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Donnerstag, 1. Dezember 2011

Ein chronologischer Wettkampf: Disney vs. Pixar

Pixar genießt seit nunmehr einigen Jahren so viel Respekt und Zuneigung seitens Filmliebhaber, wie es kaum einem anderen Studio zuteil wurde. Selbst hoch angesehene Regisseure wie Christopher Nolan dürften, so scheint es mir wenigstens, in einer Beliebtheitsumfrage keine großen Siegeschancen gehen das Studio mit der vitalen Tischlampe haben. Pixar ist es zu verdanken, dass der erwachsene Trickliebhaber mittlerweile einen unübersichtlich großen Strom an Lesefutter vorfindet, welches aus Kinokritiken besteht, die mehrere Animationsfilme als das Beste aus Hollywood bezeichnen. Nicht als besonders gelungene Trickfilme oder Kinderunterhaltung, sondern als ernstzunehmende Anwärter auf die Spitze der allgemeinen Jahresbestenliste.

Aber was ist mit dem Animationsstudio, das als Wiege der westlichen Trickkunst in ihrer uns bekannten Form angesehen werden kann, und das dieses Medium und seine Wahrnehmung prägte? Disney, der einstige Platzhirsch im Trickfilm. Profitiert Disney nunmehr allein von seinen wertvolleren Archivstücken und davon, dass der Konzern die Pixar-Studios übernahm? Oder überschatten das Kritikerlob für Pixar einerseits, die Imagekrise der Disney-Trickstudios andererseits etwa die ungebrochene Klasse des über 70 Jahre alten Traditionsstudios? Und welche Position nehme ich überhaupt im Wettstreit zwischen Disney und Pixar ein? Klar, ich bin eingeschworener Disney-Liebhaber, aber ich zähle Pixar üblicherweise zu meiner Passion für Disney mit dazu. Was also, wenn ich gegenwärtig entscheiden müsste, unter Berücksichtigung dessen, was Disney und Pixar seit 1995 abendfüllend ins Kino brachten?

Lasst es uns herausfinden, indem wir die Pixar-Produktionen gegen das Disney-Meisterwerk aus dem Jahr ihrer Kinouraufführung antreten lassen. Dann wissen wir, wer letzten rund fünfzehn Jahre wirklich die Nase vorn hatte.

1995: Pocahontas vs. Toy Story

Pixars Erstling Toy Story ist bis heute der von mir persönlich am zweitwenigsten gemochte Langfilm des Studios aus Emeryville. Ich vermisse im ersten Abenteuer von Woody und Buzz die Herzlichkeit der 90er-Disneyfilme und späterer Pixar-Werke. Nicht, dass Toy Story lieblos sei, keineswegs. Aber die Handlung selbst ist mehr Buddykomödie und weniger erarbeitete Reflektion über Freundschaft oder das Erwachsenwerden. Auch die Charakterzeichnung hat für meinen Geschmack noch ein paar Schwächen, Woody kommt mir zu Beginn widerlicher rüber, als es offensichtlich von den Machern beabsichtigt war und das Finale erzeugte bei mir nie die Spannung, die andere wohl in ihm sehen. Filmhistorisch geht der Sieg dennoch eindeutig an ihn. Pocahontas gewann zwar zwei Oscars, je einen für die Filmmusik und den Song Farbenspiel des Winds, und brachte Alan Menken so seinen (bis dato) letzten Doppelsieg, aber weder hat er im kollektiven Gedächtnis des Publikums eine solche Stellung eingenommen wie Toy Story, noch hatte er einen so erheblichen Einfluss auf das Trickmedium. Toy Story ist das Schneewittchen der Computeranimation, erhielt als erster Animationsfilm eine Nominierung für das beste Drehbuch (was mich zwar freut, aber verwundert) und sein Erfolg bei Kritikern und dem Publikum sollte Disney beweisen, wieso John Lasseter und Co. richtig damit lagen, ihr eigenes Ding zu drehen. Auch ich selbst ziehe Toy Story Jeffrey Katzenbergs Oscar-Bettelei vor: Pocahontas ist im direkten Vergleich der steifere Film, hat unattraktivere Figuren und der Versuch, Erwachsene und Kinder gleichzeitig zu unterhalten, gelang Toy Story besser. Der ist zwar naiver und glückseliger als spätere Pixar-Filme, erreicht aber sein breit geächertes Publikum fast durchgehend auf einer ebenbürtigen Ebene. Pocahontas fluktuiert mir in dieser Hinsicht zu sehr. Ich mag Pocahontas (wie sehr, das schwankt von Woche zu Woche), er hat einige gute Lieder und ausdrucksstark animierte Menschen, ich respektiere den Versuch ernster zu sein als die meisten anderen Disney-Zeichentrickfilme, aber hat zwei, drei dramaturgische Durchhänger mehr als Toy Story und ist viel "angeberischer" als Pixars Erstling, ohne es sich verdient zu haben.
Der Sieger: Pixar

1998: Mulan vs. Das große Krabbeln

1998 brachten sowohl die Walt Disney Animation Studios, als auch Pixar jeweils einen Film heraus, der meiner Betrachung nach nicht genug von der Allgemeinheit geschätzt wird. Auch wenn ich Das große Krabbeln 2010 in meiner Pixar-Rangliste auf den vorletzten Platz setze (dank Cars 2 steht der Film nun etwas besser dar), ist er für mich noch immer ein gelungenes Trick-Kleinod - zumindest diversen Internetforen nach zu Folge ist Fliks Abenteuer aber "dieser eine Pixar da". Ein Film, der unter ferner liefen einzuordnen ist. Nun, die damals beeindruckenden Naturbilder sind mittlerweile leicht unterdurchschnittlich (so manches C-Studio wäre noch immer neidisch auf diese Leistung), aber die Figuren sind recht sympatisch, Flik macht eine sehr glaubwürdige Charakterwandlung durch und Hopper ist ein richtig toller, überlebensgroßer Schurke. Einer von Pixars besten, wie ich finde. Und rein zufällig wohl auch der "disneyhafteste".
Mulan wiederum ist ein Film, der sehr viel Lob erhält, sobald man ihn in einer Gruppe oder einem Filmforum anspricht. Aber solange man den Fokus nicht aktiv auf ihn lenkt, scheint er von den meisten Leuten schlichtweg vergessen zu werden. Und das finde ich enorm schade. Die Szene, in der Mulan beschließt, sich als Soldat auszugeben, ist mit ihrem elektrisierenden Score und den ausdrucksstarken, nahezu stummen Bildern eine der besten Sequenzen im Meisterwerke-Kanon. Mushu ist einer der amüsantesten Disney-Sidekicks und die Geschichte ist durchweg spannend, wie witzig erzählt. Mulan hätte deswegen so viel mehr Respekt verdient, als dieses Meisterwerk erhält.
Der Sieger: Disney

1999: Tarzan vs. Toy Story 2

Machen wir es nicht spannender, als es ist: Obwohl mir Toy Story 2 aufgrund der größeren Comedyeinlagen deutlich besser gefällt als das Original, ist diese Pixar-Fortsetzung selbst beim besten Willen keine Konkurrenz für Disneys Augen- und Ohrenschmaus Tarzan. Ein geiler Soundtrack von Phil Collins, atemberaubende Hintergründe, ein hohes Erzähltempo und tolle Action machen Tarzan zum bombastischen Abschluss der Disney-Renaissance.
Der Sieger: Disney

2001: Atlantis vs. Die Monster AG

2001 separierten sich erstmals Disney und Pixar in meinen Augen deutlich voneinander. Zumindest qualitativ, denn stilistisch ist Atlantis eher ein Ausbruch aus dem Disney-Schema, wie es Pixar Jahre später etwa mit Die Unglaublichen versucht haben wird, während Die Monster AG einer der disneyhafteren Pixar-Filme ist. Aber machen wir das hier nicht verwirrender, als es ist: Ich mag Atlantis sehr und wünschte mir, dass er wesentlich mehr Anerkennung erhält. Ich mag den von Mike Mignola inspirierten Zeichenstil, das epische Gefühl dieses fantastischen Action-Abenteuers und ich liebe die Musik von James Newton Howard. Es ist ein guter, andersartiger Disneyfilm. Aber mit Die Monster AG gelang Pixar ein richtig großer Wurf, zumindest meiner Meinung nach. Sehr viel Humor, eine sehr emotionale Geschichte (die innige "Vater-Kind-Beziehung" zwischen Sully und Buh ist der Beginn der rührenden Seite Pixars) und eine wunderbar kreierte Monster-Parallelwelt zeigten mir, dass Pixar ein Trickstudio ist, das großes bewegen kann.
Der Sieger: Pixar

2003: Bärenbrüder vs. Findet Nemo

Bärenbrüder hätte für die ins Trudeln geratenen Disney-Trickstudios wegweisend sein können: Der abenteuerliche, musikalische und emotionale Film fand eine ansprechende Balance aus Disney-Renaissance-Magie und die Überreizung dieser Formel vermeidender Andersartigkeit. Dazu kommen prachtvolle Bilder, und schon haben wir ein Disney-Meisterwerk, dass zweifelsfrei mehr Respekt verdient hätte. Insbesondere seitens Disneys, denn international war Bärenbrüder ein beachtlicher Erfolg. In den USA sabotierte die Geschäftsführung jegliche Erfolgschancen, und so war das Schicksal des Zeichentricks bei Disney vorerst besiegelt. Dass Pixar kurz zuvor mit Andrew Stantons witziger und berührender Abenteuergeschichte rund um Vatergefühle den damals erfolgreichsten Animationsfilm aller Zeiten veröffentlichte, half den Disney-Traditionen auch nicht gerade. Und, so sehr ich Bärenbrüder liebe: Findet Nemo sieht noch beeindruckender aus, hat die denkwürdigeren Figuren und vereint seinen Witz und seine Dramatik dank ausgefeilterer Dramaturgie noch besser. Disney zieht den kürzeren, belegt hier aber noch einen ehrenvollen zweiten Rang.
Der Sieger: Pixar

2004: Die Kühe sind los! vs. Die Unglaublichen

Das ist eigentlich schon kein Wettbewerb mehr, sondern eine Trauerveranstaltung. In nur wenigen Jahren haben sich die Walt Disney Animation Studios völlig zu Grunde gerichtet. Dass man mit Blick auf die Besucherzahlen die überreizte Musicalformel bei Seite legte, war ja noch clever. Dass Filme wie Atlantis und Der Schatzplanet floppten, war unglaubliches Pech, gepaart mit ignorantem Publikum und schwachem Marketing. Aber dass man vermehrt der Geschäftsführung das Sagen überließ, während die Künstler entmachtet wurden, war ein Fehler, der sich unfassbar rächte. Der Zeichentrickfilm sei nicht mehr zu retten, das Medium CGI allein sei ein Wunderwerk. Und so wurde der vermeintliche Abschied vom Traditionsmedium rausgerotzt. Die anfänglich geplante Story war nicht mehr wiederzuerkennen, die Optik misslungen, einfach gar nichts funktionierte. Derweil bewies Pixar, dass das Publikum sehr wohl in actionreiche Trickfilme geht. Mittlerweile lacht man darüber, aber damals war der Gedanke, Disneys Trickabteilung wäre zu Tode verurteilt, gar nicht mal so abwegig.
Der Sieger: Pixar

