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Samstag, 9. Juni 2018
Alles Gute zum Geburtstag, du Erpel, der auch als Maui Mallard bekannt ist
84 Jahre alt und kein bisschen leiser geworden: Heute jährt sich einmal mehr das Leinwanddebüt des tollsten Erpels der Geschichte. Donald Duck ist der liebevoll-freche, vorlaut-charmante Star im Disney-Pantheon und die Verkörperung, was es heißt, wandelbar und sich dennoch selber treu zu sein. Denn ganz gleich, ob als chaotischer Junggeselle, vom Pech verfolgter Erziehungsberechtigter, cholerischer Kumpel einer friedvollen Maus, gebeutelter Neffe/Lohnsklave in Personalunion, kesser Abenteurer oder selbstloser Superheld, der lila Alienenten versohlt ... Donald ist stets wiederzuerkennen, und gleichzeitig wesentlich anpassungsfähiger als diverse andere Popkulturikonen.
Dennoch: Eine alternative Persönlichkeit Donalds ging leider unter. Ihr blieb es verwehrt, so eine dauerhafte Präsenz zu entwickeln wie Phantomias, Agent Doppel Duck oder die zahllosen Facetten, die Donald in seinen Comic- und Filmabenteuern als er selbst zeigen darf. Die Rede ist von Maui Mallard.
Maui Mallard debütierte im Jahr 1995 und ist gleichzeitig der Profiteur großer Disney-Ambitionen sowie das Opfer miesen Timings und voreilig-panischer Disney-Kurzschlussentscheidungen. Donalds Alter Ego, bekleidet in einem Hawaiihemd und bewaffnet mit einer übergroßen Käferknarre, ist ein auf einer paradiesischen Insel agierender Privatdetektiv, der fähig ist, sich in einen Ninja zu verwandeln. Sein Videospiel, ein Jump'n'Run'n'Shoot namens Donald in Maui Mallard (auch bekannt als Maui Mallard in Cold Shadow) gehörte zu den ersten Projekten der mittlerweile in ihrem ursprünglichen Sinne geschlossenen Spieleentwicklungsschmiede Disney Interactive und sollte ursprünglich die Geburtsstätte eines Studiomaskottchens werden. Wären die Dinge ein wenig anders gelaufen, hätte Detektiv-und-Ninja-Donald für Disney Interactive den Status, den Mario für Nintendo oder Sonic für Sega hat.
Das Spiel wurde für Sega Genesis/Sega Saturn, Super Nintendo, PC und in einer massiv abgespeckten Version für den Game Boy entwickelt, und zumindest die drei "Hauptversionen" des Spiels wiesen liebevolle Animationen, starke Soundeffekte und einen famosen Ohrwurmscore von Michael Giacchino auf. Noch vor Veröffentlichung des Spiels wurde bereits an einem zweiten Spiel gearbeitet, zudem baute die Gebrauchsanweisung eine dichte Mythologie für Maui Mallard auf, die gegebenenfalls sogar als Grundlage für eine Serie gedient hätte.
Jedoch kam die Heimkonsolenversion raus, als sie sich in ihren letzten Atemzügen befanden. In Nordamerika wurde sogar auf die Sega-Veröffentlichung verzichtet, im Gegenzug ließ Disney die Veröffentlichung der PC- und Game-Boy-Fassung in Europa aus. Während Disney Interactive große Hoffnungen in den Titel steckte, bekam Disneys Vermarktungsabteilung in den letzten Sekunden Panik, da Donald in Nordamerika zu diesem Zeitpunkt angeblich nicht hip genug war, um ein Videospiel zu tragen, in dem er Ninjas, Kannibalen, Zombies und Skelettpiraten bekämpft, so dass in der US-Vermarktung sämtliche Referenzen auf ihn entfernt wurden. Ohne Donald als Aufmerksamkeit erzeugender Name ging das seltsam-cartooneske, teils morbide Spiel für den nahezu toten Super Nintendo jedoch unter - und die PC-Version wurde im September 1996 eher lieblos auf den Markt geschmissen. Ironischerweise parallel zum TV-Start von Quack Pack, einer Serie, in der Donald ebenfalls als Hawaiihemdenträger neu erfunden wurde.
Also, lieber Donald: Genieße deinen Ehrentag. Und ich wünsche dir, dass Maui Mallard eines Tages furios zurückkehrt.
Sonntag, 30. April 2017
Assassin's Creed
Begeben wir uns kurz in den Nachdenkibus und spekulieren darüber, wie es wohl dazu gekommen ist, dass Arthouse-Regisseur Justin Kurzel seine üblicherweise für Anspruch stehenden Macbeth-Darsteller Michael Fassbender und Marion Cotillard überzeugen konnte, ihm bei seiner ersten Videospielverfilmung zur Seite zu stehen. Vielleicht haben sie alle einfach nur einen dicken Gehaltsscheck benötigt. Vielleicht mögen sie die Assassin's Creed-Spiele. Vielleicht waren sie von der komplexen moralischen Komponente des Plots fasziniert?
Zwischen den Templern und den Assassinen herrscht ein jahrhundertealter Konflikt, in dessen Mittelpunkt der Apfel steht, in den Adam und Eva einst gebissen haben. Denn dieses Relikt aus dem Paradies soll, der Sage zufolge, die Macht haben, den freien Willen der Menschheit zu kontrollieren – er hat ihn ihr gegeben, und er kann ihn ihr auch wieder nehmen. Die Templer haben es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Apfel an sich zu reißen, um den freien Willen zu stoppen und so auch den menschlichen Wunsch nach Gewalt. Die Assassinen hingegen wollen den Apfel, und so auch den freien Willen, beschützen, selbst wenn dies bedeutet, dass Gewalt auf ewig Teil des menschlichen Wesens bleiben wird.
Eben dieser Konflikt wird in der Jetztzeit neu heraufbeschworen, als das experimentelle Technologieunternehmen Abstergo Industries den vermeintlich bereits exekutierten Kriminellen Callum Lynch (Michael Fassbender) dazu bringt, am Animus-Projekt teilzunehmen. Dabei wird eine hochmoderne Technologie genutzt, um die in der DNA verborgenen Erinnerungen seiner Ahnen wieder freizusetzen – und da Lynch der letzte Nachfahre des Assassinen ist, der angeblich zuletzt den Ursprung der menschlichen Sünde gesehen hat, soll er Abstergo dabei helfen, ihn ausfindig zu machen. Wird Callums Herkunft tatsächlich sein Schicksal lenken?
Verlassen wir den Nachdenkibus mit der vagen These, dass es dieser Aspekt hinter Assassin's Creed war, der die genannten Künstler dazu gebracht hat, für diesen Film zu unterschreiben. Und widmen wir uns der harschen Wirklichkeit: Von der intellektuellen Ebene dieses Grundkonzepts, welches ein anspruchsvolles Abwägen zwischen Freiheit und Sicherheit gestattet, ist in der eigentlichen Ausführung nichts mehr zu spüren. Die Big-Budget-Videospieladaption, die ihren Machern zufolge als Grundstein für eine Trilogie dient (und deren Misserfolg im Kino die Umsetzung dieser Idee wohl torpediert hat), öffnet keinen Diskurs darüber, ob Eigensinn automatisch ein Gewaltpotential mit sich bringt und ob die Fähigkeit zu eigenmächtigen Entscheidungen es wert ist, in einer Welt der steten Bedrohung durch Gewalt zu leben.
Und per se ist dieser aufgegebene Anspruch nicht weiter bedauernswert. Wir haben ja immerhin den Nachdenkibus verlassen – da dürfen wir auch mal einfach nur unterhalten werden. Die Indiana Jones-Filme gehen schließlich ebenfalls nie auf intellektuell stimulierende Weise auf die von ihnen aufgeworfenen religiösen Fragen ein. Und der Diskurs, den Jurassic Park über Ethik zulässt, passt wahrscheinlich in voller Gänze auf eine Papierserviette. Problematisch ist indes, dass alle Beteiligten trotz des verschwindend geringen intellektuellen Gehalts von Assassin's Creed so agieren, als handle es sich hierbei sehr wohl um eine gestrenge, tiefschürfende Analyse der obig erwähnten Themen.
Kurzels Regieführung gestattet nicht das kleinste Spurenelement von Humor – allein dem Vorantreiben des Plots dienliche oder zuweilen gar völlig überflüssige Sätze hallen bedeutungsschwer nach, ehe ein Schnitt erfolgt. Die wenig behände choreografierte Action wird von Wackelkameraaufnahmen, raschen Schnitten und hochdramatischer Musik niedergeschmettert.
Weder mimisch noch verbal ist dem von Fassbender mit erdrückender Ernsthaftigkeit gespieltem Protagonisten Esprit abzuringen. Marion Cotillard gibt mimisch währenddessen genau das, was ihre Figur zulässt: Als leitende Forscherin bei Abstergo ist sie dazu da, die Technologie ihrer Einrichtung und die Mythologie dieser Filmwelt zu erklären, gelegentlich erklärt sie auch explizit das Handeln ihrer Figur oder gar das ihres Gegenübers. All dies in einer magnetisch-monotonen Stimmlage, während ihre weit aufgerissenen Augen einem seelenlos ins Innere starren – sie ist der filmfigurgewordende Archetyp der Spielmechanismen erläuternden, gelegentlich nervigen Person aus Videospielzwischensequenzen.
Jeremy Irons wiederum kann als Abstergo-Chef zwar sein zum wonnigen Overacting neigendes Naturell nicht völlig ablegen, jedoch reißt er sich (anders als bei der Rollenspiel-Adaption Dungeons & Dragons) so sehr am Riemen, dass seine Darbietung nicht ansteckend amüsant gerät. Das restliche Ensemble geht völlig unter, auch, da Kurzel und Kameramann Adam Arkapaw (The Light Between Oceans) das Geschehen durchweg in eine verwaschen-schattige Ästhetik tauchen. Von gelegentlichen Totalen abgesehen, die häufig durch klar als solche erkennbare Digitaleffekte „aufgehübscht“ werden, ist daher oft nur das Gesicht der handelnden Figuren klar zu erkennen – Kulissen, Schauplätze, Kostüme und Requisiten lassen sich unter den blau-schwarzen oder matschig-braun-grauen Lichtflecken gar nicht würdigen.
Fast wirkt es so, als hätte wer das Kameraobjektiv mit Fettflecken beschmiert – so entgeht dem inhaltlich weder Anspruch noch Vergnügen kennenden Film letztlich die Chance, wenigstens als unbedeutender Augenschmaus irgendeine Daseinsberechtigung zu ergattern.
Fazit: Assassin's Creed greift weder den Verstand, noch das Spaßzentrum gekonnt an, sondern verharrt starr im unästhetischen Schatten der mürrischen Belanglosigkeit.
Diese Kritik erschien zuerst bei Quotenmeter.de
Donnerstag, 13. Oktober 2016
Warcraft: The Beginning
Während im unter anderem von Menschen und Zwergen bevölkerten Reich Azeroth seit vielen Jahren Frieden herrscht, geht die Ork-Heimatwelt Draenor allmählich zugrunde. Daher nutzen die Orks das Dunkle Portal, um ihrer sterbenden Heimat zu entfliehen. Doch während Teile der Horde, wie sich die Draenor-Vereinigung nennt, ihre neue Heimat erobern wollen, sehnt sich Häuptling Durotan (Toby Kebbell) nach einer Lösung, Draenor zu retten. Anduin Lothar (Travis Fimmel), Anführer der Allianz von Azeroth, steht derweil unter dem Druck, sein Reich zu beschützen und Gerechtigkeit für seine Familie einzufordern. Zwischen den Fronten steht das Halbblut Garona (Paula Patton), die das Beste aus beiden Welten kennenlernt, so dass sie sich aufmacht, die sich abzeichnende, ungeahnte Bedrohung aufzuhalten, die Orks und Menschen zerstören könnte …
Wenn sich Duncan Jones eines nicht vorwerfen lassen muss, dann, dass er schnurstracks in die Fußstapfen der bislang langlebigsten Reihe an Videospielverfilmungen tritt. Denn der unter Gaming-Freunden am häufigsten geäußerte Kritikpunkt an den Resident Evil-Filmen ist, dass die Adaptionen verschwindend geringe Parallelen zu den Spielen haben. Eben jene „Was schert mich die Vorlage?“-Attitüde, die Paul W.S. Anderson in seinen Action-Horror-Filmen an den Tag legt, ist dem Moon-Regisseur indes fremd. Nur übertrieben strenge Profi-Erbsenzähler werden im Warcraft-Film Anreize finden, ihn als Beleidigung des Blizzard-Franchises zu empfinden.
