Freitag, 31. Oktober 2008

Selbes Thema - andere Herangehensweise IV

Das monströse Halloween-Special

Ein schaurig schönes Halloween wünsch' ich euch, meine geliebten Freunde des schaurigen Vergnügens!

Extra für euch habe ich zum unheimlichsten Tag des Jahres etwas ganz besonders gruseliges vorbereitet. Nicht nur, dass ich in die Sir Donnerbolds Bagatellen-Gruft herabgestiegen bin, um eine bereits einbalsamierte und von Würmern angefressene, tote Artikelreihe auszugraben und anschließend erfolgreich wiederzubeleben, nein, ich habe sogleich noch schwarze Magie angewandt, um sie mit erschreckenden Attributen auszustatten.

Willkommen bei der ersten Ausgabe meiner kleinen Artikelreihe Selbes Thema - andere Herangehensweise seit nunmehr fünfeinhalb Monaten! Ich habe ihr bereits wieder etwas Staub von den Schultern geklopft und der Verwesungsprozess hat ebenfalls aufgehört, dennoch empfehle ich euch, nicht zu tief einzuatmen.
Im Rahmen des heutige Feiertages möchte ich mich zwei Songs mit dem selben schreckenerregenden und haarsträubenden Thema widmen. Zwei Liedern über...

...die Liebe! Zu Monstern!

Liebe allein kann sehr grausam sein. Menschen rauben des anderen Herzen manche dagegen verdrehen ihnen den Kopf und wieder andere werfen ihre Augäpfel auf unschuldige Anwesende. Das reinste Splatterfest! Richtig abscheulich wird es jedoch erst, wenn einer der zwei Beteiligten nicht menschlicher Natur ist, sondern sich als ein Monster entpuppt.
Alltäglich ist dies wahrlich nicht. Dennoch wurde ich gleich zweimal fündig. Und beide Lieder nähern sich dieser Thematik auf gänzlich unterschiedliche Weise.

Monster-Song Nummer Eins:

Lordi - Would You Love A Monsterman



(Und hier als Link, wenn das Video streikt)

Monster-Song Nummer Zwei:

Beauty & the Beast (Titellied)


(Und die Popversion)

Ähnlichste Stelle:

Would you love a monsterman?
Could you understand,
Beauty of the beast?

[...]
Yeah I would kill
(Lordi)


Both a little scared
Neither one prepared
Beauty and the Beast
(Angela Lansbury)

Die Unterschiede bei der Bearbeitung des Themas:

Beide Lieder verarbeiten die Thematik der Liebe zwischen einem Monster zu einer (offensichtlich menschlichen) Schönheit. Jedoch finden sich die besungenen Monster in den jeweiligen Liedern in einer unterschiedlichen Phase der Liebe, wodurch sich die inhaltliche Stimmung vollkommen ändert. Das Biest im Disneylied erkennt, dass sich die Schönheit ebenfalls hingezogen fühlt, wodurch sich eine romantisierte, blumige Sprachwahl anbietet. Die Beziehung wird mit warmen und zarten Worten umschrieben, das Monster mit der Schönheit zusammen gleichberechtigt in einem Atemzug genannt ("Beauty and the Beast"). Das Monstrum im Lordi-Song dagegen, welches in diesem Falle auch das lyrische Ich ist, konnte die Auserwählte noch nicht für sich gewinnen, ist offensichtlich bereits verzweifelt und sucht nach Möglichkeiten sie für sich zu gewinnen ("I would kill", "I would freeze the hell all over, You just to get a chill.", usw.). In einem ironischen Twist nennt sich das lyrische Ich deshalb nicht in einem Atemzug mit der Geliebten, sondern weist daraufhin, dass er in ihm etwas schlummert, das ihr gleicht ("Beauty of the Beast"). Somit stellt er seinen Wert unter den der Verehrten, auf der Gegenseite jedoch betont er auch seine Macht. Das Monster fährt also zweigleisig, versucht sowohl ihr zu beeindrucken, als seine Verzweiflung auszudrücken und Mitleid zu erregen.

Der unterschiedliche Status der beiden Monster drückt sich auch in der Musikauswahl aus, der Song von Lordi ist viel aggressiver, vermutlich durch die Erfolglosigkeit ausgelöste Wut, während das erfolgreichere, glücklich verliebte Biest eine ausgeglichene Klangtapete spendiert bekommt.

Fazit: Unerfüllte Liebe macht Monster noch monströser, erfüllte Liebe dagegen ist schön.
Danke, liebe musikalischen Talente, ohne euch hätten wir das nie erfahren.

Happy Halloween und auf wiedersehen - hoffentlich auch bei einer weiteren Ausgabe von Selbes Thema - andere Herangehensweise.

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