2005/2006: Himmel und Huhn vs. Cars

Und weiter geht Disneys kopflose Suche nach einer neuen Existenz. Die Beziehungen zu Pixar wurden nach Toy Story 2 kontinuierlich schlechter, und der Kinostart von Findet Nemo wurde bereits von zahlreichen Branchenartikeln begleitet, ob sich Pixar von Disney nicht trennen sollte. Eisner, der sich nicht an Diplomatie versuchen wollte, drängte die Disney-Trickstudios in direkte Konkurrenz mit der unter Vertrag stehenden Erfolgsschmiede. Der computeranimierte Himmel und Huhn sollte alles zugleich sein: Eine Antwort auf Pixar, eine Neuerfindung Disneys und eine Kopie der DreamWorks-Rezeptur. Das Ergebnis war eine Katastrophe und 2006 vereinten sich Disney und Pixar. Was Pixar mit Cars zurückließ, der damals Objekt zahlreicher verrückter Verschwörungstheorien war. Lange sah es so aus, als wäre es der letzte Pixar-Film, den Disney vertreiben darf - und da Cars hinter anderen Pixars der vergangenen Jahre zurückblieb, mutmaßten viele, Pixar hätte Disney absichtlich ein faules Ei in den Korb gelegt. Ich kann das nicht glauben. Cars hat Witz und erzählt eine Geschichte, an der John Lasseters Herz hing. Er erzählt sie nicht optimal, aber viel zu gut, als dass dies ein beabichtigter Fehltritt sein könnte.
Der Sieger: Pixar
2007: Triff die Robinsons vs. Ratatouille

Triff die Robinsons markierte, nur zwei Jahre nach Himmel und Huhn, einen weiteren Wendepunkt für die Disney-Trickstudios. 2006 übernahm Disney die Pixar-Studios. Teil der diesen Zusammenschluss besprechenden Verträge war, dass John Lasseter und Bob Petersen das Sagen in Disneys-Trickstudios erhalten, woraufhin die zum kommerziellen Fließband gewandelte Traumfabrik kräftig umgekrempelt wurde. Um Triff die Robinsons komplett zu wandeln, war es zu spät, jedoch soll der Regisseur Stephen J. Andersen ermutigt wurden sein, ihn persönlicher und herzlicher zu gestalten. Dennoch wurde der Streifen zu einem ziemlich planlosen Trip, mit einigen tollen Gags, kurzen Phasen der Herzlichkeit und sehr viel Belanglosigkeit. Der Schurke war super, trotzdem ist es ein überaus vergessenswertes "Meisterwerk", das keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Ratatouille wiederum ist der bislang zweitbeste Pixar aller Zeiten. Schon rein optisch liegen zwischen beiden Produktionen Welten, und die kunstvolle Story des Pixar-Films macht die Differenz nur noch größer.
Der Sieger: Pixar

2008: Bolt vs. WALL•E

2008 fand der Vergleich zwischen Disney und Pixar eine konsequente Fortsetzung des Vorjahrs. Disney steigerte seine Qualität noch stärker und fand langsam zum alten Selbst wieder, während Pixars Höhenflug kaum zu erträumende Höhen erreichte. Gegen Cars hätte Bolt gute Chancen gehabt, doch im Gegensatz zu den Disney-Studios, die sich nur langsam aus ihrem Tief arbeiten konnten, fand Pixar schnell auf die Überholspur zurück. Der das Studio auch vorerst treu blieb. Schönes Disney-Comeback gegen Pixars Meisterstück? Der Fall ist eindeutig!
Der Sieger: Pixar

2009: Küss den Frosch vs. Oben

2009 war ein großrtiges Jahr für den Animationsfilm: Coraline, Mary & Max, Küss den Frosch, Oben ... Disney fand, dank Ron Clements & John Musker, zum alten Groove zurück, während Pixar seinen sämtliche Konkurrenz deklassierenden Höhenflug beendete, auf die Erde zurück kehrte und "nur noch" fantastische Arbeit ablieferte. Küss den Frosch oder Oben, das ist eine Frage, die ich mir ungern stelle. Küss den Frosch ist ein witziges, romantisches, dezent abenteuerliches Disney-Zeichentrickmusical mit guter Musik, Oben wiederum ist zu tiefst rührend, intelligent, doch zwischenzeitlich etwas weniger ausgegoren, als die rundum stimmige Disney-Mischung. Küss den Frosch war eine Disney-Wohltat nach Jahren des Hungerns, Oben dagegen war ein Jahr nach WALL•E all seiner superben Qualität zum Trotz auch eine kleine Enttäuschung für mich. Auf hohem Niveau. Oben ist der inhaltlich stärkere Film, aber Küss den Frosch hat diese Prise Disney-Magie. Ich denke, ich wähle hier die feige Ausfahrt und votiere für ein Unentschieden.
Der Sieger: Der Trickfilm-Fan ;-)

2010: Rapunzel vs. Toy Story 3

Da ich bereits in der Hitliste meiner Lieblingsfilme des Jahres 2010 darauf einging, möchte ich die Sache kürzer machen, als gewiss möglich wäre. 2011 war ein weiteres, fantastisches Trick-Jahr (die US-Konkurrenz brachte uns noch Drachenzähmen leicht gemacht und Ich - Einfach unverbesserlich) und Pixar verzauberte mich mit dem rührenden, spannenden, mutigen, frechen, herzlichen und schlicht liebenswürdigen Toy Story 3. Und obwohl es eine Fortsetzung ist, die mit Blick auf thematische Kontinuität einige der Grundgedanken der Vorgängerfilme zurückgriff, ist das Skript einfallsreich, überraschend und intelligent. Rapunzel hat da das weniger hochgreifende Drehbuch. Nimmt Toy Story 3 alte Ideen auf und wandelt sie neu um, nutzt die neuste Disney-Prinzessin einige Disney-Klischees vollkommen stur. Aber der Film sieht besser aus, klingt besser und bringt Romantik mit sich, die Pixar abseits von WALL•E nie erreichte. Rapunzel ist strikt nach Lehrbuch vielleicht der schwächere Film, doch er fühlt sich besser an. Das Märchenmusical liegt in meinem Herzen ein Stückchen vor Pixars furiosem Trilogie-Abschluss.
Der Sieger: Disney

2011: Winnie Puuh vs. Cars 2

Winnie Puuh orientiert sich an ein Kinderpublikum, verzaubert mit seinem Charisma und Witz aber auch ältere Zuschauer. Cars 2 ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... Ich mag nicht darüber reden!
Der Sieger: Disney

Damit wären wir Pixars-Schaffenszeit komplett durchgegangen. Und mit 8 : 5 liegen die Computeranimationskünstler aus Emeryville vor dem Traditionshaus in Burbank. Disney durchlief seit 1995 eine Achterbahnfahrt der künstlerischen Stimme und der filmischen Qualität, während Pixar recht stur einen kometenhaften Aufstieg feierte. Kleinere Irrungen inbegriffen. Letztlich sind beide Studios Meister ihres Fachs, und in kommenden Jahren sollte Disney verlorenen Boden wieder gut machen können, ohne dass sich Pixar weitere Ausrutscher wie Cars 2 erlauben muss. Approps: Cars 2 ist nun auf DVD und Blu-ray erhältlich. Für alle Masochisten, Toy Story-Fans (der Vorfilm mit der Spielzeugbande ist im Bonusmaterial enthalten) und Komplettisten vielleicht einen Kauf wert.

Weiterführende Artikel:

Sonntag, 27. Februar 2011

Oscars 2011: Meine finale Prognose

Es dauert nicht mehr lange, dann beginnt sie endlich: Die 83. Oscar-Verleihung. Viel hat sich seit Beginn der Saision getan, Favoriten gingen unter, andere stiegen auf. Die meisten werden ihr Hauptaugenmerk auf die Kategorien "Bester Film" und "Beste Regie" legen, wo es wohl heißen wird: The King's Speech vs. The Social Network. Doch auch alle anderen Kategorien sind durchaus interessant - und abseits der Hauptkategorien könnte es auch einige Überraschungen geben.

Bevor die große Galanacht beginnt, möchte ich sie also durchexerzieren, die kleinen und großen Duelle der Oscar-Nacht. Wer wird gewinnen, wer sollte gewinnen? Eine Prognose, basierend auf Oscar-Vorwissen, Buzz (nein, nicht Lightyear) und Bauchgefühl.

(Fett markierte Nominierungen bedeuten, dass ich einen Gewinn vermute)

Bester Film:
  • “Black Swan” Mike Medavoy, Brian Oliver und Scott Franklin
  • “The Fighter” David Hoberman, Todd Lieberman und Mark Wahlberg
  • “Inception” Emma Thomas und Christopher Nolan
  • “The Kids Are All Right” Gary Gilbert, Jeffrey Levy-Hinte und Celine Rattray
  • “The King's Speech” Iain Canning, Emile Sherman und Gareth Unwin
  • “127 Hours” Christian Colson, Danny Boyle und John Smithson
  • “The Social Network” Scott Rudin, Dana Brunetti, Michael De Luca und Ceán Chaffin,
  • “Toy Story 3” Darla K. Anderson
  • “True Grit” Scott Rudin, Ethan Coen und Joel Coen
  • “Winter's Bone" Anne Rosellini und Alix Madigan-Yorkin
Kommentar: Mit dem Ensemblepreis der Schauspielgesellschaft und den Hauptpreisen der Regie- und Produzentenvereinigungen dürfte beim besten Film kaum ein Weg an The King's Speech vorbeiführen. Zudem ist The King's Speech ein Film, dem man schwer Antipathie entgegenbringen kann. Er wird also viele erste Rangplätze auf den Stimmzetteln ergattern, sowie einige zweite und dritte Plätze. Das macht ihn zu einem, wenn auch nicht sehr mutigen, recht deutlichen Anwärter auf den Oscar in dieser Kategorie.
Wer gewinnen sollte? Nun, da bin ich dieses Jahr sehr offen. Toy Story 3 wäre genial, The Social Network würde mich sehr freuen, so auch Inception. 127 Hours wäre geil - und The King's Speech fände ich ebenfalls keinen schlechten Gewinner.

Beste Regie:

  • “Black Swan” Darren Aronofsky
  • “The Fighter” David O. Russell
  • “The King's Speech” Tom Hooper
  • “The Social Network” David Fincher
  • “True Grit” Joel Coen und Ethan Coen
Kommentar:  Tom Hooper wäre als DGA-Gewinner der sichere Tipp, doch ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Fincher für eine kleine Überraschung sorgt. Er ist ein erfahrener, geachteter Regisseur, dem man nun zu einem geeigneten Zeitpunkt seine verdiente Ehrung zuteil kommen lassen kann. Unter den Nominierten ist er auch mein Wunschsieger, knapp vor Darren Aronofsky für Black Swan.

Bester Hauptdarsteller:

  • Javier Bardem in “Biutiful”
  • Jeff Bridges in “True Grit”
  • Jesse Eisenberg in “The Social Network”
  • Colin Firth in “The King's Speech”
  • James Franco in “127 Hours”
Kommentar: Colin Firth, Colin Firth, Colin Firth. Ich kann mir kaum vorstellen, wie er nicht gewinnen soll, nach all den Preisen, die er abräumte. Mein Wunschsieger wäre er ebenfalls. Oder James Franco.

Beste Hauptdarstellerin:

  • Annette Bening in “The Kids Are All Right”
  • Nicole Kidman in “Rabbit Hole”
  • Jennifer Lawrence in “Winter's Bone”
  • Natalie Portman in “Black Swan”
  • Michelle Williams in “Blue Valentine”
Kommentar: Natalie Portman wird und soll gewinnen.

Bester Nebendarsteller:

  • Christian Bale in “The Fighter”
  • John Hawkes in “Winter's Bone”
  • Jeremy Renner in “The Town”
  • Mark Ruffalo in “The Kids Are All Right”
  • Geoffrey Rush in “The King's Speech”
Kommentar: Andrew Garfield und Justin Timberlake hätten wenigstens nominiert werden müssen. Von den Nominierten wünsche ich es Geoffrey Rush am meisten, und ich denke, dass er auch in Wirklichkeit knapp die Nase vor Christian Bale hat. Sehr knapp.

