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Montag, 23. Februar 2009

Die Gewinner der 81. Oscarverleihung

Danny Boyles mit Romantik gewürztes Sozialdrama Slumdog Millionär war unter den Preisträgern der große Gewinner des Abends. Mit ganzen acht Oscars, darunter Film, Regie und Drehbuch hebte er sich klar von den anderen in der Hauptkategorie nominierten Filmen ab. Benjamin Button gewann in drei der dreizehn Kategorien in denen er nominiert war, Milk in zweien (Original-Drehbuch und Hauptdarsteller).

Der heimliche Star und Gewinner des Abends war jedoch Hugh Jackman, der sich als talentierter Moderator erwies. Jackman schaffte es die kleinere, nicht ganz so aufwänfdige und intimere Oscarshow dank der energiereichen Showeinlagen zu einem größeren Spektakel zu machen, als wir es in den letzten Jahren zu sehen bekamen. Seine zwei Gesangseinlagen, eine augenzwinkernde, mit Schultheater-Requisten versehene Eröffnungsnummer anstatt des sonst obligatorischen Stand Ups und ein glamouröses Medley aus Musicalhits der Filmgeschichte, legten für Jackmans Nachfolger die Latte verflixt hoch und dürften noch länger im Gedächtnis bleiben. Auch Michael Giacchino (Komponist von Lost, Die Unglaublichen, Ratatouille und mehrer Medal of Honor-Spiele sowie der neuen Musik in der Achterbahn Space Mountain in Disneyland Paris) verdient Lob. Als Verantwortlicher für Musik bei den Oscars gab er - völlig unaufdringlich - jede Menge Pepp in die Musikuntermalung des Abends, wobei er stets den Stil und Glanz der Verleihung bewahrte. Giacchino hat noch eine erfolgreiche Karriere vor sich.

Zurück zu den Preisen des Abends: WALL•E gewann leider nur den Ghettopreis für den besten Animationsfilm, The Dark Knight gewann 2 Oscars (darunter Bester Nebendarsteller für Heath Ledger). Also gewann auch dieses Jahr wieder das klassische Oscarmaterial über den Alternativen. Wäre der bunte Rahmen der Verleihung nicht so gelungen, könnte man glatt ein wenig schmollen.

Deutschland darf sich übrigens über einen Preis für den besten Kurzfilm freuen.

Bester Film: Slumdog Millionär (Produzent: Christian Colson)
Beste Regie: Danny Boyle (Slumdog Millionär)
Beste Hauptdarstellerin: Kate Winslet (Der Vorleser)
Bester Hauptdarsteller: Sean Penn (Milk)
Beste Nebendarstellerin: Penelope Cruz (Vicky Christina Barcelona)
Bester Nebendarsteller: Heath Ledger (The Dark Knight)

Bester Animationsfilm: WALL•E (Regie: Andrew Stanton)
Beste Musik: Slumdog Millionär (Komponist: A.R. Rahman)
Bester Song: Jai Ho aus Slumdog Millionär (Komponist: A.R. Rahman)
Bester fremdsprachiger Film: Departures - Japan
Bestes Original-Drehbuch: Milk (Autor: Dustin Lance Black)
Bestes adaptiertes Drehbuch: Slumdog Millionär (Autor: Simon Beaufoy)

Beste Effekte: Der seltsame Fall des Benjamin Button (Effektkünstler: Eric Barba, Steve Preeg, Burt Dalton, Craig Barron)
Bester Tonschnitt: The Dark Knight (Toncutter: Richard King)
Bester Ton: Slumdog Millionär (Ton-Mixer: Ian Tapp, Richard Pryke, Resul Pookutty)
Bester Schnitt: Slumdog Millionär (Cutter: Chris Dickens)

Bestes Szenenbild: Der seltsame Fall des Benjamin Button (Künstler: Donald Graham Burt, Victor J. Zolfo)
Beste Kostüme: Die Herzogin (Designer: Michael O'Connor)
Bestes Make Up: Der seltsame Fall des Benjamin Button (Make Up Artist: Greg Cannom)
Beste Kamera: Slumdog Millionär (Kameramann: Anthony Dod Mantle)

Bester animierter Kurzfilm: La Maison En Petits Cubes (Regie: Kunio Kato)
Bester Kurzfilm: Spielzeugland (Regie: Jochen Alexander Freydank)
Beste Dokumentation: Man on Wire (Gewinner: James Marsh ; Simon Chinn)
Beste Kurz-Dokumentation: Smile Pinky (Produzentin: Megan Mylan)

Humanitarian Award: Jerry Lewis

Mein Prognosenschnitt: 12 von 24 Siegern richtig getippt. Geht besser, doch nach den Oscars ist vor den Oscars!

Mehr zu den Oscars 2009:

Donnerstag, 19. Februar 2009

Die vierte Oscar-Prognose 2009: Wer holt sich den Goldjungen?


Am Sonntag ist es wieder so weit: Zum mittlerweile 81. Mal werden die Oscars verliehen. Dieses Jahr ging es wieder drüber und drunter, Oscar-Favoriten stiegen auf, verbrannten sich an den Kritikern die Finger, andere waren urplötzlich da und wieder andere scheiterten an ihrem Ursprungsmaterial (iiiihhh, ein Superheldenfilm) oder an ihrem Medium (Computeranimation schön und gut, aber nicht in der Hauptkategorie!).

Nach dem eher mittleren Erfolg meiner letzten Prognose, in der ich versuchte die Nominierungen richtig vorherzusagen, setze ich nun alles daran euch an dieser Stelle die Gewinner der großen Oscar-Nacht vorwegzunehmen. Neben bisher verliehenen Preisen fließen in diese Überlegungen auch althergediente Oscar-Klischees und -Vorurteile mit ein sowie mein geschätztes Bauchgefühl.

Nun schaut nicht so, alle anderen Oscar-Tipps entstehen mittels des selben Prozesses, nur gebe ich das wenigstens zu.
Hier sind also meine Oscar-Tipps. Solltet ihr auf sie Geld wetten und dank mir reich werden: Schickt mir einen großen Batzen von der Kohle. Solltet ihr duch diese Tipps verarmen: Was hört ihr Idioten auch auf einen dahergelaufenen Typen aus dem Internet?!

Bester Kurzfilm: Alle vier Kurzfilme klingen sehr interessant. Und mit Ausnahme von The Pig, einem dänischen Kurzfilm der eine Diskussion über den Wert von persönlichen und religiösen Rechten abhält, indem er davon erzählt, wie in einem Krankenzimmer ein Bild eines Schweins abgehangen werden soll, weil es ein islamischer Patient verlangt, und Manon on the Asphalt, über eine Frau die während eines Fahrradunfalls eine außerkörperliche Erfahrung erlebt, haben auch alle bereits auf Kurzfilmfestivals und -preisverleihungen abgeräumt.
Ich tippe auf den irischen Beitrag New Boy über einen afrikanischen Immigrantensohn, der Probleme auf seiner neuen Schule hat. Dieser soll sowohl komödiantische als auch dramatische Elemente enthalten und ist, zusammen mit dem schweizer Beitrag Auf der Strecke, der einzige Kurzfilm, der dieses Jahr eine Oscarkampagne erhielt. Das muss doch irgendwas wiegen.

Bester animierter Kurzfilm: Eine weitere Kategorie, in der ich gern alle Beiträge kennen würde, doch so lange die Acadamy nicht über ihren Schatten springt und einen offiziellen Youtube-Kanal öffnet, muss ich mit beschränktem Wissen an diese Kategorie gehen. Ich kenne nur zwei der Nominierten, doch beide gehören zu den wahrscheinlichsten Gewinnern:
Der populärste Film in dieser Kategorie ist ganz klar Presto, der zudem hervorragende Kritiken erhielt. Ein guter Ruf und ein hoher Bekanntheitsgrad können nie schaden und bei der Abstimmung das rettende Zünglein an der Waage sein. Die meisten Preise erhielt bislang aber This Way Up über zwei Bestatter, deren Leichenwagen zerstört wurde und nun verzweifelt versuchen mit dem zu transportierenden Sarg zu einer Beerdigung zu kommen.
Presto ist der besser, flüssiger animierte Film von diesen beiden und könnte vielleicht auch davon profitieren, dass seit For The Birds (dem Monster AG-Vorfilm) kein Pixarkurzfilm mehr gewonnen hat. Möglicherweise genügt das, um einige der Oscar-Wähler weich zu machen. Zusammen mit der dieses Jahr (hoffentlich) überquellenden Pixar-Liebe könnte das für Presto den Ausschlag geben.
Beste Kurzdokumentation: Dieses Rennen entscheidet sich wohl zwischen The Conscience of Nhem En und The Witness From the Balcony of Room 306. Erster behandelt einen Soldaten, der in seiner Jugend als Gefängnisfotograf dafür zuständig war Gefangene kurz vor ihrer Exekution durch die Roten Khmer zu fotografieren, der zweite Film handelt von einem Reverend, der von seinem Hotelzimmer aus die letzten Lebensmomente und die Ermordung von Dr. Martin Luther King jr. mitbekam. The Conscience of Nhem En stammt von Dokumentarfilmer Steven Okazaki, der bereits zum vierten Mal für einen Dokumentarfilm nominiert wurde (und bereits einmal gewann). Ich tippe dennoch (oder gerade deshalb?) auf The Witness From the Balcony of Room 306.

