Montag, 28. Februar 2011

Reingehört 40: And the Oscar goes to... You know...

Lange erwartet, urplötzlich vorbei: Die Oscars 2011. In einem witzigen, leidenschaftlichen und ausführlichen Podcast-Special sprechen Jan Schlüter, Fabian Riedner, Sebastian Lätsch und ich über die Gewinner und Verlierer der 83. Verleihung der Academy Awards. Außerdem gehen wir auf die Show-Aspekte ein: Wie haben sich die Jungmoderatoren James Franco und Anne Hathaway geschlagen, welche Laudatios sind uns im Gedächtnis geblieben, welche Dankesreden werden in die Geschichte eingehen? Und natürlich: Was fanden wir denn so alles Scheiße...?

Hört euch mit an, wie ich meine Verschwörungstheorien über Rapunzel-Komponisten Alan Menken vom Stapel lasse, welche Filme Fabian und Jan während der Oscar-Nacht vermisst haben und wie sich Basti und ich über Inception die Köpfe einschlagen! Das alles und viel mehr im neusten Quotenmeter-Podcast!

Tarantino, Western, Waltz?

Steht nun fest, was Quentin Tarantino als nächstes tun wird? Die Gerüchteküche ist sich zumindest ziemlich sicher! Wie AICN meldet, lösten italienische Interviews mit Darsteller Franco Nero (Django) Gerüchte aus, dass Tarantino eine action- und humorgeladene Sergio-Leone-Hommage namens The Angel, The Bad and The Wise plane. Neben Franco Nero sollen Keith Carradine, Treat Williams und allen vorran Christoph Waltz eine Rolle übernehmen und die Dreharbeiten noch dieses Jahr in Italien sowie Spanien beginnen.

Allerdings werden Teile dieser Gerüchte von Industrie-Insidern teils bezweifelt. Es ist ja schonmal erstaunlich, wie schnell Tarantino plötzlich das Skript zusammengeschrieben haben soll, nachdem er Ewigkeiten an Kill Bill und Inglourious Basterds hing. Trotzdem sollen folgende Körnchen Wahrheit enthalten sein: Tarantino wird als nächstes einen Spaghetti-Western machen und Waltz wird einer der Stars sein.

Nach Western-Einflüssen in Kill Bill und dem als Zweiter-Weltkriegs-Märchen verpackten Beinahe-Spaghetti-Western Inglourious Basterds nun also ein "echter" Western von Tarantino? Liebend gerne. Wird mir bestimmt besser gefallen als True Grit...

Jetzt wird die Filmwelt erstmal gespannt darauf warten, wer in Sally Menkes Fußstapfen tritt. Es wird keine leichte Aufgabe, das steht fest.

Oscars 2011: Das Live-Blogging


5:40: Wer nun wissen will, was all der Hokuspokus über The King's Speech soll: Hier nochmal meine Rezi zum Film. Ich sauf mir eine Idee für meinen abschließenden Kommentar zusammen und wünsche euch allen eine gute Nacht bzw. einen guten Arbeitstag, trotz verschobener Schlafenszeit. Danke für's Lesen! Bis nächstes Jahr... Auch wenn es mich freuen würde, vlt. ein paar neue Stammleser gewonnen zu haben. ;-)

5:38: Und nun die zuckrigste Anbiederung des Abends: Somewhere Over The Rainbow, gesungen von einem Schulchor. Nicht, weil Das zauberhafte Land Teil der Oscar-Historie ist, sondern weil ein hawaiianisches Ukulele-Cover YouTube sei Dank zu einem Radioerfolg wurde.

5:37: Harvey Weinstein ist wieder auf alter Höhe. Hätte er es nur ein Jahr früher hingekriegt, dann würde ich durch die Welt tanzen... *g* Und wow, die "Hau ab, Mann!"-Musik hörte echt auf, als darum gebeten wurde!

5:36: The King's Speech. Vorhersehbar. Verdient. Doch nichts, was mich jubeln lässt. Ich bin... zufrieden, aber nicht euphorisch.

5:36: Oha, lauter Applaus für Toy Story 3. Aber es gewinnt, natürlich...

5:35: Alles andere als The King's Speech wäre der Schocker des Filmjahres.

5:34: Damit wird auch subtil angedeutet, welcher Film über allen anderen schwebt.

5:32: Und da wir alle mittlerweile die geniale Eröffnungsmontage der nominierten Filme vergessen haben, gibt's nun eine zwar clevere, aber schleppende und im historischen Kontext betrachtet makabere Montage, in der George VIs Weltkriegsrede über Filmclips gelegt wird.

5:31: Vorhersehbar. Steven Spielberg verleiht den "Bester Film"-Oscar. Er macht ja sonst kaum noch was anderes.

5:30: @ Comments: Seit wann ist es "gegen den Strom schwimmen", Social Network mehr zu mögen, als The King's Speech? Ich mein, außerhalb der Filmindustrie? The King's Speech ist klasse, und gerade Darstellerpreise waren enorm verdient, aber ich denke, dass gerade die Generation 18 - Mitte 30 Social Network mehr mag.

5:27: Wartezeit-Füller: Meine Leserstatistiken lassen mich eingrenzen, wer der anonyme Kommentator war, der nach Rapunzels geraubten Oscar-Sieg (ja, ich bleib dabei, eine herzliche Ballade ist besser als Newman-Geklimper) den Abend aufgab. Oooder es gab gleich zwei, die das machten. (Überwachungsstaat - du bist überall *g*)

5:25: "Ich befürchte, meine Karriere hat ihren Höhepunkt erreicht" Ach, Colin, passt schon, das war wirklich die Rolle deines Lebens, aber im Gegensatz zu anderen Oscar-Gewinnern wirst du weiter annehmbare Jobs kriegen.

5:25: BESTER HAUPTDARSTELLER: Colin Firth, The King's Speech

5:24: Wen's juckt: Dieser erschöpfte Clip von James Franco ließ die Teenies in meiner 127 Hours-Vorführung johlen vor Lust.

5:23: Sehen sie nun einen Ausschnitt aus einer in wenigen Sekundne Oscar-prämierten Performance...

5:21: Bullock scherzelt sich so durch. Bardem verschreckte in No Country for Old Men eine ganze Nation "mit einem Haarschnitt", "Jeff... Jeff Bridges... ähm, Dude... nein, Jeff..."... Jesse Eisenberg soll mal endlich ihre Freundschaftseinladung bei Facebook akzeptieren...

5:19: Und nun noch schnell Sandra Bullock mit dem Oscar für den besten britischen König des Jahres. Dann sicher Werbung, bevor The King's Speech den Abend beendet.

5:18: Moment, sie bedankt sich bei Michelle Rodriguez? Irgendwer allwissendes in den Kommentaren, der mir das erklären kann? Achja, sie hätte schon für Garden State einen Oscar verdient gehabt... Nur mal so.

5:18: Ähm... ähm... Black Swan-y... Fuck Yeah!

5:17: Natalie... Fuck Yeah!

5:17: Aronofsky... Fuck Yeah!

5:16: Tchaikovsky... Fuck Yeah!

5:15: NATALIE PORTMAN!

5:14: Woran erkennt man, dass Portman den Oscar auch verdient hat? Sie ist die einzige Nominierte, bei der man sich den Namen der Filmfigur merken konnte.

5:11: Jeff Bridges verleiht den Oscar an Natalie Port... ich mein, für die BESTE HAUPTDARSTELLERIN.

5:10: Während weiter Werbung läuft, mache ich mir schonmal Gedanken um meinen weniger blog-mäßigen Quotenmeter-Abschlusskomentar zum Abend... Mh... also, viel Show gab's schonmal nicht. Das werde ich ansprechen müssen. Denn so fabelhaft, wie Hathaway sagt, war die Moderation leider nicht.

5:08: Ich würde mich über den zigten Alice-Trailer aufregen, aber das wäre unprofessionell? Ach, nein, als Blogger darf man ja hassen, nur nicht lieben *okay, hör schon wieder auf... will halt auch meinen Spaß hierbei...*

5:06: In den Kommentaren versteht wohl wer nicht den persönlichen Touch eines Oscar-Livebloggings... Um dann selbst persönlich verklärt Fincher als des Oscars beraubt zu deklarieren... *liebevoll tonal bipolare Stammleser neck und dafür hoffentlich keinen Ärger krieg*

5:05: The King's Speech war halt mehr ein Schauspieler-Stück, denn eine Regie- oder Gesamtleistung.

5:05: Und Mensch, sah Darren Aronofsky sauer aus...

5:03: Während ich The King's Speech den "Bester Film"-Oscar gönne (dem Skript und den Darstellern sei Dank), so finde ich, dass gleich drei nominierte Regisseure es mehr verdient hätten. Sowie Lee Unkrich und Christopher Nolan, um ein ganzes Oscar-Feld aufzumachen.

5:02: BESTE REGIE: Tom Hooper für The King's Speech. Damit steht der Gewinner der Hauptkategorie fest.

5:01: Öh, jetzt schon "Beste Regie"?

5:01: Toll geplant. Der Dankapplaus für Celine Dion wird NACH der Werbung eingefordert.

4:57: Nach einem Filmausschnitt mit Lena Horne, der Pionierin für afro-amerikanische Schauspielerinnen, erhält eine der 2010 verstorbenen Filmgrößen einen eigenen Tribut, bevor die Werbung startet.

4:56: Halle Berry macht einen Ausflug in die afro-amerikanische Oscar-Historie. Als nächstes kommen Sidney Potier und Denzel Washington, um über Onkel Remus' Wunderland zu diskutieren.

4:54: @ WildHuhn: Dafür hatte ich eine recht gute Nominierungs-Prognose. Und nope, ich hatte zu Duckipedia-Zeiten noch miesere Prognosen. :-p

4:53: Tarantinos Muse, die Cutterin Sally Menke, und Leslie Nielsen waren schon zu sehen, und kein Applaus zu hören. Hat man dieses Jahr erstmals die Saalgeräusche für die Montage abgedreht?

4:52: In Memoriam.Mal sehen, wie aktuell der Clip ist. Ist Eichinger dabei?

4:51: Oh Gott, Celine Dion! Haltet eure Modellbau-Schiffe fest...

4:50: Oder sind seine Lieder zu eingängig? Muss er mal was langweiliges schreiben? Echt, ich glaub noch nie habe ich mich über einen Disney-Oscar so sehr aufgeregt!

4:49: Muss Disney erst Das Tagebuch von Anne Frank als Zeichentrickfilm produzieren, damit Menken mal wieder gewinnt?

4:48: Mal ehrlich, hat Alan Menken mal wem ins Bein gebissen, oder wieso wird er seit einschließlich Der Glöckner von Notre Dame immer übergangen? Mensch, man änderte sogar mehrfach die Regeln der Musik-Kategorien, um seine Nominierungen klein zu halten!

4:47: BESTER SONG: Randy Newman für We Belong Together aus Toy Story 3.

4:46: Falscher Disneyfilm, ihr Deppen!

4:46: Ahhh... Fuck

4:45: Und jetzt, alle Disneyfans, Daumen drücken!

4:44: Gwyneth Paltrow singt das Lied aus der Country-Komödie Country Strong. Neee, ich ziehe ihr Umbrella/Singin' in the Rain-Crossover aus Glee diesem Stück vor.

4:43: So ohne Kontext eigentlich ganz nett, aber im Film mutiert's zu (seeeehr kurzem) Kitsch.

4:42: If I Rise wird live gesungen. Für mich ist diese Esoteriknummer einer der seeeehr wenigen Schwachpunkte des genialen 127 Hours.

4:40:  Mega-Favorit The King's Speech würde mit einem "technischen" Oscar und Hauptdarsteller und vlt. Regie gewinnen... Also, eigentlich wird's jetzt enorm spannend!

4:39: Dieses Jahr geht wohl in die statistische Oscar-Geschichte ein. Normalerweise gewinnt der Film mit den meisten Oscars. Das wäre Inception. Ohne Regie-Nominierung!

4:38: Werbung. Trailer zu Another Year enthüllt: 2010 war nicht nur das Kinojahr der Lesben und des Oralsex, sondern auch der "Tom und Jerry"-Witze.

4:35: BESTER SCHNITT: The Social Network. Stotternder König, dein Thron wackelt.

4:35: Es wird enorm spannend... Bester Schnitt, die vielleicht entscheidenste Kategorie des bisherigen Abends.

