Freitag, 4. Februar 2011

Filme, die jeder liebt. Bis auf meine Wenigkeit.

 oder: Eine Liste über cineastische Abneigungen, die mich zweifelnde Blicke ernten lassen

Vor ein paar Wochen überlegte ich, welche größeren Artikelthemen ich demnächst behandeln möchte. Klar, die Hitliste der besten und schwächsten Elemente in Rapunzel. Aber was noch? Mir kam eine Liste über Filme in den Sinn, die sich allgemeiner Beliebtheit erfreuen, nur von mir keine Lobeshymnen zu hören bekommen. Ich fand das eine sehr natürliche und naheliegende Wahl, immerhin habe ich den jüngeren Filmen von James Cameron regelmäßig eine explodierende Kommentarsektion zu verdanken. Zudem wäre sie ein ergänzendes Gegenstück zu meiner Hitliste der zehn peinlichen Film-Leidenschaften meinerseits. Ich machte mir deswegen sofort ein paar Notizen und nahm mir vor, sie bei Gelegenheit auszuarbeiten.

Und als ich heute morgen online ging, sah ich das:



(mehr von Doug Walker gibt's auf ThatGuyWithTheGlasses)

Na großartig. Jetzt stehe ich im Zugzwang, um nicht von allem und jedem als Trittbrettfahrer betrachtet zu werden. Da mir während der Ausarbeitung meines kleinen Countdowns auffiel, dass ich bei Filmreihen oder dem Lebenswerk mancher Regisseure ebenfalls einige verquere Ansichten habe und hie und da einen etwas unbeliebteren Film über jedermanns Favoriten stelle, möchte ich diese "Spin Off"-Idee dieses Artikels direkt schonmal hinausposaunen. Bevor jemand anderes sie komplett umsetzt und ich schon wieder hinterherhinke.

Wie dem auch sei - hier ist sie, meine Top Ten der Filme, die jedermann liebt. Bloß ich nicht.

Platz 10: The Da Vinci Code - Sakrileg

Als Autor musste Dan Brown bekanntlich einen enormen "Hype Backlash" hinnehmen. Denn wer mehrere Bestseller, noch dazu solchen Formats und mit so medienträchtigen Themen, verfasst, der kann nicht lange unkritisiert an den Wächtern des literarischen Kanons vorbeimarschieren. Dabei ist sein Stil meiner Meinung nach wirklich fesselnd. Die Handlungsfäden, die er ab und zu spinnt und seine Charakterzeichnungen... eher weniger. Der Sprung auf die Leinwand schadet Brown dabei am meisten. The Da Vinci Code war im Kino einfach nur öde. Den Beginn, über den sich schon alle lustig gemacht haben, kann ich noch hinnehmen. Ja, wenn ich sterbe, schreibe ich einfach den Namen des Mörders hin und bringe keine weltumspannende Schnitzeljagd ins Rollen. Doch ich kann das als plausibel im Rahmen dieser Geheimbundgeschichte hinnehmen. Bloß was danach folgt, ist von Ron Howard so träge eingefangen. Tom Hanks starrt sich als blasser Thriller-Protagonist so durch, all die spannenden Rätseleien werden überhastet abgehandelt, während die ohnehin nicht viel Material liefernden Charaktermomente ausgewalzt wurden. Das beste am Film ist klar der Score von Hans Zimmer. Der deutsche Exportschlager ist der beste Grund, weshalb die einen Wechsel ins Filmmedium kaum überstehende Schreibe Dan Browns von mir aus gerne weiterverfilmt werden darf. Da Bücher heutzutage praktisch gar nicht mehr instrumental adaptiert werden, nehme ich den Umweg über den Film dankend hin. Die zum Teil recht drögen Filme überrollt Hans Zimmer zwar, doch so lange sein Score zum Buch passt und alleinstehend funktioniert, ist mir das schnuppe. Die besser ausgearbeitete Leinwand-Fortsetzung Illuminati war dank Zimmer übrigens auch der schlechteste Film, den ich mir mehrfach im Kino ansah. Die Musik fand ich zu stark, als dass ich einen zweiten Besuch zu vergünstigten Konditionen hätte ausschlagen können.

Platz 9: Prinzessin Mononoke

Mit einer derzeitigen IMDb-Bewertung von 8,4 (#112 der Top 250) ist Prinzessin Mononoke von Hayao Miyazaki einer der ganz großen heiligen Kühe des Animationsmediums sowie des asiatischen Films. Ihn nicht zu mögen, kommt vielen einem Sakrileg gleich. Hehe... äh, ich geh dann mal schnell Eis holen, will noch wer?
Tja, was soll ich schon groß tun... Zunächst einmal habe ich einen sehr oberflächlichen Grund, weshalb mir Prinzessin Mononoke nicht gefällt, und mir ist bewusst, wie oberflächlich er ist: Ich finde den Film schlichtweg nicht hübsch. Ich kann mir keinen über zwei Stunden dauernden Animationsfilm ansehen, bei dem mir die Augen schmerzen. Prinzessin Mononoke ist nicht schlecht animiert, hat kein schlechtes Design, doch an diesen voluminösen Konturen der eigentlich flachen Figuren stört mich irgendetwas, ihr Bewegungsrhythmus reißt mich jedesmal aus der Handlung... Ich kann mich einfach nicht mit dem Äußeren des Films anfreunden. Und dann noch diese Umweltschutz-Parabel, über irgendwelche Nippon-Mystik erzählt, mit Dämonen und Göttern in Tiergestalt... Es ist einfach nicht meine Kultur, und im Gegensatz zu manch anderen Miyazaki-Filmen schafft Prinzessin Mononoke es nicht, mir irgendeinen Knochen zuzuwerfen und mich irgendwie in dieses Filmuniversum einzuführen. Und ja, der folgende Kritikpunkt ist paradox, da es so scheint, als bräuchte ich mehr Exposition, aber: Ich find Miyazakis Epos obendrein noch ziemlich zäh. Da lieber Chihiro, der ebenfalls nicht meiner Vorstellung eines hübschen Films entspricht, es aber viel besser kompensiert.

