigens auch das limitierte Digipack holen, dem eine DVD mit Alestorms Liveauftritt auf dem Wacken Open Air 2008 beiliegt (sowie, wenn man direkt beim Publisher bestellt, eine Alestorm-Flagge).
Da ich allerdings das Cover der Single-Edition besser finde und es sich besser ind die anderen Alestorm-Titelbilder einfügt, habe ich auf den Kauf verzichtet. Die Songs habe ich ja schon auf CD, und Alestorm hat ja nicht gerade eine besonders aufwändige Bühnenshow... Da hol ich mir lieber die Version mit hübscherem Cover.

Fazit:

Alestorm hat mit Black Sails at Midnight wirklich alles richtig gemacht. Die Band blieb sich beim zweiten Album treu und schaffte es dennoch ein abwechslungsreiches, dem fantastischen Erstling ebenbürtiges Nachfolgealbum zusammenzustellen. Von den zwei von der EP bekannten Ausrutschern abgesehen (von denen Leviathan ja eigentlich ganz nett ist, nur halt nicht so stark, wie es bei seiner Länge sein sollte) ist das Album proppevoll mit ins Ohr gehenden, Partystimmung, Fernweh und piratiger Abenteuerlust weckenden Krachertiteln.

So kann's weitergehen, Alestorm! Arr...

Mehr Alestorm:

Trend für das erste "Oben"-Wochenende und jede Menge Links


Bei Disney und Pixar werden schon die Sektkorken knallen gelassen: Insidekinos ersten Zahlen zu Folge spielte Oben an seinem gestrigen US-Starttag 21,4 Millionen US-Dollar ein, was sogar die Hits Die Unglaublichen (20,5 Mio. Dollar) Findet Nemo (20,2 Mio. Dollar) und Cars (19,7 Millionen Dollar) alt aussehen lässt. Das relevanteste dieser Startergebnisse ist, wie Mark G. von Insidekino in seinen Short Cuts betont, das von Findet Nemo, der vor sechs Jahren zum selben Termin wie Oben seinen unvergleichlichen Siegeszug durch die Kinos dieser Welt startete.

Je nachdem, wie die Mundpropaganda ausfällt, bedeutet dies für Oben ein Startwochenende von ca. 65 bis 70 Millionen US-Dollar, was ihn zusammen mit Findet Nemo (70.251.710 $) und Die Unglaublichen ($70.467.623 $) auf's Podium für die drei erfolgreichsten Pixar-US-Starts stellen würde. Es müsste also gehörig was schiefliegen mit dem Filmgeschmack der Amis, wenn Oben nach so einem Start nicht mehr einspielt als seine Pixar-Vorläufer Ratatouille und WALL•E.

Während wir auf die endgültigen Zahlen für's Wochenende warten, empfehle ich euch folgende Artikel rund um Oben:

Freitag, 29. Mai 2009

Der "Toy Story 3" Teaser ist online

Pixarfans, aufgehorcht: TheFilmStage.com war so lieb, und stellte den Teaser zu Toy Story 3 in HD online! Und wie es für Pixar lange Zeit Tradition war, besteht der Teaser aus extra für diese Vorschau erstelltes Material.
Dieses Mal versucht Woody mit Hilfe der restlichen Spielzeuge aus Andys Zimmer das Toy Story 3-Logo zu erstellen:



Hach, man muss die Neckereien zwischen Woody und Buzz einfach lieben. Und Pixars kontinuierliche Weiterentwicklung von Ideen. Den ein klein wenig erinnert der Teaser an den zu Toy Story 2:

Toy Story 2- Theatrical teaser Trailer


Unter den Pixar-Teasern bleibt allerdings Die Monster AG der Sieger des Komödiengolds:

Die Monster AG


Toy Story 3 startet am 30. September 2010 in den deutschen Kinos, die 3D-Neuaufführung von Toy Story 1 & 2 erwartet uns ab dem 27. Mai 2010.

Ist "Bioshock" wieder am Start?

Als Bioshock das letzte Mal in den Nachrichten war, zog das produzierende Universal Studio aus Angst vor Gore Verbinskis Budgetvorstellungen die Notbremse. Das Studio versprach einen Kompromiss zu suchen, der Verbinski, welcher dank Fluch der Karibik und vor allem seinen Fortsetzungen mit hohen Budgets verwöhnt ist, und die Geldgeber zufrieden stellt.

Jetzt stolperte Bloody Disgusting über den Twitteraccount von Prison Break-Darsteller Wentworth Miller, wo er von seinem nächsten Projekt spricht: "Prison Break may be ending, but I've got things in the works. Hint...one word: Bioshock"

Konnten Verbinski und Universal also eine Einigung erzielen? Und welche Rolle übernimmt der Fernsehstar in der Videospieladaption?

Donnerstag, 28. Mai 2009

Ratet mal, welcher Film sich noch immer in der Produktion befindet

Es klingt unglaublich, aber tatsächlich wird weiterhin am Computeranimationsmusical Gnomeo & Juliet getüftelt!
Anfangs als Zeichentrickkoproduktion zwischen den Disney Animation Studios und Elton Johns Rocket Pictures geplant, stellte der Disney Konzern aufgrund der enttäuschenden US-Einspielergebnisse fast aller Zeichentrickfilme der Post-Tarzan-Ära die Arbeit am Projekt ein. Kurz darauf wurde es als Computeranimationsfilm wiederbelebt, das Tempo mit dem an Gnomeo & Juliet gearbeitet wurde, blieb allerdings eher schleppend.

Als John Lasseter im Zuge der Pixar-Übernahme 2006 das Sagen in Disneys Trickabteilung erhielt, stampfte er die mit Elton-John-Klassikern unterlegte Liebesgeschichte zwischen einem Gartenzwerg und einem Nippes-Gnom gemeinsam mit zahllosen Direct-to-Video-Fortsetzungen ein. Da die Produzenten des Films mit dieser Entscheidung sehr unzufrieden waren und auch Disneys Plattenfirma liebend gern irgendwann den Soundtrack zum Film veröffentlichen wollte, rettete man die Produktion hinüber zu Miramax Films.

Das nächste, was vom Film vernommen werden konnte war, dass die Produktionsstätte im August 2008 nach Großbritannien umziehen sollte. Danach verschwand der Animationsfilm wieder vom Radar.

Jetzt ist Gnomeo & Juliet wieder zurück von den Toten, für seine fast schon traditionellen fünf Minuten Ruhm, bevor es höchst wahrscheinlich wieder in der Versenkung verschwindet: Der Animation Guild Blog meldet, dass Gnomeo & Juliet derzeit in Vancouver animiert wird und einen Kinostart im Jahr 2011 anvisiert. Elton John soll mittlerweile vier Lieder für das Musical geschrieben haben.

Kippte man etwa den alten Plan, Johns größte Songs zu benutzen? Und ist das überhaupt relevant, oder wird aus der Sache eh wieder Mal nichts?

