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Sonntag, 30. März 2025

Mediatheken-Tipps (30. März 2025)

Echoes: Franz Ferdinand (Konzert, 2022) Die Schotten, die den Sound meiner 2000er mitgeprägt haben, spielen in Frankreich ein Hit-Potpourri, bei dem Take Me Out, The Dark Of The Matinée und Lucid Dreams selbstredend nicht fehlen dürfen. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 3. April 2025

"Zurück in die Zukunft": Wie ein Film zeitlos wurde (Doku, 2022) In gewohnt-verlässlicher Manier der nicht ganz einstündigen arte-Popkulturdokus braust diese Zurück in die Zukunft-Verneigung durch die Entstehung und das kulturelle Echo des Zemeckis-Blockbusterklassikers. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 21. Mai 2025

Black Sabbath: The End (Konzert, 2017) Die Heavy-Metal-Urväter beendeten ihre The End-Tour in Birmigham und fetzten sich dabei eindrucksvoll durch ihre imposante Diskografie. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 31. August 2025

Sergej Prokofjew: Peter und der Wolf (Konzert, 2025) Das ikonische Orchestermärchen, umgesetzt mit Jean Reno als Erzähler und Renaud Capuçon als Dirigent und inhaltlich hie und da abgemildert. Aber hört selbst.. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 3. September 2025

La Ciotat: Der erste Filmstar der Geschichte (Reportage, 2024) arte besucht den sonnigen Schauplatz diverser früher Lumière-Filme. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 1. Februar 2026

Moby: Play 25 im Sportpaleis Antwerpen (Konzert, 2024) arte hat die Live-Wiederaufführung des einflussreichen Moby-Albums in sogleich zwei Fassungen in petto - einmal etwa eineinhalb Stunden, einmal knapp zwei Stunden lang. Als Bonus gibt es auch Moby-Hits aus anderen Alben, darunter selbstredend auch Lift Me Uparte-Mediathek, abrufbar bis zum 11. November 2026

Sonntag, 2. März 2025

Mediatheken-Tipps (2. März 2025)

Der brave Soldat Schwejk (Pazifistische Kriegskomödie, 1960) Die Vorlage in ihrer Schärfe abschwächelnde, dennoch charmante, in ihrer Aussage deutliche und schelmisch-witzige Antikriegskomödie mit einem tollen Heinz Rühmann in der wahlweise überaus gewieften oder extrem vom Glück verwöhnten Hauptrolle. 3sat-Mediathek, abrufbar bis zum 4. März 2025

Ente gut! Mädchen allein zu Haus (Familienkomödie, 2016) Eine Elfjährige und ihre kleine Schwestern sind aufgrund eines Familiennotfalls auf sich allein gestellt - und müssen klug taktieren, um das vor dem Jugendamt und gemeinen Leuten aus der Nachbarschaft geheim zu halten. Kurzweiliger Spaß mit Botschaft und launigen Figuren. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 24. März 2025, 8.05 Uhr

Sisters with Transistors (Musik-Dokumentation, 2020) Kompakte, informative Doku über die Vorreiterinnen der elektronischen Musik. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 31. März 2025

Artistik aus einer anderen Welt: Gravity & Other Myths (Akrobatik-Porträt, 2024) Eindrucksvoll bebildertes Dokuporträt der Akrobatikkompanie Gravity & Other Myths. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 25. April 2025, 5 Uhr 

Black Box (Streit-Dramödienthriller, 2023) Toll besetzter Film über Misstrauen, Vorurteile, Wut und verschleppte Rachegefühle in einem Berliner Hinterhof. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 13. Juni 2025

Soundtrack für einen Staatsstreich (Politische Musikdoku, 2024) Aktuell im Oscar-Rennen, jetzt schon bei arte abrufbar: Aufschlussreiche Doku über die Wechselwirkung zwischen Musik, gesellschaftlicher Stimmung und politischer Wende, zentral erzählt am Beispiel der Sängerin Abbey Lincoln und des Schlagzeugers Max Roach, die, nachdem der Menschenrechtler und kongolesische Präsident Patrice Lumumba ermordet wurde, aus Protest den UN-Sicherheitsrat stürmten. Doch es sind noch viele weitere Jazzgrößen Thema. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 11. September 2025

Donnerstag, 13. Februar 2025

Mediatheken-Tipps (13. Februar 2025)

Werk ohne Autor (Drama, 2018) Florian Henckel von Donnersmarcks ausschweifende, filmisch ambitionierte Vereinigung aus Literaturbegeisterung, Kunstinteresse und Geschichtsbewältigung ist wesentlich sperriger als Das Leben der Anderen, aber das gereicht diesem schweren Drama schlussendlich zum Vorteil. Aber ich will mich nicht wiederholenARD-Mediathek, abrufbar bis zum 15. Januar 2025

Der Marathon-Mann (Thriller, 1976) Dustin Hoffman, Roy Scheider, Laurence Olivier, John Schlesingers nervenaufreibende Inszenierung und eine der (im Sinne des Filmes) ätzendsten Folterszenen der Kinogeschichte. 3sat-Mediathek, abrufbar bis zum 24. Februar 2025

Art Brut - Die andere Kunst (Doku, 2020) Außenseiterkunst der Kategorie Art Brut, die autodidaktische und antiakademische Kunst vereint, wird auf dem Kunstmarkt immer erfolgreicher. Aber wie sehr ist die Art Brut sich selbst treu, wenn sie von Museen und Auktionshäusern in Euphorie versetzt? arte-Mediathek, abrufbar bis zum 10. März 2025

Krieg und Frieden (Monumentale Literaturadaption, 1966) Über Sergei Bondartschuks Tolstoi-Adaption kursieren widersprüchliche Zahlen und Daten voller Superlative, doch ganz gleich, welche Rekorde denn nun stimmen, und welche nur erdacht sind: Dieser gewaltige Filmexzess ist eine einzigartige Wucht! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 1. Juni 2025

An Urban Allegory (Allegorischer Kurzfilm, 2024) Alice Rohrwachers kontemporäre Reinterpretation des Höhlengleichnisses mit JR-Straßenkunst-Einschlag. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 26. Juni 2025

Amanda Lear, die Geheimnisvolle: Nennen Sie mich Fräulein (Dokuporträt, 2022) Die Popikone mit der rauchigen Stimme und der verruchten Aura bekommt die informativ-kompakte arte-Stardokuporträt-Behandlung. Verlässlich-sehenswert. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 6. Juli 2025

Freitag, 20. Dezember 2024

Mediatheken-Tipps (20. Dezember 2024)

Einsam zweisam (Großstadt-Drama, 2019) Cédric Klapisch erzählt mit Alltagspoesie und nach Anschluss suchendem Herzen die Geschichte zweier einsamer Menschen, die in Paris versuchen, ihr Leben wieder in die Bahn zu kriegen. Und unentwegt drängt sich die Frage auf: Können sie sich nicht einfach gegenseitig retten? Doch so einfach ist das nicht... ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 2. Januar 2025

No Turning Back (Kammerspiel-Thrillerdrama, 2013) In diesem Anwärter auf den Titel "Tom Hardys beste Performance" will ein Bauleiter vergangene Fehler und aktuelle Lebenskrisen meistern, all das während einer einsamen Autofahrt. Bewegend, spannend, saustark gespielt. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 8. Januar 2025

Die Regenschirme von Cherbourg (Durchkomponiertes Musical, 1964) Jacques Demy atemberaubendes Meisterwerk über Liebe, gebrochene Herzen und Sehnsucht, eingefangen in kräftig leuchtenden, märchenhaften Farben. Zum Dahinschmelzen! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 8. Januar 2025

The Green Knight (Dramatische Fantasy, 2021) David Lowerys imposant gefilmte, intensive Atmosphäre aufweisende und vielschichtige Interpretation der romantischen Rittersage Sir Gawain und der grünen Ritter aus dem Sagengeflecht über die Tafelrunde. Ein Film mit einem unmwerfenden Dev Patel in der Hauptrolle und immenser Sogwirkung. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 10. Januar 2025

Der schwarze Korsar (Piraten-Abenteuer, 1976) Sergio Sallimas Romanverfilmung über einen adligen Piraten auf Rachemission setzt mehr auf schmachtende Figuren, als auf Hochsee-Thrill, lebt aber von der ästhetischen und tonalen Patina des 70er-Abenteuerkinos aus Italien und prachtvollen Schauplätzen. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 11. Januar 2025