Platz 8: Der dritte Mann

Der Grund, dass ich hier im Blog viel seltener Filmklassiker bespreche, als eigentlich möglich wäre, ist ganz einfach der, dass ich bei vielen nicht wüsste, was ich zu sagen hätte. Die meisten Klassiker sind Klassiker, weil sie es verdient haben und die generelle Meinung halt vollkommen zu recht existiert. Da ich es reizlos finde, zu Filmen, bei denen jeder weiß, was er über sie zu denken hat und dies auch vollkommen berechtigt ist, bespreche ich Klassiker hier im Blog nur in folgenden Fällen: Wenn es "Klick!" macht und ich gerade einfach diese Inbrunst verspüre, über ihn schreiben zu müssen (etwa bei My Fair Lady) oder wenn ich denke, dem generellen Konsens etwas hinzufügen zu können. Im Idealfall passiert beides, und so entstehen Kritiken, wie die zu Frühstück bei Tiffany.
Ein Klassiker, über den ich eine Kritik hätte schreiben sollen, ist Carol Reeds Kriminalfilm Der dritte Mann, der im besetzten Wien der Nachkriegszeit spielt. Der Western-Autor Holly Martins erfährt, dass sein Freund Harry Lime bei einem Unfall starb und schon bald die Beisetzung stattfindet. Durch Lime diskreditierende Aussagen einesbritischen Majors angestachelt, untersucht Martin die mysteriösen Umstände des Verkehsunfalls, der Lime das Leben kostete. Aber warum erzähle ich das alles? Was die meisten von diesem Film noir mitnehmen, sind die auf der Zither gespielte Titelmusik und Robert Kraskers Oscar-prämierte, expressionistische Kameraarbeit. Diese beiden Elemente von Der dritte Mann haben ihren Ruhm auch redlich verdient, insbesondere die Szenen auf dem Wurstelprater und die abschließende Verfolgungsjagd im verschachtelten Abwassersystem Wiens sind meisterhaft. Der Rest des Films hingegen, kann mich nicht überzeugen. Den Kriminalplot finde ich lustlos heruntergeleiert, fast schon so, als wüsste Reed, er würde die mangelnde Atmosphäre und Spannung durch die Schauwerte der einschneidend beleuchteten Kamerabilder überspielen können. Ich bin ja durchaus ein Freund das amerikanischen Film noir, aber in Der dritte Mann wird mir zuviel auf Dubiosität gesetzt und die Handlungswenden erscheinen mir mehr ausgedacht, als herausgearbeitet. Fast schon erwartete ich gegen Schluss einen Twist, wie aus Tote tragen keine Karos. Derart hanebüschen ist Der dritte Mann gewiss nicht, bloß hätte es mich anhand der Erzählweise nicht sonderlich schockiert. Mein Fazit lautet deshalb: Der dritte Mann ist ein technischer Meilenstein mit großem Einfluss, der als filmhistorische Lehrstunde unerlässlich ist, auf eigenen Füßen jedoch den Test der Zeit nicht wirklich besteht.