Sean William Scott und Adam Brody mischen bei "A Couple of Dicks" mit

Kevin Smiths erste durch und durch echte Majorstudio-Produktion A Couple of Dicks bekommt Zuwachs: Neben Actionstar Bruce Willis und Komiker Tracy Morgan werden, so The Hollywood Reporter, auch Sean William Scott (American Pie 1 bis 3, Ey Mann, wo ist mein Auto?) und Adam Brody (O.C. California) in der Polizistenkomödie mitspielen.

Scott wird einen aufgrund seiner Hinterlassenschaften am Tatort "Shit Bandit" genannten Einbrecher spielen, während Brody einen von Willis' und Morgans Figuren entnervten Detektiven verkörpern soll. Die Dreharbeiten beginnen kommenden Montag, Kevin Smith verriet jedoch, dass er (weil Warner Bros. ihm nicht so ganz zutraute diese Arbeit gescheit erledigen zu können) für die Actionszenen bereits komplette Storyboards anfertigen musste.

Mehr von Smiths Aussagen über A Couple of Dicks könnt ihr hier nachlesen.

Neu angekündigt: "Pirates of the Caribbean - Armada of the Damned"

Lizzie, musstest du den Titel so früh ausplaudern?

Richtig gelesen. Disney kündigte den neuen Titel aus dem PotC-Franchise bekannt. Das nächste Kapitel in der Saga rund um die fazinierende Piratenwelt hört auf den Namen Pirates of the Caribbean - Armada of the Damned und soll uns bereits im Herbst 2010 erwarten.

Am PC und an den aktuellen Videospielkonsolen.
Ihr dachtet doch nicht wirklich, dass es sich hierbei um eine Meldung über den vierten Film in meiner Lieblingsreihe handelt, oder?

Armada of the Damned ist zeitlich vor der Trilogie angesiedelt und ist ein "Open World"-RPG, in dem ihr euch als frischgebackener Pirat frei bewegen könnt und an moralischen Entscheidungen, finsteren Gesellen und übernatürlichen Begebenheiten messen könnt. Erstellt wird das Game von dem in Vancouver stationierten Entwicklerstudio Propaganda Games, das für Disney Interactives Erwachsenenlabel bereits das 2008er Remake von Turok entwickelte. Im Interview mit IGN verriet der Game Director Alex Peters, dass man die Story in die Zeit vor der Trilogie legte, um sich an der mannigfaltigen Mythologie bedienen zu können. Sicherlich möchte man auf diesem Weg Charaktere wie Davy Jones einbauen, für mich klingt es allerdings tatsächlich ein wenig so, als würde Disney auf die Kontinuität achten und ein gern übersehenes Ergebnis von Am Ende der Welt beschützen wollen.
Eine der Grunderwartungen an ein Pirates-Videospiel ist bislang selbstverständlicherweise das Einbauen eines übernatürlichen Elements - was gemäß den von den Autoren gelegten Hinweisen in der Zeit nach dem dritten Film nicht so ohne weiteres geht. Zumindest Geisterschiffe und so manche Flüche sind angeblich Vergangenheit für Jack Sparrow und Co (Artefakte wie der Jungbrunnen sind wieder eine andere Geschichte) - also siedelt man das Spiel besser vor dem Film an.

Mich stimmt es übrigens zuversichtlich für den vierten Film - wenn das wirklich keine Zufall ist und Disney bereits bei Videospielen so auf die von Elliott und Rossio gesteckte Kontinuität achtet (und nicht weiter lieber sein eigenes Ding anstellt), ist das vielversprechend für einen trotz Regisseurwechsel in der Tradition der bisherigen Trilogie stehenden vierten Teil.

Mittwoch, 27. Mai 2009

"Anchorman 2" ist auf dem Weg

Anchorman war 2004 das Starvehikel des "Frat Packs" (die Komödienkumpanen rund um Ben Stiller, Owen Wilson und Co.) für ihr recht junges Mitglied Will Ferrell. Ferrell übernahm die Hauptrolle eines sexistischen, beschränkten und zur Lokallegende aufgestiegenen Nachrichtensprecher Ron Burgundy und schrieb zusammen mit Regisseur Adam McKay das Drehbuch.
Die Attraktivität von Anchorman beschränkte sich allerdings mehr auf die USA: Von den rund 90 Millionen Dollar weltweitem Einspiel stammen 85 Mio. aus den Vereinigten Staaten, und während die Kritikerrezeption jenseits des großen Teichs sehr gut war und Ron Burgundy Jahre später sogar in einer Top-100-Filmcharaktere-Hitliste des Empire-Magazins vorkam, hatten die meisten Kritiker diesseits des Atlantiks nur Kopfschütteln übrig.

Anchorman ist zugegebenermaßen ein Film, mit dem man sich erst anfreunden muss. Er ist geschwätzig, trocken und zugleich infantil, vulgär und dämlich. Dass er das typische US-Lokalfernsehen parodiert, macht ihn für manche hiesigen Zuschauer noch schwerer verständlich. Ganz zu schweigen von der völlig aus dem Kontext gerissenen, übertriebenen, albernen und nichts mit dem Plot gemein habenden Kampfsequenz in der Mitte des Films (BIG LIPPED ALLIGATOR MOMENT!). Ich allerdings hatte sehr viel Spaß mit dieser Judd-Apatow-Produktion und freue mich deshalb enorm darüber, dass die lange vom Team vor sich hergeschobene Fortsetzung endlich näher rückt: Laut Moviehole trifft sich die gesamte Anchorman-Mannschaft nächste Woche, um die Details über den Film zu besprechen, und (wie Ferrell scherzend sagt), ob seine Co-Stars Paul Rudd ud Steve Carell bereit wären eine Gehaltskürzung hinzunehmen.

"Nick Rachet" - Erste Details zur Stan Lee/Disney-Kooperation

Vor circa einem Jahr gaben Stan Lees POW Entertainment und die Disney-Studios eine Kooperation bekannt. Lee entwickelte als Teil dieser Zusammenarbeit drei Superheldenreihen fürs Kino und den Comicmarkt: Nick Rachet, Blaze und Tigress. Viel mehr sprach sich nach der ersten Ankündigung nicht herum, jedenfalls bis vor einer Woche.

Dort verkündete Disney, dass Nick Rachet ein ein leichtherziger Mysterythriller wird, in dem es um einen charakterlich bescheidenen und bescheiden talentierten Polizeiofficer geht, der eines Tages gegen sein aus der Onlinewelt geflohenes, knallhartes Videospiel-Alter-Ego Nick Rachet antreten muss.

Die Regie wird voraussichtlich Richard LaGravenese (P.S. Ich liebe dich), das aus Stan Lees Idee basierende Drehbuch stammt von Douglas Cook und David Weisberg (The Rock), die für Disney außerdem derzeit an einem Piratenfilm namens Captain Kidd arbeiten. Ob Produzent Jerry Bruckheimer und Regisseur Ridley Scott weiterhin an diesem Projekt beteiligt sind, wie ursprünglich geplant, ist mir leider unbekannt.

