Dienstag, 19. Juli 2011

Meine liebsten Tarantino/Rodriguez-Filme

Vor ein paar Wochen listete ich ein paar Beispiele von Film- und Werkreihen, bei denen meine Rangliste nicht so ganz dem generellen Konsens entspricht. Nun ist es wohl an der Zeit, mich hinter die Tastatur zu begeben und eine weitere Hitliste zu verfassen. Diese ist zwei meiner Lieblingsregisseuren gewidmet. Der eine steht kurz davor, eine künstlerische Bauchlandung hinzulegen (mit extra stinkigem Aroma), der andere bereitet sich auf sein nächstes, unberechenbares Mammutwerk vor.

Klar, die Rede ist von den kultigen Regiebuddys Robert Rodriguez und Quentin Tarantino. Beides richtig coole Säue, doch welcher ihrer Filme ist der böseste Motherfucker von allen? Nun, eine objektive Liste möchte ich gar nicht erst in Angriff nehmen, denn wie will man das schon ermitteln? Anhand des Kritikerlobs, der Anzahl an Filmpreisen, den Kinoeinnahmen oder doch an den Posterverkäufen? Nein, nein, alles weicheiriges Gezeter. Wir gehen hier ganz dreckig und ungeduscht an dieses verfickte Thema ran. Ohne Kompromisse. Einfach nur meine persönliche Meinung. Da gibt's wenigstens nichts zu diskutieren, denn die ist, wie sie ist. Nichts mit inflationsbereinigten Zahlen oder Sonderverkäufen an der Hochschule von Big Kahunastan. Ehrliche, mit Tequilla abgeschmeckte Meinungen gibt's hier.

Also... meine liebsten Regiearbeiten von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez. Bitte schön... noch 'n Bier dazu?!

Platz 13: Jackie Brown (Tarantino, 1997)
Jackie Brown - Quentin Tarantinos dritte Regiearbeit und eine Besonderheit, in seiner Filmografie. Denkt man an Tarantino, denkt man an Querverweise, Hommagen und Genre-Versatzstücke. Aber nicht an Literaturadaptionen. Und dennoch, selbst wenn viele es vergessen, mit Jackie Brown hat sich Tarantino in genau diesem Bereich betätigt. Jackie Brown ist eine freie Bearbeitung des 1992 erschienen Romans Rum Punch” - mit der extra Dosis tarantino’esquer Genrehommage. Denn Jackie Brown ist eine einzige Verneigung vor den Blaxpolitation-Filmen der 70er. Man kann den Film fast als Wiederbelebung des Genres bezeichnen. Nur kunstvoller.

Ähem..., Auf... Tarantino-Art.

Die Geschichte, wie eine Stewardess mittleren Alters sich am Waffenschieber rächen will, für den sie Geldwäsche betreibt, gehört aus schauspielerischer Sicht zu den Höhepunkten der Tarantino-Filmographie. Das würdevoll gealterte Blaxpolitation-Sexsymbol Pam Grier, Samuel L. Jackson und Robert Foster geben hervorragende Leistungen ab, während DeNiro und Bridget Fonda als Deppen vom Dienst für viel Erheiterung sorgen.
Und trotzdem ist Jackie Brown für mich Tarantinos schwächster. Das hatte ich ja bereits schon mal in einem Artikel ausgeführt. Seither habe ich Jackie Brown noch einmal auf DVD und einmal im Kino gesehen. Gerade letzteres ist eigentlich ideal für Kultfilme wie jene von Tarantino. Ein fast ausverkaufter Saal voller Studenten. Dennoch hat sich nicht viel an meiner Meinung geändert. Was Jackie Brown für mich zu Tarantinos Schlusslicht macht, sind vor allem seine Zähflüssigkeit und die Dialoge. Das erste ist für mich eine wahre Schwäche des Films: Jackie Brown kommt nicht recht aus dem Trott, so genial Jackies Diebstahlpläne sein mögen, so clever Tarantinos Umsetzung… es dauert zu lang, um mich richtig zu fesseln. Die Dialoge wiederum sind eigentlich richtig gut - ausgearbeitet, einsichtsvoll, zum Teil sehr witzig und auch voller Seele. Für einen Tarantino fehlt mir aber etwas. Jeder andere Film von ihm hat Gespräche und Sprüche, die man einfach nicht vergessen kann. Aus Jacke Brown habe ich selbst nach viermaligem Ansehen nichts mitgenommen. Das macht Jackie Brown zu einem stolzen, aber auch leicht abgeschlagenen 13. Platz auf dieser Hitliste.