4:34: Inception, gemäß der Acadmey ein technischer Meilenstein, der zudem ein preisverdächtiges Drehbuch aufzuweisen hat... und es nichtmal wert ist, für die Regie nominiert zu werden. Erklärung?

4:33: BESTE SPEZIALEFFEKTE: Inception!

4:32: Zum dritten Mal Alice? Nein, ich denke, Inception zieht's weiter durch!

4:31: Tolles, kokettes und sich hochnehmendes Spiel zwischen Holmes und Dr. Watson. Mensch, ich freu mich auf Teil 2.

4:30: Nur mal so zwischendurch... Wenn man die Show doch kürzen will (und deshalb die wieder eingeführten Darbietungen der nominierten Songs zusammendampft), wieso ehrt man den 2003 verschiedenen Bob Hope?

4:29: Wer ist meiner Meinung? Doppelmoderation nä Jahr: Jackman und Crystal!

4:28: Crystal über Bob Hope: "Bob zeigte, was ein Oscar-Moderator sein muss... Ein sexy Filmstar. *grins*"

4:27: Wie, was fängt die Show nochmal neu an? Neeein, heute moderiert Billy Crystal NICHT!

4:26: Bin ich der einzige, der findet, dass Audrey Marrs (prämiert für Inside Job) aussieht, wie Ellen Page? So.. in etwas älter. Und größer... Ist ja auch nicht übel, denn nicht jede Frau muss das Format eines Standegblää... oh, die Werbung ist vorbei!

4:22: Mist. Mist. Mist. Das wäre so witzig geworden, hätte Todd in the Shadows, ähm, Banksy gewonnen.

4:22: BESTE DOKUMENTATION: Inside Job

4:21: Wenn Exit... gewinnt, wird's spannend.

4:20: Und jeeetzt reißt sich Winfrey die Maske ab, um sich selbst den Oscar für Exit Through The Gift Shop zu verleihen.

4:19: Die heimliche Präsidentin der USA... Oprah Winfrey. Europäer, bitte nicht einschlafen.

4:18: Und New Moon... In einer Oscar-Nacht. Ich lache, sobald ich kein Wasser mehr im Tränenknal habe... *jikes*

4:17: Okay, das mit dem "jung und hip" kann man auch versauen. Ein YouTube-Style Szenen-Remix, der aus Filmclips (Toy Story 3, Harry Potter 7.1, Social Network) Songs macht.

4:16: Luke "Mords-Afro" Matheny kommt auf die Bühne: "Mist, ich brauch einen neuen Haarschnitt!" Er bedenkt sich dafür, dass seine Mutter der Crew das Essen machte.

4:15: BESTER KURZFILM: God of Love.

4:14: Jake Gyllenhaal, ich bin deiner Logik nach ein Gewinner. Was bekomm ich nun von dir? Prince of Persia 2 fänd ich toll... (Waaas... ich habe falsch getippt, aber letztes Jahr viele Kurzfilme gesehen...)

4:13: BESTER KURZDOKUMENTATIONSFILM: Strangers No More.

4:12: Auftritt der Disney-Franchise-Köpfe, die nie ihr Franchise bekamen. Jake Gyllenhaal (Prince of Persia) und Amy Adams (Verwünscht). Gyllenhaal (sinngemäß): "Kurzfilme sorgen dafür, um eure Oscar-Wetten zu versauen. Also schaut euch Kurzfilme an, dann seid auch ihr Gewinner!"

4:10: Inception war beim ersten Mal überwältigend und spannend. Beim zweiten Mal fand ich ihn überraschend emotional und intim, da Liebe, Reue und Schuld nicht durch Dialoge und stereotype Handlungen, sondern durch die Inszenierung thematisiert wurden. Ich sollte ihn nochmal sehen, um zu testen, wie ich ihn nun empfinde.

4:09: Trailer für Inception. Liegt bislang mit 3 Siegen vor dem Favoriten The King's Speech. Noch.

4:07: Was für ein Glück (?), dass ich mich mit Energy Drinks wach halte, und nicht mit Alkohol. Sonst hätte es passieren können, dass ich hier voller Tippfehler und unter Verwendung mieser Grammatik sowie abgegriffener Metaphern sonst ein öffentliches Bekenntnis raustippe... So hingegen: Haaaach, ich lieeeeebe Rapunzel.

4:06: *schmelz*

4:05: Und nun, Augen schließen und an seine Herzensliebe denken. I See The Light aus Rapunzel...

4:04: Was macht man, damit die Zuschauer zu Hause nicht während Newmans Performance einschlafen? Richtig, das Orchester spielt einfach enorm laut und im falschen Takt mit. Klingt schrill und scheiße, aber wenigstens nicht öde.

4:02: Kevin Spacey singt Top Hat und gibt sich als George Clooney aus. Nun holt alle eure Energy Drings / Kaffeetassenr aus, denn Randy Newman wird live seinen nominierten Song singen.

3:59: Erstens... So vom Oscar-Orchester gespielt gefällt mir Elfmans Score zum Film dann doch. Zweitens: Dies ist nach zwei Siegen für Rob Marshall der erste Oscar, den Atwood für einen Burton-Film gewinnt. Drittens: Sie ist viel nervöser und ernster, als ihre statistische Zwillingsschwester Sandy Powell, die letztes Jahr mit Sarkasmus und Impro den Abend auflockerte.

3:58: BESTE KOSTÜME: Manche Gesetze sind unrückbar: Colleen Atwood gewinnt für Alice im Wunderland ihren 3. Preis!


3:57: Die Botschaft, die hierdurch an alle Maskenbildner geht: Scheißegal, wie mies der Film ist, an dem ihr arbeitet. Im Gegensatz zu Darstellern und zahlreichen anderen Filmschaffenden könnt ihr bei guter Arbeit noch immer einen Oscar gewinnen.


3:56: BESTES MAKE UP: The Wolfman... "It's gross"


3:55 Cate Blanchett führt via Der Herr der Ringe 3 die Make-Up und Kostüm-Preise ein. Mh, also, chronologisch geht man beim Thema des Abends nicht gerade vor.


3:53: Marisa Tomei fasst die "Scientific & Technical Awards" zusammen, die so wenig berücksichtigt werden, dass sie nur eine kurze Montage bekommen. Mit dabei: Techniken, die in Avatar und... THE GREEN HORNET (!) zum Einsatz kamen.


3:52: Yeah, Werbung für den hippen, coolen, unterhaltsamen und inspirierend-bewegenden 127 Hours.


3:51: Rein statistisch müsste gleich Alice im Wunderland seinen zweiten Oscar einsacken. Das ist ein kleines Academy-Gesetz. Ob's gebrochen wird? Denn Coleen Atwood tritt gegen den Hauptfavoriten des Abends an.


3:50: Ich habe jetzt richtig Lust, mir den Inception-Koffer zu kaufen, den ich bislang aus Knauserigkeit vor mir herschob.


3:49: BESTER TONSCHNITT: Nochmal Inception. Dieses Mal von Scarlett Johansson und Matthew McConaughey hörbar und verständlich vorgelesen.

3:48: Würde man die Indikatorpreise nicht kennen, könnte man denken, dass Inception heute Abend noch große Chancen auf andere Preise hat.

3:47: BESTER TON: Nur an der eingespielten Musik zu erkennen, weil die Laudatoren durcheinanderquasseln.... Inception!

3:46: Memo an James Franco: Einfach zu sagen, dass man "Six Degrees of Kevin Bacon" von den laudatoren entfernt ist, ist kein Gag.

3:45: Ich bin zufrieden. Hauptsache nicht Alexandre Desplats Rumgeklimper... Yeah.

3:43: Glücksfee Timberlake. BESTER SCORE: The Social Network. Trent Reznor, Atticus Ross.

3:43: Meine Fresse, ich muss mir doch noch den 127 Hours-Soundtrack holen.

3:42: Yeah, das Orchester spielt live ein (zu kurzes) Medley der nominierten Scores. Die spannendste Kategorie des Abends, zumindest für mich. Applaus-o-meter für Desplat oder Reznor/Atticus.

3:42: Oooooder doch. Lizenzen zu teuer? :-P

3:41: Ah, ein Oscarmusikmedley. Disney, Disney, Disney, kommt schon, ohne geht das nicht!

3:40: Oh, das Thema des Abends ist zurück! Die Tonkategorien erwarten uns. Oder Musik. Star Wars ertönt.

3:39: Anne Hathaway: "Er ist Sänger, Tänzer, Action-Star, Oscar-Moderator und wir haben eben hinter der Bühne rumgemacht. Hugh Jackman!"

3:38: Unnötige Erinnerung daran, dass die Oscars bei ABC laufen und noch laufen werden.

3:37:  Während der Werbung ein kleiner Test, ob meine Leser vor lauter Seite-Aktualisiererei schon kaputt sind, oder noch aufnahmefähig: Bislang irgendwelche unverdienten Siege? Das Thema des Abends hat ja auch niemand erraten... (Yeah, Chim-Chim-Cheree ist zu hören)

3:36: @ Christian Bale: Sie heißt übrigens Sandra "Sibi" Blažić.

3:35: Die ersten Boulevard-Journalisten sollen schon ins Kodak Theatre eingebrochen sein, um Bales Frau auszufragen, ob sie einen Ehevertrag unterschrieben hat und ihm die letzte BAT-CREDIT CARD unter'm Arsch wegklagen will.

3:34: Christian Bale ist so nervös, dass er den Namen seiner Frau vergisst. "Danke an X, an Y und an... meine wunder vole Frau... ... ... meine wundervolle Frau, die hübsch ist und mich immer unterstützt und blubb"

3:33: Hat Batman eigentlich in The Dark Knight Rises eine Persönlichkeitskrise, oder für welchen Film hat sich Bale diesen Fusselbart wachsen lassen?

3:32: Nach vier Drama-Clips bringt Rushs Ausschnitt aus The King's Speech alle zum Lachen. Aber... es gewinnt Christian Bale (The Fighter) als BESTER NEBENDARSTELLER.

3:30: Geoffrey Rush hätte es ja verdient, und ich mag ihn sowieso. Aber Jeremy Renner könnte ruhig einen The Town-Entschuldigungsoscar abräumen. Zumal er wirklich komplex und unaufdringlich spielte.

3:29: Und jetzt schon Bester Nebendarsteller? Hui, das geht ja fix.

3:28: Kleiner Aufmerksamkeitstest. Beziehungsweise ein Test der Qualität des Themenabends: Wer erinnert sich noch daran, was der Aufhänger der Show ist?

3:27: BESTER FREMDSPRACHIGER FILM: Dänemarks In a Better World (der 3. dänische Streifen, der diese Ehre erhält)

3:26: Interessante Oscar-Paarung (Marketing-bedingt?) Nummero Uno: Helen Mirren plus Russel Brand. "Yo, ma Performance as Queen was BETTA, as Colin Firth!" - so übersetzt Brand Mirrens französische Ankündigung der nä. Kategorie.

3:25: Nur müsste er dafür eingeweiht sein. Naja, dafür gibt's James Franco im Fummel. Fanboys schreien in 3, 2, 1...

3:24: Er könnte ja nun seinen Anzug aufreißen und sein Wolverine-Kostüm enthüllen, um darin auf die Bühne zu springen.

3:22: Anne Hathawy will ein Duett mit einem Ehrengast. Muss es aber alleine singen. Und ist deshalb sehr wütend auf den australischen Dreckskerl, der ihr abgesagt hat.

3:19: Seidler tauft "Fuck!" in "das Melissa-Leo-F-Wort" um. Er war also wach, als das passierte.

3:18: ORIGINAL-DREHBUCH: Nope, es geht weiter, wie mal vorhergesagt. David Seidler bekommt für seinen ersten Oscar-würdigen Film einen Preis. The King's Speech. Seidler: "Mein Vater sagte mir immer, ich sei ein Spätzünder. [Gelächter] Ich glaub ich bin der älteste, der diesen Preis je gewann. Ich hoffe, dieser Rekord wird bald gebrochen. Und häufig."

3:17: Original-Drehbuch: Hauptfavorit King's Speech oder traumhaftes Weltenbilden mit Inception? Oder ein kleiner Schocker?

3:16: Aaron Sorkin überhört sowas wie "Hau von der Bühne ab, Mann!"-Musik. Sie zu beachten hat er nicht nötig.

