Montag, 16. Juli 2012

Die durchwachsene Auflösung der sechsten Staffel mit den verzweifelten Hausfrauen

Mjam! Die Hausfrauen haben euch einen leckeren Spoiler-Kuchen gebacken! Wer die sechste Staffel nicht kennt, sollte lieber verzichten ...


Ach, Desperate Housewives: Da gewöhnt man sich dran, die Serie wieder gut zu finden, schon geht's wieder abwärts. Aber ehe ich mit der Serie abschließen kann, legt sie wieder an Spaß zu. Nach der mich beinahe völlig von der Reihe abstoßenden, zweiten Hälfte von Staffel 5 kam eine ganz gelungene erste Hälfte für die sechste Staffel. Diese steigerte sich zur Mitte immer weiter, erreichte fast schon wieder altgewohnte Höhen ... und dann wurd's wieder öde, stellenweise richtig ärgerlich. Aber das Finale konnte mich noch halbwegs versöhnen.

Aber der Reihe nach: Nach den zwei Highlight-Episoden rund um das Flugzeugunglück der Wisteria Lane betritt Desperate Housewives eine Phase der reinen Mittelmäßigkeit. Wie aus den vorherigen Handlungsfäden neue geknüpft werden, passiert zunächst weitestgehend ohne ärgerliche Missgeschicke oder lobenswerte Einfälle. Diese Übergangsphase von vier Episoden ist aber im Gesamtbild der Staffel eh nicht besonders wichtig, es ist mehr eine Strecke von Füllmaterial. Mit Episode 17, Das Souvenir, arbeitet die Staffel aber zügig auf die Zielgerade zu. Und so stark manche dieser Bestrebungen sind, so dämlich sind andere.

Die letzte Wegstrecke in der sechsten Staffel Desperate Housewives zeugt in ihren ärgeren Momenten von der Ideenarmut und umso stärker vom mangelnden Improvisationstalent der Autoren. Es ist bereits frustrierend, wenn man sich die Katherine-Storyline anschaut: Sie ins Irrenhaus abzuschieben, hätte sie mit einem Knall aus dem Fokus befördert und die Hintertür für coole Gastauftritte offen gelassen. Dann aber wird aus heiterem Himmel Katherines radikal rasante Genesung gezaubert sowie eine vergnügte Versöhnung mit den restlichen Bewohnern der Wisteria Lane. Sozusagen als hingeklatschter Appendex folgt daraufhin, wie Katherine eine Stripperin aus dem Club kennenlernt, den Susan von ihrem verstorbenen Ex-Mann geerbt hat, sich zu ihr hingezogen fühlt, gegen diese sexuell verwirrende Gefühle ankämpft und dann nach kurzem Gespräch mit Mrs. Mc Cluskey doch beschließt, sich nun als Lesbe neu zu definieren und mit der Stripperin nach Paris aufzubrechen. Ein sehr soapiger Abschied, bei dem Dana Delany zwar versucht, reale Gefühle darzustellen, aber die schluderig zusammengezimmerte Storyline und die teils extrem kitschigen Dialoge machen es ihr sichtlich schwer.

"Die Antwort sollte niemanden zufriedenstellen" (ein nur zu wahres Zitat von Mary Alice)

Echte Kopfschmerzen verursachte mir jedoch die Auflösung des die Staffel durchdringenden Geheimnisses rund um den Frauenwürger. Zu Beginn der Staffel brachte ein mysteriöser Kerl Julie Mayer ins Krankenhaus, andere Frauen würgte er sogar zu Tode. Schnell lag der Verdacht bei den neuen Nachbarn in der Wisteria Lane, denn einer der Neuzugänge ist es doch immer ... Als sich diese Familie aber in eine eigene Richtung entwickelte, vergrößerte sich der Pool der Verdächtigen. Könnten sich die Autoren trauen, ihrem Publikum eine mächtige Überraschung um die Ohren zu pfeffern? Die Auflösung kam, und der Täter war ... Eddie! Wer ist Eddie? Genau das ist das Problem! Eddie, ein in etwa gleichaltriger Bekannter der Scavo-Zwillinge, tauchte vor seiner Enthüllung als frauenmeuchelnder Psychopath für etwa zweieinhalb Szenen als wandelndes Comic Relief herum. Somit war es zweifelsohne eine Überraschung, als er sich als mehrfacher Mörder entpuppte, aber wirklich schockierend war diese Überraschung nicht. Wie soll es mich umhauen, dass jemand ein Mörder ist, der mir bislang völlig gleichgültig war?

