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Montag, 25. Dezember 2023

Die schlechtesten Filme 2023

Die Kritik an "Die schlechtesten..."-Listen nimmt konstant zu. Und per se bin ich sehr froh darum, dass sich wenigstens in manchen Winkeln des digitalen Kultur-, Entertainment- und Medienaustauschs die Freude an Häme allmählich in Zaum hält.

Dessen ungeachtet halte ich weiter an dieser Tradition fest, wie ich bereits 2022 erläuterte. Denn mir geht es mit diesen Listen weniger darum, weiter auf wen einzudreschen, der bereits am Boden liegt. Es geht mir um die Bereicherung, die eine Schlusslichtliste leistet. Dieser Beitrag hier gibt mir die Gelegenheit, über Filme zu schreiben, über die ich noch nicht geschrieben habe, oder weitere Gedanken zu Filmen festzuhalten, über die ich mich bereits geäußert habe.

Es ist die Möglichkeit, auf negative Texte von mir zu verlinken sowie neue zu schreiben, und euch so ein runderes Bild meines Filmgeschmacks zu präsentieren. Schließlich veröffentliche ich angesichts dessen, dass ich etwa Streaming- und Heimkino-Empfehlungen bei Filmstarts schreibe, deutlich mehr lobende als mahnende Texte. Nicht, weil ich kaum etwas schlecht finde, sondern weil ich in meiner Profession gehäuft Aufgaben übernehme, bei denen ich mich gehäuft Werken widme, die ich mag.

Als Ausgleich ist es da hilfreich, euch auch meine negativen Reaktionen zu präsentieren. Auch, weil man die Perspektive einer Person besser kennenlernt und einordnen kann, wenn man ihre Antipathien erfährt. Meine Lieblingskollegin Antje etwa weiß ich nicht nur zu schätzen, weil ich ihre positiven Meinungen meistens nachvollziehen kann, sondern auch, weil ich ihre Abneigungen kenne wie meine eigene Jackentasche (die Westen, die ich besitze, haben keine Taschen, also verzeiht das versaubeutelte Sprichwort).

Und, ja, vielleicht finden manche von euch in der nachfolgenden Liste sogar Anregungen, einzelne Filme nachzuholen, so, wie ich nahezu Jahr für Jahr bei den Flops des YouTube-Musikkritikers Todd in the Shadows mindestens einen Popsong finde, bei dem ich denke: "Moment, Moment, den finde ich eigentlich ganz in Ordnung!" Oder ihr findet Erleichterung, weil ihr euch weniger einsam findet, wenn auch ihr mal einen positiven Konsens partout nicht versteht. Oder, oder, oder... Kurz gesagt: Eine Negativliste kann so viel Mehrwert haben, ich fände es schade, auf sie gänzlich zu verzichten.

Langer Vorrede, kurzer Sinn: Finden wir heraus, ob ich meinen eigenen Ansprüchen gerecht werde oder doch nur stumpf rumpöble! Und wie immer gilt: "Schlecht" ist hier nicht zwingend ausschließlich technisch, erzählerisch und darstellerisch katastrophal. Es kann auch ein kompetenter Film sein, der mich extrem gelangweilt hat oder aufgrund bestimmter Makel mehr geärgert hat, als es viele amateurhafte Projekte tun könnten, die ihr schöpferisches Herz aber am rechten Fleck haben. Das hier ist eine "Mein Filmherz schmerzt"-Flopliste, keine "Das Lehrbuch des Kinos geht durch die Existenz dieser Filme in Flammen auf"-Flopliste!

In diesem Sinne: Das sind sie, die Filme, für die ich 2023 die größte Antipathie empfunden habe!

Platz 10: Talk to Me (Regie: Danny und Michael Philippou)

Mehr Fragezeichen hat 2023 kein anderer Film bei mir hinterlassen. Nicht, weil ich Talk to Me auf thematischer Ebene, geschweige denn auf Plotebene nicht verstanden hätte. Ich denke, dass ich da gut mitgekommen bin: Eine einbalsamierte Hand ermöglicht Séancen und sogar das gewollte, gezielte Von-einem-Geist-in-Besitz-genommen-werden, was in der erweiterten Clique unserer Protagonistin (Sophie Wild)e zum neusten Party-Trend wird. Gruppendruck, morbide Neugier, Mutproben-Dynamiken und Lust daran, eigene Grenzen auszutesten, sei es gedankt.

Doch für die im Filmmittelpunkt stehende Halbwaise wird aus riskantem Grenzerfahrungsspaß alsbald eine Sucht, in die sie sich mit voller Wucht hineinstürzt. So lenkt sie sich von der Trauer um ihre Mutter ab. Das Element der Trauerbewältigung wird im (sehr deutlichen) Subtext durch Drogenmissbrauch ergänzt: Die Séancen in Talk to Me ähneln via Smartphone festgehaltenen und geteilten gemeinsamen Drogenexperimenten (und ähnlichem den Verstand attackierenden Schabernack, wie dem 2023er Trend zum Lachgasmissbrauch). So weit, so sinnig: Drogen gehören für viele zur Jugend dazu und sind sowieso gefährlich, auch wenn manche besser an den Nebenwirkungen vorbeisausen als andere. Doch sobald eine emotional angeknackste Person damit anfängt, das sprichwörtliche Steuer aus der Hand zu legen, und dem als sinnlos empfundenen Leben eine Richtung zu geben, nun... Der Ärger kündigt sich lautstark und deutlich an.

Was ich derweil nicht verstanden habe: Wieso kam Talk to Me dermaßen gut an? Ich war nach meiner Talk to Me-Begegnung vollkommen ratlos, fühlte mich, als hätte man mir einen anderen Film vorgesetzt als allen anderen.

Ich gebe Talk to Me eine engagiert spielende Sophie Wilde, eine mit Spannung inszenierte und glaubhaft mit untätigen, überforderten und daher falsch handelnden Figuren ausstaffierte Party- Séance sowie solide bis gute Make-up- und Trickeffekte, um Verletzungen und körperliche Folgen des Besessenseins zu illustrieren. Aber dem gegenüber standen eine meiner Auffassung nach ziemlich an didaktische 80er/90er-Jahre-PSAs erinnernde Anti-Drogenmetaphorik, eine leblose Lichtgebung, die generischste Teeniehorror-Farbdramaturgie, die ich seit langem gesehen habe, und klobigstes Foreshadowing. Klobiges Foreshadowing, das bei mir keinen "Oh nein, ein Damoklesschwert schwebt über unseren Figuren"-Spannungseffekt hatte, sondern den Ich seh, Ich seh-Effekt. 

Und ich fand die Dialoge überaus ernüchternd, wenn nicht sogar desillusionierend. Die jugendlichen Figuren klangen sich zu ähnlich, und daher hatten sie für mich wenig Charakter, was der Spannung nicht gerade zugutekam. Als ich nach meiner Sichtung erfuhr, dass die regieführenden Brüder ihren Cast viel improvisieren ließen (nicht storytechnisch, sondern hinsichtlich der Dialoge), schien mir klar, was das Problem sein dürfte: Nur, weil man schauspielern kann, kann man halt nicht automatisch schreiben.

Für jene, bei denen der Film funktioniert hat, ist das Impro-Element dagegen der Grund, weshalb alle so authentisch klingen. Und wo ich nur generische, leblose Regieführung sah, fanden unzählige andere Kreativität, Innovation und unverbrauchte Abwandlungen bekannter Versatzstücke. Das muss so eine "Entweder hast du die Hand berührt und kannst den Geist sehen, oder du bist die piefige Null, die spaßbefreit die Party verlässt"-Sache sein. Ich wünsche euch, dass ihr den Geist seht, den zum Beispiel Antje und Bea gesehen haben, kann mir aber nicht anders als weiter ratlos den Kopf schütteln. Es tut mir leid.

Platz 9: Five Nights at Freddy's (Regie: Emma Tammi)

Josh Hutcherson macht seine Sache gut, Elizabeth Lail hat mehr Spaß als ihr das Drehbuch zugesteht und die von Jim Henson's Creature Shop erbauten Animatronic-Kostüme können sich sehen lassen. Und im ersten Drittel greift Regisseurin Emma Tammi auf stimmungsvolles Foreshadowing zurück. Dann wird der Film über lange, lange Strecken langweilig. Übererklärungen, ungeschliffene Szenen, die danach schreien, hier und da noch ein paar Sekunden zu verlieren, und erzählerische Sackgassen. Ein paar selbstironische Momente lassen eine campigere Variante des Stoffes erahnen, die wohl mal in den Köpfen der Verantwortlichen herumgeisterte. Und dann geht's gen Fremdschamfinale. Joah. Für mich ein "Wäre gern ein guter erster Horrorfilm", Matt Donato beurteilt, dass er nicht nur als Genre-Einstiegsdroge funktioniert.

Platz 8: Totally Killer (Regie: Nahnatchka Khan)

Die moderne Welle an Slasherkomödien, die bewährte Konventionen dieses Horrorsubgenres mit anderen, altbekannten Plotideen kreuzt und die im Mittelpunkt der Erzählung stehenden demografischen Gruppen durchmischt, sagt mir sehr zu. Entsprechend groß war meine Vorfreude auf Totally Killer, einen Film, dessen Grundidee quasi besagt: "Was, wenn Zurück in die Zukunft ein Slasher wäre?"

