Samstag, 28. August 2010

The Expendables


Mein Verhältnis zu hohlen Gewaltfilmen ist auf den ersten Blick vielleicht etwas verwirrend. So liebe ich Crank 2: High Voltage oder Desperado, kann dagegen mit den archetypischen B-Actionern von Stallone, Van Damme und Co. nichts anfangen. Woran dies liegt? Nun, wenn ich Actionfilme sehe, dann sollten sie entweder ästhetisch sein (Bruckheimers Hochglanzproduktionen), oder comichaft übertrieben und dadurch unterhaltsam (etwa Planet Terror). Stallones Machwerke fallen in meinen blinden Fleck für Action: Zu überhoben um durch Realismus spannend zu sein, zu schmutzig und hart um "hübsch" zu wirken, nicht überzogen genug um mich vollkommen umzuhauen.

The Expendables will ein gigantischer Fanservice für Liebahber exakt dieser B-Action sein. Kann man so aber nicht sagen. Der Film hat zwar ein Traum-Ensemble, allerdings spielt sich im Film alles so ab, wie gehabt. Dieser Film ist ein 08/15-B-Actionfilm mit großem Namenswert. Für Freunde dieser Action klar ein Highlight, schließlich sieht man solche Filme immer seltener, aber was hätte man alles mit diesem ganzen Actiontalent machen können... The Expendables mangelt es an herausragenden, einmaligen Elementen. Statt Dinge zu liefern, von denen die Fans der Darstellerriege nichtmal zu träumen gewagt hätten, bringt Stallone in seinem neusten Actioner einfach das Grundpaket für einen Film dieser Stilrichtung. Es fehlt an Profil. So, als wäre Aladdin ohne den Dschinni ausgekommen oder hätte Der König der Löwen auf die afrikanische Note verzichtet. Und ja, ich bespreche tatsächlich The Expendables, indem ich Disneyvergleiche anstelle... damit ich mal was vorzeigen kann, wenn sich ein nur für die Disney-Inhalte hierherkommender Leser beschweren sollte, ich behandle zu viele "Off Topic"-Dinge...

Jedenfalls finde ich es schade, dass The Expendables keinen "Clash of the B Movie Cultures" bietet, in dem der moderne Statham, Ballermann Stallone, Eastern Martial Artist Jet Li und Co ihre Stärken voll ausspielen. Oder Stallones gnadenlose Abrechnung mit seiner Filmvergangenheit, wie Clint Eastwood es mit Erbarmungslos tat. The Expendables will ein unbedeutender, dummer, lauter B-Movie sein. Dabei könnte er ein denkwürdiger, dummer, lauter B-Movie sein.

Außerdem verstehe ich den ganzen Fangasmus nicht, wie hart der Streifen doch sei. Also, da haben die meisten der am Film beteiligten Schauspieler schon härteres gedreht...

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