Freitag, 24. März 2017

Freitag der Karibik #35

Das Teaser-Plakat zum fünften Pirates of the Caribbean kennen wir alle ja schon, nicht zuletzt, da Disney es in den Trailern zum Film sehr prominent benutzt. Die Hauptplakate wiederum sind noch relativ frisch - und segeln alles andere als einen geordneten Kurs.


Charakterposter? Auf die Johnny-Depp-Fans zugeschnittenes Plakatmotiv? Selbstbewusste Fokussierung des Marketingteams auf einen der Hauptverkaufsgründe der bisherigen Filmreihe? Das Foto ist ja schon saucool und die kleine Schriftgröße des Originaltitels in güldenen, geschwungenen Lettern hat auch was. Sehr piratig ist das alles nicht, hat aber eine kernig-rockige Attitüde. Könnte auch das Cover eines Tribute-Albums mit Piraten-Rocksongs sein.

 
Bunt. Sehr bunt. Die Farbästhetik gefällt mir, dass es so eindeutig erkennbar ist, dass die Figuren eilig an ihre Position gephotoshopt wurden, macht diese eigentlich gelungene Plakatidee aber wieder total kaputt.


Solide. Die Geisterhaie sind stylisch und per se passt dieses Motiv gut in die bisherige Pirates-Posterreihe. Aber die Umsetzung ist halt so beschämend halbgar.


Irgendwer bei Disney erinnerte sich daran, dass der finale Harry Potter-Film erfolgreich lief und dachte sich: Jo, können wir auch. Nur, dass Disney eigentlich Trendsetter sein sollte, statt jemand, der mit großem Abstand hinterherrennt. Und dass Harry vs. Voldemort über acht Filme hinweg aufgebaut wurde. Salazar hingegen lernt das Publikum jetzt erst kennen.

Auf viele weitere Poster. Es wird schon ein geniales dabei sein. Sonst hänge ich mir halt das Teasermotiv an die Wand.

Donnerstag, 23. März 2017

Die Unfassbaren 2


Ein guter Illusionist nutzt das Element der Überraschung, er macht das ebenso Unerwartete wie Unwahrscheinliche möglich. Die Unfassbaren darf sich insofern als filmisches Pendant eines guten Illusionisten schätzen – nicht zwingend aufgrund inhaltlicher Aspekte, wohl aber angesichts der Rezeption. Obwohl der Mix aus Actionfilm, Gangsterposse, Thriller und Komödie nicht gerade zu den meistdiskutierten Projekten 2013 gehörte und in einem Umfeld voller vorgefertigter Franchises als wenig merchandisingtauglicher Originalstoff daherkam, spielte die 75-Millionen-Dollar-Produktion mehr als das 4,5-fache ihres Budgets ein. Wenige Monate nach Kinostart des Überraschungserfolgs kündigte Jon Feltheimer, CEO des für Die Unfassbaren verantwortlichen US-Verleihs Lionsgate, der Filmpresse gegenüber an, einen zweiten Teil verwirklichen zu wollen. Eine überraschende Entwicklung, basieren doch viele der heutigen Filmreihen auf irgendeiner Vorlage und drängen sich schon mit ihrem Erstling zumeist stärker ins Augenmerk der Popkulturdebatte.

Gut möglich also, dass die im Zentrum der Handlung stehenden, sogenannten „Reiter“ für viele Filmbegeisterte ebenso aus dem Nichts zurückkehren, wie sie vor drei Jahren urplötzlich aufgetaucht sind. Die Geschichte von Die Unfassbaren 2 setzt indes rund 18 Monate nach dem Ende des Originals an: Das FBI befindet sich auf der Jagd nach den Gentleman-Dieben „Die Reiter“, tritt dabei jedoch auf der Stelle – denn in ihren Reihen stiftet der heimlich die sympathischen Ganoven anführende Agent Dylan Rhodes (Mark Ruffalo) für Verwirrung.

Entfesselungskünstlerin Henley (Isla Fisher) hat die Gruppe mittlerweile verlassen, während Jack Wilder (Dave Franco), seines Zeichens Straßenmagier und Meister des Kartentricks, und Mentalmagier Merritt McKinney (Woody Harrelson) den jeweils Anderen im eigenen Fachgebiet unterrichten. Allround-Illusionist J. Daniel Atlas (Jesse Eisenberg) derweil ist zunehmend davon frustriert, keine neuen Aktionen durchführen zu dürfen. Kurz nach dem Auftauchen der Underground-Magierin Lula May (Lizzy Caplan) kommt es aber Schlag auf Schlag: Dylan ernennt Lula zum vierten Reiter und trägt dem Quartett auf, einen korrupten Geschäftsmann (Ben Lamb) bei seiner nächsten Produktpräsentation zu blamieren. Doch die Reiter tappen in eine Falle und finden sich plötzlich in einem Komplott des verstorben geglaubten Technologiemagnaten Walter Mabry (Daniel Radcliffe) wieder, während der inhaftierte TV-Reporter und Illusionismuskritiker Thaddeus Bradley (Morgan Freeman) den Kontakt zu Dylan sucht …

Drehbuchautor Ed Solomon (Zuhause ist der Zauber los), der gemeinsam mit Peter Chiarelli (Selbst ist die Braut) die Story gesponnen hat, macht es sich mit Die Unfassbaren 2 nicht gerade einfach: Das Sequel handelt nicht nur davon, dass die Bühnenmagier-Truppe unfreiwillig einen neuen Coup begehen muss. Darüber hinaus wird die Vorgeschichte des Zauberersohns Dylan vertieft und die im ersten Teil nur angerissene Geheimorganisation „Das Auge“ stärker in den Vordergrund gerückt. Dabei begeht Solomon etwas Kursänderung: Wurde im Erstling suggeriert, dass Dylan ein wichtiger Teil der Organisation für Ungerechtigkeiten auffliegen lassende Illusionisten ist, wird es dieses Mal komplizierter. Er selber hat „Das Auge“ noch nicht vollkommen begriffen und erwartet nähere Instruktionen, die im Laufe der 129 Minuten Laufzeit schrittweise erfolgen. Hinzu kommen Subplots für weitere Rückkehrer aus dem ersten Film, darüber hinaus wird enthüllt, dass Merritt McKinney einen dauergrinsenden Zwillingsbruder (ebenfalls Woody Harrelson) hat.

Für einen leichtfüßigen, humorigen Heist-Movie mit Trickkünstlern an Stelle von Ocean’s Eleven-artigen Edelräubern ist dies sehr viel narrativer Überbau, den Solomon recht ungelenk zwischen die Einbruchs-, Diebstahl-, Verfolgungsjagd- und Zaubershow-Sequenzen hebelt. Die spröden Unterhaltungen über Dylans noch immer nicht überwältigtes Kindheitstrauma, seine Rivalität zu Thaddeus Bradley und über die wahre Natur sowie Intentionen des „Auges“ lassen weitestgehend Flair und Pepp vermissen. Obendrein baut Solomon auf diverse Plottwists bezüglich Identitäten und Absichten mehrerer Figuren, die zumeist aus dem Ärmel geschüttelt, statt plausibel vorbereitet wirken – kritischen Nachfragen halten längst nicht alle Enthüllungen in Die Unfassbaren 2 stand, insbesondere nicht, wenn die Ereignisse aus dem Original ebenfalls in Betracht gezogen werden.

