Dienstag, 9. Februar 2010

Unser Star für Oslo - 2. Ausscheidungsshow

Neue Woche, neue Gesichter: Zehn Kandidaten versuchen vor der von Stefan Raab geleiteten Jury zu bestehen und das Publikum davon zu überzeugen, dass sie die optimale Wahl für den Eurovision Song Contest sind. Fünf kommen weiter, für fünf ist der Traum ausgeträumt und wir wünschen ihnen viel Glück auf anderen Wegen.

In der zweiten Ausgabe von Unser Star für Oslo wird Stefan Raab von Sarah Connor (yikes!) und Peter Maffay (yeah) unterstützt. Dass Raab sich ausgerechnet Connor (wieder) mit in die Jury holte, über deren musikalisches Talent er oft genug kritisch scherzte, überrascht mich durchaus, anscheinend gingen ihm die für diese Sendung bereitwilligen musikalischen Künstler aus, die er respektiert (und Respekt verdient haben). Aber gut, nicht der Gesang der Jury soll bewertet werden, sondern das Können der zehn Kandidaten. Und genau damit möchte ich mich ohne weitere Umschweife befassen:

1) Jennifer Braun
Hey, Outta Love, ein Lied, bei dem ich mitreden kann! Zwar irgendwann überhört, mittlerweile geht's aber wieder. Mir gefällt der Klang ihrer Stimme, ein bisschen mehr Volumen dürfte sie haben, doch das ist schon Haarspalterei von mir. Die Schülerin hat eine große Bühnenpräsenz, was für den ESC sehr bedeutsam ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass man ihr einen Song auf den Leib zuschneidern kann. Nächstes Mal etwas weniger schreien, und sie könnte meine Favoritin unter den Kandidatinnen werden. (weitergewählt)

2) Benjamin Hartmann
Achje, mit Jack Johnston kann ich überhaupt nichts anfangen, dieses Kinderlied-Gedudel im Adult-Temporary-Radiogewand nervt mich nur und besonders showtauglich finde ich es auch nicht, da lieber eine große, gefühlvolle Ballade. Entsprechend sclecht kann ich Benjamins Stimme beurteilen. Sie klingt langweilig, was allerdings sicher allein an der grauenvoll öden Melodie liegen könnte. (ausgeschieden)

3) Maria-Lisa Straßburg
Nach ihrem Vorstellungsvideo überrascht mich die Straßenmusikerin mit ihrer tollen Gesangsstimme. Sie hat eine feine Rockerinnenstimme mit Rauchigkeit und Gefühl. Mich würde ein etwas melodiöserer Titel von ihr interessieren, um ihre vollen Möglichkeiten auszuloten. Scheint aber großes Potential zu haben, da wundert es kaum, dass sie in eineinhalb Stunden bis zu 80 Euro ersingen kann. Überzeugender Auftritt. (weitergewählt)

4) Behnam Seifi
Zu Beginn leiert mir der Zahntechniker zu sehr, beim Refrain angekommen steigert sich seine Leistung. Völlig überzeugen kann mich sein Auftritt dennoch nicht. Seine Stimme ist zu groß für den etwas intimeren Song (Save Room) den er auswählte. (ausgeschieden)

5) Sharyhan Osman
Die angehende Schauspielerin erfüllt die gesamte Bühne und singt sehr souverän und gefühlvoll. Sie haut mich nicht wirklich um, schlecht ist sie deshalb noch lange nicht. Kann durchaus was werden. (weitergewählt)

6) Alex Senzig
Während der ersten Strophe zeigt er Nervosität, spätestens nach dem ersten Refrain ist sie verflogen. Alex' Stimme ist gut, ein paar Töne saßen nicht richtig, dafür hat er viel Charisma. Bin unschlüssig, was ich von ihm halten soll. (ausgeschieden)