Platz 12: Das Geheimnis des Regenbogensteins (Rodriguez, 2009)
Als "Pulp Fiction für Kinder" wollte uns Rodriguez seine erste Regiearbeit seit dem Grindhouse-Beitrag Planet Terror verkaufen. Wer nun jedoch erwartet, dass ein schmalzhaariger Johnny Travolta und ein die Fibel zitierender Samuel L. Jackson junior mit Wasserpistolen auf einen armen, stotternden Jungen zeigen, der dem geheimnsvollen Sportlehrer unerlauberweise die Tasche getragen hat und dass über den Unterschied zwischen einem Happy Meal und der King Box von Burger King diskutiert wird, der irrt. Rodriguez bezog sich alleine auf die nonlineare Erzählweise von Das Geheimnis des Regenbogensteins.
Das Konzept ist eigentlich schnell erklärt: Einige Kinder entdecken einen bunten Stein, der Wünsche erfüllt. Und was machen Kinder, die sich alles wünschen, was der menschliche Verstand sich nur ausmalen könnte, die die Macht haben, sämtlichen Hunger auf der Welt zu bekämpfen, die unstete Bedrohung eines nuklearen Kriegs aufhalten könnten und fähig wären, endlich dafür zu sorgen, dass Paperinik New Adventures komplett in deutscher Sprache veröffentlich wird? Richtig, sie wünschen sich vollkommen dämlichen Mist. Das ist der Gag. Aber Rodriguez findet erstaunlich viele Wege, ihn sehr spritzig umzusetzen.
Wie ich in meiner Kritik zum Film schon ausführte, sind die Kinderdarsteller wirklich witzig und auch die Erwachsenen (darunter Leslie Mann und Jon Cryer) haben ansteckende Freude am Projekt. Das hohe Tempo des Films überzeugt, ebenso wie seine stilistisch-bunte Mischung aus "Die kleinen Strolche 2.0 trifft 50er B-Horrorstreifen". Da Rodriguez bei diesem Film allerdings nicht weiß, wann der Überzeichnung genug ist und dafür die besten Figuren nicht zu genüge ausgereizt werden, reicht es in dieser Liste nur für einen zwölften Platz. Aber hey, das wird einigen dennoch zu hoch sein, also kann sich diese angenehm alberne Produktion trotzdem was auf ihren Rang einbilden.

Platz 11: Spy Kids & Spy Kids 2 (Rodriguez, 2001 & 2002)
Spy Kids 4 sieht nach einem riesigen Haufen Kinderkappes aus, aber das trifft ganz und gar nicht auf den Anfang der Spy Kids-Reihe zu. Die Filme über zwei Knirpse, die die Welt retten, hat mittlerweile viele Feinde gewonnen, die in Wahrheit aber nie mit ihnen in Berührung kamen. Ich kann diesen Leuten nur empfehlen, sich bei entsprechender Laune mal vor Spy Kids zu setzen, denn Rodriguez vergnügliches Kinderspektakel überzeugt mit großem Einfallsreichtum sowie einem für solche Produktionen ungewöhnlich pfiffigen Skript. Als zwei eigentlich ihren Ruhestand genießende Agenten (Antonio Banderas & Carla Gugino) gefangen genommen werden, machen sich ihre unterschätzten Kinder auf, sie mit Hilfe der Erfindungen ihres Onkels Machete (Danny Trejo) zu befreien. Obendrauf gibt es einen tollen, kollaborativ erstellen Score (u.a. von Danny Elfman, John Debney sowie Robert Rodriguez) und einige abgedrehte Szenen (Bösewicht Tony Shaloub will alle Kinder der Welt durch finstere Roboterkopien ersetzen, Leute!), die man in vergleichbaren Familienfilmen so nicht bekäme. Das "Lieb' es oder hass es!"-Sequel setzt mit einem gestörten Kinderunterhalter in Sachen boshafte Abgedrehtheit noch einen drauf und zollt zudem den Monster- und Abenteuerfilmen der Ray-Harryhausen-Ära Tribut.  
Spy Kids 1 & 2 sind verrückt, liebevoll und haben sogar einen Hauch unerwarteter Intelligenz an sich. Zudem machen sie einfach riesigen Spaß. Dass sie in meiner Rangliste nicht besser abschneiden, liegt an ihrer Klischeehaftigkeit. Paradox, nicht? Zwar ist Rodriguez was einzelne Szenen oder Gags angeht in seinen Kinderfilmen durchaus originell, aber zugleich bedient er sich einiger ausgetretener Pfade, die das Gesamtvergnügen wieder etwas dämpfen. Und manche der an Kinder gerichteten Gags sind mir zuuu "cheesy", als dass ich Spy Kids 1 & 2 in die Top 10 hieven könnte.