Kiernan Shipka hat noch durch Chilling Adventures of Sabrina Sympathien bei mir über, und innerhalb der ersten paar Minuten habe ich mehrfach herzlich über kompromisslose Seitenhiebe gen True-Crime-Wahn gelacht. Kaum ist die Protagonistin in die 80er zurückgereist, um sich dort dann darüber zu wundern, dass einige große Probleme mit diesem Jahrzehnt in der 80er-Nostalgie-Popkultur so überhaupt nicht abgebildet wurden, hatte ich auch Spaß daran. 

Aber dann hat mich Totally Killer zügig verloren: Die Dialoge sind klobig, der Cast schien damit zu hadern, die Balance zwischen den zwischenmenschlich-dramatischen Momenten, der Genre-Selbstironie und der Slasher-Anspannung zu finden. Und der Film sieht in Ermangelung eines mir erkennbaren visuellen Konzepts einfach hässlich aus. Schon nach der ersten Hälfte wollte ich einfach nur, dass es vorbei ist. Schade. Aber nehmt mich nicht sofort beim Wort: Für eine gut geschriebene Pro-Meinung zu Totally Killer empfehle ich Christy Lemires Review bei Roger Ebert.

Platz 7: Die Tribute von Panem – The Ballad of Songbirds and Snakes (Regie: Francis Lawrence)

Von allen Filmen in dieser Liste, ist das Die Tribute von Panem-Prequel der Film, dem ich die meisten Pluspunkte zusprechen würde:. Hunter Schafer hat zwar nicht viel zu tun, macht ihre Sache aber gut und erfüllt ihre Figur (die sich und ihrer Familie ein würdevolles Auftreten verschaffende Cousine eines zukünftigen Despoten) mit Empathie und Tatkraft. Rachel Zegler kann noch immer gut singen. Jason Schwartzman ist als eiskalter, spießig-albern auftretender Moderator ein großes Vergnügen und eine gute Fortführung (beziehungsweise: ein guter Vorbote) von Stanley Tuccis Gastgeber-Rolle in den anderen Panem-Filmen.

Viola Davis ist genüsslich-abscheulich als durchgeknallte Erfinderin. Und die Kostüme sowie Locations geben einmal mehr einen intensiven Eindruck davon, wie Panem so tickt. Auch die Idee, den in den vorherigen Filme etablierten Look nun mit Verweisen auf die (westeuropäische) Nachkriegszeit zu ergänzen, inklusive des 50er-Jahre-Designs bei der Übertragung der zehnten Hungerspiele, ist clever. Sie ergänzt sich stimmig mit der gesellschaftskritischen Komponente der Reihe.

Aber. Das große, große Aber. Das gigantische Aber: Die Faktoren, die mich am Panem-Prequel verärgerten, sind dermaßen drastisch und schwerwiegend, dass der Film halt trotzdem auf diesem Platz gelandet ist. Nicht nur, dass ich das Skript holprig fand, mit einem von vorhersehbaren Klischees übersäten ersten Akt und einem dritten Akt, in dem sich die Charakterzeichnung panisch überschlägt, um irgendwann halt dort auszukommen, wo der Film auskommen muss, damit er als Prequel zur bekannten Reihe funktioniert.

Erschwerend kam hinzu, dass ich nie den Eindruck gewonnen habe, irgendwer hätte gewusst, was man mit den beiden Hauptfiguren (District-12-Tribut Lucy Gray und ihr Mentor, der künftige Präsident Snow) anstellen soll: Weder Lawrence, noch die Drehbuchautoren Michael Lesslie & Michael Arndt, noch Rachel Zegler und Tom Blyth vor der Kamera.

Unentwegt ändert sich der Ansatz, wie die Figur zu verstehen ist, mal durch Mimik, Gestik und die Art, wie gesprochen wird, mal durch die Wortwahl im Dialog, andere Male durch Lawrences Regieführung. Aber nie, nicht einmal, änderte sie sich so, dass ich das als Charakterwandel verstanden habe, oder als Versuch einer nuancierten Figurenskizze. Für mich wirkte es stets unentschlossen. 

Das hinderte mich daran, mit ihnen / auf emotionaler Ebene gegen sie zu fiebern. Ihre Schicksale waren mir wahlweise egal oder ich war szenenweise einfach von ihnen genervt. Aber selbst das ist nicht das größte Verbrechen des Films. Der Hauptgrund, weshalb das Panem-Prequel in meiner Flopliste landete, ist der meiner Ansicht nach konfuse ethische Kompass dieser Erzählung.

Der Film beginnt mit einem etwas unter Ressourcenmangel leidendem, jedoch privilegiertem Snow, der mit den faschistischen Methoden in Panem fein ist und gerne aufsteigen würde, um mehr Vorteile dieses Systems auszukosten. Dann setzt eine Mitleidsparade in Gang, dass dieser arme, bedauernswerte Fascho-Bube ja leider, leider durch seine Umstände dazu gezwungen wurde, ein mörderischer Extremist zu werden, und eigentlich hätte er ja nur eine tröstende, liebende Umarmung mehr von Lucy benötigt, um gut zu werden. Snow ist ein Opfer, Leute! Er musste einfach gegen seinen Willen vom Faschismus-Begünstigten zum Über-Fascho werden, seufz!

Das jedenfalls war die Botschaft, die ich daraus gezogen habe, wie hier die Geschichte aufgezogen wurde. Es war garantiert nicht die intendierte Botschaft, und es ist auch nicht die, die beispielsweise Christoph Petersen in der Filmstarts-Kritik herausgezogen hat, also bin ich willens, den Fehler bei mir zu suchen. Und ich empfehle allen, die den Film noch nicht gesehen haben, Christophs Kritik zu lesen, statt hier nur auf mein Gemecker zu hören. Trotzdem weiß ich noch, wie nahe ich der Weißglut war, als der allerletzte Satz im Panem-Prequel fiel. Bis ich vielleicht eines Tages weiser werde, bleibt der Film in dieser Negativliste.

Platz 6: Indiana Jones und das Rad des Schicksals (Regie: James Mangold)

Ich kenne mehrere Leute, deren Filmgeschmack ich sehr respektiere, die diesen Film unterhaltsam oder sogar klasse fanden. Und es gibt viele, viele digitale Brandstifter, die liebend gerne beschließen dürfen, ihren Job niederzuschmeißen und fortan irgendetwas wertvolles für die Gesellschaft zu tun (etwa Brot backen für die Armen), die mir bei der Aufnahme von Indiana Jones und das Rad des Schicksals in meine Flopliste gratulieren würden. 

Anders gesagt: Hiermit baue ich mir ungewollt eine starke argumentative Rampe dafür, dass Floplisten eben doch mies sind. Aber es wäre halt gelogen, zu behaupten, dass mich James Mangolds Indiana Jones-Sequel nicht mit dem Gefühl zurückgelassen hat, als hätte mir wer während des Kinobesuchs die Lebensgeister aus dem Körper gesogen.

Die Dramaturgie wirkte auf mich bleiern, die Lichtsetzung und Bildkomposition war in meinen Augen derart ideenlos, dass mir dieser immergleiche butterig-braun-sonnengegerbte Look bereits auf die Nerven ging, bevor der dritte Akt losging, der dann auch nichts daran änderte. Und vor allem fehlte es mir bei diesem Wiederauflebenlassen der alteingesessenen Abenteuerreihe einfach an Esprit, Inspiration, Identität. Und sei es noch so wenig.

Die Indy-Reihe wird ja gerne als "Abenteuerfilm-Blaupause" bezeichnet, was angesichts ihrer großen Vorbildwirkung auch nicht völlig daneben ist. Aber für Blaupausen sind die ersten vier Teile der Reihe eigentlich zu charakterstark, alle von ihnen (selbst der eine, den ich nie mochte) haben eine tonale Persönlichkeit, eine klare Gangart. Indiana Jones 5 ist, von ganz wenigen Augenblicken, in denen der Gedanke aufblitzt, man könnte sich etwas kritischer und komplexer mit der Titelfigur auseinandersetzen, hingegen vollkommen generisch und frei von jeglichem Funken, der den Film beseelen würde. 

Während andere wirtschaftliche Big-Budget-Enttäuschungen des Jahres wie Shazam 2 und Ant-Man and the Wasp: Quantumania gemeinhin härtere, prominentere Verrisse abbekommen haben, nahm ich aus ihnen mehr mit als aus Indiana Jones 5: Shazam 2 ist ein filmgewordener Samstagmorgen-Abenteuercartoon mit Mythologie-Begeisterung, einfach ein munter-quirliger Comedy-Streifzug durch eine Antike-Ausstellung. Quantumania ist Peyton Reeds Sommerschlussverkauf an Hommagen auf B-Movies seiner Kindheit und Jugend, ein bewusstes Edelschundfilm-Allerlei, das als limitierte Blu-ray in VHS-förmiger Verpackung plötzlich nach Kult schreien würde, aber leider den Ballast tragen musste, Phase 5 im MCU zu eröffnen und daher an ganz anderen Maßstäben gemessen wurde. Es sind Ansätze, ich hatte Spaß mit ihnen, verstehe aber, wenn sie bei anderen nicht funktionieren.

Doch Indiana Jones 5? Der füllte mich bloß mit Leere. Kein Revisionismus, keine Dekonstruktion, keine Rekonstruktion, nicht einmal ein engagiertes "Ein letzter Ritt!" Der Film wirkte auf mich nach dem Schließen einer Programmlücke im Kinostartkalender, nicht nach der Ausführung einer Idee. Ich beneide alle, die auf der Wellenlänge liegen, auf der der Film irgendetwas gesendet hat. Bei mir kam nur weißes Rauschen mit bräunlich-weichgezeichneten Bildern an. Etwas deutlich Würdevolleres kam derweil bei Patrick Wellinski von Deutschlandfunk Kultur an, solltet ihr noch ein Gegengewicht zu meinem Sermon benötigen.