Glücklicherweise beschränkt sich dieser Trend hin zum Ausufernden auf die „Mythologie“ dieses 90-Milionen-Dollar-Projekts, also auf die potentiell noch über viele Filme hinweggehenden Hintergründe und Legenden innerhalb der Filmwelt. Während Die Unfassbaren 2 dahingehend eine Verschlimmbesserung des drahtig erzählten Erstlings darstellt, bügelt Regisseur Jon M. Chu (Step Up to the Streets) an anderer Stelle Makel des Vorgängers aus. Louis Leterrier griff dort bei der Inszenierung unerklärlich oft auf ins Auge springende, statt die Illusion unterstützende Digitaltricks zurück. Chu schraubt die offensichtlichen Computertricksereien deutlich zurück – kein „Isla Fisher springt in eine CG-Seifenblase“-Hokuspokus mehr! Stattdessen arbeiten die Reiter nun vermehrt mit realen Mitteln echter Zauberkünstler – manchmal nur auf unterhaltsames Hollywood-Maß aufgepustet.

Dies bringt mit sich, dass sowohl die Zaubershows als auch die Einbruchs- und Diebstahlscoups der Hauptfiguren (innerhalb des Rahmens einer überhöhten Popcornfilm-Realität) plausibler sind als im Original. Die gute, alte „Jemand schaut kurz woanders hin, schon ist sein Gegenüber spurlos verschwunden“-Nummer muss das Publikum dennoch wiederholt in Hollywood-Manier hinnehmen. Die übertrieben oft genutzte „Hypnose ermöglicht jegliche Form von Kontrolle über das Opfer“-Masche fällt in eine ähnliche Sparte – wobei die Filmemacher dies wenigstens auch auf die Schippe nehmen. Unterdessen empfiehlt es sich, es im großen Finale einfach zu glauben, dass Jesse Eisenbergs und Dave Francos Figuren mühelos und blitzschnell von A nach B gelangen, denn wer zu viel über die Geografie des Ganzen nachdenkt, verdirbt sich nur den Sehspaß.

Besagter Fun-Faktor ist trotz der überladenen Handlung dank einer stärkeren Prise Selbstironie in Die Unfassbaren 2 mindestens so groß wie im Erstling. Dies ist vor allem Lizzy Caplan zu verdanken, die (wenigstens im Originalton) mit astreinem Timing eine ganze Parade an augenzwinkernden Bemerkungen vom Stapel lässt. Ihr Status als vermeintlich austauschbare neue Frau im Team ist ihr alles andere als heilig, genauso lästert Lula mehrmals in wohlplatzierten Seitenhieben über die eher überschaubare Wahrscheinlichkeit des Plots. Mit ihrer rotzig-amüsierten Art ist Lula eine tolle Ergänzung des eingespielt-routinierten Ensembles. Eisenberg und Franco geben ihre Parts ohne größere Mühen, bleiben aber charmant, Harrelson tobt sich in seiner albernen Doppelrolle aus, Freeman und Caine bleiben trotz meist magerer Dialogpassagen altehrwürdig. Neuzugang Daniel Radcliffe hingegen strahlt sich als schmieriger Schurke mit Ironie und ansteckendem Vergnügen durch seine Szenen, der asiatische Leinwandstar Jay Chou (The Green Hornet) hinterlässt in seiner kleinen Rolle als Magieshop-Mitarbeiter dagegen kaum Eindruck.

Mit genügend pointiertem Geplänkel innerhalb des umfangreichen Ensembles und einem schmissigen Soundtrack, der gelungen zwischen launigen Songs und Brian Tylers eingängigen Instrumentalkompositionen springt, bringt Die Unfassbaren 2 zwar nicht genug Energie auf, um von Anfang bis Ende zu fesseln. Wenn aber Jon M. Chu mit zügigem Tempo eine weitere herrliche Raffiniertheit der Reiter in Szene setzt, springt der Funke über: Dem trickreichen Quartett dabei zuzusehen, wie es einen Computerchip stiehlt oder ganz London zum Staunen bringt, macht einfach enormen Spaß.

Nachdem die ersten beiden Filme aus unterschiedlichen Gründen hinter den Möglichkeiten ihrer attraktiven Grundidee zurückgeblieben sind, lässt sich hoffen, dass es beim vage angekündigten dritten Anlauf endlich für einen cineastischen Zaubertrick reicht, der diese Filmreihe von ihrem netten Straßenmagier-Niveau auf die ganz große Las-Vegas-Bühne emporhebt. Dass muss man den Unfassbaren einfach lassen: Trotz Patzer machen sie Lust auf mehr. Welch ein unerwarteter Trick!

Fazit: Lustiger und selbstironischer als der Erstling, dafür inhaltlich überladen und daher nicht immer so flink, wie es sich für Gentleman-Trickbetrüger gebührt: Die Unfassbaren 2 ist eine durchschnittliche Fortsetzung eines annehmbaren Originals – und lässt hoffen, dass der Trick beim dritten Anlauf endlich reibungslos verläuft.

Diese Kritik erschien zuerst bei Quotenmeter.de

Freitag, 17. März 2017

Freitag der Karibik #34

Liebe Pirates-Süchtlinge, ihr kennt doch gewiss auch dieses Standard-Medley an Melodien aus Fluch der Karibik, das nunmehr zum Repertoire sämtlicher Hobbykapellen und semiprofessionellen Orchester gehört?

Folgendes passiert, wenn sich die niederländiche Symphonic-Metal-Band Epica dieses Medley krallt.

Höret und genießet.


Donnerstag, 16. März 2017

Jason Bourne


Der Mann, der James Bond dazu gedrängt hat, sich komplett neu zu erfinden, ist zurück. Und er hat sich kaum gewandelt. Die Bildsprache seiner Einsätze ist noch immer sehr rau. Ex-Agent Jason Bourne ist nun noch wortkarger als in seiner von 2002 bis 2007 ins Kino entlassenen, ursprünglichen Trilogie. Ein Stück weit anspruchsloser ist er geworden, die Actionszenen, die er lostritt, sind etwas brachialer als früher, dafür nicht mehr so akrobatisch. Der Plot wiederum, in dem sich der von Matt Damon verkörperte Kämpfer-auf-der-Flucht wiederfindet, orientiert sich streng an den Vorläufern. Ein neues Feuer der Leidenschaft für das Bourne-Franchise lässt sich damit nur schwer entfachen – ein Schlag ins Gesicht des Bourne-Vermächtnisses stellt diese Produktion allerdings genauso wenig dar. Zumindest meiner Ansicht nach – doch hier spricht jemand, der die Bourne-Reihe eher nur leidlich interessiert verfolgte. Die meisten innigen Bourne-Fans sind mit der jüngsten Mission bekanntlich unzufrieden. Lasst mich erklären, weshalb dies aus meinem Blickwinkel anders aussieht ...