Bester Dokumentarfilm: Keine Frage: Der von den Kritikern umjubelte und mit Preisen überhäufte Man on Wire - Der Drahtseilakt über den Franzosen Philippe Petit, der am 7. August 1974 auf einem Drahtseil zwischen den Zwillingstürmen des World Trade Centers balancierte wird sich diesen Oscar schnappen können.
Bester fremdsprachiger Film: Während WALL•E seiner verdienten Nominierung in der Kategorie Bester Film beraubt wurde und somit nicht den noch mehr verdienten Sieg feiern kann, wird Waltz with Bashir als erster animierter Film in dieser Kategorie ausgezeichnet. Wenigstens auf diesen Weg wird das Medium des Animationsfilms endlich mit etwas mehr Anerkennung versehen.


Bestes Make Up: Die Wahl fällt zwischen fantastisch (Hellboy II), düster-realistisch (The Dark Knight) und leicht träumerisch realistisch (Benjamin Button). Da Hellboy II eine Fortsetzung ist, der Vorgänger gar nicht nominiert wurde und viele der aufwändigen Charaktere bereits im ersten Teil zu sehen waren, bezweifle ich, dass er gewinnen wird. Somit entscheidet es sich wohl zwischen The Dark Knight (welcher im Grunde wohl allein für den Joker nominiert wurde) und Benjamin Button. Letzterer hatte streckenweise aber viel CG-Unterstützung, allerdings ist das Alters-Make-Up an Cate Blanchett und das weniger effektreiche, aber effektiv eingesetzte Make Up für den äußerlich Ende 60 bis ca. Anfang 50 Jahre alten Benjamin Button wahrlich erstaunlich. Ich tippe aufgrund des Sieges in der Make Up-Kategorie bei den BAFTAs auf Der seltsame Fall des Benjamin Button.

Beste Kostüme: Ganz klar Die Herzogin, der typischste "Kostümfilm" dieses Jahres.

Bestes Szenenbild: Mit Blick auf bisherige Preisverleihungen sind in dieser Kategorie Benjamin Button und The Dark Knight die Favoriten. So großartig The Dark Knight auch sein mag, und so wichtig das Szenenbild für die Atmosphäre des Films sein mag, so ist Benjamin Button hier klar der künstlerischere. Die Gratwanderung zwischen poetisch verschnörkelt und realistisch prägt sich zudem stärker ein, weshalb Button in dieser Kategorie mein Favorit ist. Und ich denke, dass die Acadamy ähnlich fühlt.

Beste Effekte: Iron Man ist zu knallig, bei Benjamin Button sind die Effekte zu subtil und gehen in die Kategorien Make Up oder auch Schnitt und Kameraarbeit ineinanderüber, The Dark Knight hat bombastische, dramatische Effekte und das sogar zum großteil praktisch und ohne Computerhilfe. Das sollte den Sieg bedeuten.

Beste Kamera: Die Favoriten sind Der Vorleser, Slumdog Millionär und The Dark Knight. Deakins, der bereits achtmal für einen Oscar nominiert wurde wird seinen wohl verdienten Oscar hoffentlich für einen spektakuläreren, eher seinem Stil entsprechenden Film als Der Vorleser bekommen, womit der große Oscar-Favorit und der große Publikumsliebling übrig bleiben. Während der Kameramann von Slumdog (Anthony Dod) nun erstmalig nominiert wurde, ist dies die dritte Nominierung für Wally Pfister, der zuvor schon für Batman Begins und Prestige nominiert wurde. Da Pfister schon dort zu den großen Favoriten gehörte, und er in The Dark Knight zudem mit dem IMAX-Format arbeitete und somit die Kameraarbeit für narrative Langfilme erneuerte tippe ich darauf, dass er gewinnen wird. Es war eine kleine technische Revolution, und die wird hoffentlich entlohnt.
(Anmerkung: Je mehr Wallys einen Oscar gewinnen, desto besser. ;-) )

Bester Schnitt: Slumdog Millionär gewann fast alle Oscarindikatoren für den besten Schnitt und unterlag lediglich bei den Satellite Awards und zwar gegen den (bei den Oscars nichtmal für den Schnitt nominierten) Iron Man. Deshalb sollte der Danny-Boyle-Film ein sicherer Kandidat sein.
Bester Ton: Die meisten Nominierungen für Tonschnitt erhielten bei anderen Preisverleihungen WALL•E, The Dark Knight und Slumdog Millionär. Mein Favorit wäre natürlich WALL•E, jedoch ist es bislang keinem Animationsfilm gelungen in dieser Kategorie einen Preis einzuheimsen (im Gegensatz zum Tonschnitt, wo Die Unglaublichen einen Sieg davontrugen). Die gesamte Tonabmischung von The Dark Knight könnte der Acadamy etwas zu aggressiv rüberkommen, weshalb Slumdog Millionär zum klaren Favoriten avanciert. Jedoch gewann ein unscheinbarer Film namens Hello, Dolly in dieser Kategorie seinerzeit einen seiner drei Oscars. Wenn das Mal kein Wink des Schicksals ist. WALL•E wird gewinnen.

Bester Tonschnitt: Während in der Kategorie "Bester Ton" das Endergebnis prämiert wird, werden hier die einzelnen Elemente begutachtet, also auch die Herstellung der einzelnen Soundeffekte. Somit stehen in dieser Kategorie die Chancen für WALL•E gleich um einiges besser, zumal hier bereits die "Furcht" vor Animationsfilmen abgebaut sein sollte. Des Weiteren erhielt Sounddesigner Ben Burtt sämtliche seiner bisherigen Oscars für den Tonschnitt bzw. das Sounddesign, während er in der anderen Tonkategorie zwar nominiert, aber noch nicht ausgezeichnet wurde.
Im Zweifelsfall gewinnt dann doch Slumdog Millionär, auch wenn's schade wäre. Ein Film, der zu so weiten Teilen nur durch Töne erzählt wird, sollte entlohnt werden.

Beste Musik: Die großen diesjährigen Gewinner bei den Filmmusikpreisen sind Slumdog Millionär, WALL•E, The Dark Knight (nicht Oscar-nominiert) und Der seltsame Fall des Benjamin Button, welcher ein paar Kritikerpreise gewann. Für die Oscars, die in dieser Kategorie ausnahmsweise nicht für den ruhigsten Kandidaten ausfallen, halte ich den Score von Alexandre Desplat allerdings zu ruhig. Somit wird es sich wohl zwischen WALL•E und Slumdog Millionär entscheiden. Für WALL•E spricht Thomas Newmans bisherige Oscar-Statistik (er ist mittlerweile zehnfach nominiert), was langsam einen Entschuldigungsoscar herbeiruft, für Slumdog Millionär spricht der Sieg bei den Golden Globes und den BAFTAs sowie die generelle Beliebtheit des Films in der Acadamy. Mein Tipp lautet, dass Slumdog Millionär in dieser Kategorie die Nase leicht vorne haben wird.