Beste Nebendarstellerin:

  • Amy Adams in “The Fighter”
  • Helena Bonham Carter in “The King's Speech”
  • Melissa Leo in “The Fighter”
  • Hailee Steinfeld in “True Grit”
  • Jacki Weaver in “Animal Kingdom”
Kommentar: So enttäuscht ich von True Grit war, Steinfeld verdient diesen Oscar. Ich habe lange gezögert, ob ich auf sie oder Melissa Leo tippen soll. Leo gewann die wichtigeren Indikatorpreise, aber irgendwie befürchte ich bei den Oscars einen Split mit der bei der Academy sehr beliebten Amy Adams. Trotzdem denke ich, dass Leo gewinnen wird. Bonham Carter ist in The King's Speech zu unauffällig, als dass sie gewinnen wird.

Bestes adaptiertes Drehbuch:

  • “127 Hours” Drehbuch von Danny Boyle & Simon Beaufoy
  • “The Social Network”Drehbuch von Aaron Sorkin
  • “Toy Story 3” Drehbuch von Michael Arndt; Story von John Lasseter, Andrew Stanton und Lee Unkrich
  • “True Grit” Für die Leinwand verfasst durch Joel Coen & Ethan Coen
  • “Winter's Bone” Für die Leinwand adaptiert durch Debra Granik & Anne Rosellini
Kommentar: Wenn mit Toy Story 3 erstmals ein Trickfilm für sein Drehbuch den Oscar erhielte, wäre das ein Traum, aber ich werde mich ebenfalls enorm für The Social Network freuen, der höchst wahrscheinlich auch gewinnt.

Bestes Original-Drehbuch:
  • “Another Year” Geschrieben von Mike Leigh
  • “The Fighter” Drehbuch von Scott Silver und Paul Tamasy & Eric Johnson; Story von Keith Dorrington & Paul Tamasy & Eric Johnson
  • “Inception” Geschrieben von Christopher Nolan
  • “The Kids Are All Right” Geschrieben von Lisa Cholodenko & Stuart Blumberg
  • “The King's Speech” Drehbuch von David Seidler
Kommentar: Ich wünsche es vom ganzen Herzen Christopher Nolan für Inception, doch ich befürchte, dass The King's Speech die Nase vorne hat. Er ist dafür einfach zu beliebt...

Bestes Szenenbild:

  • “Alice im Wunderland” Produktionsdesign: Robert Stromberg; Set-Dekoration: Karen O'Hara
  • “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1” Produktionsdesign: Stuart Craig; Set-Dekoration: Stephenie McMillan
  • “Inception” Produktionsdesign: Guy Hendrix Dyas; Set-Dekoration: Larry Dias und Doug Mowat
  • “The King's Speech” Produktionsdesign: Eve Stewart; Set-Dekoration: Judy Farr
  • “True Grit” Produktionsdesign: Jess Gonchor; Set-Dekoration: Nancy Haigh
Kommentar: Das gleiche Spiel nochmal. Ich will Inception sehen, denke aber, dass es The King's Speech machen wird.

Beste Kamera:

  • “Black Swan” Matthew Libatique
  • “Inception” Wally Pfister
  • “The King's Speech” Danny Cohen
  • “The Social Network” Jeff Cronenweth
  • “True Grit” Roger Deakins
Kommentar: Inception sollte, aber der ebenfalls sehr gut fotografierte True Grit wird gewinnen, denn irgendwann muss Roger Deakins ja gewinnen!

Beste Kostüme:

  • “Alice im Wunderland” Colleen Atwood
  • “I Am Love” Antonella Cannarozzi
  • “The King's Speech” Jenny Beavan
  • “Der Sturm” Sandy Powell
  • “True Grit” Mary Zophres
Kommentar: Statistisch gesehen müsste Atwood gewinnen, und in Alice gab es auch eindrucksvolle Kostüme zu sehen, was ebenfalls für den Sieg spricht. Ich gönne ihn ihr auch!

Bester Schnitt:
  • “Black Swan” Andrew Weisblum
  • “The Fighter” Pamela Martin
  • “The King's Speech” Tariq Anwar
  • “127 Hours” Jon Harris
  • “The Social Network” Angus Wall und Kirk Baxter
Kommentar: Ich vermisse die Nominierung für Scott Pilgrim und Inception, bin aber unter den Nominierten für den Gewinnerfavoriten. Mit einem Eddie (dem Cutter-Gewerkschaftspreis) im Nacken, scheint es eine beschlossene Sache.

Bestes Makeup:

  • “Barney's Version” Adrien Morot
  • “The Way Back” Edouard F. Henriques, Gregory Funk und Yolanda Toussieng
  • “The Wolfman” Rick Baker und Dave Elsey
Kommentar: Oft wird einfach nur das aufwändigste Make-Up geehrt, und das spricht für Wolfman. Dieser profitiert zudem von Rick Baker, dem meist prämierten Maskenbildner der Oscar-Geschichte. Wer gewinnen soll? Pfff... Baker, einfach, damit meine Prognose stimmt.


Beste Filmmusik:

  • “Drachenzähmen leicht gemacht” John Powell
  • “Inception” Hans Zimmer
  • “The King's Speech” Alexandre Desplat
  • “127 Hours” A.R. Rahman
  • “The Social Network” Trent Reznor und Atticus Ross
Kommentar: Es tut mir in der Seele weh, den meiner nach schlechtesten Score aus diesem Feld als Gewinner vorherzusagen, aber ich kann nicht anders. The King's Speech ist beliebt, Desplat aus mir schwer erklärlichen Gründen ein ungeheuerlich verehrter Komponist und deshalb wird sein Durchschnittsgeklimper gewinnen. Wer es mehr verdient hat? Alle anderen! Wer es am meisten verdient hat? Hans Zimmer für Inception, doch für Drachenzähmen leicht gemacht würde ich ebenfalls jubeln.

Bester Song:

  • “Coming Home” aus “Country Strong” Musik und Text von Tom Douglas, Troy Verges und Hillary Lindsey
  • “I See the Light” aus “Rapunzel” Musik von Alan Menken, Text von Glenn Slater
  • “If I Rise” aus “127 Hours” Musik von A.R. Rahman, Text von Dido und Rollo Armstrong
  • “We Belong Together” aus “Toy Story 3" Musik und Text von Randy Newman
Kommentar: Alle sagen We Belong Together vorher, aber Newman hat seinen Entschuldigungs-Oscar schon erhalten, und zwar für einen waschechten Ohrwurm (Ohne dich wär' ich des Lebens nicht froh aus Monster AG). Damit kann man We Belong Together gar nicht vergleichen. Nein, es wird Zeit, dass Alan Menken wieder gewinnt. Unsichere Wähler könnten für ihn gewonnen werden, weil Rapunzel sonst keine Oscar-Chancen hat. Ich hoffe, dass es so kommt. Inständig.

Bester Tonschnitt:

  • “Inception” Richard King
  • “Toy Story 3” Tom Myers und Michael Silvers
  • “Tron: Legacy” Gwendolyn Yates Whittle und Addison Teague
  • “True Grit” Skip Lievsay und Craig Berkey
  • “Unstoppable” Mark P. Stoeckinger
Kommentar: Verdient haben ihn irgendwie alle (es war ein gutklingendes Kinojahr *g*), für Tron: Legacy und Toy Story 3 würde ich aus Studio-Sympathie jubeln, für Inception, weil er wohl jeden Oscar braucht, den er kommende Nacht kriegen kann. Für seinen traumartigen, dennoch klaren Klang und das Jonglieren von Dialogen, Musik und Action tippe ich auf den letztgenannten.

Bester Ton:

  • “Inception” Lora Hirschberg, Gary A. Rizzo und Ed Novick
  • “The King's Speech” Paul Hamblin, Martin Jensen und John Midgley
  • “Salt” Jeffrey J. Haboush, Greg P. Russell, Scott Millan und William Sarokin
  • “The Social Network” Ren Klyce, David Parker, Michael Semanick und Mark Weingarten
  • “True Grit” Skip Lievsay, Craig Berkey, Greg Orloff und Peter F. Kurland
Kommentar: Siehe oben. Größtenteils. Alle Nominierungen sind okay, am meisten freuen würde ich mich aber für Inception und The Social Network.

Beste Spezialeffekte:

  • “Alice im Wunderland” Ken Ralston, David Schaub, Carey Villegas und Sean Phillips
  • “Harry Potter und die Heiligtümer des Toded - Teil 1” Tim Burke, John Richardson, Christian Manz und Nicolas Aithadi
  • “Hereafter” Michael Owens, Bryan Grill, Stephan Trojanski und Joe Farrell
  • “Inception” Paul Franklin, Chris Corbould, Andrew Lockley und Peter Bebb
  • “Iron Man 2” Janek Sirrs, Ben Snow, Ged Wright und Daniel Sudick
Kommentar: Inception soll gewinnen, wird gewinnen.

Bester Animationsfilm:

  • “Drachenzähmen leicht gemacht” Chris Sanders und Dean DeBlois
  • “The Illusionist” Sylvain Chomet
  • “Toy Story 3” Lee Unkrich
 Kommentar: Er ist als bester Film nominiert, herrje! Und es ist auch men Wunschsieger, so als mein zweiliebster Film 2010. Wäre Rapunzel jedoch nominiert...


Beste Dokumentation:

  • “Banksy - Exit through the Gift Shop” Banksy und Jaimie D'Cruz 
  • “Gasland” Josh Fox und Trish Adlesic
  • “Inside Job” Charles Ferguson und Audrey Marrs
  • “Restrepo” Tim Hetherington und Sebastian Junger
  • “Waste Land” Lucy Walker und Angus Aynsley
Kommentar: Gift Shop als heiß diskutierte Doku mit Unterhaltungsfaktor dürfte ein neues Bowling for Columbine werden. Ich hoffe es.

Bester animierter Kurzfilm:

  • “Day & Night” Teddy Newton
  • “The Gruffalo” Jakob Schuh und Max Lang
  • “Let's Pollute” Geefwee Boedoe
  • “The Lost Thing” Shaun Tan und Andrew Ruhemann
  • “Madagascar, carnet de voyage (Madagascar, a Journey Diary)” Bastien Dubois
Kommentar: Pixar gewann zuletzt vor rund zehn Jahren. Mit der großteils stillen Mischung aus Zeichentrick und Computeranimation sollte es endlich wieder klappen.

Und ab jetzt... Raterunde!

Bester fremdsprachiger Film:

  • “Biutiful” Mexiko
  • “Dogtooth” Griechenland
  • “In einer besseren Welt” Dänemark
  • “Incendies” Kanada
  • “Outside the Law (Hors-la-loi)” Algerien
Bester Kurzfilm:

  • “The Confession” Tanel Toom
  • “The Crush” Michael Creagh
  • “God of Love” Luke Matheny
  • “Na Wewe” Ivan Goldschmidt
  • “Wish 143” Ian Barnes und Samantha Waite  
Beste Kurzdokumentation:
  • “Killing in the Name”
  • “Poster Girl”
  • “Strangers No More
  • “Sun Come Up”
  • “The Warriors of Qiugang”
Ab ca. 1 Uhr diese Nacht werde ich Livebloggen!  Ich bin gespannt, wie gut mein Riecher dieses Jahr ist...

Dienstag, 25. Januar 2011

Meine Lieblings-Kinofilme 2010 (Teil II)

Es ist an der Zeit, weitestgehend mit  2010 abzuschließen. Nach der abschreckenden Liste der schlechtesten Kinofilme des Jahres und meinen halbwegs sortierten Gedanken über das Kinojahr 2010, fing ich vor einigen Tagen die Übersicht auf meine Lieblings-Kinofilme 2010 an. Die Top Ten habe ich ganz dreist ausgelassen, nicht zuletzt auch, weil ich mir über die Rangfolge der zehn Spitzenproduktionen der vergangenen zwölf Monate noch einige Gedanken machen musste.