Platz 7: Saturday Night Fever

Klammert man den Disco-Glitter und die fantastische Musik der Bee Gees aus, muss man Saturday Night Fever als das betrachtet, was es wirklich ist: Als Drama. Saturday Night Fever ist ein Drogenmissbrauch, Vergewaltigung und Jugendschwangerschaften sowie Abtreibungen anschneidendes Liebes- und Tanzdrama über John Travoltas Figur Tony Manero, die sich nur samstagnachts vom noch bei seinen Eltern lebenden Angestellten eines Farbverkäufers auf der Tanzfläche zum Weiber aufreißenden Löwen verwandelt. Saturday Night Fever geht in seinem Kernplot dorthin, wo nahezu jeder vergleichbare Film hingeht: Tony will an einem Tanzwettbewerb teilnehmen, verliebt sich in seine abgehobene Partnerin, die sich jedoch als besser situierte Dame von Welt zu gut für ihn hält. Die eingangs angesprochene, schwere Thematik, wird in Saturday Night Fever in einem bangenden Versuch, relevanter zu werden, wie wild auf den Zuschauer losgelassen und nie gebändigt. Saturday Night Fever ist hinsichtlich seiner Figurencharakterisierung viel zu schal und in seiner Kernproblematik viel zu banal-alltäglich, als dass er seine zusätzlichen Bürden tragen könnte. Und im Gegenzug sind diese viel zu rau, als dass sein seichter Fokus nebenher für mich noch wirklich interessant bleibt. Was juckt mich, ob Tony sein Mädel kriegt und weshalb er wie beim Wettbewerb abschneidet, schwenkt die Kamera wieder auf die Schattenseiten, die hässlichen Details dieses jugendlichen Daseins! Und genau deshalb scheitert Saturday Night Fever für mich nicht nur als Drama, sondern auch als Zeitgeist-Film, der sich bemüht, das Lebensgefühl der Disco-Generation einzufangen. Zurück bleibt allein der auf eigenen Beinen problemlos funktionierende Soundtrack und John Travoltas hingebungsvolles Spiel, was mich ein Stück weit über das Skript hinwegsehen und seine Oscar-Nominierung für diesen Film akzeptieren lässt.
Ich habe mir übrigens allen meinen Kritikpunkten zum Trotz das Bühnenmusical angesehen, und ich muss sagen: Es gefällt mir deutlich besser! Schon allein deshalb, weil es ein Musical ist! Dadurch, dass die genialen Kompositionen der Bee Gees nicht mehr im Hintergrund verbraten, sondern den Figuren in den Mund gelegt werden, gewinnen sie sogleich an Charakterisierung, wirken besser ausgearbeitet und emotional echter (was z.B. der Liebesgeschichte enorm hilft), zugleich aber wird die ganze Unternehmung unterhaltsamer, da das beste am Film nun stärker in den Mittelpunkt gerückt wird. All die Schattenseiten werden zwar weiter beschwichtigt, doch sie stehen nun als Randnotizen neben der breiter gewordenen Unterhaltungskomponente, so dass ihre Schwächen für mich leichter zu akzeptieren sind.

Platz 6: Rushmore


Vor Kinostart von Der fantastische Mr. Fox las ich über Wes Anderson: "Liebt man einen seiner Filme, liebt man alle." Ich möchte widersprechen: Die Royal Tenenbaums gehört unstreitbar zu meinen absoluten Lieblingsfilmen, Die Tiefseetaucher fand ich sehr gut und Darjeeling Limited ebenfalls. Mit Rushmore wiederum kann man mich jagen. Diese dramatische Schulkomödie enthält sehr viel Getöse um nahezu keinen Inhalt. Im Grunde genommen geht es in Rushmore allein darum, dass die Hauptfigur Max Fisher sich wie ein überambitionierter Streber verhält. Nur dass er nicht die Noten eines stereotypen Strebers hat, sondern schlecht in der Schule ist und sich selbst die meisten Lehrer nicht sonderlich um ihn kümmern. Rushmore ist genau dieser "Witz", eben jenes Gedankenkonzept. 93 Minuten lang. Oh, und zwischendurch wird eine Art Die Reifeprüfung angerissen, da sich Max in eine ältere Lehrerin verguckt. Jason Schwartzman schlafwandelt sich durch die Anforderungen an die Hauptrolle und Wes Andersons Bildsprache, die ich in seinen folgenden Filmen liebte, scheint mir in Rushmore nicht mehr als gewollte, pseudo-intellektuelle Augenwischerei zu sein.

Platz 5: Batman

Batman von 1989, der prototypische Vorläufer für den dunklen und dennoch familientauglichen Blockbuster der 90er, einer der Superheldenfilme schlechthin, der Beweis, dass dem Popcornkino an Tim Burton ein großer Mann verloren ging... Sollen die Fans des Original-Batmans das ruhig weiter predigen, ich halte derweil lieber die Flagge für seine Fortsetzung. Als Anhänger Burtons bietet mit dieser vom Studio vordiktierte, mit unpassender Popmusik sowie einer unnötigen Kim Basinger versehene und in den Actionszenen sich vor einem definierten Tonfall drückende Erfolgsfilm schlicht nichts. Nimmt man Batman Danny Elfman weg, und ich wüsste nicht, woran ich ihn als Burton-Regiearbeit enttarnen sollte. Und ich kann mir zwar erklären, wieso Jack Nichelsons Joker in die Film- und Comichistorie einging, nachvollziehen kann ich es aber nicht. Er macht in seinen besseren Szenen Spaß, gewiss, gerade im Museum. Aber dieser Film braucht meiner Meinung nach aus dramaturgischer Sicht einen einschüchternden Schurken, und das bietet Nichelson mir nicht. Und sehne ich mich nach verschrobenem, dann widme ich mich lieber dem abstrusen Pinguin aus Batmans Rückkehr. Auch Batman selbst lässt mich in Burtons Version kalt - umso besser, dass er im zweiten Film eh von den Schurken an den Rand gedrängt wird. Soll er in seiner Ecke bleiben, dann und wann rauskommen um alles in Ordnung zu bringen, und dann wieder verschwinden. So kann er mich nicht weiter langweilen. Für seine Zeit war Batman vielleicht mutig, rückblickend ist Burtons Riesenproduktion in meinen Augen aber stocksteif, ideenarm und spießig.