Bester Song: Dafür wird sich WALL•E hier das Gold holen. In weiten Teilen ähnelt sich diese Kategorie mit der für die beste Musik. Die Favoriten bei anderen Verleihungen sind Bruce Springsteens The Wrestler (nicht nominiert) und halt Down To Earth aus WALL•E und Jai Ho aus Slumdog Millionär. Jai Ho tritt jedoch gegen einen Song aus den eigenen Reihen an, O Saya. Zwar ist er nicht auf der Fox-Searchlight-CD für Oscarjuroren zu hören, womit sich das Studio erhofft einer Teilung der Stimmen zu entgehen, jedoch ließ das Studio den Song auch vor Bekanntgabe der Nominierungen aus der Kampagne heraus. O Saya scheint also einen hartknäckigen Fanblock zu haben, der sich nicht für Jai Ho umstimmen lässt. Ob dieser wiederum ohne die O Saya-Fans genug Stimmen für einen Sieg erhält bleibt zu bezweifeln. Bei den Globes und den Grammys war Slumdog Millionär schließlich überhaupt nicht nominiert.
Außerdem kann man Thomas Newman, der an der Musik zum Song beteiligt war, über diesen Weg noch immer den Mitleidsoscar geben.

Bester Animationsfilm: WALL•E. Oder Hollywood wird in Flammen aufgehen!

Bestes Original-Drehbuch: Auf Gold Derby wird diese Kategorie hervorragend zusammengefasst: Es entscheidet sich zwischen dem einzigen Bester Film-Nominierten in dieser Kategorie (Milk) und WALL•E. Für WALL•E spricht, dass er jede Menge Hype für sich vereinnehmen konnte und dass die Juroren, die wissen wie schwer es ist ein gutes Drehbuch zu schreiben welches auf Dialoge verzichtet, die Leistung von Andrew Stanton garantiert sehr zu schätzen wissen. Allerdings kämpft WALL•E zugleich gegen das in die entgegengesetzte Richtung schlagende Vorurteil ("Welches Drehbuch? Was soll da schon drin stehen, wenn kein Dialog vorkommt?") und mit den üblichen Vorurteilen gegenüber Animationsfilmen. Dennoch glaube ich, dass WALL•E diesen Fluch endlich brechen und erstmals ein Animationsfilm für sein Drehbuch ausgezeichnet wird.

Bestes adaptiertes Drehbuch: Slumdog Millionär gewann bei den Globes, den BAFTAs und den Preis der Autorengewerkschaft. Sollte er gerade bei den Oscars verlieren, wäre es eine riesige Überraschung.

Beste Nebendarstellerin: Penelope Cruz (Vicky Christina Barcelona) ist schon länger für einen Oscar fällig und hat für diese Rolle bereits viel Ruhm erhalten. Sichere Wette.

Bester Nebendarsteller: Heath Ledger (The Dark Knight). Oder sonst bekommt die Acadamy vorgeführt, woher der Joker diese Narben wirklich hat.

Bester Hauptdarsteller: Wird wohl ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Sean Penn (Milk) und Mickey Rourke (The Wrestler). Wenn letzterer gewinnt hätte es aber einen Oscar typischen "später Ruhm für zwischenzeitlich kaputten Typen"-Touch. Und deshalb wird er gewinnen.

Beste Hauptdarstellerin: Alle Nominierten erhielten bereits mehrere Preise (sowohl für diese Rollen, als auch früher in der Karriere), doch die meisten dieses Jahr gingen an Anne Hathaway, Meryl Streep und Kate Winslet. Hathaways Film Rachel Getting Married balanciert zwischen Komödie und Drama, was bei den Oscars eher ein Nachteil ist, allerdings erhielt er schon früh Oscar-Buzz ohne ihn später wieder einzubüßen. Winslet hat dieses Jahr einen Lauf, der vorerst in ihren zweifachen Globe-Gewinn gipfelte und Streep erhielt für ihre Rolle in Glaubensfrage noch mehr Lob als sie eh schon gewohnt sein sollte. Es könnte also jede dieser drei Damen sein.
Bei Winslet vermute ich allerdings, dass sie nicht auf ihren "Entschuldigungsoscar" hoffen kann - der Doppelsieg bei den Globes war bereits ein Trost. Ihr Oscarpech wird Kate Winslet, so vermute ich, erst bezwingen können, wenn sie (wieder) die Hauptrolle in einem klaren Oscarfavoriten hat. Der Vorleser hat dafür zu wenige Nominierungen und fällt auch in der Hauptkategorie nicht genug auf. Somit tippe ich auf Meryl Streep (Glaubensfrage), die große, alte Oscarfavoritin, die zum Abschluss ihres letzten Kinojahres einen Oscar erhält, nachdem sie mit Mamma Mia! bereits einen riesigen Publikumserfolg hatte.


Beste Regie und Bester Film:
Vor den Golden Globes wäre hier ein längerer Absatz von Nöten gewesen, um zwischen Danny Boyle / Slumdog Millionär und David Fincher / Der seltsame Fall des Benjamin Button abzuwägen, und wären die Oscars nicht zu sehr in ihre eigene Nische verliebt müsste ich hier noch Andrew Stanton / WALL•E, und Christopher Nolan / The Dark Knight berücksichtigen. Doch nun ist der Favorit eindeutig: Danny Boyle wird der beste Regisseur und Slumdog Millionär der beste Film.

Übersicht:

Mittwoch, 18. Februar 2009

Neuigkeiten der Vorwoche: Pixar-Mania

Endlich habe ich die wichtigsten und interessantsten Dinge nachgeholt, die ich letzte Woche verpasst habe. Und vor allem Pixar war letzte Woche überaus präsent im Internet. Ich frage mich, wo die armen Leutchen vom derzeit besten Animationsstudio Hollywoods die Zeit hernehmen, ihre Filme zu produzieren...
  • Produktionsdesigner Ralph Eggleston gab Animation Art Conversation ein sehr ausführliches Interview über das Aussehen von WALL•E und die Herangehensweise an das Design eines Animationsfilms. (Achtung, nur lesen, wenn man den Film gesehen hat!)
  • Andrew Stanton gab ein kurzes Interview über seine Reaktionen auf diese Award-Saison
  • Peter Gabriel weigert sich bei der Oscar-Verleihung eine 65-sekündige Version seines Songs Down To Earth zu singen. Bei der Verleihung sollte bloß ein Medley der drei nominierten Songs performt werden, statt wie sonst die kompletten Lieder über die Show zu verteilen. Diese Form des Protests soll der Musik bei der nächsten Oscarverleihung wieder ihren alten, gebührenden Platz zurückgeben.
  • WALL•E gewann als erster Animationsfilm der Geschichte den "Eddie", den offiziellen Preis der Filmcutter-Gewerkschaft. Er siegte bei der 59. Eddie-Verleihung in der Musical/Komödien-Kategorie. Für den besten Schnitt in einem Drama wurde Slumdog Millionär ausgezeichnet.
  • Zu guter letzt: Laut Jim Hill hat Brad Bird Ideen für eine Fortsetzung seines großartigen CG-Debüts Die Unglaublichen, allerdings möchte er zuerst 1906 verwirklichen, welcher laut Insidern das Zeug zu einem Titanic-ähnlichem Megahit hätte. Leider möchte das koproduzierende Studio Warner Bros. das Budget des Spielfilms von den ursprünglich geplanten 200 Millionen Dollar (aufwärts) runterschrauben. Hill hofft, dass sich Brad Bird gegen die Studiobosse durchsetzen könnte, würden sich einige berühmte Schauspieler dazu bereit erklären am Film mitzuwirken - die größere Starpower könnte ja mehr Zuschauer anlocken und das finanzielle Risiko mildern. Hoffentlich tritt dieser Fall ein und wir bekommen Birds Traumversion seines Epos zu sehen.
So, das war's also von den "verspäteten" Meldungen. Ab nun geht's wieder aktuell weiter. Danke für eure Geduld.

Samstag, 7. Februar 2009

Slumdog Millionär nimmt den 50:50-Joker und hätte gerne seine Oscar-Songs halbiert

Okay, wir loggen das jetzt ein...

Das Rennen um den Oscar für den besten Song verläuft, wie ihr sicherlich bereits wisst, dieses Jahr ein wenig anders als sonst. Zunächst betrat Disney die Bühne und bewarb vier Songs aus High School Musical 3: Senior Year als Topwahl für eine Nominierung, zuletzt verengte sich das Feld der potentiellen Oscargewinner auf drei statt der üblichen fünf Nominierungen.

