Dienstag, 17. August 2010

Meine Top 10 Dinge im Disneyland Paris - abseits der Attraktionen

Manche von euch hatten es sicherlich vermutet: Vor kurzem habe ich mir endlich wieder einen Kurzurlaub im Disneyland (Resort) Paris gegönnt - und es war wieder einmal großartig. Dieses Mal war es sogar besonders gelungen, weil einfach alles reibungslos lief und die Stimmung passte und überhaupt und generell und sowieso.

Anlässlich meiner Rückkehr in die Realität möchte ich an dieser Stelle meine (zwischendurch dezent augenzwinkernden) Top 10 Dinge präsentieren, die für mich einen Besuch im Disneyland Paris ausmachen. Abgesehen von den Hauptattraktionen. Auf die Fahrgeschäfte, die festen Shows sowie die Paraden und eventuell stattfindendes Feuerwerk muss ich ja wohl nicht wirklick hinweisen. Doch der Rest bedarf etwas mehr des Scheinwerferlichts. Also Spot an für meine "alternativen" Disneyland Paris Top Ten!

10) Andere Besucher belauschen

Der Standort Europa ist aufgrund seiner kulturellen und sprachlichen Varietät für einen Disneypark Fluch und Segen zugleich. Einerseits wird Disney durch die europäischen Sensibilitäten ein wenig aus der Reserve gelockt, weshalb man sich bei it's a small world endlich um muttersprachliche Kinderchöre bemühte, die den Ohrwurm aufnahmen oder seine amerikanische Einstellung hie und da (anfangs widerwillig) etwas mit internationalerem Flair würzte. Andererseits entstehen durch die Sprachhürde auch gleichermaßen Probleme. Die Jungle Cruise, eine Attraktion die vornehmlich von den haarsträubenden Witzen der Cast Member lebt, wird wohl nie den Sprung nach Europa schaffen, da sie für einen Teil der Besucher bloß aus ein paar Robotertieren und einem unverständlich plappernden Kerl besteht und der französische Stolz auf die eigene Sprache beschert den Parkbesuchern manche fragwürdige Momente, wie etwa französisch nuschelnde Minenarbeiter tief im wilden Westen oder Shows, in denen ein englisch sprechender Donald Duck von Micky Maus französische Antworten bekommt. Das ist dann doch etwas merkwürdig und passt weniger zur Illusion als die Existenz ein paar französelnder Piraten im Pirates of the Caribbean-Ride. Allerdings kann man als Besucher des Disneyland Paris dafür seine Wartezeit (und davon gibt es abhängig von der Saison jede Menge) damit verbringen sich die Gespräche anderer Besucher anzuhören und so abzuschätzen, welche Nation dem magischen Königreich gerade wieder einige seiner Einwohner abtreten musste. Bei meinem letzten Besuch konnte ich einige Deutsche und Spanier ausmachen, die Niederlande und England (der seine Reise Stitch gegenüber als sehr weit bezeichnete, mhm) waren ebenfalls gut vertreten und sogar ein Jugoslawe hat den Weg zur Maus gefunden. Interessant.

9) Eine ruhige Ecke finden

Nur bei längeren Ausflügen nötig, aber dafür dann umso erholsamer: Die Suche nach einem idyllischen Plätzchen mit überwältigender Aussicht und keinen hektischen Menschenmassen um einen herum. Es gibt hie und da weniger überlaufene Ecken und manchmal sind normalerweise als volle Orte bekannte Stellen plötzlich leergefegt. Hingesetzt, die Atmosphäre aufgesogen, Batterien aufgetankt und die Ruhe genossen. Danach kann es energischer denn zuvor weitergehen mit dem Abenteuer Disney.

