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Donnerstag, 23. Februar 2012

Hans Zimmer: Der Sound für Hollywood

Bildquelle & Copyright: Ken Hively / Los Angeles Times

Amazon hat sich mit seinen Kaufempfehlungen eine verführerische Sache geschaffen, die zwar ab und zu lachhafte Tipps abliefert, im Großen und Ganzen aber seinen Kunden gerissen das Geld aus den Taschen zieht. Diese Woche wurde auch ich Opfer von Amazons Vorschlägen:

Hans Zimmer ist, sollte dieser Blog irgendwelche StammleserInnen haben, die das noch nicht wissen, mein absoluter Lieblingskomponist. Und ich wollte mich Anfang der Woche endlich mal wieder selbst belohnen, und mich bei Amazon mit ein paar seiner Soundtracks eindecken. So weit, so gut. Doch kaum wollte ich meine Bestellung abgeben, springt mir diese verfluchte Kaufempfehlung ins Auge. Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?: Hans Zimmer - Der Sound für Hollywood. Eine DVD mit einer Dokumentation über den Werdegang und die Arbeitsmethoden des Mannes, der die genialen Filmmusiken zu Rain Man, Der König der Löwen, Fluch der Karibik, Inception, etc. geschrieben hat ... Nach kurzer Überlegung wurde ich schwach. Mein armer Geldbeutel ...

Der Kauf hat sich aber, meiner Meinung nach, durchaus gelohnt. Die Dokumentation selbst ist mit weniger als einer Stunde Laufzeit etwas kurz ausgefallen, dahingehend entschädigen allerdings die Bonus-Interviews im Bonusmaterial, die mit rund zwei Stunden sehr ausführlich sind.

Die Doku selbst steigt kurz damit in die Materie ein, einige Filmemacher über ihre Erfahrungen mit Hans Zimmer sprechen zu lassen, bevor am Exempel von The Dark Knight Zimmers experimentellere Seite vorgeführt wird. Es geht um die Entstehung des Joker-Themas im Speziellen und Zimmers perfektionistische und dennoch auch lässige Weise im Allgemeinen. Nachdem etabliert wurde, wie Zimmer so tickt, macht das Porträt von Ariane Rieker & Dirk Schneider einen Sprung zurück in Zimmers Kindheit. Da ich mich bislang eher mit dem Hörgenuss sowie bei manchen Scores auch mit der Analyse seiner Arbeit beschäftigte, und weniger mit dem Privatmenschen, habe ich in diesem Abschnitt der Doku sehr viel lernen können: Hans Zimmer stammt zwar aus einer gut situierten Familie (er wuchs in einer 36-Zimmer-Villa auf), war jedoch aufgrund des frühen Tod seines Vaters und seiner emotional belasteten Mutter (ein Jugendfreund erklärt, dass nur zwei Räume der Villa genutzt wurden und man vorsichtig sein musste, wann man eintritt) ein Problemkind in der Schule. Nach zahlreichen Schulwechseln fand er in einer Londoner Reformschule endlich eine Institution, wo er sich mit seinen Mentoren verstand. Vor allem, weil sie musikalisch sehr offen waren und Zimmer freien Lauf ließen, seiner Leidenschaft nachzugehen.

Es folgt ein Segment über Zimmers Zeit bei den Buggles und ihren Erfolg mit Video Killed the Radio Star, in dem auch erklärt wird, dass Zimmer unter anderem aus dem Popgeschäft floh, dass man dort von Musikern den immer gleiche Sound erwartet. Deshalb zog es ihn zur Filmmusik, da dort viel mehr Möglichkeiten existieren, Genres und somit auch musikalische Stilrichtungen zu wechseln oder zu kombinieren. In England kooperierte er zunächst mit Stanley Myers (Mein wunderbarer Waschsalon, Homo faber), der für den künftigen Oscar-Gewinner eine schützende Mentorenrolle übernahm. Mit Rain Man erhielt Zimmer erstmals ein Angebot aus Hollywood - und erhielt prompt eine Oscar-Nominierung. Interessanter Fakt am Rande: Zimmer ist mit seiner Musik zu diesem mehrfach Academy-Award-gekrönten Drama vollkommen unzufrieden, weil er seine noch unfertigen Melodien aus Nervosität gegenüber den Hollywood-Filmemachern nicht behühtete, sondern bei Gefallen schon im inkompletten Zustand abgab. Deshalb ist er sich auch sicher, dass ihm die Oscar-Nominierung für seinen Einstand in Hollywood nur zuteil kam, weil die Academy beim Namen Hans Zimmer dachte "das klingt deutsch und alt, der hat sicher schon viel geleistet, lasst uns das belohnen!"

Mit Zimmers Durchbruch verlässt die Dokumentation wieder den chronologischen Pfad und öffnet sich nacheinander mehreren Themen. Erneut wird Zimmers Arbeitsmethode behandelt, unter anderem berichtet Rango- und Fluch der Karibik-Regisseur Gore Verbinski davon, dass Zimmer die Filmemacher zunächst über die Beweggründe hinter dem Film ausquetscht. Auch der von mancher Seite aus harsch kritisierte Hang Zimmers zu Massenkollaborationen mit seinen Komponisten aus der Musikwerkstatt Remote Control Productions wird thematisiert. Gerade hier zeigt sich die Dokumentation eher sachlich und distanziert, statt Zimmer entweder als Visionär darzustellen, oder wie seine Gegner als Strippenzieher hinter einer Fließbandproduktion. Es wird erklärt, wie die Vorgänge und Arbeitsverhältnisse in Zimmers Studio aussehen, und das Urteil bleibt dem Betrachter überlassen. Dieser Part setzt allerdings auch eine gewisse Grundkenntnis  mit der Thematik Filmmusik bzw. erweitertes Interesse voraus, wer sich mit der Sache nie auseinandergesetzt hat, dürfte schnell verloren sein. Wohl auch deshalb ist dieser Abschnitt sehr kurz, so dass der unkundige Zuschauer nicht völlig ausgeschlossen wird. Jedoch ist dieser Part für Filmmusikfreunde einer der spannenderen, so dass die Dokumentation an diesem Punkt etwas seicht herüberkommt.

Zum Ende hin wird Zimmers Selbstverständnis beleuchtet und scherzende Kommentare von James L. Brooks und Jeffey Katzenberg sowie amüsante Anekdoten aus den Arbeiten an Fluch der Karibik und Inception sorgen für einen runden, unterhaltsamen Abschlus.

Das sehr empfehlenswerte Bonusmaterial zeigt noch längere Interviewpassagen der bereits in der Dokumentation vorkommenden Filmemacher und Musiker. Mit Jeffrey Katzenberg, Gore Verbinski, Werner Herzog (Fun Fact: Herzog und Terence Malick lieben den Film König der Löwen!), Mitgliedern von Remote Control und vielen anderen ist die Palette an Meinungsgebern sehr groß, und in den Interviews werden auch Dinge näher erläutert, die in der Doku zu kurz kamen, darunter auch die Methoden von Remote Control. In rund 40 Minuten kommt auch Zimmer selbst zu Wort, der sich auch selbstkritisch über die deutliche Inspiration durch klassischer Musik äußert und nachdenkliche Beobachtungen bezüglich des Untergangs der Orchesterkultur macht. Über den Vorwurf des Selbstklaus sagt er wiederum, dass er ungern zweimal das gleiche tut und stets versucht, neue Facetten an seiner Musik zu entdecken. Er habe aber, wie auch viele Regisseure und Autoren, seine ganz eigene Stimme, weshalb er manche Musikpassagen nunmal gerne mit der einen oder anderen Notenfolge beendet oder bestimmten Projekten eine ähnliche Klangfarbe gibt.

Fans von Hans Zimmer und Leuten, die sehr an Filmmusik generell interessiert sind, kann ich die kurze, aber informative Dokumentation dank der ausführlichen Extras nur ans Herz legen. Wer sich aber unsicher ist, ob ihn diese Sache reizt, sollte sich das Geld lieber für ein paar Soundtrack-CDs aufheben.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Der Gott des Gemetzels, Hans Zimmer und Theaterschluss

Ein Artikel, der nirgends hinführt
Enthält Spoiler zu Der Gott des Gemetzels und Sherlock Holmes 2: Spiel im Schatten
(sowie Einschätzungen der tonalen Natur der Schlussszenen von Fluch der Karibik 1 & 2, Inception und The Dark Knight, aber nichts von inhaltlicher Natur)

Ich habe letztens endlich Der Gott des Gemetzels sehen können, und ich sollte definitiv eine Filmkritik über Roman Polanskis herrlich irrwitziges Kammerstück verfassen. Da ich nun jedoch auch in den Genuss kam, Sherlock Holmes: Spiel im Schatten in einem sehr gut gefüllten Kinosaal zu genießen, brennt mir zunächst dieses Thema hier mehr auf den Nägeln ...

Die Theaterverfilmung Der Gott des Gemetzels, das möchte ich bereits meiner Kritik vorwegnehmen, hat mir sehr gut gefallen. Was mich jedoch ein wenig störte, oder besser gesagt meinem Genuss des Films einen holprigen Abbruch versetzte, war der Schluss. Nun, um jene einzuweihen, die Gott des Gemetzels nicht gesehen haben, und trotzdem meinen, diesen Artikel lesen zu müssen: Der Film handelt von zwei streitenden Ehepaaren. Anfangs kamen sie zusammen, um über eine Prügelei ihrer elfjährigen Söhne zu verhandeln, doch diese Diskussion ufert maßlos aus. Eine solche Geschichte, noch dazu wenn sie als Filmkomödie erzählt wird, bietet sich meiner Auffassung nach für folgende zwei Abschlüsse an: Entweder der Streit wird gelöst (was narrativ sicherlich schwer einzufädeln ist und vielleicht auch abgelutscht harmonisch sein könnte) oder als Autor/Regisseur endet man mit einem großen, knalligen Schlussgag. So kann man dem Kinopublikum Sand in die Augen streuen, es wohl unterhalten mit dem Abspann nach Hause schicken, bevor es merkt, dass der Konflikt noch immer nicht gelöst ist und es kein inhaltliches Ende erhalten hat.

Gott des Gemetzels macht keins von beidem, sondern wählt eine dritte Option: Mit einem sehr leisen Lacher plätschert er einfach in den Abspann hinein. Ein kleiner Gag (ein unerwartetes, verteufeltes Handyklingeln), Abblende, Schluss.
Vielleicht liegt es an mir, eventuell bin ich noch von meinem Germanistikstudium geschädigt, keine Ahnung. Jedenfalls war ich in der einen Sekunde noch voll im Film drin und grinste bis über beide Ohren, aber in der anderen Sekunde, in der das Bild zu Schwarz überging, sagte ich nur noch halblaut zu mir selbst: "Pfff ... Theaterende!"

Gut möglich, dass ich mir irgendetwas einbilde, oder einfach nur in die falschen Stücke ging. Aber ich finde durchaus, dass die Mehrheit moderner Theaterstücke (insbesondere moderner Komödien) exakt so enden. Das Stück ist mehr oder minder noch im vollen Gange, die Situation noch nicht vollends gelöst. Es folgt ein kleiner Gag und *wusch* der Vorhang fällt zu. Oder die Bühnenlichter gehen aus. Ende.

Ich kenne Gott des Gemetzels bisher nur als Kinofilm, und wenn ich mir jemals das Theaterstück ansehen sollte, kann ich meine These natürlich nicht überprüfen, da ich die Handlung ja bereits kenne. Trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, dass mich dieses Ausplätschern am Schluss im Theater überhaupt nicht gestört hätte, während es einer der raren Kritikpunkte ist, die ich an der Filmversion habe.

