Montag, 26. September 2011

Party-Popcorn und erfreulicher Rollenwechsel

Wie die Zeit doch verfliegt! Mittlerweile bin ich seit 100 Wochen Kino-Kolumnist für Quotenmeter.de, und mir macht diese Tätigkeit so viel Freude, wie am ersten Tag. So einen Meilenstein wie die 100. Ausgabe (*klick*) möchte ich selbstredend nicht unkommentiert vorbeiziehen lassen. Vor knapp einem Jahr nutzte ich das Erscheinen der 50. Ausgabe meiner Kolumne, um auf meine eigenen Favoriten unter all dem Geschreibsel zurückzublicken.

Dies möchte ich nun wiederholen, mit einem Überblick auf meine Lieblingsausgaben zwischen Woche 50 und Woche 100 meines Kolumnisten-Daseins. Versteht das bitte nicht als Selbstlobhudelei, sondern als schlichte Selbstreflexion. Es ist einem Schreiberling ja wohl gestattet, mit manchen seiner Erzeugnissen zufriedener zu sein, als mit anderen.

Wie auch immer, hier sind meine persönlichen Lieblingsausgaben des letzten knappen Jahrs Popcorn und Rollenwechsel:

Der digitale Bürger (1. November 2010)
Hach, was waren das für selige Zeiten, als ich noch träumerisch hoffen konnte, dass Tron: Legacy die Kino-Revolution wird, die uns James Cameron mit Avatar versprach (stattdessen erhielten wir mit Avatar einen technologischen und kommerziellen Meilenstein - auch irgendwie nett). Tja, Tron: Legacy wurde nur halb so gut, wie von mir erträumt, trotzdem ist es ein gelungener Film, der nicht nur viel mehr Erfolg verdient gehabt hätte, sondern auch wesentlich intelligenter ist, als seine harschen Kritiker eingestehen. Gewiss, er ist zugleich anspruchsloser, als er selbst gern sein möchte... Dessen ungeachtet gibt es ein paar Glanzmomente in ihm. Und einen davon habe ich in dieser Kolumne als Antwort auf die Tron Night zu analysieren versucht.

Die Postmoderne (15. November 2010)
Die Radio-Comedy Jimmy Breuer möchte unterhalten, indem sie nicht lustig ist. Im Grunde ist der Flachwitze erzählende Spacken (ja, das musste jetzt sein) eine uncharismatische, erzwungene und dämliche Variante von Fozzie Bär. Ich finde Jimmy Breuer unausstehlich. Zugleich liebe ich Filme wie Planet Terror und Machete - sie wollen gut sein, indem sie gezielt schlecht sind. Der gewollte Makel - was soll das, und warum funktioniert er bei dem einen, und beim anderen nicht?

Wie bei den Piraten (22. November 2010)
Keine Ahnung weshalb, aber irgendwie hatte ich im November 2010 einen richtigen Lauf. Keine Ahnung, ob diese Ausgaben auch beim Leser besonders gut ankamen, für mich selbst war es jedenfalls eine Phase, wo ich recht glücklich mit dem war, was ich so zusammenschrieb. Als im November Lost nach sechs Jahren auch für mich zu Ende ging (also, mein Satelliten-Gerät empfängt keine US-Sender, ich schau brav im deutschen TV), konnte ich mich endlich Hals über Kopf in die ewig lange Diskussion stürzen, weshalb das Ende der Serie denn nun so scheiße / geil / scheiße geil /durchwachsen gewesen sein soll. Und, hey, auf Anhieb sah ich Parallelen zum Gezeter, das nach Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt im Fandom entbrannte. Zeit, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen!

Kinderalarm! (29. November 2010)
Ich rege mich ja gerne über unerzogene Kinder im Kino auf - einmal auf eine Art, wie ich sie nach Fertigstellung des Artikels lieber hier im Blog veröffentlichte, als bei Quotenmeter. Ein paar Monate später verspürte ich den Drang, mein Gemecker kolumnengerecht loszulassen. Daraus wurde dann die letzte November-Kolumne 2010.

Trickakzeptanz (13. Dezember 2010)
Nähkästchen-Geplauder: Wusstet ihr, dass diese Ausgabe meiner Kolumne in ihrer Rohfassung ungefähr doppelt so lang war, und eine Parodie meines eigenen Schreibstils, Thomas Manns und Michael Endes enthielt, sowie eine Passage, die an typische Tarantino-Dialoge angelehnt war? Dass wurde mir dann allerdings zu viel des Wahnwitzes, und ich stauchte sie in die jetzige Form zusammen. Nie war ich nach Veröffentlichung einer Ausgabe nervöser, als nach dieser. Ob so eine Art der Kolumne angebracht ist, soll jeder individuell entscheiden, ich bin jedenfalls glücklicher mit diesem Experiment, als ich es sonst mit ähnlichen Spielereien (außerhalb der Kolumne) bin.