Klar, somit gab es eine unerwartete Lösung des Staffelgeheimnisses, nachdem in Season 5 der geisteskranke Dave eigentlich schon ab der ersten Sekunde als Schurke feststand und auch sein Plan alsbald ein offenes Geheimnis war. Doch es ist auch eine billige Enthüllung, denn weder hatte der Zuschauer eine faire Chance, diese Wende vorherzusehen, noch musste er sein bisheriges Bild einer wohletablierten Figur neu überdenken. Denn jegliche Charakterentwicklung, jede Form von Dramatik, wurde wieder einmal erst nachgeschoben. In Die Entstehung eines Monsters, der dritten Rückblenden-Episode innerhalb kürzester Zeit, führt Erzählerin Mary Alice das TV-Publikum durch wichtige Wendepunkte in Eddies Leben, um zu erklären, wie es dazu kommen konnte, dass er zu einem mehrfachen Mörder wurde. Dieses erzählerische Stilmittel ist bei Desperate Housewives nunmehr ausgereizt und dient zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als erfrischender Einfall, sondern als narrativer Effekt, der im Laufe einer einzelnen Episode die Arbeit aufholen soll, die zuvor versäumt wurde. Was aber wirklich frustriert: In Die Entstehung eines Monsters steckt dennoch das Potential für eine ansehnliche Episode, die aber durch sehr nervige Schnitzer unter den Qualitätsdurchschnitt dieser weiterhin (oder eher wieder) unterhaltsamen Serie gedrängt wird.

In den ersten Minuten überhäuft einen die Episode mit klischeebeladener Westentaschenpsychologie: Natürlich ist Eddie Scheidungskind und lebt mit seiner sich durch die Welt vögelnder, alkoholabhängiger Mutter in einem runtergekommenen Haus. Frauen haben ihn nie geliebt und als schüchterner Bube konnte er auch niemals was dran ändern. Diese Aneinanderreihung an Schlagwörtern wird seitens des Drehbuchs nie mit Tiefe angefüllt und ist so eintönig, dass man kaum glauben kann, dass dies noch die selbe Serie ist, die sich einige Staffeln zuvor noch an schwer durchschaubare, ethisch komplexe Vergewaltiger-Nebenplots gewagt hat. Und selbstredend steigt Eddies Mutter hinter das dunkle Geheimnis ihres Sohnes, indem sie sein Büchlein mit Zeitungsausschnitten seiner Taten entdeckt. Was erzählerisch nicht mehr als eine bequeme Abkürzung ist, denn es widerspricht völlig Eddies Charakterzeichnung, der als verzweifelter, von Tat zu Tat aus Affekt handelnder, sich für sein Tun schämender Typ beschrieben wird. Und nicht als jemand, der sich an sein Handeln erinnern oder gar damit prahlen will.

Die erste der vier eingeschobenen Episoden kann dennoch überzeugen: Mary Alice erlebt mit, wie sich Eddies Eltern vor ihm streiten und bietet der Mutter des Vorschulkinds ihre Hilfe an. Das ist erst willkommen, wird der frisch verlassenen Mutter dann aber zu penetrant. Brenda Strong spielt sehr stark und diese kleine Anekdote ist noch recht bodenständig in ihrer Dramatik. Es folgt eine Story über die neu in die Wisteria Lane gezogene Gaby, die sich mit Grundschulkind Eddie anfreundet, da dieser Bube ihr Gesellschaft leistet und beim Einrichten hilft. Dann aber will Eddie praktisch gar nicht mehr gehen, weshalb Carlos befiehlt, dass sich Gaby Gleichaltrigen öffnet, statt weiter Eddie auszunutzen. Die Episode ist nicht wirklich schwerwiegend und hat nüchtern gesehen kaum Bedeutung, doch es macht Spaß, Eva Longoria wieder in voller Oberflächlichkeit zu erleben und die Autoren haben ihr einige sehr tolle Dialogzeilen gegeben, die urtypisch für die Staffel-Eins-Gaby sind. Es macht also wenigstens Spaß. Eine weitere Vignette zeigt Eddie als jungen Heranwachsenden, der sich nach der Schule ein paar Dollar verdienen möchte, indem er Brees Haus streicht. Die Geschichte ist ganz süß, ganz beiläufig reden sie über Eddies nicht vorhandenes Liebesglück und Bree ermutigt den Jungen, auf seinen Schwarm zuzugehen. Als Bree erfährt, dass Eddie sich in ihre Tochter verguckt hat und diese ihn abweist, will sie es ihm schonend beibringen, was aber durch das rücksichtslose Dazwischenquatschen von Eddies Mutter entgleist. Recht gut geschrieben und abseits von Eddies Mutter sind die Darbietungen auch nicht zu dick aufgetragen. Ärgerlich sind jedoch die zahllosen Kontinuitätsfehler, da die Autoren mit der Timeline der Serie völlig durcheinander geraten sind.