Unter den Nominierten: Einmal Peter Gabriels Down to Earth aus Pixars WALL•E, zweimal Slumdog Millionär, nämlich mit der Schlussnummer Jai Ho und O Saya.
Damit reizt der Film von Danny Boyle das Oscarreglement völlig aus, welches seit dieser Saison bloß noch zwei Nominierungen pro Film erlaubt und nur Lieder vom Anfang des Films bis zum ersten Lied aus dem Abspann zulässt.
Zuvor gab es diese Begrenzung nicht, weshalb etwa Arielle, die Meerjungfrau, Die Schöne und das Biest und Der König der Löwen bis zu vier Songs ins Rennen brachten. Anders als diese Filme jedoch erwisen sich die letzten zwei großen Musicals bei den Oscars als erfolglos: Verwünscht und Dreamgirls erhielten, wohl aufgrund sich teilender Stimmen, trotz drei Nominierungen in der Songkategorie keinen Oscar.

Dies war nicht nur ausschlaggebend für die noch junge Regeländerung, sondern ist ganz klar auch der Grund dafür, dass Fox Searchlight auf den an die Oscar-Juroren verteilten CDs bloß den Score von Slumdog Millionär und das Lied Jai Ho vorstellt, nicht aber den zweiten nominierten Song.
Damit möchte Fox ganz klar die Abstimmung zu gunsten dieses Liedes steuern und so die Chancen auf einen Oscar erhöhen.

Einen ähnlichen Fall gab es, so Gold Derby, 2005. Bekanntermaßen gewann der Song It's Hard Out Here For a Pimp aus Hustle & Flow den Oscar für den besten Song. Dabei leistete Paramount diesem Lied keinerlei Oscar-Unterstützung, sondern drängte mit aller Kraft auf den Titelsong des Films.

Ob sich die Geschichte dieses Jahr wiederholt, Fox auf das richtige Pferd sitzt oder Peter Gabriel der lachende dritte sein wird erfahren wir am 22. Februar.

Siehe auch:

Freitag, 6. Februar 2009

Crank, Presto, Surrogates und die Oscar-Show: Die Kurzmeldungen

Jede Menge neue Bilder zu Crank 2 sind aufgetaucht. Und gute, gute, versprechen die einen chaotischen Non-Stop-Adrenalinstoß! (Moviegod.de)

io9 und /Film präsentieren das erste Teaserposter zum kommenden Sci-Fi-Film The Surrogates mit Bruce Willis. Der in Deutschland am 22.10 startende Film bekam übrigens eine ausführliche Fake-Webseite erstellt, die die fiktive Firma Virtual Self Industries beleuchtet. Sehr, sehr stylisch...

Coming Soon interviewte Doug Sweetland, den Regisseur des Pixar-Kurzfilms Presto. Im Interview spricht Sweetland u.a. darüber, dass der Kurzfilm ursprünglich von einem Zauberer handelte, der von seinem "Partner-Kaninchen" sitzen gelassen wurde, so dass er ein Kaninchen, das ein Fan von ihm ist, aufnimmt und in seine Show einbaut. Außerdem verrät er, dass der Cartoon erst einen Monat vor Kinostart fertig wurde und verrät ein paar Details über die Produktionszyklen bei Pixar.


Die kommende Oscar-Verleihung wird ein klein wenig anders, als die bisherigen: Laut Hollywood Reporter bat der Acadamy-Präsident Sid Ganis die Darsteller, sie sollen nicht den Kopf hängen lassen, weil ihre Kategorien neu präsentiert werden. Die Komponisten, Cutter und Kameramänner indes dürfen sich schon auf eine große Überraschung freuen. Während die Laudatoren dieses Jahr geheim bleiben, wurde bereits bekannt, dass Judd Apatow engagiert wurde, für die Oscars einen Kurzfilm zu drehen.

Und zu guter Letzt: Die BILD-Zeitung kann nicht zählen und behauptet, die x-te Neuveröffentlichung von Sein Leben, seine Milliarden wäre eine Premiere... (BildBlog)

Sonntag, 25. Januar 2009

Andrew Stanton spricht über die symbolhafte Bedeutung von EVE und die Ausgrenzung des Animationsfilms

Achtung! Dieser Beitrag enthält Spoiler über das grandiose Pixar-Meisterwerk WALL•E!

WALL•E und die Frau aller Frauen: EVE

WALL•E ist ein Film, dessen künstlerischen und intellektuellen Anspruch ich hier nicht oft genug loben kann. Wie Andrew Stanton es gelang in eine unschuldige, liebenswürdigen Romanze angebrachte Sozialkritik einzubauen und hinter der unglaublich unterhaltsamen Fassade dieser Sci-Fi-Geschichte einen Gedankenkomplex zu errichten, der selbst den engstirnigsten Kultrbanausen davon überzeugen müsste, dass Trickfilme und Filme mit niedriger Jugendfreigabe nicht automatisch Kinderfilme sind.

Bereits in meiner ausführlichen Rezension analysierte und interpretierte ich einige Sequenzen und Konstellationen in WALL•E und bezeichnete die im Film getätigte Darstellung der Beziehung zwischen WALL•E und EVE als die perfekte, reine Liebe und übergreifendes Bild für eine ideale Liebesbeziehung.

Durch sein lesenswertes Interview mit der Newsweek-Journalistin Sarah Ball goss Andrew Stanton weiteres Öl in das Feuer meiner brennenden Leidenschaft für seine vorzügliche Regie- und Autorenarbeit. Stanton erläutert im Interview welche Überlegungen er bei der Gestaltung von EVEs Charakter anstellte und deutet die Symbolfunktion der Roboterdame.

Auf die Frage danach, was EVE, die auf alles mögliche schießt, feminin mache, antwortete Stanton:

"Ich versuchte bloß emotional und vom Temperament her einzufangen, wie ich stets als das Wesen einer Mann-Frau-Beziehung gesehen habe. Zumindest aus meiner eigenen Erfahrung heraus -- und ich bin ein Nerd. Ich war stets geschockt und wartete immer darauf, dass das Gegenüber das Eis brechen würde, dass ein Mädchen mich jemals ansprechen würde, geschweige denn mich zu heiraten.
Sie [die Frauen] schienen für mich immer eine Kraft innezuhalten, und von meiner Mutter über meiner Frau bis hin zu meiner Tochter, jedesmal wenn ich wirklich versuche sie zu verstehen, und denke, dass ich sie [nun] festgenagelt habe, dann bezahle ich dafür. Dort ist einewechselhafte Seite, doch mysteriöserer Natur, an Frauen, die sie, wie ich finde, so attraktiv macht. Und ich glaube das ist es, was ich liebe: Kerle scheinen nie zu wissen, wenn sie zu nahe kommen und eine Grenze überschreiten, und dann kommt das Temperament zum Vorschein.
Das ist wirklich, wovon die Pistole [von EVE] handelt, davon dass WALL•E nicht weiß wo die Grenzen bei einer Frau sind.
Denn Männer wissen das genauso wenig. Männer stolpern einfach darüber und finden es durch eigene Erfahrungen heraus. Und entweder überleben sie es, oder sie tun es nicht.
Es war tatsächlich eine Metapher dafür."

Weiter erklärt Stanton, dass EVEs hochtechnisiertes Design und das Verdecken ihrer Mechanik sie geheimnisvoll und hübsch machen sollte. Nicht unbedingt auf die selbe Weise, wie ein Mensch jemanden sieht, sie solle viel mehr für einen Roboter hübsch sein. Und dass EVE schwebt und sauber bleibt, während WALL•E sich auf dem Boden bewegt und schmutzig wird, seien recht konventionelle Bilder für die verschiedenen Geschlechter, die auf der obersten Ebene des Films funktionieren sollen (wohl im Gegensatz zu den etwas tiefgründigeren Gedanken, wie etwa die hinter der Laserkanone EVEs und ihrem Design).

Stanton spricht im Interview auch darüber dass viele Leute Animationsfilme noch immer als etwas anderes, spezielleres sehen und er sich wünscht, dass das Publikum eines Tages die Frage nach dem medium mit "Es ist mir egal" beantwortet.

Da kann ich ihm beipflichten: Spielfilme und Animationsfilme (egal welcher Art) sind einfach zwei verschiedene Herangehensweisen, sie sind anders, aber nicht verschiedener Wertung. Egal ob mit Darstellern, am Computer animiert oder per Hand gezeichnet, oder mit der Stop-Motion-Technik: Der Künstler soll das Medium wählen, das er am besten beherrscht oder für das Material am angebrachtesten findet.