The World of Hans Zimmer (Konzertfilm, 2024) Nach seinem Prager Konzertfilm zieht es Hans Zimmer gen Krakau. Unter anderem mit einem Chor und der Sängerin Lisa Gerrard präsentiert der einflussreiche Komponist neu arrangierte Kompositionen und Medleys aus Gladiator, Interstellar, Wonder Woman 1984, Dune: Part Two, Sherlock Holmes, Im Glanz der Sonne, Der König der Löwen und der Pirates of the Caribbean-Saga. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 29. Mai 2025

Samstag, 30. November 2024

Mediatheken-Tipps (30. November 2024)

Besser geht's nicht (Romantische Komödie mit dramatischen Zwischentönen, 1997) Jack Nicholson und Helen Hunt brillieren in einer munteren, eloquent verfassten Romantikkomödie von James L. Brooks, in der es zwischendurch auch sensibel und nachdenklich zugehen darf. Ein Wohlfühlfilm mit Köpfchen. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 3. Dezember 2024

Viva Maria! (Nouvelle-Vague-Abenteuerkomödie mit parodistisch-satirischen Einschlägen, 1965) Louis Malles burlesque, fidele Subversierung des Buddy-Abenteuerkinos mit Brigitte Bardot und Jeanne Moreau als irische Terroristin und singende Schauspielerin, die sich in Mittelamerika in einem Zirkuswagen kennenlernen. Schnell werden sie zu einer unzertrennlichen Einheit, die sich gegenseitig in Liebesdingen und Revolutionsideen beeinflussen. Oh, und sie sagen dem Faschismus sowie bigott-christlichen Konservativisums den Kampf an. Achja, und sie erfinden den Striptease. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 3. Dezember 2024

Rabbit Hole (Drama, 2010) Nicole Kidman, Aaron Eckhart und ein junger Miles Teller in einem bewusst aneckenden, zwischendurch bitterkomischen Drama von John Cameron Mitchell über Trauer, Perversion und  Schuldzuweisung. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 12. Dezember 2024 um 22.29 Uhr

Supertramp: Live in Paris (Konzert, 1979/2012) Das Paris-Konzert '79 der Band Supertramp galt jahrzehntelang als legendär - nicht zuletzt, weil man es nur aus Nacherzählungen kannte, sofern man denn nicht dabei war. 2012 kam es dann zur Sensation: Nachdem man die Filmaufnahmen des mitreißenden Auftritts in der Scheune des Schlagzeugers Bob Siebenberg fand, wurde der einst geplante Konzertfilm doch noch veröffentlicht! ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 31. Dezember 2024

Jeanne Dielman (Drama, 1975) Chantal Akerman im jüngsten Sight & Sound-Ranking auf Platz eins der besten Filme aller Zeiten gestiegenes Alltagsdrama über eine verwitwete Frau beeindruckt durch minimalistisch-formale Konsequenz und eine authentisch wirkende Hauptdarstellerin. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 23. Februar 2025

Paläste der Nacht (Dokuserie, 2024) Ich habe ein kleines Faible für artes Doku-Serien über die Geschichte, Ästhetik und kulturelle Wirkung von Sehenswürdigkeiten / lokalen Institutionen, und Paläste der Nacht führt mir einmal mehr vor Augen, weshalb: Die sehnsüchtig-geheimnisvollen "Paläste der Nacht" in Paris, Berlin, London und Shanghai werden auf ihre jahrzehntelange Entwicklung auf architektonischer, künstlerischer und gesellschaftlicher Ebene abgeklopft und spiegeln somit (gegen-)gesellschaftlichen Wandel. Kurzweilig, informativ. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 6. März 2025

Freitag, 22. November 2024

Mediatheken-Tipps (22. November 2024)

Don Camillo und Peppone (Komödien-Filmsammlung, ab 1952) Komödien-Klassiker, die nicht aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen wegzudenken sind: Das ländliche Italien nach dem Zweiten Weltkrieg wird zum Schauplatz des gewitzten Tauziehens zwischen Traditionen und dem Versuch, sich weiterzuentwickeln. Gewitzt gespielt und charmant verkörpert von Fernandel und Gino Cervi. ARD-Mediathek, Ablaufdatum der Filme liegt zwischen dem 2. Dezember und dem 16. Dezember 2024

The Big Sick (Romantikkomödie, 2017) Urkomische und rührende, wahre Geschichte einer sich auf ungewöhnlichem Wege verkomplizierenden Romanze. Emily V. Gordon und Kumail Nanjiani verarbeiten ihre Beziehung auf Skriptebene locker-flockig-herzig, vor der Kamera spielt Nanjiani herausragend mit Zoe Kazan. Einfach schön. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 5.Dezember 2024

Gesprengte Ketten (Kriegs- und Gefängnisfilm-Abenteuerepos, 1963) Kernig-launiger Klassiker von Die glorreichen Sieben-Regisseur John Sturges, der Steve McQueen, James Garner, Richard Attenborough, Charles Bronson, James Coburn und Donald Pleasence in ein hoch unterhaltsames Thrillerabenteuer steckt. Leichtfüßiges Eskapismuskino vor ernstem historischen Hintergrund, ein verdienter Klassiker! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 9.Dezember 2024

She Chef (Dokumentation, 2023) Spannende, informative Dokumentation über die österreichische Kochweltmeisterin Agnes Karrasch, die versucht, sich in der Männerdomäne einen Platz zu erkämpfen. Es geht um Freundschaften, Sexismus und unfassbar mieses Timing. Toll erzählt! ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 18.Dezember 2024

Galakonzert mit Anne-Sophie Mutter, John Williams und Beethoven aus Pittsburgh (Galakonzert aus Pittsburgh, 2024) Anne-Sophie Mutter spielt in Pittsburgh unter anderem Musik aus Die Abenteuer von Tim und Struppi, der Indiana Jones-Reihe, der Star Wars-Saga und Beethovens Tripelkonzert. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 14. Februar 2025

Ida Lupino: "Ein paar Mal schneuzen, dann fühlst du dich wie neu geboren!" (Dokuporträt, 2022) Die nicht ausreichend gewürdigte Schauspielerin und Regisseurin Ida Lupino drehte zu Zeiten, zu denen das Hollywood-Studiosystem kaum Frauen auf den Regiestuhl ließ und vor brenzligen Themen scheute, Filme, die wie aus den Schlagzeilen gerissen schienen. Doch diese brenzligen Geschichten behandelte sie nuanciert, spannend und gefühlvoll. Dieses kompakt-informative Dokuporträt erklärt, was Lupino antrieb, wie sie sich durchsetzte, und was ihre Filme ausmacht. Sehenswert! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 31.Oktober 2025

Samstag, 2. November 2024

Mediatheken-Tipps (2. November 2024)

Wir sind keine Engel (Weihnachtliche Ganovenkomödie, 1955) Michael Curtiz' Weihnachtsklassiker mit Humphrey Bogart, Peter Ustinov, Aldo Ray, Joan Bennett und Basil Rathbone über einen Betrüger und zwei Mörder, die kurz vor Weihnachten von einer Gefängnisinsel fliehen und in einer kleinen Kolonialstadt landen, wo sie eine Krämerladenfamilie ins Herz schließen. Einfach schön. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 15. November 2024

Orpheus in der Unterwelt (Filmoperette, 1974) Kurze, knackige DEFA-Adaption der berühmten Operette von Hector Crémieux und Jacques Offenbach über Götter, Menschen, Begierde und Moral. Prächtige Farben, interessante Drehorte und luftige Garderoben, sowie Dialoge im Kabarettduktus. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 26. November 2024, um 10.15 Uhr

Fahrschule (Komödie, 1986) Familie Steinköhler besitzt keinen Führerschein und geht aus Überzeugung zu Fuß. Doch plötzlich besitzt sie sogleich zwei Autos! Schnell müssen Führerscheine her, sonst wäre das ja Verschwendung. Doch Herr und Frau Steinköhler machen in der Fahrschule sehr gegensätzliche Erfahrungen... Flott-lockere DDR-Komödie voller Humor über den damaligen Alltag, dessen Kern aber heute noch immer nachvollzogen werden kann. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 30. November 2024 um 8.45 Uhr

