Montag, 13. Januar 2014

Oscar 2014: Die möglichen Nominierungen in der Kategorie "Beste Filmmusik"


Die Songs sind vorhergesagt, nun geht es an die Instrumentalmusik. Anders als bei den Liedern durchbricht die Liste der qualifizierten Titel in dieser Sparte die Marke der Dreistelligkeit: 114 Filme stehen mit ihrem Score zur Wahl, nur fünf werden schlussendlich für den Academy Award nominiert. Auch hier gelten besondere Regeln, weshalb etwa Edgar Wrights The World's End mit seiner Masse an Einsätzen bereits existierender Stücke nicht zur Auswahl steht. Auch The Lone Ranger hat sich nicht qualifiziert, wobei mir nicht bekannt ist, ob Zimmer den Score nicht einrichte, die Musikbranche der Academy ihn aufgrund mehrerer Kollaborateure disqualifizierte (einige Tracks stammen zum Beispiel aus Jack Whites kurzem Einsatz als Komponist am Film) oder ob das ausführliche Willhelm-Tell-Neuarrangement die Filmmusik zu sehr in den Bereich "basierend auf vorab existierendem Material" drängelt.

Wie dem auch sei: Weil ich mich in dieser Kategorie für etwas fähiger als bei den Songs halte, die Academy einzuschätzen, und weil es so auch mehr Spaß macht, teile ich die komplette Liste der qualifizierten Titel in Untersparten ein. Abhängig davon, wie wahrscheinlich eine Nominierung meiner Ansicht nach ist ...

Die Qualifizierung ist schon die größte Ehre:

Admission,” Stephen Trask
Ain’t Them Bodies Saints,” Daniel Hart
Alone Yet Not Alone,” William Ross
The Armstrong Lie,” David Kahne
Arthur Newman,” Nick Urata
At Any Price,” Dickon Hinchliffe
Austenland,” Ilan Eshkeri
Before Midnight,” Graham Reynolds
The Best Man Holiday,” Stanley Clarke
The Butterfly’s Dream,” Rahman Altin
The Call,” John Debney
Closed Circuit,” Joby Talbot
The Company You Keep,” Cliff Martinez
Copperhead,” Laurent Eyquem
The Croods,” Alan Silvestri
Despicable Me 2,” Heitor Pereira
Ender’s Game,” Steve Jablonsky
Escape from Planet Earth,” Aaron Zigman
Evil Dead,” Roque Baños
47 Ronin,” Ilan Eshkeri
42,” Mark Isham
Free Birds,” Dominic Lewis
Free China: The Courage to Believe,” Tony Chen
Fruitvale Station,” Ludwig Goransson
G.I. Joe: Retaliation,” Henry Jackman
Gangster Squad,” Steve Jablonsky
The Hangover Part III,” Christophe Beck
Haute Cuisine,” Gabriel Yared
Hollywood Seagull,” Evgeny Shchukin
Hours,” Benjamin Wallfisch
How Sweet It Is,” Matt Dahan
Identity Thief,” Christopher Lennertz
The Incredible Burt Wonderstone,” Lyle Workman
Insidious: Chapter 2,” Joseph Bishara
Instructions Not Included,” Carlo Siliotto
The Internship,” Christophe Beck
The Invisible Woman,” Ilan Eshkeri
Jack the Giant Slayer,” John Ottman
Jobs,” John Debney
Kamasutra 3D,” Sreejith Edavana und Saachin Raj Chelory
Live at the Foxes Den,” Jack Holmes
Love Is All You Need,” Johan Söderqvist
Mama,” Fernando Velázquez
The Missing Picture,” Marc Marder
The Mortal Instruments: City of Bones,” Atli Örvarsson
Mud,” David Wingo
Murph: The Protector,” Chris Irwin und Jeff Widenhofer
Olympus Has Fallen,” Trevor Morris
Pacific Rim,” Ramin Djawadi
Pain & Gain,” Steve Jablonsky
Percy Jackson: Sea of Monsters,” Andrew Lockington
“Planes,” Mark Mancina
R.I.P.D.,” Christophe Beck
Reaching for the Moon,” Marcelo Zarvos
Romeo & Juliet,” Abel Korzeniowski
Runner Runner,” Christophe Beck
“Salinger,” Lorne Balfe
“Short Term 12,” Joel P. West
The Smurfs 2,” Heitor Pereira
Thor: The Dark World,” Brian Tyler
Tim’s Vermeer,” Conrad Pope
“Turbo,” Henry Jackman
2 Guns,” Clinton Shorter
The Ultimate Life,” Mark McKenzie
Unfinished Song,” Laura Rossi
Wadjda,” Max Richter
Walking with Dinosaurs,” Paul Leonard-Morgan
Warm Bodies,” Marco Beltrami und Buck Sanders
We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks,” Will Bates
We’re the Millers,” Theodore Shapiro und Ludwig Goransson
What Maisie Knew,” Nick Urata
Why We Ride,” Steven Gutheinz
“Winnie Mandela,” Laurent Eyquem
The Wolverine,” Marco Beltrami