Platz 5: Ruby taucht ab (Regie: Kirk DeMicco)

Ich kann es nicht abwarten, bis eines Tages ein ausführlicher Artikel über die Produktionsgeschichte von Ruby taucht ab erscheint. Denn diese DreamWorks-Animation-Komödie über eine am Land lebende Teenie-Krake, die einer mit Meerjungfrauen verfeindeten, mächtigen Familie entstammt, wirkt wie das erschöpft und schulterzuckend ins Kino geschleuderte Endergebnis einer tumultartigen Produktionsgeschichte.

Vielleicht irre ich, und die Entstehung des Films lief glatt. Aber würde dieses Wissen es wirklich besser machen? Charakterzüge drehen sich unprovoziert um 180 Grad (und zurück, und wieder zurück), Subplots werden fallen gelassen, und die zu Filmbeginn mit hübsch-leichtfüßiger Selbstverständlichkeit ausgelebte Toleranzbotschaft wird durch den Hauptkonflikt attackiert, bis sich die Balken biegen. Schwergängige Expositionsdialoge und eine mit weiterem Filmverlauf immer niedrigere Gag-Trefferquote kommen erschwerend dazu. Tracy Brown von der LA Times erklärt euch, wie man mehr Spaß mit Ruby haben kann.

Platz 4: Heart of Stone (Regie: Tom Harper)

Die geschmacksarme Discountvariante von Mission: Impossible - Dead Reckoning: Eine besonders geheime Geheimorganisation, die regierungsunabhängig agiert, doppeltes und dreifaches Spiel, und eine künstliche Superintelligenz als alles berechnendes Ass im Ärmel. Nur, dass der Netflix-Actioner weitaus unkritischer mit KI und Algorithmen ins Gericht geht, die Superstunts und schmissig inszenierten Verfolgungsjagden fehlen und Gal Gadot halt kein Tom Cruise ist.

Der Fairness halber: Gadot war schonmal ein stärkerer Kritikpunkt an einem Film als hier. Vor allem, wie sie körpersprachlich zwischen den verschiedenen behaupteten Identitäten ihrer Figur switcht, ist echt passabel. Dennoch wird sie von ihrem restlichen Cast ausgestochen, etwa von einer quirligen Alia Bhatt, einem amüsant-schmierigen Jamie Dornan und einem sehr spaßigen Matthias "Fazzoletti" Schweighöfer als eine Art Q. Das tröstet nicht über die dröge Story, die bemühten Twists und den aggressiv-uninteressanten Look hinweg. Aber vielleicht bin ich auch nur garstig: John Anderson vom Wall Street Journal beweist euch, dass man doch Spaß am Film haben kann.

Platz 3: Trauzeugen (Regie: Finn Christoph Stroeks und Lena May Graf)

Ein Scheidungsanwalt und eine Paartherapeutin müssen für ein befreundetes Ehepaar die letzten Hochzeitsplanungen übernehmen. Zuerst hassen sie sich, sowohl aus berufsbedingten Prinzipien als auch aufgrund gegensätzlicher Gemüter: Sie stürzt sich begeistert und impulsartig ins kleinste Detail der Last-Minute-Planungen, er würde sich lieber weiter seiner Arbeit widmen und bevorzugt ein methodischeres Vorgehen.

Er ist der trocken-charismatische Edin Hasanović, sie die energiegeladene Almila Bagriacik. Beides Schauspieltalente, die ich sehr gerne sehe, und die auch in Trauzeugen eher punkten als danebenhauen. Sie trifft keine Schuld. Mit einem wortlos Wut, körperliches Begehren, Neid und Frust ausdrückenden Tanz sorgen die Zwei dank ihrer Körpersprache sogar für ein kleines Highlight im Film.

Aber das Drehbuch ist völlig zerschossen, ständig werden Logikkapriolen geschlagen und charakterliche Gemüter komplett uminterpretiert, um die Story am Laufen zu halten. Und die Inszenierung ist so profilarm, dass eine gewaltige Anti-Chemie zwischen den Hauptfiguren entsteht. Inniglich habe ich dagegen gefiebert, dass zwischen ihnen etwas entsteht. Ein drastischeres Urteil ist in einer RomCom kaum vorstellbar. Begeisterte Stimmen habe ich keine gefunden, aber Bianka Piringer von kino-zeit führt vor, dass man den Film sehr wohl zumindest solide finden kann. 


Platz 2: The Flash (Regie: Andy Muschietti)

Talk to Me hat bei mir zwar die meisten Fragezeichen hinterlassen, The Flash allerdings das größte: Das soll laut zahlreichen talentierten, fähigen Filmschaffenden, darunter laut James Gunn, einer der besten Superheldenfilme aller Zeiten sein? Das hier?! Diese kühl berechnete, seelenlose und grottenhässliche Nostalgieköderfalle, die in feinster Ready Player One-Manier oftmals nicht einmal versteht, was die künstlerische Essenz der meisten von ihr ausgebeuteten Werke ist, und sich einzig darauf verlässt, dass es durch den "Ja! Das kenne ich!"-Faktor funktionieren wird? Wirklich?

The Flash ist in einer Filmära, in der der Kritikpunkt "Es ist kein Film, sondern ein Produkt" inflationär durch die Gegend geschleudert wird, weil er der Filmpresse (und, viel intensiver: Film-YouTube) frisch unter den Nägeln brennt, die Produktion, wo ich dieses Buzzword wirklich zücken würde. Der Film wirkt wie etwas, das Don Cheadles schurkischer Algorithmus aus Space Jam: A New Legacy in Auftrag geben würde, nicht wie ein popcornaffines Kunstwerk, in dem ein Herz schlägt.

Das liegt unter anderem an Muschiettis unfokussierter Regieführung (oder an den vielen Faktoren, die den Produktionsprozess derart plagten, dass sie im fertigen Produkt so wirkt): Die Makel, die bereits Es: Kapitel 2 plagten, werden hier mehrfach potenziert, allen voran ein aggressiv-cartoonesker Humor, der sich mit dem Mindset der Figuren und der zuvor etablierten, inneren Logik der Filmwelten mischt wie Wasser mit Öl. 

Dass Muschietti irgendwann eine Vision hatte, zeigt ein turbulent-chaotisch eskalierender Einsatz der Flash-Superkräfte: Nachdem ein paar Looney Tunes-Bilder gezeigt wurden, zieht Flash eine ungewollte Schneise der Zerstörung nach sich, wie in einem Tex-Avery-Cartoon. Muschiettis Gedanke war gewiss: Inspirationsquelle zeigen, Hommage durchführen. Doch weder gefiel mir Muschiettis Hommage (zu verkrampft), noch hat es dem Erzählfluss geholfen, vor ihr erst einmal ausgiebig und unsubtil auf sie vorzubereiten.

Solche Dinge wiederholen sich im Film immer und immer wieder, was schon ätzend genug wäre, würde Ezra Miller nicht auch noch eine vollkommen weltfremd-kindsköpfige Flash-Interpretation spielen (die noch dazu, Zeitreise sei dank, eine noch kindsköpfigere Flash-Variante unterrichten muss). Ich fand Miller in Justice League (sowohl in Joss Whedons Version als auch in Zack Snyders Fassung) amüsant, neurotisch-sympathisch. Aber deren Darbietung in The Flash ist eine inkonsistente Ansammlung an nervlichen Macken, kein Gesamtbild einer immer noch an einem Verlust nagenden Person. Und den übermäßigen Slapstick scheint Miller eher erschöpft zu erdulden, statt pointiert auszuspielen.

Ein Autopilot-Michael-Keaton, dem sekündlich die Lebensfreude aus den Augen entfleucht und eine ihre eigene Emotionalität wiederholt betrügende Narrative kommen noch dazu, die Action im MMORPG-Kampfarena-Look schmerzt in den Augen und ich hoffe so sehr, dass die peppig-saucoole Sasha Calle noch viele, echt knallende Actionrollen bekommt, um diesen Fehlgriff vergessen zu machen. In der Zwischenzeit verrät Jannek Suhr bei epd film, was ich offenbar übersehen habe.


Platz 1: Ghosted (Regie: Dexter Fletcher)

Chris Evans und Ana de Armas hatten in Knives Out einen tollen Rapport mit- und gegeneinander, Dexter Fletcher hat dank Eddie the Eagle und Rocketman einen gewaltigen Stein bei mir im Brett, und das Konzept "Romantik- trifft Actionkomödie, weil ein Kerl nicht schnallt, dass seine Traumfrau Topagentin ist" hat 80er-Touchstone-Pictures-Komödien-Vibes, womit ich mich als Zielgruppe für Ghosted verstehe. Gute, wenn nicht sogar sehr gute Voraussetzungen.

Und um kurz beim wenigen (sehr, sehr wenigen) Positiven zu bleiben: Fletcher lässt vor allem im Auftakt gewiefte ironische Ansätze durchschimmern, wenn er den Film wie eine extra dumme RomCom inszeniert und schneidet. Und das Finale in einem durchdrehenden Dreh-Restaurant hat ein paar gute Einfälle zu bieten. Und da hören die Stärken auch schon auf.

