Mittwoch, 25. Februar 2015

Neues aus Entenhausen


Disney-Marken leben länger. Ein Wiedersehen ist im Haus der Maus selten gänzlich ausgeschlossen. Darkwing Duck wird derzeit als Comic wiederbelebt, nachdem der kurze Boom!-Studios-Lauf sehr gut ankam, nun kehren auch die DuckTales zurück! Und dies glücklicherweise nicht in Comic-Form, schließlich waren die gedruckten Erzählungen nie sonderlich beliebt. Nein, DuckTales kehrt als Zeichentrickserie zurück!

Wie The Hollywood Reporter vermeldet, soll das Revival ab 2017 zu sehen sein. Die amerikanische Senderheimat wird Disney XD, als Zielgruppe gibt Marc Buhaj, der General Manager des Senders, "Kinder und Erwachsene gleichermaßen" an. Auffällig: Neben den Hauptfiguren Dagobert, Tick, Trick und Track ist in der Serienankünigung auch an prominenter Stelle von Donald die Rede, der in der ursprünglichen Serie nur eine seltene Gastrolle übernahm - und in seinen wenigen Auftritten meiner Ansicht nach sehr mies geschrieben wurde. Wenn das DuckTales-Revival ihn verstärkt auftauchen lässt, was per se zu begrüßen wäre, so hoffe ich darauf, dass mit ihm mehr gemacht wird, als ihn nur als unverständlichen Dödel hinzustellen.

Butler Johann, Bruchpilot Quack, Nicky, Frieda, Daniel Düsentrieb sowie die Schurken Mac Moneysac, Gundel Gaukeley und die unter weiblicher Führung stehende Division der Panzerknacker werden ebenfalls wieder zu sehen sein. Ob erneut Carl-Barks-Comics für einige der Episoden geplündert werden, bleibt abzuwarten.

Montag, 23. Februar 2015

Die 87. Academy Awards: Die Gewinner!

Die Oscars liegen hinter uns, und sie haben meinem Prognosenschnitt nicht gut getan. Sehenswert waren sie trotzdem! Ich hätte gern mehr Boyhood und weniger Budapest gehabt, trotzdem ist dies hier keine Siegerliste, die mich verärgert:

Bester Film
- American Sniper
- Birdman
- Boyhood
- Grand Budapest Hotel
- The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
- Selma
- Die Entdeckung der Unendlichkeit
- Whiplash

Bester Hauptdarsteller
- Steve Carell für Foxcatcher
- Bradley Cooper für American Sniper
- Benedict Cumberbatch für The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
- Michael Keaton für Birdman
- Eddie Redmayne für Die Entdeckung der Unendlichkeit

Beste Hauptdarstellerin
- Marion Cotillard für Zwei Tage, Eine Nacht
- Felicity Jones für Die Entdeckung der Unendlichkeit
- Julianne Moore für Still Alice
- Rosamund Pike für Gone Girl
- Reese Witherspoon für Der große Trip - Wild

Bester Nebendarsteller
- Robert Duvall für Der Richter - Recht oder Ehre
- Ethan Hawke für Boyhood
- Edward Norton für Birdman
- Mark Ruffalo für Foxcatcher
- J. K. Simmons für Whiplash

Beste Nebendarstellerin
- Patricia Arquette für Boyhood
- Laura Dern für Der große Trip - Wild
- Keira Knightley für The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
- Emma Stone für Birdman
- Meryl Streep für Into the Woods

Bester Animationsfilm
- Baymax - Riesiges Robowabohu
- Die Boxtrolls
- Drachenzähmen leicht gemacht 2
- Song of the Sea
- Die Legende der Prinzessin Kaguya

Beste Kamera
- Emmanuel Lubezki für Birdman
- Robert Yeoman für Grand Budapest Hotel
- Lukasz Zal und Ryszard Lenczewski für Ida
- Dick Pope für Mr. Turner - Meister des Lichts
- Roger Deakins für Unbroken

Bestes Kostümdesign
- Milena Canonero für Grand Budapest Hotel
- Mark Bridges für Inherent Vice - Natürliche Mängel
- Colleen Atwood für Into the Woods
- Anna B. Sheppard und Jane Clive für Maleficent - Die dunkle Fee
- Jaqueline Durran für Mr. Turner - Meister des Lichts

Beste Regie
- Alejandro G. Iñárritu für Birdman
- Richard Linklater für Boyhood
- Bennett Miller für Foxcatcher
- Wes Anderson für Grand Budapest Hotel
- Morten Tyldum für The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben

Bester Dokumentarfilm
- CitizenFour
- Finding Vivian Maier
- Last Days in Vietnam
- Das Salz der Erde
- Virunga

Beste Kurz-Dokumentation
- Crisis Hotline: Veterans Press 1
- Joanna
- Our Curse
- The Reaper
- White Earth

Bester Schnitt
- Joey Cox und Gary D. Roach für American Sniper
- Sandra Adair für Boyhood
- Barney Pilling für Grand Budapest Hotel
- William Goldenberg für The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
- Tom Cross für Whiplash

Bester fremdsprächiger Film
- Ida (Polen)
- Leviathan (Russland)
- Mandariinid (Estland)
- Timbuktu (Mauritius)
- Wild Tales: Jeder dreht mal durch! (Argentinien)

Bestes Make-Up und Hairstyling
- Bill Corso und Dennis Liddiard für Foxcatcher
- Frances Hannon und Mark Coulier für Grand Budapest Hotel
- Elizabeth Vianni-Georgiou und David White für Guardians of the Galaxy

Bester Score
- Alexandre Desplat für Grand Budapest Hotel
- Alexandre Desplat für The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
- Hans Zimmer für Interstellar
- Gary Yershon für Mr. Turner - Meister des Lichts
- Jóhann Jóhannsson für Die Entdeckung der Unendlichkeit

Bester Song
- Shan Patterson mit "Everything is Awesome" für The Lego Movie
- John Stephens und Lonnie Lynn mit "Glory" für Selma
- Diane Warren mit "Grateful" für Beyond the Lights
- Glen Campbell und Julian Raymond mit "I'm Not Gonna Miss You" für Glen Campbell… I'll be me
- Gregg Alexander und Danielle Brisbois mit "Lost Stars" für Can a Song Save Your Life?

Bestes Produktionsdesign
- Adam Stockhausen und Anna Pinnock für Grand Budapest Hotel
- Maria Djurkovic und Tatiana Macdonald für The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
- Nathan Crowley und Gary Fettis für Interstellar
- Dennis Gassner und Anna Pinnock für Into the Woods
- Suzie Davis und Charlotte Watts für Mr. Turner - Meister des Lichts

Bester Kurz-Animationsfilm
- The Bigger Picture
- The Dam Keeper
- Feast
- Me and My Moulton
- A Single Life

Bester Kurzfilm
- Aya
- Boogaloo and Graham
- Butter Lamp
- Parvaneh
- The Phone Call

Bester Tonschnitt
- Alan Robert Murray und Bub Asman für American Sniper
- Martin Hernandez und Aaron Glascock für Birdman
- Brent Burge und Jason Canovas für Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere
- Richard King für Interstellar
- Becky Sullivan und Andrew DeCristofaro für Unbroken

Bester Tonmix
- John Reitz, Gregg Rudloof und Walter Martin für American Sniper
- Jon Taylor, Frank A. Montanp und Thomas Varga für Birdman
- Gary A. Rizzo, Gregg Landaker und Mark Weingarten für Interstellar
- Jon Taylor, Frank A. Montano und David Lee für Unbroken
- Craig Mann, Ben Wilkins und Thomas Curley für Whiplash

Beste visuelle Effekte
- Dan DeLeeuw, Russell Earl, Bryan Grill und Dan Sudick für The Return of the First Avenger
- Joe Letteri, Dan Lemmon, Daniel Barrett und Erik Winquist für Planet der Affen: Revolution
- Stephane Ceretti, Nicolas Aithadi, Jonathan Fawkner und Paul Corbould für Guardians of the Galaxy
- Paul Franklin, Andrew Lockley, Ian Hunter und Scott Fisher für Interstellar
- Richard Stammers, Lou Pecora, Tim Crosbie und Cameron Waldbauer für X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

Bestes adaptiertes Drehbuch
- Jason Hall für American Sniper
- Graham Moore für The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
- Paul Thomas Anderson für Inherent Vice - Natürliche Mängel
- Anthony McCarten für Die Entdeckung der Unendlichkeit
- Damien Chazelle für Whiplash

Bestes Original-Drehbuch
- Alejandro G. Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris, Jr. und Armando Bo für Birdman
- Richard Linklater für Boyhood
- E. Max Frye und Dan Futterman für Foxcatcher
- Wes Anderson und Hugo Guinness für Grand Budapest Hotel
- Dan Gilroy für Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis

Prognosenergebnis 16/24

Liveblogging: Die 87. Academy Awards



Samstag, 21. Februar 2015

Oscar 2015: Meine Prognose der Gewinner


In der Nacht vom 22. auf den 23. Februar ist es endlich wieder so weit: In Los Angeles findet die Verleihung der Academy Awards statt! Die 87. Oscarnacht ist für Filmfans eine regelrechte Zitterpartie, schließlich ließen uns die üblichen Indikatoren ziemlich im Stich! Richard Linklaters Boyhood kann eigentlich nicht gewinnen, da er weder den Ensemblepreis der Schauspielgewerkschaft, noch den Award der Regiegewerkschaft, noch die Statuette der Produzentengewerkschaft einheimste. Die Showbiz-Satire Birdman ist statistisch gesehen raus aus dem Rennen, da sie weder eine Oscar-Schnittnominierung aufzuweisen hat, noch den Golden Globe für die beste Komödie gewann. Seit über 30 Jahren gewann kein Film mehr den Hauptpreis, auf den diese Faktoren zutreffen. Allerdings stehen die restlichen sechs nominierten Filme noch mieser dar, da sie bislang kaum große Auszeichnungen abstaubten.

