Montag, 18. Januar 2010

Avatar - Rückkehr nach Pandora

Vergangenen Mittwoch tat ich mein bestes, um Avatars Feldzug gegen diese unsägliche Schmierromanze Titanic zu unterstützen und reiste ein zweites Mal nach Pandora. Aus Zeitgründen war mein Abfahrtshafen nicht wie zuvor das hervorragend Problemen in der dritten Dimension entgegentretende Gloria, sondern das UFA in Düsseldorf. Erste Feststellung während meines zweiten Spaziergangs auf dem Dschungelplaneten: Irgendwie ist die Sicht verschwommener, als zuvor. Sagt bloß, hier wollte sich jemand nicht die optimale 3D-Kopie leisten?

Ansonsten bemerkte ich weitere Kleinigkeiten, die mir vergangenes Jahr bei der Jungfernfahrt nicht ins Auge stachen. Glasscheiben weisen öfters Fettflecken auf, die Na'vi haben vier Finger, während die Avatare deren fünf aufzuweisen haben. Der Detail versessene Mister Cameron, der will's ja echt wissen.

Den Wiedersehensfaktor eines Oben, Inglourious Basterds oder gar Crank 2: High Voltage kann Avatar allerdings nicht aufweisen. Die drei genannten Filme aus dem Jahr 2009 gefielen mir allesamt beim zweiten Anschauen besser, als es beim ersten Kinobesuch der Fall war. Bei Oben konnte sich meine Zuneigung zum Film festzementieren, so dass er auf meinem "Pixar-o-Meter" nicht weiter wankte und schwankte, sondern sich ohne jeden Zweifel auf dem dritten Platz meines Podests für Filme des Lampenstudios breit machen konnte. Inglourious Basterds wurde enorm stärker, entwickelte sich von einem großartigen Film zu einem meiner absoluten Favoriten. Mit jedem Ansehen eröffneten sich mir immer mehr künstlerische Komponenten und unterhaltsame Feinschliffe. Und Crank 2 ging immer stärker in Richtung Kult. Zitierbar, leicht zu referenzieren und die Gags haben "je mehr man sie kennt, desto schräger findet man sie"-Charakter. Avatar dagegen machte für mich einen Eindruck wie Hangover - keinerlei Abnutzungserscheinungen, zusätzlichen Respekt oder mehr Sympathie für den Film konnte ich beim zweiten Ansehen nicht aufbringen. Der Unterschied zwischen diesen beiden: Hangover werde ich mir definitiv noch für zu Hause holen. Ob ich Avatar in 2D haben möchte, um ihn jederzeit in den DVD-Player legen zu können? Ich bin noch unentschlossen.

Im Kino ist Avatar jedenfalls auch beim wiederholten Ansehen ein erstaunliches Erlebnis. Halt richtiges Eventkino mit überragenden Schaueffekten (der explosiven, als auch der malerischen Art) und einer schönen Verpackung, für eine immer wieder gern gehörte Geschichte.

5 Kommentare:

Sunshine hat gesagt…

Naja, besser immer noch die gleiche Meinung als rauszukommen und zu sagen: "Was fand ich daran den beim ersten Mal gut?!"

Hm, es sind "nur" noch 200 Mio., die fehlen. Wenn der Film nach den Klausuren noch läuft, geh ich nochmal rein. *g*

Boris Schmitz hat gesagt…

Das die Na'vis vier Finger haben und die Avatare 5 ist Absicht, damit soll verdeutlicht werden, dass die Avatare föllig neue Lebewesen sind.

Sir Donnerbold hat gesagt…

@ Boris: habe ich es denn als Fehler angekreidet? ;-)

Anonym hat gesagt…

Hallo, ich bin behindert und kann nicht ohne weiteres ins Kino. Meine Frage nun: kann ich Avatar zuhause über Dvd Spieler anschauen? Verfüge über einen HD Plasma Fernseher.

Vielen Dank für prompte Antwort

Sir Donnerbold hat gesagt…

Eigentlich sollte das kein Problem sein, sobald die DVD erschienen ist. Nur ohne den 3D-Effekt des Kinos. Einige 3D-Filme erscheinen mit "Billig-3D-Fassungen" auf DVD (das alte grün/rot, rot/blau oder sonstwas eingefärbte Bild mit Brille mit zwei verschiedenfarbigen Gläsern), das nicht nur die Farbe verfälscht, sondern auch schwach ist. "Echtes" 3D ist technisch möglich, aber noch nicht verbreitet, sauteuer und natürlich eher für Blu-ray gedacht als für DVD. Da hört mein Latein dann leider auf.

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