Nun, wieso das denn? Ich vermute recht stark, dass es eine medial bedingte Sache ist. Denn auch wenn ein Kinofilm und ein Theaterstück rein strukturell und narrativ einiges gemeinsam haben können, so sind es noch immer unterschiedliche, narrative Kunstformen. Mit ihren eigenen Gepflogenheiten und Ansprüchen.
Ein Theaterstück verlangt üblicherweise von seinem Publikum wesentlich stärkere Eigenleistungen hinsichtlich der Kreierung der Illusion. Die Kinofassung von Gott des Gemetzels spielt in einem Wohnzimmer, das, so wie die Kamera es uns zeigt, auch vollständig zu sein scheint. Im Theater existieren maximal drei von vier Wänden, und auch dann sind wir nicht "mittendrin", sondern sitzen als Zuschauer in einem Saal, wo wir auf die Bühne herabblicken. Nun lässt sich natürlich argumentieren, dass der Film mit seiner Schnittarbeit und wechselnden Kamerawinkeln ja viel irrealer ist, bloß empfindet das Publikum dem nicht so, und aus dieser Perspektive heraus arbeiten viele Filme auch (es sei denn sie arbeiten mit Illusionsbrechungen).

Bevor ich mich nun völlig in meinen Argumenten stranguliere: Theaterstücke sind eher mit der Grundvoraussetzung im Hinterkopf geschrieben, dass das Publikum immer wieder Mal für einen kurzen Moment innerlich einen Schritt zurückgeht, um das Geschehen zu reflektieren. Und/oder sich der Künstlichkeit des Aufgeführten bewusst zu werden. Und letzten Endes ist auch, so banal das nun auch klingen mag, die Rezeptionssituation eine andere, als im Kino. Das drumherum, das Kernpublikum, und so weiter.

Nun möchte ich keineswegs sagen, dass das Theater die anspruchsvollere Kunstform ist. Selbst wenn es üblicherweise so gehandhabt wird, insbesondere in politischen Diskussionen. Ich bleibe fest bei meiner Meinung, dass Literatur, Theater und Kino einander ebenbürtig sind. Keine Kunst ist per se besser als die andere, und welche dieser Künste jemand als die ihm am nähsten liegende auserwählt, ist nicht vom Intellekt sondern vom persönlichen Gusto abhängig. Dass sich der Film eher um eine den Betrachter gänzlich aufsaugende Wirkung bemüht und den Denkprozess stärker als das Theater auf einen späteren Zeitpunkt verlagert, ist nicht "weniger wert", sondern einfach nur "anders". (Und natürlich muss ich gerade generalisieren ...)

Um aber zum Ende von Gott des Gemetzels zurückzukommen: Ich breche die ganze Theaterkunst zwar gerade auf wenige Sekunden herunter, doch ich muss ja irgendwie meinen Gedanken vermitteln, und ich ahne aus folgenden Gründen, wieso ein ins Nichts plätscherndes Ende im Theater fünktioniert. Da haben wir unsere vier Protagonisten und eine ausweglose Situation. Ein kleiner Gag, wahrlich kein Brüller, sorgt für amüsiertes Grinsen und etwaiges Gekicher, als die Lichter ausgehen. Das Kichern geht nahtlos in den Schlussapplaus über. Unser exemplarischer Theatergänger lehnt sich zu seiner Begleitung rüber: "Darsteller X war richtig toll, oder?", grübelt ein wenig über die Schlussaussage nach, applaudiert weiter, das Licht geht wieder an, das Ensemble verneigt sich, weiteres Getuschel mit der Begleitung, langsames Hinausschreiten gen Lobby. Gute Laune, man hat direkt ein Gesprächsthema, schlufft zur Garderobe ...

Ja, das ist eine generalisierte, vielleicht sogar romantisierte Darstellung des Theaterbesuchs. Aber ihr solltet meinen Gedanken fassen können. Hoffe ich zumindest. Ein echter Kracher zum Schluss, ein Mordsbrüller, würde hier stören. Wir befinden uns ja jetzt nicht in einem Musical wie Der König der Löwen, wo alles mit dem Crescendo von Der ewige Kreis in Gänsehaut und Emotionsüberschuss endet, sondern in einer modernen, satirischen Theaterkomödie. Ein richtig knalliger Schlussgag und dann plötzlich finito, das kann, wenn man es falsch schreibt oder nicht mit dem perfekten Timing spielt, irgendwie irritierend wirken. Findet ihr das nicht auch?

So, nun übertragen wir das 1:1 ins Kino, und durch die leicht veränderte Publikumssituation geht uns die rundum gelungene Wirkung des kleinlauten Schluss-Witzleins irgendwie verloren. Die Handlung steckt ausweglos fest, man hätte den Film entweder schon vor fünf Minuten enden lassen können oder ihn noch ewig weiterspinnen. Eine winzige Pointe, die ein paar, kurze, kaum hörbare Schmunzler rauskitzeln. Schwarzblende, Abspann. Jacken-Gekrame hier, ratloses auf die das Bild entlanglaufenden Namen Gestarre dort, ein flüsterndes Gespräch über den Filminhalt da. Hm ...

(Übrigens: Nicht, dass ich blind dem Theaterstück nun den Vorzug geben will, Polanski hat das filmische Medium gut genutzt und ich bin mir sicher, bei einem Vergleich genügend Punkte zu finden, wo ich die Leinwandadaption wieder gelungener finde. Und wenn der metzelnde Gott den Weg in meine Nähe findet, werd ich's bei Gelegenheit sicher gerne rausfinden. Aber das Artikelthema hier drängt mich halt gerade dazu, mich an dieser winzigen Kleinigkeit von

Gott des Gemetzels ist eine sehr unterhaltsame Komödie, ich habe sie wirklich genossen. Der Film (beziehungsweise seine Vorlage) enthält auch gesellschaftskritische, dramatische Untertöne, nichtsdestoweniger will er sein Publikum aber auch bei Laune halten. Ich sehe mich mit diesem Ende unterhalten aus dem Theater schreiten. So gings mir jedenfalls bereits oft genug. Der Kinofilm hat mich natürlich auch grandios unterhalten, ich bereue nicht einen Cent, den ich in die Kinokarte investiert habe. Allerdings war ich für ein paar Sekunden lang eben nicht auf höchstemn Niveau amüsiert, sondern fiel in meine Kritiker- oder Literaturwissenschaftsrolle und dachte mir halt "Mrmblpf! Also, dieses Ende ... Naja .... Pfff, passt schon!" Womöglich hätte es schon gereicht, das finale Handyklingeln mehr zu "zelebrieren", es also stärker in Szene zu setzen. Oder ein "Smash Cut" statt einer Abblende, dazu vielleicht ein dieses Klingeln als Schlussgag unterstreichender Soundeffekt ... Wäre das schon eine Verbesserung gewesen?

Tja, was hat das alles ausgerechnet mit Sherlock Holmes 2 zu tun?
Dazu muss ich Sachen vergleichen, die es eigentlich nicht zu vergleichen gilt.

Was mich am ersten Sherlock Holmes am meisten störte, war das Ende. Fall geklärt, in aller Gelassenheit die letzten Fäden zusammenbringen, gewissermaßen "die Tage danach" zeigen. Holmes arbeitet gedanklich bereits an seinem nächsten Fall, findet Anlass, sein Vorhaben nach außen zu tragen. Wir stecken praktisch schon in den ersten Minuten einer möglichen Fortsetzung, und mit einem Mal transformiert sich die Szene in den Bleistiftskizzen nachahmenden Abspann. Hans Zimmers Musik dreht langsam hoch, und ich sitze als Zuschauer ein wenig verworren vor dem Film: "Äh, ja, wie, und damit hörst du nun auf? Dir war einer der Gags vor drei Minuten nicht gut genug, und du willst auch nicht lieber noch zwei Minuten weiter gehen, um uns mit einem Pseudo-Plottwist oder Cliffhanger gespannt zurückzulassen? Du ... hörst einfach so auf?"

Für einen so in sich stimmigen und energetischen Film wie Guy Ritchies Sherlock Holmes ist das meiner Meinung nach ein ziemlich lahmer Schluss. Die Fortsetzung dagegen findet ein deutlich besseres, cineastischeres Ende. Oder sollte ich besser sagen "popcornigeres Ende", weil "cineastisch" ausschließlich für's Arthouse reserviert ist? Nun gut, nennen wir es ein "filmischeres Ende"!

Ein dramatischer Abschluss von Sherlock Holmes größten Fall. Still sehen wir "die Wochen danach". Dr. Watson findet die perfekten, alles abrundenden, auch rührenden letzten Worte. Ein mysteriöses Päckchen lässt vage eine Wende vermuten, als der Film clever und lebendig zu seiner Quirligkeit zurückfindet. Und mit einem perfekten Timing hämmert uns ein Fragezeichen einen cleveren Schlussgag entgegen. Exakt in der Sekunde, in der Hans Zimmers wuchtiger, exzentrisch-spaßiger Score den Abspann einleitet. Ein saftiges Grinsen erfüllt das Kinopublikum und flotte, die Atmosphäre des Films einfangende, allerdings etwas besser gelaunte, tänzelnde Musik erklingt. Welch ein Ende für einen gelungenen Kinogang.

Das haben Hans Zimmer (und seine Komponistenzöglinge) sowieso hervorragend drauf. Das Ende von Fluch der Karibik etwa: Es verleiht dem Film nicht noch zusätzliche Substanz oder schenkte der Filmgeschichte mit irgendeiner künstlerisch wertvollen, ästhetischen Breitbildaufnahme ein lyrisches Bild. Und trotzdem halte ich es aufgrund der Darstellung, der Regie und der Musik für eine der besten Schlusssequenzen. Punkt. Ich könnte nun mit Einschränkungen ankommen, etwa "seit der Jahrtausendwende" oder so. Aber nö: Eine letzte, geniale gesprochene Zeile von Johnny Depp, ein wenig Abenteuerlust schürender Singsang und mit dem Zuklappen eines Kompass und zeitlich perfekt abgestimmten Musikeinsatz geht der Film mit einem Hochgefühl in den Abspann hinüber. Auch Teil 2 hätte es nicht besser machen können. Hier gehen die Macher der Pirates of the Caribbean-Reihe die bewährte Cliffhanger-Route. Nun, ein Cliffhanger ist auch immer gut, um die Zuschauer an den Rand ihres Kinosessels zu locken, aber sie können auch frustrierend sein. Ein "Och, Möööööönsch, ich will wissen wie's weitergeht!" hervorrufen.

Die Truhe des Todes (ja, ich bleibe nun penetrant dabei, Fluch der Karibik 2 so zu nennen) endet mit einem dicken Cliffhanger, auf Papier mit einem richtig fiesen noch dazu. Darstellung und Gore Verbinskis atmosphärisch so herrlich wandelbare Inszenierung präsentieren den Cliffhanger allerdings so, dass er die Fans mit einem hämischen Grinsen zurücklässt. Während all dem schwillt die Musik an und genau im richtigen Bruchteil eines Moments kickt das imposante Stück He's a Pirate in den höchsten Gang. Natürlich inklusive Umschnitt zum Abspann. Einen Hauch früher, und man hätte sein eigenes Schlussgrinsen nicht vollauf genießen können, etwas länger, und es würde wie ein urtypischer Cliffhanger aussehen, den man fälschlischerweise angelacht hat.

Oh, und selbstredend sind auch die Schlusssequenzen von Inception und The Dark Knight über nahezu jeden Zweifel erhaben. Ebenfalls nicht zuletzt aufgrund von Hans Zimmers Musik. Zimmer und Christopher Nolan haben es bei Inception geschafft, das Publikum über seine eigene Erwartungshaltung lachen zu lassen (was wieder einmal für das Kino und gegen Heimkino oder gar illegale Alternativen spricht, denn nur in einem gut gefüllten Saal hat man den perfekten Klang der kollektiven Emotion). The Dark Knight hingegen bauscht und bauscht und bauscht dieses ambivaltene, tendentiös triumphale, aber definitiv ehrfürchtige Gefühl auf, und dann rauscht der Abspann herbei. Meine Reaktion bei den ersten paar Sichtungen: Ein von Gänsehaut begleitetes "Wow!"