Die Trailer meines Lebens

Von der Hitze und einem mir noch im Magen liegenden Kochexperiment getrieben schlug ich mir die letzte Nacht um die Ohren. Eigentlich hätte ich schon längst im Bett sein müssen, als ich diesen Eintrag anfing.
Die Müdigkeit befand sich auf einem schmalen und ungewöhnlichen Grad zwischen nicht-eintreten-wollen und überhand-nehmen, und so kreisten mir alle möglichen Themen durch den Kopf. Darunter eins, dass ich für durchaus blogrelevant halte.

Viele Leute, okay, nahezu jeder verbindet mit bestimmten Liedern gewisse Zeitabschnitte im eigenen Leben oder einzelne, besonders herausstechende Ereignisse. Solch ein Soundtrack zum eigenen Leben gilt mittlerweile als eigentlich völlig normal. Bloß wie weit man es damit treibt ist zuweilen unterschiedlich. Nicht jeder erstellt sich ein eigenes Soundtrack-Album.

Irgendwie fiel mir auf, dass mir als Filmfan zusätzlich zu manch prägenden Songs im Laufe der Jahre auch entscheidende Filmtrailer über den Weg liefen. Trailer, die sich ganz prägnant in mein Hirn einbrannten. Ich brauche nur ein Stückchen der Trailermusik zu hören, und schon rattern vor meinem inneren Auge mit eifriger Geschwindigkeit zahlreiche Bilder auf und ab. Nicht nur Szenen aus dem Trailer oder dem dazugehörigen Film. Ich sehe, wie ich erstmals den Trailer sah, Erlebnisse drumherum und auch Momente, die nicht direkt mit diesem Trailer in Verbindung stehen, sondern bloß zeitnah zu seinem Erscheinen geschahen.

Also nahm ich mir vor, für diesen Blog eine Liste meiner "wichtigsten" Trailer zu erstellen. Es sollten die Trailer meines Lebens sein - in Analogie zu den lebensbegleitenden Liedern, die der Mensch nunmal so hat.
Vielleicht zehn Trailer, zehn ist immer eine gute Zahl für Hitliste. Oder fünf...

Doch während ich so darüber nachdachte, welche Trailer mich besonders beeindruckten und an welchen viele Erinnerungen hängen, kam ich nicht umhin nahezu jeden Trailer mit ein paar glasklaren Anwärtern für diese Liste zu vergleichen und daraufhin auszusortieren. An diese Referenzen kam einfach kein Trailer dran. Kein weiterer Trailer konnte mich so erstaunt und gefesselt zurücklassen, wurde mit solch einem Eifer gesehen und unter Freunden verbreitet.

Diese Trailer konnten sich für mich mehr von ihrem eigentlichen Zweck lösen, als alle anderen. Und es wird euch womöglich überraschen, dass euch jetzt nicht ein kompletter Rundumschlag durch die Trailerhistorie des Pirates of the Caribbean-Franchise erwartet. Zugegeben, ich habe mir diese Trailer in Endlosschleifen angesehen und fiebrig auf den Kinostart gewartet. Doch was die Relevanz außerhalb des simplen Filmbewerbens angeht, können sie nicht komplett das halten was ich hier von den "Trailern meines Lebens" verspreche. Erschwerend kommt für sie dazu, dass jeder Pirates-Trailer mit Erscheinen eines neuen Promofilmchen den bedeutungsschweren Staffelstab weitergab. Aber dazu später ein kleines bisschen mehr...

Ihr ahnt es sicherlich schon: So ganz ohne Piraten wird diese Liste nicht auskommen. Aber wenigstens besteht sie nicht nur aus Piraten und ist nicht so umfangreich, wie sicherlich von manchen Stammlesern vermutet.

Doch kommen wir zunächst zum ersten Trailer, der möglicherweise überraschend jung ist, für den ersten Eintrag in der Playlist der Trailer eines Lebens. Meine Erklärung dafür ist, dass mich zu meiner Kindheit kein Trailer so sehr begeisterte oder verfolgte, wie es später während meines Filmfan-Daseins der Fall war.
Bevor ich mich entschloss, diese Liste auf meine zwei absoluten Favoriten zu beschränken und nicht künstlich durch weitere für mich besondere, jedoch nicht an die zwei Spitzenreiter heranreichende, Trailer zu ergänzen, spielte ich mit dem Gedanken den Videotrailer für Der König der Löwen zur Liste hinzuzufügen. Diese Vorschau auf die kommende Videokassette war auf so vielen Disney-Videos und ich habe sie so oft gesehen, ich fand's irgendwann nur noch nervig. Auch so kann man ja einen bleibenden Eindruck hinterlassen - trotzdem war es nichts besonders prägendes.
Ansonsten gab es natürlich immer wieder Trailer, die Vorfreude auf einen Film anheizten, mehr allerdings nicht. Erst später gab es Trailer, von denen ich richtig fasziniert war und die meine Erwartungen in schwer erreichbare Höhen trieben.

Wirklich prägend, im Sinne dieses Beitrags, war dann allerdings erst folgender, der zudem bis heute für mich ein absolutes Paradebeispiel für einen fantastischen, stimmigen und rundum perfekten Trailer ist:

Garden State (Teaser Trailer)

Trailermusik: Let Go von Frou Frou

Wirklich herrausragend. Keinerlei Dialoge, nur ein einziges, wunderschönes und zur Stimmung des Films wie die Faust auf's Auge passendes Musikstück. Über den Inhalt des Films wird gar nichts verraten, hier ist die emotionale Haltung des Films beziehungsweise die Emotion, die er bei einem hinterlässt das Verkaufsargument. Ein melancholischer, verschrobener, ergreifender und paradoxerweise sowohl moderner, als auch zeitloser Coming-of-Age-Film.
Dieser Trailer vermittelt die wesentlichen Informationen über Garden State, ohne dem Zuschauer irgendetwas vorwegzunehmen. Für mich ist das wahre Trailerkunst und eine selten erreichte Meisterleistung. Schon allein deshalb hinterließ der Teaser Trailer zu Zach Braffs unvergleichlichem Regiedebüt solch einen tiefgehenden Eindruck wie kein Trailer vorher. Fast würde ich verlangen, es solle mehr solcher impressionistischen Trailer geben, allerdings würde das den wenigen Glanzstücken etwas ihrer Exklusivität nehmen.