Hat gute Momente, aber für eine Oscar-Nominierung ist es einfach nicht genug:



Elysium,” Ryan Amon
Enough Said,” Marcelo Zarvos
Epic,” Danny Elfman
Ernest & Celestine,” Vincent Courtois
“Hansel & Gretel Witch Hunters,” Atli Örvarsson
The Hunger Games: Catching Fire,” James Newton Howard
Iron Man 3,” Brian Tyler
Labor Day,” Rolfe Kent
Lee Daniels’ The Butler,” Rodrigo Leão
“Now You See Me,” Brian Tyler
“Oldboy,” Roque Baños
“The Place beyond the Pines,” Mike Patton
“Safe Haven,” Deborah Lurie
Side Effects,” Thomas Newman
The Spectacular Now,” Rob Simonsen
Star Trek Into Darkness,” Michael Giacchino
Stoker,” Clint Mansell
The Wind Rises,” Joe Hisaishi

Gut, aber stilistisch nichts, was bei den Oscars den Hauch einer Chance hätte:

Escape from Tomorrow,” Abel Korzeniowski

The Conjuring,” Joseph Bishara
The Counselor,” Daniel Pemberton

Wird von Songs zu sehr an den Rand gedrängt:


The Great Gatsby,” Craig Armstrong

The Secret Life of Walter Mitty,” Theodore Shapiro
Trance,” Rick Smith


Mir egal, dass dieser Score bei den Globes nominiert wurde, ich erachte ihn nicht als Oscar-tauglich:

Mandela: Long Walk to Freedom,” Alex Heffes

Wenn Teil eins der Filmreihe nicht nominiert wurde, wieso sollte Teil zwei plötzlich berücksichtigt werden? Die wiederkehrenden Themen gefielen der Academy vor einem Jahr schon nicht genügend, und die neuen Melodien sind nicht stilistisch so anders oder dermaßen stärker, dass eine Nominierung nahelegend scheint:


The Hobbit: The Desolation of Smaug,” Howard Shore


Wenn Daft Punks Arbeit an Tron: Legacy nicht gewürdigt wurde, so wäre es doch überaus erstaunlich, wenn dieser ebenfalls tolle Score von M83 dieses Jahr mehr Achtung bei den Oscars bekommt:


Oblivion,” Anthony Gonzalez und Joseph Trapanese


In einem anderen Jahr wäre eine Nominierung vollauf denkbar (und ich wäre unfassbar froh, käme es zu einer überraschenden Nennung), aber dieses Jahr gibt es zu viel Konkurrenz, die ein Stück weit mehr Oscar-tauglich geraten ist:


Oz The Great and Powerful,” Danny Elfman

Prisoners,” Jóhann Jóhannsson
Man of Steel,” Hans Zimmer

Bleiben nur noch zehn qualifizierte Scores, die es nun zu halbieren gilt:

All Is Lost,” Alex Ebert
The Book Thief,” John Williams
Captain Phillips,” Henry Jackman
Gravity,” Steven Price
Her,” William Butler und Owen Pallett
Monsters University,” Randy Newman
Philomena,” Alexandre Desplat
Rush,” Hans Zimmer
Saving Mr. Banks,” Thomas Newman
12 Years a Slave,” Hans Zimmer

