Montag, 26. Juli 2010

Projekt Hörsturz - Die 25. Runde... Zeit für Cover!

Coverversionen. Die momentan von der Popkultur-Gesellschaft weniger schief angeblickten Remakes. So lange sich ein Cover nicht einfach durch drunter gelegte Beats vom Original unterscheidet, werden Cover meiner Beobachtung nach als Ausdrucksform von Interpreten akzeptiert. Wenn Künstler A Lied B von Künstler C mag, dann darf er ihm gerne seine Ehre erweisen, indem er dieses Lied seinem Stil anpasst.

Und um genau dieses Thema dreht sich alles in der 25. Ausgabe von Projekt Hörsturz.

Starstrukk von Marina & the Diamonds (Original von 3Oh!3)

Es berührt mich nicht und es hat keinen Wumms dahinter, aber der Akzent von Marina und die leicht gequälte Betonung haben im Zusammenspiel mit der sehr zarten Instrumentierung einen faszinierenden Effekt. Dieses Cover hat sehr viel mehr Seele als das anstrengende Original und zeigt, weshalb Coverversionen kein Übel sind. Denn ohne das miese Original gäbee s dieses nette Lied nicht.

3 von 5 Stilwechseln

Seven Nation Army von Nostalgia 77 (Original von White Stripes)

Seven Nation Army ist ein Lied, das ich sowieso nur recht gut fand, während linientreuere Alternative es unglaublich hypten. Dann wurde es ein Charterfolg, weshalb viele dem Song ihren Rücken zukehrten. Nett. Dann wurde es zu dem Stadion- und Menschenmassen-Dauerklopper. Wodurch es sich völlig überreizt hat. Das Cover von Nostalgia 77 hat nichts mehr mit dem Stadiongegröhle zu tun (gut), klimpert die berühmten Notenfolgen übermüdet runter (schlecht) und verfeinert das ganze mit einer kreischenden Soulstimme, die zu dick aufträgt (sehr schlecht).

1 von 5 "Da gehe ich lieber an einem Stadion vorbei"

'97 Bonnie & Clyde von Tori Amos (Original von Eminem)

Wenn ich nachts aus Versehen an MTV vorbeizappe, wenn Fist of Zen läuft, bekomme ich stets eine innere Krise und könnte irrational um mich schlagen. Wie die Kandidaten dort flüstern bringt mich jedes Mal auf die Palme. Der Zischton eines Flüsterns ist vorhanden, auch die durch das Hauchen erzeugte Kratzigkeit der Stimme, aber die Plosivlaute sind weiterhin laut und haben einen richtigen Hall hinter sich. Keine Ahnung, aber ich finde dieses Klangbeet scheußlich. Und genau so flüstert die Interpretin dieses Liedes. Mir kräuseln sich gerade die Zehennägel.

0,5 von 5 ungerechtfertigt harten Benotungen, denn so kunstvoll das auch sein mag, so sinnlich es für andere definitiv wirken könnte, bei mir trifft es die falschen Nerven.

Sweet Disposition von Ellie Goulding (Original von The Temper Tramp)

Das ist schnell bewertet: Schwaches Stimmchen und noch schwachere Melodie. Aber es schmerzt nicht.

1,5 von 5 Liedern, die plötzlich rum sind, ohne dass man gemerkt hat, dass es zwischendurch überhaupt anfing

Sweet Dreams von Marilyn Manson (Orignal von Eurythmics)

Ich sagte Mal, dass mir Marilyn Manson nur dann so richtig gefällt, wenn er covert. This is Halloween und Tainted Love finde ich wirklich klasse. Personal Jesus war ganz okay, aber das ist eine Ausnahme und nur in sehr geringen Dosen zu ertragen. Dieses Cover ist nicht so stark wie die beiden genannten, doch noch immer recht akzeptabel. Insofern ein weiterer Pluspunkt für Coverversionen: Wenn manche Interpreten ausschließlich Coverversionen aufnähmen, ich würde nichts vermissen.

3 von 5 Schreckgestalten

Und nun die Lieder, die nicht in die Endauswertung kommen. Im Schnelldurchlauf:

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