3:14: BESTES ADAPTIERTES DREHBUCH: Aaron Sorkin: "De Soçial Network"... Ich mag Bardem. :-)

3:12: Josh Brolin und Javier Bardem in weißen Anzügen mit weißer Fliege. Putzig. Nun habe ich gar keine Angst mehr vor Bardem.

3:11: Der Rapunzel-Trailer ist übrigens mies und fehlleitend. Aber wenigstens nutzt er den GUTEN Bleibtreu-Take der Schwertkampf-Sequenz. Nicht den Jux-Take, den man wohl aus Marketinggründen in den Film packte... *seufz*

3:10: Ich nutz mal die Werbung aus... Es gibt Werbung zu Rapunzel, meinen Lieblingsfilm des letzten Jahres. Dennoch hat Toy Story 3 den Trickoscar verdient, da er objektiv, ohne meine "Ich liebe Disneymärchenmusical und Rapunzel hat für mich persönliche Relevanz!" einen Ticken besser war.

3:09: Frisch von Twitter. Kevin Smith heißt den Toy Story 3-Gewinn gut: "Regardless, SCHINDLER'S TOYBOX WINS! I cried more at that flick than my Dad's funeral."

3:07: Ich glaub's Lee Unkrich. Pixar ist garantiert ein saugeiler Arbeitsplatz. Sie haben eine riesige Frühstücksflocken-Bar, verdammt!

3:05: BESTER ANIMATIONSFILM: Tosy Story 3. (Überraschung!)

3:05: Schöner Clip aus Drachenzähmen leicht gemacht. Die berührende Annäheurng zwischen Hicks und Ohnezahn. Toy Story 3 bekommt dagegen einen Gag-Clip: Spanish Buzz.

3:04: Pixars Verluststrecke in dieser Kategorie geht also weiter. Als letztes gewann 2002 For the Birds, der Vorfilm von Die Monster AG.

3:03: Mila Kunis und Timberlake scherzen noch was, bevor der BESTE KURZTRICKFILM feststeht. Gewinner: ... Braucht noch was, Timberlake macht einen auf Kirk Douglas... “The Lost Thing” Shaun Tan und Andrew Ruhemann

3:01: Das Geheimnis ist gelüftet: Justin Timberlake ist Banksy. 10% der Zuschauer verstehen den Gag.

3:00: Vom Rumblödeln zum Fluchen, bis kurz vor'm Tränenüberguss. Melissa Leo legt allein in der Danksagung eine Oscar-reife Performance hin.

2:59: Ha, Melissa Leo rutscht ein "fucking" raus. ABC wird nun die Übertragung unterbrechen, um eine 5-Minuten-Verzögeurng zu gewährleisten. *g*

2:58: Wenn die anderen Laudatoren fix sind, öffnen die alle mit einem "you know" den Umschlag. Ich fordere diesen Running Gag!

2:57: BESTE NEBENDARSTELLERIN: Melissa Leo, The Fighter.

2:55: Kirk Douglas öffnet den Umschlag, aber weigert sich, etwas vorzulesen. Mit seinen angetäuschten Siegerverkündungen bringt er das Auditorium zum Lachen, "auch Colin Firth"

2:54: Douglas bemerkt, dass Hugh Jackman sich gerade schlapplacht. "Keine Ahnung wieso alle Australier das witzig finden. Der [Brite] Colin Firth ist nicht am lachen..!"

2:53: Achtung, böser Witz: Sollte Amy Adams gewinnen, wird Douglas wohl gar nicht mehr aus dem Staunen rauskommen und... naja, sagen wir, dass die Ambulanz sich bereithalten sollte.

2:52: Douglas freut sich, dass es Franco aus dem Canyon rausgeschafft hat. Und findet es schade, dass die umwerfende Hathaway nicht schon da war, als er Filme gedreht hat. Er verleiht nun den Preis für die beste Nebendarstellerin.

2:51: ProSieben schaltet etwas knapp in die Anmoderation für Kirk Douglas. Standing Ovations! (Nicht für ProSieben, ihr Deppen...)

2:50: Meine Prognose kann ich nach diesen zwei Gewinnen eigentlich schon in die Tonne kloppen. Alle, die einen 12/12-Durchmarsch für The King's Speech sahen, ebenfalls.

2:49: Und dass sage ich als eingefleischter Prestige-Fan. Es könnte sein, dass The Dark Knight Rises noch besser fotografiert wird (IMAX!), aber das ist noch weniger Oscar-Material als das Traum-Labyrinth.

2:48: Wow, somit bleibt Roger Deakins ein Pechvogel. Aber ich finde es gut so. True Grit war nicht seine beste Leistung, Wally Pfister hingegen hat mit den traumartig-hypnotischen, erstaunlichen Bildern in Inception sein Glanzstück geliefert.

2:47: BESTE KAMERA: INCEPTION!

2:46: Ich denke, hiermit ist der Damm endgültig gebrochen, CGI-Szenenbild wird von der Academy akzeptiert. Sofern ein paar Schauspieler dort durchhüpfen.

2:45: Also wird es dieses Jahr keinen Titanic-Nachfolger geben.

2:45: BESTES SZENENBILD: Alice im Wunderland.

2:42: Ah, okay, gute Idee: Vom Winde verweht dient als Argumentation, weshalb man sich für die Kategorien Szenenbild und Kamera sorgen soll. Dass man deshalb auch Titanic erwähnt... muss ich hinnehmen. Es war halt der letzte, der diese zwei PLUS bester Film gewann.

2:40: Moment, es heißt immer, man wolle den Abend straffen (deshalb fallen auch die Montagen weg sowie die 5-Kollegen-präsentieren-die-Darsteller), aber dafür ehrt man alte Oscar-Gewinner?

2:39: Anne Hathaways Mutter kritisiert, wie ihre Tochter steht. Sie soll aufrechter stehen, denn "Mr. Spielberg is here!"

2:38: Und schon machen sie sich darüber lustig, dass sie nur moderieren, weil se jung, attraktiv und somit ein Zuschauermagnet für die werberelevante Zielgruppe sind.

2:37: Schluss mit Einspieler, die Moderatoren stehen auf der Bühne. Und Hugh Jackman gibt ihnen ein begeistertes Lächeln.

2:36: ...weshalb man auch darauf verzichtet und stattdessen Zurück in die Zukunft mit einbaut... Oooookay...?

2:35: Das Problem am Zehn-Filme-Feld: Wenn man alle parodieren will, hört der Anfangsgag einfach nicht auf.

2:33: Unter den verarschten Szenen: Der sinnloseste Moment aus True Grit. Franco liebte Bridges in Tron. Wer nicht? Und oh, Morgan Freeman hat einen Gastauftritt als der Erzähler von Baldwins Träumen. Denn er hat eine passende Erzählerstimme. Stimmt, fast jeder Film würde durch ihn als Erzähler besser werden.

2:32: Oscar meets MTV-Movie-Award-Humor (in gut): Franco und Hathaway wollen von DiCaprio Tipps über's Oscar-Moderieren. Sie brechen in Alec Baldwins Träume ein. Die verwirrender als Inception sind.

2:31: Und Toy Story 3 wurde als "Nummer 1" eeingefügt... Ob das was ebenfalls was bedeutet...? *g*

2:30: Geile Montage der nominierten Filme in der Hauptkategorie zur neu arrangierten, albtraumhaften Hall of Mountain King-Version aus Social Network. Vorbote für die Musik-Kategorie?

2:29: Ach nee, zuerst noch Werbung für Alice im Wunderland. Disney bucht erfahrungsgemäß viel Werbung während der Oscars, also gewöhnt euch an diesen Trailer.

2:28: Jeden Moment geht's richtig los!

2:23: Tom Hanks wird gleich zu Beginn die Preise für Kamera und Szenenbild verleihen. Das Thema des heutigen Abends: Die Geschichte des Films. Insofern könnte Francos Aussage, er werde mehrere Anzüge tragen, wahr sein. Vom 30er-Stil zur schneidigen Moderne? Wen juckt's... Eine gute Show und tolle Gewinner wollen wir sehen!

2:22: Hugh Jackman! Er ist gerade sehr nervös, obwohl er nicht heute, sondern vor zwei Jahren moderierte. Jackman ist übrigens der einzige Oscar-Moderator, der für seine Leistung mit dem Emmy prämiert wurde. Nicht zu unrecht, möchte ich sagen!

2:21: Ob jemand bei ProSieben Nachtschicht führt, um gegebenenfalls den Star Wars-Trailer zu aktualisieren? "Mit Oscar-Preisträgerin Natalie Portman in ihrer... nerdigsten Rolle bisher!"

2:17: Wirklich, käme nicht gerade ein Super-Mega-Tempo-Schnitt der Oscar-Tipps der Stars, käme ich auf den Verdacht, mir Fashion-Awards anzusehen. Timberlake will übrigens Fincher und Trent Reznor unter den Gewinnern sehen. Mh, ich denke, er könnte seinen Wunsch zur Hälfte erfüllt sehen.

2:16: Oh Gott, jetzt gibt's ganz sogar eine LIVE kommentierte Montage der Kleider einiger Stars, die man nicht live vor's Mikro bekam.

2:14: Das The King's Speech-Bild soll keine parteiische Aussage sein - der Film ist der Favorit und somit steht der Abend in seinem Zeichen. Aber vielleicht werde ich es eh wegnehmen. (Kidman - und Paltrow-Mini-Interviews auf ABC waren recht unspektakulär... ich thematisier das TV-Geschehen, sobald es interessant wird... *g*)

2:10: Werbung. Lenas Album Good News soll beeindruckend sein? Naja, stimmt irgendwie, es ist beeindruckend, wie ein so einseitges Album im Rahmen des Eurovision-Vorentscheids dauerbeworben wurde. Wieso hat niemand Raab in die Schranken gewiesen?

2:08: @ Comments: Ist das Bild nun klein genug? So ganz ohne finde ich's was unansprechend nackt...

2:05: Er spricht auch etwas an, weshalb man den Cuttern von The Social Network ihren hoffentlich winkenden Oscar gönnen muss: David Fincher ist berüchtigt als "zig Takes pro Szene"-Regisseur. Und aus dem endlosen Material einen perfekt zur Musik und den emotionalen "Beats" der Dialoge geschnittenen Film zu erstellen, ist Gold wert. Goldjungen, um mir eine miese Phrase zu erlauben.

2:04: James Franco verspricht, im Laufe der Show Anzüge zu wechseln. Ich sage, dass er die Song-Kategorie in einem rosa Anzug anmoderieren wird... Und nun: Justin Timberlake! Wuhu! Ich mag den Kerl! Er bemerkt sogar, dass der rote Teppich rosa ist. Für The Social Network hätte er übrigens nominiert werden müssen.

2:02: Dafür, dass ich über die Kleidersache so viel läster, muss ich selbst einen Kommentar dazu bringen: Natalie Portman trägt Flieder. Gut, dass ich nicht gewettet habe, ich hätte auf schwarz/weiß getippt (in einem schmucken Muster), wegen der Farbsymbolik von Black Swan.

2:01: ABC-Pre-Show. Nichtmal eine Minute, und schon kommt es: "Who are you wearing?"... Boah, ich kann die Frage bereits jetzt nicht mehr hören.

2:00: Mit dank an Kevin: "Laut einem interview war bale derjenige, den gätjen am liebsten treffen würde, gleichzeitig meinte er, ein bisschen respekt vor seiner aufbrausenden persönlichkeit zu haben". Dafür verlief das Megakurz-Interview recht unspektakulär.

1:58: Und schon begegnet mir die erste harsche Gätjen-Kritik. Wirklich, lieber Lutz... Findest du die ABC-Show besser, wo man echt die Möglichkeit hätte, ausführlich mit den Stars zu sprechen, und allein über Kleider labert? Dann lieber Impro-Steven.

1:57: Kann ja sein, aber mir ist kein Kino mit Liveübertragung bekannt. Leider.

1:56: Gätjen erwartet, dass man ihm nun in Kinos zusieht. Oder wieso sonst sollen Frauen beim Anblick muskulöser Stars aus den Kinosesseln fallen?

1:53: Eine bodenständig-sympatische und schnell sprechende Helena Bonham Carter erklärt, dass Queen Mum "sweet and fluffy" war, wie ein "Marshmallow".

1:51: Smallttalk über The King's Speech mit Bullock. Sie sprach dieses Mal nicht mit Gätjen über Gummibärchen. Öfter mal was neues...