Jetzt bin ich endlich so weit, meine Momentaufnahme spruchreif zu veröffentlichen - also zögere ich es besser nicht weiter hinaus. Schließlich stehen mittlerweile sogar die Oscar-Nominierungen fest!

Hier also meine zehn Lieblingsfilme des Kinojahres 2010!


Da mir im Kinojahr 2010 ein paar vielversprechende Independent-Filme entgangen sind, hätte ich beinahe ein schlechtes Gewissen bekommen, Prince of Persia nun an dieser Stelle über A Serious Man oder Up in the Air zu platzieren. Aber nur beinahe. A Serious Man wird zwar mit mehrfachem Ansehen imer bisser (nicht, weil man ihn dann erst verstünde, sondern weil sein Humor schlichtweg durch Wiederholung an Reiz gewinnt), bloß ist diese Hitliste keine Zukunftsprognose, sondern eine Bestandsaufnahme. Und Up in the Air hatte im Mittelteil ein paar leicht behebbare Hänger. Prince of Persia gab mir als Popcornfilm in seiner Liga mehr, als die zwei genannten Oscar-Kandidaten 2010 in ihrer Kategorie, und deswegen sehe ich nicht ein, mich für diese Entscheidung zu verteidigen. Mit seiner reisewütig machenden Orient-Abenteuerromantik, einem außerordentlich charismatischen Jake Gyllenhaal in der Hauptrolle und einer ebenfalls sehr schmucken Gemma Arterton sowie einem spaßig aufgelegten Alfred Molina ist Prince of Persia ein sehr kurzweiliges Stück Popcornkino geworden, das Bruckheimers Hochglanz-Pomp mit altmodischen Hollywood-Epen vereint. Und der Score von Harry Gregson-Williams wird mit jedem Mal Anhören nicht etwa öde, sondern immer betörender. Wenn Tron: Legacy mit einem vergleichbaren weltweiten Einspielergebnis eine Fortsetzung erhält, wüsste ich nicht, weshalb es keinen zweiten Ausflug nach Bruckheimers Persien geben sollte.

Platz 9: Kick-Ass

Superhelden sind in unseren Unterhaltungsmedien allgegenwärtig, so dass die Filmwelt nunmehr fast alle Spielarten durchexerziert hat: Ob spaßig wie Iron Man, beschwingt mit angedeuteter Tiefe (Spider-Man) oder grimm, reif und nachdenklich wie Nolans Batman-Filme, in parodistischer Form (Superhero Movie), als schwelgende sowie eigenständige Hommage (Die Unglaublichen) oder als Dekonstruktion (Watchmen), die maskierten Rächer haben schon vieles durchgemacht. Kick-Ass nimmt dieses Spektrum und schmeißt es in einen Mixer - wodurch wir eine extrem kurzweilige, freche, alberne, knallig-bunte und beißend gesellschaftskritische Comicadaption erhalten, die an den Kinokassen leider etwas unter wert lief. Aber der treffend ausgewählte Soundtrack, ein genüsslich übertreibender Nicolas Cage und die hervorragende Chloe Mortez als rotziges und saucooles Hit-Girl werden ihn im kollektiven Nerd-Gedächtnis sturmfest verankern.


Noch vor einem Jahr wäre mir wahrscheinlich selbst im Traum nicht die Idee gekommen, den "Klassenfeind" Dreamworks mit einer derart hohen Platzierung zu ehren. Aber die Disney-Flüchtlinge Dean DeBlois und Chris Sanders (Lilo & Stitch) zauberten mit Drachenzähmen leicht gemacht einen liebevoll ausgearbeiteten Abenteuerfilm über Freundschaft und Identitätsfindung herbei, der sich mit seiner reichhaltig geschaffenen Welt obendrein optimal für das vom Studio so geliebte Geschäft mit Fortsetzungen eignet. Statt Madagascar 6 einen neuen Film über Hicks und Ohnezahn sehen zu dürfen, ist eine ungleich angenehmere Vorstellung. Neben seinen sympatischen Figuren bestach Drachenzähmen leicht gemacht insbesondere durch sein von Kameralegende Roger Deakins unterstütztes, stimmungsvolles und die gesamte Wikingerwelt des Films greifbarer machendes Lichtdesign. Und John Powell schrieb für DeBlois' und Sanders' Dreamworks-Debüt den mit Abstand besten Score seiner bisherigen Karriere - die epochalen schottisch-nordischen Folkloreklänge lassen einen sofort in eine faszinierende, familienfreundliche und trotzdem nicht ungefährliche Welt abtauchen, in der Wikinger Drachen zähmen und vielleicht bald lernen werden, wie man ein Pirat wird...


Edgar Wright drehte mit Shaun of the Dead eine irrwitzige Zombie-Parodie, auf die dann mit Hot Fuzz eine absolut abgefahrene und einfallsreiche Actionparodie folgte. Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt mag zwar keine Parodie sein, verfolgt aber konsequent Wrights exponentielles Wahnwitz-Wachstum. Der knallige, bunte und rasante Geekgasmus von einem Film wäre ein Spitzenanwärter auf den Titel "Bester Videospielfilm aller Zeiten"... entstamme seine Idee nicht einem Comic. Selten (oder gar "Noch nie"?) lehnte sich ein Realfilm so sehr an Videospiel-Dramaturgie einerseits, Comic- und Anime-Ästhetik andererseits an, und war dennoch ansehnlich und unterhaltsam. Scott Pilgrim ist in erster Linie Nerd- und Situationskomik pur, gefolgt von einem großartigen Style, der vermeintlich über die Substanz geht. Aber hier lassen sich, so meine Beobachtung, zu viele von dem feschen Äußeren blenden. Gewiss, die Handlung selbst ist sehr geradlinig und nicht gerade Stoff, der die grauen Zellen überfordert. Doch die den Film durchziehende Symbolik und die von der simplen Geschichte umspannte Thematik bieten durchaus reizvolles Analysematerial. Es ist vielleicht trivial, Liebesproblematik via Videospielmetaphern auszuloten - zumindest ist Scott Pilgrim somit dem Vorwurf der Einfallslosigkeit gefeiht. Denn all jene klassischen und dementsprechend allgemeinhin als anspruchsvoll und intellektuell akzeptierten Liebesmetaphern sind längst überrereizt. Scott Pligrim währenddessen, wird den von der Moderne losgelösten, verstaubten Museumsstereotypen Rätsel aufgeben. Und... was soll's... der Film macht einen Mordsspaß!

Platz 6: The Town

Ich mag Ben Affleck. Und seit The Town soviel positive Resonanz und Medienaufmerksamkeit erhielt, wie sie schon Gone Baby Gone verdiente, kann man sich im Internet auch wieder trauen, dies zuzugeben. Als Schauspieler gab er im dramatischen Kriminalthriller / spannenden Sozialkrimi / sozialkritischen Thrillerdrama /whatever zwar nicht seine Karrierebestleistung (dies wäre im dramatischen Fach ungebrochen seine Rolle in Chasing Amy), aber als Drehbuchautor und Regisseur steht Affleck noch großes bevor. Wie er ohne den belehrenden Zeigefinger zu erheben die harsche Realität in zur Kriminalität tendierenden Sozialmilieus aufzeigt, und gleichzeitig stille, freundliche Töne ausbalanciert, die adrenalingeladenen Banküberfälle nahtlos in den sonst etwas gediegeneren Film einwebt, hat echt hohe Klasse. The Town ist feinfühlig und umwerfend zugleich und ich hoffe, dass uns Affleck mit weiteren Filmen auf diesem (oder gerne auch höherem) Qualitätniveau spendiert.


Im Anschluss an seinen vermutlich berühmtesten und kultigsten Film, die Gonzo-Journalismus-Leinwandadaption Fear and Loathing in Las Vegas, verließ den US-amerikanisch-britischen Fantasten Terry Gilliam das Glück. The Man Who Killed Don Quixote war eines der größten Produktionsdebakel aller Zeiten, Brothers Grimm litt unter einem herrischen Harvey Weinstein und wurde äußerst kritisch aufgenommen. Zuletzt ging Gilliam auf die Suche nach seinem inneren Kind, welches sich als kleines und hilflos in einer eingebildeten Welt gefanges Mädchen herausstellte. Das Ergebnis, die Buchadaption Tideland, wurde böse verrissen. Um seine von ansehnlichen Höhen und niederschmetternden Tiefen geprägte Karriere zu verarbeiten, tat sich Gilliam mit seinem früheren Skriptpartner Charles McKeown zusammen, woraufhin sie ins Leere hinein die mehrfach verschlüsselt autobiographisch geprägte, surrealistische Tragikomödie Das Kabinett des Doktor Parnassus entwarfen. In die Filmhistorie ging dieses vor Einfällen beinahe platzende, gleichermaßen melancholisch einer fantasievolleren und den Kuriositäten der Welt aufgeschlossenere Zeit nachtrauernde, wie hoffnungsvolle und die Imagination zelebrierende Gedankenkonstrukt jedoch aufgrund einer Tragödie und ihren den Film (makabererweise?) aufwertenden Folgen ein: Hauptdarsteller Heath Ledger verstarb während der Dreharbeiten, weswegen die mit ihm befreundeten Schauspieler Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell für die verbliebenden Fantasiesequenzen einsprangen. Das Kabinett des Doktor Parnassus besticht mit einer traumgleichen Logik, die dennoch nicht völlig die Narrative übernimmt, so dass die grundlegende Handlung verständlich bleibt, sowie mit einem eingespielten und ambitionierten Ensemble. Eine angemessene Prise Humor, an Ideenreichtum überbordende Ausflüge in die Welt der Vorstellungskraft und eine bei allem Chaospotential fokussiert bleibende Inszenierung machen Das Kabinett des Doktor Parnassus für mich zu einem von Gilliams eindrucksvollsten Werken.

Platz 4: Inception

Inception. Intelligentes Kino mit berauschenden Schauwerten und einer wummernd-schwelgerischen Filmmusik. Eine clevere, die Konventionen mehrerer Genres verträumt auf den Kopf stellende, für den konzentrierten Zuschauer einfach zu verfolgende Geschichte, die allerdings nicht zwangsweise auf dem leichtesten Weg zu verstehen ist. Christopher Nolan überlässt uns unserem eigenen Schicksal in seiner im Detail irrealen Traumkonstruktion. Beschränken wir uns allein auf die Ebene des spannenden und Actionthrillers, öffnen wir uns auch der emotional vernarbten Ebene, die nicht bloß unseren Unterhaltungsnerv, sondern auch unser Herz anspricht? Oder trauen wir uns auch auf die intelektuelle Ebene? Denn was viele Cineasten nicht verstehen... vor allem jene die Nolan so lange die Treue hielten, bis er kommerziellen Erfolg verbuchte... und sich nun wieder in den Nischen anderer großer Könner verkriechen, welche bloß leider weniger Vertreter des Durchschnittspublikums verführen...: Anspruchsvolles Kino ist nicht gleichbedeutend mit einer schwer zu verfolgenden Narrative! Man kann ein simples Plotkonzept nehmen ("Mann sucht Hund") und daraus einen dummen Film drehen ("Adam Sandler hat Blähungen, sein Hund läuft ihm weg. Rob Schneider hilf Sandler, den Hund zu suchen. Chaos vorprogrammiert!") oder einen intelligenten Film, dessen oberflächliche Handlung simpel bleibt, der aber so gestaltet ist, dass wir über zahlreiche Themen nachdenken und die Symbolik des Films grübeln dürfen, sofern wir wollen. So ist Inception. Man muss nicht über die Bedeutung der Traumebenen, die Relevanz des Schuldgedanken oder vermeintliche Irrführungen diskutieren. Man kann es aber - und das finde ich wesentlich gehaltvoller, als Filme, nach denen man allein darüber rätselt, was überhaupt die Handlung war.