Dass eine werkgetreue Vorgehensweise allerdings nicht zwangsweise in einen sehenswerten Film mündet, führte in jüngster Vergangenheit unter anderem Fifty Shades of Grey vor. Doch während die SM-Romanze schlichtweg die Makel ihrer drögen Vorlage auf die Leinwand importiert, hat Duncan Jones eine reichhaltige, epochale Mythologie, aus der er schröpfen kann, um ein fesselndes Fantasyspektakel zu kreieren. Und tatsächlich: Das Spektakel ist in dieser 160-Millionen-Dollar-Produktion gegeben – nur das mit der Spannungskurve will angesichts des spröden, an unausgegorene B-Fantasyfilme wie Dungeons & Dragons erinnernden Skripts nicht funktionieren.
Es mag sein, dass zahlreiche Orte, Gegenstände, Rassen und Figuren aus dem Warcraft-Mythos im Film zu sehen sind, schlussendlich erzählt Jones aber bloß eine trockene „Zwei Welten prallen aufeinander und beide haben Friedensstifter sowie Kriegstreiber unter sich“-Story. Da wird viel von A nach B und von B nach C zurück nach A gereist, und obwohl sich ständig irgendetwas tut, so geschieht für lange Strecken des Films nichts von Relevanz – Peter Jacksons erster und dritter Hobbit-Film lassen grüßen. Und wie schon in den der Herr der Ringe-Saga weit unterlegenen Prequels, so wird auch hier die gebotene Mythologie des sich auf der Leinwand erbreitenden Universums lediglich gezeigt. Nicht aber zu einem eigenständigen Leben erweckt – abgesehen davon, dass Durotan in heimeligen Familiensituationen gezeigt wird, nimmt sich Warcraft: The Beginning nie die Zeit, Alltag zu zeigen. Fans mögen manchmal nickend das Geschehen als ihnen bekannt bestätigen, Neulinge werden aber mit den Schultern zuckend dasitzen: „Ja, Fantasy halt. Schmiedende Zwerge, Elfen mit spitzen Ohren, etwas Hokuspokus, kenne ich alles schon.“
So oder so mangelt es an Momenten, die das Besondere dieser Filmwelt vorführen – ähnlich, wie halt Der Hobbit mitunter nur eine neue Wandertour durch eine zuvor viel aufregender verwirklichte Welt war. Bloß, dass Jackson in seinen späteren Mittelerde-Filmen bereits auf den Schultern einer gelungenen Zelluloid-Trilogie stand. Und selbst in den Hobbit-Abenteuern wenigstens ein Gefühl für Geografie mit sich brachte: Diverse Weitaufnahmen und ausschweifende Kamerafahrten quer durch distinktive Landschaftsstriche erlaubten es dem Publikum, abzuschätzen, wo sich welche Figuren gerade befinden, zudem wurde so eine optische Abwechslung geboten. Warcraft: The Beginning-Kameramann Simon Duggan hingegen klebt für einen Großteil der Szenen den handelnden Figuren direkt vor dem Gesicht, so dass von den zuweilen arg ihre digitale Herkunft offenbaren Örtlichkeiten wenig zu sehen ist – und das Bisschen ist nicht unbedingt eintönig, vielseitig und einladend ist es aber auch nicht.
Während zumindest der Turm des Wächters Medivh (faserig im Spiel: Ben Foster) mit seinem hellen Marmor einen denkwürdigen Look aufweist, schindet das Produktionsdesign trotz vorlagentreuer Details bei Waffen und Rüstungen wenig Eindruck. Ob im Ork-Lager direkt auf seiner Seite des Dunklen Portals oder in König Llane Wrynns (solide: Dominic Cooper) Burg: Jones hält zu wenig auf die Eigenheiten des Warcraft-Universums drauf, um dessen Filmversion nicht als reinen Tolkien-Abklatsch dastehen zu lassen. Vom muskulösen, menschenähnlichen Ork-Design und der stylischen Gestaltung magischer Tätigkeiten natürlich abgesehen – wobei die Orks aller filigraner Computermimik zum Trotz in Ultranahaufnahmen und in direkter Interaktion mit den Menschen noch immer sehr künstlich aussehen. In diesen Belangen hätten dem Film mehr Zeit fürs Shading und die Bildkomposition nicht geschadet – selbst wenn der Gesamteindruck der Effekte durchaus imposant ist.
Doch angesichts der gebotenen Geschichte würden Warcraft: The Beginning selbst makellos verwirklichte Ork-Gesichtszüge nicht sonderlich helfen. Orkhäuptling Durotan hat kaum mehr Charakterzüge aufzuweisen, als dass er ein gutmütig-ehrenwerter Vater ist. Paula Pattons Halbblut ist (klischeehaft, aber plausibel dargeboten) von ihrem neuen Umfeld fasziniert. Und Khadgar (Ben Schnetzer) hat als unerfahrener, aber auch neugieriger Jungzauberer bereits die komplexeste Charakterisierung im Rücken. Somit ist Schnetzer, der auch die wenigen Lacher im Film auf seiner Seite hat, so etwas wie die Seele des Films, selbst wenn seine Suche nach der Ursache einiger Probleme in Azeroth fast so vorhersehbar ist wie die nach wenigen Filmminuten folgende Erkenntnis, dass der grimmig drein guckende, mit ungeheuerlicher Macht hantierende Ork Gul'dan (bedrohlich: Daniel Wu) wohl böse sein könnte.
Die zahlreichen Scharmützel zwischen Mensch und Ork lassen nicht nur wegen des sich laut tönend ankündigenden Ausgangs Suspense missen, auch die Kampfchoreografie lässt zu wünschen übrig, wenn nicht gerade ein Greif austeilt und für etwas Chaos im eiligen Hauen und Stechen sorgt. Es wäre vermessen, gleich solche Höhepunkte wie die Schlacht um Helms Klamm in Der Herr der Ringe: Die zwei Türme mit einfallsreichen Stunts, guter (digitaler wie praktischer) Effektarbeit, flotten Sprüchen und glaubwürdiger Figureninteraktion zu erwarten. Doch wenigstens den einen oder anderen unerwarteten Schachzug hätte es gebraucht, um den grobmotorischen „Hau und weg!“-Kämpfen Dringlichkeit zu verleihen. Komponist Ramin Djawadi (Game of Thrones) ist abseits des während der Studiologos ertönenden, im Laufe des Films gelegentlich wiederholten, treibende Kriegstrommeln bietenden Leitthemas mit seinen austauschbaren Kompositionen nämlich auch keine große Hilfe.
Fazit: Trotz hoher Detailfreude tut Duncan Jones der von ihm geliebten Warcraft-Welt keinen Gefallen: In der vom Moon-Regisseur inszenierten Leinwandversion wirkt sie bloß wie Tolkien auf Steroiden. Und dieser Muskel-Tolkien strampelt sich in einem Treibsand der inhaltlichen Austauschbarkeit ab.
Donnerstag, 26. Mai 2016
Meine Top 5 der Videospielfilme
Videospielverfilmungen sind wieder in aller Munde. Oder zumindest innerhalb der Filmfancommunity wieder ein heißes Gesprächsthema: Aktuell kämpft Warcraft: The Beginning darum, ein großes Publikum in die Säle zu locken und so das Stigma floppender Videospieladaptionen in alle Winde zu zerstreuen. Zudem ging erst kürzlich der Trailer zu Assasin's Creed online, der (trotz diskutabler Musikuntermalung) durchaus Hoffnungen auf eine ansprechende Action-Agenteuergeschichte mit guten Darstellern macht. Und dann ist da ja noch Angry Birds - Der Film, der zwar nicht den gewaltigen finanziellen Überknaller darstellt, den sich Sony einst bei der Ankündigung gewiss ausgemalt hat, der aber sehr wohl beachtliche Zahlen schreibt.
Grund genug, mir eine ruhige Minute zu nehmen und aus der großen Auswahl an Videospielverfilmungen meine fünf Favoriten zu küren. Dabei habe ich mir als Regel gesetzt, pro Franchise nur einen Film auszuwählen. Und Filme über Videospiele gelten nicht, also leider kein Tron oder Tron: Legacy in denen neue Spiele erschaffen, statt bereits erschienene adaptiert werden. Es müssen schon real existierende Videospiele zu cineastischem Leben erweckt werden. Nun dann ... los geht's!
Die Verfilmung der Spiele-App Angry Birds ist schwach. Sie hat so ihre ulkigen Momente, insbesondere in der dank Christoph Maria Herbst mit trockenem Sarkasmus aufwartenden deutschen Synchronfassung. Dennoch gibt es viel Leerlauf zu erdulden, während das Chaosfinale irgendwann seinen Reiz zu sehr in die Länge zieht und der Mittelteil dann und wann seine innere Logik auf Standby schaltet. Dennoch: Die Animation ist solide und manch absurder Gag trifft. Angesichts der bislang noch sehr wackligen Lage, in der sich Videospieladaptionen befinden, reicht das für Rang fünf.
Ich sehe vor meinem inneren Auge schon die fauligen Tomaten, die ihr gerade gen Monitor, Tablet oder Smartphone schmeißt. Und während ich mich wundere, wo ihr die so plötzlich her habt, zucke ich mit den Schultern und sage: Anderson mag (von Film zu Film immer mehr) die Vorlage mit Füßen treten. Doch seine stylischen, mit toll choreografierten Kämpfen und (später) mit tollem 3D aufwartenden, kleinen, bescheuerten Zombie-Actioner sind nicht nur total Banane, sondern zumeist auch sehr unterhaltsam. Und somit haben sie dem Großteil der bisherigen Videospielverfilmungen einen bis drei Schritte voraus. Der bislang jüngste und (voraussichtlich/angeblich) vorletzte Teil der Reihe gefällt mir am meisten: Er wirft die Alibihandlung über Bord und konzentriert sich allein auf Look, Sound und Action. Darüber hinaus mag er eine dürftige Umsetzung des Resident Evil-Spielemythos sein, als Videospielfilm trumpft er dennoch auf, denn mit seinen Settingsprüngen imitiert Resident Evil: Retribution wunderbar die Level-Logik vieler Games. Hier ist das Lava-Level. Das Großstadt-Level. Das Vorstadt-Level. Das kühle Sci-Fi-Basis-Level. Das Finale!
Nach dem großen Qualitätssprung zwischen Platz fünf und Platz vier folgt hier ein noch deutlicher Hopser: Scott Waughs benzingetränkte Blechschadensause Need for Speed mag an den Kinokassen untergegangen sein und wurde zudem von Kritikern verlacht. Aber ihr habt doch alle keine Ahnung! Der auf haptische, turbulente Autostunts setzende Regisseur nimmt die "Glaubwürdiger als Mario Kart, aber mit nachgiebigerer Physik als Gran Turismo"-Logik des Arcade-Style-Rennfranchises und zelebriert eine altmodische, manchmal pathetische, zumeist aber extrem launige Autorennaction, die zumindest in meinen Augen die gesamte Fast & Furious-Saga Staub schlucken lässt. Darauf erstmal ein Bier, und zwar ein gutes!