Platz 10: Reservoir Dogs (Tarantino, 1992)
Musste Robert Rodriguez bei seinem Langfilmdebüt Geld zusammenkratzen, wo er nur konnte, und sich bei medizinischen Experimenten verdingen, hatte Quentin Tarantino mit Reservoir Dogs deutlich größeres finanzielles Glück. Ursprünglich hatte er vor, Reservoir Dogs mit Freunden und einem Budget von 30.000 Dollar zu verwirklichen, doch dann bot sich Harvey Keitel nicht nur als Darsteller, sondern auch als Produzent an. Reservoir Dogs blieb mit einem Budget über knapp einer Million Dollar noch immer eine Sparproduktion, zu der viele Darsteller ihre eigenen Klamotten mitbringen mussten, dennoch erreichte der Film dadurch eine völlig andere Güteklasse.
Reservoir Dogs ist ein Gangsterfilm, wie er nur von Quentin Tarantino kommen kann. Mit einem Bankraub-Thriller ohne den eigentlichen Bankraub stellt Tarantino bereits zu Beginn seiner Karriere die Genrekonventionen auf den Kopf - und verzichtet dennoch nicht auf die Gewaltdarstellung, die einen erheblichen Teil seines Images ausmachen sollte. Dabei gibt es neben einer intensiv blutenden Wunde, deren Entstehung wir nicht zu sehen bekommen, und kurzen Schusswechseln gar nicht einmal so viel Gewalt zu sehen. Im Grunde genommen nur eine einzige Szene - diese ist jedoch so gut geschrieben, von Michael Madsen und Kirk Baltz so intensiv geschrieben und von Tarantino in einer das Publikum durch ihre Lässigkeit vollkommen überrumpelnden Art und Wiese inszeniert, dass sie sich mit einem Knall in die Filmgeschichte einbrannte. Moderne Folterszenen sind vielleicht grafischer, aber an die gefühlte Intensivität von Reservoir Dogs kommen Hostel und Co. nicht heran.
Was für mich allerdings wichtiger an Reservoir Dogs ist, ist sein Humor. Allein schon die Eröffnungssequenz, in der über die wahre Bedeutung von Madonnas Like a Virgin und das Für und Wider von Trinkgeldern diskutiert wird, ist einfach genial. Die zahlreichen Hinweise darauf, wer der von den Gangstern im späteren Film gesuchte Verräter ist, machen Reservoir Dogs auch beim wiederholten Anschauen sehenswert. Allerdings zieht sich Reservoir Dogs etwas im Mittelteil und ich ganz persönlich finde die Musikauswahl nicht so cool wie in den meisten anderen Tarantinos. Es war eine sauknappe Entscheidung zwischen diesem und dem nächsten Rang, aber mein Bauchgefühl tendiert etwas mehr zum nächsten Eintrag in dieser Liste...