Für gesetzt halte ich die intensiven Weltraumklänge, die Steven Price dem Höllenritt Gravity verleiht sowie Zimmers mehrfach umjubelte, emotionale Untermalung von 12 Years a Slave. Thomas Newmans mehrfach nominierte Musik, die Saving Mr. Banks begleitet, begeisterte ebenfalls zahlreiche Kritiker und bekam  nicht umsonst eine Luxus-Veröffentlichung von Disney spendiert. Und das Studio soll sich sehr in Sachen Oscar-Promo verausgaben, um den mehrmals Oscar-nominierten, nie prämierten Thomas Newman ein weiteres Mal in die Kategorie zu hieven. 


Bleiben zwei hart umkämpfte Slots. Bei solch einem heißen Wettkampf bezweifle ich (leider), dass Zimmer eine Doppel-Nominierung erhält, womit Rush rausfällt. Doch was nun? Berücksichtigt man, dass die BAFTA-Nominierungen in den vergangenen drei Jahren entweder deckungsgleich mit den Oscar-Nennungen in dieser Kategorie waren oder bloß ein Titel ausgetauscht wurde, so haben sich The Book Thief und Captain Phillips eine größere Berücksichtigung verdient.


Angesichts der Liebe der Academy zu John Williams nehme ich The Book Thief ohne weiteres Murren in meine Prognose auf. Bliebe der letzte Film über ... und hier zweifle ich an, dass sich dieses Jahr die Oscars und die BAFTAs komplett gleichen. Henry Jackmans Kompositionen ließen die Academy bislang kalt, und auch wenn die Dramatik von Captain Phillips effektiv unterstrichen wird, so ist Jackmans Score kein Geniestreich. Es wäre ein wenig kurios, wenn er dafür seine erste Nominierung einheimst. Seinen Platz wird also entweder Globe-Gewinner Alex Ebert für All is Lost, der stets Oscar-nominierte Randy Newman für Monster Uni oder Academy-Darling Alexandre Desplat für Philomena einnehmen. Wenn es nicht die populären Her-Komponisten William Butler und Owen Pallett werden. Auch wenn die Her-Musik einiges an Buzz erhält, ebenso wie der All is Lost-Score, so werden es meiner Ansicht nach eher zwei Veteranen unter sich ausmachen. Die Academy liebt ihre Lieblingskomponisten, und so wird Nominierung Nummer fünf (glaube ich, zumindest) entweder an den grundsoliden Philomena-Score oder Newmans spaßig-einfallsreiche Monster Uni-Studentenmusik gehen. Mein Tipp: Altbekannter Komponist mischt mit Marching-Band-Sound die Welt der Animationsfilmmusik auf und erntet eine weitere Oscar-Nominierung!


Meine Vorhersage lautet daher:


Monsters University,” Randy Newman
The Book Thief,” John Williams
Gravity,” Steven Price
Saving Mr. Banks,” Thomas Newman

12 Years a Slave,” Hans Zimmer

Oscars 2014: Die möglichen Nominierungen in der Kategorie "Bester Song"

Oder: Let It Go und die vier möglichen Konkurrenten 

Die Song-Kategorie war in den vergangenen Jahren das größte Kuriosum der Oscar-Verleihung: In einem Jahr voll mit von Kritikern geliebten, sich langsam ins Gehör schleichenden Nummern bekannter Künstler werden nur zwei Slumdog Millionär-Lieder und die Abspannnummer aus WALL•E nominiert. Die atemberaubende Ballade aus Rapunzel verliert gegen "Randy Newman Standardsong #127" aus Toy Story 3. Und 2012 bekamen wir nur zwei Nominierungen zu Gesicht!