Verdammt noch eins, was habe ich diesen Film lieb! Gewiss, dieser klar unter den Erwartungen laufende, nie die geplante Fortsetzung erhaltende Jerry-Bruckheimer-Abenteuerspaß könnte zwischendurch einen Hauch zügiger voranschreiten und das Finale verlässt sich etwas zu stark auf reines Effektgewitter. Aber mit einem charismatischen, augenzwinkernden Jake Gyllenhaal in der Hauptrolle, einer kessen Gemma Arterton in der weiblichen Hauptrolle und einem immens amüsanten Alfred Molina als Tagelöhner mit gutem Herzen sowie mit tollen Kampfsequenzen rund um Steve Toussaint hat diese Kreuzung aus Abenteuerromantik-Nostalgie und modernem, ironisch gewürztem Blockbuster-Pomp allerhand zu bieten. Eine tolle Kameraarbeit, ein schwelgerischer Score und kecker Dialogwitz sind ebenfalls Teil dieses unterschätzten Gesamtpakets. Aber nein, die Welt wollte den Film ja unbedingt ignorieren, also gibt es halt kein Sequel. Tzzz ...
"Du mogelst!", wird nun sicher mancher von euch in den Raum brüllen. Aber was kann ich dafür, wenn der beste Film, in dem Videospielschöpfungen zu den handelnden Figuren gehören, ein Disney-Animationsmeisterwerk ist, in dem die zentralen Rollen an neu geschaffene Persönlichkeiten gingen? Ralph reicht's ist eine wunderschöne Geschichte darüber, wie sehr unsere Tätigkeit unsere Position in der Gesellschaft und unser Selbstwertgefühl beeinflussen kann, und obendrein eine äußerst spaßige Buddy-Komödie, in der halt auch diverse Videospiel-Kultfiguren zu sehen sind. Schade, dass Ralph reicht's (gefühlt) nur eine kleine Disney-Fandom-Halbwertszeit hatte. Aber vielleicht wird der solide Hit irgendwann wiederentdeckt und bleibt dann länger im gemeinschaftlichen Gedächtnis haften?
Grund genug, mir eine ruhige Minute zu nehmen und aus der großen Auswahl an Videospielverfilmungen meine fünf Favoriten zu küren. Dabei habe ich mir als Regel gesetzt, pro Franchise nur einen Film auszuwählen. Und Filme über Videospiele gelten nicht, also leider kein Tron oder Tron: Legacy in denen neue Spiele erschaffen, statt bereits erschienene adaptiert werden. Es müssen schon real existierende Videospiele zu cineastischem Leben erweckt werden. Nun dann ... los geht's!
Platz 5: Angry Birds - Der Film (Regie: Clay Kaytis & Fergal Reilly)
Die Verfilmung der Spiele-App Angry Birds ist schwach. Sie hat so ihre ulkigen Momente, insbesondere in der dank Christoph Maria Herbst mit trockenem Sarkasmus aufwartenden deutschen Synchronfassung. Dennoch gibt es viel Leerlauf zu erdulden, während das Chaosfinale irgendwann seinen Reiz zu sehr in die Länge zieht und der Mittelteil dann und wann seine innere Logik auf Standby schaltet. Dennoch: Die Animation ist solide und manch absurder Gag trifft. Angesichts der bislang noch sehr wackligen Lage, in der sich Videospieladaptionen befinden, reicht das für Rang fünf.
Platz 4: Resident Evil: Retribution (Regie: Paul W.S. Anderson)
Ich sehe vor meinem inneren Auge schon die fauligen Tomaten, die ihr gerade gen Monitor, Tablet oder Smartphone schmeißt. Und während ich mich wundere, wo ihr die so plötzlich her habt, zucke ich mit den Schultern und sage: Anderson mag (von Film zu Film immer mehr) die Vorlage mit Füßen treten. Doch seine stylischen, mit toll choreografierten Kämpfen und (später) mit tollem 3D aufwartenden, kleinen, bescheuerten Zombie-Actioner sind nicht nur total Banane, sondern zumeist auch sehr unterhaltsam. Und somit haben sie dem Großteil der bisherigen Videospielverfilmungen einen bis drei Schritte voraus. Der bislang jüngste und (voraussichtlich/angeblich) vorletzte Teil der Reihe gefällt mir am meisten: Er wirft die Alibihandlung über Bord und konzentriert sich allein auf Look, Sound und Action. Darüber hinaus mag er eine dürftige Umsetzung des Resident Evil-Spielemythos sein, als Videospielfilm trumpft er dennoch auf, denn mit seinen Settingsprüngen imitiert Resident Evil: Retribution wunderbar die Level-Logik vieler Games. Hier ist das Lava-Level. Das Großstadt-Level. Das Vorstadt-Level. Das kühle Sci-Fi-Basis-Level. Das Finale!
Platz 3: Need for Speed (Regie: Scott Waugh)
Nach dem großen Qualitätssprung zwischen Platz fünf und Platz vier folgt hier ein noch deutlicher Hopser: Scott Waughs benzingetränkte Blechschadensause Need for Speed mag an den Kinokassen untergegangen sein und wurde zudem von Kritikern verlacht. Aber ihr habt doch alle keine Ahnung! Der auf haptische, turbulente Autostunts setzende Regisseur nimmt die "Glaubwürdiger als Mario Kart, aber mit nachgiebigerer Physik als Gran Turismo"-Logik des Arcade-Style-Rennfranchises und zelebriert eine altmodische, manchmal pathetische, zumeist aber extrem launige Autorennaction, die zumindest in meinen Augen die gesamte Fast & Furious-Saga Staub schlucken lässt. Darauf erstmal ein Bier, und zwar ein gutes!
Platz 2: Prince of Persia: Der Sand der Zeit (Regie: Mike Newell)
Verdammt noch eins, was habe ich diesen Film lieb! Gewiss, dieser klar unter den Erwartungen laufende, nie die geplante Fortsetzung erhaltende Jerry-Bruckheimer-Abenteuerspaß könnte zwischendurch einen Hauch zügiger voranschreiten und das Finale verlässt sich etwas zu stark auf reines Effektgewitter. Aber mit einem charismatischen, augenzwinkernden Jake Gyllenhaal in der Hauptrolle, einer kessen Gemma Arterton in der weiblichen Hauptrolle und einem immens amüsanten Alfred Molina als Tagelöhner mit gutem Herzen sowie mit tollen Kampfsequenzen rund um Steve Toussaint hat diese Kreuzung aus Abenteuerromantik-Nostalgie und modernem, ironisch gewürztem Blockbuster-Pomp allerhand zu bieten. Eine tolle Kameraarbeit, ein schwelgerischer Score und kecker Dialogwitz sind ebenfalls Teil dieses unterschätzten Gesamtpakets. Aber nein, die Welt wollte den Film ja unbedingt ignorieren, also gibt es halt kein Sequel. Tzzz ...
Platz 1: Ralph reicht's (Regie: Rich Moore)
"Du mogelst!", wird nun sicher mancher von euch in den Raum brüllen. Aber was kann ich dafür, wenn der beste Film, in dem Videospielschöpfungen zu den handelnden Figuren gehören, ein Disney-Animationsmeisterwerk ist, in dem die zentralen Rollen an neu geschaffene Persönlichkeiten gingen? Ralph reicht's ist eine wunderschöne Geschichte darüber, wie sehr unsere Tätigkeit unsere Position in der Gesellschaft und unser Selbstwertgefühl beeinflussen kann, und obendrein eine äußerst spaßige Buddy-Komödie, in der halt auch diverse Videospiel-Kultfiguren zu sehen sind. Schade, dass Ralph reicht's (gefühlt) nur eine kleine Disney-Fandom-Halbwertszeit hatte. Aber vielleicht wird der solide Hit irgendwann wiederentdeckt und bleibt dann länger im gemeinschaftlichen Gedächtnis haften?
Samstag, 19. März 2016
Capital C
Schwarmintelligenz
trifft auf Vorschusszahlungen: Egal ob man es persönlich unterstützt oder
nicht; Crowdfunding ist ein spannendes Konzept. Eine Dokumentation zum Thema
Crowdfunding via Crowdfunding zu finanzieren, ist unterdessen ein kniffliger
Gedanke. Es ist durchaus vorstellbar, über diesem Wege eine informative,
ungewöhnliche Doku zu verwirklichen. Etwa, wenn durch die Fanfinanzierung
abgesichert wird, dass der Film unkonventionell vorgehen darf und somit ganz anders
wird als jeder übliche Dokumentarfilm. Morgan Spurlock hat vor einigen Jahren
vorgemacht, wie eine Dokumentation über besondere Finanzierungswege aussehen
kann, die selbst diese Wege beschritten hat: In The Greatest Movie
Ever Sold thematisierte er Produktplatzierungen und Film-Werbedeals,
indem er die Finanzierung eben jener Dokumentation mit der Kamera einfing. Das
Ergebnis war so erhellend wie unterhaltsam.
Von
der The Greatest Movie Ever Sold innewohnenden Cleverness
und dem von dieser Doku ausgestrahlten Schalk ist Capital C
aber weit entfernt. Stattdessen wurde mit Crowdfunding ein Film über
Crowdfunding finanziert, der sich primär an Begeisterte des Crowdfunding-Gedanken
richtet, die sich nicht in die Suppe spucken lassen wollen. Zwar hat die Doku
ihre hellen Momente, unterm Strich ist sie jedoch sehr einseitig und
voreingenommen geraten.
Die
Stützpfeiler der Doku sind drei Kickstarter-Erfolgsgeschichten: Der
Videospiele-Pionier Brian Fargo, der mit immensem Erfolg bei Kickstarter Geld
für die Neuauflage von Wasteland sammelt. Der Grafiker
Jackson Robinson, der sich seinen Traum erfüllen möchte, Spielkarten zu
gestalten. Und der Hipster Zach Crain, der gestrickte Flaschenwärmer herstellt.
Fargo dient dabei mit seinen millionenschweren Kickstarter-Aktionen als
leuchtendes Vorbild für erfolgreiches Crowdfunding. Zugleich repräsentiert er
den Aspekt dieses Finanzierungsmodells, den auch der Veronica Mars-Film
oder Zach Braffs Wish I Was Here abdecken: Von Fans
herbeigesehnte Unternehmungen, die trotzdem nie zustande gekommen sind.
Robinson
und Crain dagegen stehen stellvertretend für die kleinen, verrückten Ideen, die
sich bei Kickstarter und Co. finden und bringen auch eine persönlichere Note in
den Film. Das bunte „Wir haben uns alle lieb“-Treiben in Crains Firma steht
dabei im satten Kontrast zur verbissenen Selfmade-Unternehmer-Story von
Robinson, der im Laufe der 87 Filmminuten mehrmals von himmelhochjauchzend zu
deprimiert schwankt. Aber Robinsons flatternden Nerven und seiner zwischendurch
davon schwindenden Zeit mit seiner Familie zum Trotz: Die Regisseure Jørg
Kundinger und Timon Birkhofer lenken immer wieder das Hauptaugenmerk ihrer von
586 Kickstarter-User unterstützten Dokumentation darauf, dass mit Crowdfunding
am Ende ja alles gut wird. Diesen Eindruck unterstreichen auch die
gelegentlichen, kurzen Interview-Statements von Wirtschaftsexperten oder
Netz-Kennern wie Sascha Lobo.
Kritische
Nachfragen werden in Capital C verschwindend klein
geschrieben, genauso wie Konkurrenzplattformen zu Kickstarter kaum Beachtung
finden. Dass über Kickstarter finanzierte Ideen mitunter nie vollendet werden,
hakt der Film im Vorbeigehen ab, genauso wie sie von gezieltem
Crowdfunding-Missbrauch nichts wissen möchte. Selbst die große Community an
eingeschworenen Kickstartern wird zu einer Fußnote degradiert: Ein besonders
geschäftiger 'Backer' kommt kurz zu Wort, meint, dass ja nicht alle von ihm
unterstützten Projekte vollendet wurden, und ward nie wieder gesehen.