20 Jahre Walt Disney Hall: Los Angeles Philharmonic und Gustavo Dudamel (Konzert, 2024) Die Walt Disney Hall in Los Angeles feiert Jubiläum, weshalb die Los Angeles Philharmonic und Chefdirigent Gustavo Dudamel zum Jubelkonzert laden. Sie spielen Bach, Debussy und Poulenc, zudem tanzt Lucinda Childs zu Esa-Pekka Salonen. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 18. Januar 2025

Die Wollust (Kurzfilm, 1962) Jacques Demys Beitrag zum französischen Episodenfilm Die sieben Todsünden ist derzeit einzeln in der arte-Mediathek abrufbar und dreht sich um Hieronymus Bosch sowie ulkige Kindheits-Missverständnisse. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 1. März 2025

Die Kunst zu lieben (Episodenfilm, 2011) Süffisanter, kurzweiliger, abwechslungsreicher und zügiger Omnibus über Fehlkommunikation, (Un-)Glück und Überraschungen im modernen (französischen Großstadt)-Sexleben. Zwischendurch was "heteromännerig" geraten, aber für mein Gefühl mehr aus einem eng gesetzten Schwerpunkt heraus, weniger aus Boshaftigkeit. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 1. Mai 2025

Sonntag, 13. Oktober 2024

Mediathenken-Tipps (12. Oktober 2024)

Border (Magischer-Realismus-Drama, 2018) Ali Abbasis Film über eine schwedische Zollbeamtin, die einen sechsten Sinn zu haben scheint, Sehnsucht nach Liebe und Kindesentführung. Einfühlsam, schräg, dramatisch. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 28. Oktober 2024

Dick & Doof (Filmsammlung, verschiedene Jahrgänge) Hach, da werde ich ganz nostalgisch: Durch Das Erste habe ich als Knirps diverse Schwarz-Weiß-Slapstickgrößen überhaupt erst kennen- und liebengelernt, jetzt gibt es in der ARD-Mediathek eine ganze Sammlung an Filmen mit Stan Laurel & Oliver Hardy. Viel Spaß! ARD-Mediathek, Abruf-Verfallsdatum variiert von Film zu Film - die ersten laufen am 31. Oktober 2024 aus

Anna und die Apokalypse (Weihnachtliche Zombie-Musicalkomödie, 2017) John McPhail hervorragender Musicalspaß über Jugendliche, die zur angeblich wundervollsten Zeit des Jahres erkennen müssen, dass die Zukunft überaus ungewiss und für viele von ihnen das Ende nah ist. Und Zombies sind auch unterwegs! Ella Hunt, Marli Silu und Sarah Swire sind klasse, die Songs super - es ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme der letzten zehn Jahre. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 3. November 2024

David Copperfield - Einmal Reichtum und zurück (Drama, 2019) Armando Iannuccis farbenfroh ausgestattete und locker-leicht-zügig erzählte Variation des Romans von Charles Dickens, mit einem losgelösten Dev Patel in der Titelrolle. Nicht der große Wurf, den dieser Ansatz verdient hätte, aber hübsch anzuschauen und eine originelle Annäherung an die Vorlage. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 6. November 2024

Love & Friendship (Kostüm-Dramödie, 2016) Jane Austens Briefroman Lady Susan, schön schnippisch umgesetzt und mit einer Kate Beckinsale, die mal daran erinnern darf, was sie mimisch drauf hat. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 7. November 2024

Marc-Antoine Charpentier: Médée (Opern-Aufzeichnung, 2024) Der Schotte David McVicar verlegt Marc-Antoine Charpentiers tragische Oper über eine von ihrem Gatten betrogene Zauberin, die sich auf einen blutigen Rachezug begibt, in ein britisches Armeequartier während des Zweiten Weltkriegs. Eindringlich! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 30. Mai 2025

Dienstag, 20. August 2024

Mediatheken-Tipps (20. August 2024)

Ein Leben für den Film: Lotte Eisner (Doku-Porträt, 2020) Kurz-Doku über das Leben, Wirken und Nachwirken der einflussreichen Filmarchivarin, Filmhistorikerin und Filmkritikerin Lotte Eisner. In nüchternen, dicht-informativen Bildern, Originaltönen, Archivmaterialien und Interview-Schnipseln verdeutlicht das Doku-Porträt, welche Leistung Filmkritik vollbringen kann, und auch, welche Hürden Eisner als Ende des 19. Jahrhunderts geborene, intellektuelle Frau aus jüdischer Familie nehmen musste. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 23. August 2024

Unglaublich, aber wahr (Surreale Komödie, 2022) Quentin Dupieux tobt sich mal wieder aus. Dieses Mal geht es in seiner absurd-surrealen, kreativen Filmstunde um ein Paar (Alain Chabat und Léa Drucker), das im Keller seines neuen Hauses eine Entdeckung macht, das sein Leben massiv verändern könnte. Satirisch, quirlig und auch ab und zu nachdenklich. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 13. September 2024

QT8: Quentin Tarantino - The First Eight (Doku, 2019) Tarantinos Karriere (Pre-Once Upon a Time in Hollywood) im Schnelldurchlauf. Schon mehr ein Schulterklopfen von Tarantino-Wegbegleiter*innen für Tarantino-Fans, aber man wendet den Blick nicht völlig von den unbequemeren Kapitelabschnitten ab. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 24. Oktober 2024

Der Dieb von Paris (Ganoven-Kostümfilm, 1967) Louis Malle holt sich Jean-Paul Belmondo vor die Kamera und lässt ihn als elegant gekleideten Ganoven auftreten, der sich als Einzelgänger gefällt und die feine Gesellschaft sarkastisch neckt. Die Ausstattung und Kostüme sind zum Zungeschnalzen, Belmondo edel-spitzbübisch. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 11. November 2024

Lautlos wie die Nacht (Amüsanter Kriminalthriller, 1963) Henri Verneuils Heist-Movie ist spannend, listig, cool und raffiniert eingefädelt! Alain Delon ist Style und Selbstbewusstsein pur, die Schauplätze voller Charakter. Zurecht ein Klassiker! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 18. Februar 2025

Cimafunk: Nuits de Fourvière 2024 (Konzert, 2024) Der Kubaner Cimafunk vermischt Funk, Hip Hop und die musikalischen Wurzeln seines Heimatlands sowie der afro-karibischen Kultur zu einem vitalen Gute-Laune-Mix, der in die Beine geht. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 16. Juli 2025

Warum Mediatheken-Tipps? Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie, oder oder oder. Doch nicht nur, dass man da leicht den Überblick verlieren kann: Ich kenne einige Menschen, die den Mediatheken kaum oder gar keine Beachtung schenken. Mit dieser Artikelreihe möchte ich Orientierung bieten, ebenso wie Anreiz, sich vermehrt mit den Mediatheken zu befassen. Dazu gebe ich wöchentlich sechs Anschautipps.

Wieso sechs Tipps? Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". 

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.

Donnerstag, 1. August 2024

Mediatheken-Tipps (1. August 2024)

Die Eröffnungsfeier im Re-Live (Olympische Eröffnungszeremonie, 2024) Thomas Jollys wilde, bunte, ambitionierte Eröffnungszeremonie der Olympischen Sommerspiele in Paris. Mit viel Tanz, herausragender Musik vom Band sowie zwei internationalen Pop-Ikonen und einer französischen Pop-Größe live vor Ort ebenso wie der Metal-Band Gojira inklusive vielen geköpften Marie Antoinettes. Und die Minions, Jacques-Tati-Referenzen sowie Bacchus sind auch dabei, all das mitten in der wunderschönen Seinestadt Paris. (Viel Erfolg beim Versuch, sich durch die lange Zeit viel zu redseligen ARD-Stimmen aus dem Off durchzubeißen.) ARD-Mediathek, abrufbar bis zum bis 2. August 2024 um 23.30 Uhr

Concert de Paris (Konzert, 2024) Bereits kurz vor der Eröffnung der Olympischen Spiele wurden mitten in Paris Lebensfreude, Kunst und Völkerverbundenheit zelebriert. Unter anderem mit Lang Lang und Khatia Buniatishvili am Klavier, dem schwedischen Star-Geiger Daniel Lozakovich sowie großen Opern-Stimmen. Gute Musikauswahl vor hervorragender Kulisse. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 18. November 2024

Breaking - Dream of Paris (Dokuserie, 2024) Die Olympischen Spiele haben eine neue Disziplin: Breaking mischt das Sportfest auf, und das ZDF hat die deutschen Hoffnungen Jilou, Melina, Pauline, Chao-Lin, Said und M17 in einer sechsteiligen Doku-Serie begleitet. Persönliche wie sportliche Höhen und Tiefen, hautnah und respektvoll aufbereitet - und es weckt Faszination für den so halsbrecherisch aussehenden, musikalischen Sport. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 31. Dezember 2024

Olympia 2024: Krieg und Spiele (Dokumentation, 2024) Ein kompakter, ausdifferenzierter und keine leichten Antworten bietender Blick entlang der harschen Fragen, wie sehr die Olympischen Spiele nicht nur dem internationalen Verständnis füreinander, sondern auch dem Krieg und der Unterdrückung in die Karten spielen. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 23. Juli 2025

Paris - Die Stadt und die Spiele (Weltspiegel-Dokumentation, 2024) Was machen die aufwändigen Vorbereitungen auf das gigantische Sportspektakel eigentlich mit Paris? ARD-Korrespondentin Sabine Rau hat dies ein Jahr lang beobachtet und spricht mit Olympiabeauftragten, der Bevölkerung vor Ort und schaut auf die vieldiskutierte Wasserqualität in der Seine. Freud und Frust, informativ komprimiert. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 18. Juli 2026 um 14.08 Uhr (ja, wirklich!)