Das Gekicher über die Song-Kategorie drang bis zur Academy durch, weshalb es eine Regeländerung gab und somit wieder eine Garantie, dass fünf Lieder nominiert werden. Trotzdem werden manche Filmfreunde am Donnerstag gewiss verwundert dreinblicken, weshalb die spaßige Nummer Please Mr. Kennedy aus Inside Llweyn Davis ohne Nominierung dasteht. Ich kann euch verraten, weshalb: Der Titel ist nicht für eine Nominierung zugelassen. Um in der Song-Kategorie gewählt werden zu können, müssen Lieder mehrere Kriterien zulassen. Zum einen: Nur zur Nominierung eingereichte Stücke werden berücksichtigt. Deshalb wird es auch keine Mehrfach-Nennung für Die Eiskönigin geben, denn seit die mehrfach nominierten Verwünscht und Küss den Frosch leer ausgehen, ist Disney mit seinen Meisterwerk-Kompositionen sehr vorsichtig und lässt von den Komponisten nur noch das musikalische Herzstück einreichen. Bei Rapunzel war es I See the Lights, dieses Mal ist es Let It Go.

Und zusätzlich zu dieser Regelbegrenzung gibt es zwei weitere nennenswerte Beschränkungen: Ein Filmsong muss eine neue, für den Film geschriebene Komposition sein. Keine Popsongs, die durch den Film bekannt wurden, keine abgekupferten Nummern! Zudem werden bloß Lieder berücksichtigt, die im eigentlichen Film vorkommen oder zu Beginn des Abspanns laufen. Ist ein Song Nummer zwei im Abspann oder kommt sogar noch später erstmals zu Ohren der Zuschauer, kann er nicht nominiert werden.

Die ersten beiden Einschränkungen sind für Please Mr. Kennedy von Bedeutung: Die Songschreiber Ed Rush, George Cromarty, T Bone Burnett, Justin Timberlake, Joel & Ethan Coen verzichteten darauf, ihre Nummer einzureichen, weil sie sich mehrfach bewusst auf Novelty-Songs der frühen 60er bezieht und somit, trotz einiger origineller Ideen, wahrscheinlich eh disqualifiziert worden wäre.

Stattdessen sind diese 75 Lieder qualifiziert:

Amen” aus “All Is Lost”
“Alone Yet Not Alone” aus “Alone Yet Not Alone”
“Doby” aus “Anchorman 2: The Legend Continues”
“Last Mile Home” aus “August: Osage County”
“Austenland” aus “Austenland”
“Comic Books” aus “Austenland”
“L.O.V.E.D.A.R.C.Y” aus “Austenland”
“What Up” aus “Austenland”
“He Loves Me Still” aus “Black Nativity”
“Hush Child (Get You Through This Silent Night)” aus “Black Nativity”
“Test Of Faith” aus “Black Nativity”
“Forgiveness” aus “Brave Miss World”
“Lullaby Song” aus “Cleaver’s Destiny”
“Shine Your Way” aus “The Croods”
“Happy” aus “Despicable Me 2″
“Gonna Be Alright” aus “Epic”
“Rise Up” aus “Epic”
“What Matters Most” aus “Escape from Planet Earth”
“Bones” aus “For No Good Reason”
“Going Nowhere” aus “For No Good Reason”
“Gonzo” aus “For No Good Reason”
“The Courage To Believe” aus “Free China: The Courage to Believe”
“Let It Go” aus “Frozen”
“100$ Bill” aus “The Great Gatsby”
“A Little Party Never Killed Nobody (All We Got)” aus “The Great Gatsby”
“Over The Love” aus “The Great Gatsby”
“Together” aus “The Great Gatsby”
“Young and Beautiful” aus “The Great Gatsby”
“The Moon Song” aus “Her”
“I See Fire” aus “The Hobbit: The Desolation of Smaug”
“Bite Of Our Lives” aus “How Sweet It Is”
“Try” aus “How Sweet It Is”
“Atlas” aus “The Hunger Games: Catching Fire”
“Better You, Better Me” aus “The Inevitable Defeat of Mister & Pete”
“Bring It On” aus “Jewtopia”
“Aygiri Nadani” aus “Kamasutra 3D”
“Har Har Mahadeva” aus “Kamasutra 3D”
“I Felt” aus “Kamasutra 3D”
“Of The Soil” aus “Kamasutra 3D”
“Sawariya” aus “Kamasutra 3D”
“In The Middle Of The Night” aus “Lee Daniels’ The Butler”
“You And I Ain’t Nothin’ No More” aus “Lee Daniels’ The Butler”
“Let’s Take A Trip” aus “Live at the Foxes Den”
“Pour Me Another Dream” aus “Live at the Foxes Den”
“The Time Of My Life” aus “Live at the Foxes Den”
“Ordinary Love” aus “Mandela: Long Walk to Freedom”
“Monsters University” aus “Monsters University”
“When The Darkness Comes” aus “The Mortal Instruments: City of Bones”
“Sacrifice (I Am Here)” aus “Murph: The Protector”
“The Muslims Are Coming” aus “The Muslims Are Coming!”
“Oblivion” aus “Oblivion”