Jetzt will ich natürlich keinesfalls sagen, dass jeder Film mit einer bombastischen Hans-Zimmer-Abspannsuite enden sollte. Wobei es wirklich einige Filme gibt, die schon allein dadurch einiges an Pluspunkte sammeln würden (etwa Tim Burtons Alice im Wunderland, Prince of Persia - Der Sand der Zeit, Küss den Frosch, Rapunzel oder Titanic). Und selbstredend gibt es Filme, in denen ein unkaschiertes, offenes Ende besser funktioniert, als ein Ende mit einem Knall. Sei es nun Schlussgag, Schlusstusch oder ein emotionales Schlusszitat.

Trotzdem wollte das einfach diskutiert sein.

*WUMMS*
*Laute Musik von Hans Zimmer spielt*
Empfehlenswerte Artikel:

Freitag, 2. September 2011

Noch VIEL mehr Erfolge im Kino, deren unglaublich hohes Einspielergebnis mir unerklärlich bleibt

Publikumsmagnete, bei denen ich mich wundere, wo genau ihre anziehende Kraft herrührt. Darum geht es in der sporadisch auftauchenden Artikelreihe der Erfolge im Kino, deren unglaublich hohes Einspielergebnis mir unerklärlich bleibt. Neben einem Blick auf überraschende Kassenschlager in deutschen Landen ging es mir bereits zwei Mal um weltweite Kinophänomene, die genauso gut Blockbuster-Randnotizen hätten sein können. Nicht immer sind es unverdiente Erfolge. Es sind lediglich Filme, die entweder rückblickend weniger wie massive Hits wirken (etwa, weil sie mehr in Vergessenheit gerieten, als vergleichbare Filme) oder die noch recht aktuell sind - und sich ganz klammheimlich in der ewigen Kinohitliste nach oben schlichen.

Diese Ausgabe konzentriert sich auf den zweiten Fall. Die letzten Kinomonate waren voll mit Großproduktionen, denen man zwar stets den Blockbuster-Status zutraute, aber dass sie dann so erfolgreich wurden, das überraschte dann doch...

Kampf der Titanen (2010)
Weltweites Einspielergebnis: 493,2 Millionen Dollar

Als ich davon gelesen habe, dass ein Kampf der Titanen 2 in Arbeit ist, habe ich nicht schlecht gestaunt. Kampf der Titanen, ehrlich? Von allen Filmen, die sich fortsetzen lassen, wird ausgerechnet dieser in Angriff genommen? Ist sich die Welt nicht einig, dass dieses gebündelte Stück Langeweile Schuld daran ist, dass der Durchschnittskinogänger den Glauben an das 3D-Kino verlor? Ja, Kampf der Titanen gewinnt so schnell weder bei den Zuschauern (5,8 Punkte bei IMDb), noch bei den Kinokritikern (28% bei Rottentomatoes) einen Blumentopf für große Popularität. Naja, wenigstens die Filmbewertungsstelle Wiesbaden fand ihn gut...
Aber ein Blick auf die weltweiten Einnahmen mach schnell klar, woher das Fortsetzungsstreben stammt: 493, 2 Millionen Dollar hat dieses saudämliche Sandalenepos eingenommen. Halt, was bitte schön?
Weltweit gehört Kampf der Titanen derzeit zu den 100 erfolgreichsten Filmen aller Zeiten, während Prince of Persia: Der Sand der Zeit mit seinen 335 Millionen Dollar nichtmal in den Top 200 residiert. Dabei ist es, wie ich finde, so eine schöne Vergleichsgröße. Beides sind mit fantastischen Elementen versehene, in der alten (antiken) Welt spielende Abenteuer-Epen. Mit Gemma Arterton in der Rolle der mythologischen Expositionsgeberin, einer gewissen Tendenz, das Visuelle über den Inhalt zu stellen und einer bereits bekannten Vorlage. Der Unterschied: Das Original zu Kampf der Titanen dürfte nicht einmal halb so bekannt sein, wie die Ubisoft-Games rund um den persischen Prinzen. Erst recht außerhalb der USA. Auch die Disney-Bruckheimer-Marketing-Power sollte abseits der Staaten ordentlich gewirkt haben, während über die Kampf der Titanen-Trailer nur in englischsprachigen Ländern groß diskutiert wurde. Denn die Tagline war preiswürdig: Clash of the Titans - Titans! Will! Clash! Tja, und wo nahm Kampf der Titanen einen Großteil seiner Gewinne ein? Richtig... abseits der USA. 66,9% der Einnahmen kommen vom internationalen Markt, wo weder Sam Worthington große Starpower haben dürfte ("Ach, das in dem Film war der Avatar-Kerl? Wen hat der nochmal gespielt?") und die 3D-Leinwände erst langsam wieder von Alice im Wunderland freigegeben wurden. War es echt allein der 3D-Bonus (und der seinerzeit noch recht unverbrauchte Hype), der Kampf der Titanen in die Kino-Top-100 schummelte? Das kann nicht sein, so groß war sein 3D-Publikum nämlich eigentlich nicht. Kampf der Titanen - keine sonderlich bekannte Geschichte, kein Sensationsmarketing, kein Hype um den Film. Ein Sensationserfolg. Warum auch immer...

Fast & Furious Five (2011)
Weltweites Einspielergebnis: 607,1 Millionen Dollar

Hier hätten wir dann wieder einen Film, bei dem ich zumindest nachvollziehen kann, weshalb er überhaupt erfolgreich war. Fast & Furious Five (oder Fast Five, wie er in den USA betitelt wurde) ist die Fortführung einer Filmreihe mit einer durchaus treuen Fangemeinde. Die erreicht zwar nicht die Größe oder die Euphorie eines Herr der Ringe-, Harry Potter-, Transformers- oder Pirates of the Caribbean-Fanzirkels, dürfte aber auch deutlich leichter zu mobilisieren sein, als etwa die von Narnia, Rush Hour oder Nicolas Cages Vermächtnis-Filmen. Der Haupt-Trailer war zwar einen Tacken zu lang, vermittelte aber ein Gefühl von Endgültigkeit (sie haben gelogen) und versprühte Energie und Spaß. Die Kinokritiker mochten ihn mehr, als alle anderen Teile der Reihe (allein schon, dass sie ihn mochten, ist schon eine kleine Sensation) und der Starttermin erwies sich als ganz klug gewählt. Es war das Vorglühen für einen kommerziell saumäßig erfolgreichen Sommer, im Nacken hatte er nur den Trickspaß Rio, der eine ganz andere Zielgruppe ansprach.
Aber trotzdem: 607, 1 Millionen Dollar für den fünften Teil einer Filmreihe über illegale Autorennen (und nicht-ganz-so-cleveren Diebstahl)? Nein, ich will hier nicht über persönlichen Geschmack argumentieren. Sondern darüber, dass es keine Indizien für solch einen Erfolg gab. Zunächst: Fast & Furious Five tendierte schon in Richtung "Ocean's Eleven, nur simpler und dafür mit schnellen Karren", eine Tendenz, die Teil 6 fortführen will. Der erfolgreichste Teil der Ocean's-Trilogie nahm weltweit 450 Millionen Dollar ein - und hatte die deutlich größere Star-Power als Fast & Furious Five. Dieser Stilwechsel war also nicht der große kommerzielle Megawurf. Und die Fast & Furious-Filmserie war zuvor auch kein Mitglied der großen A-Liste an Hollywood-Franchises. Es war mehr das stylische, flotte Pendant zu Horror-Franchises wie Saw: Konstant erfolgreich, es bedient einen gewissen Nischenmarkt neben den Weltblockbustern, die aber sehr gut. Der komerziell erfolgreichste Teil der Reihe war der direkte Vorgänger Fast & Furious (ja, das ist Teil 4!) - und der nahm insgesamt 363 Millionen ein! Ja, zwischen Teil 4 (!) und Teil 5 (!!) fand mal so eben ein Sprung von 235 Millionen (!!!) statt. Nach oben! Kein Wunder, dass Regisseur Justin Lin plötzlich zu den gefragtesten Action-Regisseuren gehört. Und irgendein Universal-Marketingchef dürfte sich damit auch einen schönen, bezahlten Urlaub verdient haben. Woher genau diese enorme Steigerung kommt... das bleibt mir unklar.

Inception (2010)
Weltweites Einspielergebnis: 840,8 Millionen

Und jetzt sollte wirklich jeder verstehen, dass dies nicht die Artikelreihe "Erfolge, die es nicht verdient haben", sondern "Erfolge, die mich verwundern" ist. Denn ich liebe Inception! Hans Zimmers so massiven, zugleich so gefühlvollen Score. Wally Pfisters sensationelle, hypnotische Kameraarbeit. Das Konzept, das Drehbuch, die Ausführung. Wäre aber jemand am Tag des Kinostarts auf mich zugekommen und hätte gesagt, dass Inception beinahe 850 Millionen Dollar einnimmt, ich hätte müde gesagt: "Schön wär's! Wird aber nichts!"
Und wieso? Weil ich nach The Dark Knight nicht geglaubt hätte, dass die Allgemeinheit Christopher Nolan in das selbe Paket packt wie Steven Spielberg, Peter Jackson, Michael Bay, Roland Emmerich oder James Cameron, dass er zu einem Regisseur wird, dessen Name hängen bleibt. Gore Verbinski, Chris Columbus und Andrew Adamson waren kommerziell erfolgreicher, und die sagen dem Durchschnittskinogänger auch nichts. Ja, Christopher Nolan baute sich eine sehr große Fangemeinde unter Filmliebhabern auf, und das völlig zu recht, aber dass er zu einem Massenmagnet wurde, erstaunte mich dessen ungeachtet. Ich gehöre nicht zu denen, die sagen "The Dark Knight hat die Milliarde nur gepackt, weil Heath Ledgers Tod so einen Medienrummel nach sich zog", trotzdem hätte ich nicht erwartet, dass Nolan mit Inception in die Nähe seines Mega-Über-Blockbusters kommt. 500 Millionen waren meine großzügigen Erwartungen, da das Marketing zwar für den geneigten Filmfan perfekt war (Wuhu, ich bin nicht gespoilert!), aber auf jeden, der nichts über einen Film wissen möchte, kommen üblicherweise zehn die sagen "Äh, und worum geht's nun? Warum soll ich das gucken?" Die Stimmung von Inception schreit auch nicht "Super-Sommer-Spaß", der Film ist komplizierter, als die Blockbuster-Normware, es fehlt einfach alles, was ein Studio davon überzeugen würde, einem Newcomer das für die Umsetzung nötige Geld zu geben. Inception konnte nur verwirklicht werden, weil Warner Vertrauen in Nolan hatte. Was für ein Glück, denn es bescherte uns einen Ausnahme-Blockbuster, der den Zyniker in mir und ganz Hollywood vorführte: Kluge, durchaus deprimierende Filme, die auf neuen Ideen basieren können sehr wohl erfolgreich sein. Vielleicht sollte man den Intellekt des Publikums einfach nicht mehr unterschätzen...