Ein wenig taut das Publikum ja mittlerweile auf. Durch die guten Pixarfilme und die immerhin unterhaltsamen Dreamworksfilme lernten einige, dass Trickfilm nicht gleich etwas für Kinder sein muss. Unterschieden wird dennoch, wie ich letztens wieder in einer Diskussion feststellte, als ich WALL•E und EVE als mein liebstes Filmpaar bezeichnete. Mein Gegenüber, der sich einige jüngere Animationsfilme mehrfach ansah und sie auch begeistert aufnahm, war trotz seines Verständnisses des Trickfilms als "Erwachsenenmedium" ziemlich erstaunt und sah das ganze freakig an. Das beste und romantischste Paar ist doch nicht etwas animiertes, also, da müsse man doch schon was mit richtigen leuten wählen.

Dabei sprach ich ja nicht vom "hübschsten" oder "geilsten" Paar, sondern vom romantischsten und besten Filmpaar. Entscheidend dafür ist doch die Geschichte und wie sie umgesetzt wurde. Ob nun mit Darstellern oder animiert, und ob es nun Menschen, Tiere, Roboter oder abstarkte Kleckse sind, spielt doch keine Rolle. Man kann bestimmt manche Paare besser oder romantischer finden als WALL•E und EVE, wenn man denn unbedingt möchte, aber da erbitte ich mir eine romantischere Geschichte, die überzeugender vermittelt wird. Und kein Argument über die Produktion des Films.

Bis Stantons Wunsch sich erfüllt, ist es also leider noch etwas hin, einige Vorurteile sind aber schonmal erledigt.

Das komplette Interview mit weiteren Aussagen über die Unterscheidung zwischen Real- und Animationsfilm findet ihr hier. Dort spricht Stanton auch nochmal über Filmpreise und den Oscar (das Interview fand jedoch vor Bekanntgabe der Nominierungen statt). Außerdem verneint Stanton erneut eine Findet Nemo-Fortsetzung.
Er sei nicht gegen Fortsetzungen an sich, nur eignen sich nicht viele Geschichten dazu.
"
Ich habe zudem diesen künstlerischen Stolz. Ich möchte nicht, dass mein Enkel zu mir kommt: 'Opa, hast du Nemo 1 oder 2 gemacht?' Das würde mich umbringen."

Weitere lesenswerte Artikel:

Samstag, 24. Januar 2009

Jonathan Nolans Reaktion auf die Oscar-Nominierungen

Jonathan Nolan, Co-Autor von Prestige und The Dark Knight und Bruder von Christopher Nolan, veröffentlichte auf The Dark Campaign seine Reaktion auf das Fanengagement für eine Oscar-Nominierung von The Dark Knight in der Kategorie "Bester Film" und die Entscheidung der Acadamy. Er bedankt sich für die Mühe der Fans und schreibt weiter:

"Ich war, genauso wie ihr, enttäuscht, dass Chris keine Anerkennung [bei den Oscar-Nominierungen] bekam, dass aber Heath und so viele Leute, die hart an dem Film gearbeitet haben nominiert wurden ist aufregend.

Jede Nominierung für einen Comic-Film ist eine wunderschöne Sache, egal wie man es dreht und wendet, und das nimmt dem ganzen ein wenig seinen Schmerz. Abgesehen davon, ich war bereits bei der großen Show [der Oscar-Verleihung], und wie viele dieserlei Dinge ist es ein wenig enttäuschend. Wusstet ihr, dass es nichtmal eine Bar geöffnet ist, wenn die Show erstmal anfängt?
[...]
Der beste Teil an dieser ganzen Erfahrung ist es zu sehen, dass andere Leute ebenso passioniert an den Film herangehen wie wir es taten. Es war eine wirklich unglaubliche Erfahrung. Also vielen Dank nochmal."

[gefunden via /Film]

Jonathan Nolan wurde zusammen mit seinem Bruder Christopher für das Drehbuch von Memento für einen Oscar nominiert. Er ist auch der Verfasser der Grundlage zu diesem Film, der Kurzgeschichte Memento Mori und schrieb das Drehbuch zu Terminator: Die Erlösung.

Freitag, 23. Januar 2009

...und darum gibt es nur drei Nominierte in der Kategorie "Bester Song"


Also, WALL•E hat keine Probleme mit der Song-Kategorie

Als gestern die Oscar-Nominierungen bekannt wurden, musste ich mich erstmal abregen, da The Dark Knight und WALL•E ganz geflissentlich aus dem Rennen um den besten Film rausgelassen wurden.

Nachdem ich vor meinem geistigen Auge den Mitgliedern der Acadamy of Motion Picture Arts & Sciences (kurz AMPAS) die Leviten las, wunderte ich mich aber noch über ganz andere Dinge in der Nominiertenliste: Nur 3 Lieder wurden für den besten Song nominiert, nämlich Down to Earth von Peter Gabriel (aus WALL•E) und Jai Ho sowie O Saya aus Slumdog Millionaire.

Zunächst hatte ich ja keinerlei Erklärung für dieses kleine Wunder, das uns zu letzt bei den 61. Acadamy Awards (1989 an die Filme des Jahres 1988 verliehen) unterkam.
Wieso nur drei Songs, wenn fünf Nomminierungen Standard sind und auch dieses Jahr - wie sonst eigentlich auch immer - regelkonform sind?

Ich vermutete zunächst, dass aus den 49 Songs, die für den Oscar qualifiziert waren, die aus Slumdog Millionaire bei den Nominierungen der einzelnen Jurymitglieder solch einen Erdrutschsieg feierten, dass nur noch ein paar Stimmen für WALL•E übrig blieben. Dass es nicht ganz so gewesen sein konnte, war zwar klar, aber es war mein einziger Ansatz.

Die richtige Lösung liegt derweil, wie ich heute lernte, im Oscar-Reglement, genauer gesagt bei Regel 16, Punkt IV C:

Die Stimmberechtigten, also alle Mitglieder der Musikabteilung, die an keinenem Song im Wettbewerb beteiligt sind, bekommen Clips aus den Filmen mit den qualifizierten Liedern vorgeführt, außerdem werden DVDs mit diesem Material verschickt.
Die Stimmberechtigten geben den Liedern Punkte von 10 (Maximum) bis 6 (Minimum), wobei es in Halbschritten von 10 bis 6 runtergeht. Nominiert werden alle Filme, die mindestens einen Punktedurchschnitt von 8,25 haben. Maximum für die Nominierungen sind 5 Lieder (bei mehr mit dem Punktedurchschnitt müssen halt die schwächsten gehen), Minimum sind 3 (sonst gibt es in diesem Jahr keinenr egulären Song-Oscar).

Außerdem würde es nur 3 Nominierungen geben, wären nur 25 Lieder qualifiziert (war dieses Jahr nicht der Fall) und bei weniger als 9 Nominierungen... Tja, wieder nix mit dem Song-Oscar.

Demnach haben nur Jai Ho, Down to Earth und O Saya der Acadamy gut genug gefallen. So unterschiedlich können die Geschmäcker sein, wo die Slumdog Songs nichtmal nominiert waren und der Gewinner "The Wrestler" von Bruece Springsteen hieß.

Mehr dazu:

Donnerstag, 22. Januar 2009

Aktualisiert! The Same Procedure As Every Year: Die 81. Oscars-Nominierungen

Und was bekommt WALL•E? Eine Kakerlake statt Oscar für den besten Film

Am 22. Februar werden zum 81. Mal die Acadamy Awards verliehen, und heute wurden sie bekannt gegeben, die Stars und Sternchen, die Legenden und die Techniker, die eh kaum jemand kennt und vor allem auch die Filme, um die es sich an diesem Abend drehen wird. Die Nominierten!

Punkt 14.30 Uhr unserer Zeit verlasen der Präsident der Acadamy, Sid Ganis, und Forest Whitaker die Nominuerungen in den wichtigsten (bzw. berühmtesten) Kategorien. Naja, nicht wirklich um 14.30 Uhr, da fing erst der Soundcheck an, mit dem Hinweis, dass die Journalisten gefilmt werden und deshalb bitte nicht einschlafen sollten.