Dabei
hätte eine größere Varianz Capital C sehr gut zu Gesicht
gestanden: Was steckt hinter Plattformen wie 'Patreon', was können Backer
machen, die unzufrieden sind, und gibt es Leute, die es bereuen, bei der
Verwirklichung ihrer Ideen auf Crowdfunding zurückgegriffen zu haben? Antworten
auf diese Fragen wären zweifelsfrei reizvoller gewesen, als die diversen
Wiederholungen, auf die Capital C zurückgreift. Sei es die
Beweihräucherung des attraktiven, aber nicht makellosen Modells Crowdfunding,
oder Zach Crains insgesamt drei Erklärungen, wie die ABC-Show Shark
Tank abläuft: Nach und nach verliert sich die Dokumentation in die
Redundanz. Alle Crowdfunding-Gegner können sich daher an dieser Stelle einen
passenden, schnippischen Kommentar denken. Alle anderen dürfen ihr Bedauern anmelden.
Einen Imagefilm hätte es nämlich nicht gebraucht – man kann an Crowdfunding
glauben und sich dennoch mit den Makeln des Modells auseinandersetzen.
Vielleicht schafft es ja die nächste Doku zum Thema. Denn auch das lehrt Capital
C: Nachahmer gibt es überall ...
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Donnerstag, 5. Februar 2015
Baymax und seine Awards-Höhen und -Tiefen
Baymax ist ein großartiger Disney-Film. Lustig, sympathisch, herzlich und wahnsinnig gut animiert. Ich weiß, dass ich mit meiner Meinung, er sei besser als der Riesenhit Die Eiskönigin, nur einer Minderheit angehöre, und ich sehe ein, dass sich darüber inhaltlich wohl zanken lässt. Aber ich möchte mit felsenfester Überzeugung sagen, dass Disneys animierte Heldengeschichte optisch weit, weit stärker ist als Die Eiskönigin. Die Schauplätze sind lebhafter, belebter und verlebter. Diese Farben, der Lichteinfall, diese Schattenwürfe! Da kann das Winterwunderland des Milliarden-Dollar-Hits einpacken!
Umso glücklicher bin ich, dass die Visual Effects Society Baymax bei ihrer diesjährigen Preisverleihung zu einem Rekord verhalf: Ganze fünf Awards konnte die Disney-Produktion einheimsen, mehr als jeder andere Animationsfilm zuvor in der Geschichte des Preises für digitale Trickserei. Ein wahrer Erdrutschsieg, sämtliche Nominierungen wurden auch in Auszeichnungen umgewandelt!
Die komplette Liste an VES-Gewinnern:
Beste Effekte in einem effektlastigen Realfilm: Planet der Affen - Revolution
Beste Animation in einem Animationsfilm: Baymax - Riesiges Robowabohu
Beste nebensächliche Effektarbeit in einem Realfilm: Birdman
Beste Effekte in einer effektlastigen Realserie: Game of Thrones und The Children
Beste nebensächliche Effektarbeit in einer Realserie: American Horror Story: Freak Show;
Beste Komposition in einem Realfilm: Planet der Affen - Revolution
Beste Komposition in einer Realfilm-Werbung: SSE
Beste Komposition in einer Realserie: Game of Thrones und The Watchers on the Wall
Beste Effekte in einer Werbung: SSE Maya
Beste Echtzeitgrafik in einem Videospiel: Call of Duty: Advanced Warfare,
Beste Effekte in einem Studentenfilm: Wrapped
Beste Effekte in einer besonderen Attraktion: Ratatouille: L’Aventure Totalement Torquee de Remy
Beste virtuelle Kamera in einem fotorealistischem Projekt oder Realfilm: X-Men: Zukunft ist Vergangenheit, Küchensequenz;
Besten Computermodelle in jeglichem Medium: Baymax - Riesiges Robowabohu; Die Stadt San Fransokyo
Beste Umwelt in einem Animationsfilm: Baymax - Riesiges Robowabohu; Die Welt innerhalb des Portals
Beste Umwelt in einem Videospiel, einer Fernsehserie oder Werbefilm: Game of Thrones;
Beste Umwelt in einem Realfilm: Interstellar, Der Tesseract
Beste Effektsimulation in einem Realfilm: X-Men: Zukunft ist Vergangenheit, Quicksilver in der Pentagon-Küche
Beste Effektsimulation in einem Animationsfilm: Baymax - Riesiges Robowabohu
Beste Effektsimulation in einem Videospiel, einer Fernsehserie oder Werbefilm: A Spacetime Odyssey
Beste animierte Figur in einem Animationsfilm: Baymax - Riesiges Robowabohu, Baymax
Beste Darbietung einer animierten Figur in einem Realfilm:Planet der Affen - Revolution, Caesar
Beste Darbietung einer animierten Figur in einem Videospiel, einer Fernsehserie oder Werbefilm: SSE, Maya
So gut diese Preise Baymax im Rennen um den Animations-Oscar aussehen lassen, so schwach war es um den Disney-Hit bei den Annies, dem großen Preis der Trickfilmbranche, bestellt. All jenen, die bei den Academy Awards The LEGO Movie vermissen, sei aber gesagt, dass auch bei den Annies der Klötzchenfilm wenig Gegenliebe erhielt. Trickmacher scheinen einfach keinen Draht zu diesem Film gefunden zu haben. Stattdessen hatte bei den Annies DreamWorks mit Drachenzähmen leicht gemacht 2 die Nase vorne ...
Bester Animationsfilm: Drachenzähmen leicht gemacht 2 – DreamWorks Animation
Bestes animiertes Special: Cosmos: A Spacetime Odyssey – Voyager Pictures LLC
Bester animierter Kurzfilm: Feast (Liebe geht durch den Magen) – Walt Disney Animation Studios
Bester animierter Werbespot: Flight of the Stories – Aardman Animations
Beste animierte TV-Produktion für Vorschulkinder: Tumble Leaf – Amazon Studios
Beste animierte TV-Produktion für Kinder/Familien: Willkommen in Gravity Falls – Disney Television Animation
Beste animierte TV-Produktion für ein breites Publikum: Die Simpsons – Gracie Films in Verbindung mit Twentieth Century Fox Television
Bestes animiertes Videospiel: Valiant Hearts: The Great War – Ubisoft
Bester animierter Studentenfilm: My Big Brother – Jason Rayner
Beste Effekte in einem Animationsfilm: Michael Kaschalk, Peter DeMund, David Hutchins, Henrik Falt, John Kosnik für Baymax - Riesiges Robowabohu – Walt Disney Animation Studios
Beste Effekte in einem Realfilm: Steve Avoujageli, Atsushi Ikarashi, Pawel Grochola, Paul Waggoner, Viktor Lundqvist für Edge of Tomorrow – Sony Pictures Imageworks
Beste Figurenanimation in einer animierten TV-Produktion: Justin Nichols für Wander Over Yonder – Disney Television Animation
Beste Figurenanimation in einem Animationsfilm Fabio Lignini für Drachenzähmen leicht gemacht 2 – DreamWorks Animation Outstanding Achievement,
Beste Figurenanimation in einem Realfilm: Daniel Barrett, Paul Story, Eteuati Tema, Alessandro Bonora, Dejan Momcilovic für Planet der Affen - Revolution – Weta Digital Outstanding Achievement
Beste Figurenanimation in einem Videospiel: Mike Mennillo für Assassin’s Creed Unity – Ubisoft Bestes Figurendesign in einer animierten TV-Produktion: Benjamin Balistreri für Wander Over Yonder – Disney Television
Bestes Figurendesign in einem Animationsfilm: Paul Sullivan, Sandra Equihua, Jorge R. Gutierrez für Manolo und das Buch des Lebens – Reel FX Outstanding Achievement
Beste Regie einer animierten TV-Produktion: Aaron Springer für Disney Mickey Mouse – Disney Television Animation
Beste Regie eines Animationsfilms Dean DeBlois für Drachenzähmen leicht gemacht 2 – DreamWorks Animation
Beste Musik einer animierten TV-Produktion: Christopher Willis für Disney Mickey Mouse – Disney Television Animation
Beste Musik eines Animationsfilms: John Powell, Jónsi für Drachenzähmen leicht gemacht 2 - DreamWorks Animation
Bestes Produktionsdesign einer animierten TV-Produktion: Narina Sokolova für Disney Mickey Mouse – Disney Television Animation
Bestes Produktionsdesign eines Animationsfilms: Paul Lasaine, Tom McClure & August Hall für Die Boxtrolls – Focus Features/Laika
Bestes Storyboarding einer animierten TV-Produktion: Joaquim Dos Santos für Die Legende von Korra – Nickelodeon Animation
Bestes Storyboarding eines Animationsfilms: Truong “Tron” Son Mai für Drachenzähmen leicht gemacht 2 – DreamWorks Animation
Bester Sprecher in einer animierten TV-Produktion: Bill Farmer als Goofy und Grandma in Disney Mickey Mouse – Disney Television Animation
Bester Sprecher in einem Animationsfilm: Sir Ben Kingsley als Archibald Snatcher in Die Boxtrolls – Focus Features / Laika
Bestes Drehbuch einer animierten TV-Produktion: Darrick Bachman für Disney Mickey Mouse – Disney Television Animation
Bestes Drehbuch eines Animationsfilms: Phil Lord & Christopher Miller für The LEGO Movie – Warner Bros. Pictures
Bester Schnitt einer animierten TV-Produktion: Illya Owens für Disney Mickey Mouse – Disney Television Animation
Bester Schnitt eines Animationsfilms John K. Carr für Drachenzähmen leicht gemacht 2 – DreamWorks Animation
Winsor McCay Award fürs Lebenswerk: Didier Brunner, Don Lusk und Lee Mendelson
June Foray Award für signifikanten und wohltätigen Einfluss auf die Animationskunst und -industrie: Charles Solomon
Ub Iwerks Award für signifikante technische Errungenschaften: DreamWorks Animation’s Apollo Software
Special Achievement Award: The Walt Disney Family Museum
Montag, 9. Juni 2014
80 Jahre Donald Duck
Die wundervollste Schöpfung der Disney-Geschichte feiert Jubiläum: Auf den Tag genau 80 Jahre ist es her, da watschelte erstmals ein launischer Erpel über die Kinoleinwand. Seither ist dieser vom Pech verfolgte Wüterich nicht mehr aus dem Pantheon der umwerfenden fiktionalen Kreaturen wegzudenken: Donald Fauntleroy Duck ist Kinostar, Comicheld, Fernsehpromi und Merchandising-Ikone in einem, und obendrein macht er auch regelmäßig die Welt der Videospiele unsicher. So etwa in nicht all zu ferner Zukunft als Teil von Disney Infinity.
So ein rundes Jubiläum will natürlich gefeiert werden. Der Ehapa-Verlag etwa begeht es mit allerlei Sonderausgaben seiner Disney-Publikationen und im Disney Channel wird das Programm vom populären Matrosenhemdträger regiert. An dieser Stelle sei wiederum ganz einfach erläutert, wieso Donald der Beste aller Disney-Stars ist. Die Gründe sind unzählbar, also begnüge ich mich mit acht Stück. Für jedes Jahrzehnt eins, wenn man so will ...
- Donalds Karriere beweist, dass Erfolg überall herkommen kann. Lange bevor die üblichen Hollywood-Marktstudien zum Alltag wurden, aber auch einige Jahre nachdem Walt Disney und Ub Iwerks Micky Maus erschaffen haben, um ihre Existenz zu retten, war Donald schlicht als Nebendarsteller für das Micky-Universum gedacht. Doch er eroberte die Herzen der Kinogänger und der Disney-Künstler, so dass er immer mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte. Dank Carl Barks wurde er letztlich zum Mittelpunkt eines eigenen Figurenuniversums und bis heute hält seine Popularität an. Das soll ihm mal eine der zwecks Profitsteigerung erdachten Retortenschöpfungen nachmachen!