Seit rund einem Jahrzehnt lebt Jason Bourne (Matt Damon) verborgen im Untergrund, wo er sein Geld als äußerst fähiger Faustkämpfer verdient. Seine frühere Gelegenheitsverbündete Nicky Parsons (Julia Stiles) dagegen ist als Hacker-Aktivistin tätig und gerät ins Visier der CIA, als sie an wichtige Dokumente über verborgene Operationen des Geheimdienstes gelangt. Diese beinhalten auch erschreckende Informationen darüber, wie Bourne für die CIA rekrutiert wurde. Um ihn in Kenntnis zu setzen, reist Parsons zu ihrem einstigen Wegbegleiter, doch sie nimmt den Weg nicht allein auf sich: Der ruchlose Spezialagent Asset (Vincent Cassel) wurde von der CIA-Cyber-Spezialistin Heather Lee (Alicia Vikander) und ihrem Vorgesetzten Robert Dewey (Tommy Lee Jones) auf Parsons und Bourne angesetzt. Es beginnt ein hochgefährliches Katz-und-Maus-Spiel bei dem nicht immer klar ist, wer weshalb auf wessen Seite steht …

Gestützt wird Jason Bourne, der erste Teil der Filmreihe, auf den Drehbuchautor Tony Gilroy keinerlei Einfluss hatte, von den großen Actionpassagen. Besonders stechen zwei Verfolgungsjagden hervor – eine, die sich im ersten Akt während eines Aufruhrs in Athen ereignet, und dann wiederum das große Finale in Las Vegas. Beiden Sequenzen ist die frenetische Kameraarbeit Barry Ackroyds gemeinsam, der mit Regisseur Paul Greengrass bereits in Green Zone und Captain Phillips zusammengearbeitet hat. Wie von Greengrass (und dieser Filmreihe) gewohnt, ist der visuelle Stil sehr vom Gedanken „Mittendrin, statt nur dabei“ geprägt, was eine hastige Bildführung und auch einige rasche Zooms mit sich bringt.

Dabei sind die besagten Actionszenen in Griechenland und Vegas übersichtlicher als die meisten der Handgemenge, die sich in der ursprünglichen Bourne-Trilogie ereigneten: Das Hin und Her während der Griechenlandrevolte gewinnt durch gelegentliche Einblendungen einer CIA-Überwachungskarte, die den Standort aller Beteiligten anzeigt, und vereinzelte Luftaufnahmen an Struktur. Die Schneise der Verwüstung, die Bourne und seine Verfolger durch das US-amerikanische Glücksspielmekka ziehen, wird deutlich näher am Geschehen verfolgt, ist aber über weite Teile sehr geradlinig: Zwei Autos fahren stur vorwärts, ohne jegliche Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer. Geht es in der ersten großen Actionszene um Taktik und die Wahl der Fluchtwege, ist das Finale ein mächtiges Crashspektakel.
Die Strecke zwischen diesen beiden Sequenzen überbrücken Greengrass und sein Cutter Christopher Rouse, die dieses Mal auch als Drehbuchautoren fungieren, mit diversen kleineren Scharmützeln, die Bourne routiniert um den Globus trotten lassen. Die dramaturgische Motivation dieser Weltreise ist recht mager, böse Zungen würden unken, dass ein Geheimnis aufgeflogen ist, wodurch ein geheimer Hinweis auf ein Geheimnis offengelegt wurde. Im Grunde genommen will Bourne in Erfahrung bringen, was einst mit seinem Vater geschehen ist, was wiederum in einen Racheplot mündet, während innerhalb der CIA Machtspielchen abgehalten werden. Narrativ legitimierte Spannung kommt aber kaum auf, da die Figurenmotivation eilig in Sätzen vermittelt wird, die sich irgendwo zwischen technologischer Exposition und bürokratischem Blabla verstecken – gepaart damit, dass Matt Damon in der Titelrolle nur noch grimm dreinblicken darf, bleiben Emotionen konsequenterweise auf der Strecke.

Die vom gebotenen Stoff unterforderte, im Gegensatz zu Tommy Lee Jones aber wenigstens nicht auf darstellerischen Autopilot runterschaltende, Alicia Vikander (Ex_Machina) dient vor diesem Hintergrund als frische Brise auf zwei Beinen. In einem Film voller steinerner Männermienen zeigt Vikander dem einengenden Material zum Trotz schauspielerische Dynamik, wodurch das Hickhack innerhalb der CIA selbst angesichts manch überstrapazierter, vorhersehbarer Twists ganz ansehnlich gerät. Das lässt sich von der Action im mittleren Part des Films kaum behaupten, gehen wichtige Details von Bournes Vorgehen im Schnittgewitter doch mehrmals verloren.

Dass Greengrass das gegenwärtige politische und technologische Geschehen (von CIA-Datenleaks hin zur kriselnden Wirtschaft) nur als thematische Kulisse nutzt, dürfte jene Fans der Reihe enttäuschen, die Bourne bislang vor allem aufgrund des Politsubtexts feierten. Als reine Staffage bringen diese Referenzen auf reale Situationen aber weitestgehend eine kernig-schroffe Atmosphäre mit sich – ausgenommen sei der von Riz Ahmed gespielte Pseudo-Steve-Jobs, der angesichts seiner Vorschlaghammer-Textzeilen eher einer Persiflage gleicht. Dessen ungeachtet ist Jason Bourne zügig erzählt und als einer der raren Action-Blockbuster, der sowohl auf flotte Sprüche als auch auf opernartig große Gesten verzichtet, eine selbstbewusste Abwechslung von der Genrekonkurrenz. Vielleicht zu selbstbewusst, denn abgesehen von der moderneren Kulisse tut sich inhaltlich in diesem Filmuniversum innerhalb der rund zwei Stunden kaum etwas. Dass dies die starke Geschichte sein soll, die Greengrass und Damon vom Comeback-Gedanken überzeugt hat, will man kaum glauben.

Bourne ist nicht weiter der Mann, der alteingesessene Franchises in Selbstzweifel stürzen kann. Nun ist er es, der sich selbst so lange treu geblieben ist, dass er nachlässig wird. Ein nettes Wiedersehen mit dem Titelhelden bleibt Jason Bourne allemal.

Fazit: Jason Bourne ist ein inhaltlich überflüssiges, mit mehr Muskeln und weniger Köpfchen daherkommendes Wiedersehen mit der populären Wackelkamera-Actionthriller-Reihe.

Sonntag, 12. März 2017

Genius – Die tausend Seiten einer Freundschaft


Hinter jedem großen Autor steht eine Person, die ihn in der Spur hält. Doch während berühmte Schriftsteller regelmäßig in Biografien behandelt werden, bleiben ihre Lektoren zumeist literarische Randnotizen. Ein Lektor, der es sehr wohl wenigstens zu einem respektablen Maß an Ruhm gebracht hat, ist Max Perkins, dem einer seiner zahlreichen hoch angesehenen Schützlinge sogar eines seiner Werke widmete. Dieser gegen den schriftstellerischen Usus verstoßene Autor war der wortgewandte, schreibwütige Thomas Wolfe, der einst als Shooting Star der US-Literaturszene gefeiert wurde. Der Weg von seinen Manuskripten bis hin zu den verlegten Editionen war jedoch ein langer und steiniger, wie nicht nur A. Scott Berg in seiner preisgekrönten Max-Perkins-Biografie beschreibt, sondern auch Theaterregisseur Michael Grandage in seiner weniger preisverdächtigen Filmadaption eben jenen Sachbuchs.