Aber wen interessiert das schon? Das einzige, was wirklich zählt ist doch, ob die Acadamy über ihren Schatten sprang und WALL•E und The Dark Knight für den besten Film nominiert wurden, oder nicht. Mit Slumdog Millionair und Der seltsame Fall des Benjamin Button hätte man ja immer noch zwei typischere und ebenfalls sehr gute Filme im Rennen (ich gehe davon aus, dass die Filme ihre Lorbeeren verdient hatten, im Kino werde ich mich dann ja noch selbst davon überzeugen können).

Und, wie ihr sicherlich schon an der Überschrift vermutet habt: Keine positiven Überraschungen in der Hauptkategorie. WALL•E wurde zwar für's Drehbuch, aber nicht für den besten Film nominiert (das schaffte dafür Der Vorleser), und The Dark Knight konnte in den "großen" Kategorien nur eine Nominierung für Heath Ledger mit nach Hause nehmen.
Größte Überraschung könnte die Nominierung von Bolt in der Kategorie des besten Animationsfilms sein. Waltz With Bashir wurde dafür als fremdsprachiger Film nominiert.

So viel dazu. Die Acadamy verschloss sich den von den Kritikern meist geliebten Filmen des Jahres...
Und nun gibt es für euch ohne weitere Umschweife die komplette Liste der Nominierten inklusive Vergleich mit meiner Prognose:

Bester Film:

  • Der seltsame Fall des Benjamin Button (Paramount und Warner Bros.), A Kennedy/Marshall Production, Kathleen Kennedy, Frank Marshall und Ceán Chaffin,
  • Frost/Nixon (Universal), A Universal Pictures, Imagine Entertainment und Working Title Production,Brian Grazer, Ron Howard und Eric Fellner
  • Milk (Focus Features), A Groundswell and Jinks/Cohen Company Production, Dan Jinks und Bruce Cohen
  • The Reader (The Weinstein Company), A Mirage Enterprises und Neunte Babelsberg Film GmbH Production
  • Slumdog Millionaire (Fox Searchlight), A Celador Films Production,Christian Colson
Prognosenerfolg: 3/5
Kommentar: Schlichtweg ein Frevel. Das sage ich nicht nur, weil meine persönlichen Favoriten ausgelassen wurden, sondern weil dies ein Beweis für die Unfähigkeit der Acadamy ist. Sie wählt schon seit Jahren nicht mehr die besten Filme des Jahres, sondern die besten Filme einer bestimmten Nische. Dass die Acadamy keine dummen, aber beim Publikum beliebten und witzigen Kömodien nominiert ist ja noch verständlich, dass aber zwei anspruchsvolle, künstlerisch durchdachte und innerhalb ihres Genres (Comicadaption The Dark Knight) beziehungsweise Medium (Animationsfilm WALL•E) wegweisende Filme übergangen werden kann nicht angehen. Sie sind die bei den Kritikern beliebtesten Filme des Jahres und mehrfache Preisträger. Nur die Acadamy versteift sich wieder und zieht lieber mit The Reader ein klassisches Drama vor, das niemandem weh tut. Es behandelt Liebe, Schuld und den Holocaust. So etwas hatten wir ja noch nie. Dass The Reader gerade nur 60% bei Rottentomatoes hat und auf Platz 32 (!) der Top 10-Hitlisten-Gesamtauswertung auf Movie City News spricht Bände über die beschränkte Sicht der Acadamy. The Reader ist sicher eines der fünf besten altbackenen Dramen des Jahres, aber keinesfalls würdig eine Oscarnominierung zu erhalten. Benjamin Button, Slumdog Millionaire, The Dark Knight und WALL•E bekamen allesamt herausragende Kritiken, die sie als Highlights der Dekade feierten... The Reader ist... okay... Das darf doch nicht wahr sein!

Bester Hauptdarsteller

  • Richard Jenkins in “The Visitor” (Overture Films)
  • Frank Langella in “Frost/Nixon” (Universal)
  • Sean Penn in “Milk” (Focus Features)
  • Brad Pitt in “Der seltsame Fall des Benjamin Button” (Paramount und Warner Bros.)
  • Mickey Rourke in “The Wrestler” (Fox Searchlight)
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Kein Grund zum meckern hier.

Bester Nebendarsteller

  • Josh Brolin in “Milk” (Focus Features)
  • Robert Downey Jr. in “Tropic Thunder” (DreamWorks, Vertrieben von DreamWorks/Paramount)
  • Philip Seymour Hoffman in “Glaubensfrage” (Miramax)
  • Heath Ledger in “The Dark Knight” (Warner Bros.)
  • Michael Shannon in “Zeiten des Aufruhrs” (DreamWorks, Vertrieben von Paramount Vantage)
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Vor einem Jahr hätte es uns noch überrascht, nun war es ein sicherer Tipp: Downey jr. wird für seine Rolle als der Typ, der einen Typen spielt, der sich für einen anderen typen ausgibt nominiert. Gewinner wird Ledger, womit wir das wohl einzige Novum dieser Verleihung haben. Bislang gewann kein Darsteller einen Oscar, der schon vor Starttermin des nominierten Filmes gestorben war.

Beste Hauptdarstellerin

  • Anne Hathaway in “Rachel Getting Married” (Sony Pictures Classics)
  • Angelina Jolie in “Der fremde Sohn” (Universal)
  • Melissa Leo in “Frozen River” (Sony Pictures Classics)
  • Meryl Streep in “Glaubensfrage” (Miramax)
  • Kate Winslet in “The Reader” (The Weinstein Company)
Prognosenerfolg: 2/5 (3/5 wenn man "Kate Winslet wird nominiert" gelten lässt, ich tippte bloß auf den falschen Film)
Kommentar: Kann ich gerade nicht viel zu sagen. Passt schon.

Beste Nebendarstellerin

  • Amy Adams in “Glaubensfrage” (Miramax)
  • Penélope Cruz in “Vicky Cristina Barcelona” (The Weinstein Company)
  • Viola Davis in “Glaubensfrage” (Miramax)
  • Taraji P. Henson in “Der seltsame Fall des Benjamin Button” (Paramount und Warner Bros.)
  • Marisa Tomei in “The Wrestler” (Fox Searchlight)
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Hier bin ich froh, dass ich daneben lag. Ohne Benjamin Button gesehen zu haben (kommt aber noch), kann ich schon jetzt sagen, dass mir Henson lieber ist, als Kate Winslet für Der Vorleser (oder The Reader, mir doch egal *g*). Anmerkung: Die Acadamy ignorierte die "For Your Consideration"-Anzeigen und die Globes, wo Winslet für den Vorleser als Nebendarstellerin eingeschätzt wurde.

Beste Regie:

  • Der seltsame Fall des Benjamin Button (Paramount und Warner Bros.), David Fincher
  • Frost/Nixon (Universal), Ron Howard
  • Milk (Focus Features), Gus Van Sant
  • The Reader (The Weinstein Company), Stephen Daldry
  • Slumdog Millionaire (Fox Searchlight), Danny Boyle
Prognosenerfolg: 3/5
Kommentar: Wenn Christopher Nolan je eine Oscarnominierung haben will, sollte er als nächstes ein tiefsinniges, aber leicht verständliches, chronologisch ablaufendes Drama über eine real existierende Person drehen. Oder etwas mit Nazis. Für The Dark Knight nicht nominiert zu werden ist wirklich unverständlich.

Bestes adaptiertes Drehbuch

  • Der seltsame Fall des Benjamin Button (Paramount and Warner Bros.), Drehbuch: Eric Roth, Story: Eric Roth and Robin Swicord
  • Glaubensfrage (Miramax), John Patrick Shanley
  • Frost/Nixon (Universal), Peter Morgan
  • The Reader (The Weinstein Company), David Hare
  • Slumdog Millionaire (Fox Searchlight), Simon Beaufoy
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Ich wiederhole mich: Nolan. The Dark Knight. Nicht nominiert? Wo bin ich?

Bestes Original Drehbuch

  • Frozen River (Sony Pictures Classics), Courtney Hunt
  • Happy-Go-Lucky (Miramax), Mike Leigh
  • Brügge sehen... und sterben? (Focus Features), Martin McDonagh
  • Milk (Focus Features), Dustin Lance Black
  • WALL-E (Walt Disney), Drehbuch: Andrew Stanton & Jim Reardon, Story: Andrew Stanton & Pete Docter
Prognosenerfolg: 3/5
Kommentar: Zwar nicht ganz wie vorhergesagt, aber dennoch "komödienlastig".