- Donald ist klein, viele Disney-Autoren behaupten, er habe leichtes Übergewicht und zudem hat er eine ständig heisere Nuschelstimme. Geschichten über andere Figuren mit diesen Merkmalen würden über nichts anderes referieren. Donald hingegen ist keine solche Problemfigur. Und wieso? Weil er einfach eine zu starke Persönlichkeit hat, als dass es nahe läge, sich auf sowas zu beschränken. Somit lehrt uns Donald, dass es das Innere ist, was zählt. Eine Lektion, die bei ihm angenehm unaufdringlich vermittelt wird.
- Obwohl Donald solch eine klar umrissene Persönlichkeit hat, ist er als Figur vielseitig einsetzbar. Was für viele andere popkulturelle Ikonen nicht gilt. Jack Sparrow funktioniert nur in einem Piratenabenteuer. Eine Kochsendung mit Batman wäre lächerlich. Sherlock Holmes ist bevorzugt in Kriminalgeschichten anzutreffen. Aber Donald? Ob komische Kurzgeschichten über die Tücken im Haushalt oder über Differenzen mit der Familie, ob Kriminalgeschichte, surrealer Reisefilm, Superheldenepos, Abenteuerspektakel, Militärstory, Gruselgeschichte oder Wirtschaftsdokumentation: Er kann alles!
- Epic Mickey schön und gut, aber mit seiner zentralen Rolle in den Kingdom Hearts-Spielen sowie dem unterschätzten Jump'n'Shoot-Klassiker Donald in Maui Mallard ist es Donald, der in einigen der besten Disney-Videospielen herumtollt.
- Donalds Filme gewannen mehr Oscar-Beachtung als die einer gewissen Maus ...
- Donald ist solch ein gutes Vorbild, gerade weil er keins ist. In der ach-so-pädagogisch wertvollen Disney-Welt häuft Donald Schulden an, hängt aus Spaß mit Schurken herum, drückt sich vor Arbeit und setzt Goofys Leben auf Spiel. Aber er hat das Herz am rechten Fleck, kümmert sich beispielsweise seit Jahrzehnten um seine (verwaisten?) Neffen und kämpft als Superheld gegen das Böse.
- Donald ist ein Multimediastar. Kurzfilme. Langfilme. TV-Specials. TV-Serien. Comics im Heftformat wie im Taschenbuch-Format. Und es gibt in dutzendfach als Ente in Öl, Barks sei Dank!
- Donald ist der Jedermann, der Micky und viele andere Figuren gern wären. Jedermannfiguren sind normalerweise kantenlos, austauschbar, Leerstellen, die der Zuschauer füllen kann, indem er sich in die Figur hineinprojiziert. Donald ist anders. Er wird als Ente wie du und ich anerkannt, geliebt, gefeiert. Daber ist er komplexer, kantiger und determinierter als jede andere Disney-Figur.
In diesem Sinne: Donald, die Welt liebt dich. Ich liebe dich! Mach weiter so! Auf die nächsten 80 Jahre Unterhaltung höchster Güteklasse!
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Montag, 6. Februar 2012
Die Gewinner der 39. Annie Awards
Am Wochenende wurden die 39. Annie Awards verliehen, und dieses Mal ganz ohne Betrugsvorwürfen, "Schiebung!"-Gebrüll und ähnlichem Geschrei. Der von mir so geschätzte Gore Verbinski erhielt zwar schon wieder keine Regie-Auszeichnung, jedoch ist er von nun an ein offiziell prämierter Filmautor, denn zusammen mit John Logan und James Byrkit gewann er den Annie für das beste Drehbuch eines Kino-Animationsfilms. Und mehr noch: Rango gewann obendrein den Preis für den besten Animationsfilm, das beste Figurendesign sowie den besten Schnitt. Kung Fu Panda 2 gewann die Trophäen für die beste Kino-Regie und das beste Produktionsdesign, während Die Simpsons für die beste TV-Regie und als beste Serie gehuldigt wurden.
Disney ging nicht gänzlich leer aus: Es gab ein paar TV-Auszeichnungen und Winnie Puuh wurde immerhin für sein Storyboarding geehrt.
Hier findet ihr sämtliche Gewinner:
Bester Animationsfilm
Rango
Beste TV-Regie
Matthew Nastuk, Die Simpsons
Beste Kino-Regie
Jennifer Yuh Nelson, Kung Fu Panda 2
Beste animierte TV-Serie
Die Simpsons
Bester Sprecher in einer TV-Produktion
Jeff Bennett als Kowalski, Die Pinguine aus Madagascar
Bester Sprecher in einer Kino-Produktion
Bill Nighy als Grandsanta, Arthur Weihnachtsmann
Bestes Drehbuch einer TV-Produktion
Carolyn Omine, Die Simpsons -Treehouse of Horror XXII
Bestes Drehbuch einer Kino-Produktion
John Logan, Gore Verbinski und James Byrkit, Rango
Bester Schnitt in einer TV-Produktion
Ted Machold, Jeff Adams, Doug Tiano, Bob Tomlin, Die Pinguine aus Madagascar
Bester Schnitt in einer Kino-Produktion
Craig Wood, A.C.E., Rango
Beste TV-Produktion für Vorschulkinder
Disneys Jake und die Nimmerlandpiraten
Beste TV-Produktion für Kinder
The Amazing World of Gumball
Bestes animiertes Special
Kung Fu Panda – Secrets of the Master
Bester animierter Kurzfilm
Adam and Dog
Bester animierter Werbespot
Twinings “Sea
Bestes animiertes Videospiel
Insanely Twisted Shadow Plane
Beste Musik in einer TV-Produktion
Grace Potter, Michael Giacchino, Prep & Landing: Naughty vs. Nice”
Beste Musik in einer Kino-Produktion
John William, Die Abenteuer von Tim & Struppi
Bestes Produktionsdesign in einer TV-Produktion
Mark Bodnar, Chris Tsirgiotis, Sue Mondt und Daniel Elson, Secret Mountain Fort Awesome
Bestes Produktionsdesign in einer Kino-Produktion
Raymond Zibach, Kung Fu Panda 2
Bestes Storyboarding in einer TV-Produktion
Barry W. Johnson, Prep & Landing: Naughty vs. Nice
Bestes Storyboarding in einer Kino-Produktion
Jeremy Spears, Winnie Puuh
Beste animierte Effekte in einer Trickfilm-Produktion
Kevin Romond, Die Abenteuer von Tim & Struppi
Beste animierte Effekte in einer Realfilm-Produktion
Florent Andorra, Transformers 3
Beste Figurenanimation in einer TV-Produktion
Chad Sellers, Prep & Landing: Naughty vs. Nice
Beste Figurenanimation in einer Kino-Produktion
Jeff Gabor, Rio
Beste Figurenanimation in einer Realfilm-Produktion
Eric Reynolds, Planet der Affen - Prevolution
Bestes Figurendesign in einer TV-Produktion
Bill Schwab, Prep & Landing: Naughty vs. Nice
Bestes Figurendesign in einer Kinoproduktion
Mark “Crash” McCreery, Rango
Preis für den Liebling der ASIFA-Mitglieder
Rango
June Foray Award
Art Leonardo
Winsor McCay Award
Walt Peregoy
Ronald Searle
Børge Ring
Montag, 12. Dezember 2011
(Yo) Ho, ho, ho: Ein piratiger Wunschzettel
Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, und für die Seebären unter uns war es ein recht erfreuliches Jahr. Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten kam in die Kinos, segelte in die exklusiven Gewässer der Milliardenerfolge und brachte einen Wälzer von Piratenroman sowie spaßiges LEGO-Merchandise mit sich. Zu Beginn des Jahres teste Disney zudem die Nachfrage nach Livekonzerten zum Film, mit dem alles begann. Das Experiment kam an, und so wird Fluch der Karibik auch 2012 die Konzertsäle erobern.
Aber ein richtiger Pirat gibt sich mit solcher Ausbeute nicht zufrieden. Seine schwarze, heimtückische Seele gibt erst Ruhe, wenn er noch viel mehr geplündert und an sich gerissen hat.
Und deshalb folgt hier mein Wunschzettel an den Freibeuter-Weihnachtsmann. Neben dem naheliegenden Wunsch, weitere gelungene Fortsetzungen zu erhalten, gibt es noch so einiges anderes, was mein Rum getränktes Herz schneller schlagen ließe:
- The Complete Soundtrack Collection
Was Alien, Amadeus, die Der Herr der Ringe-Trilogie oder Psycho können, sollte die höchst wahrscheinlich populärste und ikonischste Filmmusik der letzten zehn Jahre doch wohl ebenfalls auf die Beine stellen können. Walt Disney Records soll sich bitte nicht mit "mangelnder Nachfrage" rausreden: Die Pirates of the Caribbean-Alben gehören zu den erfolgreichsten instrumentalen Soundtrack-CDs unserer Zeit. Wenn der Disney-Konzern also Filme wie Gnomeo & Julia trotz (berechtigter) Bedenken ob ihrer Qualität allein deshalb bis zum Kinostart durchboxt, weil man sich gute CD-Verkauszahlen erhofft, dann sollte man wohl genügend Ressourcen übrig haben, um den kompletten Score (vorzugsweise inklusive Bonustracks mit den wenigen, gesungenen Passagen) der Pirates-Saga veröffentlichen zu können. Denn selbst wenn es den unzähmbaren Piraten-Liebhabern angesichts der vielen, vielen Hände, die an der Musik beteiligt waren, durchaus möglich ist an seine liebsten, offiziell unveröffentlichsten Passagen ranzukommen, so schlägt nichts eine hochwertige, perfekt abgemischte CD-Veröffentlichung.
- Tribute Alben
Die Weltpremiere von Fluch der Karibik ist bereits über acht Jahre her. Anders gesagt: Kinder, die in einem rumtrunkenen Rausch nach einem kuscheligen, zweisamen Kinoabend gezeugt wurden, sind mittlerweile alt genug, um sich für manche Disney-Franchises zu alt zu fühlen. Das ist eine lange Zeit! Es ist also höchste Eisenbahn (höchste Galleone?) die Piraten-Flagge ganz selbstverliebt hochzuhalten und sich zu feiern!
Disney hat ja ganz offenkundig Geschmack daran gefunden, PotC-Kompositionen neu interpretieren zu lassen. Der He's a Pirate-Techno-Remix auf dem Album des zweiten Films war ja bloß der Anfang einer ganzen Schwemme an Remixes. Und was soll's, gönn ich das den Electronic-Fans da draußen. Dennoch ist es etwas eintönig, und nach dazu (zumindest meiner Meinung nach) nicht das perfekte musikalische Umfeld für den Score der Pirates of the Caribbean-Reihe. Hans Zimmer selbst sagt ja auch, dass er (wie auch Johnny Depp) Piraten als Rockstars ihrer Zeit betrachtet, und seine Stücke dem entsprechend anlegte. Also geht raus in die Welt und fragt Rock-Musiker und Metalbands da draußen, ob sie sich nicht mit dem Score auseinandersetzen wollen. Dass Fluch der Karibik und Folk Metal super zusammen passen, zeigte ja schon Alestorm, und irgendwo wird sich doch wohl eine Symphonic-Metalkombo befinden, die Lust hätte, eine Suite aus Davy Jones, The Kraken, He's a Pirate und Jack Sparrow zusammenzufriemeln.
Und wenn wir schon dabei sind: David Garretts He's a Pirate-Cover finde ich ja nicht sooo prickelnd, aber es ist immer noch um Seemeilen besser als all der Technokram rund um Jack Sparrow und Co. Wieso also nicht Garrett und ähnlich schmissige "moderne" Klassik-Interpreten anfragen, ob sie nicht auch an einem Tribute-Album Interesse hätten?