8) Cherry Sprite

Zu einem mehrtägigen Besuch im Disneyland Paris gehören selbstverständlich auch Abstecher ins Disney Village dazu. Mein Lieblingsrestaurant? Annette's Diner, das 50er-Style-Restraurant mit stilechten Megaburgern, riesigen Milkshakes und rosa Sitzbezügen. Sowie Bedienungen auf Rollschuhen, wobei sich dies seit der Öffnung einer zweiten Etage zu einer Rarität entwickelte. Irgendwann probierte ich dort eine Cherry Sprite, eine kuriose, megasüße Mischung die mir bislang nur in diesem Restaurant begegnete. Seither gehört dieses Getränk zu jedem Besuch in Annette's Diner dazu. Und irgendwie entwickelte es sich zu einem augenzwinkernd hochgepuschten "Must Have" jedes Disneyland-Besuchs. Denn was wäre Disneyland für mich ohne Cherry Sprite? Wie sonst soll mein Urlaub denn auch nach Disney schmecken? Okay, es gibt noch ein paar Disney-Speisen, aber man kann die Getränke ja nicht einfach außer Acht lassen!!!!

7) Hotel TV

Der Disneyland-Kanal im Hotelfernsehen der Disney Hotels ist für uninformierte Erstbesucher vielleicht noch ganz informativ. Für eingeschworene Fans und Wiederholungstäter ist die werbende Reisedauerinformation dagegen zu oberflächlich, als dass sie neues bieten könnte. Dennoch hatte ich stets meinen Spaß am Hotelsender: Welche Attraktionen werden in der xten Neuauflage beworben, gibt es neues Bildmaterial, blablabla. Zwischen meinen letzten beiden Hotelaufenthalten gab es dann eine Neuerung: Statt eines Dauerkommentar aus dem Off gibt es nun eine fesche Moderatorin und statt wahllos aneinandergereihter Informationen wurde der Spaß in eine Top Ten verpackt. Und ja, mir machte diese Top Ten erschreckend viel Spaß. Die Titelkarten waren hübsch gestaltet, die Vorliebe der Moderatorin für eine gewisse schnatternde Ente machte mir das Filmchen nochmal um einiges sympatischer und überhaupt lässt sich dieses neugestaltete Informationsvideo äußerst hübsch ansehen. Ein eher sinnloses "Must Have" meiner Disneyreisen, aber ein unerklärlicher Spaß kurz vor dem Frühstück oder vor dem Einschlafen...

6) Cast Member, die nicht nur für das Geld dort sind

Ob Kleinigkeiten Verkäufer/innen, die sich die Zeit für einen kleinen Plausch nehmen, Cast Member die sich nahe dem Eingang/Ausgang aufbauen und mit überdimensionalen Micky-Handschuhen winken, sehr piratig rumschimpfende Platzanweiser in Pirates of the Caribbean oder große Leistungen von Cast Membern, die weit, weit über die Anforderungen ihres Jobs rausgehen und ale Hebel in Bewegung setzen, um einen kleinen Disneytraum in Erfüllung gehen zu lassen: Disneyangestellte, die mehr als das Mindeste machen, geben dem Aufenthalt im Mäusekönigreich eine Extraprise Zauber.
Manche Attraktionen leben sogar hauptsächlich davon: Armageddon etwa ist nur dann richtig spaßig, wenn man die Details des Showablaufs vergessen hat und einen Cast Member erwischt, der die Preshow nicht nur runterspult, sondern richtig abgeht und für Stimmung sorgt.

5) Brownies

Eine weitere Leckerei, deren Pflichtstatus sich verselbstständigte: Mindestens eine dieser schockoladigen Zuckerbomben muss einfach sein, vorzugsweise auch mehr. Die Brownies im Disneyland Paris sind besonders schockoladig, besonders bissfest, besonderslecker. Oder anders, scherzhaft gesagt: Sie sind einer der Topgründe, überhaupt hinzufahren. ;-)