Mit dem Garden State-Teaser-Trailer verbinde ich Monate lang gebanntes Warten auf einen Film, über den ich nicht mehr wissen wollte, als das, was der Trailer suggeriert und dass Zach Braff mitspielt, Regie führte und das Drehbuch schrieb. Ich verbinde mit ihm auch Wochen der Panik, weil kaum Kinos in meiner Umgebung ihn ankündigten und ein Kino ihn in letzter Minute aus seiner Programmvorschau rausnahm.
Und frei nach High Fidelity stellt sich die Frage: "Habe ich damals diesen Trailer gesehen, weil ich melancholischwar, oder war ich damals melancholisch, weil ich diesen Trailer habe?"
Jedenfalls fand sich die melancholische, leicht schlafwandlerische und die in aller Verschrobenheit versteckte Aufbruchstimmung auch bei mir selbst wieder.

Mein anderer "Über-Trailer" vereinigt stellvertretend sämtliche gespannte Vorfreude auf die einzelnen Filme der Pirates of the Caribbean-Saga. Mit jedem Trailer stiegen die Erwartungen ins unermessliche, und mit jedem neuen Film ließ sich Disney neue Extravaganzen einfallen, um die Fans auf die Folter zu spannen. Und somit verbinde ich mit diesem Trailer nicht nur zahlreiche kleine und große Wartereien auf den direkt von ihm beworbenen Film, nein, wie bei einer richtig schönen Assoziationskette kommen mir bei ihm alle mit dem Warten auf die anderen Pirates-Filme und ihre Trailer in den Sinn. Ich erinnere mich daran, wie ich an dem Tag, an dem ich das Internet nach dem von Disney an einen glücklichen Gewinner eines MySpace-Gewinnspiels versandten Link zum Trailer von Pirates of the Caribbean - Dead Man's Chest abgraste. Ich erinnere mich daran, wie ich am Tag, an dem der Trailer zu Am Ende der Welt endlich enthüllt werden sollte extra früh aufstand um ihn mir vor dem üblichen tagewerk mehrfach ansehen zu können. Wie ich ganze Freistunden damit verbrachte im Computerzentrum den Trailer immer und immer wieder voller Begeisterung und Faszination anzusehen, nur unterbrochen von ebenfalls fast schon ritusartigem, ungeduldigem Abchecken meines E-Mails-Account, weil eine eh schon klein wenig verspätete E-Mail einfach nicht eintrudeln wollte. Haufenweise Anekdoten versammeln sich um diesen einen Trailer. Mir egal, wenn diejenigen, die meine Faszination nicht teilen können mal wieder aufstöhnen, dieses kleine Werbefilmchen gab dem Alltag einiger Monate so richtig Zunder:

Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt (Trailer)

Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt
Trailermusik:
  • Yo Ho, Yo Ho (A Pirate's Life For Me)
  • Fog Bound - aus Fluch der Karibik
  • He's a Pirate - aus Fluch der Karibik
  • Hello Beastie - aus Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2
  • Choral Swell 3 - von Music Junkies
  • Dark Empire Remix - von X-Ray Dog
  • Dark Lord Dogma - von Pfeifer Broz. Music
  • Def Con - von Immediate Music
  • Frantic Chase - von Pfeifer Broz. Music
  • Panic Rise - von Pfeifer Broz. Music
  • Return of the King - von X-Ray Dog
  • Skeletons Rising - von X-Ray Dog
  • The Maker - von Music Junkies
  • Tortured Souls - von Pfeifer Broz. Music
  • Wasted Obsession - von Pfeifer Broz. Music
  • With Great Power - von Immediate Music
(an dieser Stelle ein kleiner Hinweis auf die Duckipedia, wo ihr diese Liste und vieles weitere nachlesen könnt)
In musikalischer Hinsicht ist dieser Trailer glasklar auf dem anderen Ende des Spektrums angesiedelt als der Teaser Trailer zu Garden State: Eine Liason zahlreicher Musikstücke, die reinklotzen und das Wort Subtilität nicht kennen. Statt sich einzufühlen soll der Betrachter hier bei den ersten paar Betrachtungen niedergeknüppelt und später völlig mitgerissen werden. Im Gegensatz zum Garden State-Trailer ist mir hier völlig bewusst, wer zu erst da war: Die mir eine Heidenfreude machende, epische, dramatische und fast schon apokalyptische Trailermusik sorgte dafür, dass ich mich in den Monaten zwischen Trailerveröffentlichung und Kinostart von Am Ende der Welt in einer dramatischen, Ära abschließenden und größenwahnsinnig epischen Stimmung befand. Und perfekter hätte das Timing nicht sein können: Es waren die letzten Abiturwochen. Als Am Ende der Welt ins Kino kam, war dieser finale Kampf mit dem Monstrum namens Schulpflichten längst geschlagen und der Film konnte die Assoziationen besetzen, die eh viel besser zu ihm passen.
Für mich ist der Trailer zu Am Ende der Welt deshalb ein ähnlich perfekt passender Begleiter des Films, wie der Teaser Trailer zu Garden State. Letzterer ahmt seine Gesamtstimmung perfekt nach. Der Am Ende der Welt-Trailer trifft als film-geekiger Begleiter einige persönlichen Erinnerungen voll ins Schwarze, wo sich der (insgesamt selbstverständlich überlegene) Hauptfilm "bloß" sehr viel besser einfügt als alles andere, was die Medien zu dieser Zeit rausbrachten. Oder anders ausgedrückt: Wie bereits in meinem Kultfilm-Beitrag geschrieben, kam der dritte Pirates-Film für mich zu einem perfekten Zeitpunkt. Und der Trailer macht es dem von ihm beworbenen Streifen in kleinerem Maßstab nach.

Ja, jeder hat wohl seinen "Abisong" und so weiter, doch wenn ich überlege, ob irgendein Buch, ein Lied, eine TV-Show oder ein anderer Film stärker an dieser Phase haftet, ist mir klar, dass der Gewinner nur Am Ende der Welt sein kann. Und in ein paar kleinen Fällen, wie besagten Freistunden, ist der Trailer naturgemäß noch näher dran. Wie will ich vor Kinostart in meinen Freistunden Am Ende der Welt gesehen haben?

Überhaupt, die Stimmung dieses Trailers. Hier haben wir wieder diese Aufbruchstimmung, genau wie in Garden State, nur in gänzlich anderer Form. Ohne zu zögern stürzt einen diese fantastische Musikauswahl in einen alles beendenden, riesigen Kampf. Es mag trubulent zugehen, aber das ist uns egal. Nein, wir genießen es sogar!
Fantastisch.
Genau wie der Aufbau. Der mystische Anfang, ein kurzer Gag mit Jack, dann eine unvergleichliche Exposition von Barbossa, und dann flippt alles aus. Die Stelle in der Jack und Davy Jones ein Schwertduell abhalten... Oh mein Gott, wie konnte ich da nicht dem Kinostart hinfiebern? Und wie konnte sich das Stück Musik nicht in mein Hirn einbrennen und mich bei letzten Lernattacken antreiben? Okay, schon weit hergeholt, aber ich hab's immer mit einem Augenzwinkern getan. Alleinunterhaltung. Erleichtert das Lernen... Probiert es ruhig aus!

