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Sonntag, 16. November 2014

10 Dinge, die man während der letzten "Schlag den Raab"-Sendung hätte tun können ...

Die Schlag den Raab-Folge vom 15. November 2014 war eine der spannendsten in der Showgeschichte. Sie war aber auch die längste. Aufgrund eines ausgedehnten Baseballspiels und des Finalspiels "Ringing the Bull", das aufgrund unzähliger Fehlversuche viel, viel Zeit in Anspruch nahm und letztlich sogar ausgetauscht wurde, ging die Ausgabe erst um 2.27 Uhr zu Ende.

Das bedeutet, dass Schlag den Raab 372 Minuten lief. Ich bereue es kein Stück, mir das angesehen zu haben. Dafür war es zu unterhaltsam und packend. Dennoch: Um es in Relation zu setzen, hier eine Liste von zehn Dingen, die man in derselben Zeitspanne geschafft hätte ...

  1. Der Herr der Ringe: Die Gefährten oder Der Herr der Ringe: Die zwei Türme zusammen mit Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs schauen (jeweils in der Kinofassung, man muss wohl während des letzten Abspanns abbrechen, um nicht zu überziehen)
  2. 2,28 mal Richard Linklaters Boyhood gucken
  3. Die ersten beiden Hobbit-Filme von Peter Jackson in der Kinofassung gucken plus zwei Folgen Die Simpsons und einmal entspannt Pinkelpause einlegen
  4. Die Extended Edition der ersten beiden Hobbit-Teile gucken und Too Many Cooks. Ohne Pinkelpause (es sei denn, man geht während der Abspannsequenzen der Mittelerde-Epen)
  5. Die beiden von Gore Verbinski inszenierten Fluch der Karibik-Fortsetzungen schauen, das Soundtrackalbum des ersten Teils sowie die Tracks Angelica, Mutiny, Palm Tree Escape und Blackbeard aus dem Album zu Part vier hören
  6. Casino Royale, Skyfall und zwei Mal die Doku Bond Girls Are Forever schauen.
  7. Himmel und Huhn, Triff die Robinsons, Bolt und Rapunzel schauen. Man kommt bei exakt 372 Minuten aus
  8. Dumbo, Rapunzel, Ralph reicht's, Die Eiskönigin und Pixars Kurzfilm Presto schauen
  9. Alle drei Toy Story-Kinofilme, das TV-Special Toy Story of Terror, die drei Toy Story Toons gucken, den Soundtrack zu Teil eins hören und die Kurzfilme Tin Toy und Geri's Game schauen.
  10. Zwei Mal The Wolf of Wall Street gucken und einmal Telegraph Road von Dire Straits hören.

Mittwoch, 19. September 2012

All In (Alles auf Risiko)

Ab und an kann es sich noch immer lohnen, TV Total zu gucken. Raab mag etwas träge geworden sein, doch hin und wieder kommt sein alter Irrsinn wieder zum Vorschein. Etwa, wenn er Gäste bei sich hat, die sich verballhornen lassen. Wie den Wendler, den Raab während der jüngsten TV Total Pokernacht mit einem improvisierten Pokerschlager parodierte. Und wie es sich für Raab gehört: Wenn er sich in einen seiner Gags verknallt hat, reizt er ihn bis zum Äußersten aus:

Samstag, 14. April 2012

Das "Schlag den Raab"-Trinkspiel


Schlag den Raab ist nicht nur eine der spannendsten und unterhaltsamsten Sendungen im deutschen Fernsehen, sondern auch eine der längsten. Den anvisierten Schluss kurz nach Mitternacht hält die Spielshow mit Stefan Raab nur selten ein, öfters geht das Duell bis nach 1 Uhr nachts. Genug Zeit, um als Fernsehzuschauer ordentlich auszutrocknen, wenn man nicht genügend Erfrischungen parat hat.

Um den Schlag den Raab-Abend zumindest gefühlt zu verkürzen, solltet ihr aber mehr als ausreichend Getränke zur Hand haben, denn wenn ihr in Trinklaune seid, dann könnt ihr euch an diesem Schlag den Raab-Trinkspiel versuchen. Nicht, dass ich Alkoholmissbrauch gutheißen würde, aber wenn ihr euren liebsten Alkohol bereitstellt, dann könnt ihn ihr euch ja zu Gemüte führen, wenn folgende Dinge eintreffen.

Trinkt immer wenn...

... einer der Kandidaten bei der Bundeswehr tätig ist
... einer der Kandidaten mal in irgendeiner Sportart Weltmeister oder Olympiasieger war
... einer der Kandidaten über 42 Jahre alt ist
... sich keine Frau unter den fünf möglichen Kandidaten befindet
... sich mehr als eine Frau unter den fünf möglichen Kandidaten befindet
... Frank Buschmann "Das ist/wird/war eine knappe Kiste" sagt
... Frank Buschmann etwas als "ein enges Höschen" bezeichnet
... Frank Buschmann jemanden als "heiß wie Frittenfett" einschätzt
... Frank Buschmann glaubt, jemand sei "kalt wie eine Hundeschnauze"
... Frank Buschmann erklärt, er würde das Spiel ja so oder so anpacken
... Frank Buschmann anmerkt, dass er jetzt lieber die Klappe hält
... Stefan Raab den Kommentator Frank Buschmann anschnauzt / verarscht
... Stefan Raab während der Erklärung der Regeln weggeht
... Stefan Raab eine absurde Regelfrage stellt
... Stefan Raab um die Wiederholung der Regeln bittet
... Stefan Raab die Regeln eines Spiels sehr weit dehnt
... Stefan Raab gegen die Regeln eines Spiels verstößt
... Stefan Raab die Autorität eines Schiedsrichters in Frage stellt
... Stefan Raab in die Kamera brüllt
... Stefan Raab anmerkt, er habe das Spiel XY mal im Rahmen von TV total betrieben
... Stefan Raab ein Motorspiel gewinnt
... Stefan Raab ein Motorspiel verliert
... Stefan Raab ein Sportspiel gewinnt, dass er ob seiner körperlichen Kondition eigentlich verlieren müsste
... Stefan Raab nach Beendigung eines Spiels, das 4 Punkte oder weniger wert ist, keuchend am Boden liegt
... Steven Gätjens Autorität in Frage gestellt wird
... Steven Gätjen das attraktive Äußere einer Person kommentiert
... Steven Gätjen eine Ermahnung an Stefan Raab ausspricht
... Steven Gätjen das Saalpublikum zum Lachen bringt
... Elton die Showtreppe herunterläuft
... Elton von Steven Gätjen etwas in die Hand gedrückt bekommt
... Elton bis 0.15 Uhr nicht in der Show zu sehen war
... die Familie des Kandidaten/der Kandidatin etwas in die Richtung "er/sie kann alles" sagt
... die Famile des Kandidaten/der Kandidatin schwört, dass er/sie das nächste Spiel gewinnt
... die Familie des Kandidaten/der Kandidatin einsieht "das wird nichts mehr" (oder etwas vergleichbares verlautbart)
... Werbung für ein Schlag den Raab-Produkt gemacht wird
... innerhalb der Show Werbung für eine andere Raab-Sendung gemacht wird
... innerhalb der Show Werbung für eine Nicht-Raab-Sendung auf ProSieben gemacht wird
... sich der Live-Act nicht bei Stefan Raab verabschiedet
... der Live-Act Stefan Raab das Mikro in die Hand drückt
... ein Live-Act auftritt, von dem du noch nie gehört hast
... ein Spiel länger als 20 Minuten dauert (etwaige Werbepause nicht eingerechnet)
... ein Spiel länger als 30 Minuten dauert (etwaige Werbepause nicht eingerechnet)
... ein Spiel länger als 40 Minuten dauert (etwaige Werbepause nicht eingerechnet)
... ein Außenspiel für 5 Punkte oder weniger gespielt wird
... ein Kinderspiel gespielt wird und mehr als 10 Punkte bringt
... etwas absolut banales für 15 Punkte gespielt wird
... ein Brett-, Würfel- oder Kartenspiel gespielt wird
... 1 Uhr nachts ist, und die Show noch immer läuft
... 2 Uhr nachts ist, und die Show noch immer läuft