Saudämlich ist dann das Anhängsel dieser Story, die Eddie bei seinem Versuch zeigt, sich Liebe zu erkaufen. Dies läuft so gewaltig schief, dass er seine Laufbahn als Frauenmörder einschlägt. Eddies Aktion ist derart bescheuert, dass selbst die zurückhaltende, gebrochene Performance von Eddie-Darsteller Josh Zuckerman diese Peinlichkeit nicht retten und dramatisch (oder auch nur ein bisschen glaubwürdig) wirken lassen kann.
Kaum besser ist die abschließende Anekdote: Wie wir erfahren, freundete sich der schüchterne Junge mit Susan an, die in ihm einen talentierten Zeichner sieht und einen Fortbildungskurs finanziert. Eine nette Idee, die recht uninspiriert durchgeführt wird und zudem in einen haarsträubenden Twist mündet: Eddie bittet Susan, ihn zu heiraten. Es ist vielleicht plausibel, dass sich Eddie, der nie größere Zuneigung erfuhr, sich in Susan verguckt, aber dass er aus sich ausbricht und einer Frau, die seine Mutter sein könnte, kurz bevor sie ihren Ex-Mann erneut heiraten möchte, einen Antrag macht? Das ist einfach zu viel. Erträglich wird diese Sequenz nur durch ein dickes Augenzwinkern, als die Serienmacher selbst darüber herziehen, wie dämlich das Finale der fünften Staffel war. Wie eine aufgeregte Susan erklärt, dass die letzten Tage total aufregend und verrückt waren, weil ein Irrer ihren Sohn töten wollte, und dass sie deswegen zu Mike zurückfand ... joah, das ist schon ganz ulkig.

In der Serien-Gegenwart angekommen gibt es mit der Konfrontation zwischen Eddie und seiner Mutter dann auch endlich die einzige Szene, in der mir die Darstellung der Letzteren zusagt. Ihre bestürzte Reaktion ist glaubhaft und auch die Inszenierung geht über die immer bemühtere, durchschnittlichere Bildsprache der Serie hinaus. Der Mord an Eddies Mutter wird nur in Form eines Schattenumrisses gezeigt, der sich in einem seeligen Familienfoto spiegelt - eine gelungene Hitchcock-Hommage, die nicht aufgesetzt erscheint, sondern sich auch aus dem Inhalt der Episode nährt. Lynette bekommt noch einen schreiend komischen Auftritt und so hinterlässt mich diese Episode mit sehr verworrenen Gefühlen. Sie hat ihre großartigen Momente, die diese Episode zu einem Klassiker unter den Desperate Housewives-Folgen hätten machen können, aber ihre Mäkel sind so gravierend und lästig, dass schlussendlich doch mehr Frust übrig bleibt.

Das andere Staffelgeheimnis

Die Eddie-Storyline findet auch einen durchwachsenen Abschluss. Lynette kommt dahinter, dass Eddie seine Mutter ermordet hat und gerät so auch in seinen Fokus, doch die fürsorgliche sowie eloquente Lynette kann sein Gewissen appellieren. Zugegeben, es hilft auch, dass die hochschwangere Lynette gerade ihre Wehen bekommt, was den eh nicht sonderlich hartherzigen Eddie noch mehr erwärmt. Der Symbolismus des Mörders, der eine Geburt durchführen muss und sich so an die Schönheit des Lebens erinnert, weshalb er sich daraufhin selbst einweist, ist dagegen so kitschig und wird zudem so selbstgefällig umgesetzt (*och, da haben wir ja was intelligentes geschrieben, ne? Schööööön!*), dass es fast schon schmerzt.

