Freitag, 10. September 2010

Projekt Hörsturz - Die 28. Runde



Projekt Hörsturz. Ein Haufen Blogger schlägt Lieder vor, ein ominöser Zufallsgenerator sucht fünf Vorschläge aus, ein Haufen Blogger bewertet die Musik auf einer Skala von 0 bis 5.  So einfach geht das.

Born On A Horse von Biffy Clyro

Ein eingängiges, harmonisches Stück mit Charakter und Ohrwurmqualität. Es fehlt der gewisse Pepp für die höheren Weihen, aber es ist sehr gefällig.

4 von 5 Pferdegeburten

45 (Diner Version) von Elvis Costello

Ein mir sympatischer Interpret mit einem soliden Song. Machen wir es uns heute doch Mal einfach, bevor ich demnächst wieder den Wahnsinn in diesem Bloggerprojekt ausbrechen lasse. Der juckt wieder in meinen Fingern...

3 von 5 Bedienungen in Rollschuhen

Somebody New von The Amplifetes

Woah, Rücksturz in moderne Zeiten. Mit dezentem zeitlosen Touch. Keine Ahnung, vor meinem inneren Auge findet ein Rave auf dem Dach eines alten Hochhauses ab und der einen Polyesteranzug tragende DJ kippt sich gerade ein Radler anstatt Alkopops in den Rachen, während der wahrscheinlich frisch aufgetaute Hippie-Dude neben dem Schokobrunnen das megaheiße Club-Girlie im knallroten Lack-Minirock abschleppt. Und ich bin mit einem altmodischen Londoner Taxi hierher gekommen.

4 von 5 Trips, ohne Drogen eingeworfen zu haben

Alice Practice von Crystal Castles

So klingt es, wenn jemand in einer schäbbigen Kneipe zwei Blocks von einem Katy-Perry-Konzert entfernt den Weltrekord in Space Invaders aufstellt.

2 von 5 Flipperautomaten

There Are Some Remedies Worse Than The Disease von This Will Destroy You

Und so klingt es, wenn dieser Kerl eineinhalb Jahre danach allein in seiner Zwei-Zimmer-Wohnung auf dem ausgefransten Billigteppich liegt, umgeben von leeren und halbleeren Bier- und Whiskeyflaschen, darüber sinnierend, wieso er in diese dämliche Kneipe gegangen ist um den Weltrekord in Space Invaders aufzustellen, statt zu diesem verfluchten Katy-Perry-Konzert zu gehen, wo ja diese schnuckelige, entfernte Bekannte von ihm hingehen wollte, auf die er ja stets ein Auge geworfen hat, um so dafür zu sorgen, dass sie engere Bande zu knüpfen und zu vermeiden, dass sie sich unsterblich in diesen Finanzspekulanten-Praktikanten zu verlieben, dieser dreckige Mistkerl mit seinem nicht sitzenden graubraunen Polyesteranzug, seiner schiefen Nickelbrille und dieser suspekten Vorliebe für Latexhandschuhe, ich mein, der kann doch nicht gut für sie sein, und überhaupt, wieso ist alles in meinem Leben schief gegangen, ach Mensch, wenigstens diese Band weiß wie ich mich fühle... und wo ist mein alter Super Nintendo, ich könnte jetzt etwas Ablenkung gut gebrauchen, aber stattdessen höre ich zu dieser mich vollkommen einvernehmenden, atmosphärischen und emotionalen, dennoch rockenden Musik... Scheiß Space Invaders, wo hatte ich nur meinen juvenilen Kopf?!

4,5 von 5 eidesstattlichen Erklärungen, dass diese Bewertung nichts, aber auch wirklich gar nichts autobiographisches an sich hat, ehrlich.

2 Kommentare:

Konzertheld hat gesagt…

Hast du das mit den Drogen während dem Schreiben noch nachgeholt? :D Liest sich saugeil.

Sir Donnerbold hat gesagt…

Ach, sowas schaffe ich auch ohne Drogen. ;-)

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