Sofern also nicht irgendein Wunder geschieht und es zu Stimmengleichheit kommt, müssen sich passionierte Oscar-Zuschauer allmählich entscheiden worauf sie tippen. So auch ich. Und daher präsentiere ich nun, mit einem leichten Grummeln in der Magengegend, meine Vorhersage der (fett markierten) Gewinner bei der hochspannend klingenden 87. Verleihung der Academy Awards!

Bester Film
- American Sniper
- Birdman
- Boyhood
- Grand Budapest Hotel
- The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
- Selma
- Die Entdeckung der Unendlichkeit
- Whiplash

Zwei Favoriten, statistisch gesehen sind sie beide unytpische Gewinner. Welcher Film also setzt sich durch? Ich versuche, es mir wie folgt zu erklären: Birdman wird zwar von vielen Gewerkschaftsmitgliedern (ziemlich offensichtlich) geliebt, doch blickt man auf die cineastische Debatte innerhalb der Branche und ihr nahe stehenden Kreisen, so wird ersichtlich, dass diese schwindelerregende Satire durchaus polarisiert. Sie nutze ein schales Gimmick, ihr loser Bezug zur Realität und zum Realismus sei verwirrend und der Drum-Score verursache Kopfschmerzen. Die Kategorie 'Bester Film' ist die einzige, in der aktuell via Rangliste gewählt wird, was bedeutet, dass nicht nur die Erstplatzierungen bedeutend sind. Sofern der Gewinnerfilm keine überragende Mehrheit der Stimmen erhält, zählen auch Rang zwei, Rang drei, und so weiter. Birdman hat seine Fans und wird daher gewiss diverse No.1-Stimmen erhalten. Wer den Film aber nicht liebt, wird ihn wohl eher weiter unten in seiner Liste platzieren. Boyhood derweil wird geliebt und respektiert – auch hier lassen sich Gegner finden, dennoch ist es ein größerer Konsensfilm, zudem wird ihm schon jetzt eine Hohe filmhistorische Bedeutung zugesprochen. Zweit- und Drittstimmen könnten ihn somit zum Sieg tragen. Letztes Jahr gewann ja auch ein inhaltlich bemerkenswertes Drama, während ein technisch virtuoses, inhaltlich nicht auf den Kopf gefallenes Experiment 'nur' den Regie-Oscar erhielt …

Bester Hauptdarsteller
- Steve Carell für Foxcatcher
- Bradley Cooper für American Sniper
- Benedict Cumberbatch für The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
- Michael Keaton für Birdman
- Eddie Redmayne für Die Entdeckung der Unendlichkeit

Ich mache es mir einfach: Redmayne gewann die meisten Indikatorpreise, darunter den Globe und den Screen Actor's Guild Award. Auch wenn ich ihn nicht wählen würde, so ist der Zug wohl bereits abgefahren – und immerhin ist er ein Gewinner, über den ich mich nicht ärgern würde.

Beste Hauptdarstellerin
- Marion Cotillard für Zwei Tage, Eine Nacht
- Felicity Jones für Die Entdeckung der Unendlichkeit
- Julianne Moore für Still Alice
- Rosamund Pike für Gone Girl
- Reese Witherspoon für Der große Trip - Wild 

In meinen Augen sollte es zwar Rosamund Pike sein, die den Oscar absahnt, doch wenn ich meinen Wunsch schon nicht in Erfüllung gehen sehe, dann darf es sehr gerne die Frontrunnerin sein: Julianne Moore spielt in Still Alice fantastisch und sie hat nach ihren Dutzenden von Auszeichnungen für die Rolle einer frühen Demenzkranken zudem allerbeste Karten.

Bester Nebendarsteller
- Robert Duvall für Der Richter - Recht oder Ehre
- Ethan Hawke für Boyhood
- Edward Norton für Birdman
- Mark Ruffalo für Foxcatcher
- J. K. Simmons für Whiplash

Alles andere wäre ein regelrechter Oscar-Schocker!

Beste Nebendarstellerin
- Patricia Arquette für Boyhood
- Laura Dern für Der große Trip - Wild
- Keira Knightley für The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
- Emma Stone für Birdman
- Meryl Streep für Into the Woods

Arquette macht das Paket komplett: Wie ihre drei Schauspielkollegen gewann auch sie bereits unzählige Preise, und es wäre kurios, würde die Academy anders entscheiden. Zumal ich ja Boyhood als besten Film vorhersage, und der Preis bringt üblicherweise auch mindestens einen Darsteller-Oscar mit sich.

Bester Animationsfilm
- Baymax - Riesiges Robowabohu
- Die Boxtrolls
- Drachenzähmen leicht gemacht 2
- Song of the Sea
- Die Legende der Prinzessin Kaguya

Vielleicht lasse ich mich hier zu sehr von meinem Disney-Fanherzen leiten, ich weiß es nicht. Doch der Annie-Sieg der Drachen überzeugt mich einfach nicht, zu oft setzte sich DreamWorks beim Branchenpreis durch, ohne auch die Academy für sich zu gewinnen. Und dieses Mal geht es immerhin um eine Fortsetzung, was bei den Oscars historisch gesehen auch nicht zu fiel bedeutet. Die Boxtrolls könnten natürlich als strahlende Dritte aus dem Rennen hervorgehen, genauso wie die beiden Zeichentrickwerke, allerdings hat Baymax die Stimmen von CG-Fachmännern hinter sich, die schon für den VES-Erdrutschsieg sorgten … Schwierig, schwierig!

Beste Kamera
- Emmanuel Lubezki für Birdman
- Robert Yeoman für Grand Budapest Hotel
- Lukasz Zal und Ryszard Lenczewski für Ida
- Dick Pope für Mr. Turner - Meister des Lichts
- Roger Deakins für Unbroken

Lubezki gewann bereits zahlreiche Awards und ist mit seinen perfekt choreographierten Kamerabewegungen einer der Hauptgründe, weshalb Birdman funktioniert. Ein Sieg ist ziemlich sicher!

Bestes Kostümdesign
- Milena Canonero für Grand Budapest Hotel
- Mark Bridges für Inherent Vice - Natürliche Mängel
- Colleen Atwood für Into the Woods
- Anna B. Sheppard und Jane Clive für Maleficent - Die dunkle Fee
- Jaqueline Durran für Mr. Turner - Meister des Lichts

Eine der kniffligeren Kategorien. Gegen Atwood zu wetten, ist selten eine gute Idee, Sheppard ist ebenfalls zu einem großen Namen geworden, ebenso wie Durran und Bridges. Auch Canonero hat mehrere Oscar-Nominierungen in der Tasche sowie bislang drei Siege. Bei dem hohen Ansehen der Wes-Anderson-Komödie sehe ich diese Leistung vorne, aber ich würde spontan nicht zu viel Geld darauf verwetten.

Beste Regie
- Alejandro G. Iñárritu für Birdman
- Richard Linklater für Boyhood
- Bennett Miller für Foxcatcher
- Wes Anderson für Grand Budapest Hotel
- Morten Tyldum für The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben

Schon wieder diese Frage: Boyhood oder Birdman? Ich orientiere mich in meiner Prognose an der vergangenen Verleihung und sehe einen Split vorher. Die technisch größere Herausforderung, die mühevolle Choreographie von Bewegung und Stimmung setzt sich ab, während Linklater für sein filmhistorisch bedeutsames Projekt den Hauptoscar gewinnt. Dass er ein Drama zwölf Jahre lang am Laufen hielt, ist eine immense Regieleistung, rein inszenatorisch ist aber Birdman knapp vorne, und in einem so engen Jahr wie diesem traue ich mich einfach mal, die Stimmen zu tauschen. Wenn am Ende Linklater der beste Regisseur und Birdman der beste Film wird, stehe ich verdutzt dar, aber wenn alles kommt, wie ich es vorhersage, stehe ich umso besser da. Insofern ... ich bin gespannt!

Beste Dokumentation
- CitizenFour
- Finding Vivian Maier
- Last Days in Vietnam
- Das Salz der Erde
- Virunga

Die Edward-Snowden-Doku hat zwar viele Preise gewonnen, jedoch ist die Dokubranche durchaus fähig, mit Überraschungen um sich zu werfen, und dies dann gerne mal zum Leidwesen politisch-wichtiger Filme. Wenn The Act of Killing leer ausgeht, damit eine bloß solide gemachte Musikdoku gewinnt, dann halte ich es für gut möglich, dass eine Doku, die der in den USA kontrovers betrachteten Person Edward Snowden recht nahe steht, durchfällt. Aufgrund mangelnder Distanz. Finding Vivan Maier ist sehr gut gemacht und beliebt - ob dies den Sieg bedeutet?

Beste Kurz-Dokumentation
- Crisis Hotline: Veterans Press 1
- Joanna
- Our Curse
- The Reaper
- White Earth

Crisis Hotline hat das, denke ich, die Oscar-Wähler am ehesten ansprechende Thema. Simple as that.

Bester Schnitt
- Joey Cox und Gary D. Roach für American Sniper
- Sandra Adair für Boyhood
- Barney Pilling für Grand Budapest Hotel
- William Goldenberg für The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
- Tom Cross für Whiplash

Jeder könnte es werden. Der Schnitt von American Sniper ist extrem effektiv (und für mich mit das Beste am Film), Whiplash ist extrem mitreißend, Grand Budapest Hotel lebt bei einigen seiner Gags vom Schnitt, Imitation Game wird vom Schnitt sehr gut in Form gehalten und bei Boyhood galt es Unmengen von Material in eine fließende Narrative zu quetschen. Seit 2000 ging der Schnitt an den 'Bester Film'-Gewinner, und wenn ich an meiner Boyhood-Prognose festhalten will, halte ich es statistisch für nicht unklug, nun auf Gewinn No. 8 zu setzen.