Warum Mediatheken-Tipps? Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie, oder oder oder. Doch nicht nur, dass man da leicht den Überblick verlieren kann: Ich kenne einige Menschen, die den Mediatheken kaum oder gar keine Beachtung schenken. Mit dieser Artikelreihe möchte ich Orientierung bieten, ebenso wie Anreiz, sich vermehrt mit den Mediatheken zu befassen.

Wieso fünf Tipps? Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". Weil die Eröffnungszeremonie aus Lizenzgründen aber bald aus der ARD-Mediathek fliegt, heute mal ein kleinerer Tipphappen für zwischendurch.

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.

Samstag, 27. Juli 2024

Mediatheken-Tipps (27. Juli 2024)

Peter von Kant (Dramödie, 2022) François Ozons umstrittene Hommage an Rainer Werner Fassbinders Klassiker Die bitteren Tränen der Petra Kant, in der drei Männer die im Original weiblich besetzten Rollen verlassen. Selbstironisch, mit Esprit stilisiert und leicht neurotisch. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 19. August 2024

Es geschah am helllichten Tag (Kriminalthriller, 1958) Beobachtungsstark und fesselnd geschrieben von Friedrich Dürrenmatt, packend und eindringlich inszeniert von Ladislao Vajda: Nahe Graubünden wird die Leiche eines Mädchens gefunden. Die Polizei wird nervös: Steckt dieselbe Person dahinter, die vor wenigen Jahren bereits ihr Unwesen getrieben hat, aber nicht erwischt wurde? Um Ermittlungsfortschritt zu behaupten, wird kurzerhand der Hausierer ins Visier genommen, der den Leichenfund überhaupt erst gemeldet hat. Kommissar Matthäi (Heinz Rühmann) verbeißt sich aber ernsthafter in den Fall... 3sat-Mediathek, abrufbar bis zum 20. August 2024

Rehragout-Rendezvous (Krimikomödie, 2023) Die neunte Comedyrevue aus Niederkaltenkirchen: Susi wird stellvertretende Bürgermeisterin und macht ihre Sache zu gut und energisch, was das bräsige Niederbayernvolk um sie herum nervt. Der Eberhofer findet Susis Macht wenig anziehend, weshalb nichts mehr im Bett läuft. Die Oma macht einen Führerschein. Oh, und es wurden Leichenteile auf einem Acker gefunden. Gewohnt lakonisch-grotesk-charmanter Spaß mit einer nervigen "Männerwochenende plus Drogentrip"-Szene, die Rita Falk, die Autorin der Romanvorlage, zurecht gegen den Strich ging. Abseits dessen aber sitzt die Situationskomik, zündet der Dialogwitz und wird auch viel Spaß aus dem Kriminalplot gezogen, was ja nicht immer in dieser Reihe der Fall ist. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 21. August 2024, 20.15 Uhr

Die Blechtrommel (Tragikomisches Gesellschaftsporträt des magischem Realismus, 1979) Volker Schlöndorffs wegweisende Adaption einer Günter-Grass-Vorlage mit einem Hang zum Grotesken und voller erschütternd-eindringlicher Bilder. Im Mittelpunkt: Oskar Matzerath, der im Alter von drei Jahren beschließt, nicht weiter zu wachsen, womit er gegen Erwachsenenwelt protestiert - die geradewegs in Richtung Faschismus marschiert. Brillant und (vollauf im Sinne des Werkes) auch äußerst anstrengend. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 21. August 2024

FCK 2020: Zweieinhalb Jahre mit Scooter (Dokumentarfilm, 2023) Erstaunlich lustige, überraschend uneitle Doku über H. P. Baxxter, seine Feierwut, desillusionierte Scooter-Mitglieder und die Versuche, sich mit Kunst und Unterhaltung durch die Pandemie zu kämpfen. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 20. September 2024

das gras wies wächst (Sprachoper, 1969) Franz Mon ordnet Wörter, zusammenhanglose Sätze und assoziative Begrifffolgen zu einer beschwingenden, beklemmenden, amüsierenden linguistischen Oper frei von Handlung verschmelzen. ARD-Audiothek, unbekannter Ablauftermin

Warum Mediatheken-Tipps? Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie, oder oder oder. Doch nicht nur, dass man da leicht den Überblick verlieren kann: Ich kenne einige Menschen, die den Mediatheken kaum oder gar keine Beachtung schenken. Mit dieser Artikelreihe möchte ich Orientierung bieten, ebenso wie Anreiz, sich vermehrt mit den Mediatheken zu befassen. Dazu gebe ich wöchentlich sechs Anschautipps.

Wieso sechs Tipps? Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". 

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.

Sonntag, 21. Juli 2024

Mediatheken-Tipps (21. Juli 2024)

Esther Williams: Hollywoods Meerjungfrau (Doku-Porträt, 2024) Die begnadete Schwimmerin Esther Williams ließ die Welt des Sports hinter sich, um in den Glanz und Glamour versprechenden Hollywood-Taumel abzutauchen. Dort wurde sie in den 1940ern zum Star eines neuen Genres, das kurzzeitig Sensationsstatus innehat, bevor es quasi aussterben sollte: Williams stand im Mittelpunkt farbenfroher Aquamusicals. Williams wurde zur Ikone, prägte Filmgeschichte mit und machte das Synchronschwimmen populär. Doch ihr dritter Ehemann gönnte ihr diesen Erfolg nicht... arte-Mediathek, abrufbar bis zum 10. September 2024

Ein Elefant irrt sich gewaltig (Midlife-Crisis-Komödie, 1976) Ein Familienvater und Ehemann in seinen Vierzigern hält sich für besonders treu und vorbildlich. Ausgerechnet, als in seinem Freundeskreis eine private Krise auf die nächste folgt, liebäugelt er ab, es ihnen gleich zu tun: Er wirft ein Auge auf eine neue, jüngere Zufallsbekanntschaft. Es folgt viel (Selbst-)Betrug und jämmerliches Zurechtreden - was Regisseur Yves Robert mit neckischem Witz seiner Hauptfigur und seinen realen Vorbildern unter die Nase reibt. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 14. Januar 2025

The Streets: Elbjazz Festival 2024 (Konzertmitschnitt, 2024) Garage trifft Hip-Hop trifft Grime - mit jeder Menge Power, Schwung und einer überraschend aufmunternden Art vermittelt: Der britische Musiker Mike Skinner wandelt zwischen den Genres, verkörpert rotzige Straßen-Attitüde und nutzt raffinierte Texte, um seiner Musik einen positiv-grüblerischen Einschlag zu verleihen. Auf dem Elbjazz Festival hat er es beschwingt fetzen lassen. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 3. Juni 2025

NDR Bigband mit Lenine & Martin Fondse - The Bridge: Elbjazz Festival 2024 (Konzertmitschnitt, 2024) Beim Musikprojekt The Bridge finden Musikströmungen und Länder zusammen: Die NDR Bigband begrüßt den brasilianischen Singer-Songwriter Lenine, um unter dem Arrangement des Niederländers Martin Fondse eine prickelnd-fröhlich-distinguierte Melange aus Jazz-, Klassik- und Pop-Elementen zu präsentieren. Macht Mordslaune und lässt den Sommer in das Herz. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 3. Juni 2025

