Freitag, 2. April 2010

Projekt Hörsturz - Die 17. Runde

Zum nunmehr 17. Mal findet das Projekt Hörsturz statt. Wieder einmal wurden fünf Lieder gezogen, die es zu bewerten gilt. Die Skala ist vorgegeben (0 bis 5 Punkte in 0,5er Schritten), wie wir die Lieder bewerten, das bleibt uns überlassen. Ich lasse bei den Besprechungen im Rahmen dieser Reihe gerne ein, zwei Sicherungen bei mir durchbrennen, angesichts des Osterfestes möchte ich mich allerdings auf das wertvolle und grundlegende besinnen und normale Kritiken verfassen.

Nein, mit Ostern hat das nichts zu tun, ich finde lediglich, dass es wieder Zeit für eine normalere Ausgabe ist. Also, ohne weitere Umschweife, auf ins Hörsturz-Projekt.

Graustufenregenbogen von Maeckes
Deutscher Rap, der nicht von den Fanta 4 oder Fettes Brot stammt, hat es bei mir schonmal von Anfang an schwer, das muss ich halt zugestehen. Da Maeckes auf inhaltliche Klischees und ständiges Ausstöhnen von Schmipfwörtern verzichtet, bin ich gewillt, auf meine Vorurteile zu verzichten. Dass seine Stimme ebenso gelangweilt vor sich herplätschert, wie der nölige 08/15-Beat inklusive Pseudomelodey aus einem Kinder-Casio (vermutlich in hellgrau), macht die Sache allerdings schnell wieder kaputt. Sprechgesang lebt halt vom... naja, sprechendem Gesang des Rappers. Wenn der demotiviert seinen Text vorliest, dann gibt's halt nicht weiteres, was mich ansprechen könnte.

1,5 von 5 grauen Regenbögen, um den guten Willen des Songs zu entlohnen

Devil's Dance Floor von Flogging Molly
Selten genug werden im Projekt Hörsturz Lieder gezogen, die ich kenne. Dass mich an dieser Stelle die irisch-amerikanischen Folk-Punk-Rocker von Flogging Molly mit ihrer Tin Whistle und einem Akkordeon auf den Tresen des Pubs bitten und zum Tanz auffordern, erfreut mich dann natürlich umso gewaltiger. Darauf ein Gunniess.

4,5 von 5 ausgelassenen Abenden mit Freunden und Fremden

Slackjaw von Element Eighty
Erst werden die Ohren von einem planlos daherschreiendem Kerl betäubt, dann folgen uninspirierte Durchschnittsriffs und Drums. Der eigentliche Sänger ist ganz cool, kommt allerdings um einiges weniger zu Wort als der unangenehme Brüllkerl. Nach ca. 2:15 Minuten kommt eine längere Phase, wo der Brüller in gesunden Dosen verwendet wird und das Lied zeigen kann, welches Potential darin steckte.

2 von 5 klaren Aussagen, dass ich Gesang gegenüber Gebrüll bevorzuge

Odyssey Europa von Kirlian Camera
Mystisches, atmosphärisches Wispern, die Sängerin fängt irgendwann an stärker zu drücken, doch rüberkommen mag das Lied bei mir nicht wirklich. Doch es ist ganz nett für nebenher.

2 von 5 im Hintergrund laufenden Dramen

Down in Mexico von The Coasters
Entliehen aus dem Death Proof-Soundtrack: Stylischer Nostalgie-Kult, der nach verlotteter, toller Bar, kaltem Hochprozentigem und heißen Frauen klingt. Fehlen bloß noch die Bilder dazu...

4,5 von 5 Schmetterlingen

Und damit hätten wir eine weitere Runde hinter uns gebracht. Wir sehen uns in nicht all zu ferner Zukunft wieder, wenn Projekt Hörsturz volljährig wird. Macht schonmal das Bier an und stellt die Nutten kalt, denn das wird eine geile Party. Sofern es der Zufallsgenerator gut mit uns meint.

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