Bester fremdsprachiger Film
- Ida (Polen)
- Leviafan (Russland)
- Mandariinid (Estland)
- Timbuktu (Mauritius)
- Wild Tales: Jeder dreht mal durch! (Argentinien)

Ida hat von diesen Filmen die beste Awards-Historie. Knapp vor Leviafan.

Bestes Make-Up und Hairstyling
- Bill Corso und Dennis Liddiard für Foxcatcher
- Frances Hannon und Mark Coulier für Grand Budapest Hotel
- Elizabeth Vianni-Georgiou und David White für Guardians of the Galaxy

Die klügere Vorhersage wäre Grand Budapest Hotel, da der Preis sehr häufig an den 'Bester Film'-nominierten Eintrag geht (vorausgesetzt, es mischt einer mit). Jedoch ist Guardians of the Galaxy ein immens populärer Blockbuster und zudem einer, der via Make-Up auch Kreaturen erschafft, die heutzutage zumeist mit CG kreiert werden. Ob die Academy dies zu entlohnen weiß?

Beste Musik
- Alexandre Desplat für Grand Budapest Hotel
- Alexandre Desplat für The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
- Hans Zimmer für Interstellar
- Gary Yershon für Mr. Turner - Meister des Lichts
- Jóhann Jóhannsson für Die Entdeckung der Unendlichkeit

Für mich nach Yershons Komposition die schwächste der nominierten Filmmusiken, aber sie hat enormen Buzz hinter sich, also muss sie ja einigen Entscheidungsträgern besonders gefallen haben. Darüber hinaus ist sie bereits preisgekrönt ...

Bester Song
- Shan Patterson mit "Everything is Awesome" für The Lego Movie
- John Stephens und Lonnie Lynn mit "Glory" für Selma
- Diane Warren mit "Grateful" für Beyond the Lights
- Glen Campbell und Julian Raymond mit "I'm Not Gonna Miss You" für Glen Campbell… I'll be me
- Gregg Alexander und Danielle Brisbois mit "Lost Stars" für Can a Song Save Your Life?

Glen Campbells letzte Komposition und ein waschechter "Oscar-Sound" treffen zusammen. Ich würde mich zwar am meisten für Lost Stars freuen, während die angesichts der bisherigen Saison bessere Prognose Selma ist, aber Globe-prämierten Liedern traue ich bei den Academy Awards nicht blind! Zu oft kam es zu unterschiedlichen Entscheidungen. So auch dieses Jahr?

Bestes Produktionsdesign
- Adam Stockhausen und Anna Pinnock für Grand Budapest Hotel
- Maria Djurkovic und Tatiana Macdonald für The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
- Nathan Crowley und Gary Fettis für Interstellar
- Dennis Gassner und Anna Pinnock für Into the Woods
- Suzie Davis und Charlotte Watts für Mr. Turner - Meister des Lichts

Wes Andersons Puppenhäuschenwelt wurde noch nie so sehr gefeiert wie nun. Da ist der Oscar doch naheliegend ... oder?

Bester animierter Kurzfilm
- The Bigger Picture
- The Damkeeper
- Feast
- Me and My Moulton
- A Single Life

Feast ist der heiterste und bekannteste Beitrag und hat zudem etwas Paperman-DNA. Und der Film wurde ja ebenfalls prämiert.

Bester Kurzfilm
- Aya
- Boogaloo and Graham
- Ein Bild für die Ewigkeit
- Parvaneh
- The Phone Call

The Phone Call hat den Promi-Bonus, allerdings wurde in den vergangenen Monaten sehr, sehr viel Positives über Boogaloo and Graham gesagt. Es ist also ein Film, der sich in der Filmindustrie ins Gedächtnis gearbeitet hat. Ob das was bedeutet?

Bester Tonschnitt
- Alan Robert Murray und Bub Asman für American Sniper
- Martin Hernandez und Aaron Glascock für Birdman
- Brent Burge und Jason Canovas für Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere
- Richard King für Interstellar
- Becky Sullivan und Andrew DeCristofaro für Unbroken

Imposante Soundeffekte haben sie alle zu bieten, doch Sniper scheint besonders einschneidend zu wirken.

Bester Ton
- John Reitz, Gregg Rudloof und Walter Martin für American Sniper
- Jon Taylor, Frank A. Montanp und Thomas Varga für Birdman
- Gary A. Rizzo, Gregg Landaker und Mark Weingarten für Interstellar
- Jon Taylor, Frank A. Montano und David Lee für Unbroken
- Craig Mann, Ben Wilkins und Thomas Curley für Whiplash

Whiplash lässt Musik, Dialoge, Atmo-Sound und Effekte grandios verschmelzen. Und hat, anders als Interstellar, keine idiotische Debatte über seinen Klang hinter sich.

Beste visuelle Effekte
- Dan DeLeeuw, Russell Earl, Bryan Grill und Dan Sudick für The Return of the First Avenger
- Joe Letteri, Dan Lemmon, Daniel Barrett und Erik Winquist für Planet der Affen: Revolution
- Stephane Ceretti, Nicolas Aithadi, Jonathan Fawkner und Paul Corbould für Guardians of the Galaxy
- Paul Franklin, Andrew Lockley, Ian Hunter und Scott Fisher für Interstellar
- Richard Stammers, Lou Pecora, Tim Crosbie und Cameron Waldbauer für X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

Ich würde mich ja für die beiden Marvel-Studios-Filme freuen, dennoch ist die realistische, nahtlose Effektarbeit von Interstellar eine wuchtige Leistung, die schwer zu übersehen ist.

Bestes adaptiertes Drehbuch
- Jason Hall für American Sniper
- Graham Moore für The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
- Paul Thomas Anderson für Inherent Vice - Natürliche Mängel
- Anthony McCarten für Die Entdeckung der Unendlichkeit
- Damien Chazelle für Whiplash

Whiplash gehört ja eigentlich in die Original-Sparte, dafür fehlt hier Gone Girl. Nun ist das Kind aber schon in den Brunnen gefallen und verreckt. Whiplash wird von vielen eher für eine Umsetzung als für seine Story oder Dialoge geliebt, Inherent Vice ist zu sehr ein Nischending, Die Entdeckung der Unendlichkeit hat jeglichen Buzz verloren und American Sniper ist zu polarisierend. Imitation Game hat einige feine Wortwechsel und eine sehr gute Struktur. Ich setze auf das Weinstein-Pferd!

Bestes Original-Drehbuch
- Alejandro G. Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris, Jr. und Armando Bo für Birdman
- Richard Linklater für Boyhood
- E. Max Frye und Dan Futterman für Foxcatcher
- Wes Anderson und Hugo Guinness für Grand Budapest Hotel
- Dan Gilroy für Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis

Ganz ehrlich? Ich kann mir einen Grand Budapest Hotel-Gewinn nicht erklären. Die Dialoge und die Dramaturgie sind für Wes-Anderson-Verhältnisse flach und die Story würde eigentlich katastrophal bei der Academy durchfallen, wäre sie nicht in einen solchen Look gehüllt. Die verzweifelte, heitere Suche nach einem MacGuffin wird sonst kaum nominiert, nun soll sie sogar gewinnen? Im luftleeren Raum würde ich auf Birdman tippen, mit seinen literarischen Anspielungen und brillanten Monologen, ich würde es auch Nightcrawler vom ganzen Herzen gönnen. Doch Grand Budapest Hotel hat den Buzz hinter sich, gewann unter anderem den Preis der Autorengewerkschaft und den BAFTA und wäre die ideale Möglichkeit, Anderson einen "Trost-Oscar" zu geben, nachdem man ihn so lang übergangen hat ... Der Wind weht in Richtung Budapest.

Was sind eure Prognosen? Auf welche Kategorien freut ihr euch besonders? Und seid ihr bereit für die große Oscar-Nacht, vom 22. auf den 23. Februar? ProSieben berichtet ab 0.30 Uhr aus Los Angeles, und wenn die Technik mitspielt, blogge ich wieder live mit!

Donnerstag, 19. Februar 2015

Gore Verbinski entführt uns in eine neue, "total, total verrückte Welt"

Er drehte schon Abenteuerfilme mit Schiffen und einen Western mit Zügen, nun muss halt eine Komödie mit Autos her. Und danach? Vielleicht ein Horrorfilm mit Flugzeugen?

Wenn es keine kleine, rabenschwarze Satire sein soll, dann sorgt er halt ganz anders für Lacher: Eigentlich sollte Fluch der Karibik-Regisseur Gore Verbinski demnächst mit den Dreharbeiten zu Pyongyang beginnen, einer "satirischen Thrillerkomödie", in der Steve Carell einen Comiczeichner spielt, der aus Geschäftsgründen nach Nordkorea reist und dort paranoid wird. 20th Century Fox zog sich Ende 2014 aufgrund des Sony-Skandals aber aus dem Projekt zurück, so dass eine weitere Filmidee des Produktionsankünigungsmeisters Verbinski eingestampft wurde. Doch wie Deadline Hollywood nun berichtet, hat der Oscar-Preisträger bereits einen anderen Trumpf in Ärmel. Verbinski belebte einst den Piratenfilm wieder, er zelebrierte mit allerhand Tamtam sämtliche Facetten des Westerngenres, jetzt macht er sich an das nicht genügend beachtete Genre der Autorennkomödien heran. Für mich als Fan der Herbie-Filme, Das große Rennen um die Welt und natürlich Eine total, total verrückte Welt kann mich jetzt schon kaum auf dem Hocker halten!