Wesentlich unspektakulärer, dadurch aber auch längst nicht so ärgerlich, verlief das andere Staffelgeheimnis, die Geschichte rund um die Familie Bolen, italienisch-stämmige und kernige Arbeiter aus New York, die mit ihrer rauen Schale und dem klar vermittelten Desinteresse an dem vorstädtischen Gute-Nachbarn-Gehabe schnell in der Wisteria Lane anecken. Dass die restlichen Bewohner dieser Nachbarschaft, in der sich mit erschreckender Regelmäßigkeit kriminelle und unethische Dinge ereignen, die Neuzöglinge auf Anhieb in Verdacht haben, ist eine willkommene Neuerung. Allerspätestens nach dem Soziopathen Dave muss man in der Wisteria Lane einfach gelernt haben, dass neue Nachbarn stets Leichen in ihrem Keller mit sich bringen (manche ja sogar wortwörtlich). Nach einem viel versprechenden Start dieser Storyline kommt diese aber auch nahezu ohne jegliches Zögern zum Stillstand. Da sich die Bolens vom Rest der Serienhauptfiguren abkapseln und auch innerhalb der Familie mehr suggeriert als ausgesprochen wird, bestehen die Szenen mit ihnen für das erste Set an Episoden nur aus inhaltsarmen Andeutungen. Sobald sich die von Drea de Matteo (Sopranos) mit Innbrunst verkörperte Angie aber ausgerechnet mit der ebenfalls zur Außenseiterin abgerutschten Katherine Mayfair anfreundet, fangen ihre Geschichten endlich zu unterhalten an. Zwar bringen diese Storys das Geheimnis um die Bolens nicht vorwärts, aber de Matteos gegen den Strich dieser Serie gebürstetes Naturell bringt Pepp mit sich, so dass dies akzeptabel ist. Auch Angie Bolens Sohn Danny (Beau Mirchoff) integriert sich zur Mitte der Staffel hin Stück für Stück in das Figurengeflecht, verguckt sich zunächst in Julie und dann in Carlos Nichte, was im ersteren Fall für solides Drama und im zweiten Fall für einiges an Kurzweil sorgt, auch wenn sich keine der Episodenstorys ins Gedächtnis brennt. Bloß Jeffrey Nordlings Nick Bolden, der schroffe Familienvater, will nicht so recht überzeugen. Dies scheinen die Autoren aber erkannt zu haben: Mit Verlauf der Staffel gerät er immer weiter aus dem Fokus. So bekommt Angie aber die Gelegenheit, sich unter anderem mit Bree anzulegen, die sich snobistisch über die deftige Küche Angies erhebt. Das Ergebnis ist ein toller, sich nicht zu wichtig nehmender, Mini-Handlungsfaden, wie ich ihn mir bei Desperate Housewives wünsche.

Dennoch: Das Geheimnis um die Bolens ist irgendwann völlig vergessen, ebenso wie das Mysterium um den Frauenwürger. Erst auf der Zielgeraden kommt es den Serienmachern wieder in Sinn, sich um diese Storyfäden zu kümmern. Wie beim Würger führt dies bei den Bolens zu einer gehetzten Auflösung, doch hier wird es wenigstens tonal konsistent gehalten und gerät nicht zur Klischeerundfahrt. Wie sich herausstellt, war Angie eine Umweltaktivistin, die an den überengagierten und manischen Patrick Logan (ein vergnüglich, augenzwinkernd aufspielender John Borrowman - also Dave, wie er hätte sein sollen) geriet und sich somit unwillig am Tod mehrerer Menschen schuldig machte. Logan sucht Angie heim und so beginnt ein Rennen mit der Zeit, welches in der Finalepisode mit Humor und Spannung gewürzt wird. Der schlussendliche Ausgang ist zwar weit vorhersehbar, aber der Weg dorthin ist noch vergleichsweise peppig geraten, so dass die Bolen-Storyline auf versöhnlichem Niveau endet.