1:50: Nun können wir rausfinden, ob Gätjen flexibel ist. Sandra Bullock hatte er schon letztes Jahr vor dem Mikro. Wird er sie wieder über Gummibärchen und ihre Deutschkenntnisse ausfragen?

1:46: Noch gibt's tatsächlich Produktwerbung und mehr, als drei unterschiedliche Spots. Dennoch wette ich, dass wir im Laufe des Abends alle die Reklamespots für die Alben von Max Raabe und Lena auswendig lernen.

1:43: Javier Bardem sieht wie ein ganz lockerer Kerl aus, wenn er weder einen auf Psychokiller mit Scherz-Haarschnitt macht (No Country for Old Men) oder sicht schmerzvoll durch einen Film trauert (Biutiful). Hey, wie wäre es, wenn Penelope Cruz ihm für das PotC-Franchise eine Gastrolle erschnattert? Ich mag ihn jedenfalls mehr als seine Ehefrau.

1:40: Max Lang und Jakob Schuh, zwei deutsche Trickfilmmacher, hatten Spaß an der Academy-Vorführung ihres nominierten Films The Gruffalo. Der in der englischen Fassung mit Helena Bonham Carter als Sprecherin auftrumpfen kann. Ich bin nicht sehr patriotisch und drücke Day & Night von Pixar die Daumen.

1:38: Nicole Kidman freut sich, Steven Gätjens Promiköder zu sehen. Es folgt die Frage, ob Kidmans 2-jährige Tochter das Kleid ausgesucht hat. Naja, wenigstens kommen danach fragen über ihr Schema beim Rollen-Aussuchen. Wie kommt man von Adam-Sandler-Komödien zu Rabbit Hole? Es folgt eine Larifari-Antwort, dass es ja toll ist, mit Sandler zu arbeiten und ... blubb...

1:36: Helen Mirren schwärmt von Russel Brands Beinen. Hat Der Sturm eigentlich mittlerweile einen deutschen Starttermin?

1:34: Steven Gätjen präsentiert das an griechische Architektur angelehnte Tor, dass den Eingang zum roten Teppich markiert: "Es gibt da noch keinen Nacktscanner, aber die Stars müssen trotzdem da durch!" - Eine nette Stillblüte. Danach nennt er das Tor "King Kongs Klobrille". Ich sag's euch, er ist ein super Kandidat für die Wetten, dass..?-Moderation!

1:33: Kevin Spacey bekommt in seiner Bauchbinde ein "Oscar-Gewinner" spendiert. Hudson bekam es nicht. Spacey sagt, dass er sehr gerne Bill Clinton imitiert. Amüsantes Zeittotschlagen mit Steven Gätjen.

1:30: Jennifer Hudson (Dreamgirls) im Interview, eine der vielen Oscar-Preisträgerinnen, die wohl nie wieder nominiert werden.

1:28: Wuhu, Jeremy Renner, der geniale Nebendarsteller aus The Town. Leider ist er der einzige, der für Afflecks spannenden sowie einfühlsamen Bankräuber-Film nominiert wurde. Gätjen scherzt, ob Renner sich Bankräuber als Beruf vorstellen könnte. "Nein, keinesfalls, ich Schussel würde mir in den Fuß schießen."

1:27: Die erste Werbepause ist überstanden. Laut Warnkross können wir nicht näher dran sein, als mit ProSieben. Schalte zu Steven Gätjen... der näher dran ist, als wir.

1:19: Wow, der Redakteur, der die Black Swan-MAZ geschrieben hat, hatte echt Ahnung. Statt über Portmans Aussehen zu geifern, wird die Kameraarbeit gelobt und beschrieben.

1:17: Oh nein, der erste Modetalk des Abends! Neeeein! Es wird über Bonham Carters ungleiches Schuhpaar bei den Globes gelästert sowie über "Pralinenschachtel" Halle Berry. Inklusive brilletragenden Glatzkopf mit näselnder Stimme. Menschenskinder...

1:11: "Viel Glück für gleich Steven, Good Luck, ich drück dir die Daumen, I cross my fingers!" Englisch mit einem deutschen Kollegen reden, das hat Glamour! Und wirkt bereden... *grmmmpf* ProSieben, wenn ihr einen besseren Oscar-Kollegen für Gätjen braucht, ich hab Zeit! Zur Not quetsch ich mich auch in solche Kleider...

1:10: Annemarie Warnkross sieht mal wieder deplatziert aus und macht aufgesetzt einen auf locker. Oliver Pochers Ex-Liebelei, meine Damen und Herren!

1:09: Auf ProSieben wird erstmal das noch wache Massenpublikum mit dem Versprechen junger, gutaussehender Moderatoren angelockt.

1:08: Und damit herzlich wilkommen zur großen Oscar-Nacht, hier bei Sir Donnerbolds Bagatellen!

1:07 Kaktusfeige

Sonntag, 27. Februar 2011

Oscars 2011: Meine finale Prognose

Es dauert nicht mehr lange, dann beginnt sie endlich: Die 83. Oscar-Verleihung. Viel hat sich seit Beginn der Saision getan, Favoriten gingen unter, andere stiegen auf. Die meisten werden ihr Hauptaugenmerk auf die Kategorien "Bester Film" und "Beste Regie" legen, wo es wohl heißen wird: The King's Speech vs. The Social Network. Doch auch alle anderen Kategorien sind durchaus interessant - und abseits der Hauptkategorien könnte es auch einige Überraschungen geben.

Bevor die große Galanacht beginnt, möchte ich sie also durchexerzieren, die kleinen und großen Duelle der Oscar-Nacht. Wer wird gewinnen, wer sollte gewinnen? Eine Prognose, basierend auf Oscar-Vorwissen, Buzz (nein, nicht Lightyear) und Bauchgefühl.

(Fett markierte Nominierungen bedeuten, dass ich einen Gewinn vermute)

Bester Film:
  • “Black Swan” Mike Medavoy, Brian Oliver und Scott Franklin
  • “The Fighter” David Hoberman, Todd Lieberman und Mark Wahlberg
  • “Inception” Emma Thomas und Christopher Nolan
  • “The Kids Are All Right” Gary Gilbert, Jeffrey Levy-Hinte und Celine Rattray
  • “The King's Speech” Iain Canning, Emile Sherman und Gareth Unwin
  • “127 Hours” Christian Colson, Danny Boyle und John Smithson
  • “The Social Network” Scott Rudin, Dana Brunetti, Michael De Luca und Ceán Chaffin,
  • “Toy Story 3” Darla K. Anderson
  • “True Grit” Scott Rudin, Ethan Coen und Joel Coen
  • “Winter's Bone" Anne Rosellini und Alix Madigan-Yorkin
Kommentar: Mit dem Ensemblepreis der Schauspielgesellschaft und den Hauptpreisen der Regie- und Produzentenvereinigungen dürfte beim besten Film kaum ein Weg an The King's Speech vorbeiführen. Zudem ist The King's Speech ein Film, dem man schwer Antipathie entgegenbringen kann. Er wird also viele erste Rangplätze auf den Stimmzetteln ergattern, sowie einige zweite und dritte Plätze. Das macht ihn zu einem, wenn auch nicht sehr mutigen, recht deutlichen Anwärter auf den Oscar in dieser Kategorie.
Wer gewinnen sollte? Nun, da bin ich dieses Jahr sehr offen. Toy Story 3 wäre genial, The Social Network würde mich sehr freuen, so auch Inception. 127 Hours wäre geil - und The King's Speech fände ich ebenfalls keinen schlechten Gewinner.

Beste Regie:

  • “Black Swan” Darren Aronofsky
  • “The Fighter” David O. Russell
  • “The King's Speech” Tom Hooper
  • “The Social Network” David Fincher
  • “True Grit” Joel Coen und Ethan Coen
Kommentar:  Tom Hooper wäre als DGA-Gewinner der sichere Tipp, doch ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Fincher für eine kleine Überraschung sorgt. Er ist ein erfahrener, geachteter Regisseur, dem man nun zu einem geeigneten Zeitpunkt seine verdiente Ehrung zuteil kommen lassen kann. Unter den Nominierten ist er auch mein Wunschsieger, knapp vor Darren Aronofsky für Black Swan.

Bester Hauptdarsteller:

  • Javier Bardem in “Biutiful”
  • Jeff Bridges in “True Grit”
  • Jesse Eisenberg in “The Social Network”
  • Colin Firth in “The King's Speech”
  • James Franco in “127 Hours”
Kommentar: Colin Firth, Colin Firth, Colin Firth. Ich kann mir kaum vorstellen, wie er nicht gewinnen soll, nach all den Preisen, die er abräumte. Mein Wunschsieger wäre er ebenfalls. Oder James Franco.

Beste Hauptdarstellerin:

  • Annette Bening in “The Kids Are All Right”
  • Nicole Kidman in “Rabbit Hole”
  • Jennifer Lawrence in “Winter's Bone”
  • Natalie Portman in “Black Swan”
  • Michelle Williams in “Blue Valentine”
Kommentar: Natalie Portman wird und soll gewinnen.

Bester Nebendarsteller:

  • Christian Bale in “The Fighter”
  • John Hawkes in “Winter's Bone”
  • Jeremy Renner in “The Town”
  • Mark Ruffalo in “The Kids Are All Right”
  • Geoffrey Rush in “The King's Speech”
Kommentar: Andrew Garfield und Justin Timberlake hätten wenigstens nominiert werden müssen. Von den Nominierten wünsche ich es Geoffrey Rush am meisten, und ich denke, dass er auch in Wirklichkeit knapp die Nase vor Christian Bale hat. Sehr knapp.

Beste Nebendarstellerin:

  • Amy Adams in “The Fighter”
  • Helena Bonham Carter in “The King's Speech”
  • Melissa Leo in “The Fighter”
  • Hailee Steinfeld in “True Grit”
  • Jacki Weaver in “Animal Kingdom”
Kommentar: So enttäuscht ich von True Grit war, Steinfeld verdient diesen Oscar. Ich habe lange gezögert, ob ich auf sie oder Melissa Leo tippen soll. Leo gewann die wichtigeren Indikatorpreise, aber irgendwie befürchte ich bei den Oscars einen Split mit der bei der Academy sehr beliebten Amy Adams. Trotzdem denke ich, dass Leo gewinnen wird. Bonham Carter ist in The King's Speech zu unauffällig, als dass sie gewinnen wird.

Bestes adaptiertes Drehbuch:

  • “127 Hours” Drehbuch von Danny Boyle & Simon Beaufoy
  • “The Social Network”Drehbuch von Aaron Sorkin
  • “Toy Story 3” Drehbuch von Michael Arndt; Story von John Lasseter, Andrew Stanton und Lee Unkrich
  • “True Grit” Für die Leinwand verfasst durch Joel Coen & Ethan Coen
  • “Winter's Bone” Für die Leinwand adaptiert durch Debra Granik & Anne Rosellini
Kommentar: Wenn mit Toy Story 3 erstmals ein Trickfilm für sein Drehbuch den Oscar erhielte, wäre das ein Traum, aber ich werde mich ebenfalls enorm für The Social Network freuen, der höchst wahrscheinlich auch gewinnt.

Bestes Original-Drehbuch:
  • “Another Year” Geschrieben von Mike Leigh
  • “The Fighter” Drehbuch von Scott Silver und Paul Tamasy & Eric Johnson; Story von Keith Dorrington & Paul Tamasy & Eric Johnson
  • “Inception” Geschrieben von Christopher Nolan
  • “The Kids Are All Right” Geschrieben von Lisa Cholodenko & Stuart Blumberg
  • “The King's Speech” Drehbuch von David Seidler
Kommentar: Ich wünsche es vom ganzen Herzen Christopher Nolan für Inception, doch ich befürchte, dass The King's Speech die Nase vorne hat. Er ist dafür einfach zu beliebt...

Bestes Szenenbild:

  • “Alice im Wunderland” Produktionsdesign: Robert Stromberg; Set-Dekoration: Karen O'Hara
  • “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1” Produktionsdesign: Stuart Craig; Set-Dekoration: Stephenie McMillan
  • “Inception” Produktionsdesign: Guy Hendrix Dyas; Set-Dekoration: Larry Dias und Doug Mowat
  • “The King's Speech” Produktionsdesign: Eve Stewart; Set-Dekoration: Judy Farr
  • “True Grit” Produktionsdesign: Jess Gonchor; Set-Dekoration: Nancy Haigh
Kommentar: Das gleiche Spiel nochmal. Ich will Inception sehen, denke aber, dass es The King's Speech machen wird.