Laut Deadline-Berichten firmiert das noch titellose Projekt aktuell unter der Beschreibung Driverless Car Race und das Drehbuch wird von Steve Conrad geschrieben, der bereits Verbinskis zynische Tragikomödie The Weather Man verfasste sowie Ben Stillers Abenteuerkomödie Das unglaubliche Leben des Walter Mitty. Der grobe Plot: Um selbstfahrende Autos als zukunftsfähig zu behaupten, wird ein Rennen organisiert, bei dem Software- und Autofirmen ihre besten Prototypen einreichen. Aufgrund der launischen Natur der Unternehmer ist Ärger bereits vorbereitet, richtig chaotisch wird das transkontinentale Rennen aber erst dadurch, dass die Wageninsassen nicht einsehen, sich von einem Auto kontrollieren zu lassen und nach Wegen suchen, selbst das Steuer in die Hand zu nehmen!

Verbinski ergänzt: "Im Grunde genommen haben wir vor, die witzigsten Comedians unserer Zeit zu besetzen und ihr Naturell nach und nach zu enthüllen." Conrad fasst das Konzept zusammen: "Wir wollen die Idee eines Roadmovies auf den Kopf stellen und uns nicht weiter fragen 'Was kann alles passieren?', sondern 'Was passiert, wenn gar nichts passiert?' Was passiert dann mit den Testfahrern, wann erreichen sie ihre Schmerzgrenze?"

Günstig wird der Film höchstwahrscheinlich nicht (Überraschung! Überraschung!): Laut Deadline sieht das Produktionsstudio Sony Pictures in Verbinskis neuem Film eine "epochale Action-Abenteuer-Komödie". Damit kennt sich Verbinski ja aus, sicherlich zum Leidwesen einiger Buchhalter.

Ich mach es kurz: Dieser Film klingt so, als wäre er genau nach meinem Geschmack. Ach, das ist untertrieben: Ich wusste schon von Vorfreude erfüllt, dass es ihn geben wird, bevor es irgendeinen Anlass gab, das zu glauben!

"Pirates 5": Eine Drehstartankündigung in Dur und Moll


Endlich, endlich ist sie gefallen: Die erste Klappe für Käpt'n Jack Sparrows fünftes Kinoabenteuer. Nachdem Disney zwischenzeitlich den einst bestätigten Titel aus offiziellen Mitteilungen gestrichen hatte, steht nun der neue, alte Filmtitel fest. Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales soll er im englischsprachigen Original also heißen, und der Plot ist ein kleines Best of aus dem, was die Gerüchteküche bislang zum neusten Fluch der Karibik-Sequel zu sagen hatte. Jack bekommt es mit einer seeräuberischen Geisterarmee zu tun, angeführt vom finsteren Käpt'n Salazar, der dem Bermudadreieck entkommen ist und einst Blutrache gegen den rumsaufenden Piraten schwor. Nur mit dem sagenumwobenen Dreizack Poseidons könnte Käpt'n Jack seinem Widersacher Einhalt gebieten ...

Für mich als riesigen Fan der Pirates of the Caribbean-Saga ist die Ankündigung des Drehstarts selbstredend eine frohe Botschaft. Allerdings bringt sie auch aufgrund der ungewöhnlich detaillierten Angaben über Cast und Crew auch eine wahre Flut an Informationen mit sich. Daher sorgt sie auch für so manches Treibgut, das ich auf Anhieb nicht als all zu glänzend betrachte. Anders gesagt: Ich könnte nun einige Lobeslieder und auch ein paar leisere, wehmütigere Klänge anstimmen.

Im Detail erfreuen mich folgende Aspekte der Pirates 5-News:
  • Javier Bardem war zwar bereits praktisch bestätigt, dennoch freue ich mich sehr, es nun offiziell zu lesen. Der vor den ständigen Drehstartverschiebungen auserkorene Christoph Waltz wäre zwar ebenfalls eine tolle Wahl, doch da Bardem in Skyfall bewies, an Blockbusterrollen riesigen Spaß zu haben, ist er vielleicht sogar die noch bessere Besetzung!
  • Geoffrey Rush und Kevin R. McNally waren ebenfalls bereits bestätigt und ich möchte sie keinesfalls missen, aber mit Stephen Graham alias Scrum habe ich nicht unbedingt gerechnet. Da der musikalische, etwas unkonzentrierte Pirat zu meinen Favoriten aus Fremde Gezeiten zählt, freue ich mich sehr darauf, ihn erneut an Bord zu sehen!
  • Kaya Scodelario ist eine Jungschauspielerin, die einen rauen Charme hat und die ich mir gut in einem Swashbuckler vorstellen kann, obwohl sie eine ganz andere Ausstrahlung hat als bisherige PotC-Grazien. Ein Hoch auf die Abwechslung!
  • Auch wenn ich am liebsten Rick Heinrichs (Pirates 2 & 3) wieder als Produktionsdesigner gesehen hätte, bin ich sehr gespannt, was Nigel Phelps so leisten wird. Mit Troja hat er ja ein tolles Abenteuer aufzuweisen!
  • Penny Rose ist weiterhin für die Kostüme zuständig, also kann da schonmal nichts schief gehen. Spitze!
  • Die digitalen Effekte stammen von Gary Brozenich (Lone Ranger, Edge of Tomorrow), die praktischen von John Frazier (Pirates 3 & 4) sowie Dan Oliver (Godzilla, Der große Gatsby, Mad Max: Fury Road). Sounds good!
  • Zu den drei Stunt-Leitern zählt Thomas Robinson Harper, der die sensationellen Stunts in Marvels Meisterwerk The Return of the First Avenger verantwortete, und ich bin daher extrem aufgeregt!
  • Das Makeup verantwortet der Herr der Ringe- und Into the Woods-Künstler Peter Swords King
  • Der vielleicht größte Coup des Films: Den Schnitt betreuen die Oscar-Hoffnungsträger Joel Cox und Gary D. Roach (American Sniper)
  • Außerdem freue ich mich, dass die Gerüchte, Blackbeard würde erneut eine Rolle spielen, wohl falsch waren. Ian McShanes Figur war trotz enormen Potentials in meinen Augen der schwächste der PotC-Schurken, da brauche ich keinen zweiten Einsatz. Ebenso darf Jack Davenport gerne weiter aussetzen, mir egal, wie sehr einige seiner Fans eine Rückkehr fordern - es sind schon genug Leute wieder aufgetaucht, die weg vom Fenster schienen!
Eher als Wermutstropfen erachte ich indes diese Elemente:
  • Vier Filme lang rückte Dariusz Wolski die PotC-Welt ins rechte Licht, nun aber müssen wir auf ihn verzichten. Sehr, sehr schade, denn ich halte große Stücke auf Wolski, und weiß nicht, ob sich Paul Cameron (Collateral) visuell in dieses Universum fügen kann
  • Die neuen Ensemblemitglieder Brenton Thwaites und Golshifteh Farahani lassen mich  bisher eher kalt
  • Autor Jeff Nathanson kann überzeugen (Catch Me If You Can), aber auch enttäuschen (The Last Shot). Und generell fände ich es schöner, bliebe das Schicksal von Käpt'n Jack Sparrow weiterhin in den Händen von Ted Elliott und Terry Rossio ...
  • Ich vermisse die guten, alten Castmitglieder Lee Arenberg, Mackenzie Crook, Martin Klebba und David Bailie
  • Und ja, zumindest in kleinen Rollen zwecks Kontinuität und Weltenbildung hätte ich mir mehr von Sam Claflin und Àstrid Bergès-Frisbey gewünscht. Auch Penelope Cruz dürfte angesichts dessen, was mit ihrer Figur so geschah, nicht fehlen ...
  • Und ja, ich wäre sehr froh, stünde bereits nun fest, wer die Filmmusik komponiert!
Dessen ungeachtet: Ich kann den 6. Juli 2017 nicht mehr erwarten. Soooo lange noch. Sooooo gemein ... 

