Samstag, 16. April 2011

Eurovision Metal Contest

Nicht mehr lange, und der Eurovision Song Contest 2011 findet statt. Und natürlich möchte ich dieses musikalische Großereignis nicht an meinem Blog vorbeiziehen lassen. Bevor ich allerdings, wie schon die letzten Jahre, die diesjährigen Eurovision-Lieder zerpflücke, werfe ich für euch einen Blick zurück. Einen Blick zurück auf die bisherigen Gewinnertitel des multikulturellen Musikevents.

Um die Eurovision-Saison hier im Blog mit einem besonderen Kick loszutreten, soll dieser Rückblick allerdings nicht auf traditionelle Weise ablaufen. Stattdessen präsentiere ich euch Metal- (und ein paar Rock-)Coverversionen jener Songs, die ihrerzeit Europa eroberten. Leider fand ich längst nicht zu jedem Lied (gute) Cover, ein ansehnliches Sammelsurium ist es trotzdem geworden. Also viel Spaß damit!

Poupée de cire, poupée de son - Originalinterpretin: France Gall (Luxemburg 1965)

Luxemburgs Siegertitel Poupée de cire, poupée de son gehört wohl zweifelsohne zu den bekanntesten Eurovision-Songs. Seine Mehrdeutigkeit veranlasste Interpretin France Gall, sich von dem Lied und dem Eurovision Song Contest zu distanzieren, aber genau dies könnte wohl auch ein Anreiz für viele Rock-, Punk- und Metalbands sein, sich diesem Lied anzunehmen.

The Hellboys:

Meine Lieblingsversion. Ich mag irgendwie diesen Rockabilly-Einschlag, das bringt jugendlicheren Schwung rein, ohne das Lied zu überfrachten.

WIZO:

Wizo - Poupée de cire von Punky-boo

Arcade Fire:

Recht nah am Original, findet ihr nicht? Einfach nur (mehr) Schlagzeug drin... Und E-Gitarre im Instrumentalpart.

Waterloo - Originalinterpret: ABBA (Schweden 1974)

Ein Lied, über das man wohl keine Worte mehr verlieren muss. Ein Welthit, der Start einer bedeutsamen Popära und Vorbild für wohl jeden Eurovision-Teilnehmer. An diesen (nachhaltigen) Erfolg kam niemand mehr heran, und das wird wahrscheinlich für immer so bleiben. Kein Wunder, dass das Lied rauf und runter gecovert wurde.

Nation:

Als Teil des ABBA-Tributealbums ABBAMetal geht Nations Cover von Waterloo natürlich sehr respekt- und liebevoll mit der Vorlage um. Das wird dem ganz rauen Metalfans nicht unbedingt gefallen, wer aber was Leichtigkeit verträgt (und tut's letztlich nicht jeder von uns), muss gestehen: Das Cover macht Spaß, es fetzt und es versprüht Energie und gute Laune. Keine große Eigenleistung von Nation, aber toll.

Black Ingvars:

Die Schweden-Metaller frickelten für ihr Album Schlager Metal (klingt wie die neue Sendung von Florian Silbereisen nach leichter Typberatung) schon was mehr an Waterloo herum als die Kollegen von Nation. Selbst wenn man vom Sprachwechsel mal absieht. Irgendwie ist's mir abseits des Refrains in der Vereinigung von Stimme, Melodie und Instrumentierung zu unharmonisch, dafür hat das Ende einen gewissen Charme.

Riff Raff:

Das nenne ich Meta: Eine deutsche AC/DC-Tributeband covert ABBA-Hits. Ihr Waterloo klingt anfangs, zumindest für mich, was unausgereift, als kleiner Jux zwischendurch muss dieser Song dennoch hier erwähnt werden.