Rendezvous (Action, 1976) Geschildert aus der Egoperspektive einer Frontstoßstange: Ein Auto rast durch das morgendliche Paris. In unter acht Minuten düst es von der Porte Dauphine im Westen der französischen Hauptstadt zur Kirche Sacré-Coeur im Norden. Keine Zeitraffer, ein einziger Take, zahlreiche missachtete Rotzeichen, nahezu kontinuierlich missachtete Geschwindigkeitsbegrenzungen. Regisseur Claude Lelouch fuhr die 10,587 Kilometer lange Strecke selbst. Extrem eindrucksvoll! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 30. November 2024

Orphée mécanique (Elektro-Pop-Hörspiel-Musical, 2012) Felix Kubin verarbeitet den Orpheus-Mythos unter Einfluss des Pop-Art-Comics Orphi und Eura und präsentiert uns die bis in die Unterwelt reichende, tragische Liebesgeschichte als elliptische, kühl-nachdenkliche Tragödie über Sehnsucht und den Wert der Kunst. ARD-Audiothek, unbekanntes Ablaufdatum

Warum Mediatheken-Tipps? Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie, oder oder oder. Doch nicht nur, dass man da leicht den Überblick verlieren kann: Ich kenne einige Menschen, die den Mediatheken kaum oder gar keine Beachtung schenken. Mit dieser Artikelreihe möchte ich Orientierung bieten, ebenso wie Anreiz, sich vermehrt mit den Mediatheken zu befassen. Dazu gebe ich wöchentlich sechs Anschautipps.

Wieso sechs Tipps? Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". 

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.

Samstag, 13. Juli 2024

Mediatheken-Tipps (13. Juli 2024)

Styx (Nautisches Thrillerdrama, 2018) Bildgewaltiges, auf mehrfacher Ebene aufregendes Drama über Seenotrettung mit einer fesselnden Performance von Susanne Wolf und eindringlicher Inszenierung durch Wolfgang Fischer. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 16. Juli 2024

Das geheime Fenster (Psychothriller, 2004) Lose nach einer Kurzgeschichte von Stephen King: Johnny Depp spielt einen Schriftsteller, der sich seit seiner Scheidung im Sinkflug befindet und nun auch noch von einem still-unheimlichen Fan (John Turtorro) bedroht wird, der ihn des Plagiats bezichtigt. Was folgt, ist ein spannend-kauziger Absturz ins Befinden eines Kreativen, der nach Beweisen für seine künstlerische Integrität sucht und gegen Selbstzweifel ankämpft. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 17. Juli 2024

Jack Lemmon - Nobody's perfect (Doku-Porträt, 2020) Julia & Clara Kuperberg setzen in dieser fast einstündigen arte-Doku dem still-humorvollen, verletzlichen Jedermann-Star aus Manche mögen's heiß, Ein seltsames Paar, Glengarry Glen Ross und Co. ein sympathisches Denkmal. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 28. Juli 2024

Oh Zeiten, oh Schlösser (Poetische Reisedoku, 1957) Kurzfilm der Nouvelle-Vague-Größe Agnès Varda, der die Architektur der Schlösser an der Loire in all ihrer Pracht zeigt, aber mit der zeitgenössischen Mode der 1950er konterkariert. Malerische Eastmancolor-Fotografie trifft auf schnippische und nachdenkliche Kommentare, die Reiselust weckenden Schauplätze müssen mit Vardas abschweifender Aufmerksamkeit konkurrieren, die sich für die Arbeiterklasse und die Tierwelt erwärmt. Ein einfach schöner Film über (Un-)Endlichkeit. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 31. August 2024

Elvis: '68 Comeback Special (Musikalisches Fernsehspecial, 1968) Ein hervorragend strukturiertes, inszeniertes und performtes Stück TV- und Musikgeschichte, das dem "King" neuen Aufwind gegeben hat und die Messlatte für TV-Sondersendungen rund um ein einzelnes Talent gehörig nach oben verlegt hat. Formidabel! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 22. Oktober 2024

Kleiner Schneider (Romanze, 2010) In dieser frühen Regiearbeit des Die Träumer-Darstellers Louis Garrel verliebt sich ein Schneiderlehrling (Arthur Igual) in die Freundin eines Freundes - die Theaterdarstellerin Marie-Julie (Léa Seydoux). Kurz, knapp, dennoch nuanciert und sinnlich. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 1. Juni 2025

Warum Mediatheken-Tipps? Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie, oder oder oder. Doch nicht nur, dass man da leicht den Überblick verlieren kann: Ich kenne einige Menschen, die den Mediatheken kaum oder gar keine Beachtung schenken. Mit dieser Artikelreihe möchte ich Orientierung bieten, ebenso wie Anreiz, sich vermehrt mit den Mediatheken zu befassen. Dazu gebe ich wöchentlich sechs Anschautipps.

Wieso sechs Tipps? Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". 

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.

Mittwoch, 3. Juli 2024

Mediatheken-Tipps (3. Juli 2024)

Der 1. Ritter (Ritterabenteuer, 1995) Sean Connery als König Arthur und Richard Gere als Lancelot in einem farbintensiven, zügig erzählten, relativ hohlen (und wohl unter den Kürzungen, die das Studio verlangt hat, leidenden) Mittelalter-Abenteuer von einem Drittel des ZAZ-Comedy-Trios. Der Score von Jerry Goldsmith ist der Hammer, die melodramatischen Elemente etwas schnulzig, aber auch erfrischend ehrlich gemeint. Kein übersehenes Juwel, das auf seine Meisterwerk-Adelung wartet, aber sehr wohl besser als sein Ruf. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 4. Juli 2024

Wild Things (Satirisch-ironischer Erotik-Thriller, 1998) Ich hatte sehr lang Vorurteile über Wild Things, bis ich ihn dann eines Tages dann doch mal geschaut habe - und erstaunt war, dass er eben nicht der tumb-geifernde Film ist, den ich vermutet hatte. John McNaughton liefert viel mehr eine zwischendurch spritzig-parodistische, dann wieder spannend-bissige Thriller-Satire, bei der man nie so ganz weiß, woran man ist. Fesselnd, humorvoll, hitzig-fiebrig inszeniert und von Neve Campbell, Kevin Bacon, Matt Dillon und Denise Richards mit genau dem Flair gespielt, den dieser Stoff braucht. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 5. Juli 2024

Die barfüßige Gräfin (Dramatische Showbiz-Mär, 1954) Ava Gardner, Humphrey Bogart und Edmond O’Brien in einem gesellschaftskritischen, mit dem Showbiz abrechnenden Drama voller Flair, einem Schuss Gegenwartsmärchen-Stimmung sowie nicht gerade wenig Bitterkeit von Alles über Eva-Macher Joseph L. Mankiewicz. Klasse gespielt und bei aller Dramatik auch recht gewitzt! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 6. Juli 2024

Ava Gardner, die Flamenco-Diva Hollywoods (Dokuporträt, 2016) Von den zahlreichen arte-Starporträts ist dieser Blick auf Schauspielgröße und Stilikone Ava Gardner meiner Ansicht nach eines der besten: Es enthält alles, was diese (nahezu durchweg empfehlenswerten) Dokus ausmacht, ist aber außergewöhnlich gut erzählt, mit einem stringenten roten Faden (der die Dinge trotzdem nicht arg simplifiziert), klasse ausgewähltem Bildmaterial und berührenden Zitaten. Achtung, hiernach packt man sich unweigerlich Dutzende Gardner-Filme auf die Watchliste (ob zum Nachholen oder Auffrischen)! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 31. Juli 2024

Die Berliner Philharmoniker in der Waldbühne 2024 (Klassikkonzert, 2024) Mit ansteckender Freude leitet Chefdirigent Kirill Petrenko die Berliner Philharmoniker, während sie in der Waldbühne Deutschlands berühmtesten Clash aus Hochkultur und Picknick veranstalten. Für mich der Höhepunkt: Der in den Sonnenuntergang hinein zärtlich-kraftvoll gespielte Boléro von Maurice Ravel. Als Gästin spielt Star-Pianistin Yuja Wang zuvor ein rasantes Klavierkonzert, bei dem man sich glatt wundert, wie diese rasche Notenabfolge nicht zu verknoteten Fingern führt. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 20. September 2024

Dropkick Murphys: Hellfest 2024 (Folk-Punk-Konzert, 2024) arte hat wieder das Hellfest in Frankreich besucht und ließ stundenlang die Kameras laufen. Das wird mir die nächsten Tage über einige Stunden lang einheizen, für den Anfang gibt's hier erstmal den Verweis auf die Band, bei deren Sound man doch sofort in den nächstbesten Pub stürmen will. Oder nach Boston shippern. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 27. Juni 2025

Warum Mediatheken-Tipps? Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie, oder oder oder. Doch nicht nur, dass man da leicht den Überblick verlieren kann: Ich kenne einige Menschen, die den Mediatheken kaum oder gar keine Beachtung schenken. Mit dieser Artikelreihe möchte ich Orientierung bieten, ebenso wie Anreiz, sich vermehrt mit den Mediatheken zu befassen. Dazu gebe ich wöchentlich sechs Anschautipps.