New York, 1929: Nachdem der extrovertierte Lebemann Thomas Wolfe (Jude Law) bei jedem anderen Verlag auf Granit gestoßen ist, findet sein überdimensionales Manuskript „O Lost“ beim renommierten Verlagshaus Charles Scribner’s Son endlich einen Befürworter. Der Lektor Max Perkins (Colin Firth), der bereits Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald markttauglich gemacht hat, erkennt in dem verschwurbelten 1.000-Seiten-Manuskript ein literarisches Kleinod. Doch für eine Veröffentlichung sei es noch nicht bereit – also streichen Perkins und Wolfe den Debütroman in mühevoller Kleinarbeit zusammen. Die überarbeitete Fassung wird unter neuem Titel zum Bestseller, was jedoch Wolfes Geliebte Aline Bernstein (Nicole Kidman) aufbringt, schließlich genießt sie als Unterstützerin des ungezügelten Wolfe-Talents nicht weiter eine Alleinstellung. Alsbald stellt Wolfe seine Freundschaft sowie sein Arbeitsverhältnis zu Perkins auf eine beinharte Probe: Er platzt mit einem 5.000-Seiten-Manuskript in das Büro des geachteten Lektors – und kämpft daraufhin um den Erhalt jedes einzelnen Wortes …

Passend dazu, dass Thomas Wolfe als Autor nicht wusste, wann es langsam mal genug ist, agiert seine von Jude Law gespielte Leinwandversion durchweg übertrieben. Der Sherlock Holmes-Nebendarsteller gestikuliert wild um sich, gibt jegliche Selbstkontrolle über die Lautstärke seiner Stimme auf und wirbelt dauereuphorisch durch den Raum – es sei denn, er ist gerade von Perkins‘ Entscheidungen enttäuscht oder gar verletzt. Dann stapft er wütend oder schlurft betont niedergeschlagen durch die Gegend. In der Einführungsszene gleitet Laws entsprechend hyperaktive Performance arg ins Klischeehafte ab, hat keine eigenen Ecken und Kanten, sondern stellt allein ein grelles Abziehbild des archetypischen, manischen Künstlers dar.

Sobald Perkins und Wolfe eine Bindung zueinander gefunden haben, wandelt sich Laws Spiel im Detail jedoch ab – es bleibt laut, wild, ungezügelt, aber es ist in kleinen Macken dieser stets zwischen Selbstüberzeugung und übertönten Zweifeln schwankenden Rolle verankert. Somit stellt Wolfe mehr dar als einen schalen Stereotypen. Colin Firth wiederum gibt Perkins als das exakte Gegenteil Wolfes, spielt einmal mehr eine dieser perfekt auf ihn zugeschnittenen, galanten, intellektuellen und besonnen Figuren, die Ereignisse ruhig verfolgen und ihr starres Auftreten gelegentlich mit einem dezenten, kecken Lächeln aufbrechen. Dieser Rollentypus fordert Firths Schauspielkünste schon lange nicht mehr, dennoch ist Firth spürbar engagiert. Firth wandelt die minimalistischen Gesten Perkins‘ variantenreich ab, und so wird durch winzige Regungen in seinen Mundwinkeln deutlich, ob er gerade von Wolfe begeistert ist, er sich anstrengen muss, die Contenance zu bewahren oder ob ihm alles gleichgültig geworden ist.

Bedauerlicherweise sind es Law und Firth allein, die die Freundschaft zwischen dem übereifrigen Schriftsteller und dem rationalen Lektor spürbar werden lassen. Das Drehbuch von John Logan (Aviator) spurtet durch Wolfes geschäftigen Jahre, ohne ein Gefühl für den Lauf der Zeit zu gestatten, und reiht dabei schlicht Wendepunkte aneinander. Wie Wolfe und Perkins zueinander stehen, wenn sie nicht gerade eine seitenlange Szene auf einen Halbsatz runterbrechen oder Wolfe seinem Kumpel das „wahre Leben“ zeigt (in Form einer sehr diskutablen „Wow, die Schwarzen wissen, wie man Party macht!“-Jazzclub-Szene), bleibt zumeist offen. Wenn sich die zwei so gegensätzlichen Persönlichkeiten zerstreiten, ist die dramatische Fallhöhe dieses Zwists daher äußerst überschaubar.

Generell sind die Szenen, die sich mit den Privatpersonen beschäftigen, statt mit dem überraschend dynamisch eingefangenen Prozess des Lektorierens, fast durchweg entweder beliebig oder unfreiwillig komisch. Vor allem die theatralischen Auftritte Nicole Kidmans sind in ihrer inhaltlich nur rudimentär erläuterten Manie gewaltige tonale Ausrutscher in diesem Biopic, das von Kino-Regiedebütant Michael Grandage und Kameramann Ben Davis (Guardians of the Galaxy) in einem eintönig-künstlichen Braun-Grau-Braungrün-Matsch gehüllt wird und seinen Nebendarstellern kaum Material an die Hand gibt. Schade, dass kein Max Perkins die Hand an diesen Film legen konnte – denn auch aus diesem Werk hätte etwas Starkes rausgeschliffen werden können.

Fazit: Genius – Die tausend Seiten einer Freundschaft gibt Literaturbegeisterten einige sehenswerte Sequenzen darüber, wie große Literatur letzten Endes geschaffen wird. Doch abseits dieser Momente hat dieses spröde, lasch erzählte Biopic so wenig zu bieten, das selbst die beiden engagierten Hauptdarsteller nicht genügen, um es auf ein durchschnittliches Genremaß zu heben.

Freitag, 10. März 2017

Freitag der Karibik #33

Während ich kein großer Freund von David Garretts He's a Pirate-Cover bin, gibt es tatsächlich ein violinenlastiges Cover, das mir gefällt - und zwar folgendes von Taylor Davis. Falls ihr es noch nicht kennt oder es kennt, aber lange nicht mehr gehört habt, wünsche ich viel Hörvergnügen:


Dienstag, 7. März 2017

Meine Lieblingsfilme 2016 (Teil IV)

Weit sind wir gekommen, nun stehen bloß noch ein paar Ehrennennungen im Weg, bis wir endlich mein Lieblingsdutzend an neuen Produktionen aus dem deutschen Filmjahr 2016 abhaken können.

Da wäre etwa John Carneys Musikfilm Sing Street, der saustarke, eingängige Musik und liebenswerte Figuren beinhaltet, der mich allerdings als Story längst nicht so nachhaltig beeindruckt hat wie einige der innigeren Fans dieser Produktion. Nichts passiert ist eine schmucke, nicht hundertprozentig runde, deutschsprachige Mixtur aus pechschwarzer Komödie und Drama über einen hinterlistigen Verantwortungsverweigerer, Midnight Special ist ein ultracooler Film, der wie die Art Film wirkt, die Disney Anfang der 80er verzweifelt auf den Markt warf, um jugendaffin zu wirken - inklusive der Pacingprobleme vieler dieser Filme. Wild ist ein mutiges deutsches Psychogramm, das allerdings längst nicht so profund ist, wie es sich selber verkauft, Birnenkuchen mit Lavendel eine charmante Romantikdramödie, die noch minimal mehr Flair hätte haben dürfen, und Mahana ist ein in Lokal- und Zeitkolorit schwimmendes Maori-Familiendrama mit Charme und Aussagekraft, das hauchdünn an dieser Rangliste gescheitert ist.