Die Chemie zwischen de Armas und Evans kann den Film nicht tragen, die Action ist zumeist total lahm, es gibt den Film ausbremsende, förmlich verzweifelt wirkende Cameos, die Schnittarbeit ist konfus, der Plot lustlos und die Dialoge haben kaum Witz. Und wenn sie mal Witz haben, ist es zumeist Humor, der im Rohr krepiert. Dass Fletcher durchblicken ließ, dass Apple im Schnitt so manche Sonderwünsche hatte, lässt natürlich die Frage aufkommen, ob hier eine solide Komödie kaputtverbessert wurde. Den fertigen Film finde ich aber hauptsächlich öde und bedauernswert.

Felicitas Kleiner vom Filmdienst lag dagegen auf derselben Wellenlänge wie Ghosted, ich empfehle also für ein besseres Gefühl so spät im Jahr ihre Kritik.

Mittwoch, 28. Dezember 2022

Die schlechtesten Filme 2022

Immer mehr Filmschaffende und Mitglieder der Filmpresse lassen kein gutes Haar an Floplisten. Nachvollziehbar, denn seit popkulturelle Diskussionen in den sozialen Netzwerken im Sekundentakt in Geschrei und Gebrüll ausarten, ist der Diskurs über Kunst, Unterhaltung und unterhaltende Kunst verpestet. Dennoch halte ich vorerst an meiner hier Tradition des negativen Jahresrückblicks fest.

Einfach, weil ich es wertvoll finde, als Gegengewicht zu meinen filmverliebten Texten und Rankings in Erinnerung zu rufen, bei welchen Filmen ich ratlos oder gar grantig zurückgeblieben bin. Es braucht ja Schatten, um das Licht zu würdigen; wer nur lobt, dem glaub man's irgendwann nicht; yada yada. Man muss dabei ja nicht übermäßig beleidigend werden. Es geht darum, das Bild zu vervollständigen.

Und vielleicht, aber nur vielleicht, findet ihr in dieser Hitliste sogar Titel, auf die ihr neugierig werdet, weil ihr erahnt, sie mehr zu mögen als ich?


Platz 10: Hocus Pocus 2 (Regie: Anne Fletcher) und Das Versteck (Regie: Pascual Sisto)

Eröffnen möchte ich die Retrospektive der negativen Filmgefühle mit einem ungleichen Doppel: Ich liebe Hocus Pocus und bin mit meinem Kaufverhalten sozusagen Mitschuld daran, dass es einen zweiten Teil gibt. Doch beim Anblick von Hocus Pocus 2 habe ich mich gefühlt, wie ich mir vorstelle, was in denjenigen vorgegangen sein muss, die dem Original damals Verrisse verpasst haben:
Ich fand die jugendlichen Figuren weitestgehend egal, das Drehbuch zäh und unlustig und den Look des Sequels schäbig. Es hat zwar eine meiner liebsten Musikeinlagen des Filmjahres, aber sie überschattet den gesamten Rest des Films, dem einfach die Kenny-Ortega-Campiness fehlt.

Bei diesem Sequel bin ich überzeugt: Es ist sein Problem. Ich glaube, dass das zentrale Hexen-Trio engagiert war, in seiner Gesamtheit wirkt die Fortsetzung auf mich aber wie etwas, das mit der Haltung "Disney+ braucht einen neuen Exklusivfilm, hier, hau mal was raus" angegangen wurde. Ich war ein einfaches Ziel für diesen Film, und dennoch hat er meilenweit an mir vorbeigeschossen.

Das Versteck habe ich bereits 2021 unter dem Originaltitel John and the Hole im Rahmen des Fantasy Filmfests auf der großen Leinwand gesehen, und ich habe mich im anschließenden Gespräch mit anderen Besucher*innen wie im falschen Film gefühlt: Ich fand die Geschichte eines Teenagers, der seine Familie in einer Grube im benachbarten Wald gefangen hält, gähnend langweilig, affektiert gespielt und so tiefgreifend wie die Eintrittskarte, die ich für ihn gelöst habe.

Aber alle, mit denen ich sprach, waren begeistert. Und auch mein geschätzter Filmstarts-Kollege Oliver Kube hat eine schön geschriebene Lobesrede auf den Film verfasst, die mich an mir zweifeln lässt. Habe ich denselben Film gesehen? Es muss ein "Ich-Problem" sein, ich bin unfähig, die richtige Wellenlänge für diesen Film zu finden. Trotzdem hat mich dieser metaphorische Thriller so genervt, es wäre verlogen gewesen, ihn aus meiner Flopliste rauszuhalten. Ihr da draußen, derweil: Hört eher auf Oliver als auf mich.

Platz 9: Liebesdings (Regie: Anika Decker)

Ich drücke Anika Decker die Daumen. Ihr Regiedebüt Traumfrauen ist kurzweilig, ihre Verwechslungskomödie High Society hat mir Spaß gemacht und als Drehbuchautorin verhalf sie sowohl Til Schweiger (Keinohrhasen, Zweiohrküken) als auch Detlev Buck (Rubbeldiekatz) und Karoline Herfurth (SMS für Dich) zu gelungenen Erfolgen. Daher erklärte ich mir die unlustigen Trailer für Liebesdings als Auswüchse eines mies geleiteten Marketings. Dann habe ich den Film gesehen und einer meiner ersten Gedanken war: "Oh, das Marketing war ja noch schmeichelhaft."


Es liegt nicht am Ensemble. Lucie Heinze findet in der Rolle einer feministischen Komikerin eine gute Balance aus quirlig und bodenständig. Denis Moschitto, Peri Baumeister und Alexandra Maria Lara werten praktisch jeden Film auf, in dem sie aufkreuzen. Und Elyas M'Barek habe ich die Rolle eines von der Presse genervten Schauspielers ohne jeden Hauch eines Zweifels abgekauft.


Und Liebesdings hat Momente, die zünden. Etwa, wenn der wie ein Blutsauger gekleidete "Reporter" eines hetzerischen Boulevardblattes, das frappierend an ein reales, leider erfolgreiches Schmierenblatt erinnert, in der Kotze eines Stars rumwühlt, um eine Schlagzeile zu forcieren. Aber: Den Großteil von Liebesdings finde ich einfach stumpf.

Die Dialoge hören sich an wie Platzhalter in einem First Draft, die noch durch geschliffenere Umformulierungen ersetzt werden müssen. Monologe über queere, feministische oder anti-rassistische Belange kommen hier den Figuren nicht authentisch, raffiniert oder peppig von den Lippen, sondern klingen so, wie sich Mario Barth oder Dieter Nuhr wohl fälschlicherweise vorstellen, wie das Stand-up in der Die Caroline Kebekus Show sein könnte. Die Liebesgeschichte in diesem Film zündet nicht, die Figurenentwicklung ist irritierend-sprunghaft.

Alles in allem wirkt Liebesdings so, als hätte Bora Dagtekin im Das perfekte Geheimnis-Mindset anonym Reshoots bewerkstelligt und so Decker ihren Film weggenommen. Mich würde brennend ein ehrliches Making of dieser Komödie interessieren, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass sie Deckers ursprüngliche Vision abbildet. Falls doch: Naja, wir alle haben mal ein Formtief. Nächstes Mal sitze ich wieder erwartungsvoll im Kino.

Platz 8: Falling for Christmas (Regie: Janeen Damian)

Ich habe Sympathie für Lindsay Lohan übrig und angesichts dessen, wie gut sie spielen kann, wenn sie in der Spur ist und das richtige Projekt gefunden hat, gönne ich ihr ein Comeback. Doch Falling for Christmas ist gleichzeitig ein Schritt nach vorne und ein Schritt zurück: Verkrampft inszeniert, klischee- und sprunghaft geschrieben und von mehreren ihrer Co-Stars mies gespielt, kann Lohan aus diesem Netflix-Weihnachtskitsch unmöglich eine Karrierte-Trumpfkarte formen.

Aber sowohl die Kernzielgruppe dieser Wohlfühl-Sinnlosfilme als auch die für die Memes und ironische Freude am Unfug hereinschauenden Nasen sind wohlwollend genug, um Lohan diesen Film nicht vorzuwerfen. Das macht Falling for Christmas trotzdem nicht besser. Aber irgendwo zwischen den miesen Witzen und übertriebenen Gefühlsschwankungen beweist Lohan charmante Selbstironie. Good for her.

Platz 7: Ice Age - Die Abenteuer von Buck Wild (Regie: John C. Donkin)

Animationen, die teilweise auf dem Niveau von Samstagmorgen-Computeranimationsserien vergangener Tage liegen, und viel, viel Leerlauf: Der direkt auf Disney+ rausgehauene Ice Age-Nachklapp Die Abenteuer von Buck Wild ist lieblos, träge und kalt kalkuliert. Donkin und sein Team trifft dabei längst nicht der Großteil der Schuld, wurde dieses Projekt doch einst als Serie entwickelt und nach einer entsprechenden Ankündigung unentwegt klein geschrumpft, bis nur noch ein mickriges Team an ihm tüftelte, das viel zu wenig Arbeitskraft hatte, um ein CG-Projekt in Spielfilmlänge zu stemmen, das versucht, visuell an das Ice Age-Erbe anzuknüpfen. In Sachen Budget wird es nicht anders gewesen sein, und wer könnte unter diesen Umständen schon kreativ aus den vollen Schöpfen?