Platz 9: El Mariachi (Rodriguez, 1992)
El Mariachi ist unstreitbar eines der wichtigsten Testamente der cineastischen Indiebewegung der 90er Jahre, sowohl in sich selbst, als auch hinsichtlich seiner filmhistorischen Relevanz. Robert Rodriguez schrieb, inszenierte, drehte, produzierte und schnitt diesen in spanischer Sprache verwirklichten B-Actionmovie C-Actionmovie mit einem anviserten Budget von 9.000 Dollar. Jedoch konnte das Budget durch Rodriguez rigorosen Sparmaßnahmen auf 7.225 Dollar gesenkt werden. Rodriguez Absicht war es, mit möglichst einfachen Mitteln einen Film für den lateinamerikanischen Videomarkt zu drehen, und diesen daraufhin als filmgewordenes Referenzzeugnis zu benutzen, um sich in Hollywood für größere Unternehmen zu empfehlen. Als Rodriguez nach anfänglichen Problemen, einen Verleih zu finden, El Mariachi den großen Studios vorstellte, war Columbia Pictures dermaßen begeistert, dass er mit Untertiteln versehen in die US-Kinos entlassen wurde. Rodriguez Langfilmdebüt sorgte für großes Aufsehen und seither steht die Ein-Mann-Filmcrew passionierten Ameteurfilmern mit Ratschlägen zur Seite, er wurde gemeinsam mit Kevin Smith und Quentin Tarantino zu einem Vorbild der Indieszene. Alle drei fanden im Laufe der 90er Jahre zu Miramax, und eine glorreiche Ära des semiunabhängigen US-Kinos war geboren. Teil eben dieser stellt auch die keinen Abbruch findende Karriere von Robert Rodriguez, dem bis heute die Erfahrungen der Dreharbeiten zu El Mariachi im Blut stecken. Sei es sein Improvisationsvermögen, sein Drang, in jedem Produktionsschritt seine Finger zu haben, oder schlicht sein schwer verkennbarer Stil.
El Mariachi erzählt von einem Mariachi, der durch die Lande wandert und nach einer freien Stelle für Musiker sucht. Jedoch wird er in einer Kleinstadt von den Handlangern des Gangsterbosses Moco für einen berüchtigten Killer gehalten, der mit ihrem Boss noch ein Hühnchen zu rupfen hat. Die Verwechslung hat blutige Konsequenzen, in die er unbeabsichtigt auch die Bar-Inhaberin Domino zieht, auf welche er ein Auge wirft...
Robert Rodriguez macht in seinem spottbilligen Actioner all das richtig, wo andere unter einem strengen Budget leidende (Amateur-)Regisseure versagen. Rodriguez trickst zwar überaus dreist, er lässt mitunter auch einige Outtakes im Film, jedoch belaufen sich die Filmfehler in El Mariachi aufgrund von Rodriguez' Improvisationstalent dennoch in einem Rahmen, der selbst große Blockbuster schlampig aussehen lässt. El Mariachi wirkt nicht lächerlich billig, sondern wie ein charismatischer, kleiner, dreckiger Actionfilm, der seine Brutalität und stilisierte Schäbigkeit mit Humor und cineastischer Ambition aufwiegt. Gerade letzteres ist bemerkenswert, denn selbst wenn Rodriguez der erste ist, der zugibt, dass El Mariachi bei weitem nicht so tiefsinnig ist, wie ihn manche durch die untertitelte US-Fassung zu Gedankensprüngen beflügelte Kritiker betrachteten (die Schildkröte etwa war einfach während der Dreharbeiten da und ist keine vorbeiwandernde Metapher), so spürt man, dass in El Mariachi viel Sorgfalt hineinfloss. Manche von Rodriguez' späteren Werken könnten sich sogar ruhig eine Scheibe von den ruhigeren El Mariachi-Phasen abschneiden. Produktionsbedingt hapert es bei diesem Film eigentlich nur an manch unerfahrener Schauspielleistung und daran, dass der Geschichtenerzähler Robert Rodriguez noch nicht so auf Zack war, wie der Regisseur Robert Rodriguez.


Empfehlenswerte Artikel:

Samstag, 16. Juli 2011

Loriot oder Monty Python

And Now for Something Completley Different...

Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot. Ein humoristisches Genie, ein Stück deutsche Kultur. Vielleicht ist er sogar der Erfinder des modernen, deutschen Witzes. Er hielt dem deutschen Bürgertum einen Spiegel vor und stellte fest, dass das Leben ohne Möpse zwar möglich, aber sinnlos ist. Also, ohne die Hunde, selbstverfreilich.

Leider scheinen einige Leutchen jüngeren Alters Loriot als altbackenen Spießer zu betrachten. Das ist nicht nur sehr, sehr schade, sondern auch vollkommen falsch. Ich zumindest bin ja auch noch jüngerer Bauart und finde Loriot köstlich. Ebenso wie die Monty Python-Truppe, welche im Gegensatz zu Loriot noch immer ungebrochenen Kultstatus selbst bei den coolsten der coolen Jugendlichen genießen.

Dabei sind der Humor von Loriot und der Humor der Pythons gar nicht einmal so verschieden. Mitunter ist es sogar eine überaus einfache Übung, beide zu verwechseln. Wie verwechselbar, möchte ich euch nun demonstrieren. Es folgen einige Sketchzusammenfassungen. Manche beziehen sich auf Monty Pythons Flying Circus, andere auf das Schaffen Loriots. Könnt ihr erraten, was aus wessen Feder stammt?