Nun aber genug des Hinhaltens. Hier sind die Top 12 der Filme, die mein Cineastenherz 2016 am höchsten haben schlagen lassen!

Platz 12: Zoomania (Regie: Byron Howard & Rich Moore)

Ein Meisterwerk in Sachen Weltenbildung und zudem eine animationstechnische Augenweide, ist Zoomania zwischenzeitlich für meinen Geschmack zu sehr normales Buddy-Cop-Movie, und zu wenig die regelmäßig hier aufblitzende originelle Disney-Version dessen, als dass ich mich hinter diejenigen stellen würde, die die lautesten Lobeshymnen auf diese Animationskomödie singen. Aber das ist Meckern auf gehobenem Niveau. Denn als fein gegliederte, doch mächtig komische Analogie (nicht etwa als simpel übersetzte Fabel) über die Doppelmoral unserer Gesellschaft ist Zoomania einer der mutigeren Einträge in den Disney-Animationskanon und die schiere Menge an denkwürdigen Figuren, die Howard, Moore & Co. hier erschaffen haben, ist beeindruckend. Solide Action, scharfsinnige Alltagsbeobachtungen und lockere Dialoge runden den Gesamteindruck ab.

Platz 11: Junges Licht (Regie: Adolf Winkelmann)

In einem Jahr, in dem das deutsche Kino überdurchschnittlich viele bemerkenswerte Filme zu bieten hatte, beeindruckte mich keine Produktion aus der Bundesrepublik mehr als Adolf Winkelmanns doppelbödiges Loblied auf den Ruhrpott: Die Geschichte eines Sommers, in dem sich die Welt eines jungen Teenagers schleichend veränderte, ist in romantisierten Bildern eingefangen, wird mit dem Erzähltempo eines kontemporären Märchens abgewickelt und erklingt in verklärend-bezirzenden Tönen. Früher, da war alles besser. Und, hach, als Männer noch Männer waren und im Schweiße ihres verrußten Angesichts hart gearbeitet haben! Oder eben doch nicht, denn das Dialogbuch ist eine schonungslose, rekursive Bestandsaufnahme dessen, was die Gesellschaft in den frühen 60er-Jahren noch für angemessen hielt. Dieser Zusammenprall von Tonfällen, Farbästhetiken und Weltbildern ist als Film schwer zu fassen und noch schwerer rational zu erklären: Entweder nimmt man sich dieser Bauchgefühl-Auseinandersetzung mit dem Ruhrgebiet (und Deutschland) von damals auf assoziativer Ebene an, wird verzaubert und geistig angeregt. Oder man reibt sich wund, Junges Licht mittels des filmischen Einmaleins zu erörtern. Ich habe mich für Ersteres entschieden.

Platz 10: The Neon Demon (Regie: Nicolas Winding Refn)

Betörend schön fotografiert. Geisterhaft erzählt. Seelenlose Figuren. Perfekte, eiskalt-mechanisch bezirzende Musik. Und grotesk-makabrer Inhalt. Nach dem von mir nur mit einem desinteressierten Schulternzucken entgegengenommenen Only God Forgives haut Drive-Regisseur Nicolas Winding Refn mit The Neon Demon wieder einen starken Film heraus, der vor Atmosphäre trieft und eine eindringliche Verschmelzung aus Form und Thematik darstellt. Diese Schauermär vom Glitzer- und Glamour-Leben mag zwar einen Plot haben, der selbst den Body Mass Index der meisten Topmodels mächtig aussehen lässt, doch dies hat hier stylische Methodik. Cliff Martinez' Musik, diese kontrastreichen Farben und Elle Fannings schwer zu lesendes, dennoch reichhaltiges Spiel ergeben einen verqueren, kantigen Film, den jeder gesehen haben sollte, der sich an gewagtes Atmokino herantraut.

Platz 9: Arrival (Regie: Denis Villeneuve)

Anspruchsvolle, aber gefühlvolle Sci-Fi mit humanistischer Message, bei der nicht etwa technologische Errungenschaften oder naturwissenschaftliche Fragen im Mittelpunkt stehen, sondern die Macht geduldsamer Kommunikation sowie die Relevanz von Linguistik? Arrival trifft schon allein konzeptionell mehr als nur einen Nerv bei mir, und dank des stimmigen Scores, der hypnotischen Kameraarbeit sowie der menschelnden, facettenreichen Performances von Amy Adams (in einer ihrer besten Rollen!) und Jeremy Renner weiß auch die Umsetzung zu begeistern. Anders als bei vielen Arrival-Fans hat sich bei mir beim Rewatch leider ein minimaler Abnutzungseffekt eingeschlichen, trotzdem ist das minutiös konstruierte Storytelling dieses Dramas aus einer nahen Zukunft beeindruckend!

Platz 8: The Hateful Eight (Regie: Quentin Tarantino)

Zumindest in meinen Augen Quentin Tarantinos bislang nihilistischster Film, und dabei dank der berühmt-berüchtigten, markanten Feder des Oscar-Preisträgers dessen ungeachtet eine wahre Wonne: Dieser Kammerspiel-Rache-Schneewestern-Krimithriller in glorreichen 70mm mag zwar narrativ mehrmals auf der Stelle treten, doch Ennio Morricones brodelnder Score, der auftrumpfende Cast (insbesondere Samuel L. Jackson und Kurt Russell geben einprägsame Performances ab) und die harsch aufgeladenen Wortwechsel lassen darüber quasi hinwegsehen. The Hateful Eight ist Tarantino in Reinform: Das schlichte Grundkonzept seiner Anfänge, die ausladende Inszenierung seiner Spätzeit und die Dialoge sind eine Mixtur aus all seinen Schaffensperioden. Das ist zuweilen mehr Fingerübung als Geschichtenerzählen, aber einem Meister wie Tarantino schaut der geneigte Anhänger auch liebend gern bei Fingerübungen zu.

Platz 7: Demolition (Regie: Jean-Marc Vallée)

Ich bin mit dieser Position in einer verschwindend geringen Minderheit, aber das schüchtert mich nicht ein: Für mich ist der an den Kinokassen brutal aufgelaufene, von Kritikern weitestgehend missachtete Demolition der bis dato beste Film des Regisseurs Jean-Marc Vallée! Die skurril angehauchte Tragikomödie fühlt sich für mich so an, als hätte Gore Verbinski noch einmal einen Film im Stil von Weather Man drehen wollen und sich dieses Mal nach einem emotional angeknacksten Familienvater einen ratlos-apathischen Witwer als Hauptfigur ausgesucht. Jake Gyllenhaal gefällt mir außerordentlich als junger Mann, der den Unfalltod seiner Frau relativ gelassen hinnimmt - jedenfalls so lange, bis ihm sein Umfeld auf den Wecker geht, er müsse doch diese Tragödie irgendwie verarbeiten. Kaum lässt er sich davon anstecken, seziert er sein Leben, indem er die Aufforderung zur Analyse seiner Lage wortwörtlich und einfach alles auseinandernimmt. Was wiederum auch niemandem in seinem Sozialgefüge passt. Naomi Watts als Vielleicht-Geliebte-Vielleicht-platonische-Freundin spielt dem bittersüß-nachdenklich-staubtrocken-komischen Tonfall des Films angemessen verworren und der Flow von Demolition ist fantastisch. Vielleicht wird das irgendwann jemand anderes außer der werten Kollegin Antje und mir erkennen!