Beste Kamera:

  • “Black Swan” Matthew Libatique
  • “Inception” Wally Pfister
  • “The King's Speech” Danny Cohen
  • “The Social Network” Jeff Cronenweth
  • “True Grit” Roger Deakins
Kommentar: Inception sollte, aber der ebenfalls sehr gut fotografierte True Grit wird gewinnen, denn irgendwann muss Roger Deakins ja gewinnen!

Beste Kostüme:

  • “Alice im Wunderland” Colleen Atwood
  • “I Am Love” Antonella Cannarozzi
  • “The King's Speech” Jenny Beavan
  • “Der Sturm” Sandy Powell
  • “True Grit” Mary Zophres
Kommentar: Statistisch gesehen müsste Atwood gewinnen, und in Alice gab es auch eindrucksvolle Kostüme zu sehen, was ebenfalls für den Sieg spricht. Ich gönne ihn ihr auch!

Bester Schnitt:
  • “Black Swan” Andrew Weisblum
  • “The Fighter” Pamela Martin
  • “The King's Speech” Tariq Anwar
  • “127 Hours” Jon Harris
  • “The Social Network” Angus Wall und Kirk Baxter
Kommentar: Ich vermisse die Nominierung für Scott Pilgrim und Inception, bin aber unter den Nominierten für den Gewinnerfavoriten. Mit einem Eddie (dem Cutter-Gewerkschaftspreis) im Nacken, scheint es eine beschlossene Sache.

Bestes Makeup:

  • “Barney's Version” Adrien Morot
  • “The Way Back” Edouard F. Henriques, Gregory Funk und Yolanda Toussieng
  • “The Wolfman” Rick Baker und Dave Elsey
Kommentar: Oft wird einfach nur das aufwändigste Make-Up geehrt, und das spricht für Wolfman. Dieser profitiert zudem von Rick Baker, dem meist prämierten Maskenbildner der Oscar-Geschichte. Wer gewinnen soll? Pfff... Baker, einfach, damit meine Prognose stimmt.


Beste Filmmusik:

  • “Drachenzähmen leicht gemacht” John Powell
  • “Inception” Hans Zimmer
  • “The King's Speech” Alexandre Desplat
  • “127 Hours” A.R. Rahman
  • “The Social Network” Trent Reznor und Atticus Ross
Kommentar: Es tut mir in der Seele weh, den meiner nach schlechtesten Score aus diesem Feld als Gewinner vorherzusagen, aber ich kann nicht anders. The King's Speech ist beliebt, Desplat aus mir schwer erklärlichen Gründen ein ungeheuerlich verehrter Komponist und deshalb wird sein Durchschnittsgeklimper gewinnen. Wer es mehr verdient hat? Alle anderen! Wer es am meisten verdient hat? Hans Zimmer für Inception, doch für Drachenzähmen leicht gemacht würde ich ebenfalls jubeln.

Bester Song:

  • “Coming Home” aus “Country Strong” Musik und Text von Tom Douglas, Troy Verges und Hillary Lindsey
  • “I See the Light” aus “Rapunzel” Musik von Alan Menken, Text von Glenn Slater
  • “If I Rise” aus “127 Hours” Musik von A.R. Rahman, Text von Dido und Rollo Armstrong
  • “We Belong Together” aus “Toy Story 3" Musik und Text von Randy Newman
Kommentar: Alle sagen We Belong Together vorher, aber Newman hat seinen Entschuldigungs-Oscar schon erhalten, und zwar für einen waschechten Ohrwurm (Ohne dich wär' ich des Lebens nicht froh aus Monster AG). Damit kann man We Belong Together gar nicht vergleichen. Nein, es wird Zeit, dass Alan Menken wieder gewinnt. Unsichere Wähler könnten für ihn gewonnen werden, weil Rapunzel sonst keine Oscar-Chancen hat. Ich hoffe, dass es so kommt. Inständig.

Bester Tonschnitt:

  • “Inception” Richard King
  • “Toy Story 3” Tom Myers und Michael Silvers
  • “Tron: Legacy” Gwendolyn Yates Whittle und Addison Teague
  • “True Grit” Skip Lievsay und Craig Berkey
  • “Unstoppable” Mark P. Stoeckinger
Kommentar: Verdient haben ihn irgendwie alle (es war ein gutklingendes Kinojahr *g*), für Tron: Legacy und Toy Story 3 würde ich aus Studio-Sympathie jubeln, für Inception, weil er wohl jeden Oscar braucht, den er kommende Nacht kriegen kann. Für seinen traumartigen, dennoch klaren Klang und das Jonglieren von Dialogen, Musik und Action tippe ich auf den letztgenannten.

Bester Ton:

  • “Inception” Lora Hirschberg, Gary A. Rizzo und Ed Novick
  • “The King's Speech” Paul Hamblin, Martin Jensen und John Midgley
  • “Salt” Jeffrey J. Haboush, Greg P. Russell, Scott Millan und William Sarokin
  • “The Social Network” Ren Klyce, David Parker, Michael Semanick und Mark Weingarten
  • “True Grit” Skip Lievsay, Craig Berkey, Greg Orloff und Peter F. Kurland
Kommentar: Siehe oben. Größtenteils. Alle Nominierungen sind okay, am meisten freuen würde ich mich aber für Inception und The Social Network.

Beste Spezialeffekte:

  • “Alice im Wunderland” Ken Ralston, David Schaub, Carey Villegas und Sean Phillips
  • “Harry Potter und die Heiligtümer des Toded - Teil 1” Tim Burke, John Richardson, Christian Manz und Nicolas Aithadi
  • “Hereafter” Michael Owens, Bryan Grill, Stephan Trojanski und Joe Farrell
  • “Inception” Paul Franklin, Chris Corbould, Andrew Lockley und Peter Bebb
  • “Iron Man 2” Janek Sirrs, Ben Snow, Ged Wright und Daniel Sudick
Kommentar: Inception soll gewinnen, wird gewinnen.

Bester Animationsfilm:

  • “Drachenzähmen leicht gemacht” Chris Sanders und Dean DeBlois
  • “The Illusionist” Sylvain Chomet
  • “Toy Story 3” Lee Unkrich
 Kommentar: Er ist als bester Film nominiert, herrje! Und es ist auch men Wunschsieger, so als mein zweiliebster Film 2010. Wäre Rapunzel jedoch nominiert...


Beste Dokumentation:

  • “Banksy - Exit through the Gift Shop” Banksy und Jaimie D'Cruz 
  • “Gasland” Josh Fox und Trish Adlesic
  • “Inside Job” Charles Ferguson und Audrey Marrs
  • “Restrepo” Tim Hetherington und Sebastian Junger
  • “Waste Land” Lucy Walker und Angus Aynsley
Kommentar: Gift Shop als heiß diskutierte Doku mit Unterhaltungsfaktor dürfte ein neues Bowling for Columbine werden. Ich hoffe es.

Bester animierter Kurzfilm:

  • “Day & Night” Teddy Newton
  • “The Gruffalo” Jakob Schuh und Max Lang
  • “Let's Pollute” Geefwee Boedoe
  • “The Lost Thing” Shaun Tan und Andrew Ruhemann
  • “Madagascar, carnet de voyage (Madagascar, a Journey Diary)” Bastien Dubois
Kommentar: Pixar gewann zuletzt vor rund zehn Jahren. Mit der großteils stillen Mischung aus Zeichentrick und Computeranimation sollte es endlich wieder klappen.

Und ab jetzt... Raterunde!

Bester fremdsprachiger Film:

  • “Biutiful” Mexiko
  • “Dogtooth” Griechenland
  • “In einer besseren Welt” Dänemark
  • “Incendies” Kanada
  • “Outside the Law (Hors-la-loi)” Algerien
Bester Kurzfilm:

  • “The Confession” Tanel Toom
  • “The Crush” Michael Creagh
  • “God of Love” Luke Matheny
  • “Na Wewe” Ivan Goldschmidt
  • “Wish 143” Ian Barnes und Samantha Waite  
Beste Kurzdokumentation:
  • “Killing in the Name”
  • “Poster Girl”
  • “Strangers No More
  • “Sun Come Up”
  • “The Warriors of Qiugang”
Ab ca. 1 Uhr diese Nacht werde ich Livebloggen!  Ich bin gespannt, wie gut mein Riecher dieses Jahr ist...

Samstag, 26. Februar 2011

Gehiiiiiiirrnnnnnn!

Munchkin, die verrückte Rollenspielparodie im Kartenformat, geht in eine weitere Runde. Nach dem naheliegenden Fantasy-Setting und solch genialen Spin-Offs wie Star Munchkin, Super Munchkin, Munchkin beißt oder Munchkin Freibeuter folgt demnächst die wohl makaberste und humorvollste Munchkin-Welt:

Munchkin Zombies!

Spieleschöpfer Steve Jackson und Illustrator John Kovalic präsentierten auf GeekDad eine Vorschau auf einige der wirklich brüllend komischen Karten, und wie sich während dieser Preview zeigte, lohnt sich Munchkin Zombies auf für Disneyfans:

In Deutschland soll Munchkin Zombies im Mai bei Pegasus Spiele erscheinen. Ich denke, ich werde zuschlagen!

Freitag, 25. Februar 2011

Bezüglich dieser Antisemitismus-Frage und Walt Disney...

Vor kurzem postete ich bei Twitter einen Link für diesen Artikel, in dem laut darüber philosophiert wird, weshalb so viele Jugendliche heutzutage davon überzeugt sind, dass Walt Disney ein Rassist war. Ich dachte, damit hätte sich das Thema erledigt, aber ein Stammleser spornte mich dazu an, selbst nochmal in die Tasten zu hauen.

Will man Walt Disneys Persönlichkeit und seine politischen Einstellungen richtig einschätzen, so muss man zunächst von all der Literatur über ihn die Extrempositionen wegstreichen. Adieu, ihr von seiner Firma glattgebügelten Beschreibungen des stets lächelnden, nur für seinen Traum lebenden Märchenonkels, der aus Zuckerwatte zu bestehen schien. Und hoffentlich auf Nimmerwidersehen, ihr marktschreierischen, mit Provokation auf Profit geifernden Schundwerke wie "Hollywood's Dark Prince".

Sind die verzerrenden Extrembeschreibungen Walt Disneys ignoriert und vergessen, bleibt nichts spektakuläres übrig. So sehr es die Hasser des Disney-Konzerns und die zynische, nach Schatten in der Zuckerbäckerwelt suchende moderne Gesellschaft enttäuschen wird: Walt Disney war... ein Durchschnittsamerikaner. Nicht in seinem Lebenswerk, seinen Ambitionen oder seinen Talenten. Doch in seiner politischen Identität.

Woher rühren dann die nie enden wollenden Gerüchte, Walt Disney wäre ein Rassist bzw. Antisemit gewesen? Möglicherweise hat Amid Amidi mit seinem Cartoon Brew-Beitrag Recht, und es liegt einfach an dem Spaß vermeintlicher, moderner Satiriker, ein seliges Image zu zerstören - gepaart mit der Naivität vieler junger Medienkonsumenten. Jedoch müssen sie irgendwo ihre Wurzeln haben. Kann es sein, dass Walt Disney vor dem Komitee für unamerikanische Untriebe und in Gesellschaft von Mitgliedern der Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideal (eine Gesellschaft, mit der er aufgrund ihrer antikommunistischen Haltung sympathisierte, bis er sich in den 50ern von ihr distanzierte, da sie ein ihm unangenehm werdendes Gesicht annahm) unreflektierte, unflätige Kommentare über jüdische (Ex-)Angestellten aussprach? Wie auch sonst praktisch jeder, der heutzutage über Walt Disneys politische Gesinnung mutmaßt, war ich nicht dabei, aber es ist gut möglich. Und keinesfalls gutzuheißen.

