Samstag, 19. Juni 2010

Blues Brothers heilig gesprochen

Naja, ein wenig übertreibt es die Überschrift dann doch, allerdings ist John Landis' Kult-Musikfilmkomödie von 1980 verflixt nah dran. Zum 30. Jahrestag der Kinopremiere der Blues Brothers wurde in der (semi-)offiziellen Zeitung des Vatikans, L'Osservatore Romano, ein Artikel über die sonnenbebrillten Ganoven veröffentlicht, der ihren Film als einen "katholischer Klassiker" bezeichnete.

Die urkomische und wunderbar swingende Mission, die die Blues Brothers angeblich im Auftrag Gottes erfüllen, sei deshalb laut dieser Zeitung allen Katholiken der Welt zum Filmgenuss empfohlen. Somit reiht sich der auf einem Saturday Night Live-Sketch basierende Kultstreifen in eine Ahnenfolge wesentlich bibelgetreueren Produktionen wie Cecil B. DeMilles Epos Die zehn Gebote, dem kontrovers diskutierten Die Passion Christi von Mel Gibson oder die Miniserie Jesus von Nazareth aus dem Jahr 1977 ein. Weitere Filme, die nicht auf Bibelstoffen basieren, aber dennoch neben Blues Brothers bereits empfohlen wurden sind laut The Hollywood Reporter Frank Capras Weihnachtsklassiker Ist das Leben nicht schön? und Victor Flemings Johanna von Orleans.

Man muss allerdings kein Katholik sein, um sich Blues Brothers anzusehen. Abgesehen davon, dass die von John Belushi und Dan Akroyd gespielten Ganoven/Musiker Geld für ein katholisches Waisenhaus sammeln wollen, sie eine dezent unheimliche Nonne aufsuchen und in einem von James Brown geleiteten Gottesdienst eine (vermeintliche?) Erleuchtung zu beobachten ist, hat der unsterbliche Kultklassiker nichts mit Religion am Hut. Wer also noch immer eine Bildungslücke hat und noch nie die irre Mission der Blues Brothers, deren verrückten Verfolgungsjagden mit absurd hohem Polizeiwagen-Verbrauch und die coole Musik der beiden Brüder miterlebte, der sollte das ganz gleich seines (Un-)Glaubens schnellstens nachholen. Und wenn ihr euch somit ganz aus Versehen bei Benedikt beliebt macht, wem soll das schon wehtun?

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wild Bill Kelso meint:

Das John Belushi ein begnadeter Schauspielere war, steht ja wohl ausser Frage.
Und der Film ist ein wirklicher Kultfilm geworden, obwohl mir Belushis Darstellung eines "leicht" verwirrten Piloten in Spielbergs 1941 immer noch besser gefällt.

Aber zurück zum Thema:
Wo bleibt den ein vatikanischer Kommentar zu Das Leben des Brian?

Gruß,
WBK

BtW: Sid, entweder schreibst du zuviel oder ich habe zu wenig Zeit. . .

Andi hat gesagt…

Ach, diesselbe Zeitung hat sogar vor einiger Zeit die Simpsons gewürdigt. Schön, dass damit so manches Klischee aufgeweicht wird, großen Belang kann man dieser Meldung allerdings wirklich nicht zusprechen. Aber netter Artiekl für zwischendruch ;-)

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