Einen Trost gibt es allerdings: Nach Die Abenteuer von Buck Wild erschien mit der Kurzfilmsammlung Ice Age: Scrats Abenteuer noch ein Ice Age-Projekt auf Disney+. Und die kompakten Geschichten sind nicht nur viel besser animiert, sondern dienten der Belegschaft von Blue Sky Studios als Abschiedsvorstellung. Mit Passion und Witz zeigen sich Studio und Filmreihe darin noch einmal in Top-Form. Ich gebe zu, ich hatte nicht nur viel zu lachen, sondern gen Schluss auch aufgrund dieser außenstehenden Faktoren feuchte Augen. Ich war nie der größte Ice Age-Fan, aber in seinen besten Momenten war das Franchise sehr vergnüglich. Und Blue Sky hatte es nicht verdient, als Opfer der Disney/Fox-Übernahme einfach so gekillt zu werden.

Platz 6: 13 Fanboy (Regie: Deborah Voorhees)

13 Fanboy versucht, ein inoffizielles Wes Craven's New Nightmare für die Freitag, der 13.-Reihe zu sein: In diesem Meta-Slasher, inszeniert von einer früheren Darstellerin des Franchises, die ironischerweise und tatsächlich Deborah Voorhees heißt, jagt ein maskierter Killer frühere Darstellerinnen der Freitag, der 13.-Reihe. Einzelne Sequenzen in dieser Jason-Voorhees-Hommage sind für einen Direct-to-Video-Schlitzer ganz passabel konstruiert, etwa eine tödlich endende Stunt-Probe. Doch diese wenigen "Och, das ging ja"-Momente trösten nicht über diesen ungeheuerlich hässlich ausgeleuchteten, abartig zäh erzählten Rest dieses Slashers hinweg. 

Platz 5: Brain Freeze (Regie: Julien Knafo)

Ein neuer Turbodünger vergiftet das Wasser in einem geschlossenen, kanadischen Wohnkomplex und verwandelt alle, die es zu sich nehmen, in blutrünstige, zombieähnliche Unholde. Dieser Low-Budget-Partyhorror will mit abstruser Logik und schrillen Figuren ein Vergnügen für die Mitternachtsschiene oder Bier-und-Nacho-Filmabende sein. Gerne, bin ich für zu haben. Aber ich habe mich durch die 91 Filmminuten gequält und war nach ihnen erstaunt, dass es nur 91 Minuten waren. Es fühlte sich an wie eine gesamte Staffel einer belanglosen, lustig gemeinten, drögen Miniserie.

Die guten Gags sind rarer gesät als in einem Mario-Barth-Instagram-Live-Rant, Spannung ist non-existent und die Gewaltspitzen sind matschiges Effektchaos, wenn sie denn irgendwann mal passieren. Hier könnte man irgendeinen schnippischen Spruch über Hirnfrost einsetzen, wäre dies eine Flopliste nach alter Schule. 

Platz 4: The Man from Toronto (Regie: Patrick Hughes)

Sechs Wochen vor Drehstart verließ Jason Statham abrupt The Man from Toronto, laut Berichten des Branchenblogs Deadline Hollywood, weil ihm die eingeschlagene Richtung der Verwechslungs-Actionkomödie missfiel. Hastig wurde Woody Harrelson als Ersatz herangekarrt und so gut den Verantwortlichen möglich auf Statham-Look gestylt. All das ist zehntausendfach spannender als der eigentliche Film, der mit plumper Action, einem stumpf um die Gewaltspitzen herumtänzelndem Schnitt und haarsträubend-lustloser Charakterzeichnung langweilt.

Platz 3: 365 Days: Noch ein Tag (Regie: Barbara Białowąs & Tomasz Mandes)

Na, erinnert ihr euch an 365 Days? Einen dieser Filme, über die Netflix zahlreiche Rekordmeldungen rausgehauen hat und die 2020 für ein paar Wochen großer Streitpunkt in den sozialen Netzwerken war? Die Adaption des ersten Teils einer Erotikromanreihe von Blanka Lipińska war nur der Anfang, auch wenn es vergleichsweise einfach war, das zu versäumen, ließ der Buzz doch von Film zu Film nach! Ich bin aus morbider Neugier allerdings am Ball geblieben, und darf berichten: Das große Finale der Filmtrilogie ist extrem langweilig.

Die Figuren sind in einem paradoxen Irgendwas gefangen zwischen "Sie ändern ihre Ansichten total sprunghaft" und "Aber schlussendlich ändert sich eigentlich nie etwas" (die After-Reihe lässt grüßen), die Popmusik-Einlagen klingen wie schlechte Cover von schlecht abgekupferten Nummern aus der Fifty Shades of Grey-Reihe und der Look ist so passionslos gelackt, dass keine prickelnde Reibung entstehen kann. Und der ganze trashige Sex hat sich hier total abgenutzt, nun werden zumeist unmotiviert Körper aneinander gerieben, ohne irgendwelche Grenzen auszuloten, Figuren damit weiterzuerzählen oder Stimmung zu erzeugen.

Aber eines muss ich Barbara Białowąs & Tomasz Mandes lassen: Sie entwickeln auf der Zielgerade ab und zu Selbstironie, etwa mit einer Traumsequenz, in der sich unsere weibliche Hauptfigur einen Dreier mit den beiden um sie buhlenden Herren herbeiwünscht. Der ist mit einer süffisanten "Komm, hier, das passt noch rein"-Attitüde inszeniert, die ausreichte, um ihn vom Silberrang dieses Countdowns fernzuhalten. 

Platz 2: Jeepers Creepers: Reborn (Regie: Timo Vuorensola)

Was macht man als Studio, wenn man im Fundus eine Horrorreihe hat, deren Monster zu einer kleinen bis mittelgroßen Ikone des Schreckenskinos der 2000er-Jahre geworden ist, doch mehr und mehr Filmfans erkennen: Oh, diese Jeepers Creepers-Filme wurden von Victor Salva gedreht, der zuvor wegen sexueller Misshandlung eines Minderjährigen im Gefängnis saß. Keine Personalie, die man gerne anfeuert, noch dazu, wenn Salva beispielsweise in Teil drei Szenen einbaut, in denen Figuren mit Sexualstraftätern sympathisieren. Nun, man wirft diesen Mann raus und wagt sich an einem Kann-aber-nicht-muss-Reboot:

In Jeepers Creepers: Reborn werden Handlungspunkte aus den Vorgängern referenziert, allerdings wird auch darüber gesprochen, dass der Creeper eine Filmfigur sei, die auf lokalen Legenden basiert. Da darf sich das Publikum seine eigene Distanz zwischen Teil vier und den vorherigen Filmen herbei interpretieren. Klingt erst einmal nicht nach der allerschlechtesten Idee, und Regisseur Timo Vuorensola hat mit Iron Sky bereits eine schmissige Trash-Hommage verantwortet. Allerdings kam Vuorensola nicht auf Iron Sky-Niveau ans Set, sondern schluderte sich im Iron Sky 2-Stil sonst was zusammen:

Jeepers Creepers: Reborn sieht grässlich aus, der freudlose Score zerstört sämtliche jämmerlichen Reste an Spannung und die Story mäandert konsequenzlos vor sich her. Und der Creeper bekam ein Facelift, das ihm sein Grauen raubt. Einziger Lichtblick in dieser Graupe:

Meine Fast-Namensvetterin Sydney Craven, die in diesem Horrorfilm zwar wiederholt mit übertriebenem Spiel ins Auge sticht. Das halte ich allerdings für ein Versagen ihres schläfrigen Umfelds, denn isoliert betrachtet hat Craven eine spritzig-natürliche Energie, die in einem Projekt, in dem nicht alles um sie herum Murks ist, richtig gut zünden könnte. Ich wünsche ihr eine baldige Gelegenheit, ihren Ruf in bessere Bahnen zu lenken. Und der Creeper hat womöglich einfach ausgedient.

Platz 1: 365 Days: Dieser Tag (Regie: Barbara Białowąs & Tomasz Mandes)

365 Days ist Schrott zum Fremdschämen. 365 Days: Noch ein Tag ist ein langweiliger, motivationsloser Trilogieabschluss mit einem winzigen, winzigen Funken an "Wir haben nun Narrenfreiheit, oder? Es juckt ja niemanden, was hier abgeht?"-Rebellentum. 365 Days: Dieser Tag wiederum ist ein Nichts von einem Film: Die Brücke zwischen dem "Hier, guck mal, wie skandalös wir sind! Shades in fragwürdiger, Hallo, bitte beachtet uns!"-Auftakt und dem weichgespülten Ende hat absolut gar nichts zu sagen, zu erzählen oder zu zeigen.

Szenen beginnen und enden einfach irgendwo, Cliffhanger werden nicht etwa aufgelöst, sondern ignoriert, und die konfusen Twists werden mit einer gähnenden Gleichgültigkeit inszeniert, mit der andere ihre Socken wechseln. 365 Days: Dieser Tag ist das, was wohl dabei herauskäme, würde man den Film drehen, den sich die harschesten Verrisse der Fifty Shades-Sequels zusammenspinnen.

Mittwoch, 9. März 2022

Meine Lieblingsfilme 2021 (Teil V)

Was bisher geschah...