Wieso sechs Tipps? Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". 

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.

Dienstag, 25. Juni 2024

Mediatheken-Tipps (25. Juni 2024)

Die Braut trug schwarz (Rache-Thrillerdrama, 1968) Truffaut verneigt sich vor Hitchcock: Jeanne Moreau ist hier bereits Jahrzehnte vor Uma Thurman eine Braut, die blutige, blutige Rache für einen tragisch geendeten Kirchenbesuch sucht. Spannend, tragisch, schwarzhumorig und mit einem durch allen Hitchcock-Elemente noch immer intensiv durchschimmernden Nouvelle-Vague-Flair. Schöne Sache! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 27. Juni 2024

There Will Be Blood (Epochales Drama, 2007) Paul Thomas Andersons womöglich bester Film - aber zweifelsfrei sein bildgewaltigster: Daniel Day-Lewis und Paul Dano liefern vor eindringlich-karger Kulisse schauspielerische Glanzleistungen über Gier und Kontroll(verlust)e. Starkes, unvergessliches Kino. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 6. Juli 2024

Ein Mann sieht rot (Rache-Thriller, 1974) Der im Vergleich zu den späteren Teilen vergleichsweise gemäßigte Auftakt der Death Wish-Reihe, der seine drastische Kriminalitätsdarstellung noch nutzt, um Charles Bronsons Figur in eine Rachefantasie zu schicken, die klar als tragischer moralischer Verfall dargestellt wird. Anders gesagt: Kein Rache-Reißer, um sich fröhlich grinsend Nachos reinzuschieben, sondern rau-dramatisches Thrillerkino.  ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 8. Juli 2024

Rom, offene Stadt (Neorealistisches Drama, 1945) Roberto Rossellini inszeniert eine Wirklichkeit, die sich selbst zu inszenieren scheint: Im Neorealismus-Meisterwerk Rom, offene Stadt sehen wir die ewige Stadt unter deutscher Besatzung. Sowie die unmittelbare Reibung zwischen Widerstand und Faschismus, Hoffnung und Elend sowie dokumentarisch wirkender Abbildung europäischer Zeitgeschichte und grotesk-skurriler, filmischer Einfälle. Ein eindringliches Stück Filmgeschichte. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 15. September 2024

Die Wiener Philharmoniker in der Waldbühne Berlin: Eine europäische Nacht (Klassikkonzert, 2024) Von Norwegen bis Italien, von Spanien bis Ungarn: Die Wiener Philharmoniker gastieren in Berlin und führen uns unter der Leitung von Stardirigent Riccardo Muti sowie moderiert von Désirée Nosbusch quer durch Europa. Eine Harmonie der europäisch-kulturellen Vielfalt. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 12. November 2024

Bosetti will reden! Fußball-EM und Party-Patriotismus (Kabarettistischer Kommentar, 2024) Sarah Bosettis 3sat-Late-Night habe ich euch ja bereits in einer anderen Ausgabe der Mediatheken-Tipps empfohlen. Aber mir fiel auf, dass ich Bosettis wöchentlichen, kabarettistisch-satirischen Kommentar auf das Weltgeschehen noch gar nicht vorgestellt habe. Huch, wollen wir das doch mal nachholen! In Bosetti will reden! ordnet Bosetti einmal die Woche aktuelle Diskurse ein und das eloquent, reflektiert, etwas sarkastisch, aber auch mit einem hartnäckigen Optimismus, dass wir die Kurve schon noch kriegen können. Aus Gründen der Aktualität habe ich mal die EM-Folge ausgesucht, aber jede ist sehenswert. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 18. Juni 2026

Warum Mediatheken-Tipps? Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie, oder oder oder. Doch nicht nur, dass man da leicht den Überblick verlieren kann: Ich kenne einige Menschen, die den Mediatheken kaum oder gar keine Beachtung schenken. Mit dieser Artikelreihe möchte ich Orientierung bieten, ebenso wie Anreiz, sich vermehrt mit den Mediatheken zu befassen. Dazu gebe ich wöchentlich sechs Anschautipps.

Wieso sechs Tipps? Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". 

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.

Dienstag, 18. Juni 2024

Mediatheken-Tipps (18. Juni 2024)

Das schwarze Quadrat (Trockene Kriminalkomödie, 2021) Sandra Hüller, Pheline Roggan, Bernhard Schütz und Jacob Matschenz in einer knochentrocken erzählten Ansammlung spritziger Skurrilitäten: Zwei Kunstdiebe sitzen auf einem Kreuzfahrtschiff fest und müssen sich durch Lug und Trug bis zur Ankunft im sicheren Hafen als Elvis- und David-Bowie-Imitatoren durchschlagen. Schön absurd und toll unterkühlt. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 9. Juli 2024

M - Eine Stadt sucht einen Mörder (Thriller-Meisterwerk, 1931) Fritz Langs Tonfilm-Meilenstein ist zeitlos fesselnde, stilsichere Filmkunst - und eine leider weiterhin aktuelle Bestandsaufnahme gesellschaftlicher Befindlichkeiten. Famos inszeniert, packend von Peter Lorre gespielt, brillant erzählt. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 10. Juli 2024

Daniel Hope: Dance! (Klassikkonzert, 2024) Starviolinist Daniel Hope lädt ein zu einer Welt- und Zeitreise durch berühmte Werke, bei denen die Füße einfach nicht stillstehen können. Das erstreckt sich vom Tango Escualo von Astor Piazzolla über Offenbachs Can-Can bis zum Danse macabre von Camille Saint-Saëns. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 16. August 2024

Rechtsextremer Geheimplan gegen Deutschland (Szenische Lesung, 2024) Diese Zusammenarbeit zwischen dem Berliner Ensemble und der investigativen Redaktion von CORRECTIV schrieb Anfang des Jahres bereits Schlagzeilen, aber es kann ja ganz offensichtlich nie schaden, Leute auf sie hinzuweisen. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 18. Januar 2025

Billie Eilish: Happier Than Ever at the O2 (Konzertfilm, 2022) Falls ihr neben dem von Robert Rodriguez inszenierten Disney+-Konzertfilm zu Happier Than Ever einen konventionelleren Nachschlag benötigt! ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 31. Juli 2025

Stadt, Land, Kultur - Paris: Die Aristocats bringen die Stadt zum Tanzen (Kulturmagazin-Beitrag, 2024) arte schafft, was Disney+ nicht macht: In diesem informativen, dennoch lockeren Kulturbeitrag wird Aristocats in Relation zu dem Paris gesetzt, das der Film schildert. Welche kulturellen Anspielungen enthält der Film, wie erging es der Bevölkerung in der von Disney gezeichneten Epoche der Weltstadt Paris und wieso spielt der Film genau dort zu genau dieser Zeit? Man stelle sich vor, Disney+ würde allen Disney-Klassikern selbst solch eine Mini-Doku widmen... arte-Mediathek, abrufbar bis zum 24. April 2026

Warum Mediatheken-Tipps? Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie, oder oder oder. Doch nicht nur, dass man da leicht den Überblick verlieren kann: Ich kenne einige Menschen, die den Mediatheken kaum oder gar keine Beachtung schenken. Mit dieser Artikelreihe möchte ich Orientierung bieten, ebenso wie Anreiz, sich vermehrt mit den Mediatheken zu befassen. Dazu gebe ich wöchentlich sechs Anschautipps.

Wieso sechs Tipps? Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". 

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.