Die zu trinkende Menge ist eurer Alkoholverträglichkeit anpassbar. Ob nun ein Schluck Bier oder ein Schnapsglas eures Lieblingslikörs, das bleibt euch belassen. Fett markierte Ereignisse sind aber die doppelte Menge des Standardwerts schwer, fett und kursiv zusammen bedeuten sogar drei Portionen.

Wenn euch diese Liste zu lang ist und ihr euch in Gesellschaft befindet (was beim Konsum größerer Mengen Alkohol eh keine so dumme Idee ist), könnt ihr auch Saufbingo spielen: Jeder sucht sich einen fett und kursiv markierten Punkt aus, zwei fette und drei normale Punkte und trinkt nur auf diese. Die Anzahl der Situationen, auf die ihr trinkt, könnt ihr natürlich frei gestalten, wenn euch meine Vorschläge zu heftig oder zu zahm sind.

Alternativ könnt ihr, wenn euch das zu sehr nach Saufgelage anmutet, normales Bingo spielen. Dann trinkt ihr nicht, sondern hakt "eure" Punkte ab. Wer zuerst alles abgehakt hat gewinnt, wenn die Show zu Ende ist und niemand alles abhaken konnte, gewinnt derjenige, der die meisten Treffer verbuchen konnte.

Sonntag, 11. April 2010

Schlag den Teufelskerl

Wer gestern Abend erst gegen Schluss Schlag den Raab einschaltete, der könnte ein Déjà Vu erlebt haben: Ein Kandidat namens Hans Martin sitzt am Pult, spricht mit sich selbst und gewinnt am Ende des Abends den Jackpot. Doch keine Sorge, dieser Hans Martin war nicht der gelackte Sozialversager Hans-Martin, auf den Matthias Opdenhövel, Stefan Raab und Kommentator Frank Buschman im Laufe des Abends mit Sprüchen wie "Tun sich da Parallelen auf? Nein, dieser Kandidat ist sympathisch!" mehrfach anspielten.

Dennoch dürften auch nach dieser Sendung mehr Zuschauer die Niederlage Raabs bedauert haben, denn in der 22. Ausgabe von Schlag den Raab bewies der einstige Metzger, was für ein kämpferischer Teufelskerl er ist. Nach sechs bereits sehr spannenden Spielen mussten Stefan Raab und sein Herausforderer, ein sportlicher Unfallchirurg, Mountainbike fahren. Der Modus des Spiels: Beide fahren gleichzeitig auf zwei identischen Hindernisparcours. Wer zuerst drei Mal schneller ins Ziel kam, gewinnt die sieben Punkte.

Im zweiten Rennen stürzten sowohl Raab, als auch Hans Martin. Während Hans Martin nach seinem Sturz recht schnell wieder aufsprang, blieb Stefan Raab im Dreck liegen, nachdem er mit hoher Geschwindigkeit vornüber vom Mountainbike fiel und den Sturz mit seinem Gesicht auffing. Das Fahrrad fiel ihm sogleich hinterher und traf seinen Kopf.
Kaum wurde einem bewusst, dass Raab so schnell nicht wieder aufstehen wird, rannten die ersten Schlag den Raab-Mitarbeiter zu ihm, und auch Hans Martin brach seinen Lauf ab und ging besorgt zu seinem Spielgegner, als er dies sah. Leise hörte man, wie Raab und Hans Martin sich unterhielten und Stefan Raab fragte, ob er denn gestürzt sei. Spätestens in diesem Moment wusste man, dass Raab ernsthafte Verletzungen davontrug. Einige Minuten vergingen, in denen sich das anwesende ärztliche Personal um Raab kümmerte und seinen Zustand abcheckte. Moderator Opdenhövel erklärte den Zuschauern und einem verwirrten Raab, dass das Reglement in einem solchen Ernstfall vorsieht, dass dieser Lauf annulliert wird und der Verletzte entscheiden darf, ob er das Spiel aufgibt oder zu Ende spielen möchte. Raab, der vor wenigen Minuten noch hochgehoben wurde und wackelnd versuchte auf eigenen Beinen zu stehen, entschloss sich das Spiel weiterzuspielen. Beim nächsten Lauf stürzte er erneut, doch er wollte unbedingt weitermachen, obwohl er selbst keine Erinnerung mehr an seine beiden Stürze hatte.

In dieser erschreckenden Situation zeigte sich erneut die große Klasse von Matthias Opdenhövel als Live-Moderator: Als Raab desorientiert und mir klarem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses an der Startlinie herumstand und fragte, was geschehen sei, antwortete Opdenhövel, der zuvor noch besorgt neben Stefan Raab im Dreck stand und sich mehrfach versicherte, ob er denn wirklich unbedingt weitermachen möchte, mit freundschaftlich verschmitztem Lächeln: "Keine Details. Die Sendung heißt Schlag den Raab, du bist der Hauptdarsteller. Soviel kann ich dir verraten." Und als Raab weitere Schwächen zeigte, fragte Opdenhövel in betont fürsorglichem Tonfall, ob Raan wenigstens ihn noch kennt. Auf Raabs erschöpft gehauchtes "Ja" erwiderte Opdenhövel mit euphorischer Stimme "Dann können wir ja weitermachen!", so als wäre nichts geschehen. Wegen solcher Aktionen gehört Opdenhövel für mich zu den Besten im Geschäft.