7) Jana Wall
In den Strophen beweist sie eine gute, für den Eurovision Song Contest zu farblose und somit zu schnell vergessene Stimme, im Refrain dagegen krächzt sie viel zu sehr und bemüht sich um Rauheit in der Stimme, was daneben geht. Sorry, für mich war's nichts. Sarah Connors "Sie hat den Monster-Baaaaadi mit dem M-----onsterblick!"-Jurykommentar verursachte, ganz am Rande erwähnt, Ohrenschmerzen. (ausgeschieden)

8) Franziska Weber
Sympatische Stimme, gute Performance. Wesentlich mehr habe ich zu ihr nicht zu sagen. (ausgeschieden)

9) Leon Taylor
Eine beruhigende, sanfte und schöne Stimme, die dem eher langweiligen Song etwas hörenswertes verleihen kann. Gefällt. (weitergewählt)

10) Christian Durstewitz
Eine sehr charakteristische Stimme und treffsicher bei den Noten. Christian war heute nicht ganz meine Marke, er hat aber Ausstrahlung und Talent. Sehr gut. (weitergewählt)

Die Wahl des Publikums war dieses Mal sehr solide, keine ärgerlichen Überraschungen dabei. Nächste Woche begegnen dann die fünf heute gewählten Kandidaten den fünf Zuschauerlieblingen der Vorwoche. Dann trennt sich langsam die Spreu vom Weizen.

Siehe auch:

12 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

wo ist denn lena?

Sir Donnerbold hat gesagt…

Die kommt doch erst nächste Woche wieder, mitsamt den anderen 4 Kandidaten aus der 1. Show, die weitegewählt wurden. ;-)

Andi hat gesagt…

Yeah, das nenn ich mal brandaktuell, ich überlege schon die ganze Zeit, was ich dir nachher schreibe^^ Jetzt aber erstmal weiter gucken.

Nur soviel: Was hast du denn für einen Liedgeschmack? Das zweite Lied fand ich auf Anhieb so ultrageil, dass ich es mir in der ersten Werbepause direkt äh sicherheitskopiert habe und "Der Weg" ist eines der schönsten richtigen Balladen.
Bei den ganzen Radio-Liedern, allen voran "Wherever you will go", das sind wirklich Kinderlieder. Google dir dafür mal die Akkorde von dem Song. Jetzt weiß ich warum er als "Radio-Mucke" schon immer nicht gefallen hat, das ist genau die I-V-VI-IV-Verbindung, die Axis of Awesome in ihrem genialen YouTube-Video als Grundstruktur fast aller Radio-Hits der letzten Jahre ausmachte (das Video lohnt sich auch für Nicht-Musiker!). Furchtbar dieser langweilige Nickelback-Radio-Rock...
more to come

Sir Donnerbold hat gesagt…

Von den heutigen Songs war nichts im Angebot, was ich mir kaufen oder gezielt anhören würde. "Outta Love" kennt man aber halt ;-)

So als Antwort bezüglich meines Liedgeschmacks.

Anonym hat gesagt…

vielen dank für die schnelle antwort. da hast Du mir den aber den abend gerettet ;)!!!!

Mowgli hat gesagt…

Ich bin nach wie vor für Lena. Die kommt aus meiner Stadt und macht auf meiner alten Schule Abi. Nen bisschen Lokalpatriotismus muss sein xD

Sunshine hat gesagt…

Dafür hat Opdenhövel doch einen netten Kommentar zu Connors Lasten gerissen. *g*

Ich bin zufriden mit der Auswahl des Publikums. Leon hat mMn viel Gefühl in das Lied gelegt; Christian fühlt sich offensichtlich pudelwohl auf der Bühne und kann gut unterhalten. Man muss abwarten, ob seine Art nicht vielleicht nervig werden könnte.

Maria-Lisa fand ich richtig klasse, auch die Jennifer hat sich gut präsentiert.

Bei Sharyhan (wieder eine alte DSDS-Bekannte) denke ich, dass das Lied etwas zu groß für sie war - ich hab nun mal immer das Original im Ohr und sie hat an manchen Stellen geschummelt. *g* Eine schöne Stimme hat sie auf jeden Fall.