4) Die kleinen Details

Disneyparks haben nicht nur freundliche Mitarbeiter, großartige Shows, super Paraden und klasse Fahrgeschäfte, sie sehen vor allem auch super aus. Deshalb werden nicht ganz so intensiv thematisierte und durchgestaltete Parks von Disneyfans auch so giftig angezischt: Das Design ist ein Hauptelement der Disneyerfahrung. Die großen Sehenswürdigkeiten wie das Dornröschenschloss, der gigantische Space Mountain oder das viktorianische Disneyland Hotel werden ja ununterbrochen geknipst, aber gerade als Disney-Wiederholungstäter lernt man mehr und mehr die Details zu schätzen. Die Namen auf den Schaufenstern in der Main Street U.S.A., Goofys Schmerzensschreie beim Zahnarzt, versteckte Colakisten im Adventureland, all jene Schnörkel, die zeigen, wie durchdacht die Disneyparks sind.
Die Disney Promenanden zähle ich ebenfalls dazu: Die Platten vor beiden Parks, auf denen sich manche Besucher verewigen ließen. Mein Stein muss natürlich bei jedem Besuch aufgesucht und geliebkost werden...

3) Shoppen

Neue Stücke für seine Sammlung suchen, neue Stücke für seine Sammlung finden, nach Geschenken stöbern und andere tolle Sachen bestaunen, die man klasse findet, sich aber nicht unbedingt holen wird (es gibt zum Beispiel jede Menge großartiges Stitch-Merchandising, aber da ich ihn nicht sammle und das Geld für anderes "benötige", werden die Stitchkäufe natürlich auf ein absolutes Minimum reduziert): Das ist ein absolutes Muss für mich. Keine Disneylandfahrt, ohne Shops.

2) Musik. Musik überall!

Zunächst ein Gegenbeispiel aus einem anderen Park: Ausflug in den Movie Park Germany. Ein paar Freunde und ich kommen gerade von der Holzachterbahn, als sich ein paar begannen für eine Attraktion im Stil einer Kirmes-Frisbee zu interessieren. Dieses Fahrgeschäft befand sich im Westernteil des Parks (die Westernecke gibt's auch wirklich fast überall... da hat Onkel Walt wahre Pionierarbeit geleistet). Auf der Fassade in Holzoptik (okay) befanden sich bunte Blinklichter (naja) und als das Teil losfuhr, spielte... Anton aus Tirol von DJ Ötzi. Ähm... ja...
In Disneyland passiert sowas nicht. Überall hängen Lautsprecher, aus denen zur Umgebung passende Musik läuft, die eine in sich geschlossene Atmosphäre erzeugt. Dadurch fühlt man sich wie in einem guten Film. Die Musik in den Disneyparks ist essentiell für das zauberhafte Erlebnis und sorgt für die unbeschwerte Stimmung. Natürlich macht nebenbei auch das Erkennen der umarrangierten Disneymelodien jede Menge Spaß. Und richtig klasse wird es, wenn man das Glück hat eine der (leider seltener auftretenden) Livebands zu erwischen.

1) Die Disneyfiguren

Okay, für eine "alternative" Top Ten ist das hier natürlich ein absoluter Nobrainer. Doch alles andere wäre eine verlogene Nummer Eins: Die Begegnungen mit den "Characters" sind das Wichtigste an einem Disneypark. Gute Attraktionen kann rein theoretisch jeder bauen, sogar gute Musik soll in manchen Parks zu hören sein, aber das kann niemand kopieren oder übertreffen. Und dennoch habe ich den Anschein, das manche Reisenden diesem Teil des Disneyerlebnisses nicht genügend Wertschätzung schenken. Denn selbst als Erwachsener kann man eine Riesenfreude daran haben sich mit den Disneyhelden und -schurken ablichten zu lassen oder auf Figuren-Fotosafari zu gehen. Ob ein Treffen mit seinen persönlichen Lieblingen oder der aufregende Nervenkitzel, wenn es einem gelingt eine selten auftauchende Figur fotografieren zu können - ich habe immer Riesenspaß an den Disneyfiguren und Disneylandbesuche, bei denen die Treffen mit ihnen zu kurz kommen, sind eher schwache Besuche.

1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiProjekt_Comic_und_Animation/Werkstatt/Rapunzel_%28Film%29

Kannst du dich diesem Artikel erbarmen? Da müsste wirklich mal ein Profi wie du es bist ran!

Was Disneyland betrifft, die Brownies sind echt genial lecker, daran könnte ich mich tot essen *g*

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