Montag, 16. Februar 2015

Die 15 (größten) Schwächen von Fifty Shades of Grey

  1. Das größte Verbrechen, dem Fifty Shades of Grey schuldig ist, ist die erdrückende Langweile, die sich während ihm breit macht. Denn die Story ist undynamisch erzählt, mit mehreren Szenen, die gemächlich zu Ende plätschern und Montagesequenzen, die völlig undramatisch verlaufen.
  2. Für eine Erotikromanze ist es fast schon beleidigend, wie katastrophal Fifty Shades of Grey daran scheitert, eine prickelnde Wirkung zu entwickeln. Zugegeben: Die 'normalen' Sexszenen (vor allem die erste, in der die weibliche Hauptfigur der Anastasta Steele entjungfert wird) sind länger als in üblichen Mainstream-Liebesfilmen. Doch sie verlaufen schematisch, ohne pikant-sinnliche Atmosphäre oder die Fantasie anregende Ideen.
  3. Die zuvor massiv gehypten SM-Bettszenen dagegen sind 'vanilla': Ein paar Klapse auf den Hintern, der sanfteste Hieb mit der neunschwänzigen Katze in der Geschichte des westlichen Kinos und wenn Christian Grey herausgefordert wird, endlich mal alles zu geben, sieht Darsteller Jamie Dornan so aus, als würde er sich gerade mit Leib und Seele wünschen, jede andere Rolle angenommen zu haben, die ihm angeboten wurde – nur nicht diese.
  4. Generell leidet Fifty Shades of Grey enorm darunter, dass zwischen Dornan und seiner Filmpartnerin Dakota Johnson keinerlei Funken fliegen. Wenn sich ihre Figuren 'leidenschaftlich' angucken, ist das höchste der aufkommenden Gefühle die in ihren Augen aufblitzende Frage 'Und nun?'
  5. Zwischen ihren Figuren, also rein auf dem Papier, ist die Chemie kaum größer – wenn nicht sogar in ihrer Nonexistenz noch aggressiver: Ana beteuert mehrmals, Grey zu lieben, und Grey … äh … knurrt wiederholt, dass er Ana unbedingt besitzen will. Jedoch werden diese vermeintlich inniglichen Bestandsaufnahmen niemals überzeugend unterfüttert.
  6. Was in den Dialogen dagegen ad nauseam dem Publikum eingeprügelt wird, sind die Namen der beiden Hauptfiguren: Unentwegt sprechen sie einander mit Vor- oder Nachnamen an, so als befürchteten die Filmemacher, die Zuschauerschaft könnte diese ultrakomplizierten Figurennamen in der Zwischenzeit vergessen haben.
  7. Stellenweise ist es zudem ungeheuerlich schwer, zu differenzieren, ob ein Satz selbstironisch-lustig gemeint ist, absichtlich ernsthaft-lustig oder ob er total seriös sein sollte, aber dank Dialogbuch, Kontext, Darbietung und Kontext zum Brüllen komisch Gestalt annahm: Äußerungen wie 'Ich schlafe mit niemandem … ich ficke! Hart!', das grausig synchronisierte 'Ich bin 50 Facetten von abgefucked' oder 'Wenn du einwilligst, meine Sklavin zu sein … bin ich dir ergeben' könnten genauso gut aus einer Parodie stammen.
  8. Apropos Parodie: Auch die Inszenierung ist stellenweise derart drüber, dass die Illusion des soften BDSM-Romantikmärchens zerbricht und feinstes parodistisches Gebiet erkundet wird. So ergießt sich über Ana nach ihrer ersten Begegnung mit Christian ein schier orgasmischer Regenschauer, den es in dieser Form, ohne ironischen Spott heutzutage höchstens in Musikvideos geben dürfte.
  9. Nicht zu vergessen, dass Anas Lippenknabbern spätestens zehn Minuten nach Filmbeginn jegliche Grenzen überschritten hat und sich nur noch im Bereich 'Viel zu viel!!!' aufhält …
  10. Als Mainstream-Kinoverfilmung eines recht expliziten Erotikromans hat Fifty Shades of Grey natürlich von Beginn an einen schlechten Stand erwischt: Die Sexszenen können (rein visuell) nur harmloser sein als im Buch. Trotzdem muss 'weniger' nicht gleich 'unerotischer' bedeuten, da mit dem richtigen Licht, dem richtigen Schnitt, den richtigen Darstellern, der richtigen Musik und der richtigen 'Choreografie' viel, viel wett gemacht werden könnte. Über die schematisch gefilmten und gespielten Sexszenen habe ich mich ja bereits beklagt, allerdings gibt es einen weiteren Punkt, der dem Film gewaltig schadet: Der Schnitt in sämtlichen Szenen, die mit Nacktheit zu tun haben. In einem gut geschnittenen Film, bei dem sich der Cutter und die Regie dem Rhythmus des dargestellten Liebesakts hingeben, fällt nicht weiter auf, was der Fantasie des Publikums überlassen bleibt. Es ist genau wie in Gewaltfilmen: Ein gut geschnittener Horrorstreifen lässt den Zuschauer denken, er hätte schlimme, schlimme Dinge gesehen, obwohl die gar nicht explizit gezeigt wurden. Eine richtig gute Sexszene würde das Publikum also denken lassen, es hätte allerlei explizite Details gesehen. In Fifty Shades of Grey aber schwingen sich Kameraführung und Schnitt zu wahrlich plumpen Höhen empor: Die Kamera gleitet im Profil Greys Oberkörper und Hüften entlang, und wenn klar wird, dass es nur eine Millisekunde länger dauern würde, bis sein Geschechtsteil die Leinwand erfüllen könnte … SCHNITT! Die Kamera fährt Anas Busen entlang, runter zum nah abgefilmten Bauch, die Hüftknochen wölben sich … SCHNITT. Kaum jemand hätte mit Massen an Bildmaterial von Geschlechtsteilen gerechnet, in einem Film, der in Multiplexen laufen will. Aber ich finde, man darf erwarten, dass der Film uns kunstvoll dazu bringt, zu denken, wir hätten all das gesehen …
  11. Die Musik indes ist zumeist langweiliges Radio-Pop-Geschnulze. Man darf drüber streiten, ob es zu einer verkitschten 'Mann rettet Frau aus ihrem bisherigen Dasein'-Film passt oder in einem SM-Film gerne härteres hätte spielen sollen – ich vertrete die zweite Position.
  12. Wenn sich Fifty Shades of Grey musikalisch in andere Gefilde traut, dann zu extrem seltsamen Ergebnissen. Eine softe Fesselsession wird von einer verzerrten Crazy in Love-Fassung begleitet, die extrem atmosphärisch ist … für eine düstere und / oderkunstvolle Szene, nicht für eine, in der Ana die zärtlichsten Peitsch-Streicheleinheiten genießt. Und dann wäre da jener Moment, in dem ein Kirchenchoral eine Fesselung begleitet, wodurch die Bildwirkung von der akustischen Stimmung gegen die Wand gefahren wird – und sie ein klein wenig ins Lächerliche zieht. Man hätte die Szene so leicht retten können, indem Christian seine Auserkorene so fesselt, dass es aussieht, als wäre sie gekreuzigt worden. Halleluja, solch ein relativ mutiges Bild hätte Fifty Shades of Grey in meinen Augen direkt um ein paar Punkte steigen lassen!
  13. Der Originalscore wiederum … nunja, er ist vorhanden. Noch nie zuvor habe ich einen Danny-Elfman-Score gehört, der so lustlos und runtergerattert wirkt. Es gibt innovationslose 'Best ofs alter Ideen', aber selbst die haben mehr Esprit. Schärfe, Romantik, Düsternis, Verruchtheit, all dies ist vollkommen abwesend. Einige der Stücke klingen eher nach Crime-Procedural-Titelstücken als nach Erotikdrama-Untermalung. Ich kann es Elfman angesichts des zu begleitenden Materials nicht verdenken. Wohl jeder Komponist wäre unfähig gewesen, den Film zu retten. Zumindest auf Augenhöhe, auf einer ehrlichen, angebrachtenen Klangebene. Umso mehr wünsche ich mir, Elfman hätte hingeschmissen – dann wäre vielleicht Mr. 'Kartoffeln aus dem Feuer holen' Hans Zimmer hinzugestoßen. Denn wenn Zimmer so gar keinen Bock hat / einen miesen Film mit gestresstem Regisseur untermalt / einen eher spannungsarmen Streifen aufpeppen muss, dann dreht er völlig auf, lässt jegliche künstlerische Integrität fallen und schmeißt mit wilden, überdrehten Klängen um sich. Das hätte dann sicherlich zu einer aggressiv-unpassenden Hintergrundmusik geführt, jedoch könnte Fifty Shades of Grey dann wenigstens in einer Hinsicht augenzwinkernd Freude bereiten.
  14. Einer Popcorn-Romanze gegenüber bin ich üblicherweise gewillt, einige irreale Aspekte durchgehen zu lassen, da in der kuscheligen Plüschwelt solcher Filme große, theatralische Gesten, passend zu den Charakteren dieser Werke, auch eine andere Wirkung haben als in der Realität. Ich würde nie klagen, dass in 10 Dinge, die ich an dir hasse ein showmäßig vorgetragenes Ständchen inklusive Livebegleitung via Schulband als romantisch gilt. Denn auch das zahlende Publikum empfindet es in genau diesem Moment als romantisch, selbst wenn viele im wahren Leben dadurch eingeschüchtert würden. Dessen ungeachtet dürfen solche Filme nicht völlig die Wirklichkeit über den Haufen werfen – dann, wenn ihre 'künstlerischen Freiheiten' keinen 'künstlerischen Effekt' haben, und somit schlicht als faktischer Fehler deutlich werden. Daher: Im Gegensatz zu vielen anderen Kinogängern kann ich damit leben, dass Christian seine frisch auserkorene Ana an ihrem Arbeitsplatz überrascht. Das ist noch RomCom-Logik, selbst wenn es durch die weitere Entwicklung des Films und Dornans Blick nicht eben diesen Effekt hat. Den Willen dieser Szene lasse ich durchgehen. Dass Christian jedoch ein Faible dafür zeigt, seine Gespielinnen mit Kabelbindern zu fesseln, nervt mich ohne Ende. Er wird als großer SM-Experte beschrieben, er verpflichtet Ana dazu, Internetrecherche zu betreiben – und er begeht einen gewaltigen Kardinalfehler? Beziehungsweise: Buchautorin E. L. James begeht einen solchen Fehler?! Wirklich?! Ich benötigte nicht einmal 30 Sekunden mit Google (und dies sogar mit eingeschaltetem 'Safe Search'!), um in Erfahrung zu bringen, dass Kabel und Kabelbinder ein ganz, ganz großes 'Pfui, pfui!' in der Szene sind! Und anders als bei weiteren unrealistischen Filmklischees (wie etwa 'Mit zwei Knarren gleichzeitig schießen' oder 'Die Pistole schräg halten') kann sich Fifty Shades of Grey nicht damit raus reden, dass es ja cool aussieht und daher rein fürs Auge halt mit reingenommen wird, aller mangelnden Praktikabilität zum Trotz. Denn weder bekommen wir es zu sehen, noch sähe es gut aus. Es ist also schlicht ein klaffender Fehler, der nicht sein müsste!
  15. Und da Christian gewisse Dinge ignoriert (die bindende Bedeutung, die er seinem Limit-Vertrag mit Ana hat, wankt beispielsweise gefährlich von Szene zu Szene), zwischen Dornan und Johnson partout keine Chemie besteht und die Dialoge so hölzern sind, dass sie keine ehrlichen Gefühle wecken sondern eher so klingen, als wollten sich die Figuren Emotionen einreden … Ja, wegen all dieser Argumente ist da noch diese Sache mit der häuslichen Gewalt. Nein, ich finde nicht, dass der Film Fifty Shades of Grey ein Werbefilm für Frauenmissbrauch ist, dafür ist dieser bittere, bittere Beigeschmack zu sehr auf Unfälle, künstlerisches und handwerkliches Versagen sowie Missverständlichkeiten zurückzuführen. Darüber hinaus verwässert oder ignoriert die Leinwandversion diverse Parts, die im Buch meiner Empfindung nach deutlich schlimmer sind. Dessen ungeachtet hat diese Kinoproduktion den Charme einer ungewollten Propaganda für häusliche Gewalt, und somit hat sich der Film nicht zwingend Hass verdient (es ist halt Fahrlässigkeit, und nicht etwa Vorsatz), wohl aber geballtes Unverständnis. Die anfänglich noch mit RomCom-Klischees entschuldbare Dauerpräsenz Christians und seine Bevormundung Anas, die ganz eindeutig bis zur vorletzten Szene nicht ansatzweise begreift, welche Beziehungsform Christian (angeblich?) bevorzugt und was er davon hat, entwickeln sehr gruselige Zwischentöne. Allerspätestens, sobald er befehlshaberisch bei ihren Eltern auftaucht. Anas Zweifel werden zu intensiv gezeichnet, als dass ihr Unverständnis für Christians Handeln nur ein RomCom-Missverständnis darstellen könnte, er vollführt im Film niemals 'Aftercare', er zieht nie Grenzen zwischen 'Im Vorspielmodus' und 'Alltag', für Ana überwiegen die Nachteile dieser Beziehung überdeutlich die Nachteile …  Das von der Regisseurin bevorzugte Ende hätte dahingehend rekursiv so manches verbessern können, doch das wurde von E. L. James verworfen. Die Dynamik zwischen den Hauptrollen fährt Fifty Shades of Grey in der dargebotenen Form mit Gewalt vor die Wand. Aber in der Hinsicht überlasse ich das Wort vielleicht Kollegin Antje Wessels, die den Film zwar weniger langweilig, dafür in ihrer potentiellen Fehldeutung aber umso kritischer empfand. Für mich hingegen ist Fifty Shades of Grey vor allem ein Fall von 'vielleicht gewollt, doch zweifelsohne nicht gekonnt'. Und daher kann ich nur hoffen, dass der kommerzielle Siegeszug des Kinofilms ein rasches Ende findet.