Bloß muss man differenzierter denken, zu unterscheiden wissen, zwischen "aus heutiger Sicht politisch inkorrekt", "unsensibel" und "rassistisch/antisemitisch". Eine (jetzt rein hypothetisch in Walt Disneys Mund gelegte) Äußerung wie "Ich glaube, dieser verfluchte Jude war Teil einer kommunistischen Verschwörung, mein Studio von innen zu zersprengen" ist aus heutiger Sicht politisch inkorrekt, war schon damals äußerst unsensibel. Allerdings war sie nicht antisemitisch. Man muss berücksichtigen, dass sich die gesellschaftlichen Werte und Umgangsformen änderten, und damals waren jüdische Karikaturen, das besondere Herausstellen des jüdischen Glaubens einer Person, an der Tagesordnung. Durch die zunehmende politische Korrektheit, und selbstverständlich durch den Holocaust, hat sich das Vokabular der Nachkriegsgenerationen gebessert. Es ist heutzutage glücklicherweise undenkbar, eine nervige Person, die zufälligerweise jüdisch ist, als "Drecksjuden" zu bezeichnen. Vor einigen Jahrzehnten zog man jedoch keine Grenze zwischen solchen Beschimpfungen, und dem heute noch gebräuchlichen Necken übergewichtiger Personen. Wenn etwa an der Supermarktkasse ein dicker Zeitgenosse sein Kleingeld zählt, und zählt, und zählt... da werden sicher viele denken "Boah, du Fettsack, mach hin!". Manche würden es sogar aussprechen. Das ist nicht wohlerzogen - würde aber wohl kaum eine politische Affäre nach sich ziehen, weil man deshalb angeblich Vorurteile gegenüber der übergewichtigen Bevölkerung hat. Wer weiß, vielleicht eventuell wird sich unser Sprachgebrauch auch in dieser Beziehung sensibilisieren, bis jetzt können aber Filme wie Eddie Murphys Norbit (ja, den Streifen lasse ich so schnell nicht in Ruhe) im Fernsehen laufen, ohne dass bald darauf ethische Grundsatzdiskussionen in den Medien geführt werden.

Bloß weil Walt Disney zuweilen ein Vokabular nutzte, welches in der heutigen Gesellschaft Kopfschütteln hervorrufen würde, war er nicht antisemit. Eine Anekdote besagt, wie Walt Disney in der Mittagspause über einige Vorhaben sprach, und dann das Gespräch mit einem freudigen "Ich sprech mit meinem Juden darüber!" verließ. Denn der Anwalt seines Vertrauens, von dem in dieser Anekdorte die Rede ist, war jüdisch, und er sollte die Angelegenheit klären. Keineswegs eine Wortwahl, die dem lieben Märchenonkel geziemt. Aus zeitgenössischem Blickwinkel dennoch akzeptabel. Hier kreuzt sich der Umgang der Prä-Holocaust-Generation mit dem Judentum mit einem flapsigen Unterstreichen, einer Minderheitenqualität eines vertrauten Menschens. Alternativ könnt ihr euch vorstellen, dass John Lasseters angetrauter und geschätzter Anwalt homosexuell ist, und Lasseter freudig ankündigt: "Ich frag mal meinen warmen Bruder, was er davon hält." Politisch korrekt? Hmmmrmpf. Schwulenfeindlich? Nun mal nicht übertreiben - wenn er sich so gut mit seinem Anwalt versteht... Unter vertrauten werden ja auch mal Bierbäuche getätschelt: "Na, mein Dickerchen..." Es kommt auf die Person, den Kontext und das Verhältnis zur angesprochenen Randgruppe an. Sowie den Tonfall. Quentin Tarantino bringt auch beliebig oft in seinen Drehbüchern das Wörtchen "Nigger" unter, und dennoch weigerte sich meines Wissens nach bislang kein Afro-Amerikaner, mit ihm zusammenzuarbeiten.

Bis in die frühen 40er waren stereotype Judenkarikaturen für Cartoonisten etwas vollkommen normales. Ihr wisst schon, das Bild des großnasigen, bärtigen Mannes mit Schläfenlocken. Solche Zeichnungen kamen in Tageszeitungen vor, in Cartoons sämtlicher Studios, auch in denen der (jüdischen) Warner Bros. Dass das Bild des als jüdischer Borstenverkäufers verkleideten Bösen Wolfs Walt Disney bis heute nachgetragen wird, ist bloß als Hexenjagd auf einen sich mit unschuldigem Ruf brüstenden Konzerns zu erklären. Die Verbindung, die manche sehen wollen, scheint zunächst klar: Der Bösewicht verkleidet sich als Jude, also muss der Filmemacher Juden als böse ansehen. Eine Milchmädchenrechnung. Der Böse Wolf versucht Eintritt ins Haus der drei kleinen Schweinchen zu erlangen, indem er sich als Bürstenverkäufer ausgibt. Das Humorverständnis der 30er Jahre sah es als amüsant an, in die Klischeekiste zu greifen: Seinerzeit waren viele fahrende Händler jüdischen Glaubens, also verkäuft sich der Böse Wolf nicht als irgendein Vertreter, sondern als jüdischer Vertreter. Ebenso wenig ein guter, zeitloser Witz, wie eine antisemitische Aussage. Immerhin lernte man bei Disney dazu, und kehrte diese visuelle Pointe später unter den Teppich, vermied auch die Wiederholung solcher Fehler. Als Donald Duck anno 1948 als Bürstenverkäufe rum die Häuser zog, bekam er zwar dank Ajax-Wunderpillen eine neue Stimme verpasst, aber keine Schäfenlocken.

Oder das elendige Thema Onkel Remus' Wunderland... Was soll man sich als Kenner des so heiß diskutierten Films noch groß aufregen, diese Kontroverse hat sich Disney selbst eingebrockt. Indem man den Film vor der Öffentlichkeit versteckt, feuert man die Mutmaßungen nur an, statt sein Gesicht zu wahren. Der Oscar-prämierte Mischfilm spielt, entgegen der zahlreichen Fehlinformationen in der weiten Welt des Internets, nicht zur Zeit der Sklaverei und zeigt mit ihrem Schicksal glücklich lebende Baumwollpflücker. Was sich der Film zu Schulden kommen lässt, ist Naivität. Die in der Zeit nach dem Bürgerkrieg angesiedelte Familienproduktion möchte, saccharinsauer, die Geschichte einer Alters- und Rassengrenzen überwindenden Freundschaft erzählen. Spielt man Teufels Advokat (ich spare mir besser die Bezeichnung Winkeladvokat), ist es gewiss unglücklich, dass man außerdem auf der altgedienten Moralschiene "Besser arm und warmherzig, als reich und verbiestert" fährt, da dies in Kombination mit dem Thema "Packt man Vorurteile bei Seite, können alle Menschen Freunde sein" und dem historischen Setting von Onkel Remus' Wunderland eine weichgespülte Weltsicht vermittelt. Trotzdem muss man schon sehr verbiestert sein, den Filmemachern unbedingt Rassismus zu unterstellen.

Womit man mich dann endgültig die Palme hochjagen kann, sind solche vermeintlich geniale Entdeckungen unterschwelliger Botschaften in Filmen wie Das Dschungelbuch. King Louie ist ein Affe, der darüber singt, dass er gerne ein Mensch wäre. Er singt Swing - eine schwarze Musikrichtung! Also... sind Schwarze in den Augen der Filmschöpfer (namentlich natürlich stets nur Walt Disney, denn wer kennt sonst irgendwelche Flachhpfeifen, die stundenlang daran arbeiten, eine Sekunde eines Kinderfilms zu produzieren, also, päääh!) keine Menschen! Hossa...! Nun, ich würde ja eher sagen, dass diejenigen, die zwingend in jedem Affen der Filmgeschichte einen Afro-Amerikaner sehen wollen, die wahren Rassisten sind, aber lassen wir mal die Provokation wieder außen vor. Das Dschungelbuch sollte durch die Musik einen zeitgenössischen Flair erhalten. Jazz und Swing waren in. Was wäre naheliegender, als den für eineinhalb Sequenzen auftauchenden Affen eine flotte Swingnummer singen zu lassen? Viele Swingmusiker waren (sind) halt Afro-Amerikaner, und da ist die Trefferquote, den Orang-Utan plötzlich von einem Afro-Amerikaner vertonen zu lassen, ziemlich hoch. Käme man erst heute auf die Idee, Das Dschungelbuch (sehr freigeistig) zu verfilmen und moderne Musik einzubringen, würde auch irgendein Genie in der Geschäftsführung fragen, welcher Hip-Hop-Künstler gerade Zeit hätte. Zack, plötzlich wäre 50 Cent King Louie. Uuuuh, dieser Rassismus.

Zu guter Letzt, das haarsträubendste aller politisch angehauchten Walt-Disney-Gerüchte: Der Mann soll ein Nazi-Sympathisant gewesen sein. Gerade deshalb war er ja auch der Produzent hinter einigen der einschneidensten US-Propagandafilmen wie Der Fuehrer's Face oder Education for Death... Verzeiht mir, dass ich so spät in diesem flammenden, essayistisch angehauchten Posting vollkommen dem Sarkasmus verfalle, während kurz zuvor noch die Vernunft die Überhand hatte. Bloß ist dies von allen Gerüchten das wohl dämlichste. Ist der Vorwurf des Antisemitismus, wenngleich falsch, aus heutiger Sicht aufgrund mancher (semi-gesicherten) Überlieferungen von Walt Disney noch beinahe nachvollziehbar, da sich die Wortwahl seither enorm änderte, und das Rassismusgerücht wegen solcher Dinge wie dem Dschungelbuch eher amüsant-verschwörerisch, ist die Faschismus-Theorie schlichtweg lächerlich. Man muss wirklich nicht mit der Lupe Walt Disneys Schaffen durchforsten, um diese Vermutung außer Kraft zu setzen. Herrje, das Kinoprojekt, an dem Walt Disney in der Post-Fantasia-Ära mit dem wohl größten Feuereifer arbeitete, hieß Victory Through Air Power. Eine Sachbuch-Verfilmung, die minutiös erläuterte, wie man durch Verwendung von Langstreckenflugzeugen die Nazis ins Jenseits bomben kann. Eine Kopie wurde an Winston Churchill und Franklin Roosevelt gesandt, und laut einigen Animationshistorikern, darunter Leonard Maltin (eingschworenen Disneyfans durch seine vielen Entschuldigungen für politisch unkorrekte Gags in der Kostbarkeiten-DVD-Reihe bekannt), soll Roosevelt sich nach Sichtung des Films für die Verwendung eben solcher Flugzeuge ausgesprochen haben.

Nicht zu vergessen, dass mit Saludos Amigos und Drei Caballeros (Heimat des für mich besten Disneysongs aller Zeiten sowie der genialste filmische Drogentrip der Disneyhistorie) gleich zwei Einträge in Disneys Meisterwerke-Kanon allein deshalb entstanden, weil Walt Disney und eine ausgewählte Crew treuer Mitarbeiter eine Good Will Tour durch Mittel- und Südamerika unternahmen. Missionsziel: Einerseits Sympathien für die USA aufbauen, wodurch die zunehmenden nationalsozialistischen/faschistischen Tendenzen eben dieser Länder durchbrochen werden sollen... und andererseits die Erschließung neuer Märkte, die nach dem Verlust der europäischen Kinokultur für das Überleben des Studios unerlässlich waren. Naja, ihr merkt schon: An erster Stelle standen für Walt Disney seine Visionen. Was trotzdem über seine politischen Ansichten verbürgt ist: Er war stolzer Patriot und tendierte zur republikanischen Partei. Wohl niemand weiß, ob er nicht zwischendurch vielleicht auch einmal die Demokraten wählte, allerdings weiß man, dass er öffentlich einen Wahlkampfbutton für Barry Goldwater trug. Während er vom demokratischen Präsidenten Lyndon B. Johnson die Medal of Freedom verliehen bekam. Irgendwas sagt mir, dass sich Walt Disney tierisch gut mit Jerry Bruckheimer verstanden hätte...

Walt Disney war, das muss man einräumen, nicht der Saubermann, den sein Konzern gerne in ihm sieht. Gerade während des Streiks 1941 und im direkten Anschluss war er äußerst paranoid. Jahrelang lebte er in, kaum gebrochener, enthusiastischer Arbeitsatmosphäre gebettet, seinen Traum, plötzlich stand alles vor dem Zusammenbruch. Hinzu das vom Weltkrieg geschürte, kalte weltpolitische sowie -wirtchaftliche Klima und die in den gesamten USA (und ganz besonders Hollywood) vorherrschende Kommunistenangst, und wir haben einen Mann in seinen Vierzigern, der vor einem Komitee unbedachte, teils haltlose Vorwürfe über abtrünnige Zeichner tätigt. Übertriebene Kommunistenagst und Rassismus sind jedoch zwei vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe.