- Die Truhe des Todes & Am Ende der Welt - Live
Fluch der Karibik gibt es ja bekanntlich bereits als Live-Konzerterlebnis. Aber ich finde, dass auch die Fortsetzungen zu ihren Konzertehren kommen sollten. Für Disney wäre es eine Gelegenheit, die (nimmt man die Kritiken und IMDb als Maßstab) umstritteneren Sequels in einem neuen Licht erstrahlen zu lassen. Diese sind musikalisch nämlich wesentlich ausgereifter als Teil 1, und sollten somit durch Konzertaufführungen neuen Respekt erhalten. Gerade der dramatischere Am Ende der Welt sollte sich so einiges an Anerkennung bei den etwas kulturell interessierteren Besuchern erschleichen können. Und mit den Actionpassagen wäre die etwas mehr an Action und Power interessierte Klientel dennoch zu Genüge bedient. Die ganze Strudelsequenz ist ja schon fast eine Best-of-Suite der Filmreihe. Teil 2 wiederum hat den Kraken, der schon ganz allein das Eintrittsgeld wert ist. Bei Erfolg (wie wäre es mit einer Vergünstigung, wenn man sich Karten für beide Konzerte kauft?), kann man ja auch über Konzerte zu Teil 4 nachdenken.
- Ein reguläres Pirates of the Caribbean-Event in Disneyland Paris
Im California Adventure hat Disney es zum Thema Tron: Legacy bereits mit ElecTRONica bereits vorgelebt. Und da Disneyland Paris in seiner aktuellen Fan-Umfrage nachhakt, ob mehr (erwachsenenorientierte) nächtliche Events gefragt sind, werfe ich liebend gerne diesen Vorschlag in die Runde: Macht doch ein wöchentliches Event über ein Jugendliche und Erwachsene ansprechendes Film-Franchise! Vorzugsweise natürlich zu Pirates of the Caribbean - auch wenn man angesichts des 20-jährigen Jubiläums mit den Piraten-Nächten wohl erst bis 2013 warten müsste.
Die Möglichkeiten wären enorm, sofern man denn auch gewillt (und fähig) ist, so viel zu investieren, wie in den USA in die ElecTRONica-Events: Im Adventureland ließe sich ein spezieller World of Color-Ableger zu den PotC-Filmen vorführen. Von allen Promo-Abwandlungen der Kultshow war das Fremde Gezeiten-Element das mit Abstand beste und künstlerisch durchdachteste, also sollte eine sämtliche Filme abdeckende Wassershow ebenfalls denkbar sein. Außerdem sollte man im Pariser Disneyland endlich mal wieder seine Theaterbühnen nutzen. Etwa für Live-Performances der Filmmusik. Und auf den nachtumhüllten Pfaden des Parks wird man sich noch einige andere tolle, piratenthematische Acts einfallen lassen können. Feuerspeier, vielleicht auch irgendwas zu Die Schatzinsel und Peter Pan ... Und am Ende der Nacht gibt's natürlich ein gewaltiges Feuerwerk. Das ist unerlässlich.
- Bringt Pirates of the Caribbean: Armada of the Damned zu Ende!
LEGO Pirates of the Caribbean - Das Videospiel macht ja Spaß, aber Pirates of the Caribbean: Armada of the Damned hätte ein richtiger und wichtiger Schritt für das Franchise werden können. Zwar ist das breite Publikum in Sachen PotC sehr stark auf Jack Sparrow fokussiert, aber wie man im weitläufigen Fandom ablesen kann, besteht auch durchaus Interesse am gesamten Kosmos, den Ted Elliott, Terry Rossio, Jerry Bruckheimer, Gore Verbinski, Rob Marshall und die gesamte Crew hinter den Filmen geschaffen hat. Neue Kinofilme kann ich mir bislang nicht ohne Johnny Depp / Jack Sparrow vorstellen, aber andere Pirates of the Caribbean-Werke durchaus. Und während das MMORPG zur Reihe vor sich hinsiecht, kündigte sich das Action-Rollenspiel Armada of the Damned an, endlich das übernatürliche Piratenuniversum von Disney/Bruckheimer ausschweifend zu erkunden. Ohne Jack Sparrow in einer prominenten Rolle. Stattdessen sollte der Spieler einen anfangs neutralen Seefahrer spielen, der dank der als höchst interaktiv angepriesenen Story und Spielmechanik zu einem edlen Abenteurer, einem Gentleman-Piraten nach Vorbild Jack Sparrows, einem verfluchten Skelett-Piraten oder einem Mitglied der widerlichen Crew Davy Jones' werden kann.
Verzeiht mir die faule Sprache, aber: GEILE SCHEISSE! Klingt nicht nur ungeheuerlich spannend, sondern ist auch eine perfekte Gelegenheit, auch der großen Masse ansprechend zu vermitteln, dass die Pirates of the Caribbean-Welt eben nicht nur von Jack Sparrow abhängig ist. Leider schlug Disney das Entwicklerstudio Propaganda Games kurz und klein, und das Spiel blieb unvollendet.
Möglicherweise zum besseren, denn es war keine wahre Erfolgsschmiede. Aber das Konzept, das war pures Piratengold. Bis zum fünften Kinofilm ist es ja noch was hin - es wäre nur zu toll, wenn sich ein talentierteres und finanziell stabileres Entwicklerstudio dieser Idee erneut annimmt.
- Her mit "Expanded Universe"-Büchern!
Im Grunde genommen ist dies nun der gleiche Punkt wie vorhin, nur gedruckt: Disney wäre gut damit beraten, sich an Star Wars und Co. ein Vorbild zu nehmen, und das Pirates of the Caribbean-Universum zwischen zwei Buchdeckeln weiterzuspinnen. Es gab rund um die Kinostarts immer wieder ein paar Kinderbücher, dann existieren ja noch die Kinderromane rund um Jack Sparrows Abenteuer als kleiner Bub. Doch das zählt alles nur so halb. In eine bessere Richtung geht da schon, allein rein kinzeptionell, Pirates of the Caribbean - The Price of Freedom, ein dicker Roman, der Jack Sparrows Vorgeschichte erzählt. Was ich mir aber noch wünsche, sind an Erwachsene gerichtete Abenteuerschinken, die einen Blick über Jack Sparrows Tellerrand blicken. Erstens, weil man da weniger verpfuschen kann, und zweitens aus dem bereits genannten Grund, dass mich diese Welt des wahren Seemannsgarn mit einem leicht postmodernen Augenzwinkern wahnsinnig fasziniert. Erzählt uns die Geschichte von Joshamee Gibbs, dem kronloyalen, Piraten verabscheuenden Seemann, der zum versoffenen, wandelnden Piratenlexikon und Jack Sparrows treuen ersten Maat wurde. Wie verlor Ragetti sein Auge, und ist das "Word of Actor" wahr, dass er und Pintel Onkel und Neffe sind? Wie lief Ragettis Date mit einem Franzosen eigentlich ab? Und wie zum Deibel hat Groves die Zerstörung der Endeavour überlebt? Und, sofern Will und Elizabeth nie mehr in die Kinoreihe zurückkehren, würde ich tatsächlich auch gerne nachlesen, wie der deutlich freundlichere Will Turner "Davy Jones' Locker" komplett neu gestaltet und verschreckte, verblassende Seefahrer-Seelen mit einem süßen Welpengrinsen aufmuntert, während Elizabeth, König der Piraten, Käpt'n Teague nach dem Geheimnis der Meeresschildkröten aushorcht. Oder ... irgendwie sowas, halt.
So weit meine piratigen Wünsche. Liebe Leute bei Disney: Nehmt sie, setzt sie um! Ich schenke sie euch. Ihr müsst euch nicht erkenntlich zeigen. Natürlich wäre ich sehr erfreut, doch mir geht es mehr um die Sache an sich, als um Ruhm, Rum und Reichtum ... ... ... Naja, eigentlich schon, wäre ja sehr unpiratig von mir ... Andererseits, Jack Sparrow geht's ja auch nur ums Abenteuer ... Ach, wisst ihr was, überrascht mich!
Montag, 29. August 2011
Und noch eine Fortsetzung scheint vital: Epic Mickey 2?!
Epic Mickey sah in den ersten Konzeptphasen entweder total dämlich, aufgesetzt schaurig und schauerhaft aus... oder großartig, einfallsreich, mutig und schlichtweg super. Je nachdem, wen man fragte. Ich geselle mich eher in die zweite Runde. Das eigentliche Spiel habe ich noch immer nicht gespielt, aber der generelle Konsens ist ja "gut... nicht so, wie ganz zu Beginn erwartet".
Nun, wie mir der gute Jan (ihr kennt ihn von einem gewissen Podcast) verriet, deuten gewisse Zeichen auf einen zweiten Anlauf:
Ein Leser von Destructoid.com meldete dem Portal, dass er zu einer Online-Marktforschungsumfrage eingeladen wurde. Und der Kernpunkt dieser Umfrage war: Soll es Epic Mickey 2 geben, wie sollte das Cover aussehen und was ist der ansprechendere Titel? Die Cover seht ihr oben, zu den Titel zählten derweil, so der Hinweis des Destructoid-Lesers, Epic Mickey 2: Return of the Mad Doctor, Epic Mickey 2: The Power of Two, Epic Mickey 2: Mystery on Mean Street und das simple Epic Mickey 2.
So, jetzt seid ihr auch eingeweiht.
Nun, wie mir der gute Jan (ihr kennt ihn von einem gewissen Podcast) verriet, deuten gewisse Zeichen auf einen zweiten Anlauf:
Ein Leser von Destructoid.com meldete dem Portal, dass er zu einer Online-Marktforschungsumfrage eingeladen wurde. Und der Kernpunkt dieser Umfrage war: Soll es Epic Mickey 2 geben, wie sollte das Cover aussehen und was ist der ansprechendere Titel? Die Cover seht ihr oben, zu den Titel zählten derweil, so der Hinweis des Destructoid-Lesers, Epic Mickey 2: Return of the Mad Doctor, Epic Mickey 2: The Power of Two, Epic Mickey 2: Mystery on Mean Street und das simple Epic Mickey 2.
So, jetzt seid ihr auch eingeweiht.
Donnerstag, 28. April 2011
LEGO - Am Ende der Welt
Die LEGO-Piraten arbeiten in ihren Trailern nun auch den zuletzt veröffentlichten Pirates of the Caribbean-Film ab. Die Parodien von Am Ende der Welt finde ich jetzt nicht ganz so gelungen, wie die von Die Truhe des Todes, aber dafür sieht man, dass die Entwickler sich intensiv mit dem Stoff auseinandersetzten: Es gibt eine Parodie einer "Deleted Scene"!
Wer Material zu Fremde Gezeiten wünscht, darf sich ebenfalls freuen: Amazon hat mittlerweile Hörproben des Soundtracks! Die ganzen Remixe können mir gestohlen bleiben, aber der echte Score klingt schonmal interessant. Das wird ein heiteres Melodienraten, sobald die komplette Filmmusik auf uns losgelassen wird. Sollten die Hörproben ein repräsentativer Indikator sein, wird insbesondere die erste Actionsequenz wohl ein gigantisches Musikquiz für Fans der genialen Piraten. Wenn schon in einem kurzen Hörschnipsel bis zu drei bekannte Melodien übereinandergelegt werden, dann erwarte ich eine echte Herausforderung, das gesamte Stück zu entschlüsseln...
Update: Etwas längere Hörproben sind aufgetaucht.
Siehe auch:
Wer Material zu Fremde Gezeiten wünscht, darf sich ebenfalls freuen: Amazon hat mittlerweile Hörproben des Soundtracks! Die ganzen Remixe können mir gestohlen bleiben, aber der echte Score klingt schonmal interessant. Das wird ein heiteres Melodienraten, sobald die komplette Filmmusik auf uns losgelassen wird. Sollten die Hörproben ein repräsentativer Indikator sein, wird insbesondere die erste Actionsequenz wohl ein gigantisches Musikquiz für Fans der genialen Piraten. Wenn schon in einem kurzen Hörschnipsel bis zu drei bekannte Melodien übereinandergelegt werden, dann erwarte ich eine echte Herausforderung, das gesamte Stück zu entschlüsseln...
Update: Etwas längere Hörproben sind aufgetaucht.