Platz 4: Children of Men

Sofern ihr dieses Posting nicht einfach bloß überfliegt oder an einer Störung des Kurzzeitgedächtnisses leidet, erinnert ihr euch sicherlich an meiner Kritik zu Der dritte Mann: Mauer, um zu viel Dubiosität bemühter Inhalt, super Titelthema und fantastische Kameraführung im Klimax. Streicht das mit der Filmmusik, und ihr habt meine Meinung zu Children of Men, der allgemeinhin als die filmische Niederkunft der modernen, sofort zum Klassiker beförderten Dystopie gefeiert wurde. In der nicht zu fernen Zukunft des Jahres 2008 (!) wird das letzte Menschenkind geboren. Neunzehn Jahre später ist die unfruchtbare Menschheit im reinsten Chaos angekommen. Anarchie und Terror regieren den Alltag. Der einst idealistische Theo (Clive Owen) kämpft bloß noch ums Überleben. Bis ihn seine Ex darum bittet, sich für die junge Kee stark zu machen und sie in Sicherheit zu bringen...
Children of Men. Denke ich an den Film, denke ich an eine schmutzige und intensive Actionsequenz, die zeigt, wie man verwackelte Handkameras aus visueller, dramaturgischer und künstlerischer Sicht weise einsetzt. Kameramann Emmanuel Lubezki ist wirklich ein kleiner Meister seines Fachs! Das zentrale Actionstück steht für sich und ergäbe mit ein paar den Kontext abrundenden Zusätzen einen hervorragenden Kurzfilm. Das Drumherum von Children of Men ist mir hingegen viel zu wenig: Die wahnsinnig interessanten politischen Andeutungen über die menschliche Natur und das Schreckensszenario einer die ganze Menschheit übergreifenden Unfruchtbarkeit werden völlig an den Rand gedrängt, um die "Ein Mann mit einer Rettungsmission"-Story zu erzählen. Deswegen verliert die ausführliche, die Welt von Children of Men in groben Pinselstrichen ausmalende, Exposition zu Beginn für mich vollkommen an Relevanz. Denn wenn man denkt, dass nun die Details eingezeichnet werden, wechselt er komplett die Laufrichtung, lässt uns mit einer uns nie ausführlicher vorgestellten Figur allein. Es beginnt Stirb langsam - Jetzt ist's aber echt schmutzig! ohne Bruce Willis, aber mit prahlerisch reingeschnittenen Sequenzen aus einem sicherlich spannenderen Drehbuch einer Dystopie. Children of Men möchte gern auf zwei Stühlen gleichzeitig sitzen, aber legt man meine perönlichen Parameter zu Grunde, so rutscht er durch die Lücke und landet auf dem Hosenboden.


Je länger ich über Die üblichen Verdächtigen sinniere, desto wütender macht er mich. Wäre er nicht zu Beginn des großen Plottwist-Booms gestartet wäre, er wäre sicherlich untergegangen. Anderweitig kann ich mir die Popularität von ihm und all diesen Respekt, den er erhält, nicht erklären. Und dabei finde ich den Twist nichtmal so genial. Zugegebenermaßen ist das wirklich äußerst subjektiv, doch selbst wenn der Twist für mich flach fällt und zu gleichen vorhersehbar wie hanebüschen war, so kann ich den Film immer noch daran bewerten, wie er beim wiederholten Ansehen abschneidet. Und in meinen Augen wird Bryan Singers Thriller dabei immer schwächer. Obwohl The Sixth Sense für mich auch nicht völlig unantastbar ist (dazu vielleicht an anderes Mal mehr), so möchte ich Shyamalans Aufstieg zum Regiewunderkind (das waren noch Zeiten...) als positives Beispiel heranziehen: Der Twist wurde fair vorbereitet, sieht man sich den Film nochmal an, gibt es mehrere "Aha!"-Momente, und man kann ihn zusätzlich aus einer neuen, vom Schluss unabhängigen, Perspektive betrachten. Die Figuren sind kühl, doch ausgearbeitet und interessant. Die üblichen Verdächtigen fällt für mich beim zweiten Ansehen spannungstechnisch endgültig in sich zusammen - als Kriminaldrama jedoch funktioniert er auch nicht, da die meisten Figuren kein Leben haben. Dadurch bleibt mir während der Sichtung genug Zeit, um Singers knochentrockene Inszenierung zu bewundern, die die komödiantischen Phasen umso deplatzierter wirken lässt. Dabei sind die noch die besten...