“Sweeter Than Fiction” aus “One Chance”
“Nothing Can Stop Me Now” aus “Planes”
“We Both Know” aus “Safe Haven”
“Get Used To Me” aus “The Sapphires”
“Stay Alive” aus “The Secret Life of Walter Mitty”
“So You Know What It’s Like” aus “Short Term 12″
“There’s No Black Or White” aus “Somm”
“Cut Me Some Slack” aus “Sound City”
“You Can’t Fix This” aus “Sound City”
“Let It Go” aus “Spark: A Burning Man Story”
“We Ride” aus “Spark: A Burning Man Story”
“Becomes The Color” aus “Stoker”
“Younger Every Day” aus “3 Geezers!”
“Here It Comes” aus “Trance”
“Let The Bass Go” aus “Turbo”
“The Snail Is Fast” aus “Turbo”
“Speedin’” aus “Turbo”
“My Lord Sunshine (Sunrise)” aus “12 Years a Slave”
“Make It Love” aus “Two: The Story of Roman & Nyro”
“One Life” aus “The Ultimate Life”
“Unfinished Songs” aus “Unfinished Song”
“For The Time Being” aus “The Way, Way Back”
“Go Where The Love Is” aus “The Way, Way Back”
“Bleed For Love” aus “Winnie Mandela”

Es wäre müßig, sämtliche dieser 75 Lieder durchzugehen und ihre Oscar-Chancen zu kommentieren. Zudem bezweifle ich, dass das irgendjemand lesen wollen würde. Daher schmeiße ich an dieser Stelle schlicht kommentarlos sämtliche Lieder raus, denen ich gar keine Chance einrechne. Sei es, weil sie nicht denkwürdig genug sind, sie zwar kurzweilig sind, aber zu simpel, als dass sie eine Nominierung verdient hätten oder weil sie in ihrem eigenen Film zu harsche Konkurrenz haben.

Meine "Shortlist" umfasst daher folgende 13 Titel:

Amen” aus “All Is Lost”
“Doby” aus “Anchorman 2: The Legend Continues”
“Last Mile Home” aus “August: Osage County”
“Let It Go” aus “Frozen”
“Young and Beautiful” aus “The Great Gatsby”
“The Moon Song” aus “Her”
“I See Fire” aus “The Hobbit: The Desolation of Smaug”
“Atlas” aus “The Hunger Games: Catching Fire”
“In The Middle Of The Night” aus “Lee Daniels’ The Butler”
“Ordinary Love” aus “Mandela: Long Walk to Freedom”
“Sweeter Than Fiction” aus “One Chance”
“So You Know What It’s Like” aus “Short Term 12″
“My Lord Sunshine (Sunrise)” aus “12 Years a Slave”