Dies ist der Grund, weshalb ich so lange gebraucht habe, um meine Top Ten zusammenzustellen: Die Frage "The Social Network oder Inception?" Ich habe lange mit mir gerungen. Inception hat die bessere Musik, die aufregendere Kameraarbeit und natürlich auch das überwältigendere Szenenbild. Aber The Social Network ist straffer erzählt und packt einen mit simpleren Mitteln genauso sehr, wie Nolans Großwerk. Inception erzählt eine sehr gute Idee... sehr gut. The Social Network nimmt das weniger cineastische Thema Facebook und kreiert eine zeitlose Parabel über Freundschaft, Machtgier und Verrat. Ich konnte mich einfach nicht entscheiden, welchen Film ich besser platzieren sollte. Letztlich habe ich mich, wie ihr unschwer sehen könnt, ganz knapp für The Social Network entschieden. Die Figuren in Inception reizen mich ein Stück weit weniger, als die in The Social Network, und er hat eine (wirklich nur ein wenig) reizvollere, ambivalente Atmosphäre. Die Darstellerriege wird bei Filmpreisen leider nicht genug geehrt, dafür scheint sie wohl auch etwas zu jung sein (so manche Jury tendiert ja zu etwas gesetzteren Semestern), denn die mehrdimensionalen Figuren von The Social Network machen aus der potentiell laffen Moral-Lehrstunde eine scharfe Beobachtung ohne simple Antworten. Obwohl, okay, wir können sicher alle einigen, dass Zuckerberg ein charakterliches Arsch ist, Genie hin oder her.

Platz 2: Toy Story 3

Quentin Tarantinos Lieblingsfilm des Jahres - wer hätte gedacht, dass man das jemals über einen Disney/Pixar-Film sagen könnte? Der Ex-Videothekar ist zwar für seinen facettenreichen Filmgeschmack bekannt, von Softcore über Samuraifilme und Spaghettiwestern hin zu großer Kunst, und dennoch klingt es ungewöhnlich, dass er Toy Story 3 dermaßen wertschätzt. Aber wieso sollte er es auch nicht tun? Lee Unkrich nimmt das Kinopublikum in Toy Story 3 auf eine emotionale Achterbahfahrt mit, von scharfem Wortwitz und überzeichnetem Slapstick zu herzerwärmender Sehnsucht nach unbeschwerten Kindheitstagen, hochspannenden Momenten und herzzerreißender Dramatik, die einen an den Rand seines Sessels zerrt. Sehr selten fiebert man derart mit Leinwandfiguren (noch dazu einem Haufen Spielzeug!) mit, wie in Toy Story 3, einem Film der Erwachsenen gleichviel bietet, wie Kindern. Für Kinder dürfte die emotionale Reise noch aufregender (und womöglich beschwerlicher) sein, als für Erwachsene, da die gruseligen und nervenzerfetzenden Passagen die unverdorbene Jugend noch stärker treffen dürfte, gleichzeitig entfalten die rührenden und herzlicheren Stellen erst ihre volle Wirkung, wenn man wie Andy oder seine Mutter erst ein paar Jährchen mehr hat, auf die man zurückblicken kann. Toy Story 3 ist enorm kurzweilig und nicht auf den Kopf gefallen, denn der fein getarnte Gefägnisausbruchfilm berührt mit seiner toll erzählten Handlung Themen wie das Erwachsenwerden, Trennungen und Freundschaft.

Platz 1: Rapunzel

Fast ein Jahrzehnt in der Planungsphase. Der 50. abendfüllende Animationsfilm der Disney-Trickstudios. Die Rückkehr des Hofkomponisten Alan Menken. Eine turbulente Produktionsgeschichte und das Versprechen, die Starre der Computeranimation mit der Wärme und Zartheit der disney'schen Zeichentrickfilme zu unterwandern. Oder, um zum Punkt zu kommen: Alles andere, als mindestens die Silbermedaille für Rapunzel, wäre eine herbe Enttäuschung! Doch Disneys zweiter Versuch in Folge, wieder zu den Wurzeln zurückzukehren, ist mehr als bloß geglückt: In Deutschland ist Rapunzel auf dem besten Wege, Inception von Platz 3 der Jahrescharts zu stürzen, in den USA reichte es für die Produktion der Walt Disney Animation Studios immerhin für die Top 10 (zum ersten Mal Tarzan 1999) und weltweit steht er allein hinter Tarzan, Aladdin und Der König der Löwen. Da der blonden Prinzessin  noch einige profitable Märkte bevorstehen, könnte sie sogar bald in die Top 3 aufsteigen. Aber das (zumindest im Rahmen dieses Artikels) entscheidendste ist: All dieser Erfolg kommt vollstens verdient! Rapunzel wird dem Durchschnittspublikum sicherlich als ein gutes Disneymärchen in Erinnerung bleiben, aber für mich als Disneyfan ist es ein lang ersehntes und mit viel Liebe gestaltetes Geschenk. Disney soll keinesfalls wieder die Musicalformel überreizen oder sich allein auf Märchen beschränken, aber wenn gelegentlich solche Glanzstücke wie Rapunzel entstehen, dann geht mir wahrlich das Herz auf. Die Animation ist fantastisch, die künstlerische Gestaltung im besten Sinne märchenhaft und die Figuren haben diesen magischen Disney-Charme, den man einem Nicht-Disneyfan so schwer erklären kann. Zauberhafte Romantik, gesunder Humor und eine fesche Prise Abenteuer verleihen der atemberaubenden Verpackung von Rapunzel einen Inhalt, wie man ihn sich von seinem aufgeweckten Disney-Märchen wünscht und machen Glen Keanes Traumprojekt zu einem Disney-Meilenstein für die Ewigkeit. Soll so viel über die Kreisel aus Inception diskutiert werden, wie man will, soll David Finchers Freundschafts- und Gierparabel mit ihrem den Zeitgeist einfangenden Facebook-Aufhänger doch seine ganzen Preise abräumen und Toy Story 3 als zigster Pixar-Film vom Feuilleton als die Reifewerdung des kindischen Trickfilms gefeiert werden - Walt Disneys Dumbo feiert am 23. Oktober den 70. Jahrestag seiner Uraufführung, und noch freuen sich Kinder und Erwachsene gleichermaßen über die Neuveröffentlichung dieses Films für ihr Heimkino. In 70 Jahren werden Filmhistoriker und Animationsliebhaber in einer Dokumentation erklären, wieso Rapunzel heutzutage so rezipiert wurde und warum er in der Retrospektive so wirkt. Es sei denn natürlich, die Inkas haben recht. Aber für den verfrühten Weltuntergang kann unser Langhaar ja nichts.

Eine ehrenhafte (oder unehrenhafte?) Sonernennung geht an dieser Stelle noch an Knight & Day. Der Agentenactioner mit Tom Cruise und Camerin Diaz gehörte zu den unterhaltsamsten Kinoerlebnissen des vergangenen Jahres. Aber aus unfreiwilligen Gründen. Es stimmt einfach kaum etwas in diesem Regiedesaster, James Mangold verlor jeglichen Fokus und ließ seine Produktion in alle möglichen Richtungen abdriften. Und Tom Cruise gibt, ohne es zu wissen, die beste Tom-Cruise-Parodie aller Zeiten ab. Ich wollte keine unabsichtlich gelungenen Filme in die Hitliste mit einschließen, täte ich es jedoch, wäre er wohl im ersten Teil dieser Hitliste gelandet.
Außerdem habe ich lange überlegt, Tron: Legacy zu berücksichtigen. Doch ich fand es nachvollziehbarer, wenn ich mich am deutschen Kinojahr orientiere. Da das Spektakel aber erst dieses Jahr startet, habe ich es aus der Liste rausgekürzt.

Viel mehr kann ich an dieser Stelle auch nicht mehr über mein Kinojahr 2010 erzählen. Ich kann nur hoffen, dass Disneys Trickstudios, Dreamworks und Illumination Entertainment und Pixar das Niveau halten können, während sich Bruckheimer, Kevin Smith und das Independent-Kino 2011 steigern können. Der Nerdfaktor von 2010 kann sich übrigens gerne auf 2011 übertragen.

Weitere Hitlisten:

Oscar 2011: Die Nominierungen für die 83. Academy Awards

Nein... nein... nein! Das kann nicht sein! Neeeeeein! Christopher Nolan bekommt keine Regie-Nominierung? Und wo ist die Anerkennung für Rapunzel?

Wann für mich die momentane Oscar-Saison losging? Das erste, zarte Aufflackern der Oscar-Vorfreude vernahm ich erstaunlich früh, nämlich am 25. März 2010. An diesem Tag startete in Deutschland Drachenzähmen leicht gemacht, ein klarer Anwärter auf eine Nominierung in der Kategorie "Bester Trickfilm" (sowie ein verdienter Kandidat für den Musik-Oscar). Richtig los ging es aber am 29. Juli, als zeitgleich Toy Story 3 und Inception, zwei Spitzenkandidaten für Nominierungen in der Hauptkategorie hierzulande anliefen. Über ein halbes Jahr fieberte ich also auf diesen Moment hin, die Verlesung der Nominierungen. Schafft es Pixar zum zweiten Mal in Folge ins zehn Filme umfassende Hauptfeld? Wie schneidet Christopher Nolans Traumthriller ab?

Jetzt ist endlich Gewissheit eingekehrt... Hier die Nominierungen für die 83. Academy Awards:

(Siehe außerdem meinen Kommentar zu den Nominierungen bei Quotenmeter.de)

Bester Film:
  • “Black Swan” Mike Medavoy, Brian Oliver und Scott Franklin
  • “The Fighter” David Hoberman, Todd Lieberman und Mark Wahlberg
  • “Inception” Emma Thomas und Christopher Nolan
  • “The Kids Are All Right” Gary Gilbert, Jeffrey Levy-Hinte und Celine Rattray
  • “The King's Speech” Iain Canning, Emile Sherman und Gareth Unwin
  • “127 Hours” Christian Colson, Danny Boyle und John Smithson
  • “The Social Network” Scott Rudin, Dana Brunetti, Michael De Luca und Ceán Chaffin,
  • “Toy Story 3” Darla K. Anderson
  • “True Grit” Scott Rudin, Ethan Coen und Joel Coen
  • “Winter's Bone" Anne Rosellini und Alix Madigan-Yorkin
Prognosenerfolg: 9/10
Kommentar: Ich bin sehr, sehr enttäuscht, dass es The Town nicht geschafft hat. Aber was solls! Wir haben nun einen dritten Animationsfilm im Bunde der "Bester Film"-Nominierten, yay!

 Beste Regie:
  • “Black Swan” Darren Aronofsky
  • “The Fighter” David O. Russell
  • “The King's Speech” Tom Hooper
  • “The Social Network” David Fincher
  • “True Grit” Joel Coen und Ethan Coen
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Wohl der größte Schocker dieser Liste. Statt (wie von mir vermutet) David O. Russel auszuknocken, haben die Coens Christopher Nolans Platz in der Regiekategorie eingenommen. Mir schwant, dass darüber noch sehr viel diskutiert wird...

Bester Hauptdarsteller:
  • Javier Bardem in “Biutiful”
  • Jeff Bridges in “True Grit”
  • Jesse Eisenberg in “The Social Network”
  • Colin Firth in “The King's Speech”
  • James Franco in “127 Hours”
Prognosenerfolg: 5/5
Kommentar: Huiii, dass ich mich so sehr über Javier Bardem freue, der auch während der Verkündung am meisten Applaus bekam (da seine Publizisten im Raum waren), liegt allein daran, dass ich mit meinem vermeintlich riskanten Tipp richtig lag. Habe Biutiful ja noch nicht gesehen. Wie dem auch sei, der Gewinner steht eh ziemlich sicher fest: Colin Firth für The King's Speech, der Wiederbelebung des klassichen Oscar-Miramax-Films (wenngleich unter anderem Studionamen).