Doch nicht nur Opdenhövel ging souverän durch den Abend, auch Raab selbst bewies wieder einmal, was für ein Showmensch er ist. Nach Mountainbike und einem Gabelstapler-Wettstapeln (welches Raab ohne jegliche Probleme gewann) wieder im Studio angekommen, blickte er verwirrt ins Publikum und fragte mit ironischem Glitzern in seinen Augen "Wo ist die Band?"

Nach seinem Unfall, der sein Gesicht an das Auftreten in Schlag den Raab-Werbeanzeigen anglich, kämpfte Raab weiter, als sei nichts geschehen. Mountainbike verlor er zwar, und aufgrund schwacher Leistungen in einem Gedächtnisspiel und "Wann ist das?" auch den Abend, dennoch biss er sich durch und entschied auch einige Spiele für sich. Einzig beim Hochsprung war Raabs angeschlagener Zustand offensichtlich: Der Arzt diagnostizierte bei Raab eine Gehirnerschütterung und riet ihm im Off dringlich dazu, das Spiel kampflos aufzugeben. Selbst wenn Raab lieber einen Versuch gestartet hätte.

An solchen Abenden trennt sich im Showbereich die Spreu vom Weizen: Opdenhövel ist ein begnadeter Livemoderator, der mit angemessenem Anstand und Humor die Klippen der ernsten Situation umschiffte, was ein Marco Schreyl nie im Leben hinbekommen hätte. Der wäre nach der Sendung kaputter gewesen als Raab. Und Raab, pffff, der Kerl ist ein wahnsinniges Kampfschwein. Leider hatte er am Schluss des Abends kein Glück mehr. Ein Sieg hätte diese denkwürdige Ausgabe von Schlag den Raab noch legendärer gemacht.

Siehe auch:

Mittwoch, 3. Februar 2010

Klare Forderung: Mehr Live-Ausgaben von "TV Total"

Dass TV Total nicht mehr das ist, was es einst war und es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch niemals wieder werden ist, sollte mittlerweile die Runde gemacht haben. Raabs Late-Night-Show konnte sich allerdings auch aus ihrem gröbsten Tief wieder herausmanövrieren und überzeugt trotz immer wieder spürbarer Unsicherheiten in Konzept und Zielgruppe (man findet einfach nicht über längere Zeitstrecken den richtigen Grad zwischen dem alten TV Total, einer Late-Night und einem Unterhaltungsmagazin).

Highlights gibt es immer wieder, so dass sich das Einschalten vier Mal die Woche weiterhin lohnt, die Durststrecken werden von Jahr zu Jahr wieder kürzer. Der alte Stil ist wohl für immer Geschichte, doch zumindest die alte Qualität könnte wieder erreichbar sein, wie die gestrige Live-Ausgabe im Anschluss an Unser Star für Oslo bewies. Im On wechselte Raab das Studio und moderierte sich spontan um Kopf und Kragen im planlosen Bemühen, die Zuschauer bei der Stange zu halten. Hier zeigte sich wieder der alte Anarcho-Entertainer Raab, der sich unvorbereitet in eine Situation stürzt und mit seiner selbstsicheren, großen Klappe für Unterhaltung sorgt. Wie Raab live auf Sendung das Studiopublikum anwies so zu tun, als würde die Show gerade erst beginnen, seine Band an ihren Platz wies und ungeduldig mit seinem Fahrstuhl die Studiotreppe hinauffahren wollte war faszinierenderweise voller Situationskomik und transferierte die aneckende Eigenheit der großen TV Total-Sternstunden iauf das derzeitige Auftreten der Show.

Als Raab nach vielleicht der Hälfte der Sendezeit irrtümlich das Ende der Show ankündigte und nach der Realisation seines Fehlers panisch versuchte das Publikum vom abschalten abzuhalten, während er über seinen eigenen Fehler lachte, und kurz darauf mit seinem Chefsessel stürzte, weil er den fahrenden Tisch zu sehr beschleunigen ließ, erhielt die gestrige Folge den Ritterschlag zu einem TV Total-Klassiker. Und man braucht sich bloß einmal ansehen, was Raab in der Werbepause anstellte...

Deshalb fordere ich an dieser Stelle mehr grob geplante, Raab jede Menge Freiheiten lassende Live-Ausgaben von TV Total (außerhalb großer Fußballturniere). In den kommenden Wochen kann Raab sich ja weiter in kurzweiligem Moderationschaos üben. Denn genau wie Thomas Gottschalk ist Stefan Raab dann am besten, wenn er auf Situationen und Menschen reagiert, spontane Sprüche oder Aktionen aus dem Hut zaubern muss.

Mehr dazu:

Montag, 16. November 2009

Switch reloaded blickt wieder zurück, Raab läuft wieder früher.

Endlich gibt's wieder erfreuliche Fernsehnachrichten.
Auch dieses Jahr wird die Switch reloaded-Crew eine extra lange Sonderausgabe zum Jahreswechsel drehen. Der letztjährige Switch reloaded-Jahresrückblick war reines Comedygold mit herrlichen Parodien von Jauch, Schmidt, Raab, Kerner und Bublath sowie einer fantastischen Hommage an den Tropic Thunder-Abspann.

Dieses Jahr sollen Gundula Gause, Sonya Kraus und Claus Cleber dran glauben und durch den Abend führen, während in neuen Sketchen die Medienereignisse des Jahres (wie die Absetzung der Oliver Geißen Show und das Ende von Schmidt & Pocher) und das Polit- und Weltgeschehen (darunter der Tod von Michael Jackson und die Schweinegrippe) auf's Korn genommen werden (mehr dazu).

Außerdem wird ab Frühjahr 2010 die nächste Staffel der gelungenen Parodieserie laufen. Ab Januar 2010 wird dienstags übrigens schon um 22.15 Uhr TV Total ausgestrahlt. Die Rückkehr zum einstigen Stammsendeplatz könnte der Show einige Zuschauer zurückbringen. Diese Staffel läuft bislang besser als mittlerweile gewohnt - ob dies bei der Entscheidung ebenfalls eine Rolle spielte (mehr dazu)?

Freitag, 2. Oktober 2009

Max Mutzke bringt Aachen den Funk

Gestern hatte ich die wunderbare Gelegenheit gratis auf ein Konzert von Max Mutzke zu gehen. Ebenso wie ein ganzer Marktplatz voller Leute: Im Rahmen des "September-Specials" der Stadt Aachen trat Raab-Zögling Max Mutzke gratis auf und begeisterte die Massen.

Dabei war Mutzke ursprünglich gar nicht als Künstler vorgesehen - das Stimmwunder sprang für eine Sängerin ein, die an dem Abend nicht auftreten konnte. Aber die Notlösung erwies sich für die Veranstalter als Glückstreffer, und Max heizte am kühlen, doch zum Glück trockenen, Abend den Aachener mit seiner ansteckenden Laune ordentlich ein.