Das waren sie also, die zwei Trailer meines Lebens.
Wer mag kann sich hiervon gerne inspiriert fühlen, seine eigenen Trailer zu suchen. Wäre natürlich lieb, wenn Blogger, die eventuell einen Eintrag in ihrem Blog erstellen dann auf dieses Posting verlinken würden.

Und nehmt meine obzessiven Filmtrailer-Beweihräucherungen nicht all zu ernst. Ich hörte mir während des Schreibens die entsprechenden Musikstücke an, das lässt einen automatisch alles viel schwerwiegender formulieren. Müsst euch also keine Sorgen machen, dass ich Trailern eine zu große Bedeutung zukommen lasse.

Jedenfalls so lange, bis ich nicht irgendwann selber Trailer schneiden muss (warum auch immer)...

Dienstag, 26. Mai 2009

Oben Total: Disneys Erwartungen, Interview, Hintergrundbericht

Wie unterschiedlich die Erwartungen sein können: Rechnen Wall Street Experten mit einem Flop, erwartet Disney von Oben einen immensen Erfolg. Möglicherweise haben die zahlreichen guten Kritiken diese Haltung beeinflusst, vor allem aber braucht Disney diesen Erfolg um seine Gewinnkurve wieder aufzupolieren.

Nachdem 2007 mit Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt die außerordentlich populäre und gewinnträchtige Piratenreihe von Megaproduzent Jerry Bruckheimer ihr vorläufiges Ende fand, ist der Mäusekonzern in banger Hoffnung auf einen weiteren Kassenschlager. Das Kinojahr 2008 verlief für Disney ziemlich enttäuschend, WALL•E stand ziemlich alleine als weltweiter Blockbuster dar. Jetzt soll Oben die Wartezeit auf die vom Disneykonzern reich mit potentiellen Megaerfolgen gespickten Jahre 2010 und 2011 überbrücken, wie das Wall Street Journal berichtet. Besonders amüsant, wie sich plötzlich die Perspektive änderte: Hieß es letztes Jahr noch, das ein Roboter-Stummfilm in postapokalyptischen Setting und mit romantischer Hauptgeschichte unmöglich ein Erfolg werden könnte, und dass WALL•E im Vergleich zu seinen grandiosen Kritiken enttäuschend abschnitt, heißt es nun dass Oben ein unwahrscheinlicher Nachfolger für den großen Erfolg von WALL•E sei. Wenigstens lernten die Finanzexperten endlich aus der Geschichte: Die Reaktionen in Cannes suggerieren, dass Oben es trotz seiner Ungewöhnlichkeit schaffen könnte (Hey... es wäre ja undenkbar, dass er es deswegen schafft!).

Ein weiterer Oben-Link, den ich mit euch teilen möchte ist Pete Docters Interview mit SF Gate, in dem er verrät, dass die Muppets durchaus als Inspiration für die Persönlichkeiten der Oben-Charaktere waren und verrät, wie Pixars Meinung zum Merchandisinggeschäft ist: Bei Pixar denkt man während der Produktion nicht über das Merchandising nach, sondern konzentriert sich darauf den bestmöglichen Film zu machen. Da Spielzeuge manchmal als Souvenir eines guten Films dienen, hofft die Pixarcrew einfach, dass bei genügend Mühe bei der Produktion des Films schon etwas tolles für das Merchandisinggeschäft abfällt.

Und für den, der noch nicht genug Pixar-Dosis hat: Auf USA Today gibt es einen hübschen Artikel über ein Pixar-verliebtes Pärchen und eine interaktive Pixar-Zeitlinie.

Mehr Oben:

Remake von "Der Flug des Navigators" angekündigt

1986 veröffentlichte Walt Disney Pictures mit Der Flug des Navigators ein kleines Science-Fiction-Familienabenteuer, das zwar in den Kinos unter den Erwartungen lief, zumindest aber in den USA später zu einem Kultklassiker aufstieg und dessen Fernsehausstrahlungen einen stetigen Erfolg verbuchten.
Es sollte also nicht verwundern, dass Disney nach dem neuen Witch Mountain-Film und der Tron-Fortsetzung mit einem Der Flug des Navigator-Remakes einen weiteren Fanfavoriten aus den 70er/80ern modernisiert zurück ins Kino bringen möchte. Bis zur Ankündigung eines Das schwarze Loch-Remakes ist es sicherlich nur noch eine Frage der Zeit.

Das Drehbuch zum Remake wird von My Name is Earl- und Born to be wild: Saumäßig unterwegs-Autor Brad Copeland verfasst, nach Angaben von The Hollywood Reporter wird der ausführende Produzent des Originals John Hyde auch beim Remake diese Position einnehmen. Coproduziert wird das Remake mit Mandeville Films (Monk; George, der aus dem Dschungel kam).

Das Original von 1986 wurde besonders für seine einmalige Vereinigung von Einfühlsamkeit, Spannung und Humor gelobt. Regie führte Randal Kleiser, der 1978 mit Grease einen weltweiten Hit feierte. Für Disney drehte er später zudem Wolfsblut und Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby.

Montag, 25. Mai 2009

Erste Kritiken und Clips zu "The Imaginarium of Dr. Parnassus"

Terry Gilliams skurriler und wundersamer Film The Imaginarium of Dr. Parnassus ist bislang am berühmtesten dafür, dass es Heath Ledgers letzter Film sein wird und dass Gilliam den Film ohne seinen Hauptdarsteller beenden musste, weshalb er ergänzend Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law in Ledgers Rolle castete.

Doch die ersten Kritiken deuten darauf hin, dass es auch Gilliams erster von den Kritkern anerkannter Film seit Twelve Monkeys werden könnte - also seit immerhin vierzehn Jahren!

Wer bis zum Kinostart nicht warten möchte, kann sich hier und hier ein paar Clips aus dem Film ansehen.

Tarantino verlängert seine Basterds (und weitere Basterd-News)

Quentin Tarantino war noch nie ein Meister darin, sich kurz zu fassen: Pulp Fiction und Jackie Brown dauern 154 Minuten, Kill Bill 111 plus 136 Minuten und Death Proof 111 Minuten bzw. läuft Grindhouse 191 Minuten (alle Angaben in NTSC). Die in Cannes aufgeführte Fassung von Inglourious Basterds hatte eine Länge von 147 Minuten, wobei die Kritiken von brilant bis "viel zu lang, viel zu viel Gerede, zu wenig Action" reichten (was erwarten die Leute? Mit Ausnahme von Kill Bill Vol. 1 war Tarantino noch nie der Actionregisseur schlechthin). Da liegt es nahe den Film noch etwas zu trimmen - was viele Pressevertreter direkt als Meldung brachten.

Varieteys Anne Thompson allerdings meldet, dass Quentin Taratino es ausnutzt, dass in seinem Vertrag eine maximale Länge von 168 Minuten steht: Er möchte die Cannes-Version nochmal in den Schneideraum zerren und neben einigen Änderungen wieder eine Szene in den Film einfügen.