Bester Nebendarsteller:
  • Christian Bale in “The Fighter”
  • John Hawkes in “Winter's Bone”
  • Jeremy Renner in “The Town”
  • Mark Ruffalo in “The Kids Are All Right”
  • Geoffrey Rush in “The King's Speech”
Prognosenerfolg: 3/5
Kommentar: Nagut, dass es mit Timberlake nichts wird, hätte man sich ja denken können, aber dass Andrew Garfield leer ausgeht, ist eine echte Überraschung. Ob man hieran schon ablesen kann, dass Finchers Film längst nicht so übermächtig wie erwartet ist?

Beste Hauptdarstellerin:
  • Annette Bening in “The Kids Are All Right”
  • Nicole Kidman in “Rabbit Hole”
  • Jennifer Lawrence in “Winter's Bone”
  • Natalie Portman in “Black Swan”
  • Michelle Williams in “Blue Valentine”
Prognosenerfolg: 5/5
Kommentar: Fast das gleiche Spiel, wie bei den Hauptdarstellern: Portman wird gewinnen und während ihre Agenten für sie jubelten, freute ich mich bei Michelle Williams' Nennung, dass ich gut getippt habe.

Beste Nebendarstellerin:
  • Amy Adams in “The Fighter”
  • Helena Bonham Carter in “The King's Speech”
  • Melissa Leo in “The Fighter”
  • Hailee Steinfeld in “True Grit”
  • Jacki Weaver in “Animal Kingdom”
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Das Oscar-Feld ist dieses Jahr eh schon erstaunlich jung, da musste es wohl irgendwo ein paar Opfer unter den Jungdarstellern geben. Mila Kunis erhielt leider keine Nominierung für ihre Rolle in Black Swan.

Bester Animationsfilm:
  • “Drachenzähmen leicht gemacht” Chris Sanders und Dean DeBlois
  • “The Illusionist” Sylvain Chomet
  • “Toy Story 3” Lee Unkrich
Prognosenerfolg: 2/3
Kommentar: Rapunzel... :'-(

Bester Schnitt:
  • “Black Swan” Andrew Weisblum
  • “The Fighter” Pamela Martin
  • “The King's Speech” Tariq Anwar
  • “127 Hours” Jon Harris
  • “The Social Network” Angus Wall und Kirk Baxter
Prognosenerfolg: 3/5
Kommentar: Weder der einfallsreiche Scott Pilgrim, noch Nolans epochales Werk Inception haben es unter die Nominierten geschafft. Wirklich schade, aber vielleicht überzeugen mich ja die in Deutschland noch nicht veröffentlichten "Ersatznominierten"?

Bestes Szenenbild:
  • “Alice im Wunderland” Produktionsdesign: Robert Stromberg; Set-Dekoration: Karen O'Hara
  • “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1” Produktionsdesign: Stuart Craig; Set-Dekoration: Stephenie McMillan
  • “Inception” Produktionsdesign: Guy Hendrix Dyas; Set-Dekoration: Larry Dias und Doug Mowat
  • “The King's Speech” Produktionsdesign: Eve Stewart; Set-Dekoration: Judy Farr
  • “True Grit” Produktionsdesign: Jess Gonchor; Set-Dekoration: Nancy Haigh
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Da habe ich die Liebe für Black Swan wohl überschätzt und den Zauberschüler unterschätzt.

Beste Kostüme:
  • “Alice im Wunderland” Colleen Atwood
  • “I Am Love” Antonella Cannarozzi
  • “The King's Speech” Jenny Beavan
  • “Der Sturm” Sandy Powell
  • “True Grit” Mary Zophres
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Mit dem italienischen Liebesdrama I Am Love hätte ich an dieser Stelle wirklich nicht gerechnet. Dafür haben sich wieder zwei der großen Damen in dieser Kategorie getroffen, Sandy Powell und Colleen Atwood. Sehr häufig gewinnt in solchen Fällen auch eine der beiden. Oscar-Wettfreaks werfen nun eine Münze in die Luft und setzen daraufhin ihr Geld...


Beste Kamera:
  • “Black Swan” Matthew Libatique
  • “Inception” Wally Pfister
  • “The King's Speech” Danny Cohen
  • “The Social Network” Jeff Cronenweth
  • “True Grit” Roger Deakins
Prognosenerfolg: 5/5
Kommentar: Abgesehen davon, dass ich mich über einen 5/5-Wert meiner Prognose freue, freue ich mich auch sehr über dieses Nominiertenfeld. Der eher ruhige Kameramaestro Roger Deakins gegen den hypnotischen und wagemutigeren Wally Pfister, die fantastische Arbeit aus Black Swan, Danny Cohen UND Jeff Cronenweth. Ein Spitzenfeld.

Bester Tonschnitt:
  • “Inception” Richard King
  • “Toy Story 3” Tom Myers und Michael Silvers
  • “Tron: Legacy” Gwendolyn Yates Whittle und Addison Teague
  • “True Grit” Skip Lievsay und Craig Berkey
  • “Unstoppable” Mark P. Stoeckinger
Prognosenerfolg: 3/5
Kommentar: Black Swan habe ich in den "technischen" Kategorien allgemein überschätzt - und ja, mit zwei Animationsfilmen zu rechnen war auch sehr utopisch von mir... Aber insgeheim freue ich mich für Unstoppable.

Bester Ton:
  • “Inception” Lora Hirschberg, Gary A. Rizzo und Ed Novick
  • “The King's Speech” Paul Hamblin, Martin Jensen und John Midgley
  • “Salt” Jeffrey J. Haboush, Greg P. Russell, Scott Millan und William Sarokin
  • “The Social Network” Ren Klyce, David Parker, Michael Semanick und Mark Weingarten
  • “True Grit” Skip Lievsay, Craig Berkey, Greg Orloff und Peter F. Kurland
Prognosenerfolg: 3/5
Kommentar: Black Swan und Tron: Legacy überschätzt, The Social Network und The King's Speech unterschätzt. Und Respekt an Sony, wer auch immer sich die Oscar-Taktik mit den nur an bestimmte Academy-Mitglieder versandten Kopien ausdachte, kann sich diese Nominierung auf die Fahnen schreiben. Gebt dem Kerl verfrühtes Weihnachtsgeld!

Bestes Makeup:
  • “Barney's Version” Adrien Morot
  • “The Way Back” Edouard F. Henriques, Gregory Funk und Yolanda Toussieng
  • “The Wolfman” Rick Baker und Dave Elsey
Prognosenerfolg: 0/3
Kommentar: Autsch...

Beste Dokumentation:
  • “Banksy - Exit through the Gift Shop” Banksy und Jaimie D'Cruz 
  • “Gasland” Josh Fox und Trish Adlesic
  • “Inside Job” Charles Ferguson und Audrey Marrs
  • “Restrepo” Tim Hetherington und Sebastian Junger
  • “Waste Land” Lucy Walker und Angus Aynsley
Kommentar: Banksy ist die populäre Wahl, Inside Job ein heimlicher Favorit. Wer wird gewinnen, und wird das deutsche Fernsehpublikum jemals einen dieser Filme vor 23 Uhr auf einem großen Sender zu Gesicht bekommen?

Beste Kurzdokumentation:
  • “Killing in the Name” Nominees to be determined
  • “Poster Girl” Nominees to be determined
  • “Strangers No More” Karen Goodman und Kirk Simon
  • “Sun Come Up” Jennifer Redfearn und Tim Metzger
  • “The Warriors of Qiugang” Ruby Yang und Thomas Lennon
Bester fremdsprachiger Film:
  • “Biutiful” Mexiko
  • “Dogtooth” Griechenland
  • “In einer besseren Welt” Dänemark
  • “Incendies” Kanada
  • “Outside the Law (Hors-la-loi)” Algerien
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Biutiful ist (nicht zu letzt durch Bardems Nominierung in der Darstellerkategorie) der Favorit, aber das bedeutet in dieser Kategorie meistens auch sicheres scheitern...

Bester animierter Kurzfilm:
  • “Day & Night” Teddy Newton
  • “The Gruffalo” Jakob Schuh und Max Lang
  • “Let's Pollute” Geefwee Boedoe
  • “The Lost Thing” Shaun Tan und Andrew Ruhemann
  • “Madagascar, carnet de voyage (Madagascar, a Journey Diary)” Bastien Dubois
Kommentar: Day & Night! Pixar! Wuhu!

Bester Kurzfilm:
  • “The Confession” Tanel Toom
  • “The Crush” Michael Creagh
  • “God of Love” Luke Matheny
  • “Na Wewe” Ivan Goldschmidt
  • “Wish 143” Ian Barnes und Samantha Waite 
Beste Spezialeffekte:
  • “Alice im Wunderland” Ken Ralston, David Schaub, Carey Villegas und Sean Phillips
  • “Harry Potter und die Heiligtümer des Toded - Teil 1” Tim Burke, John Richardson, Christian Manz und Nicolas Aithadi
  • “Hereafter” Michael Owens, Bryan Grill, Stephan Trojanski und Joe Farrell
  • “Inception” Paul Franklin, Chris Corbould, Andrew Lockley und Peter Bebb
  • “Iron Man 2” Janek Sirrs, Ben Snow, Ged Wright und Daniel Sudick
Prognosenerfolg: 3/5
Kommentar: Kein Tron: Legacy, ehrlich? Ich denke, irgendwo in Burbank setzt sich nun jemand heulend neben Byron Howard und Nathan Greno...


Bestes adaptiertes Drehbuch:
  • “127 Hours” Drehbuch von Danny Boyle & Simon Beaufoy
  • “The Social Network”Drehbuch von Aaron Sorkin
  • “Toy Story 3” Drehbuch von Michael Arndt; Story von John Lasseter, Andrew Stanton und Lee Unkrich
  • “True Grit” Für die Leinwand verfasst durch Joel Coen & Ethan Coen
  • “Winter's Bone” Für die Leinwand adaptiert durch Debra Granik & Anne Rosellini
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Und ein neuer Pixar-Film, der sich in einer Drehbuchkategorie durchsetzen kann. Zudem ist es eine der wenigen Fortsetzungen, die sich in der Adaptionskategorie gegen die klassischeren Theater- und Buchadaptionen durchsetzen konnte. Ein Sieg scheint aber leider ausgeschlossen... Verflucht seist du... Faaaaaceboooooook! *erkenne die Hommage!*

Bestes Original-Drehbuch:
  • “Another Year” Geschrieben von Mike Leigh
  • “The Fighter” Drehbuch von Scott Silver und Paul Tamasy & Eric Johnson; Story von Keith Dorrington & Paul Tamasy & Eric Johnson
  • “Inception” Geschrieben von Christopher Nolan
  • “The Kids Are All Right” Geschrieben von Lisa Cholodenko & Stuart Blumberg
  • “The King's Speech” Drehbuch von David Seidler
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Irgendwo beginnt ein Blogger gerade eine erregte Hasstirade auf die Academy-Abneigungen gegenüber Horrorfilme und Psychothriller, da Black Swan trotz all seiner Kritikeranerkennung keine Nominierung erhielt, während Mike Leigh (mehr oder weniger überraschend) eine weitere Nominierung abgreifen konnte.

Beste Filmmusik:
  • “Drachenzähmen leicht gemacht” John Powell
  • “Inception” Hans Zimmer
  • “The King's Speech” Alexandre Desplat
  • “127 Hours” A.R. Rahman
  • “The Social Network” Trent Reznor und Atticus Ross
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Sehr, sehr, sehr schade um Tron: Legacy, aber ich freue mich unheimlich über die trotz allem unsicher scheinende Nominierung für Drachenzähmen leicht gemacht.