Dahingehend hat sich Max seit seiner Zeit bei Stefan Raabs Castingshow SSDSGPS und dem Eurovision Song Contest stark gewandelt: Statt unauffällig im schwarzen Rollkragenpulli mit geschlossenen Augen auf einem Hocker zu sitzen, wirbelt Max nun von einem neu gefundenen Bewegungsdrang angefeuert in netter Klufte über die Bühne. Seine Natürlichkeit und Bodenständigkeit hat Max dabei glücklicherweise nicht verloren, sondern füllt das Konzert mit einer authentischen Ausstrahlung und unaufgesetztem Witz und Charme. Hätte Max beim ESC schon solch eine Bühnenerfahrung gehabt, hätten wir mit ihm sicherlich noch besser abgeschnitten.

Während des fast zwei Stunden dauernden Gratiskonzerts (inklusive vier Zugaben) brachte Max vor allem sein leider nicht mit viel Radio-Airplay gesegnetes aktuelles Album Black Forest näher. Sein dritter Langspieler wartete mit einem sich treu gebliebenen, zugleich leicht gewandelten Max auf, und so präsentierte auch das Konzert einen flotteren, wuchtigeren Sound, der funkige Nostalgie mit moderner Pop-Sensibilität für's Tempo vermengt. Dazwischen streute Max ein paar seiner älteren Songs rein (etwa seine Nummer-Eins-Single Can't wait until tonight) sowie Coverversionen von Kollegen, etwa Sommerregen von den Fanta 4 (in einer herrlich in die Beine gehenden Neuinterpretierung) und den Style Council-Song Shout to the Top. Letzterer war angeblich ein Wunsch des extrovertierten Schlagzeugers, der bei diesem Song mit voller Wucht auf sein Instrument kloppte und wirklich spaßig anzuschauen war.

Max Mutzke macht ja nicht gerade die Musik, die ich mir im Alltag gezielt anhöre, konnte mich gestern aber vollstens überzeugen und ich werde mir bei Gelegenheit das aktuelle Album besorgen. Für musikalische Abwechslung bin ich ja gern zu haben, besonders wenn sie so gut gemacht ist.

Sonntag, 13. September 2009

Wahre Worte mit Stefan Raab: "Ich verliere ungern - aber heute ganz besonders!"


Fernsehdeutschland hat eine neue Hassfigur: Schlag den Raab-Kandidat Hans-Martin fiel mit seiner selbstgefälligen Mimik, deplatzierten Angebersprüchen und Mackergehabe negativ aus der Masse der Leutchen heraus, die sich sonst so König Lustig stellen. Spätestens, als Hans-Martin dann in affige Selbstgespräche verfiel und auf Opdenhövels Frage, ob er ihm eine Pizza bestellen soll antwortete, dass ihm eine Frau lieber wäre, bescherte einem der gewohnt ausgedehnte Abend mit Schlag den Raab ein ungewohntes Bild: Die Gunst des Publikums vereinte sich vollkommen auf der Seite Raabs.

Halten sich normalerweise die Verfechter des Gastgebers und der Kandidaten grob die Waage (mit minimalen Ausschwankungen), vereinte Hans-Martin in dieser Fernsehnacht die Ungunst des Studiopublikums und die professionell überspielte, gewitzt rübergebrachte Häme des Moderators Opdenhövel und des Kommentators Buschmann auf sich.

Und selbst als nach fünfzehn Spielen die (von den Sympathien her betrachtet) falsche Person gewonnen hat, konnte man als Zuschauer auflachen. Hans-Martin war eine ideale Zielscheibe für geniale (niemals zu weit gehende) Konter und sorgte so unfreiwilligerweise für eine der unterhaltsamsten Schlag den Raab-Ausgaben überhaupt. Und ihm haben wir ein Novum in der Geschichte dieser Sendung zu verdanken: Der Gewinner wurde hemmungslos ausgebuht.

Daraufhin zeigte sich Raab zugleich als großer Sportsmann und Entertainer: Er bat das Publikum um Zurückhaltung und sagte, dass Hans-Martin am Ende als verdienter Gewinner nach Hause geht. Für Zorn gäbe es keinen Grund. "Aber jubeln müssen sie für ihn deswegen auch nicht."
Raab sagte somit eigentlich alles, was es zu sagen gab: Hans-Martin gewann nicht etwa wegen irgendwelcher Fehlentscheidungen oder Mogeleien, und darf rechtens mit seinen 500.000 Euro nach Hause dampfen. Deshalb muss er nicht ausgebuht werden - ihn feiern muss (sollte?) aber auch niemand.

Raab verlor zwar das Duell nach Punkten - verlässt aber als moralischer Sieger das Studio und konnte heute einige neue Fans für sich gewinnen. Wir dürfen gespannt auf die TV Total-Ausgabe am Montag sein, wenn Hans-Martin zusammen mit Raab den Samstagabend auswertet.

Sofern der feine Herr bis dahin nicht an seiner Selbstgefälligkeit erstickt. Oder auf der aalglatten Schmierspur ausrutscht, die er hinter sich herzieht. Oder ihn Alice Schwarzer höchstpersönlich für den Frauenspruch verdrischt...

Schon gut, ich bin ja wieder ruhig...

Siehe auch:

Freitag, 6. Februar 2009

Die vier prominenten Kandidaten für "Schlag den Star" sind...

Mitte Januar gab ProSieben bekannt, dass der Sender im März eine weitere Show mit dem hauseigenen Aushängeschild Stefan Raab ausstrahlen wird. Mit Schlag den Star kupfern Raab und Pro7 bei der britischen Adaption von Schlag den Raab ab, welches dort mangels einer Persönlichkeit und Tausendsassas wie Raab ein bisschen anders abläuft.

In Schlag den Star wird unter der Leitung von Stefan Raab ein Kandidat gegen einen Prominenten kämpfen, halt wie bei Schlag den Raab, nur dass die Sendung kürzer und aufgezeichnet ist, der Jackpot pro Promisieg nur um 50.000 Euro ansteigt und der Promi in jeder Ausgabe jemand anderes ist.

Auch wenn ich mich bereits eher kritisch über dieses Konzept äußerte, muss man der Show wenigstens lassen, dass sie (in ihrer ersten Staffel) die Definition von "Star" nicht so sehr verwässert wie viele andere Sendungen mit "prominenten" Kandidaten.

Laut Quotenmeter.de werden in den ersten vier Ausgaben nämlich folgende Promis antreten: Ex-Tennisspieler und neuerdings Gelegenheits-Pokerspieler Boris Becker, Ex-Fußballer Stefan Effenberg (der "Erfinder" des Effenbergfingers), Ex-Handballer Stefan Kretzschmar sowie Ex-RTL Samstag Nacht-Komiker und nun kurzweiliger Clever-Professor Wigald Boning.