Platz 6: Hail, Caesar! (Regie: Ethan & Joel Coen)

Und wieder ein Fall, in dem ich zur Minderheit gehöre: Das True Grit-Remake hat mir zwar handwerklich gefallen, allerdings war es mir nicht besonders genug. Wenn ich einen Film von den Coen-Brüdern sehe, will ich etwas geboten bekommen, das so auch nur dieses Regiegespann verantworten kann. Mit Hail, Caesar! habe zumindest ich die Wiedergutmachung bekommen, die sonst kaum wer eingefordert hat: Mit Verve, Liebe zum Detail, einem augenzwinkernden, religiös aufgeladenen roten Faden, einer melancholisch-dramatischen Zwischennote und sehr spritzigem, albernen Humor verneigen sich die Coens vor dem Hollywoodkino zu Zeiten, als sich das klassische Studiosystem in seinen letzten Atemzügen befand. Mit genüsslich-bescheuerten Sketcheinlagen, einem launigen Starensemble und einem Feuerwerk an filmhistorischen Referenzen ist Hail, Caesar! zwar nicht der anspruchsvollste, wohl aber wenigstens für mich einer der erfrischendsten Coen-Filme.

Platz 5: Swiss Army Man (Regie: The Daniels)

Ein surrealer Traum. Eine erzählerische Glanzleistung, die derben Infantilhumor mit der detaillierten Skizzierung verletzlicher Gefühle vereint. Eine unter dem Mantel vulgärer Albernheit ins Kino geschmuggelte Philosophiestunde mit brillanten Dialogzeilen. Ein doppelbödiges Erzählexperiment, das dem Publikum vorführt, wie gerne es sich ködern lässt. Das alles. Und noch viel mehr. Mit einzigartiger Musikuntermalung und faszinierenderweise in mehreren Dutzend Grüntönen fotografiert ist Swiss Army Man ein außergewöhnlicher, komplexer, dennoch sehr zugänglicher, wundervoll bescheuerter, dämlich-smarter Ausnahmefilm. Einfach großartig!

Platz 4: Anomalisa (Regie: Charlie Kaufman)

Ein waschechter Charlie Kaufman: Eine surreale Geschichte, die einem streng durchdachten, absurden Konzept folgt, dient als Sprungbrett für eine höchstmenschliche, rührende Bestandsaufnahme für komplizierte Gefühlssituationen. Dieser Stop-Motion-Trickfilm, der auf einen winzig kleinen Sprechercast zurückgreift, erzählt von einem Kundendienst-Motivationsredner, der in einem Hotel mit dem schlechten Gewissen ob vergangener Entscheidungen und der klaffenden Leere in seinem Herzen konfrontiert wird - sowie mit dem zärtlichen Hoffnungsschimmer, den eine Zufallsbekanntschaft in ihm aufflackern lässt. Pointierte Situationskomik, gekonnt überspitzte Alltagsbeobachtungen und kunstvoll-poetisch-berührende, schräg-eigensinnige Ideen: Anomalisa ist ein einprägsamer, nachhallender Film, der Intellekt und Herz im Einklang räsonieren lässt.

Platz 3: Vaiana (Regie: Ron Clements & John Musker)

Selten hat bei einem Disney-Film die deutsche Synchronfassung solch eine Qualitätsschere provoziert: In der hiesigen Sprachversion hätte es Vaiana nicht in meine Topliste geschafft. Ich habe wirklich nichts gegen Andreas Bourani (in Baymax gefällt er mir sehr) und Lina Larissa-Strahl (wie sonst findet der dritte Bibi & Tina-Teil den Weg auf Rang 20 dieser Hitliste?), aber auf den Hauptfiguren dieses Disney-Musicalabenteuers sind sie einfach fehlbesetzt. Hinzu stößt eine für Disney-Maßstäbe wacklige Dialog- und Songtextübersetzung, wodurch der so wichtige Flair sowie allerhand charakterliche Nuancen dieses ersten Computeranimationsfilms der Aladdin-Regisseure völlig verweht werden. Im englischsprachigen Original indes segelt Ron Clements' und John Muskers' spaßige, gefühlvolle und so wunderbar schwungvolle Abenteuergeschichte locker am medial mehr beachteten Zoomania vorbei. Zumindest für mich. Eine der facettenreichsten Disney-Heldinnen, ein saukomischer Dummkopf von einem Gockel, ein cooler, leicht zwielichtiger Halbgott als Sidekick und berauschende Hintergründe vermengen sich hier zu einer Produktion, die teils Disney-typisch ist, teils die Formel auf den Kopf stellt, aber nur selten den Fokus darauf lenkt. Außerdem: Kokosnusspiraten!

Platz 2: The First Avenger: Civil War (Regie: Anthony & Joe Russo)

So mag ich meine Superheldenkonfliktfilme: Beide Seiten sind sympathisch und plausibel gezeichnet, mit tief sitzenden Überzeugungen, so dass es zwar leicht fällt, Partei zu ergreifen, dessen ungeachtet eben keine klassische Schwarz-Weiß-Dynamik entsteht (sonst könnte man ja auch einen normalen Superheldenfilm drehen), sondern eben doch ein komplexes Für und Wider entsteht. Das großartige Händchen Marvels bei der Besetzung seiner Helden macht sich hier doppelt und dreifach bezahlt, der Civil War-Cast ist einfach umwerfend, und das Zusammen- sowie Gegeneinanderspiel der Heroen macht nicht nur großen Spaß, sondern ist ebenso ideologisch wie auch persönlich motiviert, wodurch es mitreißend gerät. Die Action ist abwechslungsreich eingefangen und top choreografiert, die Dialogwechsel raffiniert und die Musik reicht zwar nicht an Henry Jackmans brillanten Winter Soldier-Sound heran, trotzdem ist sie besser als der Marvel-Alltag. #TeamCap!

Platz 1: Ghostbusters (Regie: Paul Feig)

Sollen die Hater nun doch an ihrer Galle verschlucken: Ghostbusters löste bei mir 2016 die positivste Reaktion des ganzen Filmjahres aus - und bestätigte dies bei zahlreichen Rewatches. Diese fantastische Geister-Gutelaunekomödie hat spaßige Figuren, Schnellfeuerdialoge und eine dreist-fröhlich grinsende Zwischenebene, die wonnig gelaunt über den Status des Films als Remake, schon in der Vorproduktion lauthals angefeindete Produktion mit Frauenensemble sowie Konventionen des Genres referiert. Theodore Shapiros Score fetzt, Kate McKinnon hat Holtzmann flott in meinen Olymp der Filmfiguren tanzen lassen und Chris Hemsworths Kevin ist der kurzweiligste Volltrottel der jüngeren Kinovergangenheit. Der Look der Geister ist top, das Sounddesign ist knackig und vom minimal stockenden Übergang zwischen Akt zwei und drei abgesehen hat Ghostbusters mächtig Schwung. Mir doch egal, was andere denken, ich schau mir diesen Film liebend gern noch viele, viele, viele Male an. Am liebsten im überragenden 3D!