Und wem all dies nicht genügt, um den Glauben an all die Gerüchte über Walt Disney abzulegen, für den habe ich drei Namen: Floyd Norman sowie Robert & Richard Sherman. Der afro-amerikanische Zeichner Floyd Norman, der gegenüber der Geschäftsführung Disneys kein Blatt vor den Mund nimmt (und sich tierisch über den Filmtitel Tangled lustig machte), arbeitete als Zeichner an Dornröschen und als Story Artist an Das Dschungelbuch, ist noch heute als Freelancer für Disney tätig. Er springt für Walt Disney immer sofort in die Bresche, wenn es um das elendige Rassismusthema geht. Nicht, dass er Walt Disney als Heiligen bezeichnet - sondern als einen ganz normalen Menschen.

Und die Sherman Brothers? Sie waren in den späten Jahren seines Schaffens, als er gedanklich komplett in Disneyland und Walt Disney World versunken war, burchstäblich die einzigen, die Walt Disneys Interesse am Filmgeschäft lebendig hielten. Sie unterhielten eine der innigsten Beziehungen des späten Walt Disney zu seinen Mitarbeitern, erlebten in noch am ehesten als Privatmenschen... und sind jüdisch. Hier kommt eine weitere Anwalt-Anekdote zum Vorschein: Ein kaltschnäuziger Anwalt (nicht aber der berühmt-berüchtige Gunther Lessing) soll die Shermans als "diese liederschreibenden Juden" beschimpft haben... und wurde umgehend von Walt Disney gefeuert. Was die weiter oben beschriebene Theorie mit der von mir vermuteten Kumpel-Attitüde verstärkt... Es kommt auf die Beziehung zueinander an, was erlaubt ist. Und die Shermans waren nicht gerade die einzigen, wertvollen jüdischen Disney-Angestellten. Ohne nachzudenken kommt noch Disney-Legende Joe Grant in den Sinn, Schöpfer der bösen Königin in Schneewittchen und Co-Autor von Dumbo. Wertvoller Mitarbeiter an Der Fuehrer's Face oder auch zahlreichen Disney-Renaissance-Filmen wie Die Schöne und das Biest (was zugegebenermaßen nichts mehr mit Walt zu tun hat).

Um zu guter letzt ein Argument aus dem Cartoon Brew-Artikel zu verwenden: Disney wurde 1955 von der jüdischen, für Toleranz und Verständnis kämpfenden Organisation B'nai B'rith als Mann des Jahres ausgezeichnet. Keine Ehre, die leichtfertig vergeben wird.

Mehr muss man zu diesem Thema wirklich nicht mehr sagen, oder?

Oscar 2011: Kuriose und spannende Fakten im Academy-Award-Rundumschlag


In der Nacht vom Sonntag auf Montag, den 28. Februar, ist es endlich so weit: Die 83. Verleihung der Academy Awards findet statt! Die Oscars 2011 könnten die Awards-Show des stotternden Königs werden - oder erleben wir etwa doch das Jahr der Überraschungen? The King's Speech ist gegen The Social Network längst nicht so übermächtig, wie man denken könnte. Und für Inception und Toy Story 3 lässt sich in einigen Kategorien ebenfalls weiter mitfiebern!

Damit ihr mit zahlreichen spannenden, kuriosen und wissenswerten Zahlen und Fakten bewaffnet in die Oscar-Nacht gehen könnt, habe ich euch in drei kurzweiligen Artikeln einiges über die diesjährigen Anwärter auf die Academy Awards zusammengetragen. Ich hoffe, euch gefallen diese Specials und seht danach mit neuer Lust auf die große Preisverleihung entgegen!
Wer mag, kann außerdem hier meine Einschätzung über das gesamte Nominiertenfeld nachlesen.

Bis Sonntag werde ich außerdem hier im Blog meine Gewinnerprognose veröffentlichen. Ab ca. 1 Uhr findet hier zudem in der Oscar-Nacht mein traditionelles Live-Blogging statt. Vielleicht mit neuer Technik. Ich freu mich über jeden Besucher, über kommentierende umso mehr. Dann fühlt man sich vor'm Fernseher nicht so allein.

Henry Selick macht Stop-Motion-Horror für Disney

Stop-Motion erlebt wieder ein kleines Konjunkturhoch. Nach den sensationellen Coraline und Mary & Max sowie Wes Andersons Der fantastische Mr. Fox taucht in lockeren Abständen immer wieder ein neues Knetprojekt am Horizont auf.

So kam einerseits Guillermo del Toro auf den Geschmack, und plant nun eine surreale, makabre Adaption des Kinderbuchklassikers Pinocchio. Diese soll CGI mit Stop-Motion kreuzen und in Zusammenarbeit mit Pathe und der Henson Company entstehen.

Ein Veteran dieses Trickmediums findet dagegen den Weg (zurück) zu Disney: Henry Selick, bekannt durch James und der Riesenpfirsich, Coraline sowie die Regiearbeit an Nightmare before Christmas unterschrieb zwar bereits im April letzten Jahres einen Vertrag mit Disney•Pixar, allerdings war bisher nicht sicher, dass diese Kooperation auch fruchtet. Man erinnert sich vielleicht an Disney Double Dare You, das Horror-Label von Guillermo del Toro, welches keinen einzigen Film rausbrachte, und dessen geplantes Premierenstück Trollhunters nun bei Dreamworks liegt?

Nun, dieses Mal könnten Disneyfans endlich ihren animierten Familienhorror bekommen (nachdem ja auch die Idee, die DisneyToon Studios dafür zu nutzen nie in die Tat umgesetzt wurde)! Wie Bleeding Cool berichtet, hat Henry Selick eine neue Produktionsstätte in San Francisco eröffnet, um dort für Disney an einem Projekt namens Shademaker zu arbeiten.

Sonderlich mehr ist über Shademaker bislang nicht bekannt. Es wird ein Stop-Motion-Film für die ganze Familie, es wird gruselig... oh, achja: Der talentierte Pixar-Konzeptkünstler Lou Romano, der insbesondere den Look von Oben prägte, wird an Shademaker mitwirken! Ich kann's kaum erwarten, erste Konzeptbilder zu sehen.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Der erste Trailer zu Hangover II ist da

Der Komödien-Überraschungshit Hangover wird fortgesetzt. Nachdem das Wolfsrudel von Chaoten Las Vegas auf den Kopf stellte, muss sich dieses Mal Thailand festhalten. Denn wo diese Kerle Urlaub machen, bleibt kein Stein auf dem anderen.



Uninformativer geht es wohl kaum. Wenigstens steht nun mein deutscher Wunsch-Titel für die Fortsetzung fest: Hangover - Jetzt wird's schmutzig!

True Grit

Ich sehe mich durchaus als Fan der Coen-Brüder, jedoch nicht als bedinungslosen Verehrer. Dass A Serious Man (in meiner eigenen Filmhitliste 2010 auf Platz 12) als bester Film nominiert wurde, hat mich durchaus überrascht. Miller's Crossing finde ich beispielsweise etwas überschätzt. Dafür ist der Hass, der Ein (un)möglicher Härtefall auf sich zieht für mich schwer verständlich.

Was ich an den Coens besonders schätze, und was gerade bei ihren noch jungen Werken No Country for Old Men und Burn After Reading derart hervorstechend war, ist die einhergehende Genreanalyse, die ihre Filme so ausmacht. Sie betrachten das Genreumfeld ihres neuen Werkes, invertieren Konventionen und pervertieren die Zuschauererwartung. Ideale Voraussetzungen für das Remake eines Westerns über ein 14-jähriges Mädchen, das Blutrache will?

Vielleicht... bloß werden wir das so schnell nicht erfahren, denn True Grit ist der bislang wohl purste Film der Coen-Brüder. Nur eine Prise Ironie in Bridges Marshall-Figur und Matt Damons dick aufgetragenen Texas Ranger, keine rabenschwarze Weltsicht, keine raumfüllenden Spielereien mit den Gesetzen des Genres.
Das ist schon enorm schade, aber hinzu kommt, dass True Grit unter seiner handwerklichen Perfektion auch als "normaler"Western (wenn er schon nicht typisch Coen ist) inhaltlich makelbehaftet ist. Es kommt insgesamt nur wenig Spannung auf, und die (erwachsenen) Figuren bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück. Für mich die bislang einzige Enttäuschung im diesjährigen "Best Picture"-Oscarfeld.

Mittwoch, 23. Februar 2011

Marcus Off, Jack Sparrows deutsche Stimme, über das Synchon-Tumult um Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten


Im deutschen Trailer zu Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten wird Jack Sparrow nicht weiter von seinem bisherigen Sprecher Marcus Off, sondern von Johnny Depps und Christian Bales Stammstimme David Nathan vertont. Das sorgte bekanntermaßen zunächst für Verwirrung, jedoch noch nicht für Panik. Beim ersten Trailer zum zweiten Teil der Reihe war es ja auch so. Dann jedoch gab Disney bekannt, dass dieser Sprecherwechsel aufgrund "geschäftlicher Unstimmigkeiten" endgültig sei. Der Aufschrei deutscher Fans ließ nicht lange auf sich warten. Kolumnen wurden geschrieben, Petitionen gegründet.

Markus Ruoff (Der Experte) und ich hatten vor kurzem die Gelegenheit, Marcus Off zu interviewen, als erste seit der ganze Synchrontumult losgetreten wurde.

Was er über die Auseinandersetzung mit Disney sagt und wie er zu seinem Kollegen David Nathan oder Untertitel-Puristen steht, erfahrt ihr bei Quotenmeter.de! Viel Spaß beim Lesen!

Dienstag, 22. Februar 2011

Hans Zimmer holt sich Hilfe für "Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten"

Arrrr-iba? Hans Zimmer holt sich neue Leute ins Boot, um den nicht zuletzt dank Penelope Cruz mit spanischem Temperament gewürzten Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten eine eigene musikalische Sprache zu verleihen, die ihn von seinen drei Vorgängern abhebt.

Wie einer US-Pressemitteilung zu entnehmen ist, wird das Gitarrenduo Rodrigo y Gabriela am Score zum vierten Kinoabenteuer von Captain Jack Sparrow mitwirken. Das mexikanische Erflgsduo (es verkaufte weltweit über eine Million Alben) soll der Musik von Fremde Gezeiten "dieses ikonische Filmmusik-Franchise [inspirieren], mit einem einfallsreichen, frischen und individuellen Klang seinen nächsten Schritt vorwärts zu tätigen", so Mitchell Leib, Präsident der Musik- und Soundtrack-Departements von  Walt Disney Studios Motion Picture Group und der Disney Music Group.

Der Soundtrack, der Erstling für Rodrigo y Gabriela, wird am 17. Mai, also kurz vor Kinostart, erscheinen. Ich bin sehr gespannt, was dieses kleine Experiment ergeben wird und bin neugierig, ob Teil 5 uns nachher einen schottischen Piraten und Alestorm bescheren wird. In der PotC-Welt scheint vieles möglich...

Montag, 21. Februar 2011

Robert Rodriguez und Nike präsentieren: Black Mamba

Was macht eigentlich mein Lieblings-Projektdauerankündiger Robert Rodriguez im Moment? Seit Danny Trejo der Presse erzählte, das Drehbuch für Machete 2 wäre bereits fertig, schien der Desperado unter den Filmemachern vom Erdboden verschluckt. Arbeitete er etwa an seiner Frauenknast-Serie? Oder Sin City 2? Citizen Jane? Fire And Ice?

Nö. Er drehte lieber einen (Werbe-)Kurzfilm mit Basketballlegende Kobe Bryant. Nein, halt, nicht weiterscrollen, es lohnt sich dennoch, sich das Video anzusehen! Denn dieses im Grindhouse-Stil gehaltene Spaßprojekt enthält so einige Gags und Gastauftritte, die mir als Fan von Robert Rodriguez ungeheuerlich gefielen. Und euch deshalb vielleicht auch:



Für ein längeres Werbevideo recht kreativ und ambitioniert... aber... Robert, bitte, hör auf deine Zeit zu vergeuden und widme dich mal deinen vielen, vielen tollen Filmideen. Und nein, nicht noch ein Spy Kids, dass du Teil 4 drehst, ist schon genug Familienfutter...