Platz 2: Mulholland Drive

Lyyyyyyyyynch!!! *Faust gegen Himmel ball*

Mulholland Drive, mehrfach als einer der besten Filme unserer Lebzeit oder wenigstens der letzten zwei Dekaden bezeichnet, war meine erste bewusste Begegnung mit David Lynch. Es war ein gewaltiger Fehler, denn dieser selbstverliebte und prätentiöse elaborierte Scherz am Zuschauer verschreckte mich über Jahre. Erst lange Zeit nach Mulholland Drive schluckte ich meinen Hass auf den mir als in Künstlergestalt getarnten Spaßbär präsentierten Regisseur herunter und näherte mich seiner Pre-Mulholland Drive-Phase an. Ich stellte fest, dass der Kerl wohl doch nicht Banksys weniger witzige, unmaskierte und cineastische Vorgänger ist, sondern es als Regisseur wirklich drauf hat (eine lapidarere Einschätzung von Lynchs Talent werdet ihr wohl im ganzen Internet nicht finden). Aber irgendwann zwischen The Straight Story und Mulholland Drive muss bei diesem künstlerisch versierten Filmemacher die Sicherung durchgebrannt sein. Vielleicht feierte er zu wild ins neue Millenium, ich weiß es nicht. Jedenfalls können mir seine eingefleischten Anhänger so viele Interpretationsversuche und Erklärungen vorlegen, wie sie wollen, für mich ist und bleibt Mulholland Drive ebenso wie der nicht mehr ganz so laut umfeierte Inland Empire (bei dem er es nichtmal mehr verheimlicht, dass er auf der Handlungsebene keinen Plan hatte) nichts weiteres als ein undurchdachtes, narzistisches Chaos, das in dunklen Bildern auf den Kinomarkt geworfen und als Kunst verteidigt wurde. Seine angerissenen Notizzettel und Traumtagebücher unreflektiert und in wahlloser Reihenfolge zu verfilmen ist für mich aber keine Kunst - es fehlt die Abstraktion von den (hier in reinster Fülle vorhandenen) Grundideen und Emotionen. Am ärgerlichsten finde ich allerdings diese "Wenn du's nicht verstehst, bist du zu dumm!"-Haltung. Neeeein, vielleicht war der Schöpfer schlicht zu unkonzentriert? Entweder will er eine Narrative haben, dann muss er wenigstens irgendwelche für das Publikum greifbare Fäden bereitstellen, oder er will keine Narrative haben und ein expressionistisch-surreales Kunstwerk erschaffen. Dann soll Lynch die Storyanrisse rausstreichen und sich stärker auf seine Bildsprache verlassen. In dieser Zusammenstellung bringt's mir jedoch überhaupt nichts. Bis auf einen zu hohen Blutdruck.

Platz 1: Kevin - Allein zu Haus

Allein schon dieses Poster bringt mich zur Raserei. Und immer, wenn man denkt, jetzt habe Kevin - Allein zu Haus diesen ominösen Punkt überwunden, sei aus dem nostalgischen Dunstkreis des kollektiven Gedächtnisses entschwunden und müsse nun offenbaren, wie schlecht er gealtert ist (beziehungsweise, dass er nüchtern betrachtet nie gut war), kommt er wieder im Fernsehen und alle schwärmen. Tja, ich verrate euch was: Ich finde Erwachsene, die über scharenweise Spielzeug und Krimskrams fallen nicht komisch. Mein Humor ist ja echt breit gefächert und mir geht es mehr um die Durchführung, als den Inhalt, aber mir fällt kein im Fahrwasser von Kevin entstandener Film ein, in dem ich diesen Kinder-Slapstick mit eingesauten und stolpernden "bedrohlichen" Erwachsenen gut fand. Es gibt Produktionen mit Kevin-Kopien, die ich mag, etwa Disneys Realfilmversion von 101 Dalmatiner, aber die "Holter-di-Polter-Einsauerei"-Sequenzen gingen mir schon als Kind auf den Keks. Zum Glück gefällt mir da das drumherum. Kevin - Allein zu Haus derweil vereint alles, was mich an diesem Subgenre der Komödie nervt. Ich finde die Figuren ungeheuerlich unsympatisch, bei Macaulay Culkin rollen sich mir die Zehennägel hoch und die Prämisse allein finde ich schon haarsträubend. Sie fällt zielgenau in diesen Bereich, der mir nicht überzeichnet genug ist, dass ich sie einfach hinnehmen kann. Mir käme Der Appartement-Schreck von Danny DeVito als positives Gegenbeispiel in den Sinn, der seinen ähnlich absurden Abwehr-Slapstick in eine zynisch-überzeichnete Inszenierung bettet, der ich so etwas wie eine Aussage zuordnen kann. Kevin - Allein zu Haus ist für mich einfach bloß extrem anstrengend.

Als "ehrenwerte" Nennungen müsste ich selbstverständlich noch Bambi und Titanic nennen, die jeweils Platz 2 und Platz 1 eingenommen hätten, wären sie berücksichtigt worden. Da ich mich schon sehr ausführlich über sie äußerte, wollte ich die Liste viel lieber etwas spannender gestalten und die offensichtlichen Kandidaten rausnehmen. Ein weiterer Kandidat war der Teenie-Slasher All The Boys Love Mandy Lane, den ich schlecht genug fand, um ihn in dieser Liste zwischen Children of Men und Die üblichen Verdächtigen zu stellen. Ich sah davon ab, da ich glaube für diese Reaktion mittlerweile zu spät mit dieser Hitliste rauszurücken. Vor einem Jahr wäre es womöglich noch aktuell und somit legitim gewesen, damals war der Hype um diesen dämlichen Horrorfilm noch enorm, vielleicht von den sich nach einem Kinostart sehnenden US-Stimmen. Aber die hiesige Mundpropaganda für All The Boys Love Mandy Lane scheint mir stark umgeschwenkt zu haben, aus "der beste Horrorfilm seit langem" wurde ein nüchternes "Mrmpf". Und selbst das finde ich noch zu positiv.

