Freitag, 12. Oktober 2012

Lime Splash: Jim Beams Kapitulation?


Und heute aus der Kategorie "Anekdoten, auf die dieser Blog auch hätte verzichten können":

Liebe Kinder, liebe verantwortungsbewussten Leserinnen und Leser, werte Moralapostel,
was mich gestern umtrieb, ist gewiss alles andere als vorbildhaft. Dies weiß ich selbst, denn Alkohol ist ein Genussmittel, das nicht mit Kummer verbunden werden sollte. Selbst wenn dies uns zahllose Künstlertypen vorlebten.

Dennoch. Gestern war ein mieser Tag, und ich wollte ihn mir unbedingt durch eine alkoholische Köstlichkeit versüßen. Nun, wenigstens wollte ich meine schlechte Laune nicht wegsaufen, sondern durch die Freude an etwas Leckerem verdrängen. Mich trieb es zum Regal mit Hochprozentigem, da ich auf Bier keine Lust hatte. Da stachen mir die Whiskeys ins Auge. Super, könnte ich mal wieder trinken. Andererseits: Diese Unkosten ... Dann fielen mir die Whiskey-Dosen auf, und eine ganz besonders, eine, die jeden Whiskey-Kenner und -Puristen erschaudern lassen würde. Tja, ich bin bei Bier kein Purist und kein Lokalpatriot, sondern für spannende Schandtaten zu haben. Da wollte ich auch mal eine Whiskey-Sünde auf meine Kappe nehmen,

Da ist doch tatsächlich wem in den Sinn gekommen, den guten Jim Beam mit Limetten-Limo zu strecken! Welch Frevel, was für eine Kapitulation vor der Spaßalkoholgesellschaft, was für eine Kinderei ... wie geil, das muss ich probieren.

Und schon allein der Kauf von Jim Beam Lime Splash hat mich aufgemuntert, denn ganz gleich, wie sehr resigniert ich drauf war, dies war kein Vergleich zu der geknickten Haltung der Person, die den Werbetext auf der Dose geschrieben hat. Vielleicht bilde ich es mir auch ein, aber für mich ist das schiere Resignation, da kapituliert ein Purist vor dem Mischgetränkewahn:

Jim Beam Kentucky Straight Bourbon Whiskey has always been an independent spirit, made for those who take their bourbon seriously.

Jim Beam Lime Splash combines Jim Beam Bourbon Whiskey with the refreshing taste of lime lemonade.

(Hervorhebungen stammen von mir)

"Wir haben unseren Bourbon immer ernst genommen, aber jetzt panschen wir mit Limo!"

Ja, und wie die Leute bei Jim Beam panschen ... Lime Splash mag ein Frevel sein, aber einer, der mich überzeugt. Das Mischverhältnis ist großartig, beim genussvollen Trinken überrascht einen erst eine frische, saure Note, bevor sich der volle Bourbon-Geschmack entfaltet und sich dann auf der Zungenspitze Bourbon und saftige, nicht zu süße Limo vereinen. Ein fruchtiger Whiskey-Mix, der natürlich etws Komplexizität aus dem Bourbon nimmt, aber erfrischt und mit der frech-süßsauren Limetten-Note begeistern kann.

Die Folge: Kein Kummerersaufen, sondern Freude an den kleinen gustatorischen Dingen. Und ein depperter Blogeintrag.

2 Kommentare:

milan8888 hat gesagt…

Schmeckt das dann in Richtung Whiskey Sour?

Sir Donnerbold hat gesagt…

Bissl süßer dann doch.

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