Bevor wir endlich meine Top Ten des Jahres 2021 erreichen, hier rasch ein paar Ehrennennungen für Filme, die es fast in die Liste geschafft hätten. Da wären etwa die amüsante, galant-stilvolle Betrugskomödie Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull von Detlev Buck, der einfallsreiche Zensurhorror Censor der Newcomerin Prano Bailey-Bond und die schräge Nicolas-Cage-Show Willy's Wonderland

Auch James Wans kreativer Wahnwitz Malignant und die von der Dynamik zwischen Emily Blunt und Dwayne Johnson profitierende Abenteuerkomödie Jungle Cruise haben mir (trotz mal größerer, mal kleinerer Schwächen) gefallen. Kaiserschmarrndrama gehört zur Speerspitze der Eberhofer-Krimis und wäre daher fast als positives Signal in meiner Liste gelandet. The Night House lässt Rebecca Hall klasse aufspielen und ist in seinen besten Momenten ein findiger Horror-Thriller über Depressionen, und mit Dinner for Two hätte ich gern einen dritten kulinarischen Film in die Liste gepackt. Doch nach dem sinnlich-spannenden, stylisch gefilmten Auftakt verliert sich der Film zwischendrin. Auch wenn das pfiffige Finale ihn fast wieder in die Charts gekickt hätte... Und Disney+ hatte mit Happier Than Ever: Ein Liebesbrief an Los Angeles, Flora & Ulysses und Summer of Soul drei sehr unterschiedliche, sehenswerte Originalfilme im Portfolio, die es in mein Ranking hätten schaffen können.

Und dann ist da natürlich Ghostbusters: Legacy mit einer grandiosen McKenna Grace, einem witzig-charmanten Paul Rudd und einer routinierten Carrie Coon sowie einem bunten Sortiment an Situationskomik und bewusst-miesen Wortspielen. Eine echte Charmekanone, bei der mich aber die Spielberg-Patina, der ins Nichts führende Subplot um den Bruder (den man einfach hätte raus schreiben können) und der Schluss, der berührend und erfüllend beginnt und dann so lange weitergeht, bis er den neuen Figuren ihren eigenen Film raubt, stutzig gemacht haben. Ich habe den Film sehr, sehr gern und vielleicht rutscht er über die Jahre noch in meine Favoriten von 2021, aber Stand jetzt ruht er auf Rang 51, eifrig in die Top 50 schielend. Was soll ich sagen, 2021 war für mich ein deutlich, deutlich stärkeres Filmjahr als 2020.

Platz 10: The Painter and the Thief (Regie: Benjamin Ree)

Klammheimlich feierte 2021 eine großartige Dokumentation im Programm von arte ihre Deutschlandpremiere: Benjamin Ree erzählt in The Painter and the Thief eine Geschichte, die so nur das Leben schreiben kann. Denn wäre dies ein fiktionaler Film, würde er mich dank seiner emotionalen Twists und seines cleveren, immer wieder zum Staunen einladenden und dank seines die Gedanken durchrüttelnden Schnitts begeistern - doch ich fürchte, viele Leute würden ihn als unglaubwürdig schelten. Malerin Barbora Kysilkova erfährt nach einer Ausstellung, dass eines ihrer wichtigsten Gemälde gestohlen wurde. Sehr zur Verwunderung ihres Lebensgefährten sucht sie Kontakt zu einem der beiden Diebe. Nicht nur, um Informationen über den Diebstahl aus ihm herauszuquetschen, sondern auch, um seine Lage zu verstehen, seine Motivation zu begreifen und um sich einen Eindruck von seinem Leben zu verschaffen. Eine komplizierte Freundschaft entsteht, in der sich Barbora und der Reue zeigende, dennoch weiter unberechenbare Karl-Bertil Nordland gegenseitig ständig herausfordern, sich reiben und zu charakterlichen Wandeln drängen. Überaus berührend, voller fesselnder Einsichten und inspirierend!

Platz 9: Bad Luck Banging or Loony Porn (Regie: Radu Jude)

Das Sexvideo einer Lehrerin wird gegen ihren Willen auf einer Pornoplattform veröffentlicht, woraufhin sich ihr Kollegium und die Eltern ihrer Schüler:in gegen sie stellen und sie mit Eifeseifer ihren Job verteidigen muss. Denn natürlich argumentieren die Eltern minderjähriger Kinder, die auf Pornoseiten herumsurfen, dass es die dort unwillentlich auffindbare Lehrerin ist, die die Moral dieser Kinder verdirbt, und selbstredend hat niemand Mitleid mit dem Opfer einer nicht eingewilligten Veröffentlichung intimer Aufnahmen. Das allein ist schon Stoff, aus dem sich ein scharfzüngiges Gesellschaftsporträt weben ließe, doch Radu Jude versieht diese Grundidee mit einer gigantischen Parade an Troll-Manövern, die Lars von Trier sicherlich Glückstränen ins Gesicht treiben würden, messerscharfen Detailbeobachtungen und wütenden Rundum-Austeil-Attacken, die zwar durch und durch Judes heimisches Rumänien abbilden, aber etwas gröber betrachtet genauso gut für Deutschland sprechen könnten. Hinzu kommen eine starke Performance ohne Scheu von Hauptdarstellerin Katia Pascariu und viele feine Augenblicke des Pandemie-Zeitgeistes.

Platz 8: Der Rausch (Regie: Thomas Vinterberg)

Vier befreundete Lehrer beklagen sich über ihr langweilig gewordenes Leben. Auf einer Geburtstagsfeier entscheiden sie, ihr Dasein aufzurütteln und fortan mehr zu trinken. Was mit Schalk im Nacken und Grinsen in den Backen als wissenschaftliche Studie entschuldigt wird, ist letztlich doch nur Flucht vor der Verantwortung, Entscheidungen darüber zu treffen, wie sie ihre beruflichen Probleme, ihre Familiensorgen, ihren Liebesfrust oder ihre Einsamkeit überkommen können. Was folgt, ist teils "Mach dir dein kurzes Leben zum Fest, statt dich ständig selbst zu geißeln"-Manifest, teils Mid-Life-Crisis, teils Anklage der gesellschaftlichen Verharmlosung von Alkohol(ismus), teils Freundschafts- und Familiendrama, doch stets wundervoll-paradoxes Kino: In Gedenken an seine kurz nach Produktionsbeginn verstorbene Tochter macht Thomas Vinterberg Der Rausch zum lebensbejahendsten Film, den man über drei ständig saufende Deprimierte und einen Depressiven machen kann, und zugleich zu einem nachdenklichen, bitter-säuerlichen Prickelwasser von einem Film in Feierlaune. Das Ergebnis ist, nicht zuletzt dank eines einmal mehr brillanten Mads Mikkelsen, süffig, jedoch schwer; erfrischend, aber eine Explosion feiner, nuancierter Noten. Skål!

Platz 7: The Green Knight (Regie: David Lowery)

Da wird der in den Mediävistik-Vorlesungen hockende Germanistik-Student in mir wieder wach. Lasst die ganzen anderen verzweifelten Versuche, ein Filmuniversum im Stile des MCU zu bilden sein, gebt mir ein Artussagen-Filmuniversum im Stile von David Lowerys The Green Knight, verdammt noch eins. Eine zum Schneiden dichte, horroresk angehauchte Atmosphäre, erdrückende Bildgewalt, ein glänzender Dev Patel, mit dem Lowery archaische Männlichkeitsbilder kommentiert, und ein die Nackenhaare aufstellendes Klangbild machen The Green Knight zu einer unvergesslichen Erfahrung.

Platz 6: tick, tick... BOOM! (Regie: Lin-Manuel Miranda)

Gibt es in Musicalhausen ein größeres Phänomen mit strenger Generationengrenze als Rent? Ist man eine Spur zu alt, ist die Chance riesig, dass man das Erfolgsphänomen als anstrengend erachtet. Ist man eine Spur zu jung, zählt man es an den zahllosen "Ja, also, mittlerweile würden wir das aber anders anpacken..."-Aufhängern aus, die praktisch allem innewohnen, das zur selben Zeit entstanden ist, und versuchte, in einem älteren Medium progressiv zu agieren. Und eben diese strenge Zielgruppen-Altersgrenze hat sich auch bei der Filmversion von tick, tick... BOOM! bemerkbar gemacht, denn während jene Lin-Manuel Mirandas Ehrerbietung für den Rent-Schöpfer ins Aus geschoben haben, weil es halt Rent-Schöpfer Jonathan Larson feiert, haben sich die Anderen mitreißen lassen. Und was soll ich sagen: Ich habe Verständnis für alle über, die sich nicht von diesem Musical haben abholen lassen können. Aber als jemand, der sich hat abholen lassen konnte, muss ich sagen:

Ich find's auch schade für euch, denn Mirandas Adaption des weniger bekannten Larson-Musicals ist temporeich, gewitzt sowie gefühlvoll inszeniert, großartig von Andrew Garfield gespielt und wie viel Herzblut Mister "I am not throwing away my shot" in diese "Ich kann es nicht erklären, aber ich habe das Gefühl, dass ich jetzt leisten muss und ich habe nichts zu erzählen, nur mein Umfeldund was soll ich denn jetzt tun?!" in diese Geschichte steckt, ist nahezu beängstigend. Als würde auch Miranda was über seine Zukunft befürchten. Und eben diese Unmittelbarkeit hat genug Nerven bei mir getroffen, dass ich diese passionierte Kreativgeschichte voller Ehrfurcht in meine Top Ten packe.