Somit bleibt mir nur noch eins, nämlich mit Doug anzuschließen: Wenn euch diese zehn (plus seine zehn) Filme gefallen, super, toll für euch, nur kommt mir mit ihnen nicht zu nahe, ihre vermutlichen Qualitäten bleiben mir einfach verschlossen. (Ein weiterer Grund, Titanic nicht auf diese Liste zu setzen, denn in dem Fall müsste ich doch noch etwas missionarisch werden... *g*) Wenn ihr nun aus dem Kopf schütteln nicht rauskommt, versucht entweder mich auf eigene Gefahr zu bekehren, oder lacht über meine peinlichen Film-Leidenschaften.

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10 Kommentare:

The Hirsch hat gesagt…

Die allgemeine Beliebtheit bei 'Titanic' bezieht sich aber hoffentlich nur auf eine Seite des Geschlechts, oder gibt es männliche Titanic-Liebhaber? Fiele zumindest aus dem Klischee...

'Batman' muss man alleine schon wegen dem von Danny Elfman komponierten Batman Theme toll finden ;)

Cooper hat gesagt…

@Sir D.:
Ich wunderte mich zwar zu Beginn, was du dir an einem Freitagmorgen so ansiehst (eine Dreiviertelstunde NostalgiaCritic/TGWTG zum Frühstück? Dafür bräuchte ich vermutlich eine Wagenladung starken Tees), doch was es bei dir ausgelöst hat, gefällt mir.

Nun, nach deiner Liste peinlicher Filmleidenschaften rechnete - ich ohne evtl. Andeutungen im Kopf zu haben - fest damit, dass du eine Liste, wie sie hier nun vorliegt, anfertigen würdest.
Tja, was soll ich sagen - es ist ja eine subjektive Liste und deine Gründe, die dir an diesen Filmen keinen Genuß beschert haben, hast du dargelegt.
Zu den aufgelisteten Filmen könnte ich mich zumindest in 4 von 10 Fällen äußern.
Ich war lediglich sehr überrascht, Batman vorzufinden, doch den Grund hierfür bekommt der Leser durch deinen letzten Satz dort.
Ich hab eine ungefähre Ahnung deiner Einstellung zum japanischen Zeichentrick Sir Donnerbold und während ich diesen - mitunter für mich - kunstvollen Werken mehr abgewinne, scheint dies bei dir nicht der Fall. "Prinzessin Mononoke" hier vorzufinden war trotzdem eine Überraschung.
Dass beide Filmkommentare einen ähnlich großen Umfang haben und nur noch von (dem von mir unbesehenen) Rushmore unterboten werden, ließe da natürlich auf die größte Ablehnung schließen (Verschwörung! Hype-Bashing! <.< uvm.), wenn man das Ranking außen vor ließe - schließlich geht es hier subjektiv um eine Liste, bei der das Ranking den Sinn vorgibt!

Ich bin aber nicht geneigt, diesen Fehler zu begehen, denn wozu hättest du dir die Mühe gemacht, ein Ranking zu erstellen, wenn dir Filme, die nicht in die obersten Ränge gelangen am wenigsten gefallen (also nix mit Verschwörung oder Hype-Bashing - alles nur unlautere, geistlose Unterstellungen entrüsteter Fans).

Ein weiterer, offensichtlicher Grund ist, dass ungeachtet der vergleichbaren Kommentarlänge, gänzlich andere Inhalte transportiert werden - wer das übersieht, hat deine Filmliste mehr als nur überflogen (wozu liest sojemand deinen Blog?).
Du magst "Mononokehime" nicht, weil er nicht hübsch ist. Das geht für mich in Ordnung - das ist ein wunderbarer, subjektiver Grund, den auch Fans verstehen sollten.

Bei Batman von Burton gibt es schlicht einen Film, der den dunklen Ritter interessanter, schlüssiger und auch moderner (realistischer) interpretiert. Ich liebe sie beide, den einen als Comic-Adaption mit seiner Überzeichnung und den neuen, einfach wegen seiner Stärken.^^


Wo du bei Batman die Musik hervorhebst, unterlässt du das aber bei Prinzessin Mononoke, der vielleicht einzige Schwachpunkt deinerseits, den ich ausmachen konnte. Da dieser nicht so bedeutsam ist - bedenkt man deine Haltung zum Film, lässt sich das verschmerzen.
Ich wußte garnicht, dass du Studio Ghibli Werke bzw. Filme von Miyazaki, Hayao ansiehst. Gilt das nur für ihn oder auch Takahata, Isaos Filme oder gar noch andere Anime?


Eins möchte ich aber loswerden. Bastel schnell noch ein "U" aus dem "O" in 'Kontoren' denn für einen wortgewandten, jungen Mann (der du augenscheinlich bist und das Wort kennst) gehen Buchstabenverdreher oder der eine oder andere fehlende Begleiter in Ordnung, aber die Buchstaben liegen dann doch weit geung auseinander, das es kein Dreher gewesen ist. ;-)

Cooper hat gesagt…

Part 2:
Zum hass-geliebten David Lynch sag ich nichts. Ich kenne nur "Dune" und an Twin Peaks habe ich keine größere Erinnerungen.
Sehr schön, dass du, aber auch Doug Walker, Titanic außen vor gelassen habt.
Den Film "Bambi" hätte ich nur ungern im Ranking lesen müssen.^_^