Transformers 3 (2011)
Weltweites Einspielergebnis: 1,107 Milliarden Dollar (Einnahmen weiter steigend)

...oder doch. Jaaaaa, bevor ich mich an die Regeln dieser Artikelreihe halte, und mich darüber auslasse, weshalb dieser Megaerfolg eine Überraschung darstellt, werde ich erstmal rumzetern und erklären, wieso ich auf diese Überraschung verzichten könnte. Transformers-Fans überspringen bitte die nächsten Zeilen, bis sie etwas fettgeschriebenes entdecken. So, nach dieser kleinen Vorwarnung: Beim heiligen Soundchip von WALL•E, wie bitte? Transformers 3 durchbrach nicht nur die Milliarden-Dollar-Grenze, sondern bombardierte sich rücksichtlos an The Dark Knight, den zwei erfolgreichsten Pirates of the Caribbean-Teilen, Toy Story 3 und aller Voraussicht nach sehr bald auch an Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs vorbei! Ja, sag mal, Kinouniversum, geht es dir noch gut?! Dass Harry Potter im achten Anlauf nicht nur die Milliarde knackt, sondern (wenn ich den Fans glauben darf) von der Qualität des letzten Teils beflügelt, auch mal so eben an Frodo, Gollum und Konsorten vorbeifliegt, kann ich verstehen. Harry Potter war ein konstantes Kino-Wunder, war ein Kulturphänomen einer ganzen Generation, die mit den Filmen (und natürlich auch den Büchern) aufwuchs, und selbst wenn im Adaptionsprozess von Buchseite auf Zelluloid nicht alles so lief, wie es sich jeder gewünscht hätte, so wurden die Filme wenigstens mit Liebe zur Vorlage gemacht. All das, was Harry Potter hatte, hat Transformers nicht! Und während ich dem Potter, selbst wenn ich mich mit seiner Zauberwelt einfach nicht verbinden kann, zumindest Respekt entgegenbringe, bringen mich die Transformer-Filme auf die Palme.
Ich find Michael Bay toll. Immer wieder versuche ich mich, unter Filmliebhabern stark zu machen, da er ein wirklich talentierter Krawall-Choreograph ist. Aber die Transformers-Filme sind für mich das, was Bays größten Kritiker schon in seinen guten Filmen sehen: Vollkommen unüberschaubare Action, eine saublöde Story und mieses, die Geschichte untergrabendes Comic Relief. Sind Bays Filme vor Transformers hohler, auf Hochglanz polierter Eskapismus, erreichte er mit seiner zweiten Spielberg-Produktion (wo ist deine blinde Anerkennung von Cineasten jetzt, hä?!) den Punkt der reinsten Idotie.
Aber gut, lassen wir das mal bei Seite. Wie viele Internet-Kritiker schon vor mir sagten: Manche Leute haben so viel Spaß an sich kloppenden Robotern, dass sie die Filme auch so mögen. Nur... genau das ist es... Die Transformers-Realfilme werden vielleicht gemocht, doch werden sie auch geliebt? Fans der Originalserie (und wir können diesbezüglich fast nur über den US-Markt sprechen, wo sie immerhin eine große popkulturelle Rolle spielte) gehören zu den lautesten Kritikern von Bays Filmen. Von den interessanten Figuren wäre kaum etwas übrig, während die menschlichen Rollen allesamt unausstehlich sind. Und von denen, die das Original nicht kennen, ist keine sonderliche Bindung zu überhaupt irgendjemanden in der Filmreihe zu erwarten. Nun, irgendwie hat wohl das schiere Spektakel von Teil 1 die Leute in Teil 2 reingedrängt. Na, meinetwegen. Doch der Film war so verhasst, dass Shia LaBeouf und Michael Bay letztlich in die Öffentlichkeit gingen und sich für den Film entschuldigte. Sowas passiert nur bei Katastrophen wie Batman & Robin. Nun ist nach einem starken ersten Teil üblicherweise ein Anstieg, nach einem schwachen zweiten Teil in der Finanzwelt Hollywoods normalerweise ein Einnahmen-Einbruch zu erwarten. Nicht so bei Transformers 3: Der schafft mal eben ein sein Budget übersteigendes Plus gegenüber seinem Vorläufer. Wieso? War es das 3D, und nur das 3D allein? Ist Rosie Huntington-Witheley ein so viel besserer Testosteron-Magnet als Megan Fox? Sind alle auf Michael Bays "Nein, also, dieses Mal respektiere ich die Vorlage, echt jetzt!" reingefallen? Was, wo, wie? Warum? Transformers 3 hätte ich ohne 3D klar unter Teil 2 erwartet, mit 3D ungefähr auf seinem Niveau... Aber... höööööäääh?!

Das waren also ein paar aktuelle Erfolge im Kino, deren unglaublich hohes Einspielergebnis mir unerklärlich bleibt. Ich versuche, schon recht bald einen weiteren Artikel über solche Filme online zu stellen. Und dann gehen wir zeitlich ein paar Jahre zurück.

Weiterführende Artikel:

Sonntag, 27. Februar 2011

Oscars 2011: Meine finale Prognose

Es dauert nicht mehr lange, dann beginnt sie endlich: Die 83. Oscar-Verleihung. Viel hat sich seit Beginn der Saision getan, Favoriten gingen unter, andere stiegen auf. Die meisten werden ihr Hauptaugenmerk auf die Kategorien "Bester Film" und "Beste Regie" legen, wo es wohl heißen wird: The King's Speech vs. The Social Network. Doch auch alle anderen Kategorien sind durchaus interessant - und abseits der Hauptkategorien könnte es auch einige Überraschungen geben.

Bevor die große Galanacht beginnt, möchte ich sie also durchexerzieren, die kleinen und großen Duelle der Oscar-Nacht. Wer wird gewinnen, wer sollte gewinnen? Eine Prognose, basierend auf Oscar-Vorwissen, Buzz (nein, nicht Lightyear) und Bauchgefühl.

(Fett markierte Nominierungen bedeuten, dass ich einen Gewinn vermute)

Bester Film:
  • “Black Swan” Mike Medavoy, Brian Oliver und Scott Franklin
  • “The Fighter” David Hoberman, Todd Lieberman und Mark Wahlberg
  • “Inception” Emma Thomas und Christopher Nolan
  • “The Kids Are All Right” Gary Gilbert, Jeffrey Levy-Hinte und Celine Rattray
  • “The King's Speech” Iain Canning, Emile Sherman und Gareth Unwin
  • “127 Hours” Christian Colson, Danny Boyle und John Smithson
  • “The Social Network” Scott Rudin, Dana Brunetti, Michael De Luca und Ceán Chaffin,
  • “Toy Story 3” Darla K. Anderson
  • “True Grit” Scott Rudin, Ethan Coen und Joel Coen
  • “Winter's Bone" Anne Rosellini und Alix Madigan-Yorkin
Kommentar: Mit dem Ensemblepreis der Schauspielgesellschaft und den Hauptpreisen der Regie- und Produzentenvereinigungen dürfte beim besten Film kaum ein Weg an The King's Speech vorbeiführen. Zudem ist The King's Speech ein Film, dem man schwer Antipathie entgegenbringen kann. Er wird also viele erste Rangplätze auf den Stimmzetteln ergattern, sowie einige zweite und dritte Plätze. Das macht ihn zu einem, wenn auch nicht sehr mutigen, recht deutlichen Anwärter auf den Oscar in dieser Kategorie.
Wer gewinnen sollte? Nun, da bin ich dieses Jahr sehr offen. Toy Story 3 wäre genial, The Social Network würde mich sehr freuen, so auch Inception. 127 Hours wäre geil - und The King's Speech fände ich ebenfalls keinen schlechten Gewinner.

Beste Regie:

  • “Black Swan” Darren Aronofsky
  • “The Fighter” David O. Russell
  • “The King's Speech” Tom Hooper
  • “The Social Network” David Fincher
  • “True Grit” Joel Coen und Ethan Coen
Kommentar:  Tom Hooper wäre als DGA-Gewinner der sichere Tipp, doch ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Fincher für eine kleine Überraschung sorgt. Er ist ein erfahrener, geachteter Regisseur, dem man nun zu einem geeigneten Zeitpunkt seine verdiente Ehrung zuteil kommen lassen kann. Unter den Nominierten ist er auch mein Wunschsieger, knapp vor Darren Aronofsky für Black Swan.

Bester Hauptdarsteller:

  • Javier Bardem in “Biutiful”
  • Jeff Bridges in “True Grit”
  • Jesse Eisenberg in “The Social Network”
  • Colin Firth in “The King's Speech”
  • James Franco in “127 Hours”
Kommentar: Colin Firth, Colin Firth, Colin Firth. Ich kann mir kaum vorstellen, wie er nicht gewinnen soll, nach all den Preisen, die er abräumte. Mein Wunschsieger wäre er ebenfalls. Oder James Franco.

Beste Hauptdarstellerin:

  • Annette Bening in “The Kids Are All Right”
  • Nicole Kidman in “Rabbit Hole”
  • Jennifer Lawrence in “Winter's Bone”
  • Natalie Portman in “Black Swan”
  • Michelle Williams in “Blue Valentine”
Kommentar: Natalie Portman wird und soll gewinnen.

Bester Nebendarsteller:

  • Christian Bale in “The Fighter”
  • John Hawkes in “Winter's Bone”
  • Jeremy Renner in “The Town”
  • Mark Ruffalo in “The Kids Are All Right”
  • Geoffrey Rush in “The King's Speech”
Kommentar: Andrew Garfield und Justin Timberlake hätten wenigstens nominiert werden müssen. Von den Nominierten wünsche ich es Geoffrey Rush am meisten, und ich denke, dass er auch in Wirklichkeit knapp die Nase vor Christian Bale hat. Sehr knapp.

Beste Nebendarstellerin:

  • Amy Adams in “The Fighter”
  • Helena Bonham Carter in “The King's Speech”
  • Melissa Leo in “The Fighter”
  • Hailee Steinfeld in “True Grit”
  • Jacki Weaver in “Animal Kingdom”
Kommentar: So enttäuscht ich von True Grit war, Steinfeld verdient diesen Oscar. Ich habe lange gezögert, ob ich auf sie oder Melissa Leo tippen soll. Leo gewann die wichtigeren Indikatorpreise, aber irgendwie befürchte ich bei den Oscars einen Split mit der bei der Academy sehr beliebten Amy Adams. Trotzdem denke ich, dass Leo gewinnen wird. Bonham Carter ist in The King's Speech zu unauffällig, als dass sie gewinnen wird.

Bestes adaptiertes Drehbuch:

  • “127 Hours” Drehbuch von Danny Boyle & Simon Beaufoy
  • “The Social Network”Drehbuch von Aaron Sorkin
  • “Toy Story 3” Drehbuch von Michael Arndt; Story von John Lasseter, Andrew Stanton und Lee Unkrich
  • “True Grit” Für die Leinwand verfasst durch Joel Coen & Ethan Coen
  • “Winter's Bone” Für die Leinwand adaptiert durch Debra Granik & Anne Rosellini
Kommentar: Wenn mit Toy Story 3 erstmals ein Trickfilm für sein Drehbuch den Oscar erhielte, wäre das ein Traum, aber ich werde mich ebenfalls enorm für The Social Network freuen, der höchst wahrscheinlich auch gewinnt.

Bestes Original-Drehbuch:
  • “Another Year” Geschrieben von Mike Leigh
  • “The Fighter” Drehbuch von Scott Silver und Paul Tamasy & Eric Johnson; Story von Keith Dorrington & Paul Tamasy & Eric Johnson
  • “Inception” Geschrieben von Christopher Nolan
  • “The Kids Are All Right” Geschrieben von Lisa Cholodenko & Stuart Blumberg
  • “The King's Speech” Drehbuch von David Seidler
Kommentar: Ich wünsche es vom ganzen Herzen Christopher Nolan für Inception, doch ich befürchte, dass The King's Speech die Nase vorne hat. Er ist dafür einfach zu beliebt...

Bestes Szenenbild:

  • “Alice im Wunderland” Produktionsdesign: Robert Stromberg; Set-Dekoration: Karen O'Hara
  • “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1” Produktionsdesign: Stuart Craig; Set-Dekoration: Stephenie McMillan
  • “Inception” Produktionsdesign: Guy Hendrix Dyas; Set-Dekoration: Larry Dias und Doug Mowat
  • “The King's Speech” Produktionsdesign: Eve Stewart; Set-Dekoration: Judy Farr
  • “True Grit” Produktionsdesign: Jess Gonchor; Set-Dekoration: Nancy Haigh
Kommentar: Das gleiche Spiel nochmal. Ich will Inception sehen, denke aber, dass es The King's Speech machen wird.

Beste Kamera:

  • “Black Swan” Matthew Libatique
  • “Inception” Wally Pfister
  • “The King's Speech” Danny Cohen
  • “The Social Network” Jeff Cronenweth
  • “True Grit” Roger Deakins
Kommentar: Inception sollte, aber der ebenfalls sehr gut fotografierte True Grit wird gewinnen, denn irgendwann muss Roger Deakins ja gewinnen!