Dienstag, 10. Februar 2015

Wie Marvel Spider-Man retten (oder aber Spider-Man Marvel verderben) kann ...

Mooooom! Sony und Disney haben endlich einen Deal geschlossen!

Es ist wohl die größte Filmnews des bisherigen Jahres. Und es wird schwer, sie zu toppen: Sony und Marvel / Disney haben sich erfolgreich an einen Tisch gesetzt und ein, sagen wir, gemeinsames Sorgerecht für Spider-Man herausgehandelt. Das Marvel-Studios-Team rund um Kevin Feige soll die kommenden Filme über den Netzschwinger mitproduzieren und mit seiner sicheren kreativen Hand zum künstlerischen wie finanziellen Erfolg führen. Darüber hinaus wird der neue Spider-Man (wie er im gemeinsamen Pressestatement genannt wird, also sollte Andrew Garfield seinen Spandexanzug wohl langsam einmotten, sofern es nicht schon geschehen ist) im 'Marvel Cinematic Universe' aufkreuzen.

Zunächst einmal ist Jubeln angesagt! Dennoch: Gewiss gibt es vereinzelte Infos bezüglich des Deals, die Dauerzweiflern Grund zum Fürchten geben. So behält Sony "das letzte Wort". Ich bin dahingehend aber gelassen. Hätte die Sony-Geschäftsleitung (und / oder die zur Produzentin herabgestiegene Amy Pascal) vor, ungebrochen eine eigene Agenda durchzudrücken, so hätte man Marvel gar nicht erst ins Boot holen müssen. Ich tue diese Klausel daher als reines Ego-Gehabe ab, als einen Versuch, nach außen hin die Oberhand zu behalten.

Viel mehr lässt mich grübeln, dass der frische Spider-Man in einem der bis 2017 anlaufenden Marvel-Cinematic-Universe-Filme seine Premiere feiern soll. Captain America: Civil War ist da die nahe liegende Option, und dies könnte (könnte!!!) im Falle einer effektverliebten Umsetzung dem Film und dem ganzen Marvel-Kinouniversum mehr schaden denn nutzen. In der Comicsaga Civil War spielt Spider-Man eine große Rolle, da er in der hitzigen, politischen Debatte über den Wert und die Problematik von Geheimidentitäten Farbe bekennt und sich selbst demaskiert. Marvel könnte sich dazu verführen lassen, diesen Umstand aus den Comics 1:1 zu übernehmen. Es wäre Fanservice, es würde den Plot mit einem Knall zum Laufen bringen ... und es wäre völlig unsinnig. Denn während in den Comics Geheimidentitäten eine große Sache sind (oder waren, je nachdem, wie man es nun sieht), eröffnete das 'Marvel Cinematic Universe' mit Iron Man, einem Superhelden, der einen feuchten Dreck auf derartige Geheimnisse gibt. Auch um Captain Americas wahres Ich wird kein Geheimnis gemacht, und je nachdem, wie man einzelne kleinere Dialogfetzen aus den restlichen Filmen auffasst, sind auch der Hulk und Thor im 'Marvel Cinematic Universe' als das weltbekannt, was / wer sie sind. Und spätestens seit The Return of the First Avenger aka Captain America: The Winter Soldier hat es sich im 'Marvel Cinematic Universe' eh mit Geheimnissen erledigt.

Bloß weil man Spider-Man in der Hand hat, die bisher von Feige, den regieführenden Russo-Brüdern und dem Autoren-Duo Christopher Markus & Stephen McFeely in Interviews angedeuteten Änderungen an der Storyline über den Haufen zu werfen, wäre fatal. Die innere Logik des 'Marvel Cinematic Universe' könnte leiden ("Oh, bu-huuu, nun sind wieder alle Superhelden gleich, ach, wie doof, das hat bisher zwar geklappt, aber nun doch nicht mehr!") und somit die Dramatik des dritten Captain America-Films zum Fall bringen. Außerdem könnte sich die Frage stellen "Wenn es in diesem Universum Spider-Man schon immer gab, wieso höre ich erst jetzt von ihm?"

Jedoch ist diese Sorge meinerseits nur ein sehr sanftes, leises Säuseln in meinem Hinterkopf. Denn gemeinhin habe ich großes Vertrauen in das Team hinter Captain America: Civil War. Der zweite Captain America-Part war zu gut, als dass ich den Machern nun völlige Inkompetenz unterstellen wollen würde. Zumal die Marvel Studios recht gut darin sind, ihr Pulver zurückzuhalten: Als der Hulk in ihre Hände zurückfiel, gab es nicht noch einen Origin-Film; als er zum Publikumsliebling in Avengers wurde, verheizte man ihn nicht sofort in drei neuen Produktionen, und bislang haben mir zwar nicht alle Marvel-Drehbücher zugesagt, die Umdeutungen von Comic- zu Filmuniversum waren aber schlüssig und hatten stets Hand und Fuß.

Daher würde ich zwar jederzeit darauf wetten, dass Spider-Man in Captain America: Civil War vorkommen wird, jedoch bin ich zuversichtlich, dass er dem bisherigen MCU-Ensemble nicht die Schau stiehlt und dass die Grundmechanik des Drehbuchs nicht für ihn geändert wird.

Um die Spidey-Solofilme mache ich mir aktuell sogar überhaupt keine Sorgen. Es kann nur besser werden! Eine dritte Adaption der Ursprungsgeschichte wird sich Marvel wohl sparen (erst recht, da der Film dann ja ein Prequel zum Film mit dem ersten neuen Spider-Man-Auftritt sein müsste, und das wäre reichlich verwirrend), und die ganze Weltenbildung, die The Amazing Spider-Man 2 plagte, dürfte ja auch wegfallen. Bleibt die Frage, wer Regie führt und in die Rolle der freundliche Spinne aus der Nachbarschaft schlüpft.

Einige Kandidaten kristallisierten sich in den vergangenen Stunden bereits als schauspielerische Fanfavoriten heraus, und mit vielen von ihnen könnte ich mich anfreunden. Community-Nebendarsteller Donald Glover wäre ideal, hat er doch den Esprit und den Witz für die Rolle, zudem kann er überzeugend nerdig sein ... und darüber hinaus ist er die Inspiration für Miles Morales, der in der Ultimate-Comickontinuität das Spinnenkostüm übernimmt. Will man bei Peter Parker bleiben (und weigert sich, ihn als Afro-Amerikaner umzudeuten), wäre auch der abenteuerfilmerprobte Logan Lerman eine sympathische Wahl.

Doch mein Favorit wäre jemand, von dem ich dachte, dass sich die Netzgemeinde gegen ihn verschwören wird. Aber weit gefehlt, er taucht auf vielen Wunschlisten auf: Zac Efron. Er hat den Humor, er ist extrem fit, er kann auch sehr gut schauspielern, wenn man ihn lässt (Regie und Skript müssen stimmen) und er ist gut darin, sich in ein Ensemble einzufügen.

Oh, und er weiß, wie man Wände entlang krabbelt:


Mic drop!

Donnerstag, 5. Februar 2015

Baymax und seine Awards-Höhen und -Tiefen


Baymax ist ein großartiger Disney-Film. Lustig, sympathisch, herzlich und wahnsinnig gut animiert. Ich weiß, dass ich mit meiner Meinung, er sei besser als der Riesenhit Die Eiskönigin, nur einer Minderheit angehöre, und ich sehe ein, dass sich darüber inhaltlich wohl zanken lässt. Aber ich möchte mit felsenfester Überzeugung sagen, dass Disneys animierte Heldengeschichte optisch weit, weit stärker ist als Die Eiskönigin. Die Schauplätze sind lebhafter, belebter und verlebter. Diese Farben, der Lichteinfall, diese Schattenwürfe! Da kann das Winterwunderland des Milliarden-Dollar-Hits einpacken!