New Police Story

Nicht nur Hollywood schwört darauf, eingefahrene Filmreihen wie Spider-Man oder Batman mit einem Reboot neu in Gang zu bringen. Auch in Hong Kong lässt sich diese Praxis beobachten, etwa mit Jackie Chans rasant-komödiantischer Actionreihe Police Story, welche 2004 mit New Police Story einen dramatischeren Nachleger erhielt. Der praktisch gesehen kaum Verbindungen zu seinen Vorgängern hat. Der Titel spielte mal wieder die Musik.

In New Police Story spielt Jackie Chan, unter der Regie von Benny Chan (Jackie Chan ist Nobody), den erfolgreichen Polizeiinspektor Chan Kwok-Wing, der den Auftrag erhält, einen Einsatz gegen eine fünfköpfige Jugendbande zu leiten. Die Polizei unterschätzte jedoch die Ernsthaftigkeit der Lage: Die Jugendlichen sind wahre Sadisten und tüftelten einen brutalen Plan aus, wie sie einen von Kwok-Wings Männern nach dem anderen schnappen können. Kwok-Wing soll daraufhin in Wettstreiten gegen die Jugendbande um das Leben seiner Kollegen, darunter auch seinen Schwager, spielen. Doch er verliert einen nach dem anderen. Von diesem traumatischen Ereignis zerrüttet, verliert sich Kwok-Wing an den Alkohol.
Ein Jahr später tritt ein junger Mann namens Frank in seine Wohnung, um ihm zu berichten, dass er sein neuer Partner sei und mit ihm endlich der bankraubenden und polizistenmordenden Jugendbande auf die Schliche zu kommen. Zunächst widerwillig, rafft sich Kwok-Wing auf, als er erfährt, dass Frank seinen Bruder während des tragischen letzten Einsatzes seines neuen Partners verlor.

Mit New Police Story wollte der an diesem Film auch als Produzent tätige Jackie Chan beweisen, dass er als Darsteller nicht auf (sympathischem) Blödel-Kung-Fu reduziert werden darf. Anfangs kann sich Jackie Chan in New Police Story auch von diesem Image distanzieren, er mimt glaubwürdig und engagiert den ernsten, nicht aber verbiesterten, Polizeiinspektor, dem ein wichtiger Einsatz entgleitet.
Der erste Akt von New Police Story besticht vor allem aber durch die dichte Atmosphäre, die Regisseur Benny Chan mit dunklen Bildern und präzisen Schnitten kreiert. Wie sich die aus verwöhnten Reichensöhnchen und -töchterchen bestehende Jugendbande langsam als gemeingefährliche Anarchotruppe enttarnt, und Jackie Chans Figur von ihr an den Rande der Verzweiflung gedrängt wird, sorgt für packende und auch beklemmende Filmminuten. Rückblickend bietet sich fast schon der Vergleich mit dem Banküberfall des Jokers in The Dark Knight ein, auch wenn Kameramann Anthony Pun längst nicht derart überwältigend-hypontische Aufnahmen auf Zelluloid bannte, wie es Wally Pfister für Christopher Nolans Megaerfolg tat.

Nach der Entgleisung von Kwok-Wings offenbaren sich jedoch die Schwächen in Alan Yuens Drehbuch des nie fortgesetzten Police Story-Reboots. So wird der Verfall des zuvor stolzen Polizeiinspektors nicht ohne an Team America erinnernde Übertreibungen skizziert - was Jackie Chans Darstellung mit über die Grenze zur ungewollten Parodie drängt. Daraufhin braucht New Police Story seine Zeit, um sich wieder zu fangen. Während die Handlung leidsam bemüht in ihre (leider nicht sonderlich mutigen) Bahnen gelenkt wird, etabliert man Nicholas Tse in seiner Rolle des Frank Cheng Siu Fung behutsam als jungen Jackie Chan. Dies zeigt sich spätestens in der ersten gemeinsamen Actionsequenz von Tse und Chan, in der sich Tse als tollpatschiger und weniger erfahrener Partner mit einer guten Dosis Slapstick-Elementen aus gefährlichen Situationen prügelt.

Moment, Slapstick? Ja, Slapstick! Denn selbst wenn New Police Story nicht die komödiantischen Ausmaße der herzlich-blödeligen Rush Hour-Filme oder Shanghai Noon/ Shanghai Knights annimmt, so entfernt sich der Film mit zunehmender Laufzeit vom grimmeren Anfang und nimmt wieder typischere Jackie-Chan-Züge an. Eine sich an die Original-Police Story anlehnende Bus-Verfolgungsjagd und eine in bester Chan-Tradition sämtliche Requisiten und Set-Elemente ausnutzende Actionsequenz in einer LEGO-Ausstellung (!) lassen gegen Schluss letztlich kaum noch atmosphärische Rückschlüsse auf den ernsthafteren Anfang ziehen.

Es gibt nunmal Filme, bei denen man das Gefühl entwickelt, die Macher hätten sich zunächst auf einen möglichst ausgerundeten Anfang konzentriert - und den Rest halt hinterhergeschmissen. New Police Story ist solch ein Film. Ein großartiger Anfang, der mit etwas Feinschliff sogar beklemmend-albtraumhafte Qualitäten erhalten könnte, ein stackselnder Mittelpart, der sich bemüht, wieder Fahrt aufzunehmen und die Story in Griff zu kriegen sowie ein routiniert-annehmbarer, nur leider zu vorsichtiger Schluss. Das ergibt einen für Jackie-Chan-Fans unverzichtbaren, für Action-Freunde ganz ansehnlichen Film, der nicht das ist, was er zunächst sein möchte.

Empfehlenswerte Kritiken:

Sonntag, 20. Februar 2011

Ein friedlicher Bulle wandert von Disney zu Fox

Wie Vulture berichtet, können Disney-Fans sehr gespannt auf den nächsten Film von Ice Age-Regisseur Carlos Saldanha sein. Denn dieser wird für 20th Century Fox das Kinderbuch The Story of Ferdinand von Autor Munro Leaf und Illustrator Robert Lawson als Computeranimationsfilm verwirklichen.

Was das denn Disney-Fan kümmern soll? Also wirklich, Leute, ich muss euch das doch nicht wirklich erklären, oder? The Story of Ferdinand wurde bereits 1938, zwei Jahre nach der Erstveröffentlichung des sich bis heute immens gut verkaufenden Buches, von den Disney-Studios als Cartoon verarbeitet. Der Trickfilm über einen friedlichen Stier, der lieber an Blumen schnüffelt, als zu kämpfen, und dennoch in einen Stierkampf gedrängt wird, wurde damals mit dem Oscar ausgezeichnet. Kurioserweise sicherte sich Disney damals lediglich die Rechte, die Geschichte in einem Kurzfilm zu verarbeiten, statt wie von den Disney-Langfilmen gewohnt umfangreichere Verträge zu schließen. Und so kam es, dass nach einer Erwähnung dieser Geschichte im Sandra-Bullock-Drama Blind Side nicht nur die Verkäufe des Buchs wieder in die Höhe schnellten, sondern sich auch zahlreiche Trickstudios bei Martin Bright, dem Repräsentanten der Erben des Buchillustrators Lawson, meldeten. Den Zuschlag erhielt Fox, da dieses Studio wohl bereits vor Blind Side einmal angefragt hat, ob man einen Langfilm über Ferdinand produzieren dürfte.

Die Moral von der Geschicht? Ähm..."Lieber sofort fragen, als abzuwarten"?

Checkin' In With Goofy

Irgendwie hat es mit der Rückkehr der Disney-Cartoons ja leider nicht so richtig geklappt. Das hat man wohl davon, wenn man einen neuen Goofy-Film international vor Daddy ohne Plan versteckt und ihn danach auf einer Kicher-Kracher-DVD verballert.

Naja, immerhin gibt es neuerdings ein originelles Internetvideo, das mit der Einfachheit des Check Ins bei der Disney Cruise Line wirbt. Die normalen Menschen in diesem Werbespot sind was unheimlich geraten, Goofy ist in manchen Einstellungen ein wenig steif, aber die Idee und das insgesamt vorherrschende Charisma vertrösten zumindest mich dann doch.



(gefunden via Cartoon Brew)

Samstag, 19. Februar 2011

127 Hours

Als ich in den Kinosaal trat, wurde mir schon mulmig: 32 junge Frauen, Pubertät oder kurz danach. Inklusive mir nur 8 Männer, alle schon etwas weiter von der Pubertät entfernt. Ohne Vorurteile auf die Welt loszulassen: Bin ich wirklich im richtigen Saal?

Ja, war ich. Und während Aron Ralston, verkörpert von James Franco, 127 Stunden in einer Felsspalte festgeklemmt ist, war ich knapp über 90 Minuten mit dem entflohenen Twilight-Publikum zusammengepfercht. Üblicherweise käme ich nun nonchalant mit der Frage an, was wohl das schlimmere sein mag. Doch mit dem äußerst wirksamen und eindringlichen 127 Hours so frisch in Erinnerung, mag ich so zynisch nicht sein.

Angenehm war der Kinobesuch von 127 Hours dennoch nicht. Die gackernden Hühner waren klare Top-5-Kandidatinnen für meine Hitliste der nervigsten Kinobesucher meines Lebens. Und dabei kann ich sie nichtmal als Banausen beschimpfen, denn im Abspann ging sofort das Gerede los, wie geil der Film doch war, den sie durchgekichert haben. Sie haben sich nicht über 127 Hours lustig gemacht... die waren einfach so Matsche im Hirn. Und schreckhaft. Ganz schlimm waren deshalb die schmerzhaften Momente aus diesem Abenteurer-Drama. Ihr kennt das vielleicht, manche erschrecken sich, ekeln sich ein wenig. Ein kurzes Aufschreckgeräusch, eventuell noch ein "Üüüüh...". Diese Glucken schreckten auf, retteten sich dann in einen Lachanfall (wie witzig, du Waschweib hast dich erschreckt... Ach... du aber auch, hahahahahahahahaha...), und wenn das intensive Leinwandgeschehen einfach nicht enden will, erzählt man sich dann halt was ablenkendes.

Dagegen waren die vielen Nahaufnahmen von James Francos Gesicht die reinste Wonne. Man hörte nur förmlich über zwei Dutzend Uteri kochen, zwischen notgeil, verliebt und beschähmt changieredes Kichern. Naja, nicht nur Kichern, denn drei, vier von den Hennen im 127 Hours-Saal hatten sie... die debile Assi-Lache. Aus DNA-Resten von Curryking-Dennis (von Switch reloaded) und hyperaktiven "S-Bahn-Opfaaaaah!s" geklont, saßen diese Gestalten da herum und drehten mit ihrem Lachen jeden einzelnen Nerv in meinem Nacken um.

Qualen. Und trotzdem blieb die Faszination von 127 Hours unberührt. Es ist nicht der kunstvollste oder in seiner Makellosigkeit ruhendste, der zehn Oscar-nominierten Filme im diesjährigen Rennen um den Goldjungen, doch er ist auf eine sehr emotionalen Ebene der eindringlichste. Nach dem meiner Meinung nach überbewerteten Slumdog Millionär (der in meiner Gunst beim zweiten Mal enorm zusammenbrach) bringt Danny Boyle mit dieser James-Franco-Alleinunterhaltershow eine emotionale, öfter's in die Magengrube schlagende Achterbahnfahrt. Und das, obwohl der Film de facto über eine Stunde stillsteht. Das zeugt von scharfer Inszenierung, einem cleveren Dialog-Monolog-Buch und natürlich vor allem von einem faszinierenden, die Rolle für sich einvernehmenden und den Zuschauer wie einen Freund an den Qualen und am Galgenhumor teilhaben lassenden Hauptdarsteller.

127 Hours nimmt eine schnell trocken oder langweilig werdende Prämisse und verwandelt sie mit einer energetischen Inszenierung, kräftigen Farben und einem nie übertreibendne Pulverfass von James Franco in ein Extremsportler-Kammerspiel mit Zügen eines modernen Charaktermonologs. 127 Hours ist der Arthouse-Film für die Youtube-Generation: Flippige visuelle Einfälle, fesche Zynik und dennoch ein ehrliches, nahe gehendes und in seinen schmerzvollsten Momenten erschreckend nachfühlbares Drama mit fundierten Emotionen.