Donnerstag, 24. Mai 2012

Eurovision 2012: Das zweite Halbfinale


Eilig geht die Zeit voran. Bereits heute Abend findet das zweite Halbfinale des Eurovision Song Contests statt. Meine Einschätzung sämtlicher Beiträge sollte also auch mal langsam den Weg ins Internet finden, und wenn ihr dies hier lesen könnt, so vermute ich, dass dies auch geschehen ist. Allzu vorfreudig war ich zunächst jedoch nicht, da das zweite Halbfinale dieses Jahr was balladesquer ausgefallen ist, und mir ESC-Balladen nur ab und an zusagen. Doch man soll den Eurovision-Song nicht vor dem letzen, energetischeren Refrain verdammen ...

1) Nije Ljubav Stvar - Željko Joksimović (Serbien) 


Eine solide gesungene, zärtlich-kraftvolle Ballade mit dem nicht-wirklich-zum-Patent-angemeldeten Eurovisions-Kick im letzten Drittel und einer sehr eingängigen, charakteristischen Tonfolge inmitten seiner ansprechenden Hauptmelodie. So gefällt mir das ESC-Geschnulze!

2) Crno i Belo - Kaliopi (Mazedonien)


"Das gefällt ihm sicher noch besser, es kommt ja eine E-Gitarre vor!" Wirklich? Ist euer Bild meines Musikgeschmacks so eindimensional? E-Gitarren sind leider kein Allheilmittel, und davon abgesehen, dass das rockende Instrument diesen Titel was metallener macht, fügt es sich nicht sonderlich gut in das Gesamtklangbild ein. Die Melodie ist nicht so einprägsam, der Gesang ohne Textverständnis nicht so ansprechend wie beim Vorgängersong. Urteil: Eher ein Daumen schräg nach unten.

3) You and Me - Joan (Niederlande)


Ein Hauch Country gemischt mit Kinderliedelein und einer mir nicht zusagenden Attitüde, die ich gerade schwer benennen kann. Das Lied wirkt auf mich so künstlich und bei aller simplen Glücklichkeit auch künstlich und seelenlos. Kurzum: Aufgrund des Gesamteindrucks gefällt es mir nicht.

4) This is the night - Kurt Calleja (Malta)


Runtergespulter Gitarren-Pop mit äußerst monotonem Gesang. Gehört wohl auch einfach mit zum Eurovision Song Contest, doch ein Unterhaltungshöhepunkt ist das nicht ...

5) We Are The Heroes - Litesound (Weißrussland)


Tendenziell müsste es mir gefallen, aber beim Refrain fehlt mir einfach die Überzeugung, das unbändige Triumphgefühl, dass der Sänger hier vor sich hertragen müsste, um es zu einer netten ESC-Poprockeinlage zu wandeln. So reicht es nur für ein "nett".

6) Vida Minha - Filipa Sousa (Portugal)


Die Sängerin ist ganz in Ordnung, manche Ecken und Kanten der Instrumierung sagen mir ebenfalls zu, aber das Gesamtstück will sich bei mir noch nicht so recht festsetzen.

7) Be My Guest - Gaitana (Ukraine)


Yikes, manche Ecken Europas lassen die Ohren noch immer so bluten, als befänden wir uns in den 90ern ...

8) Love Unlimited - Sofi Marinova (Bulgarien)


Ebenfalls nicht meine musikalische Welt, aber wenigstens ist dieser Beitrag nicht dermaßen ohrenbetäubend und unharmonisch wie der aus der Ukraine.

9) Verjamem - Eva Boto (Slowenien)


Grundsolide, aber mir fehlt etwas mehr Emotion in der Gesangsstimme, die mir eher nur die Lautstärke zu ändern scheint, als die Gefühlslage.

10) Nebo - Nina Badrić


Spricht mich nicht an, es fehlt mir bei diesem Song schlicht an einer eigenen Identität.