Diese Kandidaten lassen sich durchaus sehen. Die Namne sind groß und Becker und Kretzschmar traue ich auch eine große Verbissenheit im Kampf zu. Boning könnte als Kandidat sehr überraschen, Effenberg dagegen wird sich seine Punkte unbedingt in den Sportspielen holen müssen, sonst sehe ich für ihn zappenduster.

Am 13. März geht die erste Ausgabe an den Start - mit Effenberg als Kandidat. In den Wochen danach kann es also nur spannender werden.

Samstag, 17. Januar 2009

Wenn das Mal kein blaues Auge gibt: "Schlag den Raab"-Ableger nun auch auf Pro7

Noch grinst die Killerplautze...

Schlag den Raab: ProSiebens großer Showerfolg, die Rettung der Samstagabendshows, die Show, für die Stefan Raab geboren wurde. Bis zu 31% Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe, mit der Goldenen Kamera und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet, zweifach für den Adolf-Grimme-Preis nominiert, das Konzept in über ein Dutzend Länder verkauft.

Während TV Total trotz grausiger Quoten aufgrund seines Kultfaktors und seines Rufs als gute Promotionplattform (sei es für Künstler oder für schundhafte ProSieben-Formate) weiterleben darf, irgendwie zu ProSiebens inoffiziellem Aushängeschild wurde, ist Schlag den Raab das wahre Highlight auf dem Münchner Sender. Ein Event, auf das sich die Zuschauer im voraus freuen, und für das sie auch gerne den gesamten Samstag Abend und Teile der Nacht (die bislang längste Ausgabe war erst um 1:32 Uhr zu Ende) opfern.
In TV Total läuft Raab nur noch selten zur Hochform auf, meistens spult er das Programm routiniert ab oder lässt sich bei gut gelaunten Gästen zu einer amüsanten Tagesform hinreißen. Doch bei Schlag den Raab ist seine Hochform das mindeste, was er gibt. Wenn er Olympioniken besiegt und Übermenschen mit einem 48-Stunden-Tag und einer 14-Tage-Woche trotz ihres Doktorentitels, zweifach gewonnenen Weltmeisterschaften, einem Dutzend sportlicher Hobbys und hochkomplizierten beruflichen Tätigkeiten alt aussehen lässt, wächst Raab über sich hinaus und Fernsehdeutschland staunt.

Schlag den Raab ist ein simples, aber den Zuschauer fesselndes Konzept. Hier mischen sich Quizshow mit den Olympischen Spielen und Kindergeburtstag (hier wird schonmal um einen Haufen Geld um die Wette gespuckt).
Hier hat jeder Zuschauer etwas, was ihm gefällt und deshalb ist Beat Your Host (wie das Konzept international vermarktet wird) auch im Ausland so gefragt (wobei die guten Quoten natürlich beim Verkauf der Idee auch sehr hilfreich sind).

Doch was die deutsche Version, das Original, so außerordentlich macht, das steckt nur in dieser Fassung im Namen: Raab. Es ist Stefan Raabs Show. Sie ist auf seine Persönlichkeit zugeschnitten, und das spürt man stärker als in allen anderen Showformaten auf dem deutschen Fernsehmarkt. Wer wird Millionär? wird dank dem seriös-glaubhaften Lausebengel Günther Jauch erst wirklich charismatisch, Wetten, dass...? ist ohne Thomas Gottschalk nicht so glamourös und verspielt zugleich.


Aber Schlag den Raab ist ohne Raab ein bloßer Wettkampf in verschiedenen Kategorien. Erst mit dem Tausendsassa Stefan Raab wirkt die Sendung so überdimensional: Raab kann nahezu alles: Vieles kann er gut genug um zu gewinnen, manches beherrscht er so sehr, dass er seine Gegenspielern zu Opfern deklassiert.
Es ist schwer, jemanden zu finden, der sich in so vielen Gebieten bereits erprobt hat.
Noch schwieriger wird es aber, eine Persönlichkeit zu finden, die sich in so vielen Gebieten bereits erprobt hat.
Irgendjemand ließe sich bestimmt schon finden, nur bezweifle ich, dass dieser Jemand so eine Marke wie Stefan Raab ist.

Sein Charakter gibt der Show den richtigen Zunder: Raab ist personifizierter Ehrgeiz, aber nicht arrogant. Er findet immer wieder die für den Sieg nötigen Lücken im Regelwerk, bleibt aber stets fair. Raab hat eine große Klappe, ist (in Schlag den Raab) zu seinem Kontrahenten aber immer wie ein großer Sportsmann.

Und zu guter Letzt: Raab polarisiert. Manche Zuschauer wollen, dass er endlich eine Abreibung bekommt, andere fiebern mit ihm mit. Dass man die Sendung aber nicht weiter mitansehen kann, wenn der nicht erwünschte Fall eintritt, kommt nicht vor. So groß sind Hass und Liebe für Raab auch nicht.

Kurz gesagt: Mit Schlag den Raab hat ProSieben automatisch die bestmögliche Version dieses Konzepts gesichert.
Da wirft sich mir die Frage auf, weshalb der Sender ab März Schlag den Star, eine Adaption der britischen Schlag den Raab-Adaption, ausstrahlen will.
Wie der Spiegel berichtet werden testweise erstmal vier Ausgaben gedreht, in denen Stefan Raan den Job von Matthias Opdenhövel übernimmt und einen zweistündigen Kampf zwischen einem normalen Kandidaten und einem (in jeder Folge wechselnden) Prominenten kämpft. Bislang steht nur Stefan Kretzschmar fest.

Wieso, ProSieben? Wieso?
Aus den oben genannten Gründen kann Schlag den Star gar nicht so gut werden wie Schlag den Raab, allein deshalb sollte man davor zurückschrecken, die verwässerte Version zum hervorragenden original dazugesellen.

Was aber noch wichtiger ist: Wenn man eine abgespeckte, weniger spannende Antwort auf Schlag den Raab ausstrahlt, obwohl man an der Sendung weiter festhält, dann muss schon ein Wunder geschehen, damit die deutschen Zuschauer nicht irgendwann genug von dem Spielkonzept haben. Noch will man die wenigen Schlag den Raab-Ausgaben nicht verpassen, wenn man aber auf das Light-Produkt zurückgreifen kann, ändert sich dies möglicherweise. Noch schlimmer: Je nach Qualität der "Kopie" verdirbt diese eventuell den Appetit auf die Vorlage.

Schlag den Star ist eine tolle Lösung für eine Zeit, in der Stefan Raab nicht mehr gegen hyperaktive Sportler ohne Hirn und kluge Köpfe mit Pudding in den Armen antreten kann. So lange Raab aber sechs Mal im Jahr zeigt, dass Samstagabendshows, die ganze Familien vor den Fernseher fesseln weiterhin funktionieren, ist es ein böser, böser Fehler von ProSieben ausgerechnet so die zehnjährige Zusammenarbeit mit dem Ex-Metzger zu feiern.