Auf Yahoo gibt es übrigens einen weiteren Clip aus dem Film zu sehen und auf Variety gibt es eine knappe schriftliche Zusammenfassung der Pressekonferenz.
Außerdem werde ich angesichts der Filmfestspiele in Cannes meine Oscar-Prognose 2010 ein klein wenig abändern: Brad Pitt, der im Film nur circa 20 Minuten lang zu sehen sein soll, fällt als Anwärter auf eine Oscar-Nominierung wohl raus, doch Christoph Waltz, der in Cannes als bester Schauspieler ausgezeichnet wurde, ist ab jetzt ein Topkandidat für die Kategorie "Bester Nebendarsteller".

Sonntag, 24. Mai 2009

Ist mein Musikgeschmack männlich oder weiblich?

Gemessen nach der wissenschaftlich anerkannten RTL-Methode


Sicherlich werden sich einige von euch schon das eine ums andere Mal gewundert haben, wie latent schizophren die Themenauswahl in diesem Blog ist. Vom neusten Disney-Familienspaß hin zu indizierten Mordsspäßen, vom sinnlosen Hirn-aus-Streifen zu Oscar prämierten Dramen. Und diese scheinbare Uneinigkeit mit meiner Zielrichtung findet im Filmbereich längst nicht ihren Abschluss: In den Musikartikeln werden dem Durchschnittsdeutschen absolut unbekannte Metalbands direkt neben dem Soundtrack von heiteren Teenie-Dancepop-Musicals besprochen.

Wäre dies ein Blog, der von einer größeren Gruppe an film- und musiktechnisch völlig gegensätzlich ausgerichteten Freunden geführt wird, wäre es natürlich kein Anlass stutzig zu werden, doch wie ihr wisst stammen hier nahezu alle Artikel aus ein und derselben Feder.
Was muss das für eine Person sein, die ohne eine ihrer sich scheinbar widersprechenden Seiten vertuschen zu wollen, in der Öffentlichkeit des Internets mit Leib und Seele von einem Hard Rock- und Heavy Metal-Festival berichtet und mit unschuldiger Freude alte Disney-Zeichentrickfilme zelebriert? Für mich ist die Antwort ganz einfach, und da ich sie Zeit meines Lebens kenne, empfinde ich eine solche völlig frei von Konventionen am Setzbaukasten zusammengeschusterte Geschmackswelt auch als ganz natürlich. Da andere Menschen dagegen schonmal verwirrt dreinblicken, wenn man etwa einen Kinderfilm und das neue Lordi-Album zur Kasse schleppt, bin ich durchaus positv überrascht, das mein Blog tatsächlich einige Stammleser ansammeln konnte.

Dennoch kommt es mir manchmal so vor, als stünde die Frage "Aber er muss doch in all seiner Uneinigkeit und Vielfältigkeit einen Schwerpunkt haben?" im Raum. Und dank des Wissenschaftsinstitut RTL, genauer gesagt dank dessen seit Jahren erfolgreichem Labor für Musikuntersuchung, vermag ich euch (und mir) zumindest in Sachen Musik eine Antwort zu geben:

In den vergangenen zwei Wochen präsentierte die von Oliver Geissen moderierte Musikwissenschaftssendung Die ultimative Chartshow die anhand einer repräsentativen und unter untrügbaren Forschungsbedingungen erstellten Ergebnisse einer Internetumfrage, welche untersuchte, wie der Musikgeschmack der deutschen Männer und Frauen aussieht. Welche Unterschiede bestehen und was mag wohl der Lieblingssong der gegensätzlichen Geschlechter sein? Ergänzend zum audiovisuellen Vortrag, der an den vergangenen beiden Freitagabenden der interessierten Gemeinschaft von Musikforschern präsentiert wurde, veröffentlichte RTL zwei Tonträger mit zusätzlichen Ergebnissen.

Ich werde euch jetzt die wissenschaftlich erwiesenen Lieblingslieder der Frauen und Männer vorstellen, und die Songs, die mir ebenfalls gefallen markieren. Stellt man die Menge der weiblichen und die Menge der männlichen Lieder gegenüber, wird sich zeigen, welche Chromosome meine innere Stereoanlage aufweist.