Bester Animationsfilm

  • Bolt (Walt Disney), Chris Williams und Byron Howard
  • Kung Fu Panda (DreamWorks Animation, Vertrieben von Paramount), John Stevenson und Mark Osborne
  • WALL-E (Walt Disney), Andrew Stanton
Prognosenerfolg: 2/3
Kommentar: Ja, passt. So lange WALL•E gewinnt, bin ich hiermit zufrieden. Die Bolt-Nominierung überrascht ein klein wenig, ist jedoch völlig legitim.

Bestes Szenenbild

  • Der fremde Sohn (Universal), Art Direction: James J. Murakami, Set Decoration: Gary Fettis
  • Der seltsame Fall des Benjamin Button (Paramount und Warner Bros.), Art Direction: Donald Graham Burt, Set Decoration: Victor J. Zolfo
  • The Dark Knight (Warner Bros.), Art Direction: Nathan Crowley, Set Decoration: Peter Lando
  • Die Herzogin (Paramount Vantage, Pathé und BBC Films), Art Direction: Michael Carlin, Set Decoration: Rebecca Alleway
  • Zeiten des Aufruhrs (DreamWorks, Vertrieben von Paramount Vantage), Art Direction: Kristi Zea, Set Decoration: Debra Schutt
Prognosenerfolg: 3/5
Kommentar: Kein Anlass zur Klage.

Beste Kamera

  • Der fremde Sohn (Universal), Tom Stern
  • Der seltsame Fall des Benjamin Button (Paramount und Warner Bros.), Claudio Miranda
  • The Dark Knight (Warner Bros.), Wally Pfister
  • The Reader (The Weinstein Company), Chris Menges und Roger Deakins
  • Slumdog Millionaire (Fox Searchlight), Anthony Dod Mantle
Prognosenerfolg: 3/5
Kommentar: Jetzt gebt Wally seinen Oscar!

Beste Kostüme

  • Australia (20th Century Fox), Catherine Martin
  • Der seltsame Fall des Benjamin Button (Paramount und Warner Bros.), Jacqueline West
  • Die Herzogin (Paramount Vantage, Pathé und BBC Films), Michael O’Connor
  • Milk (Focus Features), Danny Glicker
  • Zeiten des Aufruhrs (DreamWorks,Vertrieben von Paramount Vantage), Albert Wolsky

Prognosenerfolg: 2/5

Beste Dokumentation:

  • The Betrayal (Nerakhoon) (Cinema Guild), A Pandinlao Films Production, Ellen Kuras and Thavisouk Phrasavath
  • Encounters at the End of the World (THINKFilm and Image Entertainment), A Creative Differences Production, Werner Herzog and Henry Kaiser
  • The Garden A Black Valley Films Production, Scott Hamilton Kennedy
  • Man on Wire (Magnolia Pictures), A Wall to Wall Production, James Marsh and Simon Chinn
  • Trouble the Water (Zeitgeist Films), An Elsewhere Films Production, Tia Lessin and Carl Deal

Beste Kurzdokumentation

  • The Conscience of Nhem En” A Farallon Films Production, Steven Okazaki
  • The Final Inch” A Vermilion Films Production, Irene Taylor Brodsky and Tom Grant
  • Smile Pinki” A Principe Production, Megan Mylan
  • The Witness - From the Balcony of Room 306 A Rock Paper Scissors Production, Adam Pertofsky and Margaret Hyde

Bester Schnitt:

  • Der seltsame Fall des Benjamin Button (Paramount und Warner Bros.), Kirk Baxter und Angus Wall
  • The Dark Knight (Warner Bros.), Lee Smith
  • Frost/Nixon (Universal), Mike Hill und Dan Hanley
  • Milk (Focus Features), Elliot Graham
  • Slumdog Millionaire (Fox Searchlight), Chris Dickens
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Hier meckere ich nicht über die Auslassung von WALL•E, da es ein noch größeres Wunder gewesen wäre, hätte er hier seine Nominierung bekommen, als in der Film-Kategorie.

Bester fremdsprachiger Film

  • Der Baader Meinhof Komplex A Constantin Film Production, Deutschland
  • Die Klasse (Sony Pictures Classics), A Haut et Court Production, Frankreich
  • Departures (Regent Releasing), A Departures Film Partners Production, Japan
  • Revanche (Janus Films), A Prisma Film/Fernseh Production, Österreich
  • Waltz with Bashir (Sony Pictures Classics), A Bridgit Folman Film Gang Production, Israel
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Da habe ich wohl unsere südlichen Nachbarn unterschätzt.

Bestes Make Up

  • Der seltsame Fall des Benjamin Button (Paramount und Warner Bros.), Greg Cannom
  • The Dark Knight (Warner Bros.), John Caglione, Jr. und Conor O’Sullivan
  • Hellboy II: Die goldene Armee (Universal), Mike Elizalde und Thom Floutz
Prognosenerfolg: 2/3
Kommentar: Ausgerechnet dieses Jahr endet die Komödienbessesenheit der Acadamy in der Make-Up-Kategorie. Dabei hätte ich es Tropic Thunder gegönnt. Hellboy II hat es aber auch verdient.

Beste Musik:

  • Der seltsame Fall des Benjamin Button (Paramount und Warner Bros.),Alexandre Desplat
  • Defiance (Paramount Vantage), James Newton Howard
  • Milk (Focus Features), Danny Elfman
  • Slumdog Millionaire (Fox Searchlight), A.R. Rahman
  • WALL-E (Walt Disney), Thomas Newman
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: The Dark Knight wurde zu unrecht übergangen, nach den Qualifikationsunklarheiten ist es allerdings nicht sooo überraschend.

Bester Song:

  • Down to Earth aus WALL-E (Walt Disney), Musik: Peter Gabriel und Thomas Newman, Text: Peter Gabriel
  • Jai Ho aus Slumdog Millionaire (Fox Searchlight), Musik: A.R. Rahman, Text: Gulzar
  • O Saya aus Slumdog Millionaire (Fox Searchlight), A.R. Rahman und Maya Arulpragasam
Prognosenerfolg: Also, wer vorausgesagt hat, dass dieses Jahr nur drei Lieder nominiert werden, der hat sein Preisgeld aber auch verdient, erst Recht wenn er auf die richtigen Lieder getippt hat. (Ich zähle es Mal als 2/5 und nicht als 2/3, weil ich ja zwei Songs mehr hatte...)

Kommentar: Dass in der Kategorie Bester Song tatsächlich nur drei Lieder nominiert wurden, obwohl bis zu fünf Nominierungen dem Reglement entsprechen würden, gehört wohl zu den Überraschungen des Jahres. Wow, wenigstens in der Kategorie ist die Acadamy einig, anders kann ich mir das nicht erklären. Da O Saya nichtmal eine Unterstützung in Form einer Kampagne bekam, ist wohl offensichtlich, welcher Film hier die anderen ausstach...

Bester animierter Kurzfilm

  • La Maison en Petits Cubes A Robot Communications Production, Kunio Kato
  • Lavatory - Lovestory A Melnitsa Animation Studio and CTB Film Company Production, Konstantin Bronzit
  • Oktapodi (Talantis Films) A Gobelins, L’école de l’image Production, Emud Mokhberi and Thierry Marchand
  • Presto (Walt Disney) A Pixar Animation Studios Production, Doug Sweetland
  • This Way Up, A Nexus Production, Alan Smith and Adam Foulkes
Kommentar: Presto! Presto!

Bester Kurzfilm

  • Auf der Strecke (Hamburg Shortfilmagency), An Academy of Media Arts Cologne Production, Reto Caffi
  • Manon on the Asphalt (La Luna Productions), A La Luna Production, Elizabeth Marre and Olivier Pont
  • New Boy (Network Ireland Television), A Zanzibar Films Production, Steph Green and Tamara Anghie
  • The Pig An M & M Production, Tivi Magnusson and Dorte Høgh
  • Spielzeugland; A Mephisto Film Production, Jochen Alexander Freydank
Kommentar: Zählt mal mit, wie oft in den Medien über "das RAF-Drama von Bernd Eichinger" gesprochen wird, und wie oft jemand die zwei deutschsprachigen Kurzfilme erwähnt...