Denn so zerschießt man seine beste Idee.

Weiterführende Artikel:

Dienstag, 5. August 2008

DVD-Review: Elton vs. Simon - Die Show


Die Überraschung war groß, als Elton vs. Simon nach längerer Pause wieder auf die Bildschirme zurückkehrte. Noch größer war sie, als angekündigt wurde, dass das Trash-Comedy-Doku-Format über zwei befreundete Komiker, die sich gegenseitig in den seltsamsten Wettbewerben messen nun in eine große Fernsehshow mit einer Stunde Laufzeit, Live-Publikum und eigener Moderatorin umgewandelt wird.

Diese Überraschung konnte nur noch eins toppen: Dievom Konzept her umgewandelte dritte Staffel des nächtlichen Kult-Hits wird genauso wie die zwei "Doku"-Staffeln auf DVD veröffentlicht!


Dies ist der Kampf von Elton vs. Simon!

Nachdem ich die Pilot-Ausgabe der neuen Staffel ganz okay fand, aber deutliche Kinderkrankheiten feststellte, konnte ich mich in den darauf folgenden Wochen langsam an das Show-Konzept gewöhnen. Zwei Episoden stehen noch aus, doch dank DVD konnte ich sie mir bereits ansehen.
Der DVD-Veröffentlichung habe ich vor allem aber zu verdanken, dass ich mir die Sendung nun ohne Werbung ansehen kann. Und somit ist endlich ein fairer Vergleich zwischen den ersten beiden Staffeln und der Show-Staffel möglich. Zwar sah ich die Doku-Staffeln auch im Fernsehen, habe mich in den Jahren seit der Erstausstrahlung jedoch sehr an die DVD-Fassung ohne lästige Unterbrechungen gewöhnt. Was der Sendung gut tat.
Zwar profitiert jede Sendung davon, dass ihre Dramaturgie, ihr Tempo oder ihre Atmosphäre nicht gestört wird, doch Elton vs. Simon lässt sich ohne Werbung wirklich um einiges flüssiger ansehen, man wird förmlich in den Wahnsinn der Protagonisten eingesogen.

Ganz so stark ist die Wirkung bei der Show-Staffel zwar nicht, jedoch wird auch sie ohne Werbeunterbrechungen um einiges besser.
Im Verlauf der Staffel wird auch klar, dass nicht nur ich mich an das Showkonzept gewöhne, sondern dass sich auch das Team hinter der Sendung an das neue Format gewöhnte und neu einspielte. Die Interaktion zwischen den Kontrahenten Elton & Simon und der Moderatorin Johanna Klum wird viel lockerer und dynamischer, gewinnt an Witz dazu. Und auch die Zusammenstellung der Spiele (vor allem die Frage nach der Reihenfolge) und die Inszenierung (Schnitt, Regie, Kameraführung) wird vorteilhafter, nachdem man zu Beginn sich mit kleinen Fehlerchen noch ins eigene Fleisch schnitt.


So werden später auch die Spiele im Studio wirklich komisch, wobei die absurderen Wettbewerbe wie "Wer kann schneller ein Auto knacken?" oder "Wer kennt den anderen besser und vermeidet so, von einer Domina ausgepeitscht zu werden?" besser funktionieren als simplere Wettspiele wie "Bierkrug-Weitschieben" oder "Limbo", die man ebenso gut auch in eine ernstere Sendung wie Schlag den Raab unterbringen könnte. Nur mit dem Unterschied, dass sie dort besser zu unterhalten wissen, da in dieser Sendung ein spannenderer Kontext gegeben ist und die Kandidaten eine Fallhöhe besitzen. Bei Elton vs. Simon ist es dagegen nahezu völlig egal, wer beim Limbo gewinnt. Zwar definiert sich ein Teil des Sehvergnügens aus der Sympathie zu einem der beiden Mitspieler, doch was Elton vs. Simon von verabscheudungswürdigem Trash abhebt und zu einem charmanten "Guilty Pleasure" macht ist das Zusammenspiel und gegeneinander ausspielen von Elton und Simon. Und diese Chemie konnte sich im Doku-Format halt auch bei Spielen wie "Schnick Schnack Schnuck" zeigen, im etwas "unpersönlicheren" Show-Format gelingt dies im Falle von "normalen" Spielen leider nicht immer.

In der Show müssen die zwei schon mehr mittels absurden und teils ekligen Ideen aus der Reserve gelockt werden. So werden dann auch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen - der Wettbewerb unterhält bereits, und die beiden Stars der Sendung verstäken dies dann auch ungemein.
Die Highlights der aktuellen Staffel sind jedoch ganz klar die Einspieler - Wettbewerbe, die früher sicher eine ganze Episode gefüllt hätten, nun aber in eingedampfter Version zu unterhalten wissen. Die Einspieler erinnern naturgemäß an die alte Doku-Staffeln und schnell wird klar, was diese so stark machte. Elton und Simon haben mehr Raum für Interaktion und der Zuschauer mehr Grund zum Lachen.
So zeigen einige der Einspieler Elton und Simon beim Akt zeichnen, Wettsaufen, beim Besuch im Bordell (um sich die Bediensteten merken zu können) oder beim Auto-Stunt-Training.

Angesichts dieser Wettbewerbe trauert man doch ein wenig den alten Folgen hinterher, aber die Show ist insgesamt doch nicht so schlecht, wie zunächst befürchtet: Die besten Showfolgen stecken die schlechteren Doku-Episoden in die Tasche. Das ist zwar leider eher die Ausnahme, als die Regel, aber kurzweilig und kultverdächtig ist die Show jedenfalls. Und wenn man bedenkt, dass sie die einzige Hoffnung auf mehr Action mit Elton und Simon war, nimmt man die kleinen Qualitätseinbußen auch billigend in Kauf.
Dennoch wäre eine Rückkehr zum alten Konzept gern gesehen. Sollte dies aber ausgeschlossen sein (Elton fand die Dreharbeiten ja zu anstrengend), dann darf gerne auch eine zweite Show-Staffel kommen.


Mehr Wahnsinn

Das 3-Disc-Set besteht aus zwei DVDs mit den einzelnen Folgen und einer Bonus-Disc mit einigen Extras. Neben einem etwas langatmigen und informationsarmen Making-of gibt es noch einige ausgewählte Statements von Elton und Simon über einige der Wettbewerbe und einen heiteren Blick hinter die Kulissen des Straßenstrich-Wettbewerbs.