Umso glücklicher bin ich, dass die Visual Effects Society Baymax bei ihrer diesjährigen Preisverleihung zu einem Rekord verhalf: Ganze fünf Awards konnte die Disney-Produktion einheimsen, mehr als jeder andere Animationsfilm zuvor in der Geschichte des Preises für digitale Trickserei. Ein wahrer Erdrutschsieg, sämtliche Nominierungen wurden auch in Auszeichnungen umgewandelt!

Die komplette Liste an VES-Gewinnern:
Beste Effekte in einem effektlastigen Realfilm: Planet der Affen - Revolution
Beste Animation in einem Animationsfilm: Baymax - Riesiges Robowabohu
Beste nebensächliche Effektarbeit in einem Realfilm: Birdman
Beste Effekte in einer effektlastigen Realserie: Game of Thrones und The Children
Beste nebensächliche Effektarbeit in einer Realserie: American Horror Story: Freak Show;
Beste Komposition in einem RealfilmPlanet der Affen - Revolution
Beste Komposition in einer Realfilm-Werbung: SSE
Beste Komposition in einer RealserieGame of Thrones und The Watchers on the Wall
Beste Effekte in einer Werbung: SSE Maya
Beste Echtzeitgrafik in einem Videospiel: Call of Duty: Advanced Warfare,
Beste Effekte in einem Studentenfilm: Wrapped
Beste Effekte in einer besonderen Attraktion: Ratatouille: L’Aventure Totalement Torquee de Remy
Beste virtuelle Kamera in einem fotorealistischem Projekt oder Realfilm: X-Men: Zukunft ist Vergangenheit, Küchensequenz;
Besten Computermodelle in jeglichem MediumBaymax - Riesiges Robowabohu; Die Stadt San Fransokyo
Beste Umwelt in einem AnimationsfilmBaymax - Riesiges Robowabohu; Die Welt innerhalb des Portals
Beste Umwelt in einem Videospiel, einer Fernsehserie oder Werbefilm: Game of Thrones;
Beste Umwelt in einem Realfilm: Interstellar, Der Tesseract
Beste Effektsimulation in einem RealfilmX-Men: Zukunft ist Vergangenheit, Quicksilver in der Pentagon-Küche
Beste Effektsimulation in einem AnimationsfilmBaymax - Riesiges Robowabohu
Beste Effektsimulation in einem Videospiel, einer Fernsehserie oder Werbefilm: A Spacetime Odyssey
Beste animierte Figur in einem AnimationsfilmBaymax - Riesiges Robowabohu, Baymax
Beste Darbietung einer animierten Figur in einem Realfilm:Planet der Affen - Revolution, Caesar
Beste Darbietung einer animierten Figur in einem Videospiel, einer Fernsehserie oder Werbefilm: SSE, Maya

So gut diese Preise Baymax im Rennen um den Animations-Oscar aussehen lassen, so schwach war es um den Disney-Hit bei den Annies, dem großen Preis der Trickfilmbranche, bestellt. All jenen, die bei den Academy Awards The LEGO Movie vermissen, sei aber gesagt, dass auch bei den Annies der Klötzchenfilm wenig Gegenliebe erhielt. Trickmacher scheinen einfach keinen Draht zu diesem Film gefunden zu haben. Stattdessen hatte bei den Annies DreamWorks mit Drachenzähmen leicht gemacht 2 die Nase vorne ...

Bester AnimationsfilmDrachenzähmen leicht gemacht 2 – DreamWorks Animation
Bestes animiertes Special: Cosmos: A Spacetime Odyssey – Voyager Pictures LLC
Bester animierter Kurzfilm: Feast (Liebe geht durch den Magen) – Walt Disney Animation Studios
Bester animierter Werbespot: Flight of the Stories – Aardman Animations
Beste animierte TV-Produktion für Vorschulkinder: Tumble Leaf – Amazon Studios
Beste animierte TV-Produktion für Kinder/Familien: Willkommen in Gravity Falls – Disney Television Animation
Beste animierte TV-Produktion für ein breites Publikum: Die Simpsons – Gracie Films in Verbindung mit Twentieth Century Fox Television
Bestes animiertes Videospiel: Valiant Hearts: The Great War – Ubisoft
Bester animierter Studentenfilm: My Big Brother – Jason Rayner
Beste Effekte in einem Animationsfilm: Michael Kaschalk, Peter DeMund, David Hutchins, Henrik Falt, John Kosnik für Baymax - Riesiges Robowabohu – Walt Disney Animation Studios
Beste Effekte in einem Realfilm: Steve Avoujageli, Atsushi Ikarashi, Pawel Grochola, Paul Waggoner, Viktor Lundqvist für Edge of Tomorrow – Sony Pictures Imageworks
Beste Figurenanimation in einer animierten TV-Produktion: Justin Nichols für Wander Over Yonder – Disney Television Animation
Beste Figurenanimation in einem Animationsfilm Fabio Lignini für Drachenzähmen leicht gemacht 2 – DreamWorks Animation Outstanding Achievement,
Beste Figurenanimation in einem Realfilm: Daniel Barrett, Paul Story, Eteuati Tema, Alessandro Bonora, Dejan Momcilovic für Planet der Affen - Revolution – Weta Digital Outstanding Achievement
Beste Figurenanimation in einem Videospiel: Mike Mennillo für Assassin’s Creed Unity – Ubisoft Bestes Figurendesign in einer animierten TV-Produktion: Benjamin Balistreri für Wander Over Yonder – Disney Television
Bestes Figurendesign in einem Animationsfilm: Paul Sullivan, Sandra Equihua, Jorge R. Gutierrez für Manolo und das Buch des Lebens – Reel FX Outstanding Achievement
Beste Regie einer animierten TV-Produktion: Aaron Springer für Disney Mickey Mouse – Disney Television Animation
Beste Regie eines Animationsfilms Dean DeBlois für Drachenzähmen leicht gemacht 2 – DreamWorks Animation
Beste Musik einer animierten TV-Produktion: Christopher Willis für Disney Mickey Mouse – Disney Television Animation
Beste Musik eines Animationsfilms: John Powell, Jónsi für  Drachenzähmen leicht gemacht 2 - DreamWorks Animation
Bestes Produktionsdesign einer animierten TV-Produktion: Narina Sokolova für Disney Mickey Mouse – Disney Television Animation
Bestes Produktionsdesign eines Animationsfilms: Paul Lasaine, Tom McClure & August Hall für Die Boxtrolls – Focus Features/Laika
Bestes Storyboarding einer animierten TV-Produktion: Joaquim Dos Santos für Die Legende von Korra – Nickelodeon Animation
Bestes Storyboarding eines Animationsfilms: Truong “Tron” Son Mai für Drachenzähmen leicht gemacht 2 – DreamWorks Animation
Bester Sprecher in einer animierten TV-Produktion: Bill Farmer als Goofy und Grandma in Disney Mickey Mouse – Disney Television Animation
Bester Sprecher in einem Animationsfilm: Sir Ben Kingsley als Archibald Snatcher in Die Boxtrolls – Focus Features / Laika
Bestes Drehbuch einer animierten TV-Produktion: Darrick Bachman für Disney Mickey Mouse – Disney Television Animation
Bestes Drehbuch eines Animationsfilms: Phil Lord & Christopher Miller für The LEGO Movie – Warner Bros. Pictures
Bester Schnitt einer animierten TV-Produktion: Illya Owens für Disney Mickey Mouse – Disney Television Animation
Bester Schnitt eines Animationsfilms John K. Carr für Drachenzähmen leicht gemacht 2  – DreamWorks Animation
Winsor McCay Award fürs Lebenswerk: Didier Brunner, Don Lusk und Lee Mendelson
June Foray Award für signifikanten und wohltätigen Einfluss auf die Animationskunst und -industrie: Charles Solomon
Ub Iwerks Award für signifikante technische Errungenschaften: DreamWorks Animation’s Apollo Software
Special Achievement Award: The Walt Disney Family Museum

Bye-bye, Nostalgia Critic


Hallo, ich bin Sidney alias Sir Donnerbold, und ich blogge nun über mein Vorhaben, damit die Chancen höher stehen, dass ich mich auch dran halte: Ich möchte endlich aufhören, den Nostalgia Critic zu gucken. Denn seine Videos sind dermaßen schlecht geworden, dass ich sie mir selbst als Hintergrundrauschen nicht mehr geben will.

Für jene, die nicht wissen, auf welche Webvideoreihe ich mich hier beziehe: Erstens – wieso lest ihr diesen Artikel überhaupt, was habt ihr davon? Und zweitens: Der Nostalgia Critic ist eine "Kunstfigur" des Webentertainers Doug Walker, die sich auf komödiantische Filmkritiken spezialisiert hat. Ich setze "Kunstfigur" in Anführungszeichen, weil Doug nie eine klare Linie verfolgt hat, wie sehr er seine Rolle von sich selbst abgrenzt. Mal präsentiert Doug, während er in sein Critic-Outfit schlüpft, schlicht seine ehrliche Meinung über einen Film, bloß dass er seine Position nutzt, um Gags zu machen und sich daher zwecks einer Pointe oder einer amüsanten rhetorischen Frage auch mal dumm stellt. Das kann man meines Erachtens nach nicht als "Kunstfigur" bezeichnen. Oliver Welke und Stefan Raab sind auch keine Kunstfiguren, bloß weil sie in der heute-show beziehungsweise in TV total eine Schlagzeile missverstehen oder bewusst dumme Theorien aufstellen. Welke und Raab verfolgen in diesen Momenten bloß ihrer beruflichen Aufgabe. Sie sind Komiker. Und wenn Doug Walker einen Film mies findet, weil ihm das Drehbuch zu löchrig ist, und er in einer Comedy-Videokritik darüber besonders lange Witze reißt, so ist er nicht plötzlich eine Kunstfigur, nur weil er beim privaten Anschauen des Films nicht 1:1 so reagiert, wie in seinem Video.