1) Post vom Sender
Der Moderator einer Fernsehsendung sieht sich gezwungen, Auszüge aus den staatlichen Rundfunkbestimmungen vorzulesen. Kaum verlassen die ersten Worte seine Lippen, zieht eine schottische Dudelsacktruppe durch das Studio und übertönt den unbeirrt weiter vorlesenden Moderator.

2) Olympische Spiele
Sensationelles ereignet sich bei den Olympischen Spielen: Einer der Teilnehmer brach den Weltrekord im Versteckspielen. Schlappe 11 Jahre, 2 Monate, 26 Tage, 9 Stunden, 3 Minuten und 27,4 Sekunden hat es gedauert, seinen Spielpartner zu finden. In Magagakar sucht derweil ein anderer Finalteilnehmer seinen Spielpartner, bekommt von der Jury aber zu hören, dass es "kalt" sei. Spontan fordert der Sportler ein Flugticket nach Budapest. "Warm!" Fünf Jahre später kommt es zu einem überraschenden Unentschieden. Aber keine Sorge: Jeder Zuschauer, der etwas versäumt hat, kann die spannende Partie ab morgen in der Wiederholung verfolgen.

3) Streitereien
Ein Mann bestellt eine fünf-minütige Streiterei. Als das Streitgespräch nach kurzer Zeit endet, beschwert er sich, dass es zu kurz war. Es folgt eine weitere Diskussion, die vor allem daraus besteht, dass der dem Kunden gegenübersitzende Streitexperte einfach nur das Gegenteil behauptet. Was, so der Kunde, ja Vertragsbruch sei, denn nur zu widersprechen, mache keine echte Diskussion aus.

4) Die Südpool-Expedition
Eine europäische Forschergruppe macht sich auf den Weg zum Südpol. Während der staubtrockene Erzähler die Fortschritte der Forscher todernst kommentiert, als bekäme das Fernsehpublikum eine dramatische Dokumentation zu sehen, tollen die verpeilten Forscher durch saftiges Gras. Denn sie befinden sich noch immer in ihrem sommerlichen Heimatland. Zu den großen Gefahren der Expeditions gehört ein aufgebrachter Bauer. Der Kommentar des Erzählers (sinngemäß): "Es gibt mehr Eingeborene, als erwartet."

5) Dicke Nudeln
Politjournalisten diskutieren darüber, warum sich britische, französische, italienische und deutsche Nudeln so sehr voneinander unterscheiden und weshalb dies so bedeutsam ist. Der Moderator betont, dass man selbst bei einem so wichtigen Thema, wie der Breite von Nudeln, nicht emotional werden sollte, sondern sich auf Fakten zu berufen hat. Einer der Journalisten betont, mit gewichtiger Stimme: "Ich habe einmal ein weißes Zwergkanninchen gesehen!"

6) Schwanz
Eine scheinbar ganz normale Familie geht an die Öffentlichkeit: Sie alle haben behaarte Schwänze. Am verlängerten Steißbein, natürlich. Eine politische und gesellschaftliche Diskussion entbrennt: Dürfen Schweifträger ihre Schwänze offen zur Schau tragen? Welche Sonderrechte haben sie, welche sozialen Sanktionen erwarten diese besonderen Menschen?

7) Einstellungsgespräch
Ein Personalchef grüßt sein nach einer Anstellung suchendes Gegenüber mit "Guten Morgen", was erwidert wird. Daraufhin hinterfragt der Personalchef die Person, da sie fahrlässig "Guten Morgen" sagt, obwohl es offensichtlich bereits Nachmittag ist. Er stiftet weitere Verwirrung, indem er scheinbar grundlos eine Klingel läutet und fragt, was der Sinn dahinter sein könnte. Der Personalchef zieht Grimassen, notiert den Namen des potentiellen neuen Angestellten falsch und bemerkt, dieser hätte gute Noten erhalten. Schade nur, dass sämtliche freie Stellen bereits vor Wochen vergeben wurden.

8) Sportliche Kunst
Um das Fernsehprogramm niveauvoller zu gestalten, soll Pablo Picasso an einem Fahrradrennen teilnehmen, während er ein besonderes Gemälde malt. Nachdem ein Sportkommentator bis ins kleinste Detail Picassos Strecke erläutert, bemerkt sein Kollege, dass der sich verspätende, sportliche Maler nicht Picasso ist, sondern Wassily Kandinsky.

Und... welche Sketche sind denn nun von wem?