Beste Kostüme:

  • “Alice im Wunderland” Colleen Atwood
  • “I Am Love” Antonella Cannarozzi
  • “The King's Speech” Jenny Beavan
  • “Der Sturm” Sandy Powell
  • “True Grit” Mary Zophres
Kommentar: Statistisch gesehen müsste Atwood gewinnen, und in Alice gab es auch eindrucksvolle Kostüme zu sehen, was ebenfalls für den Sieg spricht. Ich gönne ihn ihr auch!

Bester Schnitt:
  • “Black Swan” Andrew Weisblum
  • “The Fighter” Pamela Martin
  • “The King's Speech” Tariq Anwar
  • “127 Hours” Jon Harris
  • “The Social Network” Angus Wall und Kirk Baxter
Kommentar: Ich vermisse die Nominierung für Scott Pilgrim und Inception, bin aber unter den Nominierten für den Gewinnerfavoriten. Mit einem Eddie (dem Cutter-Gewerkschaftspreis) im Nacken, scheint es eine beschlossene Sache.

Bestes Makeup:

  • “Barney's Version” Adrien Morot
  • “The Way Back” Edouard F. Henriques, Gregory Funk und Yolanda Toussieng
  • “The Wolfman” Rick Baker und Dave Elsey
Kommentar: Oft wird einfach nur das aufwändigste Make-Up geehrt, und das spricht für Wolfman. Dieser profitiert zudem von Rick Baker, dem meist prämierten Maskenbildner der Oscar-Geschichte. Wer gewinnen soll? Pfff... Baker, einfach, damit meine Prognose stimmt.


Beste Filmmusik:

  • “Drachenzähmen leicht gemacht” John Powell
  • “Inception” Hans Zimmer
  • “The King's Speech” Alexandre Desplat
  • “127 Hours” A.R. Rahman
  • “The Social Network” Trent Reznor und Atticus Ross
Kommentar: Es tut mir in der Seele weh, den meiner nach schlechtesten Score aus diesem Feld als Gewinner vorherzusagen, aber ich kann nicht anders. The King's Speech ist beliebt, Desplat aus mir schwer erklärlichen Gründen ein ungeheuerlich verehrter Komponist und deshalb wird sein Durchschnittsgeklimper gewinnen. Wer es mehr verdient hat? Alle anderen! Wer es am meisten verdient hat? Hans Zimmer für Inception, doch für Drachenzähmen leicht gemacht würde ich ebenfalls jubeln.

Bester Song:

  • “Coming Home” aus “Country Strong” Musik und Text von Tom Douglas, Troy Verges und Hillary Lindsey
  • “I See the Light” aus “Rapunzel” Musik von Alan Menken, Text von Glenn Slater
  • “If I Rise” aus “127 Hours” Musik von A.R. Rahman, Text von Dido und Rollo Armstrong
  • “We Belong Together” aus “Toy Story 3" Musik und Text von Randy Newman
Kommentar: Alle sagen We Belong Together vorher, aber Newman hat seinen Entschuldigungs-Oscar schon erhalten, und zwar für einen waschechten Ohrwurm (Ohne dich wär' ich des Lebens nicht froh aus Monster AG). Damit kann man We Belong Together gar nicht vergleichen. Nein, es wird Zeit, dass Alan Menken wieder gewinnt. Unsichere Wähler könnten für ihn gewonnen werden, weil Rapunzel sonst keine Oscar-Chancen hat. Ich hoffe, dass es so kommt. Inständig.

Bester Tonschnitt:

  • “Inception” Richard King
  • “Toy Story 3” Tom Myers und Michael Silvers
  • “Tron: Legacy” Gwendolyn Yates Whittle und Addison Teague
  • “True Grit” Skip Lievsay und Craig Berkey
  • “Unstoppable” Mark P. Stoeckinger
Kommentar: Verdient haben ihn irgendwie alle (es war ein gutklingendes Kinojahr *g*), für Tron: Legacy und Toy Story 3 würde ich aus Studio-Sympathie jubeln, für Inception, weil er wohl jeden Oscar braucht, den er kommende Nacht kriegen kann. Für seinen traumartigen, dennoch klaren Klang und das Jonglieren von Dialogen, Musik und Action tippe ich auf den letztgenannten.

Bester Ton:

  • “Inception” Lora Hirschberg, Gary A. Rizzo und Ed Novick
  • “The King's Speech” Paul Hamblin, Martin Jensen und John Midgley
  • “Salt” Jeffrey J. Haboush, Greg P. Russell, Scott Millan und William Sarokin
  • “The Social Network” Ren Klyce, David Parker, Michael Semanick und Mark Weingarten
  • “True Grit” Skip Lievsay, Craig Berkey, Greg Orloff und Peter F. Kurland
Kommentar: Siehe oben. Größtenteils. Alle Nominierungen sind okay, am meisten freuen würde ich mich aber für Inception und The Social Network.

Beste Spezialeffekte:

  • “Alice im Wunderland” Ken Ralston, David Schaub, Carey Villegas und Sean Phillips
  • “Harry Potter und die Heiligtümer des Toded - Teil 1” Tim Burke, John Richardson, Christian Manz und Nicolas Aithadi
  • “Hereafter” Michael Owens, Bryan Grill, Stephan Trojanski und Joe Farrell
  • “Inception” Paul Franklin, Chris Corbould, Andrew Lockley und Peter Bebb
  • “Iron Man 2” Janek Sirrs, Ben Snow, Ged Wright und Daniel Sudick
Kommentar: Inception soll gewinnen, wird gewinnen.

Bester Animationsfilm:

  • “Drachenzähmen leicht gemacht” Chris Sanders und Dean DeBlois
  • “The Illusionist” Sylvain Chomet
  • “Toy Story 3” Lee Unkrich
 Kommentar: Er ist als bester Film nominiert, herrje! Und es ist auch men Wunschsieger, so als mein zweiliebster Film 2010. Wäre Rapunzel jedoch nominiert...


Beste Dokumentation:

  • “Banksy - Exit through the Gift Shop” Banksy und Jaimie D'Cruz 
  • “Gasland” Josh Fox und Trish Adlesic
  • “Inside Job” Charles Ferguson und Audrey Marrs
  • “Restrepo” Tim Hetherington und Sebastian Junger
  • “Waste Land” Lucy Walker und Angus Aynsley
Kommentar: Gift Shop als heiß diskutierte Doku mit Unterhaltungsfaktor dürfte ein neues Bowling for Columbine werden. Ich hoffe es.

Bester animierter Kurzfilm:

  • “Day & Night” Teddy Newton
  • “The Gruffalo” Jakob Schuh und Max Lang
  • “Let's Pollute” Geefwee Boedoe
  • “The Lost Thing” Shaun Tan und Andrew Ruhemann
  • “Madagascar, carnet de voyage (Madagascar, a Journey Diary)” Bastien Dubois
Kommentar: Pixar gewann zuletzt vor rund zehn Jahren. Mit der großteils stillen Mischung aus Zeichentrick und Computeranimation sollte es endlich wieder klappen.

Und ab jetzt... Raterunde!

Bester fremdsprachiger Film:

  • “Biutiful” Mexiko
  • “Dogtooth” Griechenland
  • “In einer besseren Welt” Dänemark
  • “Incendies” Kanada
  • “Outside the Law (Hors-la-loi)” Algerien
Bester Kurzfilm:

  • “The Confession” Tanel Toom
  • “The Crush” Michael Creagh
  • “God of Love” Luke Matheny
  • “Na Wewe” Ivan Goldschmidt
  • “Wish 143” Ian Barnes und Samantha Waite  
Beste Kurzdokumentation:
  • “Killing in the Name”
  • “Poster Girl”
  • “Strangers No More
  • “Sun Come Up”
  • “The Warriors of Qiugang”
Ab ca. 1 Uhr diese Nacht werde ich Livebloggen!  Ich bin gespannt, wie gut mein Riecher dieses Jahr ist...

Freitag, 25. Februar 2011

Oscar 2011: Kuriose und spannende Fakten im Academy-Award-Rundumschlag


In der Nacht vom Sonntag auf Montag, den 28. Februar, ist es endlich so weit: Die 83. Verleihung der Academy Awards findet statt! Die Oscars 2011 könnten die Awards-Show des stotternden Königs werden - oder erleben wir etwa doch das Jahr der Überraschungen? The King's Speech ist gegen The Social Network längst nicht so übermächtig, wie man denken könnte. Und für Inception und Toy Story 3 lässt sich in einigen Kategorien ebenfalls weiter mitfiebern!

Damit ihr mit zahlreichen spannenden, kuriosen und wissenswerten Zahlen und Fakten bewaffnet in die Oscar-Nacht gehen könnt, habe ich euch in drei kurzweiligen Artikeln einiges über die diesjährigen Anwärter auf die Academy Awards zusammengetragen. Ich hoffe, euch gefallen diese Specials und seht danach mit neuer Lust auf die große Preisverleihung entgegen!
Wer mag, kann außerdem hier meine Einschätzung über das gesamte Nominiertenfeld nachlesen.

Bis Sonntag werde ich außerdem hier im Blog meine Gewinnerprognose veröffentlichen. Ab ca. 1 Uhr findet hier zudem in der Oscar-Nacht mein traditionelles Live-Blogging statt. Vielleicht mit neuer Technik. Ich freu mich über jeden Besucher, über kommentierende umso mehr. Dann fühlt man sich vor'm Fernseher nicht so allein.

Dienstag, 25. Januar 2011

Oscar 2011: Die Nominierungen für die 83. Academy Awards

Nein... nein... nein! Das kann nicht sein! Neeeeeein! Christopher Nolan bekommt keine Regie-Nominierung? Und wo ist die Anerkennung für Rapunzel?

Wann für mich die momentane Oscar-Saison losging? Das erste, zarte Aufflackern der Oscar-Vorfreude vernahm ich erstaunlich früh, nämlich am 25. März 2010. An diesem Tag startete in Deutschland Drachenzähmen leicht gemacht, ein klarer Anwärter auf eine Nominierung in der Kategorie "Bester Trickfilm" (sowie ein verdienter Kandidat für den Musik-Oscar). Richtig los ging es aber am 29. Juli, als zeitgleich Toy Story 3 und Inception, zwei Spitzenkandidaten für Nominierungen in der Hauptkategorie hierzulande anliefen. Über ein halbes Jahr fieberte ich also auf diesen Moment hin, die Verlesung der Nominierungen. Schafft es Pixar zum zweiten Mal in Folge ins zehn Filme umfassende Hauptfeld? Wie schneidet Christopher Nolans Traumthriller ab?

Jetzt ist endlich Gewissheit eingekehrt... Hier die Nominierungen für die 83. Academy Awards:

(Siehe außerdem meinen Kommentar zu den Nominierungen bei Quotenmeter.de)

Bester Film:
  • “Black Swan” Mike Medavoy, Brian Oliver und Scott Franklin
  • “The Fighter” David Hoberman, Todd Lieberman und Mark Wahlberg
  • “Inception” Emma Thomas und Christopher Nolan
  • “The Kids Are All Right” Gary Gilbert, Jeffrey Levy-Hinte und Celine Rattray
  • “The King's Speech” Iain Canning, Emile Sherman und Gareth Unwin
  • “127 Hours” Christian Colson, Danny Boyle und John Smithson
  • “The Social Network” Scott Rudin, Dana Brunetti, Michael De Luca und Ceán Chaffin,
  • “Toy Story 3” Darla K. Anderson
  • “True Grit” Scott Rudin, Ethan Coen und Joel Coen
  • “Winter's Bone" Anne Rosellini und Alix Madigan-Yorkin
Prognosenerfolg: 9/10
Kommentar: Ich bin sehr, sehr enttäuscht, dass es The Town nicht geschafft hat. Aber was solls! Wir haben nun einen dritten Animationsfilm im Bunde der "Bester Film"-Nominierten, yay!

 Beste Regie:
  • “Black Swan” Darren Aronofsky
  • “The Fighter” David O. Russell
  • “The King's Speech” Tom Hooper
  • “The Social Network” David Fincher
  • “True Grit” Joel Coen und Ethan Coen
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Wohl der größte Schocker dieser Liste. Statt (wie von mir vermutet) David O. Russel auszuknocken, haben die Coens Christopher Nolans Platz in der Regiekategorie eingenommen. Mir schwant, dass darüber noch sehr viel diskutiert wird...

