Freitag, 21. Januar 2011

Black Swan

Die Kurzkritik zu Black Swan, die mir am besten in Erinnerung haften blieb, lautete ungefähr wie folgt: "Black Swan ist, was passiert, wenn Aronofsky seinen Erstling Pi neu dreht - und aus Versehen zum Ballettfilm wird. Das ist ein Kompliment!" Und tatsächlich lassen sich Parallelen zwischen Darren Aronofskys Mathematik-Thriller Pi und dem Ballett-Psychohorror Black Swan ziehen. Ähnlich wie das paranoide Mathematik-Genie Maximilian Cohen von der vermuteten Bedeutung einer 216-stelligen Zahlenfolge war und sich bei seinen Forschungen immer weiter dem schieren Wahnsinn näherte, verliert auch die fragile und allein fürs Ballett lebende Tänzerin Nina Sayers sämtlichen Boden unter den Füßen, als sie sich für die Rolle ihres Lebens als Odette/Odile im Schwanensee dem zerstörerischen Druck ihrer Selbsterwartungen hingibt.

Dramaturgisch und stilistisch würde ich jedoch eher Parallelen zum dramatischen Sucht-Thriller Requiem for a Dream ziehen. Ähnlich wie bei seinem wohl bekanntesten Film, zwängt Aronofsky das Publikum in Black Swan sofort in eine angespannte Atmosphäre. Obwohl die sich zuspitzenden Leinwandereignisse anfangs noch den Anschein erwecken, sie könnten wieder in gesunde Bahnen gelenkt werden, ist einem stets bewusst, dass dies nicht geschehen wird. Die anstehende Eskalation ist stets gewiss, man weiß, dass der Film, so verwaschen später die Grenze zwischen Wahn und Wahrheit sein mag, ein geradliniges und konsequentes Ende nehmen wird. Welcher Art und auf welchem Weg, das entfaltet sich zusammen mit Ninas ihren Verstand bezwingendem Stress. All das gibt Natalie Portman die Gelegenheit, die beste Darbietung ihrer bisherigen Karriere zu liefern. Man kann sie wirklich nicht genug loben - mit ihr steht und fällt Black Swan, und Aronofskys Neuster ist qualitativ viel standfester, als seine zerbrechliche Protagonistin.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Downey jr. oder Depp?

Sam Raimis Oz: The Great and Powerful könnte einen neuen Hauptdarsteller bekommen. Die Walt-Disney-Pictures-Produktion, die erzählt, wie der Zauberer von Oz in dieses zauberhafte Land kommt und sich als Scharlantan und Weiberheld durchschlägt, sollte ursprünglich mit Robert Downey jr. als Hauptdarsteller gedreht werden.

Doch THR meldet, dass Downey jr. womöglich das Interesse am von Joe Roth finanzierten Projekt verloren habe. Disney sei daraufhin an den Mann herangetreten, der nun zum festen Inventar des Studios gehört: Johnny Depp. Der dreht dieses Frühjahr zwar Dark Shadows und sowohl eine Fortsetzung von Pirates of the Caribbean als auch Lone Ranger sind in Planung, aber völlig überreizt ist Depps Terminkalender noch immer nicht, zumal Depps andere Disney-Projekte noch in den Sternen stehen, während Oz bereits in der zweiten Jahreshälfte 2011 mit der Produktion beginnen könnte.

Ich befürchte, dass Disney anfängt Depp zu verheizen und hätte die etwas ungewöhnlichere Paarung Raimi/Downey jr/Oz/Disney bevorzugt, aber ich werde mich nicht groß über die neuen Möglichkeiten beschweren.