Samstag, 8. Juni 2024

Mediatheken-Tipps Spezial (8. Juni 2024)

 Kein Mucks! in Concert (Krimimusikkonzert, 2024)

Hörspielliebhaber Bastian Pastewka führt nun schon seit Jahren durch den Podcast Kein Mucks! in dem er durch die Archive der ARD-Radiowellen stöbert und Krimi-Hörspiele vorstellt. Was läge da näher, als ihn in einen Frack zu stecken, neben das WDR-Funkhausorchester zu stellen und ein Konzert voller Krimimelodien moderieren zu lassen? Mit seinem typischen Humor begleitet Pastewka einen Abend, der neben Evergreens wie der Miss Marple-Titelmelodie auch kriminalmusikalische Geheimtipps aus weitestgehend vergessenen Hörspielen umfasst. Zudem arrangierte Max Knoth beeindruckende Medleys aus Parodie und Vorlage, sowie schöne Suiten aus verschiedenen Musik-Interpretationen bekannter Krimi-Ermittler. Starkes Konzert.

Heldenreise: Broadway- und Film-Hits (Musical- und Filmkonzert, 2021)
Viel Disney, ein wenig Shrek und Wicked sowie ein feierlicher Konzertabschluss mit La La Land: die Musical-Stars Bettina Mönch und Dominik Hees singen, vom WDR-Funkhausorchester begleitet, Lieder, die ins Ohr und die Tanzbeine gehen. Gute Laune ist da sicher.

Wilder Westen (Filmmusikkonzert, 2019)
Natürlich erklingen Bernstein und Morricone, doch der Wilde Westen, interpretiert vom WDR-Funkhausorchester, ist noch facettenreicher. Haut die Bohnen in die Pfanne und nippt was Moonshine, es wird rau-romantisch.

So schön wie heut' (Konzert-Zeitreise in die Radiomusik der 1950er, 2023)
Gastgeber/Sänger Götz Alsmann, Sängerin Caroline Kiesewetter und Dirigent Jochen Neuffer bringen das WDR-Funkhausorchester und die WDR Big Band zusammen, um uns in die Klangwelt Deutschlands in den 1950er-Jahren zurückzuführen: Durch gewitzt-informative Einführungen kommentiert, ertönen die Radiohits der Wiederaufbaujahre, in denen eine Nation beschlossen hat, ihr Gedächtnis stummzuschalten, ein Wirtschaftswunder herbeizuschuften und sich mobil wie nie zuvor im Süden Europas zu erholen. 

Big Band Beethoven (Big-Band-Klassikkonzert, 2024)
Mit pandemiebedingter Verspätung zelebriert die WDR Big Band den 250. Geburtstag Beethovens, indem sie einige seiner bekanntesten Stücke auseinanderpflückt und im Big-Band-Sound rekonstruiert. Eine smarte, schöne und schmissige Verschmelzung der Klangwelten!

Das Konzert mit der Maus: Komponistinnen (Kinderfreundliche Konzertvermittlung, 2023)
Die Maus, Dirigentin Katharina Winco, das WDR-Sinfonieorchester, Moderatorin Jana Forkel und Moderator Johannes Büchs präsentieren einen faszinierenden Querschnitt an Werken einflussreicher Komponistinnen - wie Keiko Abe, Louise Farrenc und Ethel Smyth. 

Warum diese speziellen "Mediatheken"-Tipps? Die Arbeit der öffentlich-rechtlichen Sender ist ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie oder halt im realen Leben: Die Rundfunkorchester spielen in Deutschland einen großen Beitrag zur Kulturvermittlung und genießen internationales Ansehen.

Daher überrascht es mich, dass ich in der ARD-Mediathek keine vollständigen Konzerte der ARD-Orchester gefunden habe (möglich, dass es sie in der Mediathek gibt - sie ist zwar sehr, sehr gut, ihre Suchfunktion aber nicht). Dafür gibt es allerdings eine Fülle an Konzerten auf YouTube. Und da ich seit der Veröffentlichung des Spielplans 24/25 der WDR-Ensembles recht viel über sie nachdenke, hatte ich Lust, euch so an meiner Freude teilhaben zu lassen. Einzelne Stücke dieser Ensembles kann man in der ARD-Mediathek finden und die Konzerte sind auch bei YouTube frei von nervigen Werbepausen!

Wieso sechs Tipps? Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". 

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.

Samstag, 25. Mai 2024

Mediatheken-Tipps (25. Mai 2024)

Kung Fu Hustle (Martial-Arts-Komödie, 2004) Nicht so brillant wie Shaolin Kickers, wohl aber einstiegsfreundlicher und womöglich auch daher populärer - und noch immer ein vergnügliches Action-Fest von und mit Stephen Chow: Ein Dorf wehrt sich gegen eine brutale Gang. Exzentrische Figuren, hübsche Sets und feiste CG-Tricks treffen auf schmissige Kampfchoreografien, während dieser Konflikt gelöst wird. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 27. Mai 2024

Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam (Kleinstadt-Romantikkomödie, 1995) Ein Film, wie gemacht dafür, ihn am Sonntagnachmittag auf dem Sofa lümmelnd zu schauen: Hugh Grant spielt einen Engländer, der einen Berg ausmisst, ihn als Hügel deklariert und daraufhin vom bockigen örtlichen Volk aufgehalten wird, damit er nicht abreist. Derweil wird der Hügel mit Dreck aufgetürmt, damit der Regionalstolz in Form eines winzigen Berges wiederhergestellt ist. Liebeleien, Dialogwitz und Situationskomik entbrennen. Waschechtes Wohlfühlkino! ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 27. Mai 2024

Titane (Genderpolitisches Bodyhorror-Psycho-Thrillerdrama, 2021) Einer meiner Lieblingsfilme des Jahres 2021: Julia Ducournaus eindringlich gefilmter, spannend-einfühlsam erzählter und atemberaubend gespielter Goldene-Palme-Gewinner ist stahlhart und kuschlig-weich zugleich und sollte nicht weiter auf seinen Auftakt reduziert werden. Auch wenn der natürlich sehr denkwürdig ist. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 14. Juni 2024

Polen 1938: Spuren einer verlorenen Welt (Dokumentarfilm, 2022) In ihrem im Original Three Minutes: A Lengthening betitelten Dokumentarfilm präsentiert Bianca Stigter drei Minuten Filmmaterial, das der Amateurfilmer David Kurtz 1938 im polnischen Nasielsk aufnahm. Ein dreiminütiger Einblick in den fröhlichen Alltag einer jüdischen Gemeinde, die nicht ahnen kann, was bald darauf mit ihr angestellt wird. 2009 entdeckt Kurtz' Enkelsohn Glenn Kurt die Aufnahmen zufällig, in diesem Film wird dieses wertvolle filmische Erinnerungsstück ausführlich vorgestellt, analysiert und in Kontext gesetzt. Erschütternd, mahnend und leider wieder von zunehmender Relevanz. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 14. Februar 2025

Lalo Schifrin, Mission: Impossible (Filmmusikkonzert, 2023 ) Der Mediathekentitel unterscheidet sich von dem, was in diesem Konzertfilm als Titel eingeblendet wird (Das Kino des Lalo Schifrin), aber wen juckt's: Victor Jacob und das Orchestre Philharmonique de Radio France bieten hier einen mitreißenden Querschnitt aus dem Schaffen Schifrins plus eine Komposition von Studierenden der Hochschule für Musik und Tanz von Lyon. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 2. Februar 2027

ESC-Legenden: ABBA - Die ganze Geschichte (Musikdoku, 2024) Wer, wie ich, noch immer nachglühendes Eurovision Song Contest-Fieber hat, kann hier noch die weltberühmtesten ESC-Legenden feiern und das Waterloo-Jubiläum besser aufbereiten, als es aalglatte Hologramme auf einer Bühne in Malmö je könnten. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 2. Mai 2029

Warum Mediatheken-Tipps? Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie, oder oder oder. Doch nicht nur, dass man da leicht den Überblick verlieren kann: Ich kenne einige Menschen, die den Mediatheken kaum oder gar keine Beachtung schenken. Mit dieser Artikelreihe möchte ich Orientierung bieten, ebenso wie Anreiz, sich vermehrt mit den Mediatheken zu befassen. Dazu gebe ich wöchentlich sechs Anschautipps.

Wieso sechs Tipps? Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". 

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.