Beginnen wir mit den 25 Lieblingsliedern der Frauen:
  1. Bill Medley + Jennifer Warnes: (I've Had) The Time Of My Life (aus Dirty Dancing)
  2. Aerosmith: I Don't Want To Miss A Thing (aus Armageddon)
  3. Bryan Adams: (Everything I Do) I Do It For You (aus Robin Hood - König der Diebe)
  4. Bon Jovi: It's My Life
  5. Dr. Alban: It's My Life
  6. Amy McDonald: This Is The Life
  7. Kelly Clarkson: Because Of You
  8. Whitney Houston: I Will Always Love You (aus Bodyguard)
  9. Silbermond: Das Beste
  10. Sunrise Avenue: Fairytale Gone Bad
  11. Ich und Ich: Vom selben Stern
  12. Sinead O'Connor: Nothing Compares 2 U
  13. Melanie Thornton: Wonderful Dream
  14. No Doubt: Don't Speak
  15. Kate Perry: I Kissed A Girl
  16. Pink: Get The Party Started
  17. Nelly Furtado: All Good Things (Come To An End)
  18. Juli: Geile Zeit
  19. Robbie Williams: Feel
  20. Xavier Naidoo: Dieser Weg
  21. Snow Patrol: Chasing Cars
  22. Fugees: Killing Me Softly
  23. Ville Vallo (+ Natalia Avelon): Summer Wine
  24. ABBA: Dancing Queen
  25. Reamonn: Supergirl
Und diese Lieder sind zusätzlich zu den bereits genannten in der Musikauswahl des forschungsrelevanten Tonträgers:
  • Ayo Technology (Milow)
  • Complicated (Avril Lavigne)
  • Time After Time (Ronan Keating)
  • Love Is All Around (Wet Wet Wet)
  • Join Me (HIM)
  • Goodbye My Lover (James Blunt)
  • Love's Devine (Seal)
  • Fallin (Alicia Keys)
  • Un-Break My Heart (Toni Braxton)
  • I'm Yours (Jason Mraz)
  • Patience (Take That)
  • Don't Stop The Music (Rihanna)
  • The Sweet Escape (Gwen Stefanie feat. Akon)
  • Give It To Me (Timbaland feat. Nelly Furtado & Justin Timberlake)
  • Push The Button (Sugababes)
  • Hamma! (Culcha Candela)
  • Rehab (Amy Winehouse)
  • This Is My Time (Sasha)
  • Nur ein Wort (Wir sind Helden)
  • Bad Day (Daniel Powter)
  • Girls Just Want To Have Fun (Cyndi Lauper)
  • It's A Heartache (Bonnie Tyler)
  • Oh, Pretty Woman (Roy Orbison)
  • Candle In The Wind (Elton John)
  • Blowin In The Wind (Stevie Wonder)
Kommen wir nun zu den 25 Lieblingsliedern der Männer:
  1. Queen: We Will Rock You
  2. ACDC: Highway To Hell
  3. Metallica: Nothing Else Matters
  4. Guns'n' Roses: Knockin' On Heaven's Door
  5. Pink Floyd: Another Brick In The Wall (Part 2)
  6. Nirvana: Smells Like Teen Spirit
  7. Deep Purple: Smoke On The Water
  8. Kiss: I Was Made For Lovin' You
  9. Toten Hosen: Hier kommt Alex
  10. Phil Collins: In The Air Tonight
  11. Ärzte: Junge
  12. Alice Cooper: Poison
  13. Status Quo: Rockin' All Over The World
  14. Falco: Der Kommissar
  15. Rammstein: Engel
  16. Europe: The Final Countdown
  17. Bruce Springsteen: Streets Of Philadelphia
  18. Green Day: Boulevard Of Broken Dreams
  19. Van Halen: Jump
  20. Torfrock: Beinhart (aus Werner - Beinhart)
  21. Genesis: I Can't Dance
  22. Nickelback: Rockstar
  23. Linkin Park: What I’ve done
  24. Johnny Cash: Ring Of Fire
  25. Depeche Mode: Enjoy The Silence
Und diese Lieder sind zusätzlich zu den bereits genannten in der Musikauswahl des forschungsrelevanten Tonträgers:
  • Who Are You? (The Who)
  • Brothers In Arms (Dire Straits)
  • Have You Ever Seen The Rain? (Creedence Clearwater Revival)
  • You Really Got Me (Van Halen)
  • Rebel Yell (Billy Idol)
  • Along Comes Mary (Bloodhound Gang)
  • Dance With Somebody (Mando Diao)
  • Shiny Happy People (R.E.M.)
  • Dance Into The Light (Phil Collins)
  • Sie ist weg (Die Fantastischen Vier)
  • Always Look On The Bright Side Of Life (Monty Python) (aus Das Leben des Brian)
  • Fear Of The Dark (Iron Maiden)
  • Rollin' (Limp Bizkit)
  • Sweet Home Alabama (Lynyrd Skynyrd)
  • Wild Thing (The Troggs)
  • Living Next Door To Alice (Smokie)
  • The Wild Boys (Duran Duran)
  • Shout (Tears For Fears)
  • Wishing Well (Free)
  • Killer (Adamski & Seal)
  • It's A Man's World (James Brown)
  • Angel (Rod Stewart)
  • I Want To Know What Love Is (Foreigner)
  • I'd Do Anything For Love (Meat Loaf)
  • Human (The Killers)
  • The Look (Roxette)
  • Played-A-Live (Safri Duo)
  • Das Boot (U96)
Somit lautet das Endergebnis: 23 Frauensongs vs. 32 Männersongs
Demnach ist mein Musikgeschmack mehr männlich geprägt. Darauf ein Bier! Am besten ein leichtes Biermixgetränk! Ach was soll's, ich geh direkt zu den harten Sachen und genehmige mir 'nen Baileys! Yeah!

Bevor ich mir aber mit einem Gläschen dieses harten Likörs sämtliche Deutschkenntnisse aus dem Kopf hämmere, möchte ich zwei weitere überraschende Erkenntnisse festhalten: Erstens sind unseren ach-so-harten Kerle der Bundesauswahl in der ach-so-übermännlichen Sportart Fußball ziemlich weiblich, schließlich haben sie sich während der WM mit Dieser Weg einen der Frauensongs reingepfiffen haben um sich auf das Spiel einzustimmen, und zweitens haben die Frauen wesentlich mehr Filmsongs in ihrer Lieblingsliste.
Da ich ebenfalls sehr viele Filmsongs zu meinen Lieblingsliedern zähle, müsste ich wohl meinem Frauenwert noch ein paar imaginäre Gummidrops zum Lutschen draufrechnen.

Aber vorher feiere ich mal kurz meine musikalische Männlichkeit. Grrrrruuuuuuhhhhnz!

Update:
Bislang folgten diese Blogger meinem beispiel und testeten ihren Musikgeschmack auf ihr Geschlecht: Kasumi, beetFreeQ, cimddwc, JuliaL49, Stoffel und Steve. Danke an alle, die sich genauso wie ich einen Spaß aus der Hitliste gemacht haben und besonderen Dank an die, die auch auf mich zurückverlinkt haben.

Wer sich dem Spaß noch anschließt, soll sich bitte in den Kommentaren melden, damit ich ihn in die obige Liste mit aufnehmen kann.

Samstag, 23. Mai 2009

Michael Eisner lebt! Und er produziert einen Kaugummi-Film

Michael Eisner, einstmals Retter und Unglücksbote Disneys in Personalunion, kehrt auf Hollywoods Radarschirme zurück: Der einstige Disney-CEO gab diese Woche nach Angaben von The Hollywood Reporter einen Kinofilm in Auftrag, der auf den kleinen Comicstrips basiert, die jeder Bazooka-Kaugummipackung beiliegen.

Das Drehbuch zur Kinoadaption dermilden, kinderfreundlichen kleinen Geschichtchen rund um den eine Augenklappe tragenden Jungen Bazooka Joe wurde von Newcomer und Filmstudent Marc Hammer verfasst, der auch als Regisseur verpflichtet werden konnte.
Eisner, dem neuerdings auch die Produktionsfirma der Bazooka-Kaugummis gehört, wird als Produzent tätig sein.

Was für eine Karriere: In den 80ern einer der Rettungsengel des angeschlagenen Disneykonzerns und mitverantwortlich für erfolgreiche Erwachsenenfilme, der Wiedererstarkung der Disneytrickfilme, dem Bau von Disneyland Paris und der kluge Kopf, der auf die Idee kam Der König der Löwen auf den Broadway zu bringen, dann der egomanische Großkotz, der den schnellen Dollar vor lang anhaltende Imagepflege und Qualitätsprodukte setzte, es sich mit Pixar und den Weinsteins verscherzte (nur gegen Megaproduzent Bruckheimer kam er nicht an) und mitverantwortlich für den Untergang des Disneyzeichentricks. Und jetzt ist Eisner der Produzent eines auf Kaugummiverpackungscomics basierenden Filmes, mit dem er sich erhofft noch mehr Kaugummis zu verkaufen.

Ob der Film auch Happy Meal tauglich wird?

Besser zu spät kommen, als gar nicht

Das Vorspiel hat lang genug gedauert, es wird Zeit für den Höhepunkt: Laut Moviegod plant Senator die Kevin-Smith-Komödie Zack & Miri Make a Porno ins Kino zu bringen!

Sollte sich diese Meldung als richtig herausstellen, wird schon am 20. August der Film mit Elizabeth Banks und Seth Rogen in den Hauptrollen in den deutschen Kinos seinen frivol-herzlichen Geist verspritzen.