Bester Song:
  • “Coming Home” aus “Country Strong” Musik und Text von Tom Douglas, Troy Verges und Hillary Lindsey
  • “I See the Light” aus “Rapunzel” Musik von Alan Menken, Text von Glenn Slater
  • “If I Rise” aus “127 Hours” Musik von A.R. Rahman, Text von Dido und Rollo Armstrong
  • “We Belong Together” aus “Toy Story 3" Musik und Text von Randy Newman
Prognosenerfolg: 2/5
Kommentar: Ich lag richtig, dass der fünfte Slot leer bleibt, und dass Rapunzel nominiert wird. Ansonsten: Upps...

Die meistnominierten Filme:

12 Nominierungen für The King's Speech
10 Nominierungen für True Grit
8 Nominierungen für The Social Network
8 Nominierungen für Inception
7 Nominierungen für The Fighter
6 Nominierungen für 127 Hours
5 Nominierungen für Black Swan
5 Nominierungen für Toy Story 3
4 Nominierungen für The Kids Are All Right
4 Nominierungen für Winter's Bone
3 Nominierungen für Alice im Wunderland
2 Nominierungen für Biutiful
2 Nominierungen für Drachenzähmen leicht gemacht
2 Nominierungen für Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1

Das fürfte viele überraschen: Nicht The Social Network oder Inception erhielt die meisten Nominierungen, sonder The King's Speech. Es könnten glatt wieder die 90er-Jahre sein, als Harvey Weinstein die Oscarwelt dominierte. Toy Story 3 steht Zehenspitze an Zehenspitze mit Black Swan, was man als Ehrung für den einen oder als Entäuschung für den anderen bezeichnen könnte. Rapunzel hätte mehr Liebe verdient. Und nichtmal eine Nominierung für Christopher Nolan als bester Regisseur? Ehrlich?

Prognosen-Gesamterfolg: 75/101
Ich bin insgesamt recht zufrieden mit meiner Prognose, aber es kann immer noch besser werden. Es zeichnet sich in den letzten Jahren ab, dass ich mich oft zu Gunsten von Filmen irre, die ich bereits sah. Wird Zeit, dass ich die Möglichkeit bekomme, alle Topfavoriten vor dem Tag der Nominierung zu sehen!

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Samstag, 22. Januar 2011

Oscar 2011: Meine dritte Prognose

Am Dienstag werden sie endlich bekannt gegeben, die Nominierungen für die mittlerweile 83. Academy Awards. Mit weiteren Nominierungs-Kurzlisten und den Golden Globes im Rücken, hoffe ich eine akkuratere Prognose abgeben zu können, als noch vor einigen Wochen.
Als Orientierung für meine Prognose dienen, wie eh und je, Oscar-Vorwissen, bisherige Preise, Hype um gewisse Filme bzw. Leistungen sowie Bauchgefühl. Wie viel das wert ist, wissen wir in wenigen Tagen...

Die Reihenfolge meiner potentiellen Nominierten drückt aus, wie wahrscheinlich ich eine Nennung am Dienstag einschätze. Sichere Tipps zuerst.

Bester Film:

  • The Social Network
  • Inception
  • Black Swan
  • Toy Story 3
  • The King's Speech
  • The Kids Are All Right
  • The Fighter
  • True Grit
  • 127 Hours
  • The Town 
Ersatzkandidaten: Winter's Bone, Blue Valentine, Another Year  
Wild geratene Überraschung: Shutter Island 
Ich bleibe meinen Tipps aus der zweiten Oscar-Prognose treu. Die Sicherheit, mit der ich manche Filme nenne, hat sich geändert, manche gewannen an Vertrauen, andere verloren, doch ich bleibe dabei, dass dies die zehn nominierten Filme sein werden. Damit gäbe es dieses Jahr eine absolute Deckungsgleichheit mit den Nominierungen der Produzentengewerkschaft.

Beste Regie:
  • David Fincher - The Social Network 
  • Christopher Nolan - Inception
  • Darren Aronofsky - Black Swan
  • Tom Hooper - The King's Speech
  • Ethan & Joel Coen - True Grit
Ersatzkandidat: David O. Russel für The Fighter
Es ist gewagt, gegen die Nominierungen der Director's Guild Awards zu setzen, aber ich denke, dass die Academy die Coens mehr liebt, als die Regie-Gewerkschaft. Somit bleibe ich einfach bei meiner letzten Prognose. Sollte ich mich irren, dann war es ein naheliegender Fehler und Russel wird den Platz der Coens einnehmen, aber wenn ich richtig liege, umso mehr Ruhm für meine hellseherischen Fähigkeiten!

Bester Hauptdarsteller:
  • Colin Firth - The King's Speech
  • James Franco - 127 Hours
  • Jesse Eisenberg - The Social Network
  • Jeff Bridges - True Grit
  • Javier Bardem - Biutiful
Ersatzkandidaten: Robert Duvall für Get Low, Ryan Gosling für Blue Valentine, Mark Wahlberg für The Fighter
Die Schauspieler-Gewerkschaft nominierte bei ihren Preisen Duvall an Stelle von Bardem, doch Anton Chigurh hat viele Anhänger in der Academy und zudem bekam Bardem eine überraschende BAFTA-Nominierung.  Die Liebe für True Grit bleibt bestehen, und so muss ich leider zwei der Globe-Nominierten rauskegeln. Wahlberg und Gosling standen bei meiner letzten Prognose am unteren Ende des Feldes und müssen deshalb leider packen. Und aufgrund Duvalls SAG-Nominierung, rutschen sie auch hinter ihn.

Beste Hauptdarstellerin:
  • Natalie Portman - Black Swan
  • Annette Bening - The Kids Are All Right
  • Nicole Kidman - Rabbit Hole
  • Jennifer Lawrence - Winter's Bone
  • Michelle Williams - Blue Valentine
Ersatzkandidaten: Hillary Awank für Betty Anne Waters, Julianne Moore für The Kids Are All Right, Hailee Steinfeld für True Grit, Lesley Manville für Another Year
Ich fühle mich hilflos. Bening und Portman sind nahezu sicher (Portman wird auch garantiert gewinnen), aber der Rest ist ein gewaltiges Gedränge für die verbliebenen Plätze. Und rein theoretisch könnten sowohl Steinfeld, als auch Moore genauso gut durch etwas Stimmen-Verschieberei in die Nebendarstellerinnen-Kategorie gemogelt werden. Ich beiß die Zähne zusammen und warte auf die Bekanntgabe der Nominierten...

Bester Animationsfilm:
  • Toy Story 3
  • Drachenzähmen leicht gemacht
  • Rapunzel
Ersatzkandidaten: The Illusionist, Ich - Einfach unverbesserlich
Ich bleibe bei meiner letzten Vorhersage: Die Academy liebt Disney, so sehr, dass sie damals Bolt einigen anderen Kandidaten (wie Waltz with Bashir) vorgezogen hat. Das sollte Rapunzel (verdient) in das viel zu enge Nominiertenfeld hieven.


Bestes Original-Drehbuch:
  • David Speidler - The King's Speech 
  • Christopher Nolan - Inception
  • Stuart Blumberg & Lisa Cholodenko - The Kids Are All Right
  • Mark Heyman, Andres Heinz & John J. McLaughlin - Black Swan
  • Eric Johnson, Scott Silver & Paul Tamasy für The Fighter
Ersatzkandidaten: Derek Cianfrance, Joey Curtis & Cami Delavigne für Blue Valentine, Mike Leigh für  Another Year, Nicolle Holofcener für Please Give
Ich bin mir der Schizophrenie bewusst, The Fighter nun im Rennen für einen Drehbuch-Oscar zu sehen, während ich David O. Russell weiterhin nicht im Regie-Feld sehe. Aber die Nominierungen für die WG-Awards sind nicht zu missachten. Zwar sind die gestrengen Regeln der Autoren-Gilde immer Anlass, ein oder zwei Filme rauszustreichen, da ein paar der disqualifizierten Drehbücher bei den Oscars wieder Anerkennung finden... doch ich schätze, dass von den fünf WGA-Nominierungen in dieser Kategorie Please Give bei weitem die verletztlichste ist. Deren Platz nimmt The King's Speech ein.

Bestes adaptiertes Drehbuch:
  • Aaron Sorkin - The Social Network
  • Michael Arndt - Toy Story 3
  • Ethan & Joel Coen - True Grit
  • Danny Boyle & Simon Beaufoy - 127 Hours 
  • Ben Affleck, Peter Craig & Aaron Stockard für The Town
Ersatzkandidat: Debra Granik, Anne Rosellini & Daniel Woodrel für Winter's Bone, Robert Harris & Roman Polanski für Der Ghostwriter
Da ich im Gegensatz zu vielen anderen Bloggern Winter's Bone nicht fest zu den zehn Nominierungen in der Hauptkategorie zähle, und The Town zu meiner Freude bei den WGAs nominiert wurde, gehe ich das Risiko ein und "befördere" ihn vom Ersatzkandidaten zum potentiellen Kandidaten. Verdient hätte es Ben Afflecks spannendes Kriminaldrama auf jeden Fall.

Bester Schnitt:
  • Lee Smith - Inception
  • Andrew Weisblum - Black Swan
  • Kirk Baxter & Angus Wall - The Social Network 
  • Tariq Anwar für The King's Speech
  • Jonathan Amos & Paul Machliss - Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt
Ersatzkandidaten: Pamela Martin für The Fighter,Jeffrey M. Werner für The Kida Are All Right, "Roderick Jaynes" für True Grit, Jon Harris für 127 Hours, Dylan Tichenor für The Town, Thelma Schoonmaker für Shutter Island
Mangels Nominierung bei den Preisen der Cutter-Gewerkschaft, sind die Chancen für The Town enorm gesunken. Als Ersatz habe ich jedermanns Lieblings-Oscarüberraschungsmöglichkeit The King's Speech gewählt, auch wenn The Fighter ebenfalls gute Chancen hat, schließlich benötigt es als Sportlerdrama einen dynamischen Schnitt. Aber diesen Slot gebe ich weiterhin Scott Pilgrim. Es wäre eine Überraschung, aber er hat eine Comedy-Nominierung für den Besten Schnitt bei den Cutter-Preisen, und mutige Innovationen sollten doch eigentlich bei den Oscars entlohnt werden...


Bester Nebendarsteller:
  • Christian Bale - The Fighter
  • Geoffrey Rush - The King's Speech
  • Andrew Garfield - The Social Network
  • Jeremy Renner - The Town
  • Justin Timberlake - The Social Network
Ersatzkandidaten: Mark Ruffalo für The Kids Are All Right, Matt Damon für True Grit, John Hawkes für Winter’s BoneIch kann an dieser Stelle nur erneut beteuern, was ich bei meiner letzten Prognose schrieb: Eigentlich ist Timberlake eine verrückte Entscheidung von mir, da er die Nominierung zwar verdient haben mag, aber Mark Ruffalo die klassischere Wahl ist. Außerdem ist mit Andrew Garfield bereits ein anderer, junger Darsteller für den gleichen Film eine (recht) sichere Nominierung. Aber Justin Timberlake soll die letzten Wochen wohl hart daran gearbeitet haben, sicherzustellen, dass er eine Oscar-Nominierung als Ehre sehen würde und einiges der PR-Arbeit an The Social Network fand in seiner Gegenwart statt. Das könnte vielleicht ein paar unsichere Stimmen überzeugt haben. Wie bei Scott Pilgrim in der Schnitt-Kategorie, denke ich mir hier: Wer nicht wagt...