Siehe auch:
Mittwoch, 9. März 2011
UPDATE: Captain Jack Sparrow kann auch ernst bleiben
Jack Sparrow ist ja nicht zuletzt aufgrund sener schrulligen Ader so berühmt und berüchtigt geworden. In seinem letzten Film Am Ende der Welt wurde Jacks bizarrer Natur sogar eine ausgedehnte Filmsequenz spendiert (die wiederum in Gore Verbinskis Nachfolgefilm Rango gespiegelt wurde). Trotzdem will uns Disney nicht vergessen lassen, dass Sparrow es auch faustdick hinter den Ohren hat und seine Filme eine zünftige Dosis Abenteueraction versprechen.
Und deswegen ist das erste Figuren-Banner zum am 19. Mai startenden Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten nichts weiteres als "Jack in Action"...
(gefunden via Cinema Blend)
Ja, kann sich doch sehen lassen. Seeschlacht im Hintergrund, cooler Blick, etwas übertriebene aber coole Farbfilter für den Hintergrund... Wüsste ich, wo ich Platz dafür hätte, würd ich's mir wohl aufhängen...
Im neuen Lego-Videospiel wird dagegen die witzige Seite der Kinoreihe betont. Und entgegen früherer Meldungen sogar bis in den vierten Teil hinein:
Siehe auch:
Und deswegen ist das erste Figuren-Banner zum am 19. Mai startenden Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten nichts weiteres als "Jack in Action"...
(gefunden via Cinema Blend)
Ja, kann sich doch sehen lassen. Seeschlacht im Hintergrund, cooler Blick, etwas übertriebene aber coole Farbfilter für den Hintergrund... Wüsste ich, wo ich Platz dafür hätte, würd ich's mir wohl aufhängen...
Im neuen Lego-Videospiel wird dagegen die witzige Seite der Kinoreihe betont. Und entgegen früherer Meldungen sogar bis in den vierten Teil hinein:
Siehe auch:
Montag, 6. Dezember 2010
Freies Feld für Dreamworks? - Die Nominierungen für die 38. Annie Awards
Der Annie Award ist die wichtigste Auszeichnung im Trickfilmgeschäft. Doch das Ansehen des Filmpreises bekam in den letzten Jahren einige Risse: 2009 ging WALL•E komplett leer aus, während Kung Fu Panda mit Preisen überhäuft wurde. Das vermeintlich sichere Oscar-Rennen wurde kurz wieder spannend, bis Jack Black (Sprecher der Hauptrolle im mehrfach mit dem Annie ausgezeichneten Dreamworks-Film) mit einem rockigen "YYYYYYeeeeeeeeeeeeeEEEsss!" ankündigte, dass WALL•E den Oscar für den besten Trickfilm nach Hause nehmen darf. Sympatischer Mann, dieser Black.
Im August dieses Jahres kündigten Disney und Pixar an, als Zeichen der Kritik gegenüber des unausgegorenen Abstimmunsgsystems der Annies, nicht weiter diese Preisverleihung zu unterstützen. Das bedeutete, dass Disney und Pixar ihre Filme nicht mehr selbst bei den Annies einreichen. Nominiert werden können sie trotzdem.
Heute wurden also die Nominierungen für die 38. Annie Awards bekannt - und mit dem ganzen Trubel um Disney und Pixar im Hinterkopf wirkt das Feld gleich ganz anders. In den "großen" bzw. allgemeinen Kategorien sind Disney und Pixar weiterhin vertreten, aber bei den individuellen Auszeichnungen wie "Beste Charakteranimation" sieht es für Disney und Pixar ziemlich düster aus. Darüber kann man nun denken, was man will...
Produktionskategorien:
Bester abendfüllender Animationsfilm
- Ich - einfach unverbesserlich – Illumination Entertainment
- Drachenzähmen leicht gemacht – DreamWorks Animation
- Rapunzel – Disney
- The Illusionist – Django Films
- Toy Story 3 – Disney/Pixar
* Coyote Falls - Warner Bros. Animation
* Day & Night – Pixar
* Enrique Wrecks the World - House of Chai
* The Cow Who Wanted To Be A Hamburger - Plymptoons Studio
* The Renter - Jason Carpenter
Bester animierter TV-Spot
* Children's Medical Center - DUCK Studios
* Frito Lay Dips "And Then There Was Salsa" - LAIKA/house
* ‘How To Train Your Dragon’ Winter Olympic Interstitial "Speed Skating" - DreamWorks Animation
* McDonald's "Spaceman Stu" - DUCK Studios
* Pop Secret "When Harry Met Sally" - Nathan Love
Beste animierte TV-Produktion
* Futurama - The Curiosity Company in association with 20th Century Fox Television
* Kung Fu Panda Holiday - DreamWorks Animation
* Scared Shrekless - DreamWorks Animation
* Star Wars: The Clone Wars “Arc Troopers” - Lucasfilm Animation, Ltd.
* Die Simpsons - Gracie Films
Beste animierte Kinderproduktion
* Adventure Time - Cartoon Network Studios
* Cloudbread – GIMC
* Fanboy & Chum Chum - Nickelodeon, Frederator
* Regular Show - Cartoon Network Studios
* SpongeBob Schwammkopf – Nickelodeon
Best animiertes Videospiel
* Heavy Rain - Quantic Dream
* Kirby's Epic Yarn - Good-Feel & HAL Laboratory
* Limbo – Playdead
* Shank - Klei Entertainment Inc.
Auszeichnungen für individuelle Leistungen:
Animierte Effekte
* Andrew Young Kim Für immer Shrek - DreamWorks Animation
* Jason Mayer Drachenzähmen leicht gemacht - DreamWorks Animation
* Brett Miller Drachenzähmen leicht gemacht - DreamWorks Animation
* Sebastian Quessy Die Legende der Wächter - Warner Bros. Pictures
* Kryzstof Rost Megamind - DreamWorks Animation
TV-Charakteranimation
* Nicolas A. Chauvelot Scared Shrekless - DreamWorks Animation
* Savelon Forrest Robot Chicken: Star Wars Episode III - ShadowMachine
* Elizabeth Havetine Robot Chicken: Star Wars Episode III – ShadowMachine
* David Pate Kung Fu Panda Holiday - DreamWorks Animation
* Nideep Varghese Scared Shrekless - DreamWorks Animation
Kino-Charakteraniamtion
* Mark Donald Megamind - DreamWorks Animation
* Anthony Hodgson Megamind - DreamWorks Animation
* Gabe Hordos Drachenzähmen leicht gemacht - DreamWorks Animation
* Jakob Hjort Jensen Drachenzähmen leicht gemacht - DreamWorks Animation
* David Torres Drachenzähmen leicht gemacht - DreamWorks Animation
Charakteranimation in einem Realfilm
* Quentin Miles - Kampf der Titanen
* Ryan Page - Alice im Wonderland
TV-Figurendesign
* Andy Bialk The Ricky Gervais Show - W!LDBRAIN Entertainment
* Stephan DeStefano Sym-Bionic Titan - Cartoon Network
* Ernie Gilbert T.U.F.F. Puppy – Nickelodeon
* Gordon Hammond T.U.F.F. Puppy – Nickelodeon
* Steve Lam Fanboy & Chum Chum - Nickelodeon, Frederator
Kino-Figurendesign
* Sylvain Chomet The Illusionist - Django Films
* Carter Goodrich Ich - einfach unverbesserlich - Illumination Entertainment
* Timothy Lamb Megamind - DreamWorks Animation
* Nico Marlet Drachenzähmen leicht gemacht - DreamWorks Animation
TV-Regie
* Bob Anderson Die Simpsons - Gracie Films
* Peter Chung Firebreather - Cartoon Network Studios
* Duke Johnson Frankenhole: Humanitas – ShadowMachine
* Tim Johnson Kung Fu Panda Holiday - DreamWorks Animation
* Gary Trousdale "Scared Shrekless - DreamWorks Animation
Kino-Regie
* Sylvain Chomet The Illusionist - Django Films
* Pierre Coffin Ich - einfach unverbesserlich – Illumination Entertainment
* Mamoru Hosoda Summer Wars – Madhouse/Funimation
* Chris Sanders, Dean DeBlois Drachenzähmen leicht gemacht - DreamWorks Animation
* Lee Unkrich Toy Story 3 – Disney/Pixar
TV-Musik
* J. Walter Hawkes The Wonder Pets! - Nickelodeon Production & Little Airplane Productions
* Henry Jackman, Hans Zimmer and John Powell Kung Fu Panda Holiday - DreamWorks Animation
* Tim Long, Alf Clausen, Bret McKenzie, Jemaine Clement The Simpsons: Elementary School Musical - Gracie Films
* Shawn Patterson Robot Chicken's DP Christmas Special – ShadowMachine
* Jeremy Wakefield, Sage Guyton, Nick Carr, Tuck Tucker SpongeBob Schwammkopf – Nickelodeon
Kino-Musik
* Sylvain Chomet The Illusionist- Django Films
* David Hirschfelder Legend Of The Guardians: The Owls of Ga'Hoole - Warner Bros. Pictures
* John Powell Drachenzähmen leicht gemacht - DreamWorks Animation
* Harry Gregson Williams Für immer Shrek - DreamWorks Animation
* Pharrell Williams, Heitor Pereira Ich - einfach unverbesserlich - Illumination Entertainment
TV-Produktionsdesign
* Alan Bodner Neighbors From Hell - 20th Century Fox Television
* Barry Jackson Firebreather - Cartoon Network Studios
* Pete Oswald Doubtsourcing - Badmash Animation Studios
* Richie Sacilioc Kung Fu Panda Holiday - DreamWorks Animation
* Scott Wills Sym-Bionic Titan - Cartoon Network Studios
Kino-Produktionsdesign
* Yarrow Cheney Ich - einfach unverbesserlich - Illumination Entertainment
* Eric Guillon Ich - einfach unverbesserlich - Illumination Entertainment
* Dan Hee Ryu Die Legende der Wächter - Warner Bros. Pictures
* Pierre Olivier Vincent Drachenzähmen leicht gemacht - DreamWorks Animation
* Peter Zaslav Für immer Shrek - DreamWorks Animation
TV-Storyboarding
* Sean Bishop Scared Shrekless - DreamWorks Animation
* Fred Gonzales T.U.F.F. Puppy – Nickelodeon
* Tom Owens Kung Fu Panda Holiday - DreamWorks Animation
* Dave Thomas Cosmo & Wanda – Nickelodeon
Kino-Storyboarding
* Alessandro Carloni Drachenzähmen leicht gemacht - DreamWorks Animation
* Paul Fisher Für immer Shrek- DreamWorks Animation
* Tom Owens Drachenzähmen leicht gemacht - DreamWorks Animation
* Catherine Yuh Rader Megamind - DreamWorks Animation
Sprecher für eine TV-Produktion
* Jeff Bennett als The Necronomicon Fanboy & Chum Chum - Nickelodeon & Frederator
* Corey Burton als Baron Papanoida Star Wars: The Clone Wars - Cartoon Network
* Nika Futterman als Asajj Ventress Star Wars: The Clone Wars - Cartoon Network
* Mike Henry als Cleveland Brown The Cleveland Show- Fox Television Animation
* James Hong als Mr. Ping Kung Fu Panda Holiday - DreamWorks Animation
Sprecher für eine Kino-Produktion
* Jay Baruchel als Hiccup Drachenzähmen leicht gemacht - DreamWorks Animation
* Gerard Butler als Stoick Drachenzähmen leicht gemacht - DreamWorks Animation
* Steve Carrell als Gru Ich - einfach unverbesserlich - Illumination Entertainment
* Cameron Diaz als Fiona Für immer Shrek - DreamWorks Animation
* Geoffrey Rush als Ezylryb Die Legende der Wächter - Warner Bros. Pictures
Drehbuch für eine TV-Produktion
* Daniel Arkin Star Wars: The Clone Wars: Heroes on Both Sides - Lucasfilm Animation Ltd.