Samstag, 18. Mai 2024

Mediatheken-Tipps (18. Mai 2024)

Drive My Car (Drama, 2021) Ryūsuke Hamaguchi verschmilzt in seinem berührenden, mit elegischem Tempo erzählten und trotzdem fesselnden Drama die Kurzgeschichte Scheherazade von Haruki Murakami und Versatzstücke des legendären Tschechow-Stücks Onkel Wanja zu einer gleichermaßen nachdenklichen wie gefühlvollen Auseinandersetzung mit Trauer, Zuneigung und Selbstakzeptanz. Bildschön illustriert und berührend gespielt! arte-Mediathek, abrufbar 31. Mai 2024

France (Mediensatirische Tragikomödie, 2021) "Léa Seydoux spielt in französischsprachigen Stoffen einfach in einer höheren Liga als in ihren englischsprachigen Auftritten", Beweisstück Ichweißnichtwieviel: In Bruno Dumonts France sehen wir Seydoux als berühmte und angesehene TV-Moderatorin und Kriegsreporterin, deren Leben durch einen unaufmerksamen Augenblick aus den Fugen gerät. Es folgt ein bissiges, leicht distanziert erzähltes Chaos über journalistische Objektivität, den gesellschaftlichen Umgang mit Prominenz, Erfolgsgier und den Versuch, ein entgleistes Leben wieder in Bahn zu lenken. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 5. Juni 2024

Official Secrets (Politisches Thrillerdrama, 2019) Basierend auf wahren Ereignissen: Die Übersetzerin Katharine Gun gelangt an Informationen, die nahelegen, dass George W. Bushs Regierung durch illegale Methoden im UN-Sicherheitsrat eine größere Unterstützung für den Irak-Krieg zu sichern versucht. So gerät Gun in ein Dilemma zwischen ihrer vertraglichen Verschwiegenheitspflicht und dem, was illegal, aber moralisch richtig ist... Regisseur Gavin Hood fängt die politische Stimmung anno 2003 erstaunlich gut ein und erschafft ein ruhig erzähltes Thrillerdrama mit klarer Haltung und emotionaler Kraft. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 12. Juni 2024

Filibus - The Mysterious Air Pirate (Retrofuturistischer Luftpiraten-Abenteuerfilm, 1915) Mögt ihr Steampunk, Käpt'n Balu und seine tollkühne Crew, Verwechslungskomödien und/oder abenteuerlichen Spaß rund um meisterlich durchgeführte Halunkereien? Dann ist Filibus - The Mysterious Air Pirate wie für euch gemacht: Das italienische Stummfilm-Spektakel dreht sich um die geheimnisvolle Meisterdiebin und Verkleidungskünstlerin Filibus, die mit ihrem Luftschiff die Reichen bestiehlt, um die Armen zu bereichern. Stets ist ihr der Detektiv Kutt Hendry auf den Fersen, doch ihre Tarnung als ehrbare Baronin Troixmond ist zu gerissen! Sie ist sozusagen Fantômas, Arsène Lupin, Robin Hood und Don Kanaille in einem - und zündet ein Feuerwerk an Steampunk-Action, Diebstahl-Komödie und Travestie-Verwechslung, das nicht nur dank seines Erzähltempos und Designs zum Zungeschnalzen ist, sondern auch aufgrund der queeren und feministischen Untertöne, die zuweilen so selbstbewusst sind, dass sie gar keine Untertöne mehr sind. Es war halt längst nicht alles so piefig im damaligen Kino, wie man gerne eingeredet bekommt! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 28. Juli 2024

Warum Mediatheken-Tipps? Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie, oder oder oder. Doch nicht nur, dass man da leicht den Überblick verlieren kann: Ich kenne einige Menschen, die den Mediatheken kaum oder gar keine Beachtung schenken. Mit dieser Artikelreihe möchte ich Orientierung bieten, ebenso wie Anreiz, sich vermehrt mit den Mediatheken zu befassen. Dazu gebe ich wöchentlich sechs Anschautipps.

Wieso vier Tipps? Ich hatte diese Woche einfach zu wenig Zeit, euch mehr rauszusuchen. Ab nächste Woche sind es wieder sechs Stück. Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". 

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.

Samstag, 23. März 2024

Mediatheken-Tipps (23. März 2024)

Dancer in the Dark (Schwermütiges Musical, 2000) Der dänische Regie-Provokateur Lars von Trier nimmt sich der Musicalkunst an: Sängerin Björk spielt eine Fabrikarbeiterin, deren Sehkraft rapide abnimmt. Um ihrem Sohn zu helfen, dem dasselbe droht, spart sie eifrig für eine Operation. Diesem Seelenleid steht die Musical-Liebe dieser Mutter gegenüber, die hofft, in einer Sound of Music-Aufführung mitspielen zu können. Die Produktionsumstände sind unverzeihlich, der Film selbst ist aber eine denkwürdig-tragische, finster-elegische Genre-Übung mit atemberaubenden Liedern, einer begnadeten Björk und einer einprägsam-garstigen Ästhetik. Wie harsch und musikalisch kann ein Drama sein, bevor es zum Horror-Musical wird? arte-Mediathek, abrufbar bis zum 12. April 2024

Mommy (Tragikomödie, 2014) Wahrscheinlich der beste, definitiv der mich am intensivsten fesselnde Film des einst als Regie-Wunderkinds gefeierten, nun unablässig mit der Regie-Frührente drohenden Xavier Dolan: Mit stillem, melancholischem Humor versehen und voller kleiner Dramen des Alltags, erzählt Mommy von einer ungelenken Mutter-Sohn-Beziehung. Bedrückende Gefühle und kleine Momente banaler Freude wechseln einander ab, was Dolan klangästhetisch und vor allem visuell meisterlich einfängt. Haltet die Taschentücher bereit! ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 16. April 2024

Transit (Drama, 2018) Christian Petzold versetzt Anna Seghers Exilroman Transit auf beklemmende Weise ins Heute: Politflüchtling Georg Seidler (Franz Rogowski) versteckt sich vor der Pariser Polizei - und gerät zufällig an die Papiere eines toten Schriftstellers. Er nimmt sie an sich, gibt sich fortan als er aus und reist nach Marseille. Dort begegnet er Marie (Paula Beer), der Frau des Mannes, dessen Identität er notgedrungen geklaut hat... Die Parallelen zwischen Gegenwart und Heute werden intelligent und aufwühlend aufgezeigt, Beer und Rogowski spielen brillant und es gibt eine tüchtige Prise Film-noir-Vibes in sonnig-kontemporären Bildern. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 31. Mai 2024

Carpenter Brut: Hellfest 2023 (Konzertfilm, 2023) Musik, als würde man in einem John-Carpenter-Film oder einem Giallo festsitzen - bis der Knoten platzt und ein Cover aus einem 80er-Bruckheimer-Blockbuster (mit produktionshistorischem Horrorkino-Bezug) für den energiereich-heiteren Rausschmiss sorgt: Carpenter Brut steht für einen manchmal atmosphärischen, meist dröhnenden Hybriden aus Synthwave und Metal. Das knallt, wabert und wummst, dass es eine Freude ist! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 16. Juni 2024

Spielerepublik Deutschland (Dokumentation, 2023) Innerhalb von 90 Minuten blickt diese Doku auf mehrere Brettspielentwickler*innen aus Deutschland: Was hat sie zu ihrem Beruf geführt, wie steht ihre Familie dazu und wie ist eigentlich das Verhältnis zur Konkurrenz in diesem Metier? Außerdem gibt es Einblicke in die Geschichte und Wirkung des Preises "Spiel des Jahres". ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 30. November 2025

Paul oder die Zerstörung eines Hörbeispiels (Hörspiel-Dekonstruktion, 1969) Was wie ein Informationsbeitrag über den Alltag eines Lastwagenfahrers beginnt, wird zu einem assoziativen Wust aus narrativem Hörspiel, introspektivem Gedankenwust und Nachrichtenschnipseln. So kreiert Wolf Wondratscheck einen dezent unwohlig-bedrückenden, teils aber auch absurd-komischen Klangteppich, der uns vor die Herausforderung stellt, dort Sinn und Ordnung herzustellen, wo nicht zwingend Sinn und Ordnung herrschen. (Hinweis: Das Hörspiel enthält schwere rassistische Sprache) ARD-Audiothek, mir unbekanntes Ablaufdatum

Warum Mediatheken-Tipps? Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie, oder oder oder. Doch nicht nur, dass man da leicht den Überblick verlieren kann: Ich kenne einige Menschen, die den Mediatheken kaum oder gar keine Beachtung schenken. Mit dieser Artikelreihe möchte ich Orientierung bieten, ebenso wie Anreiz, sich vermehrt mit den Mediatheken zu befassen. Dazu gebe ich wöchentlich sechs Anschautipps.

Wieso sechs Tipps? Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". 

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.