Am interessantesten sollten aber die drei Bonus-Wettbewerbe sein. Zum einen gibt es eine XXL-Version des Aktmalerei-Wettkampfes, die mit zusätzlichen Szenen über die Vorbereitung locker als verlorene Folge der alten Staffeln durchgehen könnte. Des weiteren gibt es den ungesendeten Wettkampf "Wer kann schneller durch eine Radarfalle fahren ohne den Führerschein zu verlieren?", den ProSieben nicht ausstrahlen wollte.
Zu guter letzt gibt es einen "Hinter den Kulissen"- und "Wettbewerbseinspieler ungeschnitten"-Hybriden, der nach der ersten Hälfte des Wettsaufen-Einspielers einsetzt und den Rest des Abends fast ungeschnitten mit einer B-Kamera verfolgt.
Dieses Material ist im Gegensatz zu den Episoden auch grobkörnig (sicherlich DV-Kamera), doch dies stört angesichts der unterhaltsamen Alkohol-Nebenwirkungen bei Elton und vor allem Simon nur wenig.

Fazit: Neue Fans werden Elton und Simon mit dieser DVD sicher nicht gewinnen können, doch dafür sollten sie sicherlich einige alte Fans mittels dieses Sets mit dem neuen Konzept versöhnen können. Auf DVD wirkt es doch um einiges kurzweiliger, als noch im Fernsehen und die drei Bonus-Wettbewerbe erleichtern die Kaufentscheidung sicherlich auch ein wenig.

Wir dürfen gespannt sein, wann ein 15-Disc-Set von Schlag den Raab auf den Markt kommt. *g*

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Sonntag, 22. Juni 2008

TV (Sommerpause) Total

Sommerpause - für diejenigen, die nicht in den Urlaub fahren immer eine ärgerliche Sache. Bekannte, Freunde und Kollegen sind gerade auf Mallorca, in Florida, machen Städtereisen in Europa oder genießen sonstwie ihre freien Tage, und man selbst liegt gelangeweilt zu Hause rum und kann noch nichtmal fernsehen.
Im Moment hält sich dieser Frust noch in Grenzen, schließlich füllt die EM das Fernsehprogramm vieler, aber danach sieht es wieder mau aus - von ein paar Highlights im ProSieben-Programm abgesehen (24, Kalkofes Mattscheibe, Elton vs. Simon - Die Show).

ProSiebens Superstar macht sich dagegen wie jedes Jahr im Sommer rar und hinterlässt eine Programmlücke. Stefan Raab macht frei, TV Total ist aus dem Programm. In früheren Jahren gönnte man dem Zuschauer wenigstens noch Sommer-Spezials wie TV Total in London oder später Clipshows mit neuer Rahmenmoderation und Ausschnitten aus älteren Ausgaben zu einem besonderen Thema (etwa: Raab und Tiere, Raab und Kinder oder Raab und Sport).

Das ist jedoch schon längst Geschichte. Dafür bietet aber die offizielle Homepage momentan eine herrliche Videosammlung zum anschauen an, ein Best of "Raab in Gefahr".

Die Entscheidung, gerade mit einer "Raab in Gefahr"-Videosammlung die Sommerpause zu überbrücken ist sicherlich logisch (schließlich ist dies eine der populärsten Rubriken und zweifelsfrei auch der Geburtsort der zahlreichen Raab-Eventshows), jedoch auch Öl ins Diskussionsfeuer: "Raab in Gefahr" ist eine mittlerweile eingestellte TV Total-Rubrik und die Videoauswahl auf der TV Total-Homepage besteht zu einem überwiegenden Teil aus älteren Ausgaben eben jener Reihe. Die stetigen Vorwürfe, TV Total habe seine beste Zeit längst hinter sich wird man so kaum abwürgen können.

Jedoch sind die ständigen Kritiken an der jüngeren TV Total-Geschichte - wie ich finde - zu hart und vor allem die Vorwürfe, die Sendung wäre seit der Umstellung auf die Ausstrahlung vier Mal in der Woche schlecht, kann ich gar nicht verstehen.

Sicherlich ist der Höhepunkt der TV Total-Geschichte längst vorbei, darüber muss man nicht diskurtieren. Jedoch kann man mir nicht sagen, die Show wäre seit 2001 (seither läuft TV Total vier Mal die Woche) mies. Viele Highlights fanden auch in diesem Jahr statt: Der Auftritt von Eddie Rodriguez, der Maxi-Biewer-Rap, Raabs gelungener Versuch sich beim FC Bayern als Rainer Calmund auszugeben, die Blödesheim-Aktion und der sinnlose Wettbewerb "Rutscher oder Lutscher". Und vieles mehr.

Erst Ende 2001 sank die Qualität ein wenig, wohl als Nachfolge des 11. Septembers: Einige Zeit nahm man den gewohnten Biss aus der Sendung und fand erst spät wieder zu ihm zurück, jedoch nicht zur alten Dynamik.
Trotzdem war TV Total auch 2002 noch auf einem hohen Spaßniveau, auch wenn die besten Aktionen stärker aus dem etwas schwacher gewordenem Showalltag herrausstachen als zuvor. Darunter Raabs Aktionen mit Kylie Minogue oder der Erstwählercheck.

Der wahre Absturz begann erst 2003, dem Anbruch der aktuellen TV Total-Ära mitsamt neuem Studio und fahrbarem Tisch. War das erste Halbjahr noch ganz gut und füllte sich mit der Suche nach einer Friseurin für den Bassisten Klaus und einigen langen ausgeschlachteten TV-Ausschniten ("I'sch gucke!") und dem damals noch sensationellen Tisch mit dem man die internationalen Stars verwirrte, wandelte sich die Show immer mehr. Nach der Sommerpause 2003 wurde der "Raab der Woche" aus dem Programm genommen und der Fokus der Show verschob sich merklich vom Fernsehirrsinn hinweg.

Das neue Konzept musste noch schärfer definiert werden, die Show musste sich wieder neu einpendeln. Diese erste Durststrecke endete, als der Wettbewerb "SSDSGPS" Ende 2003 bis Anfang 2004 in die Show Einzug fand. Kurzzeitig erlebte TV Total ein neues Hoch, was sogar in einige Sonderausgaben aus Istanbul gipfelte, für die Raab (ebenso wie für SSDSGPS) hoch gelobt und auch ausgezeichnet wurde.

TV Total blieb bis Ende 2004 durch solche Sondersendungen wie der Olympia-Woche oder der Hochsprung-Sondersendung in Form, während der "Alltag" -meiner Meinung nach - an Inspiration verlor.

Irgendwann in der zweiten Jahreshälfte 2005 erreichte TV Total für mich den Tiefpunkt, als die alltäglichen Sendungen nur noch als Werbefläche für andere Raab-Shows wurden oder - wenn es gerade keine gab - nur noch dahintröpfelten.