Save Your Kisses for Me - Originalinterpret: Brotherhood of Man (Vereinigtes Königreich 1976)

Meiner Beobachtung nach scheint die Bekanntheit von Save Your Kisses for Me zu schwinden, wer also so wie ich mindestens zehn Jahre nach dem ESC-Sieg von Brotherhood of Man zur Welt kam, sollte im Zweifelsfall mal seine Eltern nach dem Titel fragen. Irgendjemand muss das Lied ja unter die (von der EBU semi-offiziell erhobenen) fünf populärsten Stücken aus der Eurovision-Geschichte gewählt haben.
Coverversionen gibt es einige, aber hauptsächlich zog Save Your Kisses for Me Schlager- und Countrykünstler an. Das einzige rockige Cover, das ich fand, stammt von der slowenischen Rockkombo Šank Rock:



Ein bißchen Frieden - Originalinterpretin: Nicole (Deutschland 1982)

Ich kann das Lied ja kein bisschen ausstehen, weshalb es selbst Coverversionen recht schwer haben, mich irgendwie anzusprechen. Trotzdem kann ich es kaum ignorieren, dass Nicoles Siegertitel, mal ironisch, mal ehrenvoll gemeint, rauf- und runter-neuinterpretiert wurde.

JBO:


Panzerballett:


Und natürlich meine Lieblingsversion... von Stefan Raab und der Bloodhound Gang!

My Number One - Originalinterpretin: Elena Paparizou (Griechenland 2005)

Griechenlands erster (und bislang einziger) Gewinnertitel beim Eurovision Song Contest ist auch der Song, der euch diesen Artikel eingebrockt hat. Beim Ausstaffieren meines neuen MP3-Players kam mir nämlich die schwedische Metal-Truppe Dream Evil in den Sinn, die sich auch in die weite Welt der Eurovision-Cover begab und My Number One eine ganz knackige Neuauflage verpasste.



Hard Rock Halleluja - Originalinterpret: Lordi (Finnland 2006)

Die Metalrockmonster aus Finnland brauchen natürlich keine Coverversion, um ihrem Eurovision-Song E-Gitarre, Bass und Schlagzeug zu verpassen. Dennoch soll dieser Beitrag nicht ohne Lordi auskommen. Also gehen wir nun mal den umgekehrten Weg...



Fairytale - Originalinterpret: Alexander Rybak (Norwegen 2009)

Geht man nach Punkten, ist Fairytale der bislang größte Eurovision-Hit überhaupt. Da verwundert es mich doch ein wenig, dass es bislang kaum professionelle Coverversionen des Songs zu finden gibt. Oder die ersaufen im Internet einfach nur unter all den Hobbycovern. Und selbst bei denen gibt's im Rock- und Metalbereich nicht so viel. Aber Leute, wenn einige der oben genannten Lieder eins bekommen, müssen sich die Schwermetaller doch nicht gerade bei diesem zieren...

AstrogentA (fängt bei Minute Zwei endlich an...)


Satellite - Originalinterpretin: Lena Meyer-Landrut (Deutschland 2010)

Muss an mir vorbeigegangen sein. Aber das Web ist voll von mehr und weniger amtateurhaften Coverversionen, teilweise auch in Musikrichtungen, die in diesen Artikel passen...

AstrogentA:


HenningSkod:


Audiosmog (mal wieder was von jemandem, der auch außerhalb YouTube aktiv ist):


Bonuslieder: Dschinghis Khan war zwar kein Gewinnertitel, dennoch gehört es zu den bekanntesten Songs aus der Eurovision-Geschichte. Es erlangte auch außerhalb Deutschlands (und Eurpoas) eine gewisse Popularität, aber gerade hierzulande ist es aus dem kollektiven Gedächtnis kaum wegzudenken. Kein Wunder, dass sich auch andere Bands wie Die Apokalyptischen Reiter oder die NDW-Covertruppe Tankwart dem Stück annahmen. Secret Combination, Griechenlands Beitrag von 2008, erhielt ebenfalls ein Cover, das mir entgegensprang. Und dann gab es ja noch diese Karnevalspiraten aus Lettland, deren schmerzlicher Eurotrash die Aufmerksamkeit der (nicht immer ausschließlich) schottischen Metalpiraten von Alestorm ergatterte...

Siehe auch:

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