Bester Tonschnitt:

  • The Dark Knight (Warner Bros.), Richard King
  • Iron Man (Paramount und Marvel Entertainment), Frank Eulner und Christopher Boyes
  • Slumdog Millionaire (Fox Searchlight), Tom Sayers
  • WALL-E (Walt Disney), Ben Burtt und Matthew Wood
  • Wanted (Universal),Wylie Stateman
Prognosenerfolg: 4/5

Bester Ton:

  • Der seltsame Fall des Benjamin Button (Paramount and Warner Bros.), David Parker, Michael Semanick, Ren Klyce und Mark Weingarten
  • The Dark Knight (Warner Bros.), Lora Hirschberg, Gary Rizzo und Ed Novick
  • Slumdog Millionaire (Fox Searchlight), Ian Tapp, Richard Pryke und Resul Pookutty
  • WALL-E (Walt Disney),Tom Myers, Michael Semanick und Ben Burtt
  • Wanted (Universal), Chris Jenkins, Frank A. Montaño und Petr Forejt
Prognosenerfolg: 4/5

Beste Effekte

  • Der seltsame Fall des Benjamin Button (Paramount und Warner Bros.), Eric Barba, Steve Preeg, Burt Dalton und Craig Barron
  • The Dark Knight (Warner Bros.), Nick Davis, Chris Corbould, Tim Webber und Paul Franklin
  • Iron Man (Paramount and Marvel Entertainment), John Nelson, Ben Snow, Dan Sudick und Shane Mahan
Prognosenerfolg: 3/3

Gesamtüberblick:

Benjamin Button ist der mittlerweile neunte Film, der gleich 13 Nominierungen bekommt. Mehr Nominierungen bekamen nur Titanic und Alles über Eva. WALL•E ist erst der sechste Animationsfilm, der für's Drehbuch nominiert wurde, fünf der bisherigen Nominierten stammen ebenfalls von Pixar, der letzte im Bunde ist Shrek.

Die Acadamy enttäuscht dieses Jahr wieder in den Hauptkategorien mit vertrockneten Entscheidungen, in der Songkategorie gab es dagegen wie ein kleines Wunder.

Hitliste der diesjährigen Nominierungen:

13 Nominierungen für Der seltsame Fall des Benjamin Button
10 Nominierungen für Slumdog Millionaire
8 Nominierungen für Milk
8 Nominierungen für The Dark Knight
6 Nominierungen für Wall-E
5 Nominierungen für Frost/Nixon
5 Nominierungen für The Reader
5 Nominierungen für Glaubensfrage
3 Nominierungen für Der fremde Sohn
3 Nominierungen für Zeiten des Aufruhrs

Das war's vorerst von den Oscars, doch schaut immer wieder hier im Blog vorbei, schon bald gibt es ein weiteres Oscar-Schmankerl.
Bis dahin reiß ich der Acadamy erstmal den Poppes auf...

Übersicht:

Samstag, 10. Januar 2009

Disney-Kurzmeldungen: "The Princess & the Frog" - neues Bild + Ed Catmull wird ausgezeichnet

Die LA Times hat dieses neue Bild aus dem kommenden Zeichentrickfilm Küss den Frosch (bitte, bitte, bitte ändert diesen Titel!) aufgeschnappt, aus dem sich erschließen lässt, dass die Figuren aus dem Film bereits vom Froschkönig-Märchen wissen. Doch das ist unwichtig, denn es geht mehr um das hübsche Bild. Aaaaah... qualitativ guter Zeichentrick...

Derweil wurde bekannt, dass Ed Catmull (Pixar-Veteran und derzeitiger Präsident der Walt Disney Animation Studios) für sein Lebenswerk mit dem Gordon E. Sawyer Award, einem Ehrenoscar für besondere technisch-wissenschaftliche Leistungen, ausgezeichnet wird.
Er war unter anderem einer der Hauptentwickler von Pixars Renderprogramm RenderMan.

Dienstag, 6. Januar 2009

Effekte-Gewitter: Die sieben potentiellen Oscar-Nominierungen stehen fest

Nuke the Fridge... Wird wohl nichts mit dem Oscar...

Letztes Jahr veröffentlichte die Acadamy eine Liste von 13 eventuellen Oscar-Nominierten für den Effekt-Oscar.
Heute dünnte die Acadamy diese Liste auf sieben Filme aus, und Spielberg wird sich die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Mit Kühlschränken, witzigen Wüstenhunden und Atompilzen kann man 2009 nämlich keinen Oscar gewinnen:

  • Australia
  • The Curious Case of Benjamin Button
  • The Dark Knight
  • Hellboy II: The Golden Army
  • Iron Man
  • Journey to the Center of the Earth
  • The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor
(Quelle: Awards Daily)

Journey to the Center of the Earth und Die Mumie 3 kann man wohl völlig vergessen. Der seltsame Fall des Benjamin Button dagegen sehe ich hier, ebenso wie in der Make-Up-Kategorie, als sicheren Nominierten. Australia wird glaube ich ein wenig untergehen, die anderen zwei Plätze im Rennen werden somit an Superhelden vergeben. Ob die Acadamy dieses Jahr aber auf praktische (The Dark Knight) oder mehr auf animierte (Iron Man) Effekte setzt ist unklar - naja, werden halt beide nominiert. Und der Gewinner wird dann der oscartypischere Benjamin Button sein.

Diese Filme dürfen auf den Make-Up-Oscar hoffen


In Contention listet die Vorauswahl für den Make-Up-Oscar. Aus den folgenden sieben Filmen werden die drei Nominierungen ausgesucht, die am 22. Januar zusammen mit den Nominierungen für die anderen Kategorien bekannt gegeben werden.

  • “The Curious Case of Benjamin Button”
  • “The Dark Knight”
  • “Hellboy II: The Golden Army”
  • “The Reader”
  • “Synecdoche, New York”
  • “Tropic Thunder”
  • “The Wrestler”
Eine Nominierung für Benjamin Button ist so gut wie garantiert, welche Filme die anderen zwei Plätze besetzen werden kann ich dagegen momentan nur schwer vorhersagen. In den letzten Jahren tendierte die Acadamy, unter viel Kritik von Filmfans weltweit, in dieser Kategorie einen Platz für Komödien zu geben. Sowohl Adam Sandlers Klick als auch Eddie Murphys Norbit wurden nominiert, da sollte eigentlich auch Platz für Tropic Thunder sein. Andererseits darf eine Fantasy-Nominierung nicht fehlen (Hellboy II).

Mit The Reader (also Der Vorleser, auch wenn ich bislang noch auf die Bestätigung warte, dass der Film in Deutschland auch wirklich so heißt) hätte man eine zweite, etwas weniger künstlerische, dafür realitätsnahere, Nominierung für Alters-Make-Up.
The Wrestler hat derzeit viel Unterstützung, und The Dark Knight sowieso...

Montag, 5. Januar 2009

"The Dark Knight": Weitere Oscar-Anzeigen

Heute ist irgendwie ein "No News Day". Zum Glück habe ich aber noch ein paar Oscar-Anzeigen für The Dark Knight, mit denen ich euch über diesen lahmen Tag hinweghelfen möchte.

Dieses Heath-Ledger-Bild ist mein bisheriger Liebling von allen The Dark Knight-Anzeigen und repräsentiert eine weitere, diese Saison noch nicht gezeigte, Methode sich bei den Juroren einen Namen zu verschaffen: Die "Danke für die Nominierung"-Anzeige.


Wie ich finde etwas unglücklich gewählt. Was hat das Bild von Alfred mit der beworbenen Kategorie zu tun? Ein Blick hinter die Kulissen, der Zimmer und Newton Howard bei der Kooperation zeigt wäre meiner Meinung nach wirkungsvoller.

Dieses Bild ist ganz okay. Das schwarz-blau, die unterschiedlichen realitätsnahen Kostüme... es repräsentiert die Kategorien durchaus, auch wenn es genauso gut eine generelle Anzeige für den Film sein könnte. Oder eine für die Kategorien Haupt- und Nebendarsteller.

Ein Ausschnitt aus dem Drehbuch und die dazugehörige Szene, dazu noch die bisherigen Auszeichnungen... Ganz nette Anzeige.

Langsam vermisse ich richtige Hammer-Anzeigen. Da wird wohl nach Bekanntgabe der Oscar-Nominierten noch Nachschlag folgen.