Seit Mitte 2006 ging es wieder aufwärts, auch wenn es kein stetiger, gleichmäßger Aufstieg sein sollte. Sondersendungen wie die Poker-Nacht, die Maskottchen-WM oder der Bowlingabend hatten ihren eigenen Charme und sollten Highlights werden, aber auch das Alltag war zwischendurch wieder gelungen, auch wenn zwischenzeitlich wieder reinste Routine herrschte und der Funke fehlte und später "Ingrid & Klaus" und zu oft wiederholte Trailer für andere Shows auch den letzten Nerv rauben konnten.

Einen richtigen Qualitätsschub gibt es wieder seit Ende 2007. Raab neigte wieder zu den spontanen, komplett ausgeschlachteten Scherzideen, die die Show früher so genial machten, und anscheinend schien man sich endlich an das Late-Night-Format gewöhnt und eingespielt zu haben. Vor allem zu Beginn 2008 knüpfte die Sendung in ihren gelungensten Ausgaben wieder an alte Zeiten an. Raabs Spielereien mit dem neuen 16:9-Format der Show, die Popstarts-Parodien und die Gags über die Uri-Geller-Show und mehr Spaß an TV Total an sich zeigten, dass das Tief endlich überwunden ist. Dazu gab es mit SSDSDSSWEMUGABRTLAD wieder ein konstantes Highlight.

An das ganz alte Niveau wird man sicher nicht mehr herrankommen, aber dafür sind die Raab-Events immer eine sichere Bank. Und mit Schlag den Raab regiert Raab nun ja auch das Spielshow-Genre.

So, nun aber viel Spaß mit der Videosammlung "Best of Raab in Gefahr".

Elton vs. Simon


Im Juni 2004 - als TV Total noch nicht ganz seinen Tiefpunkt erreicht hatte - stellte Showpraktikant Elton in Stefan Raabs Sendung einen Wettbewerb mit Freund und Kollegen Simon Gosejohann (Comedystreet, Project Dance Sensation) vor: Wer kann länger wach bleiben?

Dieser simpel klingende Wettbewerb, ein typischer Streit zweier Männer die sich beweisen wollen, wer der bessere von ihnen ist, sollte an einem Donnerstagabend in einer eigenen knapp halbstündigen Show ausgetragen werden.
Das Konzept wurde perfekt platziert: Es wurde in TV Total nicht nur beworben, sondern erweckte auch den Anschein eines TV Total-Spin-Offs: Anstatt den Showpraktikanten in einem Einspieler zu quälen wie sonst immer, wird dies nun in eine eigene Sendung ausgelagert. Und der Sendeplatz war auch ideal: Simple Aktions-Comedy, die manchmal mit einem gewissen Trash-Faktor liebäugelte, sich aber noch einen eigenen Witz bewahrte und nicht bloß auf "größer, schneller, ekliger" beschränkte, hatte am Donnerstag nach TV Total bereits Tradition (u.a. Trigger Happy TV, Rent a Pocher, Comedystreet).

Das Special lief in der anivsierten und gekonnt angelockten Zielgruppe sehr gut und so gönnte ProSieben Elton und Simon 2005 eine ganze Staffel, in der sie sich mit weiteren Wettbewerben gegenseitig übertölpeln konnten. Diese lief ebenfalls sehr erfolgreich und erhielt 2006 eine Fortsetzung sowie eine DVD-Veröffentlichung.

Was sich bis heute nicht wirklich herumgesprochen hat, ist dass Elton vs. Simon auf dem kanadischen Trash-Format Kenny vs. Spenny basiert, in welchem sich ebenfalls zwei befreundete Komiker in den verschiedensten Wettstreiten messen. Im Gegensatz zu Elton vs. Simon liebäugelt dieses Format jedoch eher Mal mit einem gewissen Ekelfaktor.

Elton vs. Simon erarbeitete sich eine richtige Fangemeinde und erzielt selbst mit Wiederholungen sehr gute Quoten. Und durchaus zu Recht, denn die Show hat dank der tollen freundschaftlich-gehässigen Chemie zwischen Elton und Simon einen ganz eigenen charmanten Witz, der eine willkommene Ergänzung zum "Hirn-aus"-Humor der überzogenen Wettbewerbe darstellt. So entwickelt sich auch viel Situationskomik, wenn sich die beiden zum Beispiel auf einen Sperma-Test vorbereiten oder Elton Simon nicht wiedererkennt, nachdem er sich für den "Wer kann in drei Tagen mehr zunehmen?"-Wettbewerb äußerlich völlig verwandelt.

Hinzu kommt natürlich auch die Schadenfreude an all den Qualen, die sich die beiden Komiker aussetzen, egal ob sie sich auf eine Herdplatte stellen oder das Schwergewicht Elton den an ihn angeketteten Simon ohne Rücksicht auf Verluste durch die Gegend zerrt.

Trotz guter Quoten und den Nachfragen der Fans ließ eine dritte Staffel lange auf sich warten. Wie sich herausstellte lag es am zögerlichen Elton, der sich für zu alt hielt sich weiter den anstrengenden Drehs für all die Trashaktionen auszusetzen (*klick*). Letztlich entschloss man sich, doch eine weitere Staffel zu drehen, nun jedoch mit verändertem Konzept. Statt wie bisher im Doku-Format die Comedians während ihrer langen Wettbewerbe zu begleiten, übernahm man die Idee der Mini-Wettbewerbe (die in jeder Staffel und als DVD-Bonusfolge bereits Verwendung fand) und übertrug sie in ein Showformat.
In mehreren Mini-Wettbewerben vor einem Studiopublikum und einigen Einspielern treten Elton und Simon unter der Moderation von Johanna Klum in solchen Aktionen wie "Akt malen" oder "Wer kann sich mehr Kleingeld in die Unterhose stecken" an. Somit entfernen sie sich weiter von der kanadischen Vorlage und verwandeln ihre Sendung mehr in eine Comedy-Variante von Schlag den Raab - womit Elton vs. Simon nun wieder wie ein Raab-Spin-Off wirkt.

Die zwei bisherigen Staffeln waren tolle Comedy für zwischendurch, ein gelungenes Format zum abschalten. Ab Dienstag, dem 24. Juni wird sich zeigen, ob die neue Show-Staffel an dessen Klasse anknüpfen kann.

Elton vs. Simon - Die Show läuft dienstags um 21.15 Uhr auf ProSieben.

Und bitte schaltet nicht schon eine Stunde früher ein. Denn da kopieren die Viva-Moderatorinnen Gülcan und Collien kackendreist das stumpfsinnige (und im Gegensatz zu Elton vs. Simon uncharmante) Format The Simple Life, das Blitzlichtgewitter-Doofbacke Paris Hilton zu Starruhm verhalf und somit dessen Erfinder einen VIP-Platz an der heißesten und düstersten Ecke der Hölle einbrachte, wo er elendig verschmoren wird. Gerecht wäre es jedenfalls.