Andere Male aber vertritt der Nostalgia Critic eine komplett andere Meinung als Doug Walker, die komödiantischen Einlagen werden zu langen Sketchen. Und die Sketche werden mitunter sogar zu Storylines. Wieder andere Male vertritt der Critic nahezu genau die Meinung Dougs, jedoch drückt er sie in abstrusen Wegen aus, die mit überzogenen Storys verbunden sind, und so weiter, und so weiter. Also ja, der Critic ist irgendwie eine Kunstfigur. Nur halt nicht, wenn er eben doch keine ist. Einigen wir uns darauf, dass er eine unterentwickelte, faule Variante einer Kunstfigur ist. Was aber lange, lange Zeit zu verzeihen war, da Doug Walker mit Passion hinter seinen Videokritiken stand und mir allerhand Schmunzler und Lacher entlockte sowie meinen Sprachschatz mit einigen Running Gags und Redewendungen bereicherte.

Dies hat sich jedoch mittlerweile erledigt. Und daher wird mein Geschreibsel nun (hoffentlich) auch wieder für Leute interessant, die die Nostalgia Critic-Videos ebenfalls kennen. Und vielleicht geht es euch ja ähnlich: Die "Wütender Filmgeek, der unentwegt Haare spaltet und nach Logiklöchern sucht"-Masche ist alt geworden, und da gefühlt jede zweite Episode den gleichen "Handlungsbogen" hat, ist auch ihre Umsetzung nunmehr ausgelutscht. Darüber hinaus entwickelt sich Dougs alte, schlechte Gewohnheit, einzelne Gags zu sehr in die Länge zu ziehen, mehr und mehr von einem kleinen Tick zu einer erdrückenden Last, die zahlreiche Videos vermiest. Der einstige Esprit ist verfolgen. Und obwohl Doug oftmals lustlos wirkt, nimmt gleichwohl seine Tendenz zur Selbstbeweihräucherung rapide zu. Muss da wer was kompensieren?

In den vergangenen zwei Jahren gab es dennoch in unregelmäßigen Abständen Videos, die mir zugesagt haben. Mal, weil einer der Sketche zündete, dann, weil sich Doug ausnahmsweise wieder Mühe gab, seine Meinung zu begründen und pointiert-kreativ zur Schau zu stellen. Oder auch schlicht, weil die Clips aus dem von ihm besprochenen Film unterhaltsam genug waren. Normalerweise schaue ich den Nostalgia Critic als Berieselung beim Essen (wenn ich allein bin), oder während ich um Ideen für die Arbeit oder das Studium ringe und mich daher berieseln lassen will, aber zum Nachschlagen dennoch im Web bleiben muss. Oder wenn ich eine zirka halbstündige Lücke in meiner Tagesplanung habe. Für diese Zwecke war mir der Nostalgia Critic 2013 und 2014 noch gut genug, auch wenn meine frühere Begeisterung nahezu völlig verschwand. Als ich mich dann zunehmend über die Recherchefehler, das Rumgebrülle, die (unterschwellige) Arroganz oder die Eintönigkeit seiner Gags ärgerte, musste ich mich ab und an dazu durchringen, dem Critic weiterhin eine Chance zu geben. Doch ich fand ihn letztlich nicht schlecht genug, um nach Jahren der digitalen Zuschauertreue einen Schlussstrich zu ziehen. Ich breche halt ungern Serien ab.

Aber dann kam Matrix Month, eine vierteilige Besprechung der Matrix-Filme. Und obwohl ich selber kein Fan von Matrix Reloaded und Matrix Revolutions bin, haben mir die Critic-Videos zu diesen Produktionen endgültig den Rest gegeben. Diese beiden Videos lassen alles missen, was ich an früheren Ausgaben der Nostalgia Critic-Reihe mochte, und überbetonen sämtliche Probleme, die ich mit den Folgen seit des 2013 gestarteten "Reboots" habe. Doug versucht, seine Reviews "filmisch" aussehen zu lassen, doch sie sind stümperhaft. Die Pointen wiederholen sich, sind vorhersehbar und zu sehr in die Länge gezogen. Viel zu sehr. Die Storyline in den Videos zu den Matrix-Kinofilmen sind nervig, repetitiv und triefen vor Selbstverliebtheit und Geringschätzung der Matrix-Fanbase. Hinzu kommt, dass die Videos zahlreiche faktische Fehler beinhalten. Und wenn Doug nun schon anfängt, Filme absichtlich misszuverstehen, um seine Kunstfigur über sie herziehen lassen zu können, dann haben seine Videos für mich kein Daseinsargument mehr. Denn anders als Brad Jones, der in der Rolle des Cinema Snobs auch bewusst Filme aus unhaltbaren Gründen verreißt ("Ihhh, Morde in einem Horrorfilm! Buuh!") ist Doug nicht fähig, dies spielerisch mit Ironie zu garnieren. Ganz davon zu schweigen, dass die Matrix-Kritiken nur lautere, schrillere, arrogantere Kopien zahlloser Videos sind, die Doug in den vergangenen zwei Jahren gemacht hat. Die selbe "Story", die selben Reizpunkte, die selben "unerwarteten" Erkenntnisse.

Seit To Boldly Flee befindet sich Dougs Stern für mich im Sinkflug, und nach dem ganzen internen Drama rund um "sein" Web-Netzwerk Channel Awesome zu urteilen, scheinen viele seiner Kollegen diese Überzeugung zu teilen. Das Management wurde inkompetenter, Doug lustloser und launischer und von den Gerüchten, die von Doug gesammelten Crowdfunding-Gelder seien veruntreut worden, will ich gar nicht erst anfangen. All dies trübt meinen Eindruck noch mehr, und daher kann ich mir das Gezeter in den Nostalgia Critic-Videos nicht mehr länger antun. Vielleicht gebe ich Dougs anderen Videoprojekten noch die eine oder andere Chance, denn "out of character" ist Doug längst nicht so gekünstelt und einseitig wie in der Rolle des Critics. Aber eins ist klar: Ich habe schon genug Zeit mit den Nostalgia Critic-Reviews verschwendet, die mir seit Monaten kaum noch gefallen haben. Irgendwann muss der Schlussstrich gezogen werden, wieso also nicht nach den zwei miesesten Videos seiner gesamten Laufbahn? Es gibt genug anderes Videomaterial im Netz, dass ich mir während des Essens und Zwischendurch anschauen kann. Ich werde mich nun verstärkt den zahllosen Critic-Alternativen widmen.

Da kann Doug noch so viel rumbrüllen.

Montag, 2. Februar 2015

Starttag, Kino, DVD, Oh je ...: Super Bowl Spezial

In dieser unregelmäßigen Rubrik blicke ich normalerweise auf aktuelle Trailer und bewerte sie Schritt für Schritt auf einer Skala von "Das macht Lust, den Film am Starttag im Kino zu erleben" bis "Oh je, das sieht nach Murks aus". Da dank des Super Bowls aber nun eine Übermenge an frischen Trailern zur Verfügung steht, gehe ich schlicht mehrere Super-Bowl-Filmspots durch und beurteile ihre Gesamtheit. Wie gut oder mies sind diese Vorschauen, für deren Platzierung im Rahmen des Football-Events Hollywoodstudios Millionenbeträge hinblätterten?

Jurassic World

Kino: Chris Pratt trieft wieder vor Charisma und die Ummodelung des legendären Hauptthemas des Originalfilms trifft meinen Nerv. Zudem sind die Effekte teilweise sehr überzeugend und ich mag einfach die Grundidee des Films ("Was, wenn der Park tatsächlich geöffnet hätte?"). Andererseits sind die Effekte (noch?) teilweise recht dürftig und wenn ich mir vorstelle, dass wir wieder einmal Kinder in Not sehen werden, denen wahrscheinlich eh nichts übles passiert ... Naja, die große "So früh wie möglich sehen!"-Euphorie will noch nicht entstehen.

Tomorrowland

Starttag: Ich will den deutschen Titel (Projekt Neuland, really?!) ja noch nicht wahr haben. Aber Brad Bird als Regisseur, Michael Giacchino als Komponist und George Clooney in einer tragenden Rolle? Rockt. Und dass Disney sich mit Bildmaterial zurückhält? Super. Ich bin am Haken und hab keine Ahnung, was mich erwartet. So muss es sein!

Furious 7

DVD: Aus beruflichen Gründen werde ich ihn gewiss noch im Kino erleben, doch wäre ich aktuell ein "normaler" Kinogänger, würde ich nach diesem sehr künstlich aussehenden, bereits nach wenigen Sekundenbruchteilen von Familienzusammenhalt schwafeldem Actionkuddelmuddel von einem TV-Spot gern auf den Kinobesuch verzichten. Ohne Statham wäre dies sogar ein reines "Oh je ..."

Die Bestimmung - Insurgent

Oh je: Ich weiß wirklich nicht, was ich dazu groß sagen soll. Dieses Effektgewitter ist lächerlich, nicht überwältigend. Wirklich, wirklich lächerlich ...

Terminator: Genisys

DVD: Der Bus-Stunt ist ganz cool gemacht, der Rest hingegen will in meinen Augen nicht so wirklich zünden.

Alles steht Kopf

Kino: Die Animation der Emotionen gefällt mir sehr, und viel mehr will dieser Spot auch gar nicht zeigen. Für alles andere ist dieser Trailer deutlich aussagekräftiger.