Bester Hauptdarsteller:
  • Javier Bardem in “Biutiful”
  • Jeff Bridges in “True Grit”
  • Jesse Eisenberg in “The Social Network”
  • Colin Firth in “The King's Speech”
  • James Franco in “127 Hours”
Prognosenerfolg: 5/5
Kommentar: Huiii, dass ich mich so sehr über Javier Bardem freue, der auch während der Verkündung am meisten Applaus bekam (da seine Publizisten im Raum waren), liegt allein daran, dass ich mit meinem vermeintlich riskanten Tipp richtig lag. Habe Biutiful ja noch nicht gesehen. Wie dem auch sei, der Gewinner steht eh ziemlich sicher fest: Colin Firth für The King's Speech, der Wiederbelebung des klassichen Oscar-Miramax-Films (wenngleich unter anderem Studionamen).


Bester Nebendarsteller:
  • Christian Bale in “The Fighter”
  • John Hawkes in “Winter's Bone”
  • Jeremy Renner in “The Town”
  • Mark Ruffalo in “The Kids Are All Right”
  • Geoffrey Rush in “The King's Speech”
Prognosenerfolg: 3/5
Kommentar: Nagut, dass es mit Timberlake nichts wird, hätte man sich ja denken können, aber dass Andrew Garfield leer ausgeht, ist eine echte Überraschung. Ob man hieran schon ablesen kann, dass Finchers Film längst nicht so übermächtig wie erwartet ist?

Beste Hauptdarstellerin:
  • Annette Bening in “The Kids Are All Right”
  • Nicole Kidman in “Rabbit Hole”
  • Jennifer Lawrence in “Winter's Bone”
  • Natalie Portman in “Black Swan”
  • Michelle Williams in “Blue Valentine”
Prognosenerfolg: 5/5
Kommentar: Fast das gleiche Spiel, wie bei den Hauptdarstellern: Portman wird gewinnen und während ihre Agenten für sie jubelten, freute ich mich bei Michelle Williams' Nennung, dass ich gut getippt habe.

Beste Nebendarstellerin:
  • Amy Adams in “The Fighter”
  • Helena Bonham Carter in “The King's Speech”
  • Melissa Leo in “The Fighter”
  • Hailee Steinfeld in “True Grit”
  • Jacki Weaver in “Animal Kingdom”
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Das Oscar-Feld ist dieses Jahr eh schon erstaunlich jung, da musste es wohl irgendwo ein paar Opfer unter den Jungdarstellern geben. Mila Kunis erhielt leider keine Nominierung für ihre Rolle in Black Swan.

Bester Animationsfilm:
  • “Drachenzähmen leicht gemacht” Chris Sanders und Dean DeBlois
  • “The Illusionist” Sylvain Chomet
  • “Toy Story 3” Lee Unkrich
Prognosenerfolg: 2/3
Kommentar: Rapunzel... :'-(

Bester Schnitt:
  • “Black Swan” Andrew Weisblum
  • “The Fighter” Pamela Martin
  • “The King's Speech” Tariq Anwar
  • “127 Hours” Jon Harris
  • “The Social Network” Angus Wall und Kirk Baxter
Prognosenerfolg: 3/5
Kommentar: Weder der einfallsreiche Scott Pilgrim, noch Nolans epochales Werk Inception haben es unter die Nominierten geschafft. Wirklich schade, aber vielleicht überzeugen mich ja die in Deutschland noch nicht veröffentlichten "Ersatznominierten"?

Bestes Szenenbild:
  • “Alice im Wunderland” Produktionsdesign: Robert Stromberg; Set-Dekoration: Karen O'Hara
  • “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1” Produktionsdesign: Stuart Craig; Set-Dekoration: Stephenie McMillan
  • “Inception” Produktionsdesign: Guy Hendrix Dyas; Set-Dekoration: Larry Dias und Doug Mowat
  • “The King's Speech” Produktionsdesign: Eve Stewart; Set-Dekoration: Judy Farr
  • “True Grit” Produktionsdesign: Jess Gonchor; Set-Dekoration: Nancy Haigh
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Da habe ich die Liebe für Black Swan wohl überschätzt und den Zauberschüler unterschätzt.

Beste Kostüme:
  • “Alice im Wunderland” Colleen Atwood
  • “I Am Love” Antonella Cannarozzi
  • “The King's Speech” Jenny Beavan
  • “Der Sturm” Sandy Powell
  • “True Grit” Mary Zophres
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Mit dem italienischen Liebesdrama I Am Love hätte ich an dieser Stelle wirklich nicht gerechnet. Dafür haben sich wieder zwei der großen Damen in dieser Kategorie getroffen, Sandy Powell und Colleen Atwood. Sehr häufig gewinnt in solchen Fällen auch eine der beiden. Oscar-Wettfreaks werfen nun eine Münze in die Luft und setzen daraufhin ihr Geld...


Beste Kamera:
  • “Black Swan” Matthew Libatique
  • “Inception” Wally Pfister
  • “The King's Speech” Danny Cohen
  • “The Social Network” Jeff Cronenweth
  • “True Grit” Roger Deakins
Prognosenerfolg: 5/5
Kommentar: Abgesehen davon, dass ich mich über einen 5/5-Wert meiner Prognose freue, freue ich mich auch sehr über dieses Nominiertenfeld. Der eher ruhige Kameramaestro Roger Deakins gegen den hypnotischen und wagemutigeren Wally Pfister, die fantastische Arbeit aus Black Swan, Danny Cohen UND Jeff Cronenweth. Ein Spitzenfeld.

Bester Tonschnitt:
  • “Inception” Richard King
  • “Toy Story 3” Tom Myers und Michael Silvers
  • “Tron: Legacy” Gwendolyn Yates Whittle und Addison Teague
  • “True Grit” Skip Lievsay und Craig Berkey
  • “Unstoppable” Mark P. Stoeckinger
Prognosenerfolg: 3/5
Kommentar: Black Swan habe ich in den "technischen" Kategorien allgemein überschätzt - und ja, mit zwei Animationsfilmen zu rechnen war auch sehr utopisch von mir... Aber insgeheim freue ich mich für Unstoppable.

Bester Ton:
  • “Inception” Lora Hirschberg, Gary A. Rizzo und Ed Novick
  • “The King's Speech” Paul Hamblin, Martin Jensen und John Midgley
  • “Salt” Jeffrey J. Haboush, Greg P. Russell, Scott Millan und William Sarokin
  • “The Social Network” Ren Klyce, David Parker, Michael Semanick und Mark Weingarten
  • “True Grit” Skip Lievsay, Craig Berkey, Greg Orloff und Peter F. Kurland
Prognosenerfolg: 3/5
Kommentar: Black Swan und Tron: Legacy überschätzt, The Social Network und The King's Speech unterschätzt. Und Respekt an Sony, wer auch immer sich die Oscar-Taktik mit den nur an bestimmte Academy-Mitglieder versandten Kopien ausdachte, kann sich diese Nominierung auf die Fahnen schreiben. Gebt dem Kerl verfrühtes Weihnachtsgeld!

Bestes Makeup:
  • “Barney's Version” Adrien Morot
  • “The Way Back” Edouard F. Henriques, Gregory Funk und Yolanda Toussieng
  • “The Wolfman” Rick Baker und Dave Elsey
Prognosenerfolg: 0/3
Kommentar: Autsch...

Beste Dokumentation:
  • “Banksy - Exit through the Gift Shop” Banksy und Jaimie D'Cruz 
  • “Gasland” Josh Fox und Trish Adlesic
  • “Inside Job” Charles Ferguson und Audrey Marrs
  • “Restrepo” Tim Hetherington und Sebastian Junger
  • “Waste Land” Lucy Walker und Angus Aynsley
Kommentar: Banksy ist die populäre Wahl, Inside Job ein heimlicher Favorit. Wer wird gewinnen, und wird das deutsche Fernsehpublikum jemals einen dieser Filme vor 23 Uhr auf einem großen Sender zu Gesicht bekommen?

Beste Kurzdokumentation:
  • “Killing in the Name” Nominees to be determined
  • “Poster Girl” Nominees to be determined
  • “Strangers No More” Karen Goodman und Kirk Simon
  • “Sun Come Up” Jennifer Redfearn und Tim Metzger
  • “The Warriors of Qiugang” Ruby Yang und Thomas Lennon
Bester fremdsprachiger Film:
  • “Biutiful” Mexiko
  • “Dogtooth” Griechenland
  • “In einer besseren Welt” Dänemark
  • “Incendies” Kanada
  • “Outside the Law (Hors-la-loi)” Algerien
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Biutiful ist (nicht zu letzt durch Bardems Nominierung in der Darstellerkategorie) der Favorit, aber das bedeutet in dieser Kategorie meistens auch sicheres scheitern...

Bester animierter Kurzfilm:
  • “Day & Night” Teddy Newton
  • “The Gruffalo” Jakob Schuh und Max Lang
  • “Let's Pollute” Geefwee Boedoe
  • “The Lost Thing” Shaun Tan und Andrew Ruhemann
  • “Madagascar, carnet de voyage (Madagascar, a Journey Diary)” Bastien Dubois
Kommentar: Day & Night! Pixar! Wuhu!

Bester Kurzfilm:
  • “The Confession” Tanel Toom
  • “The Crush” Michael Creagh
  • “God of Love” Luke Matheny
  • “Na Wewe” Ivan Goldschmidt
  • “Wish 143” Ian Barnes und Samantha Waite 
Beste Spezialeffekte:
  • “Alice im Wunderland” Ken Ralston, David Schaub, Carey Villegas und Sean Phillips
  • “Harry Potter und die Heiligtümer des Toded - Teil 1” Tim Burke, John Richardson, Christian Manz und Nicolas Aithadi
  • “Hereafter” Michael Owens, Bryan Grill, Stephan Trojanski und Joe Farrell
  • “Inception” Paul Franklin, Chris Corbould, Andrew Lockley und Peter Bebb
  • “Iron Man 2” Janek Sirrs, Ben Snow, Ged Wright und Daniel Sudick
Prognosenerfolg: 3/5
Kommentar: Kein Tron: Legacy, ehrlich? Ich denke, irgendwo in Burbank setzt sich nun jemand heulend neben Byron Howard und Nathan Greno...


Bestes adaptiertes Drehbuch:
  • “127 Hours” Drehbuch von Danny Boyle & Simon Beaufoy
  • “The Social Network”Drehbuch von Aaron Sorkin
  • “Toy Story 3” Drehbuch von Michael Arndt; Story von John Lasseter, Andrew Stanton und Lee Unkrich
  • “True Grit” Für die Leinwand verfasst durch Joel Coen & Ethan Coen
  • “Winter's Bone” Für die Leinwand adaptiert durch Debra Granik & Anne Rosellini
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Und ein neuer Pixar-Film, der sich in einer Drehbuchkategorie durchsetzen kann. Zudem ist es eine der wenigen Fortsetzungen, die sich in der Adaptionskategorie gegen die klassischeren Theater- und Buchadaptionen durchsetzen konnte. Ein Sieg scheint aber leider ausgeschlossen... Verflucht seist du... Faaaaaceboooooook! *erkenne die Hommage!*

Bestes Original-Drehbuch:
  • “Another Year” Geschrieben von Mike Leigh
  • “The Fighter” Drehbuch von Scott Silver und Paul Tamasy & Eric Johnson; Story von Keith Dorrington & Paul Tamasy & Eric Johnson
  • “Inception” Geschrieben von Christopher Nolan
  • “The Kids Are All Right” Geschrieben von Lisa Cholodenko & Stuart Blumberg
  • “The King's Speech” Drehbuch von David Seidler
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Irgendwo beginnt ein Blogger gerade eine erregte Hasstirade auf die Academy-Abneigungen gegenüber Horrorfilme und Psychothriller, da Black Swan trotz all seiner Kritikeranerkennung keine Nominierung erhielt, während Mike Leigh (mehr oder weniger überraschend) eine weitere Nominierung abgreifen konnte.