Platz 5: Malcolm & Marie (Regie: Sam Levinon)

Die absolute Nummer eins der unnötigen Filmkontroversen 2021 und obendrein ein echt toller Film: In Malcolm & Marie lässt Sam Levinson einen Regisseur (John David Washington) und seine Freundin/Muse (Zendaya) in gegensätzlicher Stimmung nach einer Filmpremiere nach Hause kehren. Was folgt, ist ein sinnlich sowie feurig gespieltes, dramatisches und bitterbös-witziges Streitgespräch über Liebe, Verantwortungsbewusstsein, Prahlerei, Aneignung fremder Geschichten und Kritikunfähigkeit. Und ganz gleich, wie gallig Malcolm und Marie aufeinander reagieren, die dünnhäutigste Partei in dieser Geschichte saß Anfang 2021 vor den Bildschirmen und redete sich ein, dass dieser Film ein einziger Angriff auf sie sei: Teile der Filmpresse. Dabei hat Malcolm & Marie mit seinem Streit zwischen Passion und Vernunft, Analyse und Gefühl, Beobachten und Erleben, und schlichtweg zwischen zwei Liebenden, die eine ätzende Nacht durchmachen, so viel spannenderes und besseres zu erzählen, als sich vollauf auf meinen Berufsstand einzuschießen. Gewiss, in meinen Jahrescharts bekommt Malcolm & Marie noch einen gehörigen Streit-Kammerspiel-Bonus, da ich eine riesige Schwäche für dieses Genre habe und Levinson das Genre mit Genuss bedient, doch selbst wenn ich diesen Bonus abziehe, bleibt ein mit Feuer und Flamme gespielter, mit kühl-versierter Hand inszenierter Film übrig. Mehr Respekt für Malcolm & Marie!

Platz 4: The Nest (Regie: Sean Durkin)

Und noch ein Liebespaar am Rande der Verzweiflung: In The Nest driften Spekulant Jude Law und Pferdehalterin Carrie Coon nach dem neusten Umzug auseinander. Sean Durkin erzählt dieses Liebesdrama gleichzeitig mit Feingefühl, als dass er keine der beiden Hauptfiguren dämonisiert (selbst wenn Laws berufliche Gier und Ignoranz gegenüber der Lage seiner Familie unmissverständlich die Antriebsfeder des Unheils ist), und mit inszenatorischer Wucht. Denn obwohl dies inhaltlich ohne jede Widerrede ein Drama ist, fühlt sich The Nest wie ein Horrorthriller an, in dem sich jeden Moment herausstellen könnte, dass das neue, weitläufige Anwesen dieser Familie verflucht ist und sich gegen sie wendet. Law und Coon spielen herausragend, ihre Filmkinder sind ebenfalls sehr gut, das Setting eindrucksvoll und der Film ist genauso effizient-knackig erzählt, wie thematisch vielschichtig.

Platz 3: The Empty Man (Regie: David Prior)

In der Sekunde, in der David Priors fiktionales Regiedebüt The Empty Man von US-Kritiker Rob Hunter mit den Arbeiten Gore Verbinskis verglichen wurde, wusste ich: Ich muss diesen Film sehen! Damit war jedoch auch die Fallhöhe enorm - was, wenn The Empty Man nicht hält, was er verspricht? Doch glücklicherweise hält The Empty Man das ein, was ich mir durch Rob Hunters Aussage versprochen habe. Und so, wie sich die titelgebende, tödliche Schreckensgestalt und ihre Botschaft in Priors loser Comicadaption reihenweise herumsprechen, ging auch im realen Leben die Botschaft dieses Films umher.

Hunter fixte mich an, ich habe meine Lieblingskollegin Antje darauf hingewiesen, die verbreitete die Botschaft in ihrem Kollegium, das verbreitete erfreute Hinweise auf den Film, und dann erfolgte urplötzlich und ohne Vorwarnung der deutsche Streamingstart (ganz ohne jegliche Fanfare) und ich durfte bei Filmstarts von The Empty Man schwärmen. Von diesem atmosphärisch dichten Film mit hervorragender Kameraarbeit, der unheilvoll durch mehrere Horrorsubgenres schleicht, von Orientierungslosigkeit, Abhängigkeit, Beeinflussbarkeit und Depression handelt, ein beunruhigendes Sounddesign hat und bei dem nach und nach die innere Logik zerfasert, so, wie auch der Protagonist des Films den Überblick dieser ausufernden Geschichte verliert.

Soghaft, finster, raffiniert, genau meinen Horrorgeschmack treffend und zu spannendem Effekt jegliche Tiefenwahrnehmung aushebelnd, hat sich The Empty Man in meinem Hinterkopf festgesetzt und lässt sich dort nicht mehr verjagen. Ich erwähnte weiter oben, dass (nach deutschen Veröffentlichungsterminen gehend) 2021 für mich ein besseres Filmjahr war als 2020. Das hier sollte doppelt und dreifach unterstreichen, wie viel besser: Würde ich The Empty Man basierend auf seinem US-Kinostart als 2020er-Film werten, müsste er sich die Nummer eins des Jahres 2020 schnappen. Und dennoch ist er in diesem 2021er-Ranking nur auf dem Bronzerang.

Platz 2: Encanto (Regie: Byron Howard, Jared Bush & Charise Castro Smith)

Wie gut fand ich das Filmjahr 2021? So gut, dass ich mit Herzschmerz, aber ohne zu zögern, Encanto nur auf Platz zwei setze. Encanto, den zauberhaften Disney-Animationsfilm, der mich in seiner Emotionalität mehr berührt hat, der mich in seiner Beschwingtheit mehr mitgerissen hat, den ich in seiner visuellen Brillanz - von den kräftigen Farben über die herrlichen Figurendesigns und der grandiosen Lichtsetzung bis hin zur ausdrucksstarken, detailreichen Animation und den fantastischen Tänzen - so sehr feiere wie seit Rapunzel keinen Film der Walt Disney Animation Studios. Encanto trifft bei mir einfach durchweg die genau richtigen Nerven. Das Abschneiden in einer Jahresbestenliste sagt halt nicht nur über den betreffenden Film etwas aus, sondern auch über das Jahr drumherum. Dieses Silber hier ist wertvoller als so manches Gold.

Platz 1: Sechzehn Stunden Ewigkeit (Regie: Ian Samuels)

Unbestritten mein Film des Jahres 2021. Einerseits, weil er der 2021ste Film meines Filmjahres ist. Wiederholungen. Sich irgendwie ganz passabel selbst amüsierend durch die Wiederholungen schlagen, wohlwissend, dass die Situation an anderen Nerven nagt. Die Suche nach den kleinen, bislang übersehenen Perfektionen, um sich die Wiederholungen und das Nicht-ausbrechen-können-oder-wollen-oder-sollen schmackhaft zu machen. Andererseits, weil ich mich 2021 in keinen anderen Film derart schockverliebt habe, wie in Sechzehn Stunden Ewigkeit. Diese kuschelige, freundlich-charismatische, betont unaufgeregte Teenager-/Young-Adult-Romantikdramödie hat mich mit ihren Figuren vollkommen bezirzt. Und damit, wie Kyle Allen und Kathryn Newton (hierdurch und durch Freaky wohl so etwas wie die heimliche Schutzpatin meines Filmjahres 2021) diese Freundschaft/Leidensgenossenschaft/potentielle Liebe ausspielen. Damit, wie klein-fein-beiläufig Samuels diese Geschichte umsetzt, ohne den ihr innewohnenden Witz, Zauber und auch Schmerz unter Wert zu verkaufen. Damit, wie Lev Grossmans Drehbuch schleichend den erzählerischen Fokus ver- und die Referenzen auf Genrekollegen hinfortschiebt, seine Geschichte somit allen deutlichen Vorbildern zum Trotz quasi emanzipiert.

Als ich Sechzehn Stunden Ewigkeit in einer zum Tag gewordenen Februarnacht zum ersten Mal sah, musste ich zwischendurch auf Pause drücken, um mir die vor Rührung wässrig gewordenen Augen trockenwischen zu können, ohne etwas vom Film zu verpassen. Es ist so, dass Sechzehn Stunden Ewigkeit bei mir zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Knöpfe gedrückt hat, aber manchmal muss man so ehrlich sein und hyperspezifische "Japp, dieser süße, gut gemachte Film wird dadurch, wie er mich antrifft, in meiner Welt zu dem Film des Jahres"-Situationen als solche erkennen und anerkennen. So, wie es für mich 2004 kein Vorbei an Garden State gab, ist Sechzehn Stunden Ewigkeit das Nonplusultra meines zweiten Pandemiejahres.

Ich fürchte, dass ich durch diese hohe Platzierung bei allen, die das hier lesen und den Film noch nicht gesehen haben, die Erwartungen zu hoch schraube. Aber andererseits freue ich mich über jedes weitere Bisschen Liebe, das der Film erhält, wann immer noch jemand auf ihn neugierig gemacht wird. Denn manchmal sind es die kleinen Dinge, die Nachwirkung haben. Kleine Dinge, wie diese unbedeutende Jahresbestenliste, die im März des Folgejahres erscheint, und vielleicht, hoffentlich Sechzehn Stunden Ewigkeit noch ein paar Fans verschafft. Oder etwas größere, aber immer noch kleine Dinge wie dieser von Amazon beiläufig veröffentlichte Streamingtitel mit jeder Menge genreinterner Konkurrenz, der aber einfach seine Sache richtig hübsch durchzieht.

Freitag, 4. März 2022

Meine Lieblingsfilme 2021 (Teil IV)

Was bisher geschah... 