Jana fand ich auch nicht so doll. Beim Einspieler dachte ich nocht "Joa, hört sich ganz gut an", aber der Refrain klang sehr bemüht, das passte einfach nicht.

Benjamins Titelwahl war unglücklich. Ich hab einen Jack Johnson Titel noch nie überzeugend von jemand anders gehört, obwohl Benjamin es ganz okay gemacht gemacht hat. Aber die Lieder plätschern mir immer zu sehr dahin; nettes Easy Listening im Radio, aber sonst?

Ich denke, insgesamt sind wirklich gute Kandidaten gefunden worden und ich bin sehr gespannt, wie sie sich so entwickeln.

Andi hat gesagt…

So jetzt habe ich endlich mal die Zeit für eine Riesen-Rezension. Warum so eine? Keine Ahnung, aber die Show bzw. das projekt machr mir Spaß und begeistert mich daher, möchte ich auch mal meinen Senf loswerden.
Zum Anderen muss ich mich zum Teil selbst revidieren. Das wichtigste hierbei ist wohl mich für meinen Ton in obigem Kommentar zu entschuldigen. Dieser wurde im sprichwörtlichen "Eifer des Gefechts" geschrieben und enthält daher meinen ganzen Gefühlschwall der mir während des Schauens und Lesens deines Kommentars durch den Kopf ging.
Dazu gehört auch, dass ein bestimmtes Harmonieschema einen Song nicht schlecht macht (dazu gehören andere Dinge, die ich nicht definieren kann, weil Geschmack ja bekanntlich nicht unbedingt rational begründbar ist). Ich finde es im Gegenteil eher lustig, wenn man herausfindet, wie ähnlich viele Songs funktionieren. Daher gefiel mir auch das angesprochene Axis-of-Awesome-Video so gut. Erschreckend fand ich allerdings, dass die darin gesungenen Songs fast alle aus den letzten 2-3 Jahren stammen. Das spricht eigentlich für sich und muss nicht weiter kommentiert werden. Jedenfalls empfand ich dann eben eine gewisse Häme, als ich herausfand, dass der oben angesprochene Song, der mir nicht gefällt, sich in die Reihe einreiht.
Auch meinen Kommentar zur 1. Show muss ich revidieren: Es ist nicht unbedingt die Aufgabe der heavytones völlig neue Arrangements zu entwickeln und so Songs in anderes Genre zu tranferieren. Das ist eher mein Wunsch, aber nicht ihre Aufgabe, und so müssen sie, wenn die meisten halt nur von mir als nervig und einfallslos empfundenen und Computer-Effekts-lastigen Radio-Pop a la Whitney Houston oder Timbaland oder von mir ebenso empfundenen, dafür besetzungstechnisch unkreativen Radio-Rock a la Nickelback spielen, wenn die Kandidaten das singen wollen. Mein Aufruf nach mehr Stilvielfalt sollte sich somit eher an die Kandidaten richten. Im Gegenteil holen die heavytones durch ihre Versionen noch sehr viel mehr aus den Songs raus, dadruch, dass zwar fast immer alle spielen, aber man dadurch auch z.B. Bläser in Stücken hört, wo eigentlich keine sind und die Stücke schon dadurch interessanter machen. Den heavytones gilt sowieso mein uneingeschränktes Lob; sie sind für mich die eigentlichen "Stars" und der Hauptgrund wieso ich jede Woche einschalte.
Besonderes Lob und Hochachtung geht an Wolfgang der zur Zeit nicht nur die üblichen ca. 16 Stücke die Woche für tv total sondern für die USFO-Shows noch pro Woche weitere 10 und damit 26 Stücke die Woche arrangiert und mit den jungs einstudiert, in den Wochen in denen die ARD mitsendet werden es dann sogar 36!