Es gibt tatsächlich nen Hype um "All The Boys Love Mandy Lane"? Da sollte der geschätzte Hororfilm-Fan lieber einmal öfter "Drag me to Hell" anschauen. Der bietet bestimmt mehr Grund zum jubeln. *ggg*

Das war´s von mir. Ne eigene Liste lasse ich weg (hab das glaube ich einmal gemacht bei den Weihnachtsfilmen, nach einem Ranking von dir selbst ne Liste zu machen). Das ging aber doch unter... Zudem ist es ja dein Blog weißer Erpel!^^

Wie gewohnt Grüße und ich wünsche ein tolles Wochenende (wo stehen eigentlich "Rapunzel" und vor allem "Tron" in den deutschen Besucherzahlen? Insidekino.de hilft nicht so gut für recherche, wie ich gern hätte...).

Cooper

Dietrich Reisler hat gesagt…

Sir Donnerbold, mein Guter, du hast wirklich einige schöne Filme in deiner Liste. Nun gut, „The Da Vinci Code - Sakrileg" konnte ich auch nicht viel anfangen. „Mulholland Drive" hat irgendetwas besonderes ansich, aber wirklich verstanden habe ich den Film nicht. "Die üblichen Verdächtigen" hat mich dagegen ganz gut unterhalten, wobei mich die Erzählweise nicht überzeugen konnte. Ich konnte mich nicht ganz in der Geschichte einfinden. Bei den anderen Filmen bis du anscheinend der einzige, der diese nicht mag. ;)

Ich habe mir eben nochmal deinen Beitrag zu deinen 5 Disney-Hassfilmen angesehen. Hast du eigentlich Disneys „Direct to Video“-Produktionen gesehen? Einige davon sind zwar nicht so schön animiert, aber dennoch gibt es einige unterhaltsame Fortsetzungen. "Bambi 2" hat mir dabei sogar wesentlich besser gefallen als der Vorgänger von 1942.

Stefan Kraft hat gesagt…

Filme, die man mag oder nicht mag, während es die Mehrheit anders sieht... Eigentlich ein lustiges Thema, das manchmal auch zeigt, wie unterschiedlich Menschen sein können. (Jetzt könnte man natürlich eine Diskussion anfangen, ob es einen objektiven guten Geschmack gibt oder nicht, aber sinnvoll wäre die Diskussion wohl nicht.)

Auch ich habe einige Filme, die ich nicht so mag, die Mehrheit dagegen schon - aber eigentlich fehlt mir bei diesen Filmen eher etwas (und oft genug kann ich das nicht einmal genau benennen), als dass ich sie wirklich schlecht finde. Und oft genug war das "fehlt mir" vielleicht auch nur durch falsche Erwartungen ausgelöst, wer weiss...

Ich bin jedenfalls froh, dass hier kein sinnloser "Flamewar" in den Kommentaren ausgebrochen ist - das zeigt doch eine gewisse Qualität des Blogs und seiner Leser. :-)

Anonym hat gesagt…

Auf so eine Liste gehört WALL-E.

Stefan Kraft hat gesagt…

@Anonym: Richtig muss es heissen "Auf meine Liste gehört WALL-E." ;-) Aber das meinst Du sicherlich auch so.

Wobei es immer schwer zu entscheiden ist, ob ein Film eher in die Kategorie "kann verstehen, warum ihn andere mögen, aber mir gefällt er aus Grund x nicht" oder in die Kategorie "Kann nicht verstehen, warum ihn irgendwer für gut hält, der Film ist (auch) künstlerisch vollkommen überschätzt" gehört.
Beim Überfliegen würde ich sagen, dass für Sir Donnerbold die meisten Filme eher in die "Kann nicht verstehen"-Kategorie fallen; oder wie siehst Du es, Sir D.?

Holzklotz hat gesagt…

Bei Kevin kann ich dir insofern zustimmen, dass er wirklich als lustiger dargestellt wird, als er ist. Aber er gehört zu meinem Filmerinnerungen aus der Kindheit und deswegen, wird er bei mir persönlich immer höher eingestuft werden.

Denke das spielt allgemein auch oft eine Rolle.

Sunshine hat gesagt…

Hm, "Batman" hat mich auch ein wenig gewundert. Muss ich mir nochmal anschauen, ist schon ewig her. Allgemein gefiel mir "Batmans Rückkehr" aber schon nach dem ersten Ansehen sehr viel besser. ;)

"Mononokehime" hier? Hatte ich ebenfalls nicht erwartet, ganz einfach weil Animes bei dir ja eher, öhm, nicht erwähnt werden. *g* Deinen 8wie Cooper schon sagte wirklich wunderbar subjektiven) Grund kann ich aber nachvollziehen. Den Stil mag eben einfach nicht jeder (und er ist bei diesem Film ja auch etwas härter als bei so manch anderem Ghibli-Film). Ich bevorzuge im Übrigen auch "Spirited Away" oder "Howl's Moving Castle", die haben mich schon immer mehr angesprochen.
Allgemein ist die Anime-Ästhetik ja eh nicht jedermanns Geschmack. Ich bin eben damit bewusst aufgewachsen (nicht nur "Saber Rider" oder "Heidi", sondern wirklich bewusst als "anders" erkannt mit "Mila Superstar", "Sailor Moon", "Captain tsubasa" etc. *g*), und dann in einer Phase meines Lebens auch großer Fan gewesen.