11) Euphoria - Loreen (Schweden)


Von den Dancenummern klar eine der besseren dieses Jahres, da die Elektrountermalung die Melodie nicht erstickt und der Titel insgesamt eine Art "Hallenatmosphäre" mit sich trägt, was großes, das zum ESC passt. Wirklich sitzen tut die Nummer trotzdem nich' ...


12) I'm a Joker - Anri Jokhadze (Georgien)


An wen erinnert mich der Sänger nur? Und wieso zieht gerade dieser Song so viel Abneigung bei YouTube an? Es ist kein guter, aber ganz klar ein unterhaltsamer Song, und das ist beim ESC schon einiges wert. Ich habe Spaß an diesem Kram ...

13) Love Me Back - Can Bronomo (Türkei)


Mal ganz andere Klänge, als bei den üblichen Ethno-Nummern aus der Türkei, und trotzdem etwas folkloristisches und modernes. Dieser Song ist was gewöhnungsbedürftiger, hat aber Charisma und dürfte im ESC-Finale ganz kurzweilig sein.

14) Kuula - Ott Lepland (Estland)


Erschlagt mich nicht, aber ich find's langweilig.

15) Don't close your eyes - Max Jason Mai (Slowakei)


"Now we're talking!" Bitte, geht doch. Der Refrain stößt sich mir etwas zu sehr mit dem Rest, aber dieser Song macht das mit der coolen Röhre des Sängers (ich meine die Stimme, Leute!), der Dynamik und dem flott-harmonischen Geschrammel wieder wett. Rock on!

16) Stay - Tooji (Norwegen)


Diese Kreuzung aus dem letztjährigen schwedischen Interpreten und Taylor Lautner hat aus irgendeinem Grund etwas Südosteuropa-Ethnofarbe in seine Hintergrundmusik springen lassen, ebenso wie standardmäßige Spät-90er-Elektro-Powerklänge. Das Lied klingt nicht unangenehm, aber überzeugen kann es mich auch definitiv auch nicht.

17) Maya Sar - Korake Ti Znam (Bosnien und Herzegowina) 


Ganz nett.

18) Love is blind - Donny Montell (Litauen)


Wieviele Wissenschaftler die Songmacher wohl brauchten, um sich das mit der Augenbinde einfallen zu lassen? Und wieso funktionieren die Tempiwechsel nicht ein einziges Mal?

Da in meiner alljährlichen Eurovision-Berichterstattung nun nur noch die gesetzten Finalteilnehmer fehlen, lässt sich schon jetzt sagen, dass es ein für mich sehr schwacher Jahrgang ist. Wenig Fremdscham, wenig mitreißendes, sehr viel "ja ... der Song ist ... anwesend". Liegt es an mir, oder seid ihr auch so enttäuscht?

4 Kommentare:

Antje hat gesagt…

Nö, der diesjährige ESC IST harmlos. So findet man aber auch schneller seine Favoriten.

Mein persönlicher Hammer ist, wie bereits erwähnt, Island. Belgien ist ja leider raus. Estland bereitet mir Gänsehaut, ebenso wie Spanien. Unter den schnelleren Nummern mag ich Rumänien.

Wer - unabhängig von meinem Musikgeschmack - zu meinen Favoriten zählt, ist ganz klar Norwegen (David Guetta meets Folklore),leider Griechenland, leider Schweden, Aserbaidschan, Ungarn und Spanien. Roman Lob sehe ich in den *Trommelwirbel* Top 7! Wo kann ich meinen Tippschein abgeben?

Antje hat gesagt…

Ach ja... Ich weigere mich einfach mal, Russland auch nur irgendeine Favoritenrolle zu Teil werden zu lassen!

Alice hat gesagt…

Jep, die Slowakei hat mir auch gefallen.

Anonym hat gesagt…

die Loreen(schweden) war nicht schlecht,ein glück haben nicht alle den gleichen musik geschmack.sie hat meine stimme !!

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