Beste Nebendarstellerin:
  • Melissa Leo - The Fighter
  • Helena Bonham Carter - The King's Speech
  • Amy Adams - The Fighter
  • Hailee Steinfeld - True Grit
  • Mila Kunis - Black Swan
Ersatzkandidaten: Jacki Weaver für Animal Kingdom, Lesley Manville für Another Year, Julianne Moore für The Kids Are All Right, Sissi Spacek für Get Low, Dianne Wiest für Rabbit Hole
Obwohl Steinfeld eigentlich zu den Hauptdarstellerinnen zählt, hat man sie erfolgreich in die Nebenkategorie abgeschoben, wohl auch, weil Kinder dort eher Glück haben. Die SAG-Awards bestätigten meine letzte Prognose, und deshalb werde ich sie trotz der ungewöhnlichen BAFTA-Nominierungen (Barbara Hershey anstatt Kunis für Black Swan, Manville für Another Year, Miranda Richardson für We Want Sex statt Leo für The Fighter) beibehalten. Mein Bauchgefühl ist bei den oben genannten fünf Schauspielerinnen einfach stabiler...

Beste Filmmusik:
  • Hans Zimmer - Inception
  • Trent Reznor & Atticus Ross - The Social Network
  • Alexandre Desplat - The King's Speech
  • John Powell - Drachenzähmen leicht gemacht
  • Daft Punk - Tron: Legacy
Ersatzkandidaten: A.R. Rahman für 127 Hours, Danny Elfman für Alice im Wunderland
Ich setze weiterhin stur auf Tron: Legacy und behalte meine letzte Prognose bei. Rahman soll, wie mir zu Ohren kam, große Fans in der Academy haben, allerdings soll gleichermaßen die zu Beginn der Saison starke Liebe für 127 Hours wieder erloschen sein - und ich hoffe, dass Daft Punks sich perfekt mit dem Film vermischende Musik davon profitieren kann. Es ist ein ungewöhnlicher Soundtrack für die Oscars, aber wenn zwei Hip-Hop-Songs gewinnen können, wieso sollte ein elektronisches Dance-Orchester nicht nominiert werden? Zumal ist es ein erfolgreicher Soundtrack, und das wird in den Musik-Kategorien hin und wieder entlohnt...

Beste Kamera:
  • Wally Pfister - Inception
  • Matthew Libatique - Black Swan 
  • Roger Deakins - True Grit
  • Jeff Cronenweth - The Social Network
  • Danny Cohen - The King's Speech
Ersatzkandidaten: Enrique Chediak & Anthony Dod Mantle für 127 Hours, Bob Richardson für Shutter Island, Robert Elswit für The Town
The Social Network ist keine garantierte Nominierung! Bei den BAFTAs wurde David Finchers Drama nicht einmal nominiert, dafür fand 127 Hours Berücksichtigung. Und dennoch nehme ich Danny Boyles Abenteuerdrama aus "meinem" Kamerafeld heraus. Wie bereits gesagt, soll die Unterstützung für 127 Hours nachlassen, und die BAFTA-Nominierung lässt sich vielleicht mit Boyles Pass erklären. Als Ersatz habe ich angesichts des steigernden Buzz The King's Speech ausgesucht - somit würden die ASC Awards und die Oscar-Nominierungen deckungsgleich sein, was etwa alle zehn Jahre mal geschieht. Aber wieso sollte es nicht passieren?

Bestes Szenenbild:
  • Guy Dyas - Inception 
  • Eve Stewart - The King's Speech 
  • Jess Gonchor - True Grit 
  • Robert Stromberg  - Alice im Wunderland
  • Therese DePrez - Black Swan
Ersatzkandidaten: Dante Ferretti für Shutter Island, Darren Gilford & Lin MacDonald für Tron Legacy
Spiegel, wohin man schaut, Sets mit bedrohlichen Schatten und generelle Liebe für diesen Film: Ich springe auf den Black Swan-Zug auf und opfere für ihn Shutter Island. Der Film ist "zu alt" für die Oscars.

Beste Kostüme:
  • Colleen Atwood - Alice im Wunderland
  • Jenny Beaven - The King's Speech
  • Mary Zophres - True Grit
  • Sandy Powell - Der Sturm
  • Michael Wilkinson - Tron: Legacy
Ersatzkandidaten: Michael Kaplan für Burlesque, Amy Westcott für Black Swan, Janty Yates für Robin Hood
Keine Neuerungen bei dieser Vorhersage. Burlesque glitzert und schimmert zwar, aber dies sind nicht die Make-Up-Preise, wo die eigentliche Filmqualität völlig ignoriert werden. Black Swan wäre eigentlich ein naheliegender Kandidat, allerdings müssen die nicht von Amy Westcott für den Film gestalteten Ballett-Kostüme ausgeblendet werden, was die Alltagskleidung der Figuren zurücklässt, die die mondäne, nach der in dieser Kategorie üblicherweise gestrebt wird, vermissen lässt. Also hätten wir einen von vielen bereits völlig vergessenen Historien-Schinken (Robin Hood) oder Michael Wilkinsons exzentrisch-stylische Retro-Futurismus-Kluften aus Tron: Legacy auf dem Zettel. Da wäre letzterer klar die bessere Wahl und ich hoffe inständig, dass Wilkinsons Arbeit auch mit einer Nominierung entlohnt wird.

 Bestes Make Up:
  • Alice im Wunderland
  • True Grit
  • The Fighter
Ersatzkandidaten: Wolfman, Barney's Version, The Way Back, Jonah Hex
Bloß sieben Filme kommen für die drei Slots dieser Kategorie in Frage, und dennoch fischt die gesamte Oscar-Bloggerwelt im Dunkeln. Beim Make-Up kann einfach alles passieren, und so geht es auch allen anderen. Ich tippe wild auf blass geschminkte Dauer-Kollaborateure eines verrückten Regisseurs, den dreckig-realistischen Western-Look von True Grit und Verletzungseffekte bei The Fighter.


Beste Spezialeffekte:
  • Inception
  • Tron: Legacy
  • Alice im Wunderland
  • Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 7.1
  • Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt
Ersatzkandidaten: Eine Liste der weiteren vornominierten Filme findet ihr hier
Seit meiner letzten Prognose hat sich nicht wirklich was in diesem Bereich getan - und deshalb bleibe ich bei diesen Fünfen.

Bester Ton:
  • Inception
  • True Grit
  • Black Swan
  • Tron: Legacy
  • Salt
Ersatzkandidaten: The Social Network, The King's Speech, Toy Story 3, 127 Hours, Shutter Island
Laut den Insiderstimmen von In Contention soll Columbia Pictures wohl in einem ganz raffinierten Schachzug "For Your Consideration"-Kopien von Salt nur stimmberechtigten Academy-Mitgliedern geschickt haben, die während der NominierungsperiodeZeit totzuschlagen hatten - in der Hoffnung, dass sie sich Salt ansehen und mit frischen, positiven Erinnerungen an den Nominierungsprozess gehen. Angeblich soll das wohl gut funktioniert haben, zumindest sollen etwas redseligere Mitglieder ausgeplaudert haben, dass ihnen Salt akustisch sehr gut gefiel. Tron: Legacy dagegen sei manchen zu laut - wir dürfen also damit rechnen, dass Salt oder Tron: Legacy wahlweise von einem der Nominierten für den Cinema Audio Society Award oder durch die BAFTA-nominierten 127 Hours und/oder The King's Speech ersetzt werden. Wenn sich nicht Pixar durchsetzt.


Bester Tonschnitt:
  • Inception
  • Tron: Legacy
  • Black Swan
  • Toy Story 3
  • Drachenzähmen leicht gemacht
Ersatzkandidaten: True Grit, 127 Hours, Salt, The Social Network, The King's Speech, Iron Man 2, Shutter Island
So weit mich mein Laienwissen hier nicht verlässt (eventuell sind wir schon Dienstag klüger), sollte Tron: Legacy hier bessere Chancen haben, da "zu laut" als Beschwerde eher dem Ton bzw. der Tonmischung angelastet wird, und nicht dem Tonschnitt. Da hat das Effektspektakel mit seinen einschneidenden Toneffekten ein kleines Heimspiel - und während bei den CAS Awards der Tonmixer keine Liebe für Tron: Legacy gezeigt wurde, waren die Töne schneidenden Mitglieder der MPSE gönnerhafter. Inception dürfte verhältnismäßig sicher sein, auch beim kunstvoll-melodramatischen Ballett-Psychohorror Black Swan bin ich zuversichtlich, schließlich müssen die Schockmomente perfekt gesetzt sein. Ansonsten setze ich auf "Liebe für Pixar" und auf Randy Thom, der vor Drachenzähmen leicht gemacht zwei Oscar-Siege nach Hause fuhr (Die Unglaublichen und Der Stoff, aus dem die Helden sind) und zwölf weitere Male nominiert war (u.a. für Ratatouille, Die Rückkehr der Jedi-Ritter und dem womöglich stillsten Disney-Realfilm aller Zeiten, Wenn die Wölfe heulen).


Bester fremdsprachiger Film:
  • In einer besseren Welt - Dänemark
  • Biutiful - Mexiko
  • Life, above all - Südafrika
  • Outside the Law - Algerien
  • Incendies - Kanada
Ersatzkandidaten: Simple Simon aus Schweden, Dogtooth aus Griechenland, Confessions aus Japan, Even the Rain aus Spanien
Ich halte mich eigentlich vor der Bekanntgabe der Nominierten aus dieser Kategorie raus, weil ich überhaupt kein Gefühl dafür habe, was bei der Academy ankommt und was nicht, aber ich will mich einfach mal herausfordern. Nachdem das Feld von offizieller Seite eh auf neun Filme runtergekürzt wurde, kann es auch nicht viel schlechter als beim Make Up werden. Meine Begründungen für die fünf "Auserwählten": Der dänische Beitrag gewann den Golden Globe, Mexiko hat mit Iñárittu (21 Grams) einen prestigeträchtigen Regisseur, Incendies ist in meiner Liste, weil die meisten Oscar-Blogger sich so sicher mit dem Film sind (das kann also entweder einen guten Grund sein, oder alle plappern irgendwem nach, der wild herumgeraten hat), Life, above all gefiel Kritikerpabst Roger Ebert enorm und der algerische Beitrag, der ein Familiendrama gegen Algeriens Kampf um Unabhängigkeit schneidet... der klingt einfach zu typisch, als dass ich ihn raushalten könnte.


Bester Song:
  • I See the Light / Endlich sehe ich das Licht aus Rapunzel
  •  You Haven’t Seen the Last of Me” aus Burlesque
  • Shine aus Waiting for Superman
Wer weiß?: Chanson Illusionist aus The Illusionist, Coming Home aus Country Strong, We Belong Together aus Toy Story 3, If I Rise aus 127 Hours, Bound to You aus Burlesque
Damit ihr euch zu Hause selbst eure eigene Oscar-Vorhersage für diese Kategorie zusammenbasteln könnt, habe ich die meistgenannten weiteren Lieder aus anderen Prognosen mal für euch aufgezählt. Ich bleibe derweil stur bei meiner "Es werden nur drei Lieder nominiert!"-Theorie, bloß dass ich Chanson Illusionist durch den Song Shine aus der das US-Bildungssystem kritisierenden Dokumentation Waiting for Superman ersetzt habe. Grammy-Gewinner John Legend scheint mir doch etwas mehr Zugkraft zu haben, als die von mir gemutmaßte Sympathie der Academy für Musik aus Filmen von Sylvain Chomet.

Das waren dann auch schon meine Prognosen für die Dienstag anstehenden Oscar-Nominierungen. Wer sich dafür interessiert, mit welchem naiven Enthusiasmus und Glauben an Überraschungen ich meine erste Prognose für dieses Jahr anging, der klickt hier. Rückblickend noch putziger ist meine erste Prognose für die Oscars 2009. Für einen detaillierteren Blick auf die meiner Meinung nach beste Oscar-Kampagne dieses Jahres, solltet ihr hier klicken.