Aber ich schweife ab. ;) Was haben wir denn da sonst noch so... Ach, "Sakrileg". Fand den im Kino ziemlich langatmig und hab immer sehnsüchtig auf Paul Bettanys Szenen gewartet. Hatte vorher das Buch gelesen aber wie bei jedem Dan-Brown-Roman gleich wieder die ganzen Details vergessen. *g* Die Musik überlagert alles ganz wunderbar.

"Die üblichen verdächtigen" fand ich ja besser als du, hatte ich ja damals schon hier vermerkt. Außerdem hat er ein paar nette Zitate zu bieten.

"Saturday Night Fever" hab ich nie ganz geguckt, glaub ich. Aber die Fortsetzung schon! Boah, war die trashig! XD

"Kevin" mochte ich imemr sehr gern. Ja, ich fand das witzig! Hab den Film allerdings das letzet Mal vor... 10 Jahren oder so gesehen, also keine Ahnung, wie er einem Aktualitätstest standhalten würde.

Sir Donnerbold hat gesagt…

The Hirsch, du hast Recht, ich hätte "Titanic" gar nicht in die Liste aufnehmen dürfen, der ist (mittlerweile) ja nicht mehr so gemeinhin respektiert wie noch 1997. *g*

Bezüglich japanischer Animationsfilme: Ich habe nicht minder Respekt vor Anime, als vor westlicher Animation und es gibt in dem Bereich einige Meisterwerke des Trickmediums. Aber ja, erstens gefällt mir bei einigen schlicht der Stil überhaupt nicht, wodurch ich sie distanzierter betrachte, als einige westliche Produktionen. Der Look allein ist aber auch nicht alles. Ich hasse "Family Guy", liebe aber "American Dad" - wenn euch das hilft. ;-)
Dass der japanische Trickfilm in diesem Blog praktisch gar nicht stattfindet - ich bespreche ja hier schon sowieso nicht jeden Film, den ich sehe, und bei Anime kommt noch hinzu, dass ich mich da im Vergleich zu den Disney-Rezis hier so unqualifiziert vorkomme. Finde es halt doof, neben einer zig Absätze langen "Triff den Robinson"-Besprechung Miyazaki mit ein paar Sätzen abzustrafen, ganz gleich, wie positiv oder negativ das Urteil ist.
Bei Mononoke kommt, wie halt im Artikel gesagt, neben dem Look noch die Mythologie hinzu. Mrmpf, ist nicht meine Welt. Dafür komme ich mit den beiden Schloss-Filmen Miyazakis besser klar. Im Fall vom wandelnden Schloss lässt sich wohl sagen: Wenn ich fliegende Häuser akzeptieren kann...

@ Cooper: Die Kommentarlänge hat nichts mit der Qualität des Films zu tun. Ich sage ja auch immer wieder, dass die Länge der Rezensionen nicht zwingend wiederspiegelt, wie sehr ich einen Film mag. Zu "Rushmore" habe ich einfach kaum etwas zu sagen. Und bevor ich den Rest runterkürze oder "Rushmore" künstlich strecke, lass ich das halt so. Dass "Mononoke" ohne Kommentar zur Musik auskommt, liegt ganz einfach daran, dass ich dir nichtmal hätte sagen können, ob in dem Film vorkommt. Ja, ich weiß, ich zieh mich nur weiter in den Sumpf... *g*

Oh, außerdem: Na hör ma, zwischen "u" und "o" liegt auf der Tastatur gerade mal das "i". Da kann man sich sehr wohl man verhauen... Dennoch danke für den Hinweis.

@ Dietrich: Ja, die Disney-DTVs kenne ich. Der zweite Glöckner blieb mir halt am negativsten in Erinnerung. Die Fortsetzungen zu "Aladdin" und "Der König der Löwen" waren sogar Teil meiner 333 liebsten Disney-Lieder. Die meisten anderen waren einfach nur schnell wieder aus dem Sinn. Wobei, ich könnte mich noch immer darüber aufregen, dass manche Fans "Cinderella III" tatsächlich gut finden. Aber das ist eine andere Geschichte.

@ Anonym: Wie Stefan schon bemerkte... Entweder hast du den Sinn dieser Liste nicht verstanden, oder du sprichst von deiner eigenen... *g*
Die hier genannten Filme fallen übrigens nahezu ausnahmslos in die von dir unerwähnte Kategorie "ich kann es nicht verstehen, also, was genau sehe ich nicht?". Bloß "Kevin" und "Rushmore" halte ich auch (")künstlerisch(") definitiv für überschätzt. Bei "Mullholland Drive" bin ich selbst unentschlossen, welche Schublade da aufgemacht werden soll. Sagen wir, ich verstehe es, wenn ihn jemand atmosphärisch und/oder kinematographisch toll findet, aber wie man ihn als einen der Dekaden-Favoriten bezeichnen kann, erschließt sich mir wirklich nicht, dafür sehe ich in ihm zu viel Scharlantanerie.

@ Sunshine: Ohweh "Stayin' Alive"... was für ein Trashfilm... :-p

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