Trotz großer Mäkel: Es gab genug gelungene Handlungsfäden

Weshalb ich den Abschluss der sechsten Staffel nicht so sehr hasse wie den der fünften, obwohl ich von der Würger-Storyline gefrustet bin und die Bolen-Handlung die gesamte Staffel über leicht aus dem Tritt geraten ist? Dies ist den anderen Handlungsfäden mit unseren Stamm-Hausfrauen zu verdanken sowie vor allem den Geschichten, die nur eine einzelne Episode überdauerten. Gabrielles Storys mit Bob und Lee sind durchweg super, sei es, dass sie mit den beiden wieder ein Partyleben führt oder dass sie ihnen vollkommen überstürzt anbietet, eine Eizelle zu spenden, damit sie ein eigenes Kind bekommen können. Wie sie versucht, die Modelambitionen von Carlos Nichte mitzuatmen, von der Arroganz der jungen Dame bestürzt ist und ihr dann eine Lektion erteilt ist ebenfalls recht amüsant, wenn auch in der Art, wie es geschrieben wurde, nicht sonderlich ausgefallen. Dass Gaby, und nicht wie sonst nahezu immer Susan, in die Auflösung der Bolen-Story involviert wird und es somit eitles, augenzwinkerndes Chaos gibt statt Susans wimmernd-tölpelndes, ist eine sehr willkommene Abwechslung.

Bei Bree beginnt die zweite Staffelhälfte mit einer sehr starken Mini-Storyline, in der sie sich moralisch verpflichtet fühlt, sich um den wegen ihr an den Rollstuhl gefesselten Orson zu kümmern, während dieser nur noch Abscheu für sie übrig hat. In einer Episode lässt Orson einfach alles schleifen, insbesondere die Körperhygiene, ist aber auch viel zu schroff, Bree noch um Hilfe zu bitten. Bree macht Orson dann im Vorgarten mit Waschpulver und einem Gartenschlauch sauber, was den bösen Humor der früheren Desperate Housewives-Jahre auferleben ließ und eine sehr emotionale Szene vorbereitet, in der Orsons Wut zusammenbricht und er ihr ehrlich vorbetet, weshalb er nicht mehr "Bitte" sagen will: Sein ganzes Leben wird nur noch aus "Bitte" bestehen, so dass er es nicht einsieht, es für jede Kleinigkeit verwenden zu müssen. Die Beziehung zwischen den beiden wärmt auf, dann nervt eine durchschaubare und sehr soapige "Der verlorene, uneheliche Sohn des verstorbenen Ex-Mannes"-Story, in der ein Musterjunge sich bei Bree einschleimt und behauptet, Rex' Sohn zu sein. Recht schmierige Geschichte, doch es ist verhältnismäßig clever, wie dieser Lackaffe auf eines der vielen Familiengeheimnisse stößt und Bree damit erpresst, dass er der Polizei oder Familie Solis verraten könnte, dass Andrew Carlos' Mutter überfuhr. Konstruiert ist dagegen, dass Orson mit Brees Handlungsweise so wenig übereinkommt, dass er sie schließlich verlässt.

Lynette bot in der zweiten Hälfte von Season 6 im Schnitt noch die besten Storys, was sich mit der siebten Staffel leider dramatisch verändern sollte. Aber mit dem Verlust eines der ungeborenen Zwillinge, der danach von Huffman sehr eindurcksvoll gespielten Trauer, der dann anschließenden Geschichte rund um eine russische Heiratsschwindlerin (klingt sehr soapig, wurde aber mit viel Humor umgesetzt) und abschließend Lynettes Einbindung in die Eddie-Geschichte war Lynette fast durchgehend die interessanteste Hausfrau während der zweiten Staffelhälfte.

Letztlich bleibt da noch Susan, die nach Abschluss der Catherine-Storyline in ganz witzigen Einzelhandlungen (etwa ihr Zank mit Gaby darüber, wer denn nun das weniger dumme Kind hat) zu sehen war und in einer eher lästigen Storyline darüber, dass Mike sich nicht männlich genug für sie fühlt. Diese bereitete einen neuen Handlungsfaden vor, der von den plötzlichen Geldsorgen der Delfinos handelt (nach dem, was in den Episoden zuvor zu sehen war, recht hanebüschen) ... doch immerhin haben die Autoren so Raum für die Rückkehr von Paul Young geschaffen, womit die Serie in Sachen Staffelgeheimnis zu ihren Wurzeln zurückkehren sollte. Aber dazu in Staffel 7 mehr ...

1 Kommentare:

Alice hat gesagt…

Klasse Zusammenfassung... und dem hab ich auch nichts hinzuzufügen, vor allem die Eddie-Story habe ich ganz genauso empfunden.

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