Platz 20: Barb and Star Go to Vista Del Mar (Regie: Josh Greenbaum)

Eine waschechte, ultrahochkonzentrierte Gute-Laune-Bombe: Kristen Wiig und Annie Mumolo erschaffen als Drehbuchautorinnen und Hauptdarstellerinnen ein immens sympathisches, witziges, frohes, quirliges, im besten Sinne verpeiltes Freundinnen-Duo. Josh Greenbaum inszeniert diese "Alles kann, Partystimmung muss!"-Komödie mit intuitivem Verständnis für die Stärken seines Hauptdarstellerinnendoppels und Co-Star Jamie Dornan (im besten Zac-Efron-Modus), das Kostüm- und Produktionsdesign ist ebenso schrill wie in seiner gagaweltlichen Logik stimmig und wenn gerade kein toller Wortwitz abgefeuert wird, dann eskaliert eine schrille Situation oder die Figurendynamik allein bringt mich zum Grinsen. Herrlich. Eine Schande, dass Barb and Star Go to Vista Del Mar noch kein Mitternachtskino-Popcornparty-Standard geworden ist. Sollte er sein.

Platz 19: À la Carte! (Regie: Eric Besnard)

Genuss, die Erste: Eine filmische Liebeserklärung ans Kochen, Essen und Gastgeben. Eric Besnards À la Carte erzählt lose inspiriert von wahren Begebenheiten und mit immenser Liebe zum historisch-kulinarischen Detail davon, wie im Vorhof der Französischen Revolution das Konzept der Gastronomie zu dem geformt wurde, was wir heute kennen. Köstlich gefilmt, mit deftiger Tonabmischung versehen und verführerisch gespielt, ist À la Carte Frankreichabstecher, Restaurantbesuch und freundschaftliches Mal-wieder-Treffen zugleich.

Platz 18: Luca (Regie: Enrico Casarosa)

Von Frankreich geht's rüber nach Italien: Enrico Casarosas Luca ist Sommergefühl, Kindheitsnostalgie, gechillte Freundschaftsfeier und fantasievolle, innige Toleranzgeschichte zugleich, mit bildhübschen Schauplätzen und charmanten Figuren. Einfach ein herzlicher Film!


Platz 17: Palm Springs (Regie: Max Barbakow)

Bereits 2020 in den USA auf Hulu veröffentlicht, noch dazu emotional passend mitten in der ersten Phase starker sozialer Kontaktreduktion aufgrund der Corona-Pandemie, und im selben Jahr in Deutschland auf dem Fantasy Filmfest gezeigt, feierte Palm Springs 2021 endlich seine reguläre deutsche Auswertung. Nach all der Warterei hat Max Barbakows emotional facettenreiche, locker-flockig erzählte und thematisch dennoch eng verzahnte Komödie nur an Reiz gewonnen. Andy Samberg als dezent genervter, überdeutlich sich ein Fest aus einer Notlage formender Selbstunterhalter und Cristin Milioti als herzlichere, verzweifeltere, findigere und ein schwereres Päckchen mit sich herum tragende Zeitgenossin sind ein großartiges Duo. Die Dialoge sind witzig und clever zugleich, und wie diese sommerliche Lebensfrustkomödie Einsamkeit, Sehnsucht, Verantwortungsbewusstsein und Liebe ebenso pfiffig wie nachdenklich touchiert, ist denkwürdig.

Platz 16: Promising Young Woman (Regie: Emerald Fennell)

Was für ein Debüt! Autorin und Regisseurin Emerald Fennell denkt in Promising Young Woman das Revenge-Genre weiter, indem sie Carey Mulligan auf eine großartig beobachtete Rachetour gegen das Weggucken, Nettspielen und Ausnutzen schickt. Ohne Selbstjustiz zu verherrlichen, gelingt es ihr dennoch, uns mit einem herrlichen "Das hast du dir jetzt verdient!"-Denkzettel nach dem nächsten zu unterhalten, und dabei mit (internalisiertem) Sexismus abzurechnen und Genrekonventionen auszuhebeln. Nicht nur im Revenge-Genre, sondern auch im Segment der dramatischen Indie-Romanze, die proklamiert, dass sich Traumata durch Liebe heilen ließe. Super gespielt, doppelt- wenn nicht gar dreifachbödig skizziert und tonal zielsicher, trotz hoch diffiziler Drahtseilakte.

Platz 15: Pig (Regie: Michael Sarnoski)

Genuss, die Zweite: Nicolas Cage spielt in Pig einen Einzelgänger, dem sein geliebtes Trüffelschwein gestohlen wird. Also begibt er sich gemeinsam mit seinem letzten menschlichen Kontakt (Alex Wolff) auf die Suche nach dem Ringelschwanztierchen, das ihm alles bedeutet. Was folgt, ist, wie es in der Kinowerbung so schön bezeichnet wird, ein ruhiger, verständnisvoller Empathiefeldzug. Cage ist ruhig. Und er ist verständnisvoll. Und ich find das äußerst befriedigend! Denn wie Cage mit enormer Präsenz Besonnenheit, Kummer und Einfühlungsvermögen ausstrahlt, um seinen Punkt klar zu machen... Um sich an allen Möglichkeiten einer glücklichen Aussicht festzuklammern... Um Konflikt vor sich herzuschieben oder auch mal sein Gegenüber zu Selbsterkenntnis zu drängen... Das ist fabelhaft. Ebenso wie Michael Sarnoskis Herangehensweise an die Themen "Nutze dein Leben" und "Verarbeite Rückschläge... egal, wie lang es dauert" herangeht. Und ein köstlicheres, appetitanregenderes Finale hätte ich mir für diesen im Vorabhype fälschlicherweise als "John Wick... mit einem Schwein!" angepriesenen Film nicht vorstellen können.

Platz 14: Titane (Regie: Julia Ducournau)

Nach Raw haut Julia Ducournau ein weiteres Brett raus: Ein Teil Bodyhorror, ein Teil wütender, queerer Thriller, ein Teil feministische Zornesfantasie und drei Teile überraschend einfühlsame, verletzliche, sich in Gefühlssackgassen hockende Geschichte über zwei orientierungslose Seelen, die mit großer Dringlichkeit Halt und Verständnis suchen, sich aber aus gesellschaftlichen Gründen nicht trauen, dies auszusprechen. Titane ist in seinen Spitzen hart wie Titanstahl und in seiner inneren Gesamtbefindlichkeit aufgerieben-weich wie eine frisch aufgeschlagene Schläfe. Agathe Rousselle und Vincent Lindon spielen klasse, der Look ist toll, Ducournau hat für die nächsten paar Jahre mein vollstes Vertrauen.

Platz 13: Freaky (Regie: Christopher Landon)

"Der blutigste Disney-Film überhaupt", das war das Ziel, das Happy Deathday-Regisseur Christopher Landon mit Freaky erreichen wollte - selbst wenn er die Slasher-Komödie für Blumhouse und Universal inszenierte, und nicht etwa für das Haus der Maus. Diese Attitüde, vermengt mit der Ambition seines Schreibpartners Michael Kennedy, einen stolzen, bunten, munteren, durchdacht-launigen Film über Identität zu machen, ergibt Freaky. Und Menschenskinder, was ist das für eine abgefahrene Kombo, die da an meiner Tür klopft und sagt: "Sonderlieferung speziell für dich." Vince Vaughn und Kathryn Newton sind als blutgieriger Killer und/oder schüchterne Schülerin eine absolute Wucht, die Kills machen gigantische Laune, die Nebenfiguren sind ebenso schrill wie charmant und die rote Lederjacke, die Newton trägt, wird in die Genregeschichte eingehen! Dass Freaky dann auch noch neben seines stattlichen Spaßfaktors eine runde Selbstfindungs- und vor allem Rückgratstärkungsgeschichte erzählt, rundet diesen Slasherspaß gewordenen Disney-Channel-Stoff herrlich ab.

Platz 12: Beyond the Infinite Two Minutes (Regie: Junta Yamaguchi)

Kammerspiel-Zeitreisespaß, Knuffelfilm und launiger Ensemble-Showcase: Regisseur Junta Yamaguchi und Autor Makoto Ueda haben für ihre japanische Theatertruppe einen Film geschaffen, der nur so vor Charisma strahlt. Ein verliebter, schüchterner Cafébesitzer findet heraus, dass der TV-Monitor in seiner kleinen, über dem Café liegenden Wohnung einen Blick zwei Minuten in die Zukunft gestattet. Prompt mischen sich seine Freunde und seine Angestellte ein und lassen sich Spinnereien einfallen, wie sich das für romantische Absichten, Spielereien, Scherze, Späße und zum Geldverdienen ausnutzen lassen könnte. Das locker-leicht umgesetzte, rasiermesserscharf konstruierte Drehbuch macht Laune, die mit winzigen Mitteln umgesetzte Regie verleiht dem Ganzen eine liebenswerte Lockerheit, während sie stets ihre Marker trifft. Und der bestens eingespielte Cast glänzt mit einer unbändigen Spielkind-Energie, die sich auf die Figuren überträgt - eine Gruppe hibbeliger, sich selbst amüsierender, freundlicher Spielkinder. 70 Minuten langes Bis-über-beide-Ohren-Grinsen-Kino!

Platz 11: The French Dispatch (Regie: Wes Anderson)

Kauzig, detailversessen und voller Witz. Und jetzt endlich wieder auf einer Wellenlänge mit mir: In Grand Budapest Hotel und Isle of Dogs habe ich den Wes Anderson, den ich so sehr liebe, schmerzlich vermisst. Die Ästhetik war da, doch das dahinter hat mich nicht ansatzweise so sehr erreicht wie in seinen vorherigen Filmen. The French Dispatch ist dagegen wieder der Anderson, den ich abfeiere. Das äußert sich dieses Mal als Augenweide von einem Film voller Charme, Einfällen, Stars und neckischen Verneigungen sowie liebevollen Attacken auf den selbstbezogen-intellektuellen Journalismus. Fabulös.

Fortsetzung folgt...