Die Kinokarte ist schon so gut wie gekauft. Zwar befürchte ich, dass ich dafür einige Kilometer fahren muss, doch das ist mir der in Thailand verbotene, in den USA an Marketingproblemen leidende und an die MPAA gerasselte Streifen absolut wert.

Spider-Man 4: Raimi deutet auf Morbius an, spricht über Kirsten Dunst

Die Kollegen von CHUD hatten die Gelegenheit Sam Raimi über die Möglichkeit von Vampiren (und somit Morbius) in Spider-Man 4 auszufragen, und Raimis Reaktion sprach Bände. Das Gerücht könnte also durchaus wahr sein.
Da Spider-Man 4 ja ursprünglich so geplant war, dass er mit einem Cliffhanger endet und direkt in Spider-Man 5 fortgesetzt wird, gehe ich allerdings davon aus, dass Morbius nicht der einzige Bösewicht im Film sein wird. Da muss noch eine große Überraschung auf uns warten...

Hinsichtlich Kirsten Dunst gibt's eine kleine Überraschung: Ging man bislang davon aus, dass sie auf jeden Fall wieder dabei sein wird, klang Raimi gegenüber MTVs Splashpage etwas vorsichtiger. Dunst sei über die Möglichkeit einer Rückkehr sehr gespannt und Raimi möchte nach dem Lesen des aktuell in Entwicklung befindlichen Drehbuchentwurfs entscheiden, ob Dunst in Spider-Man 4 zurückkehren wird. Das ist weder eine klare Absage, noch eine Bestätigung, dass Raimi Dunst unbedingt haben möchte - Dunsts Rückkehr steht eher auf der Kippe, wie es scheint.

Der Samstag fängt linkisch an

Es wird wieder Zeit für eine neue Ansammlung an Kleinigkeiten und Links, die ich euch nicht vorenthalten möchte, denen ich gerade aber keinen eigenen Eintrag spendieren wollte. Willkommen im Linksammelsurium bei Sir Donnerbolds Bagatellen:

Crossover-Review: Linkaras Parodie der Videoreihe von Videoreviewerkollegen Spoony wird fortgesetzt: Spoony bespricht den unglaublich miesen, unfreiwillig komischen und selbtsverliebten Wrestlercomic Warrior:


Oben-Interview: Coming Soon.net führte ein sehr ausführliches Interview mit dem Oben-Regisseur Pete Docter und Produzent Jonas Rivera, in dem sie über die Ideenfindung von Oben sprechen und über die Vorteile, einen mürrischen alten Mann als Hauptfigur zu haben. Interessant ist auch die Anmerkung, dass Docter und Rivera mit der Consumer-Products-Abteilung (also den Merchandising-Leuten) zusammenarbeiten. Derartiges ist mir bei den Disney-Studios nicht bekannt... Außerdem verrät Docter, dass er keine Ambitionen hat ins Realfilmfach zu wechseln (anders als etwa Brad Bird und Andrew Stanton, die auf beiden Hochzeiten tanzen möchten).

Pixars Maskottchen: Ultimate Disney sprach mit John Ratzenberger über seine Karriere,s ein Verhältnis zu Pixar und seine karikativen Handlungen.

Angriff auf die Finanzwelt: Endlich steht der Starttermin für Michael Moores nächste (bislang namenlose) Dokumentation fest: Ab dem 2. Oktober wird sich Moore in den US-Kinos die Weltwirtschaftskrise vorknöpfen und laut dem Regisseur einen komischen Blick auf den größten Diebstahl in der Geschichte der USA werfen. (Quelle: Variety)

Herrliche Hitliste für Mario-Fans: Old Wizard.com blickt auf die 30 besten Bösewichter aus der Mario-Welt. Vor allem die späteren Einträge sind großartig geschrieben und lassen die Fieslinge in neuem Licht erstrahlen.

Robustes Semi-Independentstudio: Die LA Times gibt einen (beruhigenden) Ausblick auf Miramax' Zukunft und listet die nächsten Filme des Studios auf.

Was bitte? Gemäß einer von ProSieben in Auftrag gegebenen Umfrage sind bei Schlag den Raab (was übrigens heute Abend um 20.15 Uhr läuft und hoffentlich wieder bis tief in die Nacht geht) über 80% der Zuschauer gegen Stefan Raab. Ich muss zugeben, dass mich das überrascht, da ich (mit meiner ganzen, sonst nie ProSieben sehenden, Familie) immer gebannt vor dem Fernseher sitze und Raab die Daumen drücke. Wenn er gewinnt macht die Show einfach mehr Spaß und die gesteigerte Fallhöhe macht's spannender. Natürlich ist es nicht unmöglich, dass ich es irgendwann einem übersympatischem Kandidaten gönne (Peter Höpfner wäre einer gewesen, doch der wurde ja nicht vom Publikum gewählt), aber bisher habe ich es nach der Kandidatenauswahl immer mehr Raab gegönnt.

Freitag, 22. Mai 2009

Disney bringt elfisches Weihnachtsspecial

ABC sicherte sich die Rechte an einem geplanten computeranimierten Weihnachtsspecial namens Prep and Landing. Das Special wird von den ebenfalls zum Disney-Konzern gehörenden Walt Disney Animation Studios produziert und handelt von den Elfen, die vor dem Weihnachtsmann in jedes Haus gehen um es für ihren Chef vorzubereiten.
Die Hauptfigur des Specials ist ein von Dave Foley (Das große Krabbeln, Postal) gesprochener Elf, der auf eine Beförderung hofft, stattdessen jedoch die "Ehre" bekommt mit einem Neuling (Derek Richardson) zusammenzuarbeiten. Sarah Chalke (Scrubs) wird ebenfalls eine Sprecherrolle haben.

ABC verspricht den disneytypischen Sinn für Humor und eine tolle Geschichte, die auch Erwachsene anspricht. Ausführender Produzent des Specials ist John Lasseter, der nach der Disney-Pixar-Übernahme die Zeichner und Animatoren um Ideen für Kurzfilme bat. Chris Williams (der Regisseur von Bolt) kam auf diese Idee, gab sie aus Zeitgründen jedoch in die Hände von Kevin Deters und Steve Wermers (u.a. Storyboarder bei Bärenbrüder), die mit diesem Special ihr Regiedebüt feiern.

Die Grundidee zum Special klingt ganz nett, die für mich größere Meldung ist die von Lasseter ausgerufene Ideensuche für Specials. Jeder Schritt weg vom produzenten und finanziergesteuerten Studio hin zu einem, wo die Kreativen was zu sagen haben ist ein guter Schritt. Mal schauen, was da noch für Ideen umgesetzt werden. Erinnert ein wenig an Eisners Anfangszeit, wo die Vorschläge der Künstler noch was galten und während "Gong Shows" Filme wie Arielle, die Meerjungfrau aufkamen...

Quellen: Animation Guild Blog und Variety