Freitag, 3. März 2017

Fluch der Karibik #32

Er ist da! Der offizielle Langtrailer zu Pirates of the Caribbean: Salazars Rache!



Was gibt es zu loben? Ich mag die Farbästhetik, die zur Filmreihe passt, und sich dennoch vom eher erdtonfarbenen ersten, vom grünen zweiten, vom ausgeblichenen dritten und vom kontrastreichen vierten Film (entweder märchenhaft übersättigt oder nachtschwarz) abhebt. Schön, dass diese Abwechslung in den vorherrschenden Farben (voraussichtlich) beibehalten wird. Ich mag die Musik, die bringt mich viel mehr in Piratenstimmung als die aus dem Superbowl-Spot. Ich kann irrsinnig über das Geplänkel mit und über Kaya Scodelario alias Carina Smyth lachen. Und die Setpieces wirken bombastisch.

Was mich irritiert: Die Reaktionen auf den Trailer sind so enthusiastisch, auch von Nicht-Fans, und immer wieder wird betont, dass dies so anders aussieht als die bisherigen Pirates-Sequels. Es sei ja wieder so nah am Feeling des Originals. Echt jetzt? Das sieht doch viel eher wie ein weiteres Die Truhe des Todes aus, was nur konsequent wäre, ist doch Fremde Gezeiten tonal nah an Fluch der Karibik. Nun will ich nur noch einen sechsten Film, der ein mutiertes Am Ende der Welt ist, und dann können wir den Pirates of the Caribbean-Sechsteiler mit Käpt'n Jack Sparrow als Galionsfigur abschließen, um eine neue Subsaga zu beginnen.

Denn: Nein, Disney. Nein. Das ist bitte, bitte nicht "das letzte Abenteuer"!

Mittwoch, 1. März 2017

Suicide Squad


Die 175 Millionen Dollar schwere Comicadaption Suicide Squad kann anhand so vieler Fragen aufgeschlüsselt, auseinander genommen, analysiert und debattiert werden. Etwa: Inwiefern ist der Produktion der tumultartige Pfad anzumerken, den sie angeblich auf dem Weg in die Lichtspielhäuser durchschreiten musste? Wie viel Angst sollten Kritiker vor der Fanschelte haben, die nunmehr nahezu unvermeidlich ist, sobald ein Blockbuster besprochen wird – noch dazu einer aus dem Hause DC? Wie viel Joker verträgt dieser Film? Diese Fragen, und viele mehr, wurden an anderer Stelle bereits rauf und runter diskutiert. Eine Frage aber, der noch nicht genug Aufmerksamkeit zuteil wurde, ist folgende: Kann ein hohes Maß an guter Musik dennoch zum Problem werden?

Die Antwort: Womöglich. Die neue Regiearbeit des End of Watch-Machers David Ayer weist nämlich eine der coolsten, am besten kuratierten Songsammlungen jenseits eines Martin-Scorsese- oder Quentin-Tarantino-Films auf. Nicht nur, dass Ayer und seine Music Supervisor Gabe Hilfer (Project X) & Season Kent (Magic Mike XXL) einen variantenreichen, dennoch in sich stimmigen Mix aus Pop, Rock, Elektro und Hip Hop zusammenstellen – diese Hitparade fügt sich thematisch zudem gut in das Filmkonzept. Einen Actionfilm, in dem sich Schurken auf Geheiß einer moralisch fragwürdigen Regierungsbeauftragten gegen eine übernatürliche Bedrohung zusammentun, mit Liedern wie „Sympathy For The Devil“, „Slippin‘ Into Darkness“, „Black Skinhead“, „Gangsta“ und „Paranoid“ untermalen? Das passt!

Obendrein verleiht der markante Soundtrack Ayers erstem Big-Budget-Projekt Schwung – und den hat Suicide Squad durchaus nötig. Obgleich die Story schlicht und geradlinig ist, gerät der Einstieg in dieses Fieslingsstelldichein sehr holprig: Ayer führt einen Teil seiner Titeltruppe in kurzen Episoden vor. Etwa die ehemalige Psychiaterin Harleen Quinzel alias Harley Quinn (Margot Robbie), die seit ihrem Aufeinandertreffen mit dem geisteskranken Superschurken Joker (Jared Leto) vollkommen unberechenbar geworden ist. Oder den Auftragskiller Floyd Lawton alias Deadshot (Will Smith), der ein absoluter Meisterschütze sowie der liebende Vater eines Scheidungskindes ist. Außerdem zeigt Ayer als roten Faden, wie die gerissene Amanda Waller (Viola Davis) ihren Regierungsvorgesetzten das riskante Vorhaben schmackhaft macht, gemeingefährliche Kriminelle in den Dienst des Staates zu stellen.

So weit, so gut. Doch irgendwann wirkt es so, als hätte diese filmische Jukebox einen Sprung: Manche Mitglieder des Himmelfahrtskommandos werden glatt ein zweites Mal porträtiert, ehe Amanda Waller einigen Anzugträgern ihren Plan erklärt – schon wieder! Bis alle Suicide-Squad-Teamkollegen dem Kinopublikum vorgestellt und auf der Leinwand vereint sind, lässt sich Ayer also nicht nur Zeit – er überbrückt diese mit diversen Wiederholungen. Da kommt ein rockiger, eingängiger Soundtrack mit hohem Wiedererkennungswert gerade recht, verleiht er doch der wackligen narrativen Struktur wenigstens etwas Leben.

So richtig Feuer will Suicide Squad in seinem unstrukturierten, aber dank kunterbunter Grafikeinblendungen sehr wohl stylischen ersten Akt dennoch nicht fangen – was nicht frei von Ironie ist, hat einer der Antihelden doch Feuerkräfte (der von Jay Hernandez gespielte El Diablo). Denn die rapide erzählten, zumeist mit Pointen versehenen Schurken-Ursprungsgeschichten kommen zwar mit guter Musikbegleitung daher. Doch nicht nur, dass in Suicide Squad die Lieder mitunter so rasch ineinander übergehen und so wortwörtlich die gezeigte Situation beschreiben, dass man sich in eine Primetime-Dokusoap versetzt fühlt: Die Songs sind oftmals der treffenden Auswahl zum Trotz Fremdkörper, die nicht mit ihrer Sequenz harmonieren wollen.