Dann wollen wir diese Gruppe mal weiter ausdünnen: Let It Go aus Disneys (mich etwas überraschenden) Welthit ist gesetzt, ebenso wie der in jeder Expertenliste auftauchende, von Karen O Moon Song aus Her. Weshalb auch nicht? Let It Go ist nicht nur pures Disney-Gold, sondern somit auch erwiesenermaßen wie geschaffen für eine Oscar-Nominierung. Ebenso erwiesen Oscar-Anwärter wie Pi's Lullaby, Coming Home, If I Rise und die Gewinner The Weary Kind oder Falling Slowly in den vergangenen Jahren, dass die Musikbranche der Academy eine Schwäche für sanfte, mit prägnanten, zum Film passenden Texten versehene Balladen (entwickelt) hat. Bei solchen Liedern ist stets nur die Frage, ob sie aus den vielen (ähnlich gelagerten) qualifizierten Stücken auch genügend herausstechen. The Moon Song hat mit Her einen viel besprochenen Film auf seiner Seite, zudem geht das Lied gut ins Ohr und kann auf Karen Os schöne Säuselstimme setzen.

Bleiben drei Slots zu besetzen. Doby aus Anchorman 2 hat zwar in der Bloggerszene einige Fans und könnte sich als liebevoll komponierte Scherznummer in anderen Jahren durchaus durchsetzen (siehe: Man or Muppet oder Blame Canada), jedoch ist dieses Jahr die Konkurrenz zu groß und zu ernsthaft, als dass ich es für wahrscheinlich halte. I See Fire aus Der Hobbit: Smaugs Einöde ist zwar radiotauglicher als die Nummer aus dem ersten Hobbit, doch zugleich auch weniger konsequent in den Film eingebaut sowie weniger monumental. Wenn also schon der tragende Misty Mountains nicht nominiert wurde, mag ich kaum an eine Nominierung für I See Fire glauben, selbst wenn sie mich freuen würde. Auch auf Atlas mag ich trotz bekannter Interpreten nicht setzen, da es zu sehr nach einem normalen Radiolied klingt und schnell vergessen ist.

Ordinary Love wiederum ist durch seinen Globe-Sieg ein etwas auffälligerer Kandidat geworden. Die Oscar-Nominierungen konnten dadurch nicht beeinflusst werden, aber vielleicht sieht die AMPAS ähnlich wie die Hollywood Foreign Press etwas in diesem Titel, das ich übersehe? In The Middle of The Night wiederum ist mir zu aufdringlich, und ich möchte mutmaßen (hoffen?), dass die Academy ähnlich denkt. So You Know What It's Like aus Short Term 12 wiederum wirkt mehr wie eine handlungsimmanente Impro-Nummer und weniger wie ein komponiertes Stück, was (meinem Bauchgefühl nach) eher schadet denn hilft.

Somit bleiben erstmal Amen, Last Mile Home, Young and Beautiful, Ordinary Love, Sweeter Than Fiction und My Lord Sunshine (Sunrise) für die drei Plätze neben Elsa und Karen O über. Ich tendiere dazu, Young and Beautiful aufgrund der Einarbeitung in den Film und Lana del Reys Popularität als halbwegs sichere Nummer zu sehen (trotz fehlender Globe-Nennung), ebenso zu berücksichtigen ist My Lord Sunshine (Sunrise), ein eindrucksvolles, kleines Stück und zudem Teil des Oscar-Frontrunners. Aber welche Nummer wird mein fünfter Nominierter? Last Mile Home ist von Kings of Leon, Ordinary Love ist ein erwiesener Gewinner-Titel, Sweeter Than Fiction ein aggressiv süßes Taylor-Swift-Lied und Amen die Hymne des Surviral-Dramas All is Lost ...

Auch wenn es dumm ist, gegen Lieder zu tippen, die bereits Preise erhalten haben, so gingen Globe-Sieger durchaus ab und an bei den Oscars völlig leer aus, daher entscheide ich mich gegen U2 und für ... Amen. Es könnten auch alle anderen meiner zuletztgenannten Lieder werden, dennoch erscheint mir dies die kraftvollste Wahl.

Also langer Rede, folgender Sinn: Meine Prognose für die Oscar-Nominierung in der Song-Kategorie umfasst diese Lieder ...

  • Amen” aus “All Is Lost”
  • “Let It Go” aus “Frozen”
  • “Young and Beautiful” aus “The Great Gatsby”
  • “The Moon Song” aus “Her”
  • “My Lord Sunshine (Sunrise)” aus “12 Years a Slave”