Beste Filmmusik:
  • “Drachenzähmen leicht gemacht” John Powell
  • “Inception” Hans Zimmer
  • “The King's Speech” Alexandre Desplat
  • “127 Hours” A.R. Rahman
  • “The Social Network” Trent Reznor und Atticus Ross
Prognosenerfolg: 4/5
Kommentar: Sehr, sehr, sehr schade um Tron: Legacy, aber ich freue mich unheimlich über die trotz allem unsicher scheinende Nominierung für Drachenzähmen leicht gemacht.

Bester Song:
  • “Coming Home” aus “Country Strong” Musik und Text von Tom Douglas, Troy Verges und Hillary Lindsey
  • “I See the Light” aus “Rapunzel” Musik von Alan Menken, Text von Glenn Slater
  • “If I Rise” aus “127 Hours” Musik von A.R. Rahman, Text von Dido und Rollo Armstrong
  • “We Belong Together” aus “Toy Story 3" Musik und Text von Randy Newman
Prognosenerfolg: 2/5
Kommentar: Ich lag richtig, dass der fünfte Slot leer bleibt, und dass Rapunzel nominiert wird. Ansonsten: Upps...

Die meistnominierten Filme:

12 Nominierungen für The King's Speech
10 Nominierungen für True Grit
8 Nominierungen für The Social Network
8 Nominierungen für Inception
7 Nominierungen für The Fighter
6 Nominierungen für 127 Hours
5 Nominierungen für Black Swan
5 Nominierungen für Toy Story 3
4 Nominierungen für The Kids Are All Right
4 Nominierungen für Winter's Bone
3 Nominierungen für Alice im Wunderland
2 Nominierungen für Biutiful
2 Nominierungen für Drachenzähmen leicht gemacht
2 Nominierungen für Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1

Das fürfte viele überraschen: Nicht The Social Network oder Inception erhielt die meisten Nominierungen, sonder The King's Speech. Es könnten glatt wieder die 90er-Jahre sein, als Harvey Weinstein die Oscarwelt dominierte. Toy Story 3 steht Zehenspitze an Zehenspitze mit Black Swan, was man als Ehrung für den einen oder als Entäuschung für den anderen bezeichnen könnte. Rapunzel hätte mehr Liebe verdient. Und nichtmal eine Nominierung für Christopher Nolan als bester Regisseur? Ehrlich?

Prognosen-Gesamterfolg: 75/101
Ich bin insgesamt recht zufrieden mit meiner Prognose, aber es kann immer noch besser werden. Es zeichnet sich in den letzten Jahren ab, dass ich mich oft zu Gunsten von Filmen irre, die ich bereits sah. Wird Zeit, dass ich die Möglichkeit bekomme, alle Topfavoriten vor dem Tag der Nominierung zu sehen!

Weitere Oscar-Artikel:

Samstag, 22. Januar 2011

Oscar 2011: Meine dritte Prognose

Am Dienstag werden sie endlich bekannt gegeben, die Nominierungen für die mittlerweile 83. Academy Awards. Mit weiteren Nominierungs-Kurzlisten und den Golden Globes im Rücken, hoffe ich eine akkuratere Prognose abgeben zu können, als noch vor einigen Wochen.
Als Orientierung für meine Prognose dienen, wie eh und je, Oscar-Vorwissen, bisherige Preise, Hype um gewisse Filme bzw. Leistungen sowie Bauchgefühl. Wie viel das wert ist, wissen wir in wenigen Tagen...

Die Reihenfolge meiner potentiellen Nominierten drückt aus, wie wahrscheinlich ich eine Nennung am Dienstag einschätze. Sichere Tipps zuerst.

Bester Film:

  • The Social Network
  • Inception
  • Black Swan
  • Toy Story 3
  • The King's Speech
  • The Kids Are All Right
  • The Fighter
  • True Grit
  • 127 Hours
  • The Town 
Ersatzkandidaten: Winter's Bone, Blue Valentine, Another Year  
Wild geratene Überraschung: Shutter Island 
Ich bleibe meinen Tipps aus der zweiten Oscar-Prognose treu. Die Sicherheit, mit der ich manche Filme nenne, hat sich geändert, manche gewannen an Vertrauen, andere verloren, doch ich bleibe dabei, dass dies die zehn nominierten Filme sein werden. Damit gäbe es dieses Jahr eine absolute Deckungsgleichheit mit den Nominierungen der Produzentengewerkschaft.

Beste Regie:
  • David Fincher - The Social Network 
  • Christopher Nolan - Inception
  • Darren Aronofsky - Black Swan
  • Tom Hooper - The King's Speech
  • Ethan & Joel Coen - True Grit
Ersatzkandidat: David O. Russel für The Fighter
Es ist gewagt, gegen die Nominierungen der Director's Guild Awards zu setzen, aber ich denke, dass die Academy die Coens mehr liebt, als die Regie-Gewerkschaft. Somit bleibe ich einfach bei meiner letzten Prognose. Sollte ich mich irren, dann war es ein naheliegender Fehler und Russel wird den Platz der Coens einnehmen, aber wenn ich richtig liege, umso mehr Ruhm für meine hellseherischen Fähigkeiten!

Bester Hauptdarsteller:
  • Colin Firth - The King's Speech
  • James Franco - 127 Hours
  • Jesse Eisenberg - The Social Network
  • Jeff Bridges - True Grit
  • Javier Bardem - Biutiful
Ersatzkandidaten: Robert Duvall für Get Low, Ryan Gosling für Blue Valentine, Mark Wahlberg für The Fighter
Die Schauspieler-Gewerkschaft nominierte bei ihren Preisen Duvall an Stelle von Bardem, doch Anton Chigurh hat viele Anhänger in der Academy und zudem bekam Bardem eine überraschende BAFTA-Nominierung.  Die Liebe für True Grit bleibt bestehen, und so muss ich leider zwei der Globe-Nominierten rauskegeln. Wahlberg und Gosling standen bei meiner letzten Prognose am unteren Ende des Feldes und müssen deshalb leider packen. Und aufgrund Duvalls SAG-Nominierung, rutschen sie auch hinter ihn.

Beste Hauptdarstellerin:
  • Natalie Portman - Black Swan
  • Annette Bening - The Kids Are All Right
  • Nicole Kidman - Rabbit Hole
  • Jennifer Lawrence - Winter's Bone
  • Michelle Williams - Blue Valentine
Ersatzkandidaten: Hillary Awank für Betty Anne Waters, Julianne Moore für The Kids Are All Right, Hailee Steinfeld für True Grit, Lesley Manville für Another Year
Ich fühle mich hilflos. Bening und Portman sind nahezu sicher (Portman wird auch garantiert gewinnen), aber der Rest ist ein gewaltiges Gedränge für die verbliebenen Plätze. Und rein theoretisch könnten sowohl Steinfeld, als auch Moore genauso gut durch etwas Stimmen-Verschieberei in die Nebendarstellerinnen-Kategorie gemogelt werden. Ich beiß die Zähne zusammen und warte auf die Bekanntgabe der Nominierten...

Bester Animationsfilm:
  • Toy Story 3
  • Drachenzähmen leicht gemacht
  • Rapunzel
Ersatzkandidaten: The Illusionist, Ich - Einfach unverbesserlich
Ich bleibe bei meiner letzten Vorhersage: Die Academy liebt Disney, so sehr, dass sie damals Bolt einigen anderen Kandidaten (wie Waltz with Bashir) vorgezogen hat. Das sollte Rapunzel (verdient) in das viel zu enge Nominiertenfeld hieven.


Bestes Original-Drehbuch:
  • David Speidler - The King's Speech 
  • Christopher Nolan - Inception
  • Stuart Blumberg & Lisa Cholodenko - The Kids Are All Right
  • Mark Heyman, Andres Heinz & John J. McLaughlin - Black Swan
  • Eric Johnson, Scott Silver & Paul Tamasy für The Fighter
Ersatzkandidaten: Derek Cianfrance, Joey Curtis & Cami Delavigne für Blue Valentine, Mike Leigh für  Another Year, Nicolle Holofcener für Please Give
Ich bin mir der Schizophrenie bewusst, The Fighter nun im Rennen für einen Drehbuch-Oscar zu sehen, während ich David O. Russell weiterhin nicht im Regie-Feld sehe. Aber die Nominierungen für die WG-Awards sind nicht zu missachten. Zwar sind die gestrengen Regeln der Autoren-Gilde immer Anlass, ein oder zwei Filme rauszustreichen, da ein paar der disqualifizierten Drehbücher bei den Oscars wieder Anerkennung finden... doch ich schätze, dass von den fünf WGA-Nominierungen in dieser Kategorie Please Give bei weitem die verletztlichste ist. Deren Platz nimmt The King's Speech ein.

Bestes adaptiertes Drehbuch:
  • Aaron Sorkin - The Social Network
  • Michael Arndt - Toy Story 3
  • Ethan & Joel Coen - True Grit
  • Danny Boyle & Simon Beaufoy - 127 Hours 
  • Ben Affleck, Peter Craig & Aaron Stockard für The Town
Ersatzkandidat: Debra Granik, Anne Rosellini & Daniel Woodrel für Winter's Bone, Robert Harris & Roman Polanski für Der Ghostwriter
Da ich im Gegensatz zu vielen anderen Bloggern Winter's Bone nicht fest zu den zehn Nominierungen in der Hauptkategorie zähle, und The Town zu meiner Freude bei den WGAs nominiert wurde, gehe ich das Risiko ein und "befördere" ihn vom Ersatzkandidaten zum potentiellen Kandidaten. Verdient hätte es Ben Afflecks spannendes Kriminaldrama auf jeden Fall.

Bester Schnitt:
  • Lee Smith - Inception
  • Andrew Weisblum - Black Swan
  • Kirk Baxter & Angus Wall - The Social Network 
  • Tariq Anwar für The King's Speech
  • Jonathan Amos & Paul Machliss - Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt
Ersatzkandidaten: Pamela Martin für The Fighter,Jeffrey M. Werner für The Kida Are All Right, "Roderick Jaynes" für True Grit, Jon Harris für 127 Hours, Dylan Tichenor für The Town, Thelma Schoonmaker für Shutter Island
Mangels Nominierung bei den Preisen der Cutter-Gewerkschaft, sind die Chancen für The Town enorm gesunken. Als Ersatz habe ich jedermanns Lieblings-Oscarüberraschungsmöglichkeit The King's Speech gewählt, auch wenn The Fighter ebenfalls gute Chancen hat, schließlich benötigt es als Sportlerdrama einen dynamischen Schnitt. Aber diesen Slot gebe ich weiterhin Scott Pilgrim. Es wäre eine Überraschung, aber er hat eine Comedy-Nominierung für den Besten Schnitt bei den Cutter-Preisen, und mutige Innovationen sollten doch eigentlich bei den Oscars entlohnt werden...


Bester Nebendarsteller:
  • Christian Bale - The Fighter
  • Geoffrey Rush - The King's Speech
  • Andrew Garfield - The Social Network
  • Jeremy Renner - The Town
  • Justin Timberlake - The Social Network
Ersatzkandidaten: Mark Ruffalo für The Kids Are All Right, Matt Damon für True Grit, John Hawkes für Winter’s BoneIch kann an dieser Stelle nur erneut beteuern, was ich bei meiner letzten Prognose schrieb: Eigentlich ist Timberlake eine verrückte Entscheidung von mir, da er die Nominierung zwar verdient haben mag, aber Mark Ruffalo die klassischere Wahl ist. Außerdem ist mit Andrew Garfield bereits ein anderer, junger Darsteller für den gleichen Film eine (recht) sichere Nominierung. Aber Justin Timberlake soll die letzten Wochen wohl hart daran gearbeitet haben, sicherzustellen, dass er eine Oscar-Nominierung als Ehre sehen würde und einiges der PR-Arbeit an The Social Network fand in seiner Gegenwart statt. Das könnte vielleicht ein paar unsichere Stimmen überzeugt haben. Wie bei Scott Pilgrim in der Schnitt-Kategorie, denke ich mir hier: Wer nicht wagt...

