Mittwoch, 31. Dezember 2014

Meine Hits des Jahres 2014


Traditionen wollen gehegt sein. Selbstredend auch mein alljährlicher Blick auf neu veröffentlichte Songs, die mir zwischen Januar und Dezember ins Ohr gingen. Und die nicht für einen Film geschrieben wurden. Denn die schweben für mich aufgrund ihrer cineastischen Assoziation in einer anderen Sphäre als "normale" Musik. Und ehe ich mich aufgrund dieser Aussage selber des Schubladendenkens beschuldige, springe ich lieber mit Anlauf ins eigentliche Thema dieses Artikels. Denn die wild durcheinander gewürfelte Auswahl an Liedern, die für mich das Musikjahr 2014 repräsentieren und mir aus jedweden Gründen ein beglücktes Grinsen entlocken. Und, oh Freude! 2014 sprach mich mehr an als noch 2013 ... Also, drück auf's Knöpfchen Max und lass die Jukebox spielen!

Platz 25: My Heart is Open (Maroon 5 feat. Gwen Stefani)
I'll do anything you want me to cause / I can't breathe until I can see your face

Ach, Gwen Stefani ist noch aktiv? Lange habe ich von der Popsängerin nichts gehört, aber mit diesem Gastbeitrag auf dem Maroon-5-Album V feiert sie ein solides Comeback in meiner Playlist. Stefanis rauchige Stimme und Adam Levines höhere Töne anstimmendes Organ ergänzen sich sehr gut und dieser Ballade fehlt zwar ein wenig die Dynamik, trotzdem weiß ihre tragende Melodie Emotionen zu wecken. Kein Ohrwurm, aber ein hübscher Song.

Platz 24: Shake It Off (Taylor Swift)
It's like I got this music / In my mind / Saying, "It's gonna be alright."

Mein Guilty Pleasure des Jahres. Eine wahrhaftige Kaugummi-Pop-Melodie, die sich im Gehörgang festklebt. Lyrics, die dem Ziel, einen effektiven Anti-Dauernörgler-Song aufzubauen, nicht gerecht werden. Und Taylor Swifts Rap-Part ist grauenerregend. Dennoch macht diese Nummer mit ihrer ansteckend guten Laune und der simplen, eingängigen Melodie richtig viel Spaß.

Platz 23: Until It's Gone (Linkin Park)
And I can finally see your light / When I let go

Nachdem ich das Album A Thousand Suns nahezu grottig fand und Living Things ziemlich belanglos, ist The Hunting Party für Linkin Park wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Die Lieder verschwimmen zwar etwas und es gibt kaum prägende Aspekte, trotzdem lässt sich die Scheibe ganz gut hören. Until It's Gone erinnert dann gar an den klassischen Sound der Band, gepaart mit einer erfrischend ungekünstelten "Garagenband"-Atmosphäre.

Platz 22: In Your Pocket (Maroon 5)
It should be really easy / If you have nothing to hide

Eine weitere Band, die ich lange Zeit sehr mochte, und die mich dann schwer enttäuschte, ist Maroon 5. Die Gruppe rund um Adam Levine hat sich mit ihrem fünften Studioalbum allerdings zurückgewonnen. In Your Pocket hat Schwung, geht ins Ohr, macht Laune und geht verspielt mit seiner Doppeldeutigkeit um, ohne dadurch lästig zu werden.

Platz 21: Monster Is My Name (Lordi)
You know me, my name is monster / Now don't you call my name in vain

Alles in allem ist Scare Force One weit davon entfernt, das beste Lordi-Album zu sein. Vereinzelte Titel der Scheibe repräsentieren aber grundsolide die Reto-Hardrock-Seite der finnischen Monster. Darunter Monster Is My Name. Originalität sucht man hier zwar vergebens, allerdings fetzt die Nummer und die Lyrics sind ganz lustig.

Platz 20: Nailed By the Hammer of Frankenstein (Lordi)
Good girls get bad, get hammered / Party like Frankenstein

Und nochmal Lordi. Nailed By the Hammer of Frankenstein ist lauter, aggressiver, spaßiger und kreativer als Monster Is My Name und verdient sich somit einen Platz in den Top 20. Mehr gibt es da eigentlich nicht zu sagen!

Platz 19: Animals (Maroon 5)
Baby I'm preying on you tonight / Hunt you down eat you alive

Das Video spaltete die Gemüter, und von allen Songs auf dem neuen Maroon-5-Album ist Animals zudem die Nummer, in der Adam Levine seinen Falsettogesang am deutlichsten zur Geltung bringt, obwohl die Komposition und auch der Inhalt eigentlich perfekt für dunklere Töne wären. Trotzdem funktioniert der Titel großartig, wobei der Refrain viel gelungener ist als die Strophen. Und somit gibt es den 19. Rang.

Platz 18: How to Slice a Whore (Lordi)
Have you ever felt like this / Pissed off at your bitch / We've got a way for you / to scratch that itch / Our step by step dissection kit / Is sure to do the trick

Mehr war dieses Jahr für Lordi einfach nicht drin: Scare Force One ist keine Platte, die bei mir Begeisterungsstürme auslöste, aber sie ist auch zu solide, um mich zu verärgern oder zu enttäuschen. Also bleibt mir kaum mehr übrig, als meinen liebsten Song der Scheibe aufzudrehen und über diese Monster-Weiberkiller-Rocknummer zu grinsen. Rockig, altmodisch, ein starker Riff, der alles zusammenhält.

Platz 17: Wastelands (Linkin Park)
Roll credits, you get it, the show's done

Und noch ein Album, von dem wir uns nun verabschieden: Meine liebste The Hunting Party-Nummer schlängelt sich in meiner Gunst vor allem durch die instrumentalen Parts und den Refrain an den bisherigen Stücken vorbei. Die Rap-Parts sind an Linkin-Park-Maßstäben gemessen eher durchschnittlich, aber wenn dieser Track klickt, dann richtig: Klassischer Linkin-Park-Sound trifft eine rauere, "authentischere" Atmosphäre. Haut rein!

Platz 16: Into the West (Tuomas Holopainen)
Far, far into the night / Your calling guided you

Toumas Holopainens Music Inspired by the Life and Times of Scrooge ist ganz klar als einzigartiges, anspruchsvolles und einnehmendes Konzeptalbum gedacht. Einzeln, aus dem Kontext gerissen und beiläufig gehört, verlieren die jeweiligen Tracks an Power. Und so prügelt sich die Verneigung vor Sein Leben, seine Milliarden zwar um meinen Preis für das beste Album 2014 (abseits der Welt der Filmsoundtracks), wenn ich allerdings Einzelstücke beäuge, fällt die Wertung etwas anders aus. Es ist so wie bei manch fantastischen Alben, die kaum Singles in den Charts platzieren konnten. Ganz zu schweigen davon, dass ich in dieser Liste keine Instrumentalstücke aufnehme. Wie dem auch sei: Into the West ist großartig und lässt sich auch ohne Kontext fantastisch hören. Die Western-Klänge fügen sich formidabel in die träumerischen Kompositionen und die kühleren Klänge dieses Fünfminüters.

Platz 15: 1741 (The Battle of Cartagena) (Alestorm)
The skies are burning with thunder / The seas are ablaze with flame / Set the course for Cartagena / The sands of time will remember our names

Unvergessliches Intro in Retro-Gaming-Gedudel-Manier, gefolgt von epochalem Seemanns-Folkmetal. Ein enorm vergnügliches Brett meiner sehr verehrten Schottlandpiraten, das sich einfach nur durch die vergleichsweise ungelenke Struktur "nur" den 15. Platz erarbeitete. Der Refrain und die Growlingpassagen hätten sich mehr verdient. Aber ein anderer Track vom Album Sunset on the Golden Age wuppt diesen Stil noch deutlich besser.

Platz 14: It Was Always You (Maroon 5)
Now I know why my heart wasn't satisfied, satisfied / It was always you, you

Man nehme die Erfolgsrezeptur von This Love, dem meiner Ansicht nach am stärksten überbewerteten aller Maroon-5-Songs, füge etwas klangliche Schwere hinzu (naja, sofern es der Stil dieser Band erlaubt) und kehre im Umkehrschluss die Stimmung der Lyrics um. Aus positiv geträllerter Verdammnis wird ein Track, der dem Hype der besagten Erfolgssingle gerecht wäre.

Platz 13: Walk the Plank (Alestorm)
Give the line a little twist / And wrap the ropes around your wrist / Eyes to fill your soul with dread / The fury of the hammerhead

So eröffnet man ein Album! Walk the Plank weckt wohlige Erinnerungen an die Openingnummer des Alestorm-Debüts Captain Morgan's Revenge, würzt diese aber mit den Klangelementen, die die aktuelle Platte prägen. Zwar ist Walk the Plank nicht ganz so kantig-furios wie sein Vorbild, trotzdem ist es ein richtig, richtig toller Track. Und mit einem etwas höheren "Oh ja, direkt nochmal hören!"-Faktor wären sicher die Top Ten drin gewesen!

Platz 12: Love Runs Out (OneRepublic)
I'll be our light, your match, your burning sun / I'll be the bright and black that's making you run

Nach einer langen Liste von Stücken, die entweder so gar nicht meinem Geschmack entsprachen oder die schlicht austauschbar und öde waren, meldet sich auch OneRepublic in meiner "Heavy Rotation" zurück. Love Runs Out ist Radiopop, wie ich ihn mir lobe. Das mittelhohe Tempo, der packende Rhythmus und die verzerrten Klavierklänge laden zum Mitwippen, Mitklatschen und unkoordinierten Zappeln ein. Klasse Song!

Platz 11: Shoot Love (Maroon 5)
I got my hands up screaming / Got my hands up screaming / Don't shoot love, baby / Don't shoot love

Und schon wieder Maroon 5. Was soll ich sagen? V gefällt mir wesentlich mehr als alles, was Maroon 5 nach It Won’t Be Soon Before Long so fabriziert haben. Und Shoot Love ist eine extrem launige Nummer, die sich bei mir so schnell nicht abnutzt.

Platz 10: U-Bahn-Ficker (Eko Fresh fet. Joko & Klaas)
Denn er muss ihn rausholen / er kann sonst nicht mehr / Ja, er macht ihn einfach krank / dieser U-Bahn-Verkehr

Eine tragische, aus den medialen Schlagzeilen gerissene Liebesgeschichte, geschmack- und klangvoll aufbereitet. Höchste Gesangskunst und melodischer Genuss der feinsten Kajüte, dargeboten von den Poeten unserer Generation.

Platz 9: Calm After the Storm (The Common Linnets)
Oooo skies are black and blue / Thinking about you / Here in the calm after the storm

Jahr für Jahr platziert sich eine Eurovision-Nummer in meinen Charts. Nahezu jährlich ist es dank einer tollen Finalperformance ein anderes Stück als das, welches mir basierend auf den Vorabmusikvideos am meisten gefiel. Und selten ist es der Gewinner. So auch 2014: Conchita Wurst war gesanglich perfekt und gewiss auch politisch-symbolisch eine verdiente Nummero uno. Aber das Lied war nicht ganz das, was ich bei kraftvollen Balladen suche. Calm After the Storm ist aber exakt das, was ich bei einer gemäßigten Country-Ballade erwarte. Klingt nach langen Nachtfahrten, kreisenden Gedanken, Sehnsucht und Lust, mal wieder einen guten Coen-Streifen zu sehen.

Platz 8: Hangover (Alestorm)
I‘m on a ship / If you don‘t know / Well now you know

Aus einem austauschbaren, schnell vergessenen, lahmen Dancepoporiginal wird feinster Partypiratenmetal mit kultigem Seeräuberrappart. Verboten gut!

Platz 7: A Lifetime of Adventure (Tuomas Holopainen)
Promises to keep / Countless gold fields to reap / To be rich is to seek / To relive the memory

Ehrwürdig, melancholisch, unbeugsam: Der heimliche Titelsong zum Album zur Comicreihe zum Leben des reichsten Erpels der Weltgeschichte. Ein Song, wie ihn sich Dagobert Duck verdient hat. In der "Single"-Alternativversion mit zugänglicherer Struktur griffiger als in der Standardfassung, so oder so aber gänsehauterregend.

Platz 6: Cold Heart of the Klondike (Tuomas Holopainen)
Into White Agony Creek / The cradle of new hope

Noch stärker, einprägsamer und epochaler, gleichzeitig komplexer, subtiler und atmosphärischer: Wenn ich nur einen einzelnen Track aus Holopainens Album hören möchte, dann fällt meine Wahl zumeist auf diesen, der im Kopf ein beeindruckendes Abenteuerdrama über Ambition, Durchhaltevermögen, Erfüllung und Kälte.

Platz 5: Blank Space (Taylor Swift)
So it's gonna be forever / Or it's gonna go down in flames / You can tell me when it's over / If the high was worth the pain

Das, was Todd sagt: Unerwartet kluge, einfallsreiche Texte und eine Aura des Authentischen heben diese Nummer aus dem üblichen Pop-Einerlei heraus. Anders als Todd verliere ich auch nicht so schnell die Faszination für die Nummer, denn die kühle Atmosphäre und der hypnotische Beat verfehlen bei mir auch nach mehrmaligem Anhören nicht ihre Wirkung.

Platz 4: Sunset on the Golden Age (Alestorm)
The sun will set forever / Never to rise again / And in the coming darkness / We‘ll fight to the bitter end

Eine mitreißend orchestrierte Piraten-Metalmär, die vom nahezu garantierten Ende der goldenen Ära handelt. Kämpferisch, nostalgisch und voller Abenteuerromantik, bewegend und kantig komponiert. Hervorragend für lange Auto- und Zugfahrten oder wann immer man sich in kämpferisch-nachdenkliche Stimmung bringen will.

Platz 3: Maps (Maroon 5)
So I’m following the map that leads to you / The map that leads to you / Ain't nothing I can do / The map that leads to you

Runde Sache. So einfach ist das.

Platz 2: Drink (Alestorm)
We are here / to drink your beer / And steal your rum / at a point of a gun / Your alcohol / to us will fall / Cause we are here / to drink your beer

Eine Kampfansage von einem Sauflied, und noch dazu pickepackevoll mit Referenzen auf die Alestorm-Diskografie. Bringt das Blut zum Kochen, die Kehle zum Dursten und die Stimmung auf Hochtouren. Und danach? Na, was wohl?! Noch 'ne Runde!

Platz 1: Magnetic North (Alestorm)
Sold a lie / condemned to die / Empty promise / encased in ice / One by one / our time has come / Death awaits / before the sun

Keinen Song habe ich 2014 häufiger und mit zufriedenerem Grinsen gehört, nirgends habe ich lauter mitgegröhlt: In mittelhohem Tempo erzeugt dieses Folk-Metal-Meisterstück eisig-kalte Freibeuter-Abenteuerlaune. Das Arrangement des Tracks ist mit das beste in der gesamten Alestorm-Historie, wie aus nodrisch-folkloristischen Klängen allmählich strikte, vorwärtstreibende Piraten-Metalhärte wird, ehe urplötzlich deftige Deathmetal-Sound hereinbrechen und es dann wieder zurückgeht, ist Bombe! Man drehe einen passenden Piratenfilm zu diesem Song. Sofort! Oder als Pirates of the Caribbean 6.

Und somit verabschiede ich mich für dieses Jahr. Euch allen ein schönes Silvester, einen guten Rutsch und ein erfolgreiches, tolles, glückliches 2015!

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen