Sonntag, 6. September 2015

Mein (nicht ganz so) heimlicher Hoffnungsträger des Kinoherbsts


Ich muss ein Geständnis ablegen: Die Peter Pan-Erzählung ist ein frustrierendes kleines Kuriosum in meiner Popkultur-Biografie! Wieso? Nun, ganz einfach: Sie ist wie für mich geschaffen! Piraten! Feen und Meerjungfrauen! Spaß, Spannung, Melancholie, Abenteuer! Und dennoch ... Obwohl Peter Pan zahlreiche meiner ganz persönlichen Schwächen fixiert, hat es noch nie eine Version dieses Stoffes geschafft, mein Herzen so sehr in Erregung zu versetzen, dass ich sagen würde, dass ich sie liebe. Egal ob nun die Niederschrift des Originalstücks oder die Romanversion und deren deutsche Übersetzungen. Seien es Prequel-Romane wie Die wilden Abenteuer des jungen Capt'n Hook. Ob Steven Spielbergs Hook, P. J. Hogans Realfilm Peter Pan von 2003 oder der TV-Zweiteiler Neverland – Reise in das Land der Abenteuer, der immerhin mit Bob Hoskins, Rhys Ifans, Anna Friel und der Stimme von Keira Knightley aufwartet. Selbst die Disney-Zeichentrickverfilmung! All diese Verarbeitungen von J. M. Barries Werk haben es nicht geschafft. In den besten Fällen würde ich sagen, dass ich die jeweilige Variante des Materials sehr mag und/oder respektiere. Doch egal, wie viele Piraten auf Magie stoßen, am Ende kam es nie zum eigentlich so nahe liegenden Ergebnis, dass ich einem Nimmerland-Abenteuer verfallen bin, wie ich etwa manche Schatzinsel-Variante ins Herz geschlossen habe.

Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, und gerade bei solchen Themen wie Peter Pan ist nicht einmal sonderlich viel Geduld gefragt, wenn es nach einer weiteren Neuinterpretation dürstet. "Vielleicht endlich nächstes Mal!" hieß es bislang. Und dieses Jahr könnte es endlich, endlich so weit sein.

Denn dieses Jahr gelangt mit Pan eine neue, lose Barrie-Adaption in die Kinos. Wieder handelt es sich um ein Prequel, statt um eine direkte Adaption. Aber das tut meinem Interesse keinen Abbruch, zumal sich nun wieder zahlreiche Elemente ansammeln, die genau meinen Geschmack treffen ...





Regie von Joe Wright! Hugh Jackman! Amanda Seyfried! Rooney Mara! Garrett Hedlund! Musik von John Powell! Piraten! Fliegende Segelschiffe! Magie! Piraten! Feen! Piraten! Meerjungfrauen! Kunterbunte Farben! Piraten! Das könnte man glatt als genau auf mich abzielenden Fanservice bezeichnen! Nun müsste das alles noch ein Disney-Film sein, und ich würde die drei, vier Tage vor Kinostart wohl kaum schlafen können vor lauter Vorfreude!

Ich würde schon so oft enttäuscht zurückgelassen, weil es zwischen dem doch so sehr wie für mich geschaffen wirkenden Peter Pan-Stoff und mir allem zum Trotz nicht gefunkt hat. Aber wer resigniert und die Suche aufgibt, hat schon verloren. Also stapfe ich voller Vorfreude und mit kindlich funkelnden Augen dem Pan-Start entgegen. Vielleicht klappt es dieses Mal mit dem Funken, der alles ins Lodern bringt. Joe Wright hat mich zumindest bislang nicht enttäuscht, und die Trailer packen mich. Mit ihrer Visualität sowie mit ihrem Tonfall. Wenn ich sehr wohl wieder einmal von Peter Pan nicht völlig eingenommen werde, warte ich halt auf den nächsten Anlauf. Spätestens, wenn sich Gore Verbinski mal der Sache annehmen sollte, wäre es ja nahezu garantiert, dass es mit mir und der Nimmerland-Thematik klappt. Aber ich bin schon dieses Mal zuversichtlich! Allein: Die Kostüme, das Produktionsdesign, die Musik, das vor Spaß vibrierende Spiel Hedlunds und Jackmans, die intensiven Blicke Maras ... Und so sehr ich normalerweise mit der Verwendung von Chartmusik in zeitlos gedachten Filmen hadere, so sehr wünsche ich mir, dass Christina Perris I Believe nicht bloß im Trailer, sondern zudem im fertigen Film für Melancholie sorgt. Vielleicht als Abspannsong, der mich langsam aus Nimmerland ins Hier und Jetzt zurückführt?

This is not the end of me ... this is the beginning ... 



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