Beste Nebendarstellerin:
  • Melissa Leo - The Fighter
  • Helena Bonham Carter - The King's Speech
  • Amy Adams - The Fighter
  • Hailee Steinfeld - True Grit
  • Mila Kunis - Black Swan
Ersatzkandidaten: Jacki Weaver für Animal Kingdom, Lesley Manville für Another Year, Julianne Moore für The Kids Are All Right, Sissi Spacek für Get Low, Dianne Wiest für Rabbit Hole
Obwohl Steinfeld eigentlich zu den Hauptdarstellerinnen zählt, hat man sie erfolgreich in die Nebenkategorie abgeschoben, wohl auch, weil Kinder dort eher Glück haben. Die SAG-Awards bestätigten meine letzte Prognose, und deshalb werde ich sie trotz der ungewöhnlichen BAFTA-Nominierungen (Barbara Hershey anstatt Kunis für Black Swan, Manville für Another Year, Miranda Richardson für We Want Sex statt Leo für The Fighter) beibehalten. Mein Bauchgefühl ist bei den oben genannten fünf Schauspielerinnen einfach stabiler...

Beste Filmmusik:
  • Hans Zimmer - Inception
  • Trent Reznor & Atticus Ross - The Social Network
  • Alexandre Desplat - The King's Speech
  • John Powell - Drachenzähmen leicht gemacht
  • Daft Punk - Tron: Legacy
Ersatzkandidaten: A.R. Rahman für 127 Hours, Danny Elfman für Alice im Wunderland
Ich setze weiterhin stur auf Tron: Legacy und behalte meine letzte Prognose bei. Rahman soll, wie mir zu Ohren kam, große Fans in der Academy haben, allerdings soll gleichermaßen die zu Beginn der Saison starke Liebe für 127 Hours wieder erloschen sein - und ich hoffe, dass Daft Punks sich perfekt mit dem Film vermischende Musik davon profitieren kann. Es ist ein ungewöhnlicher Soundtrack für die Oscars, aber wenn zwei Hip-Hop-Songs gewinnen können, wieso sollte ein elektronisches Dance-Orchester nicht nominiert werden? Zumal ist es ein erfolgreicher Soundtrack, und das wird in den Musik-Kategorien hin und wieder entlohnt...

Beste Kamera:
  • Wally Pfister - Inception
  • Matthew Libatique - Black Swan 
  • Roger Deakins - True Grit
  • Jeff Cronenweth - The Social Network
  • Danny Cohen - The King's Speech
Ersatzkandidaten: Enrique Chediak & Anthony Dod Mantle für 127 Hours, Bob Richardson für Shutter Island, Robert Elswit für The Town
The Social Network ist keine garantierte Nominierung! Bei den BAFTAs wurde David Finchers Drama nicht einmal nominiert, dafür fand 127 Hours Berücksichtigung. Und dennoch nehme ich Danny Boyles Abenteuerdrama aus "meinem" Kamerafeld heraus. Wie bereits gesagt, soll die Unterstützung für 127 Hours nachlassen, und die BAFTA-Nominierung lässt sich vielleicht mit Boyles Pass erklären. Als Ersatz habe ich angesichts des steigernden Buzz The King's Speech ausgesucht - somit würden die ASC Awards und die Oscar-Nominierungen deckungsgleich sein, was etwa alle zehn Jahre mal geschieht. Aber wieso sollte es nicht passieren?

Bestes Szenenbild:
  • Guy Dyas - Inception 
  • Eve Stewart - The King's Speech 
  • Jess Gonchor - True Grit 
  • Robert Stromberg  - Alice im Wunderland
  • Therese DePrez - Black Swan
Ersatzkandidaten: Dante Ferretti für Shutter Island, Darren Gilford & Lin MacDonald für Tron Legacy
Spiegel, wohin man schaut, Sets mit bedrohlichen Schatten und generelle Liebe für diesen Film: Ich springe auf den Black Swan-Zug auf und opfere für ihn Shutter Island. Der Film ist "zu alt" für die Oscars.

Beste Kostüme:
  • Colleen Atwood - Alice im Wunderland
  • Jenny Beaven - The King's Speech
  • Mary Zophres - True Grit
  • Sandy Powell - Der Sturm
  • Michael Wilkinson - Tron: Legacy
Ersatzkandidaten: Michael Kaplan für Burlesque, Amy Westcott für Black Swan, Janty Yates für Robin Hood
Keine Neuerungen bei dieser Vorhersage. Burlesque glitzert und schimmert zwar, aber dies sind nicht die Make-Up-Preise, wo die eigentliche Filmqualität völlig ignoriert werden. Black Swan wäre eigentlich ein naheliegender Kandidat, allerdings müssen die nicht von Amy Westcott für den Film gestalteten Ballett-Kostüme ausgeblendet werden, was die Alltagskleidung der Figuren zurücklässt, die die mondäne, nach der in dieser Kategorie üblicherweise gestrebt wird, vermissen lässt. Also hätten wir einen von vielen bereits völlig vergessenen Historien-Schinken (Robin Hood) oder Michael Wilkinsons exzentrisch-stylische Retro-Futurismus-Kluften aus Tron: Legacy auf dem Zettel. Da wäre letzterer klar die bessere Wahl und ich hoffe inständig, dass Wilkinsons Arbeit auch mit einer Nominierung entlohnt wird.

 Bestes Make Up:
  • Alice im Wunderland
  • True Grit
  • The Fighter
Ersatzkandidaten: Wolfman, Barney's Version, The Way Back, Jonah Hex
Bloß sieben Filme kommen für die drei Slots dieser Kategorie in Frage, und dennoch fischt die gesamte Oscar-Bloggerwelt im Dunkeln. Beim Make-Up kann einfach alles passieren, und so geht es auch allen anderen. Ich tippe wild auf blass geschminkte Dauer-Kollaborateure eines verrückten Regisseurs, den dreckig-realistischen Western-Look von True Grit und Verletzungseffekte bei The Fighter.


Beste Spezialeffekte:
  • Inception
  • Tron: Legacy
  • Alice im Wunderland
  • Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 7.1
  • Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt
Ersatzkandidaten: Eine Liste der weiteren vornominierten Filme findet ihr hier
Seit meiner letzten Prognose hat sich nicht wirklich was in diesem Bereich getan - und deshalb bleibe ich bei diesen Fünfen.

Bester Ton:
  • Inception
  • True Grit
  • Black Swan
  • Tron: Legacy
  • Salt
Ersatzkandidaten: The Social Network, The King's Speech, Toy Story 3, 127 Hours, Shutter Island
Laut den Insiderstimmen von In Contention soll Columbia Pictures wohl in einem ganz raffinierten Schachzug "For Your Consideration"-Kopien von Salt nur stimmberechtigten Academy-Mitgliedern geschickt haben, die während der NominierungsperiodeZeit totzuschlagen hatten - in der Hoffnung, dass sie sich Salt ansehen und mit frischen, positiven Erinnerungen an den Nominierungsprozess gehen. Angeblich soll das wohl gut funktioniert haben, zumindest sollen etwas redseligere Mitglieder ausgeplaudert haben, dass ihnen Salt akustisch sehr gut gefiel. Tron: Legacy dagegen sei manchen zu laut - wir dürfen also damit rechnen, dass Salt oder Tron: Legacy wahlweise von einem der Nominierten für den Cinema Audio Society Award oder durch die BAFTA-nominierten 127 Hours und/oder The King's Speech ersetzt werden. Wenn sich nicht Pixar durchsetzt.


Bester Tonschnitt:
  • Inception
  • Tron: Legacy
  • Black Swan
  • Toy Story 3
  • Drachenzähmen leicht gemacht
Ersatzkandidaten: True Grit, 127 Hours, Salt, The Social Network, The King's Speech, Iron Man 2, Shutter Island
So weit mich mein Laienwissen hier nicht verlässt (eventuell sind wir schon Dienstag klüger), sollte Tron: Legacy hier bessere Chancen haben, da "zu laut" als Beschwerde eher dem Ton bzw. der Tonmischung angelastet wird, und nicht dem Tonschnitt. Da hat das Effektspektakel mit seinen einschneidenden Toneffekten ein kleines Heimspiel - und während bei den CAS Awards der Tonmixer keine Liebe für Tron: Legacy gezeigt wurde, waren die Töne schneidenden Mitglieder der MPSE gönnerhafter. Inception dürfte verhältnismäßig sicher sein, auch beim kunstvoll-melodramatischen Ballett-Psychohorror Black Swan bin ich zuversichtlich, schließlich müssen die Schockmomente perfekt gesetzt sein. Ansonsten setze ich auf "Liebe für Pixar" und auf Randy Thom, der vor Drachenzähmen leicht gemacht zwei Oscar-Siege nach Hause fuhr (Die Unglaublichen und Der Stoff, aus dem die Helden sind) und zwölf weitere Male nominiert war (u.a. für Ratatouille, Die Rückkehr der Jedi-Ritter und dem womöglich stillsten Disney-Realfilm aller Zeiten, Wenn die Wölfe heulen).


Bester fremdsprachiger Film:
  • In einer besseren Welt - Dänemark
  • Biutiful - Mexiko
  • Life, above all - Südafrika
  • Outside the Law - Algerien
  • Incendies - Kanada
Ersatzkandidaten: Simple Simon aus Schweden, Dogtooth aus Griechenland, Confessions aus Japan, Even the Rain aus Spanien
Ich halte mich eigentlich vor der Bekanntgabe der Nominierten aus dieser Kategorie raus, weil ich überhaupt kein Gefühl dafür habe, was bei der Academy ankommt und was nicht, aber ich will mich einfach mal herausfordern. Nachdem das Feld von offizieller Seite eh auf neun Filme runtergekürzt wurde, kann es auch nicht viel schlechter als beim Make Up werden. Meine Begründungen für die fünf "Auserwählten": Der dänische Beitrag gewann den Golden Globe, Mexiko hat mit Iñárittu (21 Grams) einen prestigeträchtigen Regisseur, Incendies ist in meiner Liste, weil die meisten Oscar-Blogger sich so sicher mit dem Film sind (das kann also entweder einen guten Grund sein, oder alle plappern irgendwem nach, der wild herumgeraten hat), Life, above all gefiel Kritikerpabst Roger Ebert enorm und der algerische Beitrag, der ein Familiendrama gegen Algeriens Kampf um Unabhängigkeit schneidet... der klingt einfach zu typisch, als dass ich ihn raushalten könnte.


Bester Song:
  • I See the Light / Endlich sehe ich das Licht aus Rapunzel
  •  You Haven’t Seen the Last of Me” aus Burlesque
  • Shine aus Waiting for Superman
Wer weiß?: Chanson Illusionist aus The Illusionist, Coming Home aus Country Strong, We Belong Together aus Toy Story 3, If I Rise aus 127 Hours, Bound to You aus Burlesque
Damit ihr euch zu Hause selbst eure eigene Oscar-Vorhersage für diese Kategorie zusammenbasteln könnt, habe ich die meistgenannten weiteren Lieder aus anderen Prognosen mal für euch aufgezählt. Ich bleibe derweil stur bei meiner "Es werden nur drei Lieder nominiert!"-Theorie, bloß dass ich Chanson Illusionist durch den Song Shine aus der das US-Bildungssystem kritisierenden Dokumentation Waiting for Superman ersetzt habe. Grammy-Gewinner John Legend scheint mir doch etwas mehr Zugkraft zu haben, als die von mir gemutmaßte Sympathie der Academy für Musik aus Filmen von Sylvain Chomet.

Das waren dann auch schon meine Prognosen für die Dienstag anstehenden Oscar-Nominierungen. Wer sich dafür interessiert, mit welchem naiven Enthusiasmus und Glauben an Überraschungen ich meine erste Prognose für dieses Jahr anging, der klickt hier. Rückblickend noch putziger ist meine erste Prognose für die Oscars 2009. Für einen detaillierteren Blick auf die meiner Meinung nach beste Oscar-Kampagne dieses Jahres, solltet ihr hier klicken.