Wenn etwa der von Will Smith charismatisch gespielte, im Finale mit einer unangebrachten Prise Kitsch konfrontierte, Deadshot bei seiner Rekrutierung für die Suicide Squad nach langer Wartezeit wieder eine Schusswaffe bedienend darf, unterstreicht Ayer dies mit dem Kanye-West-Reißer „Black Skinhead“. Während dieses rasanten, kraftvollen Songs fährt die von Roman Vasyanov (Herz aus Stahl) geführte Kamera nur sehr träge an den konzentriert dreinblickenden Killer heran, Cutter John Gilroy (Nightcrawler) wickelt diese Szene ebenfalls in gemäßigtem Tempo ab. Der „Black Skinhead“-Einsatz in diesem Filmmoment ist somit zwar theoretisch passend, in der praktischen Umsetzung mutet der Chartstürmer aber deplatziert an.

Solche Vorfälle lassen sich in Suicide Squad mehrfach vorfinden. Obwohl Ayer seinem Publikum einige spielerische, wildere Szenenfolgen kredenzt, wie die flackrigen, farbintensiven ersten Flashbacks auf Jokers und Harley Quinns manische Vergangenheit, laufen mindestens genauso viele Szenen der prominenten Musikbegleitung zum Trotz arg nüchtern ab. Es muss ja nicht gleich eine Verschmelzung aus Soundtrack und Filmgeschehen sein, wie sie James Gunn seinen Guardians of the Galaxy vergönnt hat, doch bei solch einer starken Musikauswahl ist es wohl kaum zu viel verlangt, dass zwischen Bild und Ton die Funken sprühen …

Ein Gros der gewöhnlich ablaufenden Szenen findet sich im Mittelteil wieder. Denn auf den inszenatorisch ungezügelten ersten Akt folgt die eigentliche Mission der Titelfiguren, in der die starken Farbkontraste entschwinden, um Platz für eine matschbraun-graue Ästhetik zu machen. Gekämpft wird weitestgehend gegen wortwörtlich gesichtslose Gegnermassen, und dies zumeist humorbefreit, aber nie auf so düstere und brutale Weise, dass Suicide Squad wenigstens eine mutige 180°-Wende hinsichtlich seines Tonfalls vollführen würde. Solche Wandlungen macht allein Harley Quinn durch, die mit ihrer zwischen himmelhoch jauchzend, manipulierend-garstig und kindlich-verspielt hüpfenden Art zumindest konsequent instabil ist, was Robbie mittels losgelöstem Spiel vermittelt.

Ein Großteil der Suicide Squad bleibt daher cooles, aber dramatisch zu kurz kommendes Beiwerk. Fast schon wirkt es so, als wäre Ayer besser bedient gewesen, allein Harley Quinn, Deadshot und den eine dramatische Familiengeschichte aufweisenden El Diablo in den Kampf zu schicken. Denn eine Teamdynamik kommt (abseits einer gute Dialoge aufweisenden, doch jegliches Erzähltempo zerstörenden Barszene) eh nicht zustande – allein schon, weil die Suicide Squad zu keinem Zeitpunkt nennenswertes Teamwork betreiben muss. Das wiederum kostet dem Film die Möglichkeit, mit atemberaubenden Actionmomenten zu trumpfen, in denen die Schurken ihre Fähigkeiten vereinen. Der großspurige Captain Boomerang (Jai Courtney) leistet für die Suicide Squad beispielsweise einen noch geringeren Beitrag als Bogenschütze Hawkeye für Marvels Avengers, ähnlich wie Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje) meist nur am sprichwörtlichen Spielfeldrand verweilt. Andererseits kann Courtney, dessen Mimik und Gestik hier enorm an Tom Hardy erinnert, endlich einmal sein komödiantisches Timing unter Beweis stellen, während Killer Croc vorführt, wie imposant Effekt-Makeup auch in Zeiten digitaler Tricksereien aussehen kann. Ansätze sind also, wie in so vielen Belangen dieses Films, vorhanden – es wird nur kaum etwas aus ihnen gemacht.

Das grellste Beispiel für dieses grundlegende Problem von Suicide Squad ist Jared Letos Interpretation des Jokers. Dass sich Ayer und der für Dallas Buyers Club mit einem Oscar gekrönte Schauspieler für einen Ansatz entschieden haben, der Batmans Erzfeind nun weit, weit von seinen Versionen in Tim Burtons Batman und Christopher Nolans The Dark Knight entfernt? Nachvollziehbar. Dass dieser Joker wie ein abgelehnter Fast & Furious-Ganove rüberkommt, der bei seiner Flucht ins DC-Filmuniversum von einem radioaktiv verseuchten Ed-Hardy-Shirt gebissen wurde? Sonderbare Entscheidung, aber wieso nicht? Dass Letos lautes Spiel zwar dick aufgetragen ist, aber nicht derart cartoonig, dass er wie ein wandelnder Comicpsychopath wirkt, sondern nur wie ein übereifriger Cosplayer? Bedauerlich.

Leto nimmt Häppchen aus jeglichen Ansätzen, die einen Leinwandirren ausmachen könnten, kann sie (auch wegen seiner überschaubaren inhaltlichen Relevanz) allerdings nicht zu einem Gesamtkonstrukt zusammensetzen. Um eine Metapher aufzumachen, die Jesse Eisenbergs Interpretation von Lex Luthor gefallen könnte: Es ist so, als würde man eine riesige Handvoll Gummibärchen auf einen Happs zu sich nehmen – es bleibt keinerlei Fruchtgeschmack übrig, sondern nur das künstliche Geschmackserlebnis „Gummibärchen“. Es wird also nur klar, dass der Joker irre wirken soll, nicht aber, wie irre und welche Form von irre er ist. Bei Harley Quinn hingegen werden die teils in Sekundenbruchteilen erfolgenden Sinneswandel deutlich – Margot Robbie probiert sich eilig durch die Tüte an Gaga-Gummibärchen, weiß aber, dass es ergiebiger ist, wenn jedes Aroma etwas Zeit bekommt, um sich zu entfalten.

Doch egal, ob Suicide Squad nun eher als eine rockige Hitparade verstanden werden will oder als Naschwerkverkostung: Konzept und Umsetzung wollen nicht ganz ineinandergreifen. Dennoch ist Ayers holpernder und polternder Versuch wegen der coolen Figuren und der geschäftigen Erzählweise über weite Strecken unterhaltsam. Und anders als bei der Marvel-Cinematic-Universe-Jugendsünde Iron Man 2 erfolgt der Ausbau des DC-Filmuniversums größtenteils organisch. Das ändert wohlgemerkt nichts am ideenlosen und hastigen Finale, in dem Cara Delevigne als mächtige Enchantress albern herumtänzelt und eine Überdosis Kitsch droht, den Schurken ihre Ecken und Kanten zu rauben. In diesen Minuten hat Ayer überdeutlich mit seiner schurkischen Gummibärchentüte/Plattensammlung und ihrem steten Wandel zwischen süß und sauer, brütend und stylisch zu kämpfen. Und schon wirkt die Frage, ob Suicide Squad zu viel gute Musik auftischt, für kurze Zeit wieder irrelevant.

Fazit: Suicide Squad ist wahrlich kein runder Film, und ein wagemutig variantenreicher Film ist David Ayer mit diesem Schurkenactioner ebenso wenig gelungen. Was diese Comicadaption hingegen darstellt, ist ein tonal gewaltig unausgewogenes, kurzweiliges Chaos mit coolen Figuren und jeder Menge liegen gebliebenem Potential. Misslungen, aber wenigstens nicht nervig oder lahm.