Die Stimme macht den Charakter (20. Dezember 2010)
Meine Reaktion auf die Nachricht, dass Markus Off als deutsche Stimme Jack Sparrows ersetzt wird. Die am häufigsten gelesene Ausgabe meiner Kolumne. Und eine kleine Verneigung über eine Kunstform, die zwar auch danebengreifen kann und auf die ich manchmal bewusst verzichte, aber trotzdem mehr Beachtung verdient.

Quote oder Ehre? (24. Januar 2011)
Mit dem Titel bin ich unglücklich, jedoch müssen Kolumnen nunmal irgendwann raus, vorzugsweise pünktlich. Also blieb's dabei. Ganz daneben ist die Überschrift ja auch nicht. Ich stelle die Frage, was den Oscars wichtiger sein sollte: Die Quoten - oder die Ehrung derer, die es verdient haben. Denn so manche Kategorie, die "unsexy" ist, sollte eigentlich schon längst des alljährlichen Portfolios sein.

Lieblingsfilmpoker (7. März 2011)
Mit diesem Artikel habe ich mir selbst ein kleines Geschenk gemacht. Es ist nicht nur eine Mischung aus Motiven und Themen, mit der ich sehr zufrieden bin, sondern auch eine (hoffentlich) originelle Beschäftigung mit dem Thema "Lieblingsfilme". Ich habe nämlich die Beobachtung gemacht, dass mit der Frage nach dem Lieblingsfilm teilweise sehr boniert umgegangen wird. Und diese Feststellung wollte ich gerne auf eine kreative Weise vermitteln. Ich würde mir wünschen, dass es bei den Lesern ebenfalls so ankam. Denn müsste ich aus all meinen Kolumnen eine aussuchen, ich denke, dass ich diese Ausgabe wählen würde.

Die 3D-Vorstellung (4. April 2011)
Die Fortsetzung von Das Programmkino und Das Multiplex.Vor einer echten Fortsetzung scheue ich bislang... Wovon soll die auch schon groß handeln?

Inglourious Happynezz (9. Mai 2011)
Nähkästchen-Geplauder: Ich bin bis heute erstaunt, dass ich den Titel nicht in einem Edit-War zurückkorrigieren, oder zahlreiche mein Englisch verbessern wollende E-Mails beantworten musste. *g*
Diese Ausgabe ist ein erneuter Versuch, das Tagesgeschehen (die Liquidierung Osama bin Ladens) aus einem Blickwinkel zu beleuchten, der dem Rahmen meiner Kolumne gerecht wird. Mit der Hilfe von Inglourious Basterds.

Quo vadis, 3D? (13. Juni 2011)
Steht das 3D-Kino wieder vor dem Aus?

Ausgepottert (18. Juli 2011)
Selbst ich als amtlicher Nicht-Fan von Harry Potter kam wohl kaum drum herum, mich dem achten und letzten Film der Fantasy-Erfolgsreiche zu widmen. Er versetzte Kinobesucher, -betreiber und -kritiker dermaßen in Euphorie, dass auch ich mein Scherflein zum Thema beitragen musste. Mit einer Beichte, weshalb ich Potter nicht mag. Und einer Beichte gegenüber meinen Gleichgesinnten: Nur weil ich die Zauberwelt Rowlings nicht mag, heißt es nicht, dass ich die Filme hasse...

Deutschland, deine Filme (15. August 2011)
Deutsche Verleiher meckern über ein träges Publikum. Nun, es lässt sich zurückmeckern: Wieso sind die Filmschöpfer eigentlich so träge und bringen eh nur die immer gleichen Filmtypen heraus? Eine kleine, nicht bös gemeinte, Abrechnung mit dem deutschen Film.

Daueradaptionen (5. September 2011)
Wieso kommen manche Bücher eigentlich andauernd neu verfilmt ins Kino? Eine Frage, die ich zu beantworten versuche. Und weshalb kann ich eigentlich gut mit solch fehlgeleiteten Verfilmungen wie Paul W. S. Andersons Musketier-Streifen leben?

9/11 und das Kino (12. September 2011)
Nähkästchen-Geplauder: Ich hatte Material zu diesem Thema in der Hinterhand, habe mich allerdings erst am Morgend es 11. Septembers dazu entschlossen, es auch umzusetzen. Ich fand eigentlich, dass die Kolumne wieder nach etwas "tagesaktuellerem" aus dem Filmsektor verlangte ("X kündigt Film Y an"), nur kam die ganze Woche über nichts, was sich meinem Ansatz für "Popcorn und Rollenwechsel" anbiederte, also nahm ich das schwermütigere Thema. Wie veränderte der 11. September 2001 das Gesicht Hollywoods?

Das waren also die 15 Kolumnen der vergangenen 50 Wochen, mit denen ich am glücklichsten bin. Es ist eigentlich alles dabei, meinungsbildend, Filmwissen lexikalisierend, rumblödelnd. Artikel über Filme, Hollywood-Geschäfte und die Kinokultur. Ich möchte, sofern meine Leser mich lassen, diesen Mix gerne beibehalten. Mal sehen, wo mich die nächsten 50 so hintreiben...

1 Kommentare:

The Reader hat gesagt…

Glückwunsch zu den 100 Ausgaben!

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