Andi hat gesagt…

Aber jetzt zur eigentlichen Show:
Zunächst mal muss ich mich über Juroren auslassen. Abgesehen davon, dass da meiner meinung nach Jazz-und-Popularmusiks-Professoren bzw. Berufsmusiker hingehören und keine "Popstars" war ich ja letzte Woche doch positiv überrascht von Westernhagen über den ich nichts weiter weiß, als dass ich seine Musik nie interessiert hat und Yvonne Catterfeld, die ihre Berechtigung meiner Ansicht nach durch ihr von ihr angesprochene Popularmusikstudium erhalten hat. Sarah Connor fand ich allerdings unter aller Sau. während Stefan sich wieder bemühte auf gesangliche Unzulänglichkeiten hinzuweisen (die ich nebenbei bemerkt selbst gar nicht bemerke - soviel nochmal zu meinen Sangesqualitäten), spielte die Connor diese als nebensächlich unter den Tisch und machte in ihren von tiefstem überflüssigen "Denglisch" (Wieso "Vocal-Coach" und nicht einfach "Gesangslehrer"?) durchzogenen Kommentaren ihr gesteigertes Interesse am, wörtlich, "Style" der Kandidaten bemerkbar und weniger an den musikalischen Qualitäten. Peter Maffay war eine Lachnummer - Kritiken nach dem Motto, "Du bist sympathisch, netter Song, gut gesungen" sind keine ernstzunehmenden Kritiken.

Andi hat gesagt…

Mist jetzt habe ich aus Versehen meine kandidaten-Rezensionen gelöscht. Die gibts nachher, jetzt habe ich erstmal keinen Bock mehr *grrr*

Sir Donnerbold hat gesagt…

So, endlich fit um zu antworten. Zunächst: Wieso entschuldigst du dich für deinen Ton? Dein erster Kommentar hier war doch ganz normal. Da gibt's Fälle, wo ich mir eher eine Entschuldigung gewünscht hätte. ;-)

Dem Lob für die Heavytones kann ich mich natürlich nur einreihen. Und so gesehen müsste ich deine Revidierung wieder eindämmen: Die Heavytones können es sich gerne zur Aufgabe machen, etwa rein elektronisches Gesample für ihre Besetzung zu konvertieren, und dabei auch ein bisschen in den Genres und Subgenres rumzubiegen, wenns ganz zum Schluss besser klingt.

Bezüglich deiner Jurywünsche sprichst du meiner Meinung nach jedoch viel zu sehr aus deiner eigenen Perspektive. Frei nach dem Motto "meinesgleichen ist mir gerade gut genug". Musikprofessoren haben natürlich ein anderes theoretisches Vorwissen, aber inwiefern ist ein Postar denn kein Berufsmusiker? Sie verdienen sich ihr Geld mit Musik. Das ist doch ein Beruf. *g*

Unter den ganzen Sängern und Sängerinnen gibt es natürlich auch Qualitätsunterschiede. Eine Sarah Connor (deren Musik ich nicht mag) jault ins Mikro und lässt den Rest vom Management und einer Horde Tontechniker/Computersoftwarespezialisten machen, einer Yvonne Catterfeld (deren Musik ich nicht mag) rechne ich da auch ohne ihr Musikstudium schon andere Qualitäten zu.

Insgesamt macht's wohl die Mischung. Ein etwas theoretischer bewanderter Promi und ein stärker auf Praxis, Performance und Personality (Drecksalliterationensucht... Danke, Frau Dr. Fuchs...) sind doch zusammen bei der Suche nach einem potentiellen ESC-Gewinner besser als Prof. Otto Karl Funkenspotz von der St. Erpelsburger Fachakademie für Elektrojazz und Dirigent Heinrich aus der Wuthöhle. Oder Sarah Connor und Nena.

Andi hat gesagt…

Deinem Kommentar zu den heavytones pflichte ich natürlich bei.

Warum ein Popstar kein Berufsmusiker ist, hast du selber beschrieben.

"Meinesgleichen ist mir gerade gut genug"? Wenn du wüsstest... Schön wär's ;-)

Was das Wechselspiel zwischen Musikalität und "Perfomance" alias "Auftritt" angeht, warte meine nächste Rezension ab *rotanlauf*

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