* Jon Colton Barry & Piero Piluso Phineas & Ferb: Nerds of a Feather - Disney Channel
* Geoff Johns, Matthew Beans, Zeb Wells, Hugh Sterbakov, Matthew Senreich, Breckin Meyer, Seth Green, Mike Fasolo, Douglas Goldstein, Tom Root, Dan Milano, Kevin Shinick & Hugh Davidson Robot Chicken: Star Wars Episode III – ShadowMachine
* Billy Kimball & Ian Maxtone-Graham Die Simpsons: Stealing First Base - Gracie Films
* Michael Rowe Futurama - The Curiosity Company in association with 20th Century Fox Television
Drehbuch für eine Kinoproduktion
* Michael Arndt Toy Story 3 – Disney/Pixar
* Sylvain Chomet The Illusionist – Django Films
* William Davies, Dean DeBlois, Chris Sanders Drachenzähmen leicht gemacht – DreamWorks Animation
* Dan Fogelman Rapunzel - Disney
* Alan J. Schoolcraft, Brent Simons Megamind – DreamWorks Animation
Jury-Preise
Winsor McCay Award — Brad Bird, Eric Goldberg, Matt Groening
June Foray — Ross Iwamoto
Ub Iwerks Award — Autodesk
Special Achievement — Waking Sleeping Beauty
(Quelle: Annie Awards.org)
Dienstag, 2. November 2010
Flexible Musik für eine epische Maus
Historie einer kaum erwähnten Musikgattung
(ein Gastbeitrag von Holger “EdiGrieg“ Paulsen)
Für Disneys kommenden Streich an das Nintendo Wii System hat der Mäuse-Konzern ein höchst interessantes Team zusammengestellt. Warren Spector, Firmengründer von Junction Point, ist dem versierten Gameplayer selbstredend kein Unbekannter. Seine Karriere von Origin bis Looking Glass beinhaltet vor allem Meilensteine wie die Ultima-Reihe, die Wing Commander-Serie, System Shock, Dark Project - Der Meisterdieb und Deus Ex. Das Novum dieser Spiele ist neben einer echten Story die nahezu totale Handlungsfreiheit des Spielers. Was dies für das Gameplay von Epic Mickey bedeuten könnte und wahrscheinlich auch wird, muss man nicht erklären und soll hier auch nicht das Thema sein. Hier geht es um etwas, das meiner Meinung nach bislang noch keiner großen Würdigung widerfahren ist: flexible Musik. Um zu erklären, was das eigentlich ist, sollte man damit beginnen, das genaue Gegenteil zu beschreiben, nämlich statische Musik. Die hören wir jeden Tag im Radio. Eine Strophe, einen Refrain, vielleicht eine Coda und die üblichen Wiederholungen bis zum Ende. Den Versuch, dieser Statik entgegenzuwirken, haben bereits barocke Komponisten im 17ten Jahrhundert unternommen, aber soweit will ich hier nicht ausschwenken. Wir reisen zurück in die Zeit des C64, dem Heimcomputer, der die Spielewelt veränderte – auch in akustischer Hinsicht. Statt einer recht kurzen Melodienfolge zu Beginn des Spiels (berühmt wurde wohl das Intro zu Pac Man) waren nun Kompositionen größerer Länge möglich. Aufgrund des immensen Speicherbedarfs zunächst nur als Intro-Musik zu hören, gab es nach und nach auch immer mehr Spiele, die einen Score auch während des Gameplays anboten. Doch bereits in diesen Anfängen musste eine Nuss geknackt werden. Die variable Länge eines Spiels, je nach Verhalten des Joystickhalters, erforderte vom tonalen Background eine gewisse Unendlichkeit. Ein statisches Stück immer und immer wieder abzuspielen widersprach dem Gedanken der Spiel-Kontinuität und für mehrere Songs reichte der Speicher einfach noch nicht aus. So wurde, mit einem schielenden Auge auf die damals ebenfalls im Werden befindliche Hip Hop Generation (die ihrerseits wiederum bei den Düsseldorfern Kraftwerk luscherte) der Loop erfunden. Das Ende eines Songs geht erneut über in den Anfang – eine Endlosschleife. Zu 99 Prozent ist das auch heute noch Gang und Gäbe, die Geschichte der Game-Musik reicht von 10 Sekunden Loops – ja genau die, die man bereits nach 5 Minuten Spielzeit genervt weg regelt – bishin zu herrlichen Kompositionen, die bis zu einer viertel Stunde (oder länger) gehen und den Spieler verleiten können, seine Figur in eine Ecke zu stellen, um sich einfach mal dem Soundtrack hinzugeben. Loops: Nichts weiter als eine im Binärsystem mögliche Spielerei, sicherlich, aber für das Spielegenre eine ebenso große Erfindung wie Sprites, Extrawaffen und automatisches Kartografieren. Letztendlich trägt die Musik eines Spiels entscheidend dazu bei, ob und wie tief sich ein Spieler in die virtuelle Welt hinein versetzt. Die Geschichte der erfolgreichsten Videospiele geht einher mit brillanten Soundtracks, die fesseln statt nerven. Man denke an Kōji Kondō (Super Mario / Zelda), Michael Land (The Secret of Monkey Island) oder Robert Holmes' Gänsehaut-Score zur Gabriel Knight-Serie.
Dass ein Rechenchip jedoch noch viel mehr vermag als Endlos-Loops, bewies bereits 1984 Spielprogrammierer und Komponist David Whittaker. Sein Soundtrack zum Klassiker Lazy Jones war ein großer Schritt nach Vorne, und das nicht alleine, weil dieser WÄHREND des Spiels zu hören war – für die damalige Zeit eine ungeheuere Leistung. In einer Reihe von Hotelräumen musste die Figur Jones kleine Minispiele im Spiel bewältigen. Jeder Raum beinhaltete sein eigenes musikalisches Thema, das durch die gleiche Rhythmusstruktur nahtlos an das Hauptthema anschloss. Neben Loops von Nena (99 Luftballons), Visage (Fade to Grey) und Blancmange (Living on the Ceiling) flossen auch Eigenkompositionen Whittakers ein, die heute noch Hobbyforscher ob ihrer musikhistorischen Herkunft in den Bann ziehen. Lazy Jones, so simpel das Spiel selbst auch anmutete, ist sowohl vom Gameplay als auch in musikalischer Hinsicht ein Potpourri des Zeitgeschmacks der 80er Jahre. Der Loop “Star Dust“ wurde 15 Jahre später, als Loops durch Techno längst Common Place in den Charts waren, vom Münchner Projekt Zombie Nation (Florian Senfter) zum Kulthit Kernkraft 400 verwurstelt, der von den Sportarenen der Welt bis zu einer saftigen Tantiemenklage Whittakers seine eigene Geschichte parat hält. “Star Dust“ ist bis heute der berühmteste Loop der Musikgeschichte. Aber ich schweife mal wieder ab ...
Vier Jahre später kam Origins erstes Rollenspiel Times of Lore auf den Markt. Für den Score zeigte sich Martin Galway (l.) verantwortlich. Als Komponist für C64 Games stand die Insider-Berühmtheit zwar etwas im Schatten von Kultkomponisten wie Rob Hubbard und Ben Daglish. Technisch war er seinen Kollegen jedoch mehr als eine Nasenlänge voraus. So schaffte er es, dem 3-Spur-Kanal-Systems des SID-Chips, dem musikalischen Herz der “Brotdose“, eine vierte Spur zu entlocken, um auf ihr Samples abzuspielen. Für Times of Lore nutzte Galway seine Technik, um den Computer per Algorythmus die Akkorde der von ihm komponierten Melodie zufällig auswählen zu lassen. So entstand quasi ein Endlossong, der sich auch nach längerer Zeit nicht zwangsläufig wiederholen musste. Was hätten Ralf Hüttner und Florian Schneider-Esleben Herrn Galway wohl bezahlt, um diese Technik auch auf Schallplatte anbieten zu können?Noch einmal sieben Jahre weiter. Bei Origin arbeitete inzwischen auch, wie schon erwähnt, Warren Spector. Sein Spielehit System Shock von 1995 bohrte (zusammen mit den beiden Ultima Underworld-Teilen) die damals noch recht frische Technologie der Ego-Ansicht in derart innovativer Weise auf, dass es die Spielewelt in seinen Grundfesten erschütterte. Dass bei aller Euphorie damals wie heute der Soundtrack zum Spiel völlig unter den Tisch gekehrt wird und wurde, ist eine traurige Fußnote, denn abgesehen von den genialen Kompositionen selbst, die übrigens von Greg Lo Piccolo and Tim Ries erdacht wurden, geleitete die Crew um Spector die Idee der flexiblen Musik auf die nächste Stufe: dem situationsbedingtem Soundtrack. Nahezu jedes Deck der Raumstation Citadel beinhaltete seinen eigenen Score, der aus verschiedenen Variationen eines Grundthemas bestand und individuell während des Spielverlaufs zusammengemischt wurde. Verweilt der Spieler in einem Bereich des Levels, wird lediglich der Grund-Loop endlos abgespielt. Betritt er jedoch bestimmte Szenarien, die storytechnisch entscheidend sind oder einfach nur erheblich mehr Action erfordern, änderte sich die Musik dementsprechend. Kleine Drum- oder High Heels-Sequenzen leiteten dabei den Übergang in eine neue Variation ein. Somit wurde der Spieler unterbewusst zum Remixer seines eigenen Spielescores, was die ohnehin schon gruselige Atmosphäre des Spiels noch verstärkte.
Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte die flexible Musik 2006, als sie das virtuelle Busenwunder Lara Croft akustisch unterstützte. Für Tomb Raider: Legend komponierte der Däne Troels Brun Folmann ganze 88 Tracks mit einer Gesamtspielzeit von fast 4 Stunden. An der Masse des Material programmierten sich die Sounddesigner Mike Peaslee (l.) und Karl Gallagher die Finger wund. Dass sich die ineinander verwobenen Loops der Spielsituation dynamisch anpassen, geht im orchestralen Sound geradezu unter. Längst vorbei sind die Zeiten der binären Ring- und Sägezahnmodulationen, welche dem virtuellen Klang von Sinfonieorchestern weichen mussten.
Die Technik schreitet immer schneller voran und wird noch viele Innovationen hervorbringen. Dass Martin Galway und Warren Spector nun Hand an Epic Mickey gelegt haben, lässt auf die nächste Generation flexibler Musik hoffen. Wenn die beiden im Promo-Video zum Spiel von einem epischen Score reden, der Dich zu Tränen rühren kann, bin ich jedenfalls bedingungslos gewillt, dies zu glauben. Bislang hatte ich nicht das Gefühl, dass eine Wii mein Leben bereichern könnte, aber ein Erfolg von Epic Mickey könnte diese Einstellung kippen. Ob das Spielprinzip selbst mich als 42jährigen fesseln kann, steht zwar noch in den Sternen, aber ich selbst propagiere ja schließlich auch Zeichentrick als Pro-Mature jenseits des Kinderkrams. Warum soll die kleine Maus, die mich bereits ein Leben lang begleitet, dies nicht auch einmal im Videospiele-Sektor schaffen? Ich lasse meine Augen und vor allem Ohren gerne überraschen.
Zum Autor: Holger Paulsen alias "EdiGrieg" ist im Internet vor allem als Trickfilm-Junkie und Synchronisationsexperte bekannt. Sein Disney Synchron Archiv ist ein Pflichtlesezeichen für jeden Liebhaber der deutschsprachigen Fassungen von Disney-Trickklassikern und in seiner Anistory widmet er sich darüber hinaus dem Animationsfilm außerhalb des disney'schen Tellerrandes. Anlässlich des anstehenden Veröffentlichungsstarts des Wii-Titels Epic Mickey ist es ihm eine Freude, uns an einer weiteren großen Leidenschaft teilhaben zu lassen: In erster Linie ist er mit ganzem Fleisch und Blut Musiknerd.
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