Dienstag, 20. Januar 2015

Leseempfehlung: Rotes Abendlicht


Wo auch immer der Gedanke "Wenn es in gedruckter Form publiziert wurde, dann muss es ja ein Mindestmaß an Qualität aufweisen!" herrührt: Dieser Gedanke ist der reine Unfug. Der immer wieder totgesagte Printmarkt wird seit einiger Zeit mit (mitunter sehr erfolgreichen) Twilight-Nachmachen und mittlerweile auch mit tonnenweise Fifty Shades of Grey-Abklatsch überschwemmt. Neu durchstartende Autoren, die sich nicht in diese belletristischen Gefilde begeben wollen, haben es mitunter sehr schwer, sich bei den Verlegern überhaupt Gehör zu verschaffen. Weshalb es mehr und mehr Talente gibt, die ihre Werke als eBook oder auf Blogs veröffentlichen. Wo es wiederum natürlich auch kaum Qualitätskontrollen gibt, und am Ende weiß eigentlich kaum jemand, welcher Medienform er überhaupt trauen kann.

Was mich zu meiner Leseempfehlung bringt. Denn meine sehr verehrte Bloggerkollegin und gelegentliche Gastautorin Ananke Ro geht auf ihrem Blog ebenfalls einen dieser lange verpönten Publikationswege und veröffentlicht ihren Roman Rotes Abendlicht in Form von Blogposts. Und passenderweise handelt dessen vor sehr atmosphärischen, kontemporären Setting spielende Geschichte von Wahrnehmung, Vertrauen und Zweifeln. Wenngleich von Zweifeln an den eigenen Sinnen und nicht etwa vom Vertrauen in alteingesessene oder neue Medien, aber das ist ja nicht gerade minder interessant!

Jedenfalls durfte ich schon einen großen Teil des Romans lesen (ein bisschen Vitamin B tut nicht weh!) und darf sagen, dass diese fesselnde, eloquent erzählte Story über Schizophrenie ein regelrechter "Pageturner" ist. Beziehungsweise wäre. Ich durfte es ja in PDF-Format lesen und kann somit von Seiten reden, in Blogform ist das ein wenig schwieriger. Dann ist Rotes Abendlicht eben ein echter "Linkklicker". Nein, das liest sich irgendwie seltsam ... Wie dem auch sei, Ananke Ro veröffentlicht in einem regelmäßigen Turnus (jeden zweiten Sonntag) ein neues Kapitel. Und ich versichere euch, ihr werdet das bereits veröffentlichte Material verschlingen und danach himmelschreiend das nächste Kapitel herbeisehnen.

Wer sich also traut, seine Ungeduld zu provozieren, wechselt nun rüber zu Anankes Reich und fängt an zu lesen. Ihr werdet es nicht bereuen. Naja, vom Lesegenuss her. Die Sache mit der Warterei hingegen